Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
PLASTIC CONTAINER HAVING AT LEAST A REGIONAL SHARP-EDGED CONTAINER GEOMETRY AND PROCESS FOR PRODUCING THE PLASTIC CONTAINER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/104187
Kind Code:
A1
Abstract:
A plastic container is described, manufactured from a preform having a mass fraction of at least 80% polyester and optionally at least one additive from the group consisting of dyes, fillers, catalysts, additives and lubricating additives. The plastic container comprises a container neck and a container shoulder adjoining the container neck which merges into a container body sealed with a container bottom. The container shoulder, the container bottom and the container body are formed exclusively by means of a blow molding process in a 2-stage stretch blow molding process. The polyester is a copolyester and comprises groups which derive from the monomers cyclohexanedimethanol (CHDM) and/or monoethylene glycol (MEG), terephthalic acid (TPA) or derivatives thereof and isophthalic acid (IPA) or derivatives thereof. At least one subregion of the container body and/or the container shoulder has a sharp edge with a radius of less than 0.5 mm. A process for producing the plastic container is also described.

Inventors:
SIEGL ROBERT (AT)
ZMÖLNIG CHRISTIAN (AT)
Application Number:
EP2019/080265
Publication Date:
May 28, 2020
Filing Date:
November 05, 2019
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
ALPLA WERKE ALWIN LEHNER GMBH & CO KG (AT)
International Classes:
B29C49/00; B29C49/10; B65D1/02; B29C49/48; B29K67/00
Domestic Patent References:
WO2005102865A12005-11-03
WO2016121890A12016-08-04
Foreign References:
EP2890544A12015-07-08
JP2000229614A2000-08-22
JP2014151914A2014-08-25
EP3263312A12018-01-03
EP2583903A22013-04-24
DE69516506T22000-08-24
DE3875965T21993-04-01
Attorney, Agent or Firm:
BOHEST AG BRANCH OSTSCHWEIZ (CH)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Kunststoffbehälter gefertigt aus einem Preform mit einem Massenanteil von we nigstens 80% Polyester und gegebenenfalls wenigstens einem Zusatzstoff aus der Gruppe bestehend aus Farbstoffen, Füllstoffen, Katalysatoren, Additiven und Gleit additiven, mit einem Behälterhals und einer an den Behälterhals anschliessenden Behälterschulter, die in einen mit einem Behälterboden verschlossenen Behälter körper übergeht, wobei die Behälterschulter, der Behälterboden und der Behälter körper in einem 2-Stufen-Streckblasverfahren ausschliesslich mittels eines Blasver fahrens umgeformt sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyester ein Copoly- ester ist und Gruppen aufweist, welche von den Monomeren Cyclohexandimethanol (CHDM) und/oder Monoethylenglykol (MEG), Terephtalatsäure (TPA) oder deren Derivate und Isophtalsäure (IPA) oder deren Derivate abstammen und wenigstens ein Teilbereich des Behälterkörpers und/oder der Behälterschulter eine scharfe Kante mit einem Radius von weniger als 0,5 mm aufweist.

2. Kunststoffbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Copolyester eine nach ASTM D4603 gemessene Intrinsische Viskosität von weniger als 0,75 dl/g, bevorzugt von 0,60 dl/g bis 0,73 dl/g, besonders bevorzugt von 0,65 dl/g bis 0,71 dl/g, aufweist.

3. Kunststoffbehälter nach nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Copolyester eine Dichte von 1,1 g/cm3 bis 1,3 g/cm3 aufweist.

4. Kunststoffbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, dass das Copolyester aus Diol-Anteilen und Dicarbonsäure- Anteilen be steht, die zusammen 100% der Stoffmenge ergeben, wobei der Diol- Anteil 40% bis 60% der Stoffmenge ist.

5. Kunststoffbehälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Stoffmengenanteile aus Cyclohexandimethanol (CHDM) und Monoethylenglykol (MEG) bezogen auf den Diolanteil 100% ist und CHDM einen Anteil von 0% bis 100% an der Stoffmenge des Diolanteils hat.

6. Kunststoffbehälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Dicarbon- säure- Anteil aus Isophtalsäure oder deren Derivaten und aus Terephtalatsäure oder deren Derivaten besteht.

7. Kunststoffbehälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Stoffmengenanteile aus Isophtalsäure oder deren Derivaten und aus Terephtalatsäu re oder deren Derivaten bezogen auf den Dicarbonsäureanteil 100% ist und Isoph talsäure oder deren Derivate einen Anteil von 10% bis 60% an der Stoffmenge des Dicarbonsäureanteils hat.

8. Kunststoffbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, dass der in eine Blasform eingesetzte Preform durch das Blas verfahren derart umgeformt ist, dass aus einem in die Blasform ragenden einseitig verschlos senen Preformkörper des Preforms die Behälterschulter, der Behälterboden und der Behälterkörper des Kunststoffbehälter gemäss einer Innengeometrie einer Kavität der Blasform ausgebildet ist, wobei der Preformkörper entlang seiner Mittelachse um einen Faktor 2 bis 4 verstreckt ist.

9. Kunststoffbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, dass die scharfe Kante einen Radius von weniger als 0,3 mm, vorzugswei se weniger als 0,1 mm, aufweist.

10. Kunststoffbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, dass der Kunststoffbehälter einstückig ausgebildet ist.

11. Kunststoffbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, dass er Wandungen aufweist, die ein- oder mehrschichtig ausgebildet sind. 12. Kunststoffbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, dass die scharfe Kante wenigstens an einem Teilbereich eines Übergangs zwischen der Behälterschulter und dem Behälterkörper ausgeformt ist.

13. Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffbehälters nach einem der vorhergehen den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein an einen Preformhals anschlies sender einseitig verschlossener Preformkörper entlang einer Mittelachse des Pre- forms mit einer Geschwindigkeit von 1 m/sec bis 3m/sec in einem Blas verfahren verstreckt wird.

14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Preformkörper in einem 2-Stufen-Streckblasverfahren entlang seiner Mittelachse mittels eines Reck doms verstreckt wird.

15. Verfahren nach Anspmch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausfor mung der Behälterschulter, des Behälterbodens und des Behälterkörpers ein Fluid mit einem Druck grösser als 10 bar und kleiner als 40 bar in den auf eine vorbe stimmte Temperatur erwärmten Preform eingebracht wird,

16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Blasform mit einer Kavität, entlang deren Innengeometrie die Behälterschulter, der Behälterboden und der Behälterkörper ausgebildet werden, auf eine Temperatur erwärmt wird, die grösser als 10°C und kleiner als 100°C ist.

Description:
Kunststoffbehälter mit wenigstens bereichsweise scharfkantig ausgebildeter Behältergeometrie und Verfahren zur Herstellung des Kunststoffbehälters

Die Erfindung betrifft einen Kunststoffbehälter mit wenigstens bereichsweise scharfkantig ausgebildeter Behältergeometrie gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Die Er findung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des Kunststoffbehälters.

Die in der Vergangenheit üblichen Behälter aus Weiss- oder Buntblech, aus Glas oder auch aus Keramik werden in zunehmendem Mass von Behältern aus Kunststoff abgelöst. Insbe sondere für die Verpackung fluider Substanzen, beispielsweise für Anwendungen im Haushalt, in Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe etc., kommen neuerdings hauptsäch lich Kunststoffbehälter zum Einsatz. Das geringe Gewicht und die geringeren Kosten spie len sicher eine nicht unerhebliche Rolle bei dieser Substitution. Die Verwendung rezyk- lierbarer Kunststoffmaterialien und die insgesamt günstigere Gesamtenergiebilanz bei ihrer Herstellung tragen auch dazu bei, die Akzeptanz von Kunststoffbehältem bei den Anwen dern zu fördern.

Ein- oder mehrschichtige Kunststoffbehälter werden oft im sogenannten Extrusionsblas verfahren, insbesondere einem Schlauchblasverfahren, hergestellt. Die für das Extrusions blasverfahren eingesetzten Extrusionsblasmaschinen besitzen in der Regel einen oder meh rere Extruder zur Zuführung des benötigten Kunststoffmaterials. Der Ausgang des Extru ders ist mit einem Extruderkopf verbunden, an dessen vorzugsweise in der Öffnungsweite regulierbarer Austrittsdüse der extrudierte Schlauch austritt. Der extrudierte Kunststoff schlauch kann ein- oder mehrschichtig aufgebaut sein. Der aus der Austrittsdüse kontinu ierlich oder quasi-kontinuierlich austretende Schlauch wird in eine Blasform eingesetzt und nach dem Schliessen der Blasform mit Hilfe eines in den Formhohlraum eingefahre nen Blasdoms durch Überdruck aufgeblasen. Danach wird der aufgeblasene Kunststoffbe hälter aus der Formkavität entformt. Extrusionsgeblasene Kunststoffbehälter sind anhand einer üblicherweise im Bodenbereich verlaufenden Quetschfalte, die vom Quetschen des extrudierten Kunststoffschlauchs beim Schliessen der Blasform herrührt, identifizierbar. Kunststoffbehälter aus Polyethylenterephthalat (PET) und ähnlichen Materialien werden meist in einem sogenannten Streckblasverfahren hergestellt. Dabei wird zunächst in einem Spritzgiessverfahren in einer Spritzgiessform ein Preform hergestellt. Neuerdings sind auch Flies spressverfahren oder auch Extrusionsblasen zur Herstellung von Preforms vor geschlagen worden. Der Preform weist einen im wesentlichen länglichen Preformkörper auf und ist an seinem einen Längsende geschlossen ausgebildet. Dort befindet sich übli cherweise auch ein vom Spritz giessen herrührender Anspritzpunkt. An das andere Ende des Preformkörpers schliesst ein Halsabschnitt an, der mit einer Ausgiessöffnung versehen ist. Der Halsabschnitt weist bereits die spätere Form des Flaschenhalses auf. An der Aus- senseite des Halsabschnitts sind daher üblicherweise bereits Befestigungsmittel für die Festlegung eines Verschlussteils ausgebildet. Die Befestigungsmittel können als gegenüber der Halswandung vor- oder rückspringende Strukturen, beispielsweise Gewindeabschnitte oder dergleichen Vorsprünge oder Gewindefurchen oder Kulissenführungen für einen Ba jonettverschluss, ausgebildet sein. Vielfach ist am Halsabschnitt auch ein sogenannter Schnappring vorgesehen, der radial vom Umfang abragt. Der Schnappring dient als ein Widerlager für ein abtrennbares Garantieband eines aufschraubbaren Schraubverschlusses für einen aus dem Preform streckgeblasenen Kunststoffbehälter bzw. bei Ölflaschen oder dergleichen zur Festlegung des unteren Teils eines üblicherweise verwendeten Schamier- verschlusses. Bei den meisten der bekannten Preforms sind der Preformkörper und der Halsabschnitt durch einen sogenannten Supportring voneinander getrennt. Der Supportring ragt radial von der Halswandung ab und dient für den Transport des Preforms bzw. des daraus hergestellten Kunststoffbehälters und für eine Abstützung des Preforms am Blas formwerkzeug bzw. des Kunststoffbehälters beim Verschliessen desselben.

Der Preform wird nach seiner Herstellung entformt und kann in einem einstufigen Streck blasverfahren noch heiss sofort weiterverarbeitet werden. Bei einem Zweistufen- Streckblasverfahren wird der Preform für eine räumlich und/oder zeitlich getrennte Wei terverarbeitung auf einer Streckblas Vorrichtung abgekühlt und zwischengelagert. Vor der Weiterverarbeitung in der Streckblasvorrichtung wird der Preform dann bei Bedarf kondi tioniert, d.h. dem Preform wird ein Temperaturprofil aufgeprägt. Danach wird er in eine Blasform einer Streckblasvorrichtung eingebracht. In der Blasform wird der Preform schliesslich durch ein mit Überdruck eingeblasenes Fluid, üblicherweise Luft, gemäss der Formkavität aufgeblasen und dabei zusätzlich mit einem Reckdorn axial verstreckt. Es ist auch bereits ein Spritzblasverfahren bekannt, bei dem der Streckblasprozess direkt anschliessend an das Spritzen des Preforms erfolgt. Der Preform verbleibt dabei auf dem Spritzkern, der zugleich eine Art Reckdorn bildet. Der Preform wird wiederum durch Überdruck gemäss der Formkavität einer Blasform, die auf den Spritzkern zugestellt wird oder umgekehrt, aufgeblasen und dabei vom Reckdorn verstreckt. Danach wird der fertige Kunststoffbehälter entformt. Streckgeblasene bzw. spritzgeblasene Kunststoffbehälter sind anhand des üblicherweise im Bereich des Behälterbodens angeordneten, vom Preform her rührenden Anspritzpunktes identifizierbar, in dem das Kunststoffmaterial nur geringfügig bis gar nicht verstreckt worden ist.

