Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
POLYMER MIXTURE FOR PRODUCING FOILS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1992/020740
Kind Code:
A1
Abstract:
In order to produce a polymer mixture essentially consisting of starch and a polyolefine, up to 70 wt %. of thermoplastically processable starch is mixed with 10 to 40 wt %. polyolefine and 10 to 35 wt %. ethylene acrylate maleic anhydride copolymer. During this mixing process an esterification reaction takes place between the maleic anhydride groups in the copolymer with free hydroxyl groups in the starch according to the general reaction process (I).

Inventors:
Tomka, Ivan
Application Number:
PCT/CH1992/000091
Publication Date:
November 26, 1992
Filing Date:
May 12, 1992
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
Tomka, Ivan
International Classes:
B29D7/01; B29B7/72; B29B7/82; C08F210/02; C08G81/00; C08J3/20; C08J5/00; C08J5/18; C08J9/04; C08K5/00; C08L1/00; C08L3/00; C08L3/02; C08L23/02; C08L23/26; C08L33/00; C08L33/04; (IPC1-7): C08J5/18; C08L3/02; C08L23/02
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche:
1. Polymermischung, im wesentlichen bestehend aus Stärke und einem Polyolefin, erhalten durch im we¬ sentlichen wasserfreies Mischen von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke mit mindestens einem Polyolefin und mindestens einem EthylenAcrylatMaleinsäureanhy dridCopolymeren, so dass die Mischung im wesentli¬ chen mindestens aus den zugeführten Komponenten sowie dem Veresterungsprodukt StärkeMaleinsäureesterMal einsäureanhydridEthylenAcrylatCopolymeren besteht.
2. Polymermischung, vorzugsweise nach mindestens ei¬ nem der Ansprüche, wie nach Anspruch i, erhalten durch Mischen von im wesentlichen bis zu 70Gew% ther¬ moplastisch verarbeitbarer Stärke, beinhaltend minde¬ stens einen Weichmacher, mit 10Gew% bis 90Gew% Poly¬ olefin und lGew% bis 35Gew% von EthylenAcrylatMal einsäureanhydridCopolymer, so dass die Mischung im wesentlichen mindestens aus den zugeführten Komponen¬ ten sowie dem Veresterungsprodukt aus Stärke und dem Copolymeren besteht.
3. Polymermischung, vorzugsweise nach mindestens ei¬ nem der Ansprüche, wie nach einem der Ansprüche 1 oder 2, erhalten durch Mischen von 45Gew% bis 70Gew%, vorzugsweise 50Gew% bis 65Gew% thermoplastisch verar¬ beitbarer Stärke, beinhaltend mindestens einen Weich¬ macher aus der Liste von Glycerin, Harnstoff, einem^ Aminoalkohol, Sorbitol, und/oder Bernsteinsäureanhy¬ drid; 10Gew% bis 40Gew%, vorzugsweise 20Gew% bis 35Gew% Polyethylen oder Polypropylen und 10Gew% bis 35Gew%, vorzugsweise 15Gew% bis 25Gew% EthylenAcry lat MaleinsäureanhydridCopolymer.
4. Verfahren zur Herstellung einer Polymermischung, im wesentlichen bestehend aus Stärke und einem Poly¬ olefin, vorzugsweise nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass native Stärke und/ oder ein Derivat davon mit 15Gew% bis 40Gew% von min¬ destens einem Weichmacher, wie Glycerin, Harnstoff, einem Aminoalkohol, Sorbitol und/oder Bernsteinsäure¬ anhydrid, im wesentlichen wasserfrei zur Herstellung von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke gemischt wird, worauf diese in der Schmelze in einem Tempera¬ turbereich von 165°C bis 210°C mit einem Polyolefin, wie vorzugsweise Polyethylen und/oder Polypropylen, und einem EthylenAcrylatMaleinsäureanhydridCopoly meren gemischt wird, wobei MaleinsäureanhydridGrup pen im Copolymeren durch freie Hydroxylgruppen in der Stärke gemäss der nachfolgenden allgemeinen Reaktion verestert werden:.
5. Verfahren, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, wie nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich¬ net, dass bis zu 70Gew% thermoplastisch verarbeitba¬ rer Stärke in einem Extruder oder Kneter mit 10Gew% bis 40Gew% Polyethylen und/oder Polypropylen und 10Gew% bis 35Gew% von EthylenAcrylatMaleinsäurean hydridCopolymer gemischt werden, wobei beim Misch¬ vorgang die totale eingebrachte mechanische Energie etwa 0,4kWh/kg beträgt und vorzugsweise eine gute Durchmischung mittels des Anordnens von Knetblöcken und entsprechenden Rückstauelementen im Extruder oder dem Kneter erreicht wird.
6. Verfahren, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, wie nach einem der Ansprüche 4 oder 5, da¬ durch gekennzeichnet, dass native Stärke und/oder ein Derivat davon mit einem Wassergehalt von weniger als 1% mit dem Weichmacher in einem Temperaturbereich von 160°C bis 190°C in einem Extruder oder Kneter unter vorzugsweise starker Scherung homogenisiert wird, worauf in einem weiteren Extrusionsschritt oder im selben Extruder in einer anschliessenden Zone das Mi¬ schen mit Polyethylen und/oder Polypropylen und dem Copolymeren erfolgt.
7. Verfahren, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, wie nach einem der Ansprüche 4 oder 5, da¬ durch gekennzeichnet, dass die native Stärke und/oder ein Derivat davon mit dem Weichmacher bei im wesent¬ lichen Raumtemperatur oder leicht erhöhter Temperatur vorgemischt wird, worauf die Stärke quillt und ein quasi trockenes Granulat bildet, das anschliessend für die Weiterverarbeitung und das Mischen mit Poly ethylen und/oder Polypropylen sowie dem Copolymeren verwendet wird.
8. Verfahren, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, wie nach einem der Ansprüche 4 bis 7, da¬ durch gekennzeichnet, dass ein EthylenAcrylatMal einsäureanhydridCopolymer verwendet wird, welches durch Verarbeiten von 80Gew% bis 95Gew% Ethylen, lGew% bis 15Gew% Acrylsäuremethylester und/oder Acrylsäureethylester sowie 0, lGew% bis I5Gew% Mal¬ einsäureanhydrid erhalten wird.
9. Folie mit mindestens einer Schicht, bestehend im wesentlichen aus einer Polymermischung nach einem der Ansprüche 1 bis 3.
10. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 4 bis 8 zur Herstellung von einer Ein oder Mehr¬ schichtfolie, umfassend mindestens eine Schicht mit einer Polymermischung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die gemäss dem Ver¬ fahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8 hergestellte Polymermischung mittels beispielsweise Breitschlitz extrusion oder Blasextrusion resp. Koextrusion zu ei¬ ner Folie verarbeitet wird.
11. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 10, da¬ durch gekennzeichnet, dass die Mischung mit im we¬ sentlichen reiner thermoplastisch verarbeitbarer Stärke, umfassend einen Weichmacher, zu einer Zwei¬ oder Mehrschichtfolie koextrudiert wird.
12. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 4 bis 8 zur Herstellung einer schaumartigen Folie mit einer. Polymermischung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Polymermischung vor deren Extrusion ein Treibmittel, wie Natriumkar¬ bonat oder eine organische Säure, wie* eispielsweise Zitronensäure, zugegeben wird.
13. Formkörper oder Extrudat, im wesentlichen beste¬ hend aus einer Polymermischung nach einem der Ansprü¬ che 1 bis 3.
Description:
Polymermischung für die Herstellung von Folien

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Polymermi¬ schung, im wesentlichen bestehend aus Stärke und ei¬ nem Polyolefin, ein Verfahren zur Herstellung einer Polymermischung, eine Folie mit mindestens einer Schicht, bestehend im wesentlichen aus einer Polymer¬ mischung, mit einer Anwendung des Verfahrens zur Her¬ stellung einer Ein- oder Mehrschichtfolie sowie eine Anwendung des Verfahrens zur Herstellung einer schaumartigen Folie.

Polymermischungen mit Stärke sind bekannt, wobei die Stärke oder auch andere Biopolymere vorzugsweise auf¬ grund der biologischen Abbaubarkeit, aufgrund ihres günstigen Preises und aufgrund der Unabhängigkeit von Erdölprodukten verwendet werden.

In diversen Patentschriften wird die Verwendung von Biopolymeren als technischer Kunststoff beschrieben. In der EP-Oll 82 40, EP-28 24 51, EP-29 89 20, EP-30 44 01, EP-32 65 14, GB-22 14 919 und der EP-32 75 05 wird beschrieben, wie native Stärke, Gelatine oder andere Biopolymere modifiziert resp. destrukturiert werden, um als technische Polymere verwendet werden zu können. Dabei geschieht dies durch Extrusion oder Kneten der Stärke oder des Biopolymeren unter Zuhil¬ fenahme des im Biopolymeren oder der.Stärke aufgenom¬ menen Wassers oder durch Zusetzen weiteren Wassers, wobei aber eben der vorhandene, relativ grosse Was¬ sergehalt beispielsweise bei der Extrusion des so de¬ strukturierten Biopolymeres äusserst unerwünscht ist.

Demgegenüber wird in der PCT-WO90-05 161 vorgeschla¬ gen, native stärke wasserfrei und unter Verwendung von Zuschlagstoffen resp. Weichmachern, wie bei¬ spielsweise Glycerin, in ein technisch brauchbares Polymer, d.h. in sogenannte thermoplastisch verar¬ beitbare Stärke umzuwandeln. Wohl ist die Verarbeit- barkeit und die Wasserresistenz dieses Stärkepolymers wesentlich besser als die gemäss den oben beschriebe¬ nen Herstellverfahen erzeugten Stärkepolymeren, je¬ doch sind die mechanischen Eigenschaf en und insbe¬ sondere die Wasserresistenz nach wie vor für viele technische Anwendungen, wie insbesondere zur Herstel¬ lung von Folien, ungenügend.

Aus diesem Grunde wird in einer Vielzahl von Patent¬ schriften, wie in der EP-040 28 26, EP-040 47 23, EP- 40 47 27, EP-40 47 28 und EP-40 73 50, vorgeschlagen. Stärke mit thermoplastischen Kunststoffen, wie Poly- olefinen, Polyalkoholen, ABS-Copolymeren, Ethylen- acrylsäure-Copolymeren, Copolymeren von Vinylpyrroli- dinen, Copolymeren mit Aminogruppen etc., zu mischen resp. sogenannte Polymerblends herzustellen. Dabei ergibt sich allerdings das Problem, dass die Verträg¬ lichkeit zwischen Stärke und den weiteren Polymeren ungenügend ist re ' sp. die Phasendurchmischung der ein¬ zelnen Polymere schlecht ist.

Dies zeigt sich beispielsweise bei der Herstellung von Folien aus diesen Materialien, wo der in dieser Mischung vorhandene Nichtstärkeanteil an Polymer für sich allein als Folie hergestellt, d.h. mit entspre¬ chend wesentlich dünnerer Wandstärke ausgebildet, bessere Reissfestigkeit aufweist als die entsprechend

aus der gesamten Polymermischung hergestellten dicke¬ ren Folie.

Gemäss den Patentschriften EP-40 05 31 und EP-40 05 32 wird vorgeschlagen, die Stärke analog der WO90-05 161 mittels eines hochsiedenden Weichmachers, wie Glycerin, Harnstoff oder Sorbitol, zu behandeln, um thermoplastisch verarbeitbare Stärke zu erhalten, um diese anschliessend mit Ethylen-acrylsäure und/oder Polyvinylalkohol-Copolymeren zu mischen. Aus diesen Stärke-Polymermischungen hergestellte Folien weisen wohl eine bessere Reissfestigkeit auf, sind aber nach wie vor zu feuchtigkeitsempfindlich.

Dasselbe trifft auf Stärke-Polymermischungen zu, wel¬ che gemäss der WO90-14 388 hergestellt werden, wobei hier zu Glycerinstärke Polyethylen und Ethylen-acryl- säure-Copolymere zugemischt werden.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Polymermischung, im wesentlichen bestehend aus Stärke, insbesondere geeignet für die Herstellung von Folien, vorzuschlagen, welche in Formkörpern und Ex- trudaten, wie beispielsweise Folien, gute mechanische Eigenschaften ergibt, sowie feuchtigkeitsunempfind¬ lich ist.

Erfindungsgemäss wird dies mittels einer Polymermi¬ schung nach Anspruch 1 resp. durch eine Polymermi¬ schung, hergestellt gemäss dem Verfahren nach An¬ spruch 4, gelöst.

Vorgeschlagen wird eine Polymermischung, im -wesentli-

chen bestehend aus Stärke und Polyolefin, die erhal¬ ten wird durch im wesentlichen wasserfreies Mischen von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke mit minde¬ stens einem Polyolefin und mindestens einem Et ylen- Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren und/oder ei¬ ner Vinyl-Verbindung, welche Anhydrid-Funktion als Substituenten trägt. Für die Definition und die Her¬ stellung von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke wird insbesondere auf die WO-05 161 hingewiesen, de¬ ren Inhalt hiermit Bestandteil der vorliegenden Er¬ findung ist.

Die Wirkung des Copolymeren resp. der Vinyl-Verbin¬ dung in der erfindungsgemäss vorgeschlagenen Polymer¬ mischung liegt darin, dass es als Phasenvermittler zwischen der Stärkephase und der Polyolefinphase wirkt. Das Copolymere u fasst sowohl hydrophobe wie auch .hydrophile Teile und durchdringt somit die Pha¬ sengrenze zwischen der Stärke und dem Polyolefin.

Die erfindungsgemäss vorgeschlagene Polymermischung wird erhalten durch Mischen von im wesentlichen bis zu 70Gew% thermoplastisch verarbeitbarer Stärke, be¬ inhaltend mindestens einen Weichmacher, mit 10Gew% bis 90Gew% Polyolefin und lGew% bis 35Gew% von Ethy- len-Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copolymer.

Um insbesondere einerseits gute mechanische Werte, wie Festigkeit, in Formkörpern und Extrudaten, wie Folien, zu erhalten, wie anderseits hohe Feuchtig- keitsunempfindlichkeit zu erreichen, wird erfindungs¬ gemäss vorgeschlagen, 45Gew% bis 70Gew%, vorzugsweise 50Gew% bis 65Gew% an thermoplastisch verarbeitbarer

Stärke, beinhaltend mindestens einen Weichmacher aus der Liste- von Glycerin, Harnstoff, einem Aminoalko- hol, Sorbitol und/oder Bernsteinsäureanhydrid, mit 10Gew% bis 40Gew%, vorzugsweise 20Gew% bis 35Gew% Po- lyethylen oder Polypropylen, und 10Gew% bis 35Gew%, vorzugsweise 15Gew% bis 25Gew% Ethylen-Acrylat-Mal- einsäureanhydrid-Copolymer zu mischen. Sowohl Feuch- tigkeitsunempfindlichkeit wie auch hohe Festigkeit werden durch die Anteile an Polyolefin wie auch des Copolymeren beeinflusst, wobei anderseits ein zu ho¬ her Anteil dieser beiden Komponenten in der Mischung insbesondere aus Preisgründen nicht erwünscht ist.

In Folien führt ein zu hoher Anteil dieser Komponen¬ ten zudem dazu, dass die Gaspermeabilität ansteigt, währenddem bei hohem Stärkeanteil beispielsweise die Sauerstoffdurchlässigkeit durch derartige Folien ge¬ ring .ist.

Für die Herstellung der vorab erwähnten erfindungsge- mässen Polymermischungen wird vorgeschlagen, dass na- tive Stärke und/oder ein Derivat davon mit 15Gew% bis 40Gew% von mindestens einem Weichmacher, wie Glyce¬ rin, Harnstoff, einem A inoalkohol, Sorbitol und/oder Bernsteinsäureanhydrid, im wesentlichen wasserfrei zur Herstellung von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke gemischt wird, worauf diese so hergestellte Stärke in der Schmelze in einem Temperaturbereich von 165°C bis 210°C mit einem Polyolefin, wie vorzugswei-,. se Polyethylen und/oder Polypropylen, und einem Ethy- len-Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren resp. ei¬ ner Vinyl-Verbindung, welche Anhydrid-Funktion als Substituenten trägt, gemischt wird.

Bei diesem Mischvorgang werden Maleinsäureanhydrid- Gruppen resp. allgemein die Anydrid-Funktion im Copo¬ lymeren durch freie Hydroxylgruppen in der Stärke ge¬ mäss nachfolgendem, allgemeinem Reaktionsablauf ver- estert:

Siairke

Das Polyolefin, wie z.B. das Polyethylen oder das Po¬ lypropylen, bildet eine Art Matrix, in welcher die Stärke eingeschlossen wird. Um aber eine starke Bin¬ dung zwischen Polyethylen resp. Polypropylen und der Stärke resp. den beiden Phasen zu erzeugen, dient, wie vorab erwähnt, das Copolymere resp. die Vinyl- Verbindung, so dass entsprechend bei aus der Polymer¬ mischung hergestellten Formkörpern resp. Folien gute

mechanische Werte, wie Festigkeit, erzielt werden.

