KUGLER, Andreas (Lessingstr. 20, Bietigheim-Bissingen, 74321, DE)
MEGERLE, Ralf (Gerwigstr. 29, Karlsruhe, 76131, DE)
KUGLER, Andreas (Lessingstr. 20, Bietigheim-Bissingen, 74321, DE)
| TITEL Pfostenverankerung System Züblin auf Ingenieurbauwerken mit Kugelscheiben- Kegelpfannensystem ANSPRÜCHE 1 . Befestigung der Pfosten (3) von Schutzwänden auf Betonbauwerken (1 ) oder Fundamenten, die folgende Merkmale aufweist: im Betonkörper (1 ) ist mindestens ein Ankerelement (5) vorgesehen, das entweder eingegossen, eingeklebt oder durchgeankert ist und an dem eine Fußplatte (4) des Pfostens (3) befestigt ist das Ankerelement (5) leitet die Last aus den Einwirkungen auf die Schutzwand in das Bauwerk (1 ) ein, wobei durch die Fußplatte (4) Gewindebolzen (8, 8') hindurchgeführt sind, welche mit dem Ankerelement (5) verbunden sind und die mittels eines Kegelpfannen-Kugelscheiben- Systems (9, 10) und einer Mutter (1 1 ) die Kraft zentrisch in das Verankerungselement (5) leiten die Verbindung ist mit einer definierten und hinsichtlich der - während der Lebensdauer des Bauwerkes - auftretenden Einwirkungen ermittelten Vorspannkraft festgelegt und mit einer Verlier-Sicherungsmutter (12) zusätzlich gesichert der freie Spannweg am Gewindebolzen (8, 8') ist mindestens zwischen Bolzen (8) und Vergussmasse (13) mit einer viskoelastischen Beschich- tung (15) zur Verhinderung des Kraftschlusses umgeben, damit die Dehnung nicht behindert ist 2. Vorrichtung nach den Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Material zur Beschichtung (15) ein Bitumen ist, das die Eigenschaft aufweist, über die Lebensdauer des Bauwerkes Zink und nichtrostenden Stahl nicht anzugreifen darüber hinaus dem Korrosionsschutz dient. 3. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass für die Gewindebolzen (8) ein verzinkter, hochfester Stahl verwendet wird, dessen Festigkeit unter dem der verzinkten Sechskantmutter (1 1 ) liegt, um die Empfindlichkeit der Zugglieder gegenüber der Spannungsrisskorrosion zu reduzieren. 4. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der freie Spannweg im Kern des Betonbauteiles (1 ) innerhalb eines Hüllrohres verläuft, und dass der Spalt zwischen Hüllrohr und Bolzen (8) mit einem viskoelastischen Material zur Verhinderung des Kraftschlusses zwischen Bolzen (8) und Betonkörper (1 ) verfüllt ist, wodurch eine Dehnung des Bolzens (8) nicht behindert ist. 5. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Material zur Verfüllung des Hüllrohres ein Fett ist. 6. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle der Verwendung von verzinkten Bolzen (8) die Bitumendickbeschichtung (15) aus Gründen des Korrosionsschutzes bis unter das Ausgleichselement (9, 10) geführt ist. 7. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle der Verwendung von Bolzen (8') aus nichtrostendem Stahl die Bitumendickbeschichtung (15) nur im Bereich der Mörtelschicht (13) angebracht ist. |
Pfostenverankerung System Züblin auf Ingenieurbauwerken mit Kugelscheiben- Kegelpfannensystem
BESCHREIBUNG
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Befestigung von Pfosten für Schutzwände auf Bauwerken oder Fundamenten.
Stand der Technik
Beim Bau von Schutzwänden beispielsweise Lärmschutz-, Windschutz-, Blendschutz-, Schallschutzwänden oder dgl. werden auf Bauwerken oder Fundamenten in der Regel Einbauelemente einbetoniert oder nach Betonage der Bauwerke bzw. Fundamente Gewindestäbe durchgeankert oder auch eingeklebt. Die Schutzwände sind je nach Umgebungsbedingungen teilweise hohen Belastungen ausgesetzt, wobei nicht nur Wind und Sturm erhebliche Kräfte auf die Wandelemente und die Pfosten, an denen diese aufgenommen sind, ausüben. Durch vorbeifahrende Züge oder Kraftfahrzeuge, insbesondere des Güterverkehrs werden hohe dynamische Lasten in Form von Druck- und Sogwirkung über die Wand in die Einbauelemente und somit in die Bauwerke bzw. Fundamente eingeleitet. So haben z.B. Untersuchungen an Hochgeschwindigkeitsstrecken der Deutschen Bahn gezeigt, dass es hier zu einer hochgradigen dynamischen Belastung kommt, die großen Einfluss auf die Dauerhaftigkeit des Bauwerkes hat.
Eine Schiefstellung der Verankerungselemente wirkt sich auf die Dauerhaftigkeit der Verbindung in erheblichem Maße negativ aus. Da die Einbringung der Einbauelemente ein handwerklicher Vorgang ist und daher hinsichtlich der Genauigkeiten den Bedingungen der Baustelle unterworfen ist, kann eine ausreichende Reduzierung der Schiefstellung der Einbauelemente bei der Montage nicht sichergestellt werden. In der noch nicht veröffentlichten EP 09010579.2 wurde ein System aus Kegelpfanne und Kugelscheibe vorgeschlagen, das Abweichungen aus der Solllage der Verankerungsstangen zu einem gewissen Maße kompensieren kann. Dies ist jedoch für die extremen dynamischen Beanspruchungen im Bereich der Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn noch verbesserungsfähig, um eine noch größere Dauerhaftigkeit der Bauwerke zu gewährleisten.
Aufgabe der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, für den Fall der extrem hohen Anforderungen der Hochgeschwindigkeitsstrecken eine Anordnung zur Befestigung von Pfosten zu schaffen, durch welche die negativen Einflüsse der Schiefstellung von Einbau- elementen und auch der starken Wechselspannungen in den Befestigungselementen infolge der hochgradig dynamischen Einwirkungen auf die Dauerhaftigkeit ausgeschlossen oder zumindest reduziert werden.
Darstellung der Erfindung
Diese Aufgabe wird durch eine Anordnung zur Befestigung von Pfosten für Schutzwände mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Der negative Einfluss der Schiefstellung der Einbauelemente auf die Dauerhaftigkeit der Befestigung ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass durch die schief gestellten Gewindebolzen eine exzentrische Lasteinleitung entsteht, welche als Biegebeanspruchung auf die Gewindebolzen wirkt und damit eine zusätzliche Belastung darstellt. Die Ausgleichsvorrichtung, die erfindungsgemäß eine Kegelpfanne und eine Kugelscheibe umfasst, ermöglicht es, Schiefstellungen der Gewindebolzen an den Einbauelementen auszugleichen und damit die Last zentrisch, d.h. in Richtung der Längsachse des Gewindebolzens einzuleiten. In der Regel können Winkelabweichungen bis zu 3° ausgeglichen werden. Darüber hinaus entsteht durch die wiederkehrende hohe dynamische Belastung auf das Befestigungsdetail eine Wechselwirkung zwischen Be- und Entlastung, die häufig mit einem Vorzeichenwechsel der Spannungen im Verankerungselement einher geht. Durch Aufbringen einer definierten Vorspannung auf die Verankerung kann die Verformung der Verbindung - und damit eine zusätzliche Abweichung des Pfostens aus der Solllage mit den zugehörigen Effekten - und die Spannungssituation im Element verändert werden, so dass hinsichtlich der Betriebsfestigkeit und damit der Dauerhaftigkeit der Verankerungsverbindung eine deutliche Verbesserung erzielt wird. Zur Sicherstellung des erforderlichen Vorspannniveaus der Verbindung werden bei der Bemessung relevante Einflussfaktoren über den Zeitraum der Nutzung berücksichtigt und die Vorspannkraft entsprechend berechnet und an der Schraubverbindung festgelegt. Dennoch besteht zusätzlich über die gesamte Nutzungsdauer die Möglichkeit, die Anordnung nachzuspannen.
Zur Realisierung der Vorspannung ist eine freie Länge des Verankerungsstabes erforderlich, in der diesem eine unbehinderte Vordehnung aufgezwungen werden kann. Hierfür wird erfindungsgemäß oberhalb der Einbindung in den Beton des Bauwerkes der Verankerungsstab mit einem Werkstoff umgeben, der den Kraftschluss zwischen dem Verankerungsstab und dem Vergussmaterial, das zwischen Fußplatte und Bauwerksbeton eingebaut ist, verhindert. In der Fußplatte ist dies geometrisch durch eine entsprechende Größe der Durchbohrungen / Löcher in der Platte sichergestellt.
In einer Variante der Erfindung - der durchgängigen Durchankerung des Betonbauwerkes, bei der keine Krafteinleitung über eine Verankerungslänge in das Bauwerk durch Verbund zwischen Verankerungsstab und Beton erforderlich ist - kann die freie Dehnlänge im Bauteil liegen. Hier ist der Einbau eines Hüllrohres, das mit geeignetem Material verfüllt ist, eine Alternative zur reinen Umman- telung des Verankerungsstabes.
Der Ummantelungswerkstoff muss ausreichend dehnfähig sein, um die Längenänderung des Verankerungselementes im Zuge der Vorspannung nicht zu behindern. Es hat sich gezeigt, dass bestimmte Bitumensorten sehr geeignet sind.
Vorgespannte Verbindungen bedürfen eines besonderen Augenmerkes hinsichtlich des Korrosionsschutzes. Somit ergibt sich an den Ummantelungswerkstoff eine weitere Anforderung: er muss den Korrosionsschutz sicherstellen. In der Regel sind die Verankerungselemente verzinkt / vorbehandelt, so dass es zu keiner Materialunverträglichkeit zwischen Legierung und Ummantelungswerkstoff kommen darf. Auch eine Beständigkeit gegenüber dem umgebenden Werkstoff Mörtel und dessen alkalischen Eigenschaften ist notwendig. Weiter ist eine hohe Diffusionsdichtigkeit gefordert, die auch den dynamischen Beanspruchungen (Vibrationen) standhält. Hierfür sind besonders Materialien geeignet, die - wie Bitumen - zwar bei dauerhafter Krafteinwirkung kriechen, bei kurzfristiger Krafteinwirkung hingegen elastisch reagieren.
Hinsichtlich der Korrosionsthematik - vor allem der Spannungsrisskorrosion in vorgespanntem Stahl - hat es sich überraschenderweise als vorteilhaft gezeigt, den Verankerungsstab in einer geringeren Festigkeitsklasse - die mit einer ge- ringeren Empfindlichkeit hinsichtlich der wasserstoffinduzierten Spannungsrisskorrosion einhergeht - als die Mutter auszubilden: besonders eine Werkstoffwahl mit der Werkstoff-Festigkeitskennzeichnung 8 (verzinkter Feinkornbaustahl) oder der Werkstoffnummer 1 .4571 (nichtrostender Stahl) für den Gewindestab, der Werkstoff n ummer 1 .4571 (nichtrostender Stahl) für Kugelscheibe und Kegelpfanne und der Werkstoffkennnummer 1 .4401 , Festigkeitskennzeichnung 10 (verzinkter Feinkornbaustahl) für die Mutter (System HV, werkseitig geschmiert) hat sich als vorteilhaft erwiesen. Die Werkstoffkennnummern beziehen sich auf in Europa übliche Bezeichnungen, im außereuropäischen Ausland sind analoge Werkstoffe zu verwenden.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Einbauelement mindestens vier Anker, die mittels Querverbindungsstäben zu einer Baueinheit zusammengesetzt sind. Dadurch braucht vor dem Gießen des Betons des Bauwerkes oder Fundamentes lediglich ein Einbauelement positioniert zu werden, an dem alle für die Befestigung des Pfostens erforderlichen Gewindeabschnitte ausgebildet sind. Alternativ dazu ist es auch möglich, dass mehrere - mindestens vier -Einbauelemente, die lediglich jeweils einzelne Anker umfassen, vorgesehen sind. Eine solche Anordnung ist dann zu bevorzugen, wenn die Einbauelemente durch Verkleben im Betonkörper befestigt oder durch vollständiges Durchankern des Betonkörpers verankert werden sollen.
Um die Einbauelemente besonders gut mit dem Beton zu verbinden, ist es vorteilhaft, dass die Anker einen Abschnitt aus einem Rippenstahl - hier hat sich der übliche Baustahl Bst 500S als ausreichend erwiesen - aufweisen. Der Gewindeabschnitt zum Aufschrauben der Befestigungsmutter ist in der Regel am Anker angeformt und somit einstückig mit diesem ausgeführt. Alternativ dazu ist es jedoch auch möglich, dass der Gewindeabschnitt durch einen Gewindebolzen gebildet ist, der in eine Gewindebohrung eines am Anker ausgebildeten Hülsenabschnitts eingeschraubt ist.
Zur Ausrichtung der Fußplatte dahingehend, dass der Pfosten in der Solllage - meistens der Vertikalen - ausgerichtet ist, wird vorgeschlagen, dass zwischen der Fußplatte und dem Betonkörper ein Abstandselement angeordnet ist, das sich vorzugsweise in einem Flächenschwerpunkt der Fußplatte befindet. Der Raum zwischen Fußplatte und Betonkörper um dieses Abstandselement herum wird mit einer Schicht aus einem schwindarmen Mörtel oder einer anderen geeigneten Vergussmasse gefüllt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Die schematischen Figuren zeigen:
Fig. 1 ein aus mehreren Ankern vorab gefertigtes, eingegossenes Einbauteil, zur Befestigung von Pfosten der Schutzwand
Fig. 2 eine aus einzelnen, nachträglich eingebohrten und verklebten Ankern hergestellte Verbindung, zur Befestigung von Pfosten der Schutzwand
Fig. 3 eine aus einzelnen, nachträglich in durchgängigen Bohrlöchern eingebrachten Ankern angebrachte Verbindung, zur Befestigung von Pfosten der Schutzwand
Fig. 4 ein als einzelner Anker ausgeführtes Einbauelement in vergrößerter Darstellung
Fig. 5 eine Schnittdarstellung einer Kegelpfanne und einer ausgerichteten Kugelscheibe mit Gewindeabschnitt und Mutter
In den Fig. 1 bis 3 ist ein Ausschnitt eines Betonbauwerks 1 - beispielsweise der Kappenbereich einer Brücke - dargestellt. Das vorgefertigte Einbauelement ist vorzugsweise im Betonkörper 1 einbetoniert oder durchgeankert, es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dieses durch Verkleben zu befestigen. Auf dem Betonkörper 1 befindet sich ein Pfosten 3, der vorzugsweise aus Stahl besteht und mit einer Fußplatte 4 versehen ist, die dazu dient, an dem Einbauelement befestigt zu werden. Auf diese Befestigung wird nachfolgend noch näher eingegangen. An den Pfosten 3 werden die Schutzwände angebracht.
Fig. 1 zeigt ein aus mindestens vier Ankern 5 bestehendes Einbauteil, wobei jeder Anker 5 einen im Beton zu verankernden Abschnitt 6 beispielsweise aus einem Rippenstahl (BSt 500S) und einem Gewindeabschnitt mit Innengewinde aus nichtrostendem Stahl 7 umfasst. Die Anker 5 sind im Wesentlichen parallel angeordnet und über aus Stahl bestehende Verbindungsstäbe 2 zu einer Baueinheit mit einer definierten räumlichen Konfiguration zusammengefügt, insbe- sondere zusammengeschweißt. Das dargestellte Einbauelement wird im Zuge der Bauwerksherstellung in den Betonkörper 1 eingegossen, mit der Pfostenmontage werden verzinkte Gewindebolzen 8 oder Gewindebolzen aus nichtrostendem Stahl 8' in den Gewindeabschnitt aus nichtrostendem Stahl 7 eingeschraubt. Alternativ können Gewindebolzen 8' bereits vorab auf das Einbauelement geschweißt werden. Der verzinkte Gewindebolzen 8 wird oberhalb des Bauwerksbetons 1 - im Bereich der Mörtelschicht 13, der Fussplatte 4 und des Kegelpfannen-Kugelscheiben-Systemes 9, 10 - mit einer Bitumendickbeschich- tung 15 zur Sicherstellung der freien Vorspannlänge und des Korrosionsschutzes versehen. Überraschenderweise zeigte sich, dass ohne zusätzliche Bitu- menbeschichtung der Korrosionsschutz durch ansonsten bewährte Verzinkung unter diesen Randbedingungen (fehlende Belüftung, Vorspannung) nicht ausreicht.
In Fig. 2 ist ein Schnitt durch eine in einem Betonkörper 1 gehaltene Vorrichtung mit einem daran befestigten Pfosten 3 gezeigt. Dabei sind mehrere einzelne Einbauelemente 5 im Betonkörper 1 verankert, beispielsweise durch Verklebung befestigt. In der Schnittdarstellung sind lediglich zwei der mindestens vier Einbauelemente 5 zu sehen. Jeder Anker 5 besteht aus einem längeren Abschnitt aus Betonstahl BSt 500S 6 zur Verankerung im Betonkörper 1 und einem Gewindeabschnitt aus Edelstahl 8', der aus dem Betonkörper 1 herausragt. Im Bereich des Mörtelbettes 13 wird eine Bitumendickbeschichtung 15 angebracht, die den kraftschlüssigen Verbund zwischen Gewinde 8' und Mörtelbett 13 verhindert. Der Gewindebolzen 8' aus Edelstahl bedarf keines weiteren Korrosionsschutzes - so dass auf die Bitumendickbeschichtung 15 im Bereich der Fußplatte 4 und des Kegelpfannen-Kugelscheiben-Systems 9, 10 verzichtet werden kann.
Fig. 3 zeigt einen Schnitt mit einer Variante, bei der der Betonkörper 1 komplett durchankert wird. In nachträglich hergestellten Bohrlöchern werden verzinkte Gewindestäbe 8, die mit einer Bitumendickbeschichtung 15 versehen sind, eingebracht und an Bauteilober- und -Unterseite mit einer Anordnung von Ausgleichsvorrichtung 9, 10 und Muttern 1 1 , 12 vorgespannt.
Der Pfosten 3 in Fig. 3 besitzt wie in Fig. 1 und 2 eine Fußplatte 4, die mit Bohrungen versehen ist, durch die sich die Gewindeabschnitte 8, 8' der Anker 5 erstrecken. Unter der Fußplatte 3 befindet sich ein Abstandselement 14, bei- spielsweise ein Kunststoff-Distanzklotz, wobei das Abstandselement 14 mindestens annähernd im Flächenschwerpunkt der Fußplatte 4 angeordnet ist. Um das Abstandselement 14 herum ist der zwischen dem Betonkörper 1 und der Fußplatte 4 gebildete Raum mit einer Schicht aus Mörtel oder Vergussmasse 13 gefüllt.
Auf die Gewindeabschnitte 8, 8' der Anker 5 sind unter Zwischenschaltung von je einer Ausgleichsvorrichtung 9, 10 verzinkte Muttern 1 1 aus hochfestem Stahl aufgeschraubt, mittels derer die Fußplatte 4 gegen den Betonkörper 1 bzw. die Ausgleichsschicht 13 (vor-)gespannt ist. Eine zusätzliche Sicherung gegen Lösen dieser Verbindung erfolgt mit einer Verlier-Sicherungsmutter 12 aus nichtrostendem Stahl.
Die in Fig. 1 und 2 nicht näher beschriebene Befestigung der Fußplatte 4 auf dem Betonkörper 1 erfolgt ebenso mit Muttern 1 1 , 12 an Gewindeabschnitten 8, 8' der Anker 5 unter Zwischenschaltung von Ausgleichsvorrichtungen 9, 10, wie dies in Fig. 3 angegeben ist. Die Ausgleichsvorrichtung 9, 10, die später noch näher erläutert wird, ermöglicht es - innerhalb bestimmter Grenzen -, durch Schiefstellung bedingte Winkelabweichungen von den Längsachsen der Anker auszugleichen. Dadurch wird eine zentrische Lasteinleitung der von der beim Spannen der Mutter 1 1 auf dem Gewindeabschnitt 8, 8' erzeugten Spannkraft in den Anker 5 erreicht. Eine durch handwerkliche Tätigkeit auf der Baustelle bei der Fertigung des Betonbauwerks bzw. Betonkörpers 1 bedingte Winkelabweichung α ist in Fig. 5 dargestellt.
Die Einbauelemente 5 bestehen vorzugsweise aus Edelstahl oder verzinktem Stahl und werden im Beton eingegossen oder verklebt bzw ggf. durchgeankert. Anschließend wird der Pfosten 3 mit seiner Fußplatte 4 aufgesetzt, so dass der Gewindeabschnitt 8, 8' jedes Ankers 5 durch entsprechende Bohrungen der Fußplatte 4 geführt wird. Im Falle der Ausführung mit Verzinkung ist der Gewindeabschnitt 8 zusätzlich mit einer Bitumendickbeschichtung 15 versehen. Zur Aufrechterhaltung eines für die Ausrichtung des Pfostens 3 erforderlichen Ab- stands wird unter der Fußplatte 4 das Abstandselement 14 platziert, und zwar möglichst im Flächenschwerpunkt der Fußplatte 4.
Alternativ ist das Abstandselement 14 bereits fest unterhalb der Fußplatte 4 angebracht, so dass eine zusätzliche Justierung zum Flächenschwerpunkt ent- fällt und auch die Gefahr eines Verrutschens des Abstandselementes 14 beim Aufstellen des Pfostens 3 nicht mehr besteht.
Der Pfosten 3 kann somit bezüglich seiner Längsachse in jede beliebige Richtung verschwenkt werden, um eine exakte Ausrichtung zur Solllage zu erreichen. Es folgt eine Zwischensicherung mit den Muttern 1 1 . Sodann wird um das Abstandselement 14 herum der Freiraum zwischen Fußplatte 4 und dem Betonkörper 1 mit einer Vergussmasse oder Mörtel verfüllt, wodurch sich die Schicht 13 ergibt. Nach dem Aushärten der Verguss-Schicht 13 werden die Muttern 1 1 gelöst und der Bereich des verzinkten Gewindestabes 8 im Anschluss an die bereits bestehende Beschichtung 15 bis unter das Kegelpfannen- Kugelscheiben-Systems 9, 10 mit Bitumen beschichtet. Unter Zwischenfügung der Ausgleichsvorrichtung 9, 10 werden die hochfesten, verzinkten Muttern 1 1 erneut aufgeschraubt und vorgespannt. Abschließend wird zur zusätzlichen Sicherung der Verbindung die Verlier-Sicherungsmutter 12 angebracht.
Die Fig. 4 zeigt einen einzelnen Anker 5, der einen Abschnitt 6 aus BSt 500S zur Verankerung im Beton und einen Gewindeabschnitt 8, 8' - entweder mit Feuerverzinkung oder aus nichtrostendem Stahl - zum Aufschrauben der Muttern 1 1 , 12 umfasst. Der Abschnitt 6 ist zumindest über einen Teil seiner Längserstreckung als Rippenstahl ausgeführt, um einen möglichst guten Formschluss mit dem Beton oder Kleber zu erreichen.
In Fig. 5 ist die Ausgleichsvorrichtung 9, 10 im Schnitt dargestellt, wobei die Ausgleichsvorrichtung 9, 10 eine Kegelpfanne 9 und eine darauf gelagerte Kugelscheibe 10 umfasst. Diese Bauteile sind bezüglich ihrer Form in DIN 6319 festgelegt. In der Darstellung ist durch die Ausgleichsvorrichtung 9, 10 der Gewindebolzen 8 geführt, dessen Längsachse LA2 um den Winkel α geneigt zur Systemachse verläuft. Auf die mit dem Pfosten 3 in Fig. 1 , 2 und 3 ausgerichtete Fußplatte 4 wird die Kegelpfanne 9 aufgelegt, deren Achse LA1 parallel zur Systemachse des Pfostens verläuft. Um die Neigung des Gewindeabschnitts 8 auszugleichen, ist die Kugelscheibe 10 auf der Kegelpfanne 9 verschwenkt, so dass die Längsachse LA2 der Kugelscheibe identisch mit der Längsachse LA1 des Gewindeabschnitts 8 des Ankers ist. Durch die verschwenkte Kugelscheibe 9 wird eine parallel zur Spannfläche der Sechskantmutter 1 1 verlaufende Krafteinleitungsfläche bereitgestellt, so dass die Lastaufnahme genau in Längsrichtung der Anker 5 des Einbauelementes gewährleistet ist. Der Winkel zwischen den Längsachsen LA1 und LA2 ist mit α bezeichnet. Bezugszeichenliste
1 Betonbauwerk / -körper
2 Einbauelement - Querverbindungsstäbe 3 Pfosten
4 Fußplatte
5 Anker
6 Verankerung Rippenstahl (BSt 500S) 7 Gewindeabschnitt - hier: Innengewinde 8 Gewindeabschnitt / -bolzen, verzinkt 8' Gewindeabschnitt / -bolzen, nichtrostender
Stahl
9 Kegelpfanne
10 Kugelscheibe
1 1 Sechskantmutter (verzinkt, hochfester Stahl, werkseitig vorgeschmiert)
12 Verlier-Sicherungsmutter
13 Vergussmasse-Schicht
14 Zentrier- / Abstandhalter
15 Bitumendickbeschichtung