Oftmals werden vom Markt Kunststoffbehälter gewünscht, die wenigstens bereichsweise eine scharfkantige Behältergeometrie aufweisen. Die Scharfkantigkeit soll dabei im Schul terbereich und/oder im Körperbereich des Kunststoffbehälters vorliegen. Die Scharfkan tigkeit kann dabei aus Festigkeitsgründen, aus ästhetischen aber auch aus anderen prakti schen Gründen gefordert sein, beispielsweise um eine bessere Handhabbarkeit oder auch um eine dichtere Stapelbarkeit des Kunststoffbehälters zu erzielen.

Als scharfkantig im Sinne der vorliegenden Erfindung werden dabei Kanten bezeichnet, die einen Krümmungsradius von kleiner als 0,5 mm aufweisen. Während derartige scharf kantige Geometrien im Spritz giessverfahren realisiert werden können, sind bei den aus dem Stand der Technik bekannten Blasverfahren nur kleinste Radien bis 0,5 mm ausführ bar. Dies deshalb, weil dünnflüssige Kunststoffmassen, wie sie z.B. für das Spritz giessver fahren eingesetzt werden können, sich nicht für das Blasverfahren eignen, weil sie die Tendenz zeigen, beim Aufblasen zu reissen oder aufzuplatzen. Mit dickflüssigeren Kunst stoffmassen, die für das Blasverfahren sehr gut geeignet sind, können beim Blasprozess scharfe Kanten und Ecken nicht ausgeformt werden. Die wegen ihrer guten Streckverfesti gung für eine kostengünstige Herstellung von dünnwandigen Kunststoffbehältern im Streckblasverfahren besonders häufig eingesetzten, auf Polyester basierenden Kunststoffe, wie z.B. Polyethylenterephthalat (PET), neigen beim intensiven Verstrecken zum soge nannten„strain hardening“. Das bedeutet, dass sich diese Kunststoffe beim intensiven Verstrecken soweit versteifen, dass es nicht mehr möglich ist, scharfkantige Konturen aus zublasen. Streckgeblasene Kunststoffbehälter können zwar im Bereich des Behälterhalses scharfkantig ausgebildete vor- oder rückspringende Strukturen, beispielsweise Gewindeab schnitte, Gewindegänge oder dergleichen, aufweisen. Dies ist jedoch darauf zurückzufüh ren, dass streckgeblasene Kunststoffbehälter aus einem Preform hergestellt werden, der vor dem Streckblasverfahren in einem Spritzgiessverfahren gefertigt wird. Der dabei spritzge gossene Halsabschnitt des Preforms wird in der Regel beim anschliessenden Streckblasen nicht mehr verformt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, den geschilderten Problemen abzuhelfen. Ein Blas verfahren soll dahingehend modifiziert werden, dass damit auch die Herstellung von Kunststoffbehältem mit scharfkantigen Geometrien in der Behälterschulter und/oder im Behälterkörper ermöglicht ist. Der grundlegende Ablauf des jeweiligen Blasverfahrens soll dabei beibehalten werden können.

Die Lösung dieser Aufgaben besteht in einem Kunststoffbehälter mit wenigstens bereichs weise scharfkantig ausgebildeter Behältergeometrie in einem Blasverfahren, welcher die im Patentanspruch 1 angeführten Merkmale aufweist. Die Aufgaben werden erfindungs- gemäss auch durch ein Verfahren gelöst, welches die im breitesten Verfahrensanspruch aufgelisteten Verfahrensmerkmale aufweist. Weiterbildungen und/oder vorteilhafte Aus führungsvarianten der Erfindung sind Gegenstand der jeweiligen abhängigen Vorrich- tungs- bzw. Verfahrensansprüche.