Diese Bindung an der Phasengrenze wird, wie erwähnt, unter Zuhilfenahme des Copolymeren erreicht, wobei hierzu insbesondere die vorab erwähnte Veresterungs¬ reaktion verantwortlich ist. Im Infrarotspektrum kann nachgewiesen werden, dass die erwähnte Reaktion beim Mischen zwischen der Stärke und dem Copolymeren ab¬ läuft. Auf diesen Nachweis im Infrarotspektrum wird später eingegangen.

Bevorzugte AusführungsVarianten des erfindungsgemäs- sen Verfahrens, wie insbesondere auch die Herstellung von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke und des Ethylen-Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren, sind gemäss dem Wortlaut nach einem der Ansprüche 5 bis 8 charakterisiert.

Dabei ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass insbe¬ sondere für die Herstellung von thermoplastisch ver¬ arbeitbarer Stärke auf die WO90-05 161 verwiesen wird, deren Inhalt Teil der vorliegenden Erfindung ist.

Die erfindungsgemäss hergestellten Polymermischungen eignen sich insbesondere für die Herstellung von Ein- oder Mehrschichtfolien. Dabei kann die Herstellung der Folie direkt anschliessend an die Herstellung der Polymermischung erfolgen, indem die Polymermischung¬ schmelze mittels einer Breitschlitzdüse oder einem Blaskopf extrudiert wird. Es ist aber auch möglich, zunächst die Polymermischung zu granulieren und das Granulat später zu einer Folie zu verarbeiten.

Insbesondere ist es auch möglich, die erfindungsge- mässe Polymermischung zusammen mit anderen Polymeren zu Mehrschichtfolien zu koextrudieren, wobei bei¬ spielsweise eine derartige Dreischichtfolie je als äussere Schicht eine Schicht, hergestellt aus der er- findungsgemässen Polymermischung, beinhalten kann, währenddem die mittige Schicht aus im wesentlichen thermoplastisch verarbeitbarer Stärke hergestellt wird.

Auch ist es möglich, die erfindungsgemässe Polymermi¬ schung vor deren Extrusion zu einer Folie mit einem Treibmittel, wie beispielsweise Natriumkarbonat oder einer organischen Säure, zu versetzen, wobei es sich bei der organischen Säure beispielsweise um Zitronen¬ säure handeln kann.

Selbstverständlich ist es auch möglich, aus den er¬ findungsgemäss vorgeschlagenen Polymermischungen Formkörper oder Extrudate, wie Schläuche, herzustel¬ len, die Zusammensetzung der Polymermischung richtet sich dabei innerhalb der erfindungsgemäss vorgeschla¬ genen Grenzen nach dem Anforderungsprofil des herzu¬ stellenden Produktes.

Die Erfindung wird nun beispielsweise anhand der nachfolgenden Aus ührungsbeispiele und unter Bezug auf die beigefügten Figuren näher erläutert.

Dabei zeigen:

Fig.l Infrarotspektren der Polymermischung am Anfang und am Schluss des Mischvorganges,

Fig. 2 ein Wärmeflussdiagramm von nativer Stärke mit Glycerin,

Fig. 3 das Wärmeflussdiagramm von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke,

Fig. 4 das Wärmeflussdiagramm bei Verwendung von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke, ge¬ mischt mit einem Ethylen-Acrylat-Maleinsäure- anhydrid-Copolymeren, und

Fig. 5 das Wärmeflussdiagramm bei Verwendung von na¬ tiver stärke und Glycerin, gemischt mit einem Ethylen-Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copolyme- ren.

1. Herstellung der thermoplastisch verarbeitbaren Stärke

Ausgegangen wird von getrockneter, nativer Stärke, wobei deren Wassergehalt vorzugsweise weniger als lGew% beträgt. Die native Stärke wird mit einem ge¬ eigneten Weichmacher, wie beispielsweise mit Glyce¬ rin, aufgeschlossen, wobei vorzugsweise zwischen 25Gew% und 35Gew%, bezogen auf die Gesamtmischung, an Glycerin zugemischt wird. Die Stärke/Glycerinmischung wird anschliessend in einem Extruder in einem Tempe¬ raturbereich von 160°C bis 190°C, vorzugsweise bei hoher Scherung, stark durchmischt, wobei dieses Durchmischen selbstverständlich auch in einem Kneter erfolgen kann.

Als Weichmacher eignen sich selbstverständlich auch

andere Materialien, wie Harnstoff, Sorbitol, Bern¬ steinsäureanhydrid, Aminoalkohole usw. , wobei an die¬ ser Stelle erneut auf die WO90-05 161 hinzuweisen wä¬ re, in welcher eine Reihe weiterer geeigneter Weich¬ macher resp. Zuschlagstoffe definiert sind.

Die Weiterverarbeitung der so hergestellten thermo¬ plastisch verarbeitbaren Stärke kann direkt in dem¬ selben Extruder erfolgen, oder aber die Stärke kann zunächst granuliert werden.

2. Ethylen-Acrylat-Maleinsäureanhyάrid-Copolymer

Auf die Herstellung dieser Copolymere soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden, handelt es sich doch dabei um gängige Handelsprodukte, und zudem ist dies nicht Bestandteil der vorliegenden Erfin¬ dung.

Bei den für diese Erfindung geeigneten Copolymeren handelt es sich um solche, welche vorzugsweise die nachfolgende Zusammensetzung aufweisen:

Gewichts teile

Ethylen: 80-95Gew%

Acrylsäuremethylester: )

5-15Gew% Acrylsäureethylester: J Maleinsäureanhydrid: 0,2- lGew%

Im nachfolgenden Beispiel einer erfindungsgemäss her¬ gestellten Polymermischung wurde ein Copolymeres mit den folgenden Gewichtsanteilen verwendet:

Ethylen: 88,0Gew%

Acrylsäuremethylester: 9,0Gew%

Acrylsäureethylester: 2,5Gew%

Maleinsäureanhydrid: 0,5Gew%

3. Herstellung der Stärke-ethylen-Copolymer-Mischung

Nach der Herstellung der thermoplastisch verarbeitba¬ ren Stärke gemäss Punkt: 1) wurden in demselben Extru¬ der am Anfang einer zweiten Mischzone bei einer am Extruder eingestellten Temperatur von 170°C eine ho¬ mogene Mischung von Polyethylen und dem Copolymeren gemäss Punkt 2) der Stärkeschmelze zugegeben. Die Massetemperatur der Schmelze betrug an dieser Stelle ca. 190°C bis 200°C. Die Stärke, Polyethylen, Copoly- mermischung wurde anschliessend in dieser zweiten Mischzone unter starker Scherung gemischt, wobei die¬ se durch Knetblöcke und Rückstauelemente erzeugt wur¬ de. Vorzugsweise wird für das Mischen ein Co-Kneter oder ein Zweiwellenextruder verwendet. Die insgesamt eingebrachte totale mechanische Energie betrug in et¬ wa 0,4kWh/kg.

Die Mengen* zugesetzten Polyethylens und des Copolyme¬ ren sind in der nachfolgenden Tabelle zusammenge- fasst, wobei die Abkürzung TPS = thermoplastisch ver¬ arbeitbare Stärke, die Abkürzung P für Anteil Copoly¬ mer und K für Anteil Polyethylen steht.

Als Polyethylen wurde im übrigen ein high density Po¬ lyethylen der Firma BASF verwendet. Ebenfalls in der Tabelle angeführt ist der Weichmachergehalt resp. der Gehalt an Glycerin in der verwendeten thermoplastisch

verarbeitbaren Stärke.

Mit den erfindungsgemäss hergestellten Polymermi¬ schungen, welche in der nachfolgenden Tabelle ange¬ führt sind, wurden Folien hergestellt, die auf Zugbe¬ anspruchung und Dehnung überprüft wurden. Die ent¬ sprechend ermittelten Messwerte sind ebenfalls in dei nachfolgenden Tabelle angeführt.

Erfindungsgemäss hergestellte Stärke-Polyethylen- Copolymer-Mischungen

Wasser- Weich- TPS/P/K Zugfestig- Festig- Dehnung gehalt macher keit (MPa) keit bei %

(Gew%) Fliess¬ grenze

2.8 18.6 50:20:30 18.2 - 95.0

0.5 25.7 50:10:40 15.9 - 43.0

0.5 25.7 50:25:25 12.2 - 168.0

0.5 25.7 65:21:14 12.0 - 75.0

0.5 25.7 50:15:35 16.6 - 59.0

0.5 25.7 55:32:13 16.2- - 53.0

0.8 19.1 55:13:32 17.5 - 30.0

0.8 17.3 50:15:35 16.7 - 26.5

0.8 17.3 60:12:28 15.7 - 14.0

0.5 12.0 50:15:35 20.5 21.0 290

(Längsrichtung)

0.5 12.0 50:15:35 20.5 21.0 290

(Querrichtung)

In bezug auf die Zugfestigkeit zeigt sich, ' dass das

gewählte Mischverhältnis zwischen den einzelnen Kom¬ ponenten nur einen relativ schwachen Einfluss ausübt. Demgegenüber aber zeigt es sich, dass bei der Dehnung die Anteile Polyethylen und Copolymeres einen grossen Einfluss ausüben, indem sowohl ein relativ kleiner Anteil an Polyethylen oder aber ein kleiner Anteil Copolymeres zu einer relativ schwachen Dehnung in der Folie führen.

4. Veresterungsreaktion

Beim Durchführen des Mischvorganges zwischen der thermoplastisch verarbeitbaren Stärke, dem Polyethy¬ len und dem Ethylen-Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copo- lymeren im Extruder erfolgt eine Veresterungsreaktion der Maleinsäureanhydrid-Gruppen im Copolymeren mit Hydroxyl-Gruppen der Stärke. Eine derartige Vereste¬ rungsreaktion ist im übrigen auch möglich zwischen Maleinsäureanhydrid-Gruppen mit dem Glycerin, das der Stärke als Weichmacher zugesetzt worden ist; diese Reaktion ist jedoch relativ unwesentlich.

Für den Nachweis dieser Reaktion wurden von der Poly¬ mermischung am Anfang und am Schluss der Mischstrecke im Extruder Proben entnommen und entsprechende Infra¬ rotspektren erstellt, welche in Fig. 1 dargestellt sind. Dabei zeigt sich in Fig. 1, dass infrarotaktive Molekülschwingungen von Anhydrid-Gruppen an der Stel¬ le 1780cm auftreten. Demgegenüber sind infrarotak¬ tive Molekülschwingungen von Ester-Gruppen bei

-1 1740cm -sichtbar.

Kurve 1 zeigt das Infrarotspektrum am Anfang des

Mischvorganges und Kurve 2 das Infrarotspektrum nach dem Ende des Mischvorganges.

Es hat sich im übrigen aus Infrarotspektren von Pro¬ ben entlang der Mischstrecke ergeben, dass die Inten¬ sität der "Peaks" der Anhydrid-Gruppen mit fort¬ schreitender Mischdauer abnimmt, währenddem die In¬ tensität der Esterschwingungen zunimmt.

Die Fig. 2 und 3 zeigen Wärmeflussdiagramme von nati¬ ver Stärke und Glycerin resp. von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke.

In den Fig. 4 und 5 wurde die Veresterungsreaktion in einem Wärmeflusskalorimeter erfasst, wobei die Heiz¬ rate 10°/min betrug. Dabei zeigt sich der Ablauf ei¬ ner exothermen Reaktion in einem Bereich von 165°C bis 207°C, wobei ein maximaler Peak bei 190°C sicht¬ bar ist. Dabei wird in Fig. 4 von thermoplastisch verarbeitbarer Stärke* ausgegangen unter Zugabe eines Ethylen-Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren und in Fig. 5 von nativer Stärke und Glycerin.

Die vorab erfindungsgemäss definierten Polymermi¬ schungen, bestehend aus thermoplastisch verarbeitba¬ rer Stärke, einem Polyolefin, wie beispielsweise das erwähnte Polyethylen, sowie dem Ethylen-Acrylat-Mal- einsäureanhydrid-Copolymeren eignen sich für die Her¬ stellung irgendeines Formkörpers oder eines Extruda- tes. Speziell geeignet sind die erfindungsgemäss de¬ finierten Polymermischungen für die Herstellung von Folien, wobei dies eine Einschichtfolie sein kann, wie aber auch eine MehrSchichtfolie, wobei für deren

Herstellung die erfindungsgemäss definierte Polymer¬ mischung zusammen mit thermoplastisch verarbeitbarer Stärke koextrudiert werden kann.

Im weiteren ist zu erwähnen, dass anstelle des Ethy- len-Acrylat-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren x-belie¬ bige Vinyl-Verbindungen verwendet werden können, wei¬ che Anhydrid-Funktion als Substituenten tragen.