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Patent Searching and Data


Title:
PLANT FOR THERMAL PROCESSING PROCESSES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/020266
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a plant for thermal processing processes having a first processing section for heating a workpiece or a medium to be processed to a first process temperature, to a temperature matching section in which the workpiece or medium takes on a equalization temperature, and to a second processing section for bringing the workpiece or medium to a second process temperature, wherein the temperature matching section is clad at least predominantly with a material reflecting the heat radiation of the workpiece or medium, such that the workpiece or medium is substantially brought to or maintained at the equalization temperature by reflection of the heat radiation thereof.

Inventors:
WIRTH, Rolf (Postfach 14 44, Bruckmühl, 83047, DE)
GAUS, Rainer (Postfach 14 44, Bruckmühl, 83047, DE)
BÄR, Kai, K., O. (Postfach 14 44, Bruckmühl, 83047, DE)
Application Number:
EP2008/006855
Publication Date:
February 25, 2010
Filing Date:
August 20, 2008
Export Citation:
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Assignee:
ADVANCED PHOTONICS TECHNOLOGIES AG (Bruckmühler Strasse 27, Bruckmühl, 83052, DE)
WIRTH, Rolf (Postfach 14 44, Bruckmühl, 83047, DE)
GAUS, Rainer (Postfach 14 44, Bruckmühl, 83047, DE)
BÄR, Kai, K., O. (Postfach 14 44, Bruckmühl, 83047, DE)
International Classes:
F27D99/00; C21D1/34; F27B9/02; F27B9/30; F27B9/36; F27D99/00; C21D1/34; F27B9/00; F27B9/30
Attorney, Agent or Firm:
HEINZE, Ekkehard (Meissner, Bolte & Partner GbRWidenmayerstrasse 48, München, 80538, DE)
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Claims:
Anlage für thermische Bearbeitungsprozesse

Ansprüche

1. Anlage für thermische Bearbeitungsprozesse, mit einem ersten Bearbeitungsabschnitt zur Erwärmung eines Werkstücks oder zu bearbeitenden Mediums auf eine erste Prozesstemperatur, einem Temperaturanpassabschnitt, in dem das Werkstück oder Medium eine Ausgleichstemperatur annimmt, und einem zweiten Bearbeitungsabschnitt zum Überführen des Werkstücks oder Mediums auf eine zweite Prozesstemperatur, wobei der Temperaturanpassabschnitt mindestens überwiegend mit einem Wärme- abstrahlung des Werkstücks oder Mediums reflektierenden Material derart ausgekleidet ist, dass das Werkstück bzw. Medium im Wesentlichen durch Rückreflexion seiner Wäremabstrahlung auf die Ausgleichstemperatur überführt bzw. auf dieser gehalten wird.

2. Anlage nach Anspruch 1, wobei der Temperaturanpassabschnitt im Wesentlichen ohne zusätzliche thermische Isolation und/oder ohne ein Material mit Wärmespeichervermögen ausgeführt ist, derart, dass eine thermische Isolation überwiegend durch das reflektierende Material bewirkt wird.

3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, wobei das reflektierende Material einer Außenwand des Temperaturanpassabschnitts, auf einer Tragkonstruktion montiert, mit vorbestimmtem Abstand vorgeblendet ist.

4. Anlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das reflektierende Material ein Aluminium- oder Edelstahlblech oder eine Keramikplatte aufweist.

5. Anlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das reflektierende Material eine Beschichtung mit einem Reflexionsgrad von 97,5 % oder mehr auf einem Metallblech- oder Keramik-Träger und hierauf eine transparente oxidische oder glasartige Korrosionsschutzschicht aufweist.

6. Anlage nach einem der vorgehenden Ansprüche, wobei im Temperaturanpassabschnitt eine aktive Heizeinrichtung nur in einem kleineren Bereich desselben und/oder eine Steuer-Heizeinrichtung mit kleiner Leistung nur zur Ausführung von Temperaturkorrekturen vorgesehen ist.

7. Anlage nach Anspruch 6, wobei die Heizeinrichtung IR- oder NIR- Strahlungsheizer aufweist.

8. Anlage nach Anspruch 6 oder 7, wobei der aktiven Heizeinrichtung eine im Wesentlichen trägheitslose Temperatursteuerung zugeordnet ist.

9. Anlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Temperaturanpassabschnitt einen Ein- und Auslaufbereich aufweist, dem optische Dichtmittel zur Verhinderung von Strahlungslecks, insbesondere eine Ein- und/oder Auslaufschräge oder -kurve, die mit dem reflektierenden Material belegt ist, zugeordnet sind.

10. Anlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Temperaturanpassabschnitt und wahlweise der erste und/oder zweite Bearbeitungsabschnitt eine Gasumlaufkühlung aufweist, die die Erzeugung und Führung eines Kühlgasstromes an der Außenseite des Temperaturanpassabschnittes und wahlweise des ersten und/oder zweiten Bearbeitungsabschnitts und optional, nach Erwärmung des Kühlgases, über eine Oberfläche des Werkstücks oder Mediums, umfasst.

11. Verfahren zur thermischen Bearbeitung eines Werkstücks oder Mediums, wobei dieses in einem ersten Bearbeitungsabschnitt auf eine erste Prozesstemperatur erwärmt, in einem Temperaturanpassabschnitt auf eine Ausgleichstemperatur gebracht und in einem zweiten Bearbeitungsabschnitt auf eine zweite Prozesstemperatur überführt und bei dieser weiter bearbeitet wird, wobei die Überführung und gegebenenfalls ein Halten des Werkstücks oder Mediums auf Ausgleichstemperatur im Wesentlichen allein durch Rückreflexion von Eigenstrahlung durch eine reflektierende Wandlung eines Temperaturanpassab- Schnittes, der zwischen einem ersten und zweiten Bearbeitungsabschnitt angeordnet ist, ausgeführt wird.

12. Verfahren nach Anspruch 11, ausgebildet als Verfahren zur thermischen Vergütung und/oder Trocknung bzw. Vernetzung einer Beschichtung eines Kunststoffproduktes oder keramischen Produktes.

13. Verfahren nach Anspruch 11, ausgebildet als Verfahren zur Trocknung bzw. Vernetzung einer Primer- bzw. Lackschicht auf einem metallischen Träger.

14. Verfahren nach Anspruch 11, ausgebildet als Verfahren zur Ausführung eines thermisch induzierten oder thermisch unterstützten chemischen Reaktionsprozesses in dem Werkstück oder Medium.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei das Werkstück oder Medium für eine Dauer zwischen 0,5 und 10 s, insbesondere zwischen 1 und 5 s, in dem Temperaturanpassabschnitt verweilt.

Description:
Anlage für thermische Bearbeitungsprozesse

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Anlage für verschiedenartige thermische Bearbeitungsprozesse mit einem ersten Bearbeitungsabschnitt zur Erwärmung eines Werkstücks oder zu bearbeitenden Mediums auf eine erste Prozesstemperatur, einem Temperaturanpassabschnitt, in dem das Werkstück oder Medium eine Ausgleichstemperatur annimmt, und einem zweiten Bearbeitungsabschnitt zum Überführen des Werkstücks oder Mediums auf eine zweite Prozesstemperatur

Ofenanlagen mit T-Anpassabschnitten gehören zu den ältesten Produktionsanlagen der Technik-Geschichte und sind über Jahrhunderte stetig weiterentwickelt worden. In vielen "klassischen" Produktionsverfahren, etwa bei der Keramik- und Glasproduktion und in der Metallurgie, kommt es darauf an, ein bei hohen Temperaturen erzeugtes oder bearbeitetes Produkt zur Herausbildung bestimmter Eigenschaften - insbesondere eines speziellen Materialgefüges - für eine vorbestimmte Zeitdauer bei einer niedrigeren Temperatur zu halten, bevor es ggf. wieder erwärmt oder schnell weiter abgekühlt wird.

Bei früheren Weiterentwicklungen stand üblicherweise die Steigerung der Produktivität sowie die Anpassung der Parameter an spezielle Qualitätsanforderungen der herzustellenden Produkte im Mittelpunkt. Vor allem in den letzten Jahrzehnten haben aber auch Überlegungen zur Erhöhung der Energieeffizienz Anlass zu vielfältigen Entwicklungen solcher Anlagen und Verfahren gegeben. Zur Vergleichmäßigung des Temperaturprofils, aber auch zur Erhöhung der Energieeffizienz durch Vermeidung wesentlicher Wärmeverluste durch die Wandung des Nachbearbeitungs-Abschnitts einer gattungsgemäßen Ofenanlage wird diese Wandung in der Regel mit großer Dicke ausgeführt, wobei ggf. Konstruktionsmaterialien mit hohem Wärmedurchlasswiderstand und/oder hohem Wärmespeichervermögen zum Einsatz kommen. Es handelt sich mithin um Konstruktionen mit großer "thermischer Masse". Diese sind wegen des hohen Materialeinsatzes und Bauaufwandes kostenintensiv und wegen ihrer hohen thermischen Masse nur mit großen Zeitkonstanten steuerbar.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Anlage der genannten Art, die sich kostengünstig erstellen und gut steuern lässt, sowie ein entsprechendes Verfahren anzugeben.

Diese Aufgabe wird durch eine Anlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. ein Verfahren gemäß Anspruch 11 gelöst. Zweckmäßige Fortbildungen des Erfindungsgedankens sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Die Erfindung schließt den wesentlichen Gedanken ein, bei der energetischen Entkopplung zwischen dem Temperaturanpassabschnitt und den vor- und nachgelagerten Abschnitten vom bisher vorrangig praktizierten Prinzip der Wärmedämmung abzugehen und die Rückstrahlung von der Wandung in das Innere des Temperaturanpassabschnittes zur T-Anpassung des Werkstückes zu nutzen. Weiter schließt die Erfindung den Gedanken ein, hierzu eine weitgehende Ummantelung (nachfolgend auch bezeichnet als Auskleidung) dieses Abschnittes mit einem Material mit optimierten Reflexionseigenschaften vorzusehen.

Unter „Werkstück" wird hier ein beliebiger fester Bearbeitungsgegenstand, also neben einzelnen Teilen etwa auch ein quasi-endloses draht- oder bandförmiges Material oder ein Materialverbund, verstanden. Unter einem „Medium" soll nachfolgend insbesondere ein pastöser oder flüssiger, gegebenenfalls aber auch gasför- miger Bearbeitungsgegenstand oder ein schüttfähiges Bearbeitungsgut, verstanden werden.

Mit der vorgeschlagenen Lösung lassen sich gegenüber hergebrachten Ofenkonstruktionen erhebliche technische und wirtschaftliche Vorteile erzielen: Zunächst ist hinzuweisen auf die direkte technische Folge des mit der vorgeschlagenen Lösung möglichen Verzichts auf große thermische Massen, nämlich die schnelle Steuerbarkeit der Temperatur in der Temperierkammer. Für den Fachmann versteht es sich, dass diesem Vorteil allerdings auch ein Nachteil gegenübersteht: Die geringe thermische Masse hat eine geringe Temperaturstabilität bei sich ändernden Werkstück- oder Umgebungstemperaturen zur Folge, so dass eine schnell ansprechende Steuerung nicht nur möglich, sondern bei hohen Anforderungen an die Temperaturstabilität auch nötig ist. Derartige Steuerungsaufgaben stellen heute allerdings für moderne Prozesssteuersysteme mit schnell ansprechenden Sensoren und Aktoren kein Problem dar und sind auch kostenseitig leicht zu bewältigen.

Die vorgeschlagene "thermisch leichte" Konstruktion des Nachbearbeitungs- Abschnitts bzw. der diesem zuzuordnenden Temperierkammer geht einher mit einem auch mechanisch leichten Aufbau und somit vergleichsweise geringem Material- und Bauaufwand. Die mechanisch leichte Ausführung hat den weiteren Vorteil der schnellen Montier- und Demontierbarkeit, was den Hersteller zur schnellen Reaktion auf entsprechende Kundenwünsche befähigt. Während der Umbau klassischer Ofenanlagen Wochen oder Monate in Anspruch nehmen kann, ist die Erstellung des Nachbearbeitungs-Abschnitts einer erfindungsgemäßen Anlage (natürlich in Abhängigkeit von der Größe) prinzipiell in wenigen Tagen möglich.

Grundsätzlich kommt bei der vorgeschlagenen Anlage des Temperaturanpassabschnitt ohne aktive Heizeinrichtung aus, oder jedenfalls ist in einer bevorzugten Ausführung eine aktive Heizeinrichtung nur in einem kleineren Bereich der Temperierkammer vorgesehen. Dies senkt, jedenfalls gegenüber Anlagen mit Nachbear- beitungs- bzw. T-Anpassabschnitten, in denen die durch die Werkstücke eingetragene Wärme weniger effizient genutzt werden kann, die Erstellungs- und Betriebskosten weiter. Wie oben erwähnt, reagiert die vorgeschlagene Ofenanlage sensibel auf Temperaturänderungen der die Nachbearbeitungs-Wärme eintragenden Werkstücke oder der Umgebung. In einer bevorzugten Ausführung ist daher in der Temperierkammer eine Steuer-Heizeinrichtung kleiner Leistung zur Ausführung von Temperaturkorrekturen vorgesehen, deren Maximalleistung um mindestens eine Größenordnung kleiner ist als eine zur Erreichung der Ausgleichstemperatur bzw. des Ausgleichstemperaturbereiches erforderliche Heizleistung.

Da die Steuer-Heizeinrichtung lediglich im Hinblick auf zu erwartende T-Schwan- kungen dimensioniert werden muss, ist auch sie kostengünstig ausführbar. Wichtig ist im Hinblick auf ihre besondere Funktion schnelles Ansprechen und feine Dosier- barkeit, unter Beachtung der entsprechenden Nutzer-Anforderungen. Im Hinblick hierauf ist bevorzugt vorgesehen, dass der o.g. aktiven Heizeinrichtung bzw. der Steuer-Heizeinrichtung eine im Wesentlichen trägheitslose Temperatursteuerung zugeordnet ist.

In einer zweckmäßigen Fortbildung des Erfindungsdankens ist weiter vorgesehen, dass der erste und/oder zweite Bearbeitungsabschnitt eine Ofenkammer aufweist, die mit einer aktiven Heizeinrichtung ausgestattet und im überwiegenden Teil der Innenwandung ebenfalls mit reflektierendem flächigen Material ausgekleidet ist. Hierbei kann insbesondere eine thermische Isolation der Ofenkammer mindestens überwiegend durch das reflektierende Material, optional unterstützt durch einen an diesem entlangstreichenden Kühlgasstrom, bewirkt werden. Dies bedeutet, dass das der Erstellung des Temperaturanpassabschnittes zugrunde liegende "Isolationsprinzip" auch für mindestens einen der Haupt-Bearbeitungsabschnitte bzw. die entsprechende Ofenkammer angewandt wird.