Die Erfindung schlägt einen Kunststoffbehälter vor, der aus einem Preform mit einem Massenanteil von wenigstens 80% Polyester und gegebenenfalls wenigstens einem Zusatz stoff aus der Gruppe bestehend aus Farbstoffen, Füllstoffen, Katalysatoren, Additiven und Gleitadditiven gefertigt ist. Der Kunststoffbehälter weist einen Behälterhals und eine an den Behälterhals anschliessende Behälterschulter auf, die in einen mit einem Behälterbo den verschlossenen Behälterkörper übergeht. Die Behälterschulter, der Behälterboden und der Behälterkörper sind in einem 2-Stufen-Streckblasverfahren ausschliesslich mittels ei nes Blasverfahrens umgeformt. Das Polyester ist ein Copolyester und weist Gruppen auf, welche von den Monomeren Cyclohexandimethanol (CHDM) und/oder Monoethylengly kol (MEG), Terephthalatsäure (TPA) oder deren Derivate und Isophtalsäure (IPA) oder deren Derivate abstammen. Wenigstens ein Teilbereich des Behälterkörpers und/oder der Behälterschulter weist eine scharfe Kante mit einem Radius von weniger als 0,5 mm auf. Durch das Copolyester werden die Streckverfestigung und Kristallisation des auf Polyester basierenden Kunststoffes verlangsamt. Dadurch kann das„strain hardening“ angepasst werden, und es können auch scharfkantige Strukturen mit Krümmungsradien kleiner als 0,5 mm in einem Blasverfahren hergestellt werden. Die scharfkantigen Strukturen können sich im Wesentlichen in radialer Richtung erstrecken. Die scharfkantigen Strukturen kön nen sich jedoch auch in Umfangsrichtung des Behälterkörpers erstrecken. Der Kunststoff behälter ist in einem 2-Stufen-Streckblasverfahren hergestellt. Das Streckblasverfahren ist hinlänglich bekannt und erlaubt die Verarbeitung einer Vielzahl von Kunststoffformulie rungen mit kurzen Zykluszeiten. Die Fertigung des Kunststoffbehälters ausschliesslich mittels eines Blasverfahrens kann bedeuten, dass die Blasform keine beweglichen Teile aufweist, die den Kunststoffbehälter nach dem Blasformen in seiner Aussenkontur derart verändern, dass hierdurch ein technischer Effekt erzielt wird. Ein technischer Effekt kann beispielsweise sein, mittels eines in die Kavität der Blasform einfahrenden Stempels einen eingezogenen Boden zu erzeugen. Das erfindungsgemässe Ausgangsmaterial ist auch für die Verarbeitung im Spritzgiessverfahren zur Herstellung des Preforms, aus dem danach der Kunststoffbehälter mit scharfkantigen Strukturen hergestellt wird, geeignet.

Das Copolyester weist in einer Variante der Erfindung eine nach ASTM D4603 gemessene Intrinsische Viskosität von weniger als 0,75 dl/g, bevorzugt von 0,60 dl/g bis 0,73 dl/g, besonders bevorzugt von 0,65 dl/g bis 0,71 dl/g, auf. Durch die gewählte intrinsische Vis kosität ist der Kunststoff sowohl für die Herstellung des Preforms in einem Spritz giessver fahren als auch für die weitere Umformung des Preforms in einem Blasverfahren geeignet. Die gewählte intrinsische Viskosität erlaubt dabei am Kunststoffbehälter die Ausbildung von scharfen Kanten mit einem Krümmungsradius von weniger als 0,5 mm.

Bei einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung besitzt das Copolyester eine Dichte von 1,1 g/cm 3 bis 1,3 g/cm 3 . Die gewählte Dichte des Copolyesters verbessert die Verar beitbarkeit des Kunststoffs noch weiter.

Bei einer Variante der Erfindung kann das Copolyester aus Diol- Anteilen und Dicarbon- säure- Anteilen bestehen, die zusammen 100% der Stoffmenge ergeben, wobei der Diol- Anteil 40% bis 60% der Stoffmenge beträgt. Die Summe der Stoffmengenanteile aus Cyc- lohexandimethanol (CHDM) und Monoethylenglykol (MEG) bezogen auf den Diolanteil kann 100% sein, wobei Cyclohexandimethanol (CHDM) einen Anteil von 0% bis 100% an der Stoffmenge des Diolanteils hat.

Bei einer alternativen Ausführungsvariante des Kunststoffbehälters kann der Dicarbonsäu- re- Anteil aus Isophtalsäure oder deren Derivaten und aus Terephtalatsäure oder deren De rivaten bestehen. Die Summe der Stoffmengenanteile aus Isophtalsäure oder deren Deriva ten und aus Terephtalatsäure oder deren Derivaten bezogen auf den Dicarbonsäureanteil kann 100% betragen, wobei Isophtalsäure oder deren Derivate einen Anteil von 10% bis 60% an der Stoffmenge des Dicarbonsäureanteils haben können.

Eine Ausführungsvariante des Kunststoffbehälters kann vorsehen, dass der in eine Blas form eingesetzte Preform durch das Blas verfahren derart umgeformt ist, dass aus einem in die Blasform ragenden einseitig verschlossenen Preformkörper des Preforms die Behälter schulter, der Behälterboden und der Behälterkörper des Kunststoffbehälter gemäss einer Innengeometrie einer Kavität der Blasform ausgebildet ist. Der Körper des Kunststoffbe hälters ist beim Blasverfahren dabei entlang einer Mittelachse des Preforms um einen Fak tor 2 bis 4 gegenüber dem Preformkörper verstreckt. Durch diesen Längsverstreckungsgrad weist der Kunststoffbehälter eine ausreichend grosse mechanische Festigkeit und gute Bar riereeigenschaften auf.

Je nach Zusammensetzung des Ausgangsmaterials und nach Verfahrensführung zu seiner Herstellung kann der Kunststoffbehälter wenigstens eine scharfe Kante mit einem Radius von weniger als 0,3 mm, vorzugsweise weniger als 0,1 mm, aufweisen.

Der Kunststoffbehälter ist vorzugsweise einstückig ausgebildet.

Indem der Kunststoffbehälter Wandungen aufweist, die ein- oder mehrschichtig sind, ist der Kunststoffbehälter spezifisch auf die Anforderungen in seiner Anwendung optimiert.

Bei einer Ausführungsvariante des Kunststoffbehälters kann die scharfe Kante wenigstens an einem Teilbereich eines Übergangs zwischen der Behälterschulter und dem Behälter körper ausgeformt sein. Diese Ausbildung hat abgesehen von ästhetischen Gesichtspunkten auch Vorteile hinsichtlich der Steifigkeit im Übergangsbereich von der Behälterschulter zum Behälterkörper. Bei weiteren Ausführungsvarianten des Kunststoffbehälters können alternativ oder in Ergänzung dazu auch die Behälter Schulter und/oder der Behälterkörper selbst wenigstens bereichsweise mit scharfkantigen Übergängen ausgebildet sein, die Krümmungsradien von kleiner als 0,5 mm aufweisen. Dabei kann der Kunststoffbehälter ein- oder mehrschichtig ausgebildet sein.

Bei einem Verfahren zur Herstellung des Kunststoffbehälters in einem Blas verfahren wird der in eine Blasform eingesetzte Preform während des Blasverfahrens mit einer axialen Reckgeschwindigkeit von etwa 1 m/s bis etwa 3 m/s verstreckt wird. Durch die hohe Streckgeschwindigkeit können die Molekülketten des Kunststoffmaterials nicht schnell genug aneinander abgleiten. Dadurch kann der in der Blasform ausgebildete Kunststoffbe hälter auch nicht aufreissen. Auch bleibt bei diesen Streckverhältnissen das Kunststoffma terial ausreichend verformbar, um scharfkantige Strukturen erzeugen zu können.

Bei einer bevorzugten Verfahrens Variante wird der Preformkörper in einem 2-Stufen- Streckblasverfahren entlang seiner Mittelachse mittels eines Reckdorns verstreckt.

Um den Effekt der hohen Reckgeschwindigkeit noch zu verbessern, wird bei einer weite ren Variante des Verfahrens zur Herstellung des Kunststoffbehälters zur Ausformung der Behälterschulter und des Behälterkörpers ein Fluid mit einem Druck grösser als 10 bar und kleiner als 40 bar in den auf eine vorbestimmte Temperatur erwärmten Preform einge- bracht.Das Fluid kann hierbei Gas, bevorzugt Luft, oder eine Flüssigkeit sein.

Die Verzögerung der Streckverfestigung des Kunststoffmaterials beim Blasformen kann in einer weiteren Verfahrensvariante auch noch dadurch erhöht werden, dass eine Blasform mit einer Kavität, entlang deren Innengeometrie die Behälterschulter, der Behälterboden und der Behälterkörper ausgebildet werden, auf eine Temperatur erwärmt wird, die grösser als 10°C und kleiner als 100°C ist.

Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die einzige Abbildung erläutert, in der ein Kunststoffbehälter in einem schematischen Schnitt dargestellt ist. Der Kunst stoffbehälter trägt gesamthaft das Bezugszeichen 1. Er ist beispielsweise in einem Streck- blasverfahren aus einem spritzgegossenen Preform hergestellt, der in der Abbildung strich- liert angedeutet ist und mit dem Bezugszeichen 11 versehen ist. Der Kunststoffbehälter 1 weist einen Behälterhals 2 und einen mit einem Behälterboden verschlossenen Behälter körper 4 auf, die über eine Behälterschulter 3 miteinander verbunden sind. Die Behälter schulter 3 ist durch einen radial abragenden Supportring 5 vom Behälterhals 2 getrennt und erstreckt sich bis zu einem scharfkantig ausgebildeten Übergang 6 zum Behälterkörper 4. Scharfkantig bedeutet dabei im Sinne der vorliegenden Erfindung, dass der Behälter am Übergang 6 einen Krümmungsradius r aufweist, der kleiner ist als 0,5 mm. Beispielsweise kann der Krümmungsradius nur 0,2 mm bis 0,3 mm betragen. Der Behälterhals 2 ent spricht dabei dem Hals des Preforms 11, der in einem Spritz giessverfahren hergestellt worden ist. Der Hals des Preforms 11 befindet sich beim Streckblasverfahren ausserhalb der Blasform und wird nicht weiter umgeformt. Deshalb kann der Behälterhals Strukturen 7 aufweisen, die relativ scharfkantig ausgebildet sind. Diese sind jedoch nicht eine Folge des Streckblasverfahrens sondern sind ein Ergebnis des Spritzgiessverfahrens, welches auch die Herstellung von Strukturen mit Krümmungsradien kleiner als 0,5 mm erlaubt. Die gegenüber der Behälterschulter 3 und/oder dem Behälterkörper 4 vor- oder rückspringen den scharfkantigen Strukturen 7 am Behälterhals 2 können beispielsweise Gewindeab schnitte, Gewindefurchen oder dergleichen sein. Während in der Abbildung ein Kunst stoffbehälter 1 mit einem Supportring 5 dargestellt ist, versteht es sich, dass die erfin- dungsgemässe Ausbildung auch an Kunststoffbehältern ohne Supportring vorgesehen sein kann.

Der Kunststoffbehälter 1 weist gegenüber einer axialen Erstreckung des Preforms 11 ein axiales Streckverhältnis von 2 bis 4 auf. Am Boden des strichliert angedeuteten Preforms

11 befindet sich ein vom Spritzgiessverfahren resultierender Anspritzpunkt, der mit dem Bezugszeichen 12 versehen ist. In diesem Bereich wird der Preform 11 beim axialen Reck vorgang während des Streckblasverfahrens nur unwesentlich verstreckt. Der Anspritzpunkt

12 ist daher üblicherweise auch am Behälterboden des fertig streckgeblasenen Behälters 1 ersichtlich. Auf diese Weise können streckgeblasene Kunststoffbehälter 1 identifiziert und von auf andere Weise hergestellten Kunststoffbehältem, beispielsweise von extrusionsge blasenen Kunststoffbehältern, die üblicherweise im Bodenbereich eine Quetschfalte auf weisen, unterschieden werden. Der erfindungsgemässe Kunststoffbehälter 1 ist aus einem Preform gefertigt, der zu we nigstens 80% aus Polyester und gegebenenfalls wenigstens einem Zusatzstoff aus der Gruppe bestehend aus Farbstoffen, Füllstoffen, Katalysatoren, Additiven und Gleitadditi ven besteht. Das Polyester ist ein Copolyester und weist Gruppen auf, welche von den Mo nomeren Cyclohexandimethanol (CHDM) und/oder Monoethylenglykol (MEG), Tereph- talatsäure (TPA) oder deren Derivate und Isophtalsäure (IPA) oder deren Derivate ab stammen. Das Copolyester weist eine nach ASTM D4603 gemessene Intrinsische Viskosi tät von weniger als 0,75 dl/g, bevorzugt von 0,60 dl/g bis 0,73 dl/g, besonders bevorzugt von 0,65 dl/g bis 0,71 dl/g, auf. Das Copolyester besitzt eine Dichte von 1,1 g/cm 3 bis 1,3 g/cm 3 . Das Copolyester besteht aus Diol- Anteilen und Dicarbonsäure- Anteilen, die zu sammen 100% der Stoffmenge ergeben, wobei der Diol- Anteil 40% bis 60% der Stoff menge beträgt. Die Summe der Stoffmengenanteile aus Cyclohexandimethanol (CHDM) und Monoethylenglykol (MEG) bezogen auf den Diolanteil kann 100% sein, wobei Cyclo hexandimethanol (CHDM) einen Anteil von 0% bis 100% an der Stoffmenge des Diolan- teils hat. Der Dicarbonsäure- Anteil besteht aus Isophtalsäure oder deren Derivaten und aus Terephtalatsäure oder deren Derivaten. Die Summe der Stoffmengenanteile aus Isophtal säure oder deren Derivaten und aus Terephtalatsäure oder deren Derivaten bezogen auf den Dicarbonsäureanteil beträgt 100%, wobei Isophtalsäure oder deren Derivate einen Anteil von 10% bis 60% an der Stoffmenge des Dicarbonsäureanteils haben.

Die Umformung des Preforms zu dem erfindungsgemässen Kunststoffbehälter 1 erfolgt ausschliesslich in einem Blas verfahren, vorzugsweise einem Streckblasverfahren, welches zweistufig ist. Beim Streckblasverfahren wird der in eine Blasform eingesetzte erwärmte Preform während des Streckblasvorgangs mit Hilfe eines Reckdoms mit einer axialen Reckgeschwindigkeit von etwa 1 m/s bis etwa 3 m/s gereckt wird. Der Blasdmck beträgt dabei etwa 10 bar bis 40 bar. Dabei wird die die Blasform auf einer Temperatur grösser als etwa 10 °C, aber kleiner als 100 °C gehalten.

Die am Kunststoffbehälter 1 erstellten scharfkantigen Strukturen weisen einen Krüm mungsradius auf, der kleiner ist als 0,5 mm, vorzugsweise kleiner als 0,3 mm, besonders bevorzugt kleiner als 0,1mm. Die scharfkantigen Stmkturen können am Übergang 6 von der Behälterschulter 3 zum Behälterkörper 4 angeordnet sein. Bei weiteren Ausführungs varianten des Kunststoffbehälters 1 können alternativ oder in Ergänzung dazu auch die Behälterschulter 3 und/oder der Behälterkörper 4 wenigstens bereichsweise mit scharfkan tigen Übergängen und/oder Strukturen ausgebildet sein, die Krümmungsradien von kleiner als 0,5 mm aufweisen. Dabei kann der Kunststoffbehälter 1 ein- oder mehrschichtig ausge bildet sein.

Die Erfindung ist am Beispiel eines in einem Streckblasverfahren hergestellten Kunststoff behälters erläutert worden. Die vorstehende Beschreibung dient jedoch nur zur Erläuterung der Erfindung und ist nicht als einschränkend zu betrachten. Vielmehr wird die Erfindung durch die Patentansprüche und die sich dem Fachmann erschliessenden und vom allgemei- nen Erfindungsgedanken umfassten Äquivalente definiert.