| 1. | Positionierantrieb, insbesondere für den Einsatz in Ma¬ schinenwerkzeugen, mit mindestens einem relativ zu einem Grundkörper (12) bewegbaren Getriebeglied (18) , insbe¬ sondere zur Verstellung eines Schneidwerkzeugs (76,106, 118) oder eines Schneidenträgers, mit einer im Grundkör¬ per (12) angeordneten, mit dem Getriebeglied (18) kup¬ pelbaren elektrischen Motoranordnung (24) und mit einer Stromversorgungseinrichtung (26) für die Motoranordnung (24), dadurch gekennzeichnet, daß in dem Grundkörper (12) eine durch die Motoranordnung (24) antreibbare, mit dem Getriebeglied (18) gekuppelte Hohlwelle (50) drehbar und axial unverschiebbar gelagert ist, und daß das Ge¬ triebeglied (18) als parallel zur Hohlwellenachse rela¬ tiv zum Grundkörper verschiebbares Schubglied (18) aus¬ gebildet ist. |
| 2. | Positionierantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich¬ net, daß die Motoranordnung (24) mindestens zwei über den Umfang der Hohlwelle (50) verteilt angeordnete Elek¬ tromotoren (66) aufweist, deren Antriebswellen je ein mit einem Zahnkranz (62) der Hohlwelle (50) kämmendes Zahnrad (70) tragen. |
| 3. | Positionierantrieb, insbesondere für den Einsatz in Ma¬ schinenwerkzeugen, mit mindestens einem relativ zu einem Grundkörper (12) bewegbaren Getriebeglied (18) , insbe¬ sondere zur Verstellung eines Schneidwerkzeugs (76,106, 118) oder eines Schneidenträgers, mit einer im Grundkör¬ per (12) angeordneten, mit dem Getriebeglied (18) kup¬ pelbaren elektrischen Motoranordnung (24) und mit einer Stromversorgungseinrichtung (26) für die Motoranordnung (24) , dadurch gekennzeichnet, daß in dem Grundkörper (12) eine durch die Motoranordnung (24) antreibbare, mit dem Getriebeglied (18) gekuppelte Hohlwelle (50) drehbar und axial unverschiebbar gelagert ist, und daß die Mo¬ toranordnung (24) mindestens zwei über den Umfang der Hohlwelle (50) verteilt angeordnete Elektromotoren (66) aufweist, deren Antriebswellen je ein mit einem Zahn¬ kranz (62) der Hohlwelle (50) kämmendes Zahnrad (70) tragen. |
| 4. | Positionierantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge¬ kennzeichnet, daß die Hohlwelle (50) um eine zur Ver schiebeachse (52) des Schubglieds (18) konzentrische Drehachse im Grundkörper (12) drehbar gelagert ist und ein in ein Außengewinde (42) des Schubglieds (18) ein¬ greifendes Innengewinde aufweist. |
| 5. | Positionierantrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich¬ net, daß die Hohlwelle (50) einen zum Außengewinde (42) konzentrischen Zahnkranz (62) für den Eingriff minde¬ stens eines auf einer Abtriebswelle (68) der Motoranord¬ nung (24) angeordneten Zahnrads (70) aufweist. |
| 6. | Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 5, da¬ durch gekennzeichnet, daß die vorzugsweise als Getriebe¬ motoren ausgebildeten Elektromotoren (66) gemeinsam, vor¬ zugsweise über eine NCSteuerung ansteuerbar sind. |
| 7. | Positionierantrieb nach Anspruch 5 oder 6, dadurch ge¬ kennzeichnet, daß die Elektromotoren (66) als Schritt¬ motoren oder als Servomotoren ausgebildet sind. |
| 8. | Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 7, da durch gekennzeichnet, daß der Zahnkranz als Innenzahnrad (62) ausgebildet ist, dessen Durchmesser größer als der des Innengewindes (54) ist. |
| 9. | Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 8, da¬ durch gekennzeichnet, daß die Elektromotoren (66) mit zur Hohlwellenachse parallelen Abtriebswellen (68) vor¬ zugsweise in gleichen Umfangsabständen in einem grund¬ körperfesten Motorblock (56) angeordnet sind. |
| 10. | Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 9, ge¬ kennzeichnet durch einen Sensor (72) zur Drehzahl und Drehrichtungsüberwachung der Hohlwelle (50) . |
| 11. | Positionierantrieb nach Anspruch 10, dadurch gekennzeich¬ net, daß der Sensor (72) als zwischen der Hohlwelle (50) und einem grundkörperfesten Bauteil (56) angeordneter Inkrementalgeber ausgebildet ist. |