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die optional vorgesehene Luft- bzw. Gasstromkühlung bedarfsweise auch beim Temperaturanpassabschnitt angewandt werden kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn aufgrund bestimmter Sicherheitsanforderungen dessen Außenoberfläche unterhalb bestimmter Grenztemperaturen gehalten werden muss, die sich allein durch die optimierten Reflexi- onseigenschaften der Wandung nicht realisieren lassen. Insbesondere kann eine Gasumlaufkühlung vorgesehen sein, die die Erzeugung und Führung eines Kühlgasstromes an der Rückseite des auskleidenden Materials und, nach Erwärmung des Gases, über eine Werkstückoberfläche umfasst.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass eine Heizeinrichtung des ersten und/oder zweiten Bearbeitungsabschnittes und/oder eine wahlweise vorgesehene Heizeinrichtung des Temperaturanpassabschnittes NIR- oder IR-Strahlungsheizer aufweist. Mit IR- bzw. NIR-Emittern ausgestattete Ofenanlagen sind seit längerem bekannt und im industriellen Einsatz; derartige Anlagen werden insbesondere auch von der Anmelderin entwickelt und angeboten und sind Gegenstand früherer Schutzrechtsanmeldungen der Anmelderin. Eine genauere Beschreibung dieses Typs von Heizelementen und seiner Einbindung in eine moderne thermische Bearbeitungsanlage ist daher hier verzichtbar.

In einer Ausführung der Erfindung ist als das erwähnte Material zur Ummantelung bzw. Auskleidung der Temperierkammer ein hochreflektierendes flächiges Verbundmaterial vorgesehen, welches auf einem Metallblech-Träger eine Beschichtung mit einem Reflexionsgrad von 97,5% oder mehr und hierauf eine transparente oxidische oder glasartige Korrosionsschutzschicht aufweist. Im Übrigen kann insbesondere der Träger des hochreflektierenden flächigen Verbundmaterials aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung oder auch aus Edelstahl oder einer Keramik bestehen. Die Beschichtung kann im Wesentlichen aus Silber oder Reinst- Aluminium mit einer Reinheit von 99,99% oder mehr bestehen. Um, speziell beim Einsatz der vorgeschlagenen Lösung in ausgesprochenen Hochtemperaturprozessen, eine Überhitzung und hierdurch mögliche Deformation der Temperierkammer- Außenhaut bzw. -Auskleidung zu verhindern, ist in einer Ausführung vorgesehen, dass die Rückseite des hochreflektierenden flächigen Verbundmaterials zur Verbesserung der Wärmeabstrahlung dunkel gefärbt, insbesondere geschwärzt ist.

Bei der Ausführung der Erfindung ist des weiteren von Vorteil, wenn der Temperaturanpassabschnitt und optional auch eine Ofenkammer optisch im Wesentlichen allseitig geschlossen ist, sofern dies unter Beachtung der Abläufe zur Beschickung und Entleerung der Ofenanlage möglich ist. Dies kann auch den Einsatz von ein- und/oder ausgangsseitigen Schleuseneinrichtungen sinnvoll machen. Hierzu werden die Dimensionen von Beschickungs- und Entladeöffnungen bevorzugt minimal gehalten.

In diesem Zusammenhang kann es weiterhin sinnvoll sein, dass die Temperierkammer zur Bearbeitung eines durchlaufenden Werkstücks oder durchströmenden Mediums einen Ein- und Auslaufbereich aufweist, dem optische Dichtmittel zur Verhinderung von Strahlungslecks zugeordnet sind. Hierbei weisen insbesondere die optischen Dichtmittel eine Ein- und/oder Auslaufschräge oder -kurve auf, die mindestens abschnittsweise mit reflektierendem Material belegt ist. Noch spezieller können der Ein- und/oder Auslaufschräge Einstellmittel zur Einstellung ihres Neigungswinkels zugeordnet sein, und es können die Ein- und/oder Auslaufschräge mehrere Abschnitte mit unterschiedlichen, wahlweise separat einstellbaren Neigungswinkeln aufweisen.

Weiter oben wurde angesprochen, dass das die Rückstrahlung der eingetragenen Wärme bewirkende reflektierende Material grundsätzlich die Wandung der Temperierkammer allein - ohne zusätzliche wärmespeichernde und/oder -isolierende Außenwand - bilden kann. Dies kann etwa dadurch realisiert werden, dass das reflektierende Material, speziell hochreflektierendes Verbundmaterial, in Folien- bzw. Plattenform gemäß der vorbestimmten Außengestalt einer Temperierkammer geformt und an einem Traggerüst aufgehängt bzw. verspannt wird.

Eine hierzu alternative Ausführung sieht jedoch vor, dass das reflektierende flächige Material einer Außenwand der Temperierkammer und/oder einer Außenwand der Ofenkammer mit vorbestimmten Abstand, insbesondere auf einer Tragkonstruktion montiert, vorgeblendet ist. Diese Ausführung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn bewährte Ofenkonstruktionen unter Anwendung der Erfindung modernisiert oder jedenfalls auf ihr Bauprinzip und bewährte Bauelemente zurückgegriffen werden soll. Weiterhin ist diese Ausführung dann sinnvoll, wenn aufgrund der Spezifik der jeweiligen Applikation eine "massive" Außenwand gewünscht wird. In einer ersten praktisch bedeutsamen Applikation ist vorgesehen, dass die Anlage zur thermischen Behandlung und/oder Trocknung bzw. Vernetzung einer Beschich- tung eines Walzstahlproduktes, insbesondere eines Coils, ausgebildet ist. Für eine weitere praktisch bedeutsame Applikation zeichnet sich die Anlage aus durch die Ausbildung zur thermischen Vergütung und/oder Trocknung bzw. Vernetzung einer Beschichtung eines Kunststoffproduktes oder keramischen Produktes.

Eine weitere wichtige Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens der Anlage ist die Trocknung bzw. Vernetzung einer Lackschicht auf einem Träger. Schließlich sei noch - ohne mit den genannten Beispielen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen - genannt die Ausführung eines thermisch induzierten oder thermisch unterstützten chemischen Reaktionsprozesses in dem Werkstück oder Medium, insbesondere in einem durch die Ofenanlage hindurchströmenden Fluid.

Die einzustellende Verweildauer des Werkstücks bzw. eines Punktes eines quasiendlosen Materials oder eines Punktes eines Mediums im Temperaturanpassabschnitt ist natürlich abhängig von der Relation zwischen der ersten Prozesstemperatur und der zu erreichenden Ausgleichstemperatur, der Transportgeschwindigkeit, dem Wärmeabstrahlvermögen und weiteren Faktoren. In sinnvollen Ausführungen der Erfindung liegt sie zwischen 0,5 und 10 s, insbesondere zwischen 1 und 5 s.

Vorteile und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich im Übrigen aus der nachfolgenden skizzenartigen Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Figuren. Von diesen zeigen:

Fig. 1 eine schematische Längsschnittdarstellung einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anlage und

Fig. 2 eine schematische Längsschnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anlage. Fig. 1 zeigt eine Anlage 1 für thermische Bearbeitungsprozesse, die auf Ständern 3 steht und eine Aussenwandung 5 hat, die im oberen Bereich durch einen Gasstrom 7 gekühlt ist, der zwischen der Aussenwandung und einer Innenwandung 9 strömt. Über einem Boden 5a der Anlage ist mit Abstand ein Transportkanal 11 verlegt, in dem ein zu bearbeitendes Schüttgut 13 in Richtung des Pfeils A gefördert wird.

Die Anlage 1 umfasst einen ersten Bearbeitungsabschnitt IA, in dem eine erste Prozesstemperatur PTl vorliegt, einen Temperaturanpassabschnitt IB, in dem das Schüttgut 13 eine Ausgleichstemperatur TX annimmt und für eine vorbestimmte Zeitdauer hält, und einen zweiten Bearbeitungsabschnitt IC, in dem eine zweite Prozesstemperatur PT2 erreicht und gehalten wird. Im ersten Bearbeitungsabschnitt sind unterhalb der oberen Innenwandung 9, auf das Schüttgut 13 ausgerichtet, NIR-Strahler 15 mit jeweils zugeordneten Reflektoren 15a vorgesehen, im Temperaturanpassabschnitt ist unterhalb der Innenwandung (Decke) 9 ein ebener Reflektor 17 angeordnet, und im zweiten Bearbeitungsabschnitt IC sind konventionelle IR-Strahler 19 für mittel- bzw. langwelliges Infrarot angeordnet.

Der Reflektor 17 im Temperaturanpassabschnitt IB hat einen mehrschichtigen Aufbau, der zur Verdeutlichung nicht-maßstäblich dargestellt ist und eine Keramik- Trägerplatte 17a, eine hochreflektierende Ag-Beschichtung 17b und eine glasartige Korrosionsschutzschicht 17c umfasst. Neben diesem Reflektor 17 sind im Temperaturanpassabschnitt zwei leistungsschwache NIR-Strahler 21 zur Feinsteuerung der Ausgleichstemperatur TX vorgesehen.

Fig. 2 zeigt eine Anlage 101 zur mehrstufigen thermischen Bearbeitung einzelner Werkstücke. Diese Anlage ähnelt in Teilen ihres Aufbaus der Anlage 1 nach Fig. 1, insoweit sind an Fig. 1 angelehnte Bezugsziffern verwendet, und die entsprechenden Teile werden hier nicht nochmals erläutert.

Die Anlage 101 umfasst, wie die Anlage 1 aus Fig. 1, einen ersten Bearbeitungsabschnitt 101A, in dem eine erste Prozesstemperatur PTl* herrscht, einen Temperaturanpassabschnitt 101B, in dem eine Ausgleichstemperatur TX* herrscht bzw. eingestellt wird, und einen zweiten Bearbeitungsabschnitt 101C, in dem eine zwei- te Prozesstemperatur PT** herrscht. Auf einem Förderband 111 werden Werkstücke 113 in Richtung des Pfeils A* durch die Anlage gefördert und einer zweistufigen Bearbeitung mit zwischengelagertem Temperaturausgleich unterzogen. Während im ersten Bearbeitungsabschnitt 101A wiederum NIR-Strahler 115 mit zugeordneten Reflektoren 115a zur schnellen oberflächlichen Erhitzung des Werkzeugs und zur Ausführung eines thermischen Bearbeitungsvorgangs angeordnet sind, ist der zweite Bearbeitungsabschnitt 101C hier durch eine Kühlstrecke mit Sprühdüsen 118 gebildet, aus denen die Werkstücke 113 mit Kühlflüssigkeit besprüht und auf die zweite Prozesstemperatur heruntergekühlt werden.

Bei der Anlage 101 hat jeder der Abschnitte 101A, 101B und 101C ein separates Gehäuse 105A, 105B bzw. 105C; lediglich der Boden 105a der Anlage ist zusammenhängend ausgeführt. Auf der Innenseite des mittleren Gehäuses 105B ist eine reflektierende Beschichtung 117 vorgesehen, die die Wärmeabstrahlung des aus dem ersten Bearbeitungsabschnitt 101A kommenden Werkstücks 113 jeweils weitgehend zurückwirft und somit die Einstellung der Ausgleichstemperatur TX* ohne jede zusätzliche Heizung (im Unterschied zur Anlage 1 nach Fig. 1 auch ohne Steuerheizung) ermöglicht.

Die Ausführung der Erfindung ist nicht auf die oben hervorgehobenen Aspekte und Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern ebenso in einer Vielzahl von Abwandlungen möglich, die im Rahmen fachgemäßen Handelns liegen. Insbesondere sollen sämtliche technisch möglichen Kombinationen der Merkmale der verschiedenen Ansprüche als im Schutzbereich der Erfindung liegend angesehen werden.