Patentansprüche
1. Verfahren zum Haltbarmachen von bei der Mehlherstellung vom Korn abgetrennten Keimlingen, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Korn getrennten Keimlinge auf eine feste Oberfläche prallen gelassen und/oder verwirbelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Keimlinge in Form eines Teilchenstromes auf eine feste Oberfläche prallen gelassen werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Prallen in einer Prallmühle stattfindet.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Prallmühle eine Stiftmühle ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stiftmühle eine beliebige Stiftform und 1 - 7 Stiftreihen aufweist und die Umdrehungsgeschwindigkeit 100 - 20.000 U/min und der Durchmesser der Scheiben 5 cm - 1 m beträgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stiftmühle eine runde Stiftform, 2 - 4 Stiftreihen und zwei Drehscheiben aufweist, die Umdrehungsgeschwindigkeit 2.000 - 4.000 U/min beträgt und die Umdrehung gegenläufig erfolgt und der Durchmesser der Scheiben 30 - 50 cm beträgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass den Keimlingen Schrot zugemischt wird, um ein Verkleben zu vermeiden.
8. Verfahren zur Herstellung von lagerfähigem Mehl, dadurch gekennzeichnet, dass die durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 haltbargemachten Keimlinge dem Mehl beigemischt werden. |
Haltbarmachen von Keimlingen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Haltbarmachen von bei der Mehlherstellung vom Korn abgetrennten Keimlingen.
Das Mahlen von Getreide zu Mehl ist eine alte Kulturtechnik und wird seit dem Sesshaftwerden der Menschen verwendet. Das Getreide wurde gelagert und nach Bedarf gemahlen, wonach das Mehl weiterverarbeitet wurde. Die Haltbarkeit von vermahlenen Getreiden ist jedoch nur sehr kurz. Grund dafür ist der Fettgehalt des Keimlings, der ein Ranzigwerden des Mehls verursacht und es dadurch ungenießbar macht. Bei Mahlverfahren nach dem Stand der Technik wird der Keimling daher während des Mahlvorganges vom Mehl getrennt und ausgeschieden oder mittels Hitze haltbar gemacht und dem Mehl wieder zugeführt. In beiden Fällen verliert das Mehl wertvolle Inhaltsstoffe welche für die menschliche Ernährung essentiell sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Haltbarmachung von Keimlingen in Mehl bereitzustellen, das keinen Schritt der Wärmebehandlung erfordert, der eine Denaturierung bewirkt.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die vom Mehl getrennten Keimlinge auf eine feste Oberfläche prallen gelassen und/oder verwirbelt werden. Dies bewirkt eine Veränderung des Keimlings. In weiterer Folge erweist sich das Mehl, dem der geprallte Keimling wieder zugeführt wurde, über einen Zeitraum von zumindest 9 Monaten haltbar. Ein Wärmebehandlungsschritt zum Haltbarmachen ist nicht mehr notwendig. Durch die relativ schonende Behandlung des Prallens und/oder Verwirbelns werden die Vitalstoffe (Vitamine, essenzielle Aminosäuren, wichtige Fettsäuren ...), die im Keimling enthalten sind, erhalten.
In weiterer Ausbildung der Erfindung können die Keimlinge in Form eines Teilchenstromes auf eine feste Oberfläche prallen gelassen werden. Ein Teilchenstrom und die damit verbundene höhere Geschwindigkeit des Prallens bewirkt eine effizientere Veränderung des vom Mehl getrennten Keimlings und macht das Mehl, dem der so veränderte Keimling wieder zugeführt wurde, länger haltbar.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Prallen in einer Prallmühle stattfinden. Eine Prallmühle ist eine nach dem Stand der Technik bekannte Mühle, in die der vom Mehl getrennte Keimling eingeführt wird. Durch die starken mechanischen Kräfte, die auf den Keimling in der Mühle einwirken, wird er verändert, sodass er haltbar gemacht wird.
In einer anderen Ausbildung der Erfindung kann die Prallmühle eine Stiftmühle sein. Eine Stiftmühle ist eine nach dem Stand der Technik bekannte spezielle Ausführungsform einer Prallmühle. In Stiftmühlen prallen die Mahlgutteilchen mit hoher Geschwindigkeit auf Stifte. Dadurch werden die Keimlinge haltbar gemacht.
In einer Ausführungsform der Erfindung kann die Stiftmühle eine beliebige Stiftform und 1 - 7 Stiftreihen aufweisen und die Umdrehungsgeschwindigkeit 100 - 20.000 U/min und der Durchmesser der Scheiben 5 cm - 1 m betragen. Durch diese Ausgestaltung der Stiftmühle wird ein wirksames Haltbarmachen von Keimlingen erzielt. 1 - 7 Stiftreihen stellen eine genügend große Anzahl an Prallflächen bereit. Bei einer Umdrehungsgeschwindigkeit von unter 100 U/min würden die Keimlinge durch die Stiftmühle ohne ausreichendes Prallen hindurchfallen, bei einer Umdrehungsgeschwindigkeit von über 20.000 U/min würde die Wärmeentwicklung zu hoch werden. Ein Durchmesser der Scheiben von 5 cm - 1 m stellt eine ausreichende Größe dar, um sowohl eine ausreichende Menge an Keimlingen in einer akzeptablen Zeit haltbar zu machen als auch bei Einbau der Stiftmühle eine überschaubare Größe beizubehalten.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann die Stiftmühle eine runde Stiftform, 2 - 4 Stiftreihen und zwei Drehscheiben aufweisen, die Umdrehungsgeschwindigkeit 2.000 - 4.000 U/min betragen und die Umdrehung gegenläufig erfolgen und der Durchmesser der Scheiben 30 - 50 cm betragen. Eine runde Stiftform ermöglicht ein gleichmäßiges Prallen in jeder Stellung der Drehscheibe. 2 - 4 Stiftreihen stellen einen ausgezeichneten Kompromiss zwischen Anzahl der Prallvorgänge und konstruktivem Aufwand dar. Die Verwendung von zwei Drehscheiben ermöglicht die bessere Verteilung von Stiften. Eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 2.000 - 4.000 U/min ergibt Prallgeschwindigkeiten, die eine effektive Haltbarmachung von Keimlingen bedingt. Eine gegenläufige Umdrehung stellt eine höhere Relativgeschwindigkeit bereit. Ein Durchmesser der Scheiben von 30 - 50 cm stellt eine kompakte Stiftmühle bereit.
In einer anderen Ausführungsform der Erfindung kann dem Keimling Schrot zugemischt werden, um ein Verkleben zu vermeiden. Durch die Beschaffenheit des Keimlings kann es unter Umständen bei der Verarbeitung zum Verkleben kommen. Eine Zumischung von Schrot, der beispielsweise aus demselben Mahlvorgang stammen kann, kann ein Verkleben des Keimlings im Prallverfahren vermieden werden.
Die Erfindung betrifft weiters ein Verfahren zur Herstellung von lagerfähigem Mehl.
Das Herstellen von lagerfähigem Mehl involvierte bisher einen Wärmebehandlungsschritt des Keimlings zur Haltbarmachung bzw. dessen Entfernung. Hierbei gingen jedoch bei der Wärmebehandlung wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
Erfindungsgemäß erfolgt die Herstellung, indem die durch ein Verfahren nach einem der vorangegangenen Aspekte haltbargemachten Keimlinge dem Mehl beigemischt werden. In diesem Verfahren wird der Schritt der Wärmebehandlung nicht mehr benötigt. Auf diese Weise wird ein Mehl erhalten, in dem der Keimling zur Gänze mit all seinen essenziellen Inhaltsstoffen enthalten ist.
Beispiel
Für den Fall einer konventionellen Weizenmühle, welche im Zuge der Vermahlung die Qrieße putzt, enthalten die Siebübergänge der Grob- und Mittelgrießputzmaschinen die Keimlinge vermengt mit Schalenteilchen. Diese Fraktionen werden im konventionellen Prozess - je nach Verfahren - normalerweise aber auf die Schrote B3 oder B4 geführt, dort gemahlen und gesiebt. Die feinen übergänge der Siebung dieser Passagen werden auf die hinteren Passagen der Grießvermahlung geführt, wo auch die groben Siebübergänge der vorderen Grießvermahlungen landen, die ebenfalls Keimlingsanteile enthalten. Diese Vermahlungspassage mit angeschlossener Siebung enthält als Siebübergang in konzentrierter Form die Keimlingsteilchen. Die Keimlinge wurden somit aus der Mehlfraktion ausgeschieden.
Diese Fraktion wird nun nicht wie üblich auf Glattwalzen geführt, wo der Keimling zu einem Blättchen gepresst und in der angeschlossenen Siebung als Siebübergang ausgeschieden wird, sondern wird gegen ein festes Hindernis geprallt und/oder verwirbelt. Vorzugsweise wird auch Schrot hinzugefügt, um ein Verkleben zu verhindern. Vorzugsweise findet das
Prallen in einer Prallmühle, insbesondere in einer Stiftmühle, statt. Dabei findet gleichzeitig auch eine Verwirbelung statt. Die Keimlingsteilchen werden stark zerkleinert, jedoch bleiben die in dieser Fraktion enthaltenen Schalenteilchen aufgrund ihrer wesentlich höheren Zähigkeit gröber und fallen als Siebübergang an, wogegen die Keimlingsteilchen mit dem Endospermteilchen als Siebdurchfall den anderen Passagenmehlen zugeführt werden und somit im Auszugsmehl enthalten sind.
Für den Fall einer konventionellen Weizenmühle, welche im Zuge der Vermahlung die Grieße nicht (auf Grießputzmaschinen) putzt, sondern direkt auf Walzenstühlen weiter vermahlt, sind die Keimlinge Fraktionen in den Siebübergängen dieser Passagen. Diese übergänge werden gegen ein festes Hindernis geprallt. Vorzugsweise wird auch Schrot hinzugefügt, um ein Verkleben zu verhindern. Vorzugsweise findet das Prallen in einer Prallmühle, insbesondere in einer Stiftmühle, statt. Gleichzeitig findet auch hier eine Verwirbelung statt. Wie vorher bleiben die Schalenteilchen gröber und gehen bei der angeschlossenen Siebung als Siebübergang weiter, die Keimlingsteilchen jedoch gehen als Siebdurchfall mit den Endospermteilchen zu den anderen Passagenmehlen und sind somit im Mehl enthalten.
Die bevorzugt zum Prallen verwendete Stiftmühle kann jede beliebige Stiftform aufweisen, beispielsweise eine runde, ovale, drei-, vier- oder mehreckige Form, wobei eine runde Stiftform bevorzugt ist, da sie ein gleichmäßiges Prallen in jeder Stellung der Drehscheibe, auf der die Stifte angeordnet sind, gewährleistet. Die Stifte können in einer oder mehreren, beispielsweise 1 , 2, 3, 4, 5, 6, 7 oder mehr, Reihen angeordnet sein. Als praktische Anzahl an Reihen hat sich eine Anzahl von 2 - 4 erwiesen. Weiters kann auch die Drehrichtung der Drehscheiben variiert werden. So können beispielsweise zwei Drehscheiben vorhanden sein, wobei eine fix eingebaut sein kann und die andere bewegt wird. Sind beide Drehscheiben beweglich eingebaut, kann die Drehrichtung gleichläufig oder gegenläufig sein. Bei einer gegenläufigen Drehrichtung können höhere Relativgeschwindigkeiten erreicht werden, ohne einen hochdrehenden Motor verwenden zu müssen. In der Praxis haben sich Umdrehungsgeschwindigkeiten von 100 - 20.000 U/min als gute Ergebnisse aufweisend erwiesen, wobei sich eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 2.000 - 4.000 U/min als vorteilhaft herausgestellt hat. Die Umdrehungsgeschwindigkeit kann beispielsweise 2.000, 2.500, 3.000, 3.500 oder 4.000 U/min betragen. Vorzugsweise wird auch eine gegenläufige Drehrichtung angewandt. Der Durchmesser der Drehscheiben ist nicht entscheidend, wird jedoch aus
praktischen Gründen von 5 cm - 1 m und vorzugsweise von 30 - 50 cm gewählt. Das Material, aus denen die Stifte und Drehscheiben bestehen, ist ebenfalls nicht entscheidend, und es kann jedes Material verwendet werden, das auf dem Gebiet der Erfindung verwendet wird.
Next Patent: CAM AND DEVICE FOR DRIVING A PISTON PUMP