| 12. | Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 9, da¬ durch gekennzeichnet, daß der Sensor als an einem der Elektromotoren (66) angeordneter Encoder (72') ausgebil¬ det ist. |
| 13. | Werkzeugkopf mit einem Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeichnet durch einen stirnsei¬ tig am Grundkörper (10) lösbar angeordneten Wechsel¬ schneidkopf (84), der eine stirnseitige Zentralöffnung (86) und/oder eine Führungsbüchse (88) für den Durch¬ tritt eines mit dem Schubglied (18) verbindbaren Reib¬ oder Bohrwerkzeugs (76) aufweist. |
| 14. | Werkzeugkopf mit einem Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Schubglied (18) ein stirnseitiges, innerhalb des Grund¬ körpers (12) angeordnetes Kupplungselement (74,132) zur Aufnahme eines durch eine stirnseitige Zentralöffnung (86) des Grundkörpers (12) oder des Wechselschneidkopfs (84) hindurchgreifenden, und in einen Hohlraum des Grund¬ körpers und/ oder des Wechselschneidkopfs einziehbaren Reib oder Bohrwerkzeugs (76) trägt. |
| 15. | Werkzeugkopf für den Einsatz in Werkzeugmaschinen mit einem Grundkörper (12) , einem axial über den Grundkörper (12) überstehenden, mit einer rotierenden Maschinenspin¬ del (14) kuppelbaren Werkzeugschaft (16) , mit einem re¬ lativ zum Grundkörper (12) verschiebbaren Schubglied (18) zur Verstellung mindestens eines Schneidenträgers oder Schneidwerkzeugs (76) , mit einer im Grundkörper (12) angeordneten, mit dem Schubglied (18) kuppelbaren elektrischen Motoranordnung (24) , mit einer Stromversor¬ gungseinrichtung (26) für die Motoranordnung (24) mit einem stirnseitig am Grundkörper (12) angeordneten, min¬ destens eine Schneidplatte tragenden Wechselschneidkopf (84) und mit einem im Inneren des Grundkörpers (12) an¬ geordneten, mit Hilfe der Motoranordnung axial verschieb¬ baren Kupplungselement (74,132) zur Aufnahme eines durch eine stirnseitige Zentralöffnung (86) des Wechselschneid¬ kopfs (84) hindurchgreifenden und wahlweise in das Inne¬ re des Grundkörpers (12) und/oder des Wechselschneid¬ kopfs (84) einziehbaren Reib oder Bohrwerkzeugs (76) . |
| 16. | Werkzeugkopf nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement als Spannfutter (74) , insbesondere als Spannzangenpinole ausgebildet ist. |
| 17. | Werkzeugkopf nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement (132) ein In¬ nengewinde (130) zur Aufnahme des ein komplementäres Außengewinde (134) tragenden Werkzeugschafts (76) auf¬ weist. |
| 18. | Werkzeugkopf nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement mit Spiel in einem Kopfstück (138) des Schubglieds (18) dreh und verschiebefest ge¬ lagert ist. |
| 19. | Werkzeugkopf nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungselement (132) eine im Umriß mehrkantige Mitnehmerpartie (140) und zwei an die Mitnehmerpartie nach entgegengesetzten Seiten anschließende Kugelkalot¬ ten (142) aufweist. |
| 20. | Werkzeugkopf nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Kupplungselement (74,132) eine Reibahle (76) zur Bearbeitung einer Stößelführungs¬ büchse (90) eines Zylinderkopfs verbindbar ist. |
| 21. | Werkzeugkopf nach einem der Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Wechselschneidkopf (84) eine winkelverstellbare Schneidplatte (96) zum Feindrehen ei¬ nes zur Stößelführungsbüchse koaxialen Ventilsitzrings (92) trägt. |
| 22. | Werkzeugkopf nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Wechselschneidkopf (84) mindestens eine weitere Schneidplatte (98,100) zur Erzeugung einer den Ventil¬ sitz begrenzenden Außen und/oder Innenfase trägt. |
| 23. | Werkzeugkopf mit einem Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 12 , gekennzeichnet durch einen um eine zur Verschieberichtung (52) des Schubglieds (18) senk¬ rechte Achse (102) drehbar am Grundkörper (12) gelager¬ ten Schneidenträger (106) und durch die Schubbewegung des Schubglieds (18) in eine Drehbewegung des Schneiden¬ trägers (106) umsetzende Getriebemittel (108) . |
| 24. | Werkzeugkopf nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidenträger (106), das Schubglied (18) und die Getriebemittel (108) eine Schubkurbel bilden. |
| 25. | Werkzeugkopf nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß der Schneidenträger (106) mindestens eine als Kugeldrehschneide fungierende Schneidplatte (110) trägt. |
| 26. | Werkzeugkopf nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidenträger (106) zwei einander diametral gegenüberliegende, als Kugeldrehschneiden fungierende Schneidplatten (110) trägt. |
| 27. | Werkzeugkopf mit einem Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeichnet durch zwei quer oder schräg zur Verschieberichtung (52) des Ξchubglieds (18) am Grundkörper (12) gegensinnig verschiebbare Schieber (118) , von denen mindestens einer eine Werkzeugaufnahme aufweist, und durch die Schubbewegung des Schubglieds (18) in die Verschiebebewegungen der Schieber (118) um¬ setzende Getriebemittel. |
| 28. | Werkzeugkopf nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Getriebemittel durch paarweise ineinander grei fende schubgliedfeste und schieberfeste Schrägverzahnun¬ gen gebildet sind. |
| 29. | Werkzeugkopf mit einem Positionierantrieb nach einem der Ansprüche 13 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromversorgungseinrichtung (26) eine induktive Strom und Datenübertragungsstrecke mit einer in einem maschi¬ nenseitigen Spulengehäuse (34) angeordneten Primärspule und einer in einem werkzeugkopfseitigen, den Werkzeug¬ schaft (16) ringförmig umgreifenden Spulengehäuse (30) angeordneten Sekundärspule (32) aufweist, wobei die Spu¬ lengehäuse (30,34) bei mit der Maschinenspindel (14) ge¬ kuppeltem Werkzeugschaft (16) durch einen Luftspalt von¬ einander getrennt sind. |
| 30. | Werkzeugkopf nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß im maschinenseitigen und/oder werkzeugkopfseitigen Spulengehäuse (34,30) eine mit der Primär bzw. Sekun¬ därspule verbundene Primär oder Sekundärelektronik zur Stromaufbereitung und/oder Stabilisierung angeordnet ist. |
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen Positionierantrieb, insbesonde¬ re für den Einsatz in Maschinenwerkzeugen, mit mindestens einem relativ zu einem Grundkörper bewegbaren Getriebeglied, insbesondere zur Verstellung eines Schneidenträgers oder ei¬ nes Schneidwerkzeugs, mit einer im Grundkörper angeordneten, mit dem Getriebeglied kuppelbaren elektrischen Motoranord¬ nung und mit einer Stromversorgungseinrichtung für die Mo¬ toranordnung.
Es ist ein Werkzeugkopf für den Einsatz in Werkzeugmaschinen bekannt (US-3710659) , dessen Positionierantrieb einen zen¬ tral angeordneten elektrischen Antriebsmotor mit axial aus¬ gerichteter Abtriebswelle für den Antrieb von quer zur Dreh¬ achse des Werkzeugkopfes verschiebbaren Schiebern aufweist. Eine Übertragung des Antriebsprinzips auf andere Anwendungen ist nicht ohne weiteres möglich. Hinzu kommt, daß die Lei¬ stungsfähigkeit des bekannten Antriebsprinzips mit zentral angeordnetem Antriebsmotor für viele Anwendungsfälle nicht ausreichend ist.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Positionierantrieb der eingangs angegebenen Art zu ent¬ wickeln, der ein weites Anwendungsspektrum aufweist und für den Einsatz in Maschinenwerkzeugen für Bearbeitungszentren geeignet ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die in den Patentansprüchen 1
und 3 angegebenen Merkmalskombinationen vorgeschlagen. Vor¬ teilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Die erfindungsgemäße Lösung geht von dem Gedanken aus, daß bei der Verwendung einer im Grundkörper drehbar gelagerten, durch die Motoranordnung antreibbaren Hohlwelle eine An¬ triebseinheit zur Verfügung steht, die kompakt aufgebaut und dennoch leistungsfähig ist, die bei unterschiedlichen Anwen¬ dungsfällen mit verschiedenen Betätigungsaufgaben einsetzbar ist und die besonders für den Einsatz in Maschinenwerkzeugen für Bearbeitungszentren geeignet ist.
Eine erste Erfindungsalternative sieht vor, daß das Getrie¬ beglied als relativ zum Grundkörper verschiebbares Schub¬ glied ausgebildet ist, während die Hohlwelle um eine zur Verschiebeachse des Schubglieds konzentrische Drehachse im Grundkörper drehbar gelagert ist und ein in ein Außengewinde des Schubglieds eingreifendes Innengewinde aufweist.
Eine vorteilhafte oder alternative Ausgestaltung der Erfin¬ dung sieht vor, daß die Hohlwelle einen zum Außengewinde konzentrischen Zahnkranz für den Eingriff mindestens eines auf einer Abtriebswelle der Motoranordnung angeordneten Zahn¬ rads aufweist. Zur Erhöhung der Motorleistung weist die Mo¬ toranordnung mehrere, über den Umfang der Hohlwelle verteilt angeordnete Elektromotoren auf, deren Abtriebswellen je ein mit dem Zahnkranz der Hohlwelle kämmendes Zahnrad tragen und die gemeinsam über die Steuerelektronik ansteuerbar sind. Die Elektromotoren sind dabei mit zur Hohlwellenachse par¬ allelen Abtriebswellen in gleichen Umfangsabständen in einem grundkörperfesten Motorblock angeordnet. Sie sind beispiels¬ weise als Schrittmotoren oder als Servomotoren ausgebildet,
die über eine gemeinsame NC-Steuerung ansteuerbar sind.
Zwischen der Hohlwelle und einem grundkörperfesten Bauteil, beispielsweise dem Motorblock, ist zweckmäßig ein Sensor zur Drehzahl- und Drehrichtungsüberwachung der Hohlwelle ange¬ ordnet, der vorzugsweise als Inkrementalgeber ausgebildet ist. Statt des Sensors kann zur Drehzahl- und Drehrichtungs¬ überwachung einer der Elektromotoren mit einem Encoder be¬ stückt werden.
Um eine optimale Kraftübertragung zwischen den Elektromoto¬ ren und der Hohlwelle bei möglichst kompakter Bauweise zu gewährleisten, ist der Zahnkranz der Hohlwelle als Innenzahn¬ kranz ausgebildet, dessen Innendurchmesser zweckmäßig größer als der des Innengewindes ist.
Bei einem bevorzugten Anwendungsfall des erfindungsgemäßen Positionierantriebs ist am Grundkörper ein Wechselschneid¬ kopf lösbar angeordnet, der eine stirnseitige Zentralöffnung und/oder eine Führungsbüchse für den Durchtritt eines mit dem Schubglied verbindbaren Reib- oder Bohrwerkzeugs auf¬ weist. Zu diesem Zweck trägt das Schubglied ein stirnseiti- ges, innerhalb des Grundkörpers angeordnetes Kupplungsele¬ ment zur Aufnahme eines durch die stirnseitige Zentralöff¬ nung des Grundkörpers hindurchgreifenden und in einen Hohl¬ raum des Grundkörpers und/oder des Wechselschneidkopfs zu¬ mindest teilweise einziehbaren Reib- oder Bohrwerkzeugs. Das Kupplungselement ist dabei zweckmäßig als Spannzangenpinole ausgebildet.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß das Kupplungselement ein Innengewinde zur Aufnahme des ein komplementäres Außengewinde tragenden Werkzeugschaf s auf-
weist. Das Kupplungselement ist zweckmäßig mit Spiel in ei¬ nem am Schubglied angeformten Kopfstück dreh- und verschie¬ befest gelagert und weist bevorzugt eine im Umriß mehrkanti¬ ge Mitnehmerpartie und zwei an die Mitnehmerpartie nach ent¬ gegengesetzten Seiten überstehende Kugelkalotten auf. Auf¬ grund seiner Spielfreiheitsgrade sorgt es dafür, daß auf das Werkzeug keine Zwangskräfte wirken.
In das Kupplungselement kann eine Reibahle zum Bearbeiten einer Stößelführungsbüchse eines Zylinderkopfs eingespannt oder eingeschraubt werden, während der Wechselschneidkopf eine vorzugsweise winkelverstellbare Schneidplatte zum Stir¬ nen eines zur Stößelführungsbüchse koaxialen Ventilsitzrings trägt. Der Wechselschneidkopf kann zusätzlich mindestens ei¬ ne weitere Schneide zur Erzeugung einer den Ventilsitz be¬ grenzenden Außen- und/oder Innenfase tragen.
Eine weitere bevorzugte Anwendungsmöglichkeit der Erfindung sieht einen um eine quer zur Verschieberichtung des Schub¬ glieds ausgerichtete Achse drehbar am Grundkörper gelagerten Schneidenträger und die Schubbewegung des Schubglieds in ei¬ ne Drehbewegung des Schneidenträgers umsetzende Getriebemit¬ tel vor, wobei der Schneidenträger, das Schubglied und die Getriebemittel in ihrer Gesamtheit eine Schubkurbel bilden können. Der Werkzeugkopf kann in diesem Fall als Kugeldreh¬ kopf eingesetzt werden, bei welchem der Schneidenträger min¬ destens eine mit einer Schneide zum Kugeldrehen versehene Schneidplatte trägt.
Um den Positionierantrieb in einen Plan- oder Schrägschie- berkopf einsetzen zu können, sind zwei quer oder schräg zur Verschieberichtung des Schubglieds am Grundkörper gegensin¬ nig verschiebbare Schieber vorgesehen, von denen mindestens
einer eine Werkzeugaufnahme aufweist. Weiter sind Getriebe¬ mittel zur Umsetzung der Schubbewegung des Schubglieds in die Verschiebebewegungen der Schieber vorgesehen. Die Getrie¬ bemittel können dabei durch paarweise ineinandergreifende schubgliedfeste und schieberfeste Schrägverzahnungen ausge¬ bildet sein.
Die Stromversorgungseinrichtung für die Elektromotoren und die Meß- und Steuerungselektronik weist vorteilhafterweise eine induktive Strom- und Datenübertragungsstrecke mit einer in einem maschinenseitigen Spulengehäuse angeordneten Pri¬ märspule und einer in einem werkzeugkopfseitigen, den Werk¬ zeugschaft ringförmig umgreifenden Spulengehäuse angeordne¬ ten Sekundärspule auf, wobei die Spulengehäuse bei mit der Maschinenspindel gekuppeltem Werkzeugschaft durch einen Luft¬ spalt voneinander getrennt sind. Im maschinenseitigen und/ oder werkzeugkopfseitigen Spulengehäuse ist zweckmäßig eine mit der Primär- bzw. Sekundärspule verbundene Primär- oder Sekundärelektronik zur Stromaufbereitung und/oder -Stabili¬ sierung angeordnet.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einiger in der Zeich¬ nung in schematischer Weise dargestellter Ausführungsbei- spiele näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Axialschnitt durch einen zur Fertigbearbeitung von Ventilsitzringen und Stößelführungsbüchsen in Zylinderköpfen bestimmten Werkzeugkopf;
Fig. 2 einen Schnitt durch den Poεitionierantrieb des Werk¬ zeugkopfs nach Fig. 1 in vergrößerter Darstellung;
Fig. 3 eine Draufsicht auf den Positionierantrieb nach Fig.
2 ;
Fig. 4a und b das Schubglied mit Spannzangenpinole in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht und einer Draufsicht;
Fig. 5a und b das Schubglied mit einem ein Innengewinde auf¬ weisenden Kupplungselement in teilweise geschnitte¬ ner Seitenansicht und einer Draufsicht;
Fig. 6 einen als Kugeldrehkopf ausgebildeten Werkzeugkopf in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht;
Fig. 7 einen als Plandrehkopf ausgebildeten Werkzeugkopf in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht.
Die in der Zeichnung dargestellten Werkzeugköpfe 10 bestehen im wesentlichen aus einem Grundkörper 12, einem axial über den Grundkörper 12 überstehenden, mit einer motorisch an¬ treibbaren, rotierenden Maschinenspindel 14 einer Werkzeug¬ maschine kuppelbaren Werkzeugschaft 16, einem achszentral im Grundkörper 12 angeordneten, axial verschiebbaren Schubglied 18 zur Verstellung mindestens eines Schneidenträgers oder Schneidwerkzeugs, einer im Grundkörper 12 angeordneten, mit dem Schubglied 18 kuppelbaren elektrischen Motoranordnung 24 und mit einer Stromversorgungseinrichtung 26 für die Motor¬ anordnung 24 und eine im Grundkörper angeordnete Meß- und Steuerelektronik 28.
Die Stromversorgungseinrichtung 26 besteht aus einem Spulen¬ gehäuse 30, in welchem sich eine in einer mechanisch belast¬ baren Masse aus Kunststoff oder Kunstharz eingebettete Se- kundarspule 32 mit zugehöriger Stabilisierungselektronik be-
findet, die Bestandteil einer induktiven Übertragungsstrecke ist. Die Primärspule der induktiven Übertragungsstrecke ist zusammen mit der zugehörigen Stromaufbereitungselektronik in einem maschinenseitigen Gehäuse 34 angeordnet, das radial außerhalb des Werkzeugschafts 16 in den freien axialen Zwi¬ schenraum zwischen der Stirnfläche der Maschinenspindel 14 und der freien Stirnfläche des werkzeugkopfseitigen Spulen¬ gehäuses 30 eingreift. Die primärseitige Elektronik ist über ein Stromkabel 36 mit einem nicht dargestellten Netzteil ver¬ bunden. Das maschinenseitige Spulengehäuse 34 erstreckt sich segmentartig nur über einen Teilumfang von etwa 70 * des Werk¬ zeugschaftes 16 und läßt den überwiegenden Teil des Schaft- umfangs unter Bildung eines Freiraums 38 für den Zugriff ei¬ nes Werkzeuggreifers für den automatischen Werkzeugwechsel frei. Beim Werkzeugwechsel wird der Werkzeugkopf 10 an der Greiferrille 40 erfaßt und bei gelöster Werkzeugkupplung axial gegenüber der Maschinenspindel 14 verschoben.
Das Schubglied 18 weist einen mit einem Außengewinde 42 ver¬ sehenen Gewindekörper 44 auf, der mit einem axial in Rich¬ tung Werkzeugschaft 16 überstehenden Führungεzapfen 46 in einer grundkörperfesten Schubführung 48 verdrehungssicher axial geführt ist. Für den Antrieb des Schubglieds ist im Grundkörper 12 eine Hohlwelle 50 um eine zur Verschiebeachse 52 des Schubglieds 18 konzentrische Drehachse drehbar im Grundkörper 12 gelagert, die ein in das Außengewinde 42 des Gewindekörpers 44 eingreifendes komplementäres Innengewinde 54 aufweist. Die Hohlwelle 50 ist in einem grundkörperfesten Motorblock 56 in axialen und radialen Gleitlagern 58 drehbar und verschiebefest gelagert und weist an ihrem einen stirn- seitigen Ende einen Ringflansch 60 mit einem auf der Seite des Motorblocks 56 radial außerhalb des Innengewindes 54 an¬ geordneten Innenzahnrad 62 auf. Der das Innenzahnrad 62 bil-
dende Zahnkranz ist mittels Schrauben 64 am Ringflansch 60 befestigt.
In dem Motorblock 56 sind mehrere, bei dem in Fig. 3 gezeig¬ ten Ausführungsbeispiel fünf numerisch ansteuerbare, vorzugs¬ weise als Schrittmotoren ausgebildete Elektromotoren 66 in achsparalleler Ausrichtung so angeordnet, daß ihre auf der jeweiligen Abtriebswelle 68 angeordneten Zahnräder 70 gemein¬ sam mit dem hohlwellenfesten Innenzahnrad 62 kämmen. Die An- steuerung der einzelnen Schrittmotoren erfolgt NC-gesteuert über die induktive Übertragungsstrecke 32,34. Zur Drehzahl- und Drehrichtungsüberwachung ist ein als Inkrementalgeber ausgebildeter Sensor 72 im Bereich zwischen Motorblock 56 und Hohlwelle 50 angeordnet. Alternativ dazu kann zur Dreh¬ zahl- und Drehrichtungsüberwachung ein mit einem der Motoren 66 verbundener Encoder 72' vorgesehen werden.
Bei dem in Fig. 1, 4a und b gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Werkzeugkopf für die Fertigbearbeitung von Ventil¬ sitzringen 92 und Stößelführungsbuchsen 90 eines Zylinder¬ kopfs 94 bestimmt. Das Schubglied 18 ist zu diesem Zweck starr mit einem stirnseitig innerhalb des Grundkörpers 12 angeordneten, als Spannzangenpinole ausgebildeten Spannfut¬ ter 74 verbunden, das zur Aufnahme einer Reibahle 76 be¬ stimmt ist. Wie insbesondere aus Fig. 4a und b zu ersehen ist, wird die Reibahle 76 in das Spannfutter 74 eingeführt und wird dort mit ihrer Schlüsselfläche 78 in der Mehrkant¬ aufnahme 80 drehfest gehalten und an ihrem Schaft 82 einge¬ spannt. Das Einspannen und Lösen erfolgt zweckmäßig von außen her mit einem mechanisch betätigten Spanner oder je einem luftbetätigten Impulsspanner 83 ' , 83 ' ' .
Das in Fig. 5a und b gezeigte Ausführungsbeispiel unter-
scheidet sich von dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4a und b dadurch, daß statt des Spannfutters 74 ein mit einem Innen¬ gewinde 130 versehenes Kupplungselement 132 vorgesehen ist, in dessen Innengewinde 130 die Reibahle 76 mit seinem ein komplementäres Außengewinde 134 tragenden Schaft 82 eindreh¬ bar ist. Das Kupplungselement 132 ist dreh- und verschiebe¬ fest in eine Aufnahme 136 eines an dem Schubglied 18 ange¬ formten, verbreiterten Kopfstücks 138 angeordnet. Das Kupp¬ lungselement weist zu diesem Zweck eine im Umriß sechskanti¬ ge Mitnehmerpartie 140 und zwei an die Mitnehmerpartie nach entgegengesetzten Seiten anschließende Kugelkalotten 142 auf, während die Aufnahme 136 im Schubglied 18 eine zum Kupp¬ lungselement 132 komplementäre Innenkontur aufweist. Durch die schwimmende Lagerung des Kupplungselements 22 in der Aufnahme 136 wird erreicht, daß auf die Reibahle 76 beim Be¬ arbeitungsvorgang keine unzulässigen Zwangskräfte ausgeübt werden.
Zusätzlich trägt der in Fig. 1 gezeigte Werkzeugkopf einen stirnseitig am Grundkörper 12 lösbar angeordneten Wechsel- schneidkopf 84, der eine stirnseitige Zentralöffnung 86 und eine Führungsbüchse 88 für den Durchtritt der mit dem Spann¬ futter 74 verbundenen Reibahle 76 aufweist. Die Reibahle ist zur Bearbeitung einer in Fig. 1 strichpunktiert angedeuteten Stößelführungsbüchse 90 eines Zylinderkopfs 94 bestimmt. Zum Stirnen des Ventilsitzrings 92 des Zylinderkopfs 94 ist am Wechselschneidkopf 84 eine winkelverstellbare Schneidplatte 96 vorgesehen. Außerdem trägt der Wechselschneidkopf 84 zwei weitere Schneidplatten 98,100 zur Erzeugung einer den Ven¬ tilsitz begrenzenden Außen- und Innenfase. Die Stößelfüh¬ rungsbüchse wird dabei durch die in dem Spannfutter 74 ein¬ gespannte und mit dem Schubglied 18 axial verschiebbare Reib¬ ahle 76 ausgerieben, nachdem zuvor in der gleichen Einspan-
nung des Werkzeugs 10 der Ventilsitz im Ventilsitzring 92 und die Schutzfasen des Ventilsitzes feingedreht worden sind. Die Reihenfolge der Bearbeitung kann auch umgekehrt werden. Wichtig ist nur, daß während der Reibahlenbearbei¬ tung die Schneiden keinen Kontakt mit dem Ventilsitz haben und daß während der Bearbeitung des Ventilsitzes die Reibah¬ le nicht in die Stößelführungsbüchse eingreift.
Der in Fig. 6 gezeigte Werkzeugkopf 10 ist als Kugeldrehkopf ausgebildet. Er weist zu diesem Zweck einen um eine zur Ver¬ schiebeachse 52 des Schubglieds 18 quer ausgerichtete Dreh¬ achse 102 drehbar an einem Grundkörperaufsatz 104 gelagerten Schneidenträger 106 auf, der über das Schubglied 18 und die Kurbelstange 108 in Drehung versetzt werden kann. Der Schnei¬ denträger 106 trägt zwei einander diametral gegenüberliegen¬ de, mit Schneiden zum Kugeldrehen versehene Schneidplatten 110, mit denen in das Werkstück 112 konzentrische Kugelka¬ lotten 113 eingedreht werden können.
Bei dem in Fig. 7 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Werk¬ zeugkopf 10 als Plandrehkopf ausgebildet. Er weist zu diesem Zweck einen Aufsatz 114 mit zwei quer zur Verschieberichtung 52 des Schubglieds 18 in Richtung des Doppelpfeils 116 gegen¬ sinnig verschiebbaren Schiebern 118 auf, von denen einer ei¬ nen Schneidenhalter 120 und der andere zu Auswuchtzwecken ein Gegengewicht 122 trägt. Zwischen dem Schubglied 18 und den Schiebern 118 sind nicht dargestellte Getriebemittel an¬ geordnet, die die Schubbewegung des Schubglieds in die Ver¬ schiebebewegungen der Schieber umsetzen. Diese Getriebemit¬ tel können beispielsweise durch paarweise ineinandergreifen¬ de schubgliedfeste und schieberfeste Schrägverzahnungen ge¬ bildet sein, wie sie beispielsweise in der DE-OS 27 28 975 dargestellt und beschrieben sind.
Ein wesentlicher Vorteil der vorstehend beschriebenen Posi¬ tionierantriebe besteht darin, daß sie mit einer leistungs¬ fähigen Motoranordnung 24 bestückt sind, die maschinenseitig angeordnete Betätigungseinrichtungen entbehrlich macht und daher einen automatischen Werkzeugwechsel und einen Einsatz in Bearbeitungsmaschinen mit rotierender Maschinenspindel ermöglicht .
Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfindung bezieht sich auf einen Positionierantrieb für einen Werkzeug¬ kopf für den Einsatz in Werkzeugmaschinen. Der Werkzeugkopf weist einen Grundkörper 12, einen axial über den Grundkörper 12 überstehenden, mit einer rotierenden Maschinenspindel 14 kuppelbaren Werkzeugschaft 16 und ein relativ zum Grundkör¬ per 12 verschiebbares Schubglied 18 zur Verstellung minde¬ stens eines Schneidenträgers oder Schneidwerkzeugs auf. Wei¬ ter ist im Grundkörper eine mit dem Schubglied 18 kuppelbare elektrische Motoranordnung 24 sowie eine Stromversorgungs¬ einrichtung 26 für die Motoranordnung und eine im Grundkör¬ per angeordnete Meß- und Steuerelektronik 28 angeordnet. Um eine kompakte Bauweise mit leistungsfähiger Motoranordnung zu gewährleisten, ist eine im Grundkörper 12 um eine zur Verschiebeachse 52 des Schubglieds 18 konzentrische Drehach¬ se drehbar gelagerte, durch die Motoranordnung antreibbare Hohlwelle 50 vorgesehen, die ein in ein Außengewinde 42 des Schubglieds 18 eingreifendes Innengewinde sowie einen zum Außengewinde 42 konzentrischen Zahnkranz 62 für den Eingriff mindestens eines auf einer Abtriebswelle 68 der Motoranord¬ nung angeordneten Zahnrads 70 aufweist.
