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Patent Searching and Data


Title:
PRESS DRIVE DEVICE FOR A PRESS, AND PRESS COMPRISING A PRESS DRIVE DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/062546
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a press drive device (21) for a press (10), comprising a connecting rod (49) that has an input end (48) and an output end (50). The output end (50) is preferably coupled to a ram (11) via a press gear unit. A drive shaft (35) is mounted so as to be rotatable about a shaft axis W and includes a connecting rod bearing (46) that is eccentric in relation to the shaft axis W. A drive unit (77) comprising a driving motor (30) and a planetary gear set (76) is used for driving the drive shaft (35). For this purpose, a gear output (79) is connected in a rotationally fixed manner to the drive shaft (35), and a gear input (78) is connected in a rotationally fixed manner to a motor shaft (73). The driving motor (30) comprises a rotor (66) that is connected in a rotationally fixed manner to the motor shaft (73) via a rotor hub (67). The rotor (66) is hollow cylindrical and is concentric to the motor shaft (73). This creates mounting space located between the motor shaft (73) and the rotor (66) and designed to arrange a braking device (31) therein.

Inventors:
KOSSE, Marcus (Obere Weingartenstrasse 17, Heiningen, 73092, DE)
Application Number:
EP2015/073238
Publication Date:
April 28, 2016
Filing Date:
October 08, 2015
Export Citation:
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Assignee:
SCHULER PRESSEN GMBH (Bahnhofstraße 41, Göppingen, 73033, DE)
International Classes:
B30B1/26
Domestic Patent References:
2001-08-16
Foreign References:
JPS61276797A1986-12-06
EP1923207A22008-05-21
CN104001846A2014-08-27
EP1800850A22007-06-27
EP0111350A11984-06-20
EP1126581A22001-08-22
CN203460455U2014-03-05
DE102008034971A12010-01-28
DE102008063473A12010-07-22
DE102011113624A12013-03-21
Attorney, Agent or Firm:
RÜGER, BARTHELT & ABEL (Webergasse 3, Esslingen, 73728, DE)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Pressenantriebsvorrichtung (21) für eine Presse (10), mit einem Pleuel (49), das ein Antriebsende (48) und ein Abtriebsende (50) aufweist, mit einer Antriebswelle (35) , die um eine Wellenachse (W) drehbar ist und ein gegenüber der Wellenachse (W) exzentrisch angeordnetes Pleuellager (46) aufweist, an dem das Antriebsende (48) des Pleuels (49) gelagert ist, mit wenigstens einem Antriebsgehäuse (24, 25), das eine sich in Umfangsrichtung um die Wellenachse (W) und/oder koaxial zu der Wellenachse (W) erstreckende Umfangswand (26) aufweist, wobei zumindest einem der vorhandenen Antriebsgehäuse (24, 25) ein Antriebsmotor (30) angeordnet ist, der ei¬ nen Stator (65) und einen hohlzylindrischen Rotor (66) aufweist, mit einer Rotornabe (67), die drehfest mit einer Motor¬ welle (73) verbunden ist und an der der Rotor (66) be¬ festigt ist, mit wenigstens einem Planetengetriebe (76), das einen mit der Motorwelle (73) drehfest verbundenen Getriebe¬ eingang (78) und einen mit der Antriebswelle (35) dreh¬ fest verbundenen Getriebeausgang (79) aufweist und das in einem der Antriebsgehäuse (24, 25) angeordnet ist, wobei radial zwischen der Motorwelle (73) und dem Rotor (66) und axial benachbart zu der Rotornabe (67) ein Aufnahmeraum (71) vorhanden ist, der zum Anordnen einer Bremseinrichtung (31) in das betreffende Antriebsgehäu¬ se (24, 25) eingerichtet ist.

Pressenantriebsvorrichtung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass der Getriebeeingang (78) durch ein Sonnenrad (81) des Planetengetriebes (76) ge¬ bildet ist.

Pressenantriebsvorrichtung nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass das Sonnenrad (81) unmit¬ telbar drehfest mit der Motorwelle (73) verbunden ist.

Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass der Getriebeausgang (79) durch einen Planetenradträger (84) des Planetengetriebes (76) gebildet ist.

Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass der Getriebeausgang (79) über eine Kopplungseinrichtung (80) drehfest mit der Antriebswelle (35) gekoppelt ist, wobei die Kopplungs¬ einrichtung (80) eine Relativbewegung radial zur Wellenachse (W) zwischen der Antriebswelle (35) und dem Getriebeausgang (79) ermöglicht.

Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass an einer ersten Lagerstel- le (36) eine erste Lagereinrichtung (37) vorhanden ist, die die Antriebswelle (35) an einem ersten Lagerteil (41) lagert und dass an einer zweiten Lagerstelle (39) eine zweite Lagereinrichtung (40) vorhanden ist, die die Antriebswelle (35) an einem zweiten Lagerteil (42) lagert, wobei die beiden Lagerstellen (36, 39) auf axi¬ al verschiedenen Seiten des Pleuellagers (46) angeord¬ net sind.

7. Pressenantriebsvorrichtung nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass das erste Lagerteil (41) mit der ersten Lagerstelle (36) Bestandteil eines ers¬ ten Antriebsgehäuses (24) ist und/oder dass das zweite Lagerteil (42) mit der zweiten Lagerstelle (39) Be¬ standteil eines zweiten Antriebsgehäuses (25) ist.

8. Pressenantriebsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,

dadurch gekennzeichnet, dass die erste Lagereinrichtung (37) oder die zweite Lagereinrichtung (40) ein Festlager bildet und die jeweils andere Lagereinrichtung (40 bzw. 37) ein Loslager bildet.

9. Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Planetenge¬ triebe (76) und ein Antriebsmotor (30) eine Antriebs¬ einheit (77) bilden, die in einem gemeinsamen Antriebsgehäuse (24, 25) angeordnet ist.

10. Pressenantriebsvorrichtung nach Anspruch 9,

dadurch gekennzeichnet, dass die Motorwelle (73) über eine Motorwellen-Lagereinrichtung (97) an dem Antriebsgehäuse (24, 25) gelagert ist.

11. Pressenantriebsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Motorwellen- Lagereinrichtung (97) axial benachbart zum Getriebeeingang (78) angeordnet ist.

12. Pressenantriebsvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Aufnahmeraum (71) für die Bremseinrichtung (31) axial zwischen Motorwellen-Lagereinrichtung (97) und der Rotornabe (67) befindet .

13. Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Rotornabe (67) eine sich radial zur Wellenachse (W) erstreckende Scheibe (68) oder sich radial zur Wellenachse (W) erstreckende Speichen aufweist, an denen der Rotor (66) befestigt ist .

14. Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Rotornabe (67) eine Hohlwelle (69) aufweist, die die Antriebswelle (35) um¬ schließt und drehfest mit der Antriebswelle (35) ver¬ bunden ist.

15. Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem der vorhandenen Antriebsgehäuse (25) eine Bremseinrichtung (31) angeordnet ist.

16. Pressenantriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens einem der vorhandenen Antriebsgehäuse (24, 25, 87) sowohl ein Antriebsmotor (30) als auch eine Bremseinrichtung (31) angeordnet ist und die Bremseinrichtung axial neben der Rotornabe (67) angeordnet ist und zumindest teilweise in den Raum zwischen dem Rotor und der Wellenachse (W) eingreift .

17. Presse (10) mit einem Pressengestell (12), an dem ein Stößel (11) in einer Hubrichtung (H) bewegbar geführt gelagert ist, mit wenigstens einem Kniehebelgetriebe (51), das einen ersten Kniehebel (52) und einen zweiten Kniehebel (53) aufweist, die durch eine Gelenkverbindung (54) miteinander verbunden sind, wobei der erste Kniehebel (52) gelenkig mit dem Pressengestell (12) und der zweite Kniehebel (53) an einem Druckpunkt (56) gelenkig mit dem Stößel (11) verbunden ist, und mit wenigstens einer Pressenantriebsvorrichtung (21) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Abtriebsende (50) des Pleuels (49) mit der Gelenkver¬ bindung (54) verbunden ist.

18. Presse nach Anspruch 17,

dadurch gekennzeichnet, dass zwei Pressenantriebsvorrichtungen (21) vorhanden sind, die mit Stößel (11) über jeweils ein Kniehebelgetriebe (51) bewegungsgekop¬ pelt sind. Presse nach Anspruch 17 oder 18,

dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes und/oder ein zweites Antriebsgehäuse (24, 25) jedes Pressenantriebs (21) einen Gehäuseinnenraum (29) bereitstellt, in dem ein Antriebsmotor (30) und/oder eine Bremseinrichtung (31) angeordnet ist, wobei der Gehäuseinnenraum (29) innerhalb der Außenkontur des Pressengestells (12) an¬ geordnet ist.

Description:
Pressenatriebsvorrichtung für eine Presse und Presse mit

Pressenantriebsvorrichtung

Die Erfindung betrifft eine Pressenantriebsvorrichtung für eine Presse, die zum Antreiben eines Stößels der Presse dient. Die Erfindung betrifft außerdem eine Presse, die ei ¬ ne solche Pressenantriebsvorrichtung aufweist.

Pressenantriebsvorrichtungen zum Antreiben eines Pressenstößels sind in vielen verschiedenen Varianten bekannt. Es wurde bereits mehrfach vorgeschlagen, Elektromotoren oder Servomotoren in der Pressenantriebsvorrichtung einzusetzen. Beispielsweise beschreibt DE 10 2008 034 971 AI eine Presse mit mehreren Direkt-Antriebsmodulen, die jeweils auf einen Druckpunkt des Stößels wirken. Im Direkt-Antriebsmodul kann ein Servomotor verwendet werden. Die Servomotoren verschiedener Direkt-Antriebsmodule können entweder mechanisch gekoppelt oder elektronisch synchronisiert sein. Bei elektro ¬ nischer Synchronisierung mit vier Druckpunkten kann der Stößel um zwei senkrecht aufeinander stehende Achsen ge ¬ dreht bzw. gekippt werden.

DE 10 2008 063 473 AI schlägt einen modular aufbaubaren Pressenantrieb vor. Ein elektrischer Antriebsmotor, beispielsweise ein Servo- oder ein Torquemotor kann mit einem Getriebemodul an einer Schnittstelle der Presse angeordnet werden. In dem Motormodul kann außerdem eine Bremse vorhanden sein. Der Motor ist über ein Getriebemodul mit einer entsprechenden Schnittstelle an der Presse verbindbar. Ein weiteres modulares Antriebssystem für eine Presse ist aus DE 10 2011 113 624 AI bekannt. In einem Antriebsgehäuse ist eine Kurbelwelle über Radiallager gelagert. Seitlich am Antriebsgehäuse ist der Antrieb angeflanscht. An einem Pleuellager der Kurbelwelle ist ein Pleuel befestigt, das die Drehbewegung der Kurbelwelle in eine oszillierende Be ¬ wegung umsetzt. Eine Bremseinrichtung und ein Planetenge ¬ triebe kann zwischen dem Antrieb und dem Antriebsgehäuse angeordnet sein. Die Bremse und der Antrieb können auch an entgegensetzten Seiten mit dem Getriebe verbunden werden. Durch die Modulbauweise sind verschiedene Anordnungsmög ¬ lichkeiten geschaffen.

Bei den bisherigen Pressen ist der benötigte Bauraum für die Pressenantriebseinrichtung häufig beträchtlich. Es kann daher als Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen werden, eine Pressenantriebsvorrichtung bzw. eine Presse bereitzustellen, die einen kompakteren Aufbau ermöglicht.

Die Aufgabe wird durch eine Pressenantriebsvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 sowie eine Presse mit den Merkmalen des Patentanspruches 17 gelöst.

Zu der Pressenantriebsvorrichtung gehört ein Pleuel, das ein Antriebsende und ein Abtriebsende aufweist. Das Ab ¬ triebsende ist vorzugsweise über ein Kniehebelgetriebe oder auch über ein anderes Pressengetriebe mit dem Stößel gekop ¬ pelt. Die Pressenantriebsvorrichtung weist außerdem eine Antriebswelle, beispielsweise eine Kurbelwelle oder eine Exzenterwelle auf. Die Antriebswelle ist um eine Wellenach ¬ se drehbar gelagert. Sie hat ein gegenüber der Wellenachse exzentrisch angeordnetes Pleuellager. An dem Pleuellager ist das Antriebsende des Pleuels gelagert. Die Pressenantriebsvorrichtung weist wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor, insbesondere einen Torquemotor, mit einem Stator und einem Rotor auf. Unter einem „Torquemotor" ist ein Servomotor zu verstehen, der für hohe Drehmomente bei geringeren Drehzahlen ausgelegt ist. Der Torquemotor weist eine hohe Polpaarzahl auf. Der Durchmes ¬ ser eines Torquemotors ist vorzugsweise deutlich größer als dessen axiale Abmessung. Der Torquemotor benötigt in Axialrichtung lediglich einen geringen Bauraum.

Es ist wenigstens ein Antriebsgehäuse vorhanden. Vorzugs ¬ weise sind zumindest ein erstes und ein zweites Antriebsge ¬ häuse vorhanden. Die Anzahl der Antriebsgehäuse kann auch größer als zwei sein. Das erste Antriebsgehäuse und das zweite Antriebsgehäuse sind auf axial entgegengesetzten Seiten des Pleuellagers angeordnet. Die Antriebswelle ragt vorzugsweise in das erste und/oder das zweite Antriebsge ¬ häuse hinein.

In einem oder mehreren der vorhandenen Antriebsgehäuse ist ein Antriebsmotor angeordnet, der einen Stator und einen hohlzylindrischen Rotor aufweist. Der Gehäuseinnenraum stellt einen Bauraum für den Antriebsmotor bereit. Vorzugsweise radial innerhalb des Stators ist der Rotor angeord ¬ net. An seiner dem Stator zugewandten Seite kann der Rotor Permanentmagnete tragen.

Der Rotor wird von einer Rotornabe getragen. Der Rotor ist mit der Rotornabe drehfest verbunden. Der Rotor oder zumindest Teile davon und die Rotornabe können auch integral oh ¬ ne Naht- und Fügestelle ausgeführt sein. Die Rotornabe wie ¬ derum ist drehfest mit einer Motorwelle verbunden. Die Dre- hung des Rotors um einen bestimmten Drehwinkel um die Wel ¬ lenachse verursacht somit die Drehung der Rotornabe und der Motorwelle um denselben Drehwinkel.

Die Pressenantriebsvorrichtung hat wenigstens ein Planetengetriebe. Jedem vorhandenen Antriebsmotor kann ein Planetengetriebe zugeordnet sein. Ein Antriebsmotor und ein zu ¬ geordnetes Planetengetriebe bilden eine gemeinsame An ¬ triebseinheit. Jede Antriebseinheit kann in einem separaten Antriebsgehäuse angeordnet sein. Es ist auch möglich, das Planetengetriebe und den Antriebsmotor einer gemeinsamen Antriebseinheit in zwei separaten Antriebsgehäusen anzuord ¬ nen, die axial nebeneinander bezüglich der Wellenachse angeordnet und miteinander verbunden werden.

Das Planetengetriebe weist einen Getriebeeingang und einen Getriebeausgang auf. Der Getriebeeingang ist drehfest mit der Motorwelle verbunden. Der Getriebeausgang ist drehfest mit der Antriebswelle verbunden. Das Planetengetriebe hat ein Übersetzungsverhältnis zwischen dem Getriebeeingang und dem Getriebeausgang von mindestens 3 und vorzugsweise min ¬ destens 5. Das Übersetzungsverhältnis ist vorzugsweise eine ganze Zahl oder eine Dezimalzahl mit endlich vielen Dezimalstellen, insbesondere weniger als 5 oder weniger als 3 Dezimalstellen. Dadurch kann anhand einer Drehlagen- bzw. Drehwinkelbestimmung der Motorwelle mittels einer Pressensteuerung sehr einfach und genau die Drehlage bzw. der Drehwinkel der Antriebswelle ermittelt werden, ohne dass deren Drehstellung separat erfasst werden muss.

Radial zwischen der Motorwelle und dem Rotor und axial be ¬ nachbart zu der Rotornabe ist durch die Anordnung ein Ein- bauraum vorhanden, der zum Anordnen einer Bremseinrichtung in dem betreffenden Antriebsgehäuse eingerichtet ist.

Durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Pressenantriebsvorrichtung lassen sich modulartig in einem Antriebsgehäuse eine Antriebseinheit und/oder eine Bremseinrichtung anord ¬ nen. Die Pressenantriebsvorrichtung kann daher flexibel an die Presse angepasst werden. Außerdem ist der Bauraum ins ¬ besondere in Axialrichtung parallel zur Wellenachse sehr klein. Es ist dadurch möglich, eine kompakte Presse zu rea ¬ lisieren, bei der die Wellenachse der wenigstens eine An ¬ triebswelle in der Richtung orientiert ist, in der auch der Werkstücktransport erfolgt. Die Pressenantriebsvorrichtung ragt dabei vorzugsweise nicht über die Außenkontur des Pressengestells der Presse hinaus. Dadurch ist die Zugäng ¬ lichkeit zur Vorder- bzw. Rückseite der Presse für den Werkstücktransport und/oder zum Auswechseln des Pressenwerkzeugs erheblich verbessert.

Das Planetengetriebe weist ein Sonnenrad, ein Hohlrad und mehrere zwischen dem Sonnenrad und dem Hohlrad angeordnete und sowohl mit dem Sonnenrad, als auch mit dem Hohlrad in Eingriff stehende Planetenräder auf. Die Planetenräder sind vorzugsweise an einem gemeinsamen Planetenradträger drehbar gelagert. Bei einem Ausführungsbeispiel ist der Getriebe ¬ eingang durch das Sonnenrad gebildet. Das Sonnenrad ist da ¬ bei vorzugsweise unmittelbar drehfest mit der Motorwelle verbunden und kann beispielsweise direkt auf der Motorwelle sitzen. Es ist auch möglich, die Motorwelle und das Sonnenrad integral ohne Naht- und Fügestelle auszuführen.

Der Durchmesser der Motorwelle kann im Verhältnis zu ihrer axialen Länge entlang der Wellenachse groß sein, wodurch sich eine hohe Torsionssteifigkeit ergibt. Die Motorwelle wirkt also nicht als Torsionsfeder. Beispielsweise kann das Verhältnis des Durchmessers geteilt durch die Länge der Mo ¬ torwelle größer sein als 0,1 oder als 0,25 oder als 0,3 o- der als 0,5 oder als 0,7 oder größer gleich 1,0. Die Erfassung der Drehlage der Antriebswelle anhand einer Drehlagen ¬ messung der Motorwelle ist daher sehr genau.

Der Getriebeausgang kann bei einem Ausführungsbeispiel durch den Planetenradträger gebildet sein. Der Planetenrad- träger ist drehbar um die Wellenachse gelagert.

Die Planetenräder können fliegend gelagert sein. Alternativ hierzu besteht auch die Möglichkeit, die Planetenräder am Antriebsgehäuse und/oder an der Motorwelle abzustützen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Pressenantriebsvorrichtung ist der Getriebeausgang über eine Kopplungseinrichtung drehfest mit der Antriebswelle gekoppelt. Die Kopplungseinrichtung ist dabei insbesondere so ausgeführt, dass eine Radialbewegung radial zur Wellenachse zwischen der Antriebswelle und dem Getriebeausgang ermöglicht ist. In Drehrichtung bzw. in Umfangsrichtung um die Wellenachse stellt die Kopplungseinrichtung eine drehfeste und vorzugs ¬ weise spielfreie Verbindung zwischen dem Getriebeausgang und der Antriebswelle her. Es ist weiter vorteilhaft, wenn die Kopplungseinrichtung außerdem eine axiale Relativbewegung zwischen dem Getriebeausgang und der Antriebswelle ermöglicht .

Die Antriebswelle ist bei einer Ausführungsform über ledig ¬ lich zwei Lagerstellen drehbar gelagert. Die erste Lagereinrichtung und/oder die zweite Lagereinrichtung sind vor- zugsweise durch Wälzlagereinrichtungen gebildet, könnten aber für Pressen mit größeren Press- bzw. Pleuelkräften auch als Gleitlager ausgeführt sein.

Die Antriebswelle ist bei einem bevorzugten Ausführungsbei ¬ spiel an einer ersten Lagerstelle über eine erste Lagereinrichtung und an einer zweiten Lagerstelle über eine zweite Lagereinrichtung drehbar gelagert. Die beiden Lagerstellen sind bezüglich des Pleuellagers auf axial entgegengesetzten Seiten angeordnet. Die erste Lagereinrichtung ist zwischen einem ersten Lagerteil und der Antriebswelle und die zweite Lagereinrichtung ist zwischen einem zweiten Lagerteil und der Antriebswelle angeordnet.

Vorzugsweise bildet die erste Lagereinrichtung ein Festla ¬ ger und die zweite Lagereinrichtung ein Loslager. Axiale Ausdehnungen der Antriebswelle führen daher nicht zu Spannungen in der Pressenantriebsvorrichtung. Ein axiales Auswandern der Antriebswelle wird durch das Festlager verhindert .

Vorzugsweise ist die erste Lagereinrichtung im Bereich der Kopplungseinrichtung vorhanden. Über die erste Lagereinrichtung wird der Getriebeausgang und/oder die Kopplungseinrichtung und/oder die Antriebswelle am ersten Lagerteil abgestützt bzw. gelagert. Vorzugsweise ist die erste Lager ¬ einrichtung zwischen dem ersten Lagerteil und dem Getriebeausgang oder der Kopplungseinrichtung angeordnet, so dass die Antriebswelle mittelbar über die erste Lagereinrichtung am Antriebsgehäuse abgestützt wird.

Es ist bevorzugt, wenn ein erstes Antriebsgehäuse und ein zweites Antriebsgehäuse vorhanden ist. Insbesondere sind die beiden Antriebsgehäuse auf unterschiedlichen Axialsei ¬ ten des Pleuellagers angeordnet.

Jedes Antriebsgehäuse kann eine sich in Umfangsrichtung um die Wellenachse und/oder koaxial zu der Wellenachse erstre ¬ ckende Umfangswand aufweisen. Insbesondere kann der Stator eines Antriebsmotors an der der Wellenachse zugeordneten Innenfläche der Umfangswand angeordnet sein. Zumindest bei dem ersten und dem zweiten Antriebsgehäuse ist vorzugsweise außerdem jeweils eine Innenwand vorhanden. Die Innenwand ist mit der Umfangswand auf der axialen Seite verbunden, die dem Pleuellager zugewandt ist und als innere Axialseite des ersten bzw. zweiten Antriebsgehäuses bezeichnet werden kann. Das Antriebsgehäuse hat somit eine topfförmige Ge ¬ stalt. Die Innenwand ist im Bereich der Wellenachse durch ¬ brochen .

Es ist vorteilhaft, wenn das erste Lagerteil mit der ersten Lagerstelle Bestandteil des ersten Antriebsgehäuses ist und/oder wenn das zweite Lagerteil mit der zweiten Lagerstelle Bestandteil des zweiten Antriebsgehäuses ist. Insbe ¬ sondere ist die erste Lagerstelle an der Innenwand des ers ¬ ten Antriebsgehäuses und die zweite Lagerstelle an der In ¬ nenwand des zweiten Antriebsgehäuses gebildet. Dort stützt sich die Antriebswelle mittelbar oder unmittelbar über die betreffende Lagereinrichtung an der Innenwand ab. Bei die ¬ ser Anordnung ist die Antriebswelle somit nicht am Pressen ¬ gestell, sondern vorzugsweise ausschließlich an den beiden Antriebsgehäusen gelagert. Es ist aber auch möglich, die Antriebswelle zusätzlich am Pressengestell zu lagern, ins ¬ besondere bei Pressen mit größeren Presskräften. Die Motorwelle ist bei einem vorteilhaften Ausführungsbei ¬ spiel der Pressenantriebsvorrichtung an einer Motorwellen- Lagerstelle über eine Motorwellen-Lagereinrichtung an dem Antriebsgehäuse gelagert, das sie durchsetzt, beispielswei ¬ se am ersten Antriebsgehäuse. Die Motorwellen-Lagerstelle ist vorzugsweise axial benachbart und insbesondere mög ¬ lichst nahe am Getriebeeingang angeordnet. Die Motorwellen- Lagereinrichtung kann in Axialrichtung der Wellenachse betrachtet eine größere axiale Abmessung aufweisen als die erste und/oder die zweite Lagereinrichtung zur Lagerung der Antriebswelle. Die Motorwellen-Lagerstelle bzw. die Motor ¬ wellen-Lagereinrichtung ist bei einem Ausführungsbeispiel zwischen dem Getriebeeingang und dem Antriebsmotor bzw. zwischen dem Getriebeeingang und der Rotornabe angeordnet. Es ist dabei vorteilhaft, wenn sich der Einbauraum für die Bremseinrichtung zwischen der Motorwellen-Lagereinrichtung und der Rotornabe befindet. Hierzu kann die Rotornabe bei ¬ spielsweise mit dem Axialende des Rotors verbunden sein, das der Motorwellen-Lagereinrichtung abgewandt ist.

Die Motorwelle und/oder die Rotornabe und/oder der Rotor sind vorzugsweise ausschließlich über die Motorwellen- Lagereinrichtung an der Motorwellen-Lagerstelle gelagert. Der Rotor und/oder die Rotornabe werden somit über die Motorwellen-Lagereinrichtung mittelbar über die Motorwelle an dem Antriebsgehäuse gelagert. Von der Verbindungsstelle der Rotornabe mit der Motorwelle betrachtet ist der Rotor bzw. die Rotornabe nur auf einer Axialseite gelagert.

Bei einem Ausführungsbeispiel ist eine Bremseinrichtung vorhanden. Die Bremseinrichtung ist dazu vorgesehen, im Notfall, beispielsweise bei einem Ausfall der elektrischen Energieversorgung, die Stößelbewegung zu stoppen. In einem oder mehreren der vorhandenen Antriebsgehäuse kann jeweils eine Bremseinrichtung angeordnet sein.

Vorzugsweise ist der Rotor an einem axialen Ende an der Rotornabe befestigt. Beispielsweise kann in einem Antriebsge ¬ häuse sowohl einen Antriebsmotor als auch eine Bremseinrichtung angeordnet sein. Dabei kann die Bremseinrichtung axial zumindest teilweise in den Einbauraum zwischen dem Rotor und der Wellenachse eingreifen. Vorzugsweise ist die Bremseinrichtung dabei axial benachbart zur Rotornabe ange ¬ ordnet .

Bei einem vorteilhaften Ausfügungsbeispiel hat die Rotorna ¬ be eine Hohlwelle, die die Motorwelle umschließt. Die Hohl ¬ welle kann in Drehrichtung, also in Umfangsrichtung um die Wellenachse kraftschlüssig und/oder formschlüssig mit der Motorwelle verbunden sein. Von der Hohlwelle können sich Speichen oder kann sich eine Scheibe im Wesentlichen radial oder schräg zur Wellenachse erstrecken, wobei der Rotor durch die Scheibe bzw. die Speichen getragen ist.

Es ist vorteilhaft, wenn das erste und das zweite Antriebs ¬ gehäuse jeweils einen Befestigungsflansch zur Befestigung an einem Pressengestell aufweist. Der Befestigungsflansch ist vorzugsweise an einer Stelle angeordnet, die von der dem Pleuellager zugeordneten inneren Axialseite bzw. vom Getriebeausgang axial beabstandet ist. Der Befestigungs ¬ flansch kann als Ringflansch ausgeführt sein. Das erste und das zweite Antriebsgehäuse wird vorzugsweise an zwei sich gegenüberliegenden Platten oder Wangen des Pressengestells derart montiert, dass lediglich der Ringflansch und die Be ¬ festigungsschrauben aus Zwischenraum herausragen, der durch die beiden Platten oder Wangen des Pressengestells defi ¬ niert ist.

Ein optional vorhandenes drittes Antriebsgehäuse kann mit einem Verbindungsflansch an dem Befestigungsflansch des ersten oder zweiten Antriebsgehäuses befestigt sein. Es lassen sich auf diese Weise im Prinzip beliebig viele An ¬ triebsgehäuse axial nebeneinander anordnen und mit dem ers ¬ ten und/oder zweiten Antriebsgehäuse verbinden.

Bei einer Ausführungsform ragt die Pressenantriebsvorrichtung nicht über die Außenkontur des Pressengestells hinaus. Unter der Außenkontur ist ein kleinstmöglicher Quader zu verstehen, in dem das Pressengestell angeordnet ist. Durch diese Ausgestaltung lässt sich eine kompakte Bauform der Pressenantriebsvorrichtung erreichen. Insbesondere ist es möglich, die Pressenantriebsvorrichtung am bzw. im Pressengestell, beispielsweise im Kopfteil einer Presse, anzuord ¬ nen. Außerdem ergibt sich der Vorteil, dass der Werkzeug ¬ wechsel vereinfacht ist, da der Bereich unmittelbar vor bzw. hinter der Presse von oben gut zugänglich ist und ein zu wechselndes Werkzeug beispielsweise über einen Kran di ¬ rekt neben dem Pressengestell auf den Pressentisch abgelegt werden kann.

Über den elektrischen Antriebsmotor bzw. Torquemotor sind hohe Drehmomente realisierbar. Aufgrund der direkten Verbindung des Rotors mit der Antriebswelle sind hohe Drehbe ¬ schleunigungen bzw. Drehverzögerungen der Antriebswelle möglich. Diese werden über das Pleuel und das vorzugsweise vorhandene Kniehebelgetriebe auf den Stößel übertragen. So ¬ mit werden Beschleunigungen und Verzögerungen des Stößels mit hohen Beträgen erreicht. Die Pressenantriebsvorrichtung bzw. eine damit ausgestattete Presse hat somit neben der hohen Energieeffizienz auch eine hohe Dynamik. Die volle Drehzahl der Pressenantriebsvorrichtung ist bei einem Ausführungsbeispiel in weniger als 40 Millisekunden erreicht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Pressenantriebs ¬ vorrichtung neben einer geringen Reibung auch im Verhältnis zum bereitgestellten Drehmoment lediglich geringe Massenträgheitsmomente aufweist.

Der Rotor und/oder die Rotornabe und/oder andere drehfest mit der Antriebswelle verbundenen Teile können durch Vergrößerung ihrer Masse oder durch Anbringen von wenigstens einem Schwungmassenelement als Schwungmasse dienen. Der im Gehäuseinnenraum verfügbare freie Bauraum kann ausgenutzt werden, um eine solche zusätzliche Schwungmasse bereitzu ¬ stellen. Die zusätzliche Schwungmasse muss unwuchtfrei an ¬ geordnet werden.

Die Wellenachse erstreckt sich vorzugsweise in einer Tie ¬ fenrichtung, in der auch der Werkstücktransport zu oder aus der Presse stattfindet.

Eine Presse gemäß der vorliegenden Erfindung kann eine oder mehrere der vorstehend beschriebenen Pressenantriebsvorrichtungen aufweisen. Jeder Pressenantriebsvorrichtung ist insbesondere ein Kniehebelgetriebe zugeordnet, das vom Pleuel der Pressenantriebsvorrichtung beaufschlagt wird. Weist die Presse mehrere Pressenantriebsvorrichtungen auf, sind diese mechanisch nicht miteinander gekoppelt. Jede in der Presse verwendete Pressenantriebsvorrichtung kann den Drehwinkel der Antriebswelle und mithin die Stellung des Pleuels bzw. des damit jeweils verbundenen Kniehebelgetrie ¬ bes unabhängig von den anderen Pressenantriebsvorrichtungen einstellen. Die Pressenantriebsvorrichtungen werden durch eine Pressensteuerung koordiniert und sozusagen steuerungs ¬ technisch gekoppelt.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, sowie der Beschreibung. Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten

Zeichnung im Einzelnen erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Ausfüh ¬ rungsbeispiels einer Presse mit zwei Pres ¬ senantriebsvorrichtungen,

Fig. 2 die Presse aus Fig. 1 in einer Vorderansicht,

Fig. 3 die Presse aus den Fig. 1 und 2 in einer

Seitenansicht,

Fig. 4 die Presse gemäß der Fig. 1-3 in einer

Draufsicht,

Fig. 5 eine geschnittene Teildarstellung der Presse gemäß der Fig. 1-4 in einem Schnittbild ge ¬ mäß der Schnittlinie V-V in Fig. 2 mit einer schematisch dargestellten Antriebseinheit,

Fig. 6 eine Teildarstellung der Presse gem. der

Fig. 1 bis 5 im Schnittbild gemäß der

Schnittlinie VI-VI in Fig. 2,

Fig. 7 einen Pressenstößel und die Stößelführung der Presse gemäß der Fig. 1 bis 6 in per- spektivischer Ansicht, sowie eine schemati ¬ sche Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Kniehebelgetriebes der Presse,

Fig. 8 bis 11 jeweils ein Blockschaltbild unterschiedli ¬ cher Konfigurationen einer Pressenantriebsvorrichtung,

Fig. 12 eine schematische Prinzipdarstellung eines abgewandelten Ausführungsbeispiels eines Kniehebelgetriebes der Presse,

Fig. 13 eine schematische Prinzipdarstellung einer

Lageranordnung für ein Kniehebelgetriebe und

Fig. 14 eine schematische Prinzipdarstellung einer weiteren Lageranordnung für ein Kniehebelgetriebe .

In den Fig. 1 bis 4 ist ein Ausführungsbeispiel einer Pres ¬ se 10 in verschiedenen Ansichten dargestellt. Die Presse 10 weist einen Stößel 11 auf, der in einer Hubrichtung H, insbesondere in Vertikalrichtung, an einem Pressengestell 12 geführt bewegbar gelagert ist. Zur Führung des Stößels 11 dienen beispielsgemäß an dem Stößel 11 befestigte Rollen 15, die an einer jeweils zugeordneten Anlagefläche 13 eines pressengestellseitigen Führungselements 14 anliegen (Fig. 7) .

Das Pressengestell 12 weist ein Fußteil 18 mit einem Pres ¬ sentisch 19 auf. Auf dem Pressentisch 19 kann ein Unterwerkzeug angeordnet werden. Mit dem Unterwerkzeug kann ein Oberwerkzeug zusammenwirken, das am Stößel 11 angeordnet wird. Bei der hier beschriebenen Presse 10 ist das Unterwerkzeug relativ zum Pressengestell 12 unbeweglich angeord ¬ net. Lediglich das Oberwerkzeug kann mittels des Stößels 11 relativ zum Pressengestell und zum Unterwerkzeug bewegt werden. Die Presse 10 kann zum Schneiden und/oder Stanzen, Prägen und/oder Ziehen und/oder Biegen und/oder für andere Umformverfahren verwendet werden.

Das Pressengestell 12 weist außerdem ein Kopfteil 20 auf. Der Stößel 11 befindet sich zwischen dem Kopfteil 20 und dem Fußteil 18. Bei dem hier veranschaulichten Ausführungsbeispiel ist die Presse 10 als Monoblock-Presse ausgeführt, wobei das Fußteil 18 und das Kopfteil 20 des Pressenge ¬ stells 12 sind über zwei in einer Querrichtung Q mit Abstand zueinander angeordnete Verbindungsteile bzw. Seiten ¬ ständer miteinander verbunden, die sich jeweils vom Fußteil 18 zum Kopfteil 20 in Hubrichtung H erstrecken. In Abwandlung hierzu könnte die Presse 10 auch als C-Gestell-Presse ausgeführt sein oder in geteilter Bauweise, bei der die Pressenelemente (Kopfstück, Ständer, Pressentisch) in geeigneter Weise verbunden sind.

Eine Tiefenrichtung T ist rechtwinklig zur Hubrichtung H und zur Querrichtung Q orientiert. In Tiefenrichtung T betrachtet hat die Presse 10 eine Vorderseite (Fig. 2) und der Vorderseite entgegengesetzt eine Rückseite. Bei der hier veranschaulichten Presse 10 findet der Transport eines Werkstücks von der Vorderseite oder der Rückseite in die Presse 10 bzw. aus der Presse 10 zur Vorderseite oder zur Rückseite statt.

Am Kopfteil 20 ist wenigstens eine und bei dem hier be ¬ schriebenen Ausführungsbeispiel zwei Pressenantriebsvorrichtungen 21 angeordnet. Die wenigstens eine Pressenan ¬ triebsvorrichtung 21 dient zum Bewegen des Stößels 11 in Hubrichtung H.

Am Kopfteil 20 weist das Pressengestell 12 zwei in Tiefen ¬ richtung T beabstandete Pressengestellplatten 22 auf. Die Pressengestellplatten 22 erstrecken sich in einer Ebene, die durch die Querrichtung Q und die Hubrichtung H definiert ist. Die beiden Pressengestellplatten 22 weisen für jede Pressenantriebsvorrichtung 21 jeweils eine kreisrunde Aufnahmeöffnung 23 auf (Fig. 5) . Die Aufnahmeöffnungen 23 in den beiden Pressengestellplatten 22 für eine gemeinsame Pressenantriebsvorrichtung 21 sind in Tiefenrichtung T fluchtend und koaxial um eine Wellenachse W der betreffen ¬ den Pressenantriebsvorrichtung 21 angeordnet.

Die Pressenantriebsvorrichtung 21 weist wenigstens ein Antriebsgehäuse auf. Die Pressenantriebsvorrichtung 21 nach den Fig. 1-7 weist beispielsgemäß ein erstes Antriebsgehäu- se 24 und ein zweites Antriebsgehäuse 25 auf. Das erste An ¬ triebsgehäuse 24 ist in der einen Pressengesteilplatte 22 und das zweiten Antriebsgehäuse 25 in der jeweils anderen Pressengestellplatte 22 jeweils koaxial zu derselben Wel ¬ lenachse W angeordnet. Die Wellenachse W jeder Pressenan ¬ triebsvorrichtung 21 erstreckt sich in Tiefenrichtung T.

Jedes Antriebsgehäuse 24, 25 weist eine in Umfangsrichtung um die Wellenachse W ringförmig geschlossene und beispiels ¬ gemäß koaxial zur jeweiligen Wellenachse W angeordnete ringförmige Umfangswand 26 auf. Die Umfangswand hat bei ¬ spielsgemäß eine um die Wellenachse verlaufende kreisrunde Gestalt, könnte aber auch andere Formen aufweisen. Bei dem in den Fig. 1-7 veranschaulichen Ausführungsbeispiel ist eine Innenwand 27 vorhanden, die im Wesentlichen radial zur jeweiligen Wellenachse W verläuft. Die Innenwand 27 eines jeweiligen Antriebsgehäuses 24, 25 befindet sich an der axialen Seite, an der das Antriebsgehäuse 24, 25 dem je ¬ weils anderen Antriebsgehäuse 25 bzw. 24 zugewandt ist. An der der Innenwand 27 axial gegenüberliegenden Seite hat das jeweilige Antriebsgehäuse 24, 25 eine Gehäuseöffnung 33 (Fig. 5), die durch einen Deckel 28 verschlossen ist. In jedem Antriebsgehäuse 24, 25 ist somit ein im Wesentlichen zylindrisch konturierter Gehäuseinnenraum 29 gebildet. In dem Gehäuseinnenraum 29 kann ein Antriebsmotor 30 und/oder eine Bremseinrichtung 31 angeordnet werden.

Das erste Antriebsgehäuse 24 sowie das zweite Antriebsge ¬ häuse 25 hat jeweils auf der der Innenwand 27 entgegenge ¬ setzten Axialseite ein Befestigungsmittel, um das jeweilige Antriebsgehäuse 24, 25 an der zugeordneten Pressengestell ¬ platte 22 zu befestigen. Als Befestigungsmittel dient bei ¬ spielsgemäß wenigstens ein Befestigungsflansch 32. Der Be- festigungsflansch 32 ist beim hier veranschaulichten Ausführungsbeispiel als Ringflansch ausgeführt und umschließt die Gehäuseöffnung 33 des betreffenden Antriebsgehäuses 24, 25 vollständig. Über Löcher im Befestigungsflansch 32 kann das Antriebsgehäuse 24, 25 an der jeweils zugeordneten Pressengestellplatte 22 verschraubt werden.

Jede Antriebsvorrichtung 21 weist eine Antriebswelle 35 auf. Die Antriebswelle 35 ist beim Ausführungsbeispiel ge ¬ mäß der Fig. 1-7 als Exzenterwelle ausgeführt und kann in Abwandlung hierzu auch durch eine Kurbelwelle (Fig. 8-11) gebildet sein.

Die Antriebswelle 35 erstreckt sich entlang der Wellenachse W und ist drehbar um die Wellenachse W gelagert. Verschie ¬ dene Möglichkeiten der Lagerung sind schematisch in den Fig. 8-11 veranschaulicht. Zur Lagerung der Antriebswelle 35 ist an einer ersten Lagerstelle 36 eine erste Lagerein ¬ richtung 37 vorgesehen. Die erste Lagerstelle 36 ist in ei ¬ ner zylindrischen Lageraussparung 38 der Innenwand 27 des ersten Antriebsgehäuses 24 gebildet. Zwischen der Lageraus ¬ sparung 38 und der Antriebswelle 35 ist die erste Lagerein ¬ richtung 37 angeordnet. Die Antriebswelle 35 ist außerdem an einer zweiten Lagerstelle 39, die beispielsgemäß durch eine Lageraussparung 38 in der Innenwand 27 des zweiten Antriebsgehäuses 25 gebildet ist, mittels einer zweiten La ¬ gereinrichtung 40 gelagert. Die zweite Lagereinrichtung 40 ist zwischen der Lageraussparung 38 und der Antriebswelle 35 angeordnet.

Die Antriebswelle 35 kann bei einer Ausführungsform aus ¬ schließlich über die erste und zweite Lagereinrichtung 37, 40 an der ersten Lagerstelle 36 bzw. der zweiten Lagerstel- le 39 gelagert sein (Fig. 5, 8 und 9) . Zusätzliche Lager ¬ stellen sind nicht vorhanden.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 5, 8, 9 und 11 bilden somit die Innenwände 27 mit den Lageraussparungen 38 ein erstes Lagerteil 41 für die erste Lagerstelle 36 und ein zweites Lagerteil 42 für die zweite Lagerstelle 39. In Abwandlung zu diesem Ausführungsbeispiel kann das erste La ¬ gerteil 41 und/oder das zweite Lagerteil 42 auch durch ein Element des Pressengestells 12 gebildet sein (Fig. 10) .

Zumindest eine der Lagerstellen 36, 39 ist als Festlager ausgeführt, um ein axiales Verschieben der Antriebswelle 35 zu vermeiden. Die jeweils andere Lagerstelle und beispiels ¬ gemäß die zweite Lagerstelle 39 bzw. 36 ist als Loslager ausgeführt, um Verspannungen und Zwangskräfte in der Pres ¬ senantriebsvorrichtungen 21 zu vermeiden.

Zwischen den beiden Lagerstellen 36, 39 hat die Antriebswelle 35 ein Pleuellager 46. Das Pleuellager 46 ist exzent ¬ risch zur Wellenachse W angeordnet. Beispielsgemäß sitzt das Pleuellager 46 auf einem exzentrisch zur Wellenachse W angeordneten Exzenterteil 47a oder einem Kurbelzapfen 47b der Antriebswelle 35.

Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel sind die erste und die zweite Lagereinrichtung 37, 40 durch Wälzla ¬ ger gebildet. Das Pleuellager 46 ist beim Ausführungsbei ¬ spiel ebenfalls als Wälzlager ausgeführt.

Mittels des Pleuellagers 46 ist die Antriebswelle 35 und beispielsgemäß das Exzenterteil 47a oder der Kurbelzapfen 47b mit einem Antriebsende 48 eines Pleuels 49 verbunden. Das Pleuel 49 einer jeweiligen Pressenantriebsvorrichtung 21 erstreckt sich abhängig von der Drehwinkelstellung der Antriebswelle 35 in etwa in Querrichtung Q oder leicht schräg hierzu. An dem dem Antriebsende 48 entgegengesetzten Ende hat das Pleuel 49 ein Abtriebsende 50.

Das Abtriebsende 50 des Pleuels 49 ist bei der hier be ¬ schriebenen Presse 10 mit einem zugeordneten Pressengetriebe, beispielsweise einem Kniehebelgetriebe 51 gekoppelt. Es wäre auch möglich, das Abtriebsende des Pleuels 49 über ein Exzentergetriebe oder auch direkt mit dem Pressenstößel 11 zu koppeln.

Jeder Pressenantriebsvorrichtung 21 ist beispielsgemäß ein Pressengetriebe bzw. Kniehebelgetriebe 51 zugeordnet. Die beispielsgemäß zwei Kniehebelgetriebe 51 sind beispielswei ¬ se stark schematisiert in Fig. 7 veranschaulicht. Die kon ¬ krete Anordnung eines Kniehebelgetriebes 51 in der Presse 10 ist aus Fig. 6 zu erkennen. Jedes Kniehebelgetriebe 51 weist einen ersten Kniehebel 52 und einen zweiten Kniehebel 53 auf. Die beiden Kniehebel 52, 53 sind über eine Gelenk ¬ verbindung 54 und beispielsgemäß ein Kniegelenk 55 gelenkig miteinander verbunden. Der zweite Kniehebel 53 ist außerdem gelenkig mit einem Druckpunkt 56 verbunden. Der erste Kniehebel 52 ist jeweils an seinem dem Kniegelenk 55 entgegengesetzten Ende gelenkig mit dem Pressengestell 12 verbunden .

Fig. 12 zeigt eine abgewandelte Ausgestaltung der Gelenkverbindung 54. Das Pleuel 49 weist drei Gelenkpunkte auf, nämlich einen am Antriebsende 48 (wie in Fig. 7), einen Gelenkpunkt 54a zur Verbindung mit dem ersten Kniehebel 52 und einen Gelenkpunkt 54b zur Verbindung mit dem zweiten Kniehebel 53. Im Übrigen entspricht das Kniehebelgetriebe 51 dem Kniehebelgetriebe 51 aus Fig. 8.

Wie in den Fig. 6 und 13 und teilweise auch in Fig. 3 zu erkennen ist, ist das Kniegelenk 55 durch einen Kniegelenkzapfen 57 gebildet, an dem das Abtriebsende 50 des Pleuels 49 gelagert ist. Der zweite Kniehebel 53 ist beispielsgemäß durch zwei Kniehebelelement 53a, 53b gebildet, die an einem Ende den Kniegelenkzapfen 57 umgreifen und am anderen Ende mit Hilfe eines ersten Lagerzapfens 58 gelenkig mit dem je ¬ weils zugeordneten Druckpunkt 56 des Stößels 11 verbunden sind. Die beiden Kniehebelelemente 53a, 53b sind in axialer Richtung des Kniegelenkzapfens 57 auf entgegengesetzten Seiten des Abtriebsendes 50 des Pleuels 49 angeordnet.

Entsprechend dem zweiten Kniehebel 53 ist auch der erste Kniehebel 52 durch zwei Kniehebelelemente 52a, 52b gebil ¬ det. Die beiden Kniehebelelemente 52a, 52b sind auf entge ¬ gengesetzten Seiten des Kniegelenkzapfens 52 angeordnet, so dass sich das Abtriebsende 50 des Pleuels 49 sowie die dem Kniegelenk 55 zugeordneten Enden der beiden Kniehebelelemente 53a, 53b des zweiten Kniehebels 53 dazwischen befin ¬ den. In Tiefenrichtung T betrachtet ist der Abstand zwischen den beiden Kniehebelelementen 52a, 52b des ersten Kniehebels 52 größer als der Abstand zwischen den beiden Kniehebelelementen 53a, 53b des zweiten Kniehebels 53. In Abwandlung zu dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist es auch möglich, das Abtriebsende 50 des Pleuels 49 gabelför ¬ mig auszuführen. Der erste Kniehebel 52 und/oder der zweite Kniehebel 53 könnten auch nur mit jeweils einem Kniehe ¬ belelement 52a oder 52b bzw. 53a oder 53b ausgeführt sein. An dem dem Kniegelenk 55 entgegengesetzten Ende sind die beiden Kniehebelelemente 52a, 52b des ersten Kniehebels 52 über einen zweiten Lagerzapfen 59 gelenkig am Pressengestell 12 gelagert. Der zweite Lagerzapfen 59 ist an seinen beiden axialen Enden beispielsgemäß in einer Lagerausneh- mung einer Wange 60 des Pressengestells 12 gelagert. Die beiden Wangen 60 zur Lagerung des zweiten Lagerzapfens 59 haben beim Ausführungsbeispiel in Tiefenrichtung T densel ¬ ben Abstand wie die beiden Pressengesteilplatten 22 (Fig. 1 und 4 ) .

Wie in den Fig. 6 und 13 veranschaulicht, sind die relativ zueinander drehbaren Elemente des Kniehebelgetriebes 51 über Wälzlager gelagert. Beispielsweise ist der zweite La ¬ gerzapfen 59 über jeweils ein Wälzlager an den Wangen 60 des Pressengestells 12 gelagert. Die beiden Kniehebelele ¬ mente 52a, 52b des ersten Kniehebels 52 sitzen drehfest auf dem zweiten Lagerzapfen 59 und sind über jeweils ein Wälzlager drehbar am Kniegelenkzapfen 57 gelagert. Die beiden Kniehebelelemente 53a, 53b des zweiten Kniehebels 53 sitzen drehfest auf dem Kniegelenkzapfen 57 und sind über jeweils ein Wälzlager drehbar am zweiten Lagerzapfen 59 gelagert. Der zweite Lagerzapfen 59 ist am Druckpunkt 56 drehfest mit dem Stößel 11 verbunden.

In Fig. 13 ist zu erkennen, dass die Wälzlager durch die Einleitung der Pressenkraft am Druckpunkt 56 in Hubrichtung an ihrer oberen Seite belastet werden. In einer alternativen Ausführung nach Fig. 14 ist die Belastungszone der Lager im unteren Bereich angeordnet. Dies ist dadurch erreicht, dass die Lager im Unterschied zu der Anordnung aus Fig. 13 zwischen den Kniehebelelementen 52a, 52b des ersten Kniehebels 52 und dem zweiten Lagerzapfen 59, zwischen den Kniehebelelementen 53a, 53b des zweiten Kniehebels 53 und dem Kniegelenkzapfen 57, sowie zwischen dem Druckpunkt 56 und dem ersten Lagerzapfen 58 angeordnet sind. Der erste Lagerzapfen 58 ist drehfest mit den Kniehebelelementen 53a, 53b des zweiten Kniehebels 53 und verbunden. Der Kniege ¬ lenkzapfen 57 ist drehfest mit den Kniehebelelementen 52a, 52b des ersten Kniehebels 52 verbunden und der zweite La ¬ gerzapfen 59 sitzt drehfest in den Wangen 60 des Pressenge ¬ stells 12.

Die Anordnung nach Fig. 14 hat gegenüber der Anordnung nach Fig. 13 den Vorteil, dass sich alle Lager innerhalb der Au ¬ ßenkontur des Pressengestells bzw. Pressenkörpers befinden. Dies erleichtert die Abdichtung des Pressenkörpers, insbe ¬ sondere bei Gleitlagerungen mit Öl- bzw. Fettschmierung.

Anstelle der beispielsgemäß zur Lagerung eingesetzten Wälzlager könnten prinzipiell auch andere Lager verwendet wer ¬ den, wie etwa Gleitlager. Gleitlager können vorteilhaft sein, wenn an der betreffenden Einbausteile des Lagers größere Kräfte wirken, die nur durch sehr teure Wälzlager aufgenommen werden können.

Beim Ausführungsbespiel hat der Stößel 11 der Presse 10 zwei in Querrichtung Q mit Abstand angeordnete Druckpunkte 56. Die Druckpunkte 56 sind entlang einer sich in Querrichtung Q erstreckenden Geraden angeordnet. Der Abstand der beiden Druckpunkte 56 ist größer als die Abmessung des Pressentischs 19 in Querrichtung Q. Die beiden Druckpunkte 56 befinden sich daher nicht über dem Pressentisch 19, sondern in Querrichtung Q betrachtet nahe an den beiden Seitenständern des Pressengestells, die das Fußteil 18 und das Kopfteil 20 miteinander verbinden. Dadurch entfällt eine Biegebeanspruchung des Kopfteils 20 und die Pressensteifig- keit wird erhöht.

Wie erläutert, weist jede Pressenantriebsvorrichtung 21 wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor 30 auf. Der wenigstens eine Antriebsmotor 30 ist im ersten Antriebsgehäu ¬ se 24 oder im zweiten Antriebsgehäuse 25 angeordnet. Es ist auch möglich, in beiden Antriebsgehäusen 24, 25 jeweils einen Antriebsmotor 30 anzuordnen. Bei den Ausführungsbeispielen gemäß der Fig. 1 bis 10 weist jede Pressenantriebs ¬ vorrichtung 21 einen einzigen Antriebsmotor 30 auf.

Der Antriebsmotor 30 ist beispielsgemäß im ersten Antriebs ¬ gehäuse 24 angeordnet. Er hat einen Stator 65 der koaxial zur Wellenachse W angeordnet ist. Der Stator 65 ist bei ¬ spielsgemäß an der der Wellenachse W zugewandten Innenflä ¬ che der Umfangswand 26 befestigt.

Radial bezüglich der Wellenachse W ist innerhalb des Sta ¬ tors 65 ein ringförmiger Rotor 66 koaxial um die Wellenachse W angeordnet. Der Rotor 66 trägt beim Ausführungsbei ¬ spiel Permanentmagnete. Die Erregerspulen sind im Stator 65 angeordnet. Der Antriebsmotor 30 ist vorzugsweise als Ser ¬ vomotor bzw. Torquemotor ausgeführt. Der Torquemotor hat im Unterschied zu Servomotoren eine hohe Polpaarzahl und ist für geringere Drehzahlen und höhere Drehmomente ausgelegt. Deswegen ist sein Durchmesser im Vergleich zu seiner axialen Baugröße beispielsgemäß deutlich größer.

Der Rotor 66 des Antriebsmotors 30 ist an seinem der Innenwand 27 bzw. dem Pleuellager 46 zugeordneten axialen Ende an einer Rotornabe 67 befestigt. Die Rotornabe 67 weist beispielsgemäß eine sich radial oder schräg zur Wellenachse W erstreckende Scheibe 68 auf. Das radial innere Ende die ¬ ser Scheibe 68 ist mit einer Hohlwelle 69 verbunden, die auf einer Motorwelle 73 sitzt. Die Hohlwelle 69 kann in Drehrichtung um die Wellenachse W formschlüssig und/oder kraftschlüssig mit der Motorwelle 73 verbunden sein. An dem der Hohlwelle 69 entgegengesetzten radial äußeren Ende weist die Rotornabe 67 ein Halteteil 70 auf, an dem der Ro ¬ tor 66 befestigt ist.

Anstelle der Scheibe 68 könnten zwischen der Hohlwelle 69 und dem Halteteil 70 auch mehrere Speichen verlaufen.

Die Rotornabe 67 ist vorzugsweise einstückig ohne Naht- und Fügestelle ausgeführt. Die Rotornabe 67 und der daran be ¬ festigte Rotor 66 haben insgesamt eine felgenähnliche Ge ¬ stalt. Radial innerhalb des Rotors 66 und axial benachbart zur Scheibe 68 bzw. zur Rotornabe 67 verbleibt ein Bauraum oder Aufnahmeraum 71. In diesem Aufnahmeraum 71 ist ausreichend Platz, wenn in einem Antriebsgehäuse zusätzlich zu einem Antriebsmotor 30 eine Bremseinrichtung 31 angeordnet werden soll.

Der Rotor 66 ist über die Rotornabe 67 drehfest mit der Mo ¬ torwelle 73 verbunden. Eine Drehung des Rotors 66 um einen vorgegebenen Drehwinkel um die Wellenachse W führt somit zur Drehung der Motorwelle 73 um denselben Drehwinkel. Die unmittelbare drehfeste mechanische Verbindung zwischen dem Rotor 66 und der Motorwelle 73 ist beispielsgemäß spiel ¬ frei .

An wenigstens einem Antriebsgehäuse 24, 25 und beispielsge ¬ mäß am ersten Antriebsgehäuse 24 ist ein Sensor 72 angeord ¬ net. Der Sensor 72 sitzt beispielsgemäß in Verlängerung der Motorwelle 73 und wird durch die Wellenachse W durchsetzt. Das Sensorgehäuse befindet sich innerhalb (Fig. 5) oder au ¬ ßerhalb des Gehäuseinnenraums 29 (Fig. 8 bis 11) und kann beispielsweise an dem das erste Antriebsgehäuse 24 ver ¬ schließenden Deckel 28 angeordnet sein. Der Sensor 72 dient zur Erfassung der Drehlage des Antriebsmotors 30. Die Dreh ¬ lagenerfassung kann berührend oder berührungslos erfolgen. Jedem Antriebsmotor 30 bzw. jeder Motorwelle 73 ist vorzugsweise wenigstens ein Sensor 72 zugeordnet.

Sind mehrere Antriebsmotoren 30 mit einer gemeinsamen Motorwelle 73 verbunden, so kann die Drehlage beider An ¬ triebsmotoren 30 mittels eines gemeinsamen Sensors 72 bestimmt werden. Die Antriebsmotoren 30 werden dazu in übereinstimmenden Drehlagen montiert.

Jedem Antriebsmotor 30 ist ein Planetengetriebe 76 zugeord ¬ net, so dass jeweils ein Antriebsmotor 30 und ein Planetengetriebe 76 eine Antriebseinheit 77 bilden. Das Planetenge ¬ triebe ist in einem Zwischenraum zwischen der Motorwelle 73 und der Antriebswelle 35 koaxial zu der Wellenachse W ange ¬ ordnet. Ein Getriebeeingang 78 des Planetengetriebes ist drehfest mit der Motorwelle 73 verbunden. Ein Getriebeaus ¬ gang 79 ist drehfest mit der Antriebswelle 35 gekoppelt. Zur Koppelung des Getriebeausgangs 79 mit der Antriebswelle 35 dient eine Kopplungseinrichtung 80. Die Kopplungseinrichtung 80 gestattet eine Relativbewegung zwischen dem Getriebeausgang 79 und der Antriebswelle 35 radial zur Wel ¬ lenachse W. Zusätzlich kann die Kopplungseinrichtung 80 auch eine axiale Relativbewegung entlang der Wellenachse W ermöglichen. In Drehrichtung bzw. Umfangsrichtung um die Wellenachse W erzeugt die Kopplungseinrichtung 80 eine drehfeste und vorzugsweise spielfreie Kopplung. Die Kopp ¬ lung kann kraftschlüssig und/oder formschlüssig erfolgen.

Bei den in den Fig. 5 und 8-11 veranschaulichten Ausführungsbeispielen ist die erste Lagerstelle 36 im Bereich des Getriebeausgangs 79 bzw. der Kopplungseinrichtung 80 angeordnet. Die Antriebswelle 35 ist mittelbar über die Kopp ¬ lungseinrichtung 80 und/oder den Getriebeausgang 79 am ersten Antriebsgehäuse 24 gelagert bzw. abgestützt.

Das Planetengetriebe 76 weist ein Sonnenrad 81, ein koaxial um das Sonnenrad 81 angeordnetes Hohlrad 82, sowie mehrere Planetenräder 83 auf, die sowohl mit einer Außenverzahnung des Sonnenrads 81 als auch mit einer Innenverzahnung des Hohlrades 82 in Eingriff stehen. Das Hohlrad 82 ist im Ge ¬ häuseinnenraum 29 des ersten Antriebsgehäuses 24 befestigt, beispielsweise an der Umfangswand 26.

Das Sonnenrad 81 bildet den Getriebeeingang 78. Es sitzt vorzugsweise unmittelbar drehfest auf der Motorwelle 73 oder kann integral ohne Naht- und Fügestelle mit der Motor ¬ welle 73 ausgeführt sein. Bei einer Drehung der Motorwelle 73 dreht sich das Sonnenrad 81 um den gleichen Drehwinkel und treibt die Planetenräder 83 an, die sich im Hohlrad 82 abwäl zen .

Die Planetenräder 83 sind drehbar an einem Planetenradträ- ger 84 des Planetengetriebes 76 gelagert. Der Planetenrad- träger 84 ist drehfest mit dem Getriebeausgang 79 verbunden bzw. bildet den Getriebeausgang 79. Als Getriebeausgang 79 kann auch eine Ausgangwelle dienen, die drehfest mit dem Planetenradträger 84 verbunden ist. Die Planetenräder 83 können fliegend gelagert sein, oder - wie lediglich punktiert in Fig. 8 veranschaulicht - über eine Stützeinheit 89 am ersten Getriebegehäuse 24 radial zur Wellenachse W abgestützt sein.

Die Antriebseinheit 77 kann in einem gemeinsamen Antriebs ¬ gehäuse beispielsgemäß dem ersten Antriebsgehäuse 24 und/oder dem zweiten Antriebsgehäuse 25 angeordnet sein (Fig. 5 und 9-11) . Alternativ ist es auch möglich, das Planetengetriebe 76 und den Antriebsmotor 30 einer Antriebs ¬ einheit 77 in zwei separaten Antriebsgehäusen anzuordnen. Beispielhaft schematisch ist in Fig. 8 veranschaulicht, dass das Planetengetriebe 76 im ersten Antriebsgehäuse 24 und der dazugehörige Antriebsmotor 30 der Antriebseinheit 77 in einem dritten Antriebsgehäuse 87 angeordnet ist, wo ¬ bei das dritte Antriebsgehäuse 87 über einen koaxial zur Wellenachse W angeordneten Verbindungsflansch 88 mit dem Befestigungsflansch 32 verbunden werden kann. Es versteht sich, dass auch andere Verbindungsmöglichkeiten zwischen zwei axial nebeneinander angeordneten Antriebsgehäusen 24, 87 verwendet werden können.

Der Sensor 72 zur Erfassung der Drehlage der Motorwelle 73 kann auch dazu verwendet werden, die Stößelposition zu ermitteln. Anhand der Drehlage der Motorwelle 73 lässt sich mittels der bekannten Getriebeübersetzung die Drehlage der Antriebswelle 35 und mithin die Stößelposition ermitteln. Es ist insbesondere vorteilhaft, wenn das Übersetzungsver ¬ hältnis des Planetengetriebes 76 vom Getriebeeingang 78 zum Getriebeausgang 79 ganzzahlig oder eine Dezimalzahl mit einer endlichen Anzahl von Dezimalstellen ist, beispielsweise 3 bis 5 Dezimalstellen, um eine exakte Berechnung zu ermöglichen . Alternativ dazu ist es auch möglich, einen weiteren Sensor 72 vorzusehen, der die Drehlage der Antriebswelle 35 er- fasst. Dieser zusätzliche Sensor 72 zur Erfassung der Drehlage der Antriebswelle 35 ist optional.

Die Bremseinrichtung 31 ist bei den Ausführungsbeispielen gemäß der Fig. 1 bis 8 und 11 im zweiten Antriebsgehäuse 25 angeordnet. Alternativ oder zusätzlich kann auch in dem ersten Antriebsgehäuse 24 eine Bremseinrichtung 31 vorhanden sein (Fig. 9, 10 und 11) . Ist in dem Antriebsgehäuse 24, 25 auch eine Antriebseinheit 77 vorhanden, verbleibt im Aufnahmeraum 71 Platz zur Anordnung der Bremseinrichtung 31. Ein Bremsenteil ist fest mit dem zweiten Antriebsgehäu ¬ se 25 und beispielsgemäß der Innenwand 27 verbunden, wäh ¬ rend der andere Bremsenteil drehfest mit der Antriebswelle 35 verbunden ist. An der Innenseite der Innenwand 27 sind beispielsgemäß entsprechende Befestigungsmittel für die Bremseinrichtung 31 bzw. deren gehäusefesten Teil vorhanden. Tritt eine Notsituation auf, beispielsweise bei einem Ausfall der elektrischen Energieversorgung für die Pressenantriebsvorrichtung 21, wird die Bremseinrichtung 31 ausgelöst und stoppt die Drehbewegung der Antriebswelle 35 und mithin die oszillierende Bewegung des Stößels 11. Jede An ¬ triebsvorrichtung 21 weist wenigstens eine Bremseinrichtung 31 auf.

Die Presse 10 verfügt über keine hydraulische Überlastsi ¬ cherung. Die Überlastsicherung wird durch eine elektrische bzw. elektronische Ansteuerung des wenigstens einen

elektrischen Antriebsmotors 30 jeder Pressenantriebsvorrichtung 21 ausgeführt. Die elektrischen Antriebsmotoren 30 unterschiedlicher Pressenantriebsvorrichtungen 21 sind mechanisch nicht miteinander zwangsgekoppelt. Das koordinierte Drehen der elektri ¬ schen Antriebsmotoren 30 unterschiedlicher Pressenantriebsvorrichtungen 21 um die jeweils zugeordnete Wellenachse W erfolgt durch die Pressensteuerung. Es erfolgt also eine Koordinierung der Drehbewegungen der Antriebsmotoren 30 unterschiedlicher Pressenantriebsvorrichtungen 21 durch steuerungstechnische bzw. regelungstechnische Maßnahmen.

Dadurch, dass die Pressenantriebsvorrichtungen 21 nicht mechanisch zwangsgekoppelt sind, kann über jede Pressenantriebsvorrichtung 21 eine andere Position des betreffenden Druckpunktes 56 in Hubrichtung H vorgegeben werden. Um Beschädigungen der Führung des Stößels 11 zu vermeiden, erlaubt die Führung dem Stößel 11 zusätzlich zu der Bewegung in Hubrichtung H wenigstens einen weiteren Bewegungsfreiheitsgrad, nämlich eine Schrägstellung bezüglich einer Ebene, die durch die Tiefenrichtung T und die Querrichtung Q aufgespannt wird. Die Schrägstellung ist beispielsgemäß ei ¬ ne Kippbewegung um eine Achse parallel zu der Tiefenrichtung T .

Sind bei einem abgewandelten Ausführungsbeispiel zusätzlich in Tiefenrichtung T mit Abstand zueinander angeordnete Druckpunkte 56 vorhanden, kann zusätzlich eine Kippbewegung um eine Achse zugelassen werden, die parallel zu der Querrichtung Q ausgerichtet ist. Bei dem hier veranschaulichen Ausführungsbeispiel ist der Stößel 11 an zwölf Stellen über jeweils eine Rolle 15 gegenüber einer pressengestellseiti- gen Anlagefläche 13 abgestützt (Fig. 7) . Vier Anlageflächen 13 haben entweder einen Normalenvektor in Tiefenrichtung T und vier Anlageflächen haben einen Normalenvektor in Querrichtung Q. Die Rollen 15 sind in Hubrichtung in zwei von- einander beabstandeten Höhenlagen am Stößel 11 angeordnet. In der einen Höhenlage, beispielsgemäß der unteren Höhenla ¬ ge, liegt an jeder der acht Anlageflächen 13 eine Rolle 15 an. In der anderen Höhenlage, beispielsgemäß der oberen Hö ¬ henlage, liegt nur an den vier Anlageflächen 13 jeweils ei ¬ ne Rolle 15 an, deren Normalenvektor in Tiefenrichtung T zeigt. Dadurch ist ein Kippen des Stößels 11 um eine Achse parallel zu der Tiefenrichtung T ermöglicht. Auf dieselbe Weise könnte alternativ ein Kippen um eine Achse parallel zu der Querrichtung Q realisiert werden, wenn in der anderen Höhenlage, beispielsgemäß der oberen Höhenlage, die Rollen 15 nur an den vier Anlageflächen 13 jeweils eine Rolle an, deren Normalenvektor in Querrichtung Q zeigt. Werden die Rollen 15 nur in einer Höhenlage angeordnet ist ein Kippen des Stößels 11 um Achsen in zwei Raumrichtungen T, Q möglich.

Zur Bestimmung der vom Stößel 11 aufgebrachten Pressenkraft weist die Presse 10 nicht dargestellte Kraftsensoren auf. Die Kraftsensoren können an einer beliebigen Stelle im Antriebsstrang zwischen dem Antriebsmotor und dem Stößel 11 angeordnet sein. Beispielsweise kann an jedem Kniehebelge ¬ triebe 51 ein Kraftsensor zur Bestimmung der Pressenkraft vorhanden sein. Das Sensorsignal des Kraftsensors wird der Steuerung der Presse 10 übermittelt und ausgewertet. Zur Vermeidung einer Überlast wird abhängig von der aktuellen Drehstellung und mithin abhängig von der aktuellen Position des Stößels 11 sowie abhängig vom Sensorsignal des Krafts ¬ ensors erkannt, ob eine Überlast und mithin eine Beschädi ¬ gung der Presse 10, des Werkzeugs oder des Werkstücks droht. In diesem Fall kann der wenigstens eine Antriebsmo ¬ tor 30 so bestromt oder in einen Generatorbetrieb umge ¬ schaltet werden, dass eine Bremskraft entgegen der aktuel- len Drehrichtung erzeugt und die Stößelbewegung angehalten wird. Auch eine solche Überlastfunktion kann durch regelungstechnische bzw. steuerungstechnische Maßnahmen ohne die Verwendung von hydraulischen Überlasteinrichtungen ausgeführt werden.

Weist eine Pressenantriebsvorrichtung 21 mehrere Antriebsmotoren 30 auf, so kann dadurch das Antriebsmoment und/oder der Nennkraftweg erhöht werden. Vorzugsweise wer ¬ den die vorhandenen Antriebsmotoren 30 einer gemeinsamen Pressenantriebsvorrichtung 21 unabhängig voneinander, beispielsweise über separate Frequenzumrichter, durch eine Pressensteuerung angesteuert. Wird bei einer Umformaufgabe nicht das Drehmoment aller Antriebsmotoren 30 benötigt oder wird während der Stößelbewegung zumindest in einem Abschnitt des Bewegungsprofils nicht das Drehmoment aller An ¬ triebsmotoren 30 benötigt, so können ein oder mehrere der Antriebsmotoren beispielsweise stromlos passiv oder im Generatorbetrieb betrieben werden. Es ist auch möglich, die Antriebsmotoren 30 so anzusteuern, dass insgesamt die Verluste aller Antriebsmotoren 30 minimiert werden. Die An- steuerung der vorhandenen Antriebsmotoren 30 erfolgt dabei derart, dass das benötigte Drehmoment von den Antriebsmoto ¬ ren 30 so bereitgestellt wird, dass sich ein möglichst ho ¬ her Gesamtwirkungsgrad ergibt. Um eine größere Variabilität zu haben, können auch Antriebsmotoren 30 mit unterschiedlichen Drehmoment-Strom-Kennlinien und/oder unterschiedlichen Wirkungsgradkennfeldern eingesetzt werden.

Im Generatorbetrieb kann beispielsweise Energie in Energie ¬ speicher in einem elektrischen Zwischenkreis zurück gespeist werden. Diese Energie kann beim nächsten Arbeitshub verwendet werden. Die Netzbelastung lässt sich dadurch redzieren .

Abhängig von der Umformaufgabe kann der Pressenstößel 11 mit einem beliebigen Bewegungsprofil in Hubrichtung H bewegt werden. Beispielsweise kann der Pressenstößel 11 im unteren Totpunkt angehalten werden. Zur oszillierenden Bewegung des Pressenstößels 11 kann der wenigstens eine An ¬ triebsmotor am oberen Totpunkt und am unteren Totpunkt der Stößelbewegung seine Drehrichtung umkehren und mithin in einem Drehwinkelbereich pendelnd angetrieben werden. Es ist auch möglich, den Drehwinkelbereich symmetrisch oder unsymmetrisch um den unteren Totpunkt zu wählen, so dass nach jeder Drehrichtungsumkehr des wenigstens einen Antriebsmotors 30 der untere Totpunkt der Stößelbewegung durchlaufen wird. Der wenigstens einen Antriebsmotor 30 kann außerdem ohne Drehrichtungsumkehr rotierend um die Wellenachse W an ¬ getrieben werden. Somit kann eine Stößelbewegung nach folgenden Prinzipien erfolgen:

- weggebunden, wie bei einer klassischen Schwungradpresse oder

- kraftgebunden, wie bei einer hydraulischen Presse oder

- energiegebunden, wie bei einer Schmiedepresse mit ei ¬ ner Spindel oder nach dem Hammerprinzip.

In den Fig. 8 bis 11 sind unterschiedliche Konfigurationen einer Pressenantriebsvorrichtung 21 veranschaulicht. Wie bereits erläutert, zeigt die Konfiguration nach Fig. 8 ein erstes Antriebsgehäuse 84 mit einem Planetengetriebe 76, ein damit verbundenes drittes Antriebsgehäuse 87 mit dem Antriebsmotor 30 der Antriebseinheit 77 und ein zweites An ¬ triebsgehäuse 25 mit einer Bremseinrichtung 31. Das zweite Antriebsgehäuse 25 ist gegenüber dem Pleuellager 46 auf der axial entgegengesetzten Seite angeordnet.

Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 entspricht im Wesentli ¬ chen der Konfiguration aus Fig. 8. Der Unterschied besteht darin, dass das zweite Antriebsgehäuse 25 hier lediglich zur Bereitstellung der zweiten Lagerstelle 39 mit der zweiten Lagereinrichtung 40 dient. Die Bremseinrichtung 31 ist zwischen dem Planetengetriebe 76 und dem Antriebsmotor 30 der Antriebseinheit 77 angeordnet. Um dies zur ermöglichen, ist die Rotornabe 67 mit dem axial vom Planetengetriebe ab ¬ gewandten Ende des Rotors 66 verbunden. Dadurch wird ein ausreichend großer Aufnahmeraum 71 radial innen vom Rotor 66 um die Motorwelle 73 herum bereitgestellt, in dem die Bremseinrichtung 31 angeordnet ist.

Ein weiterer Unterschied des Ausführungsbeispiels nach Fig. 9 gegenüber der Ausführung nach Fig. 8 besteht darin, dass die Antriebseinheit 77 vollständig im ersten Antriebsgehäu ¬ se 24 angeordnet ist. Da im zweiten Antriebsgehäuse 25 ein großer Bauraum zur Verfügung steht, kann ein Sensor 72, der die Drehlage der Antriebswelle 35 erfasst, innerhalb des zweiten Antriebsgehäuses 25 angeordnet werden.

Bei der in Fig. 10 schematisch veranschaulichten Ausführung ist nur das erste Antriebsgehäuse 24 vorhanden. Das erste Antriebsgehäuse 24 ist bei dieser Ausführung vollständig außerhalb des Zwischenraumes zwischen den beiden Pressenge ¬ stellwänden 22 des Pressengestells 12 angeordnet. Der Be ¬ festigungsflansch 32 des ersten Antriebsgehäuses 24 ist hier auf der dem Pressengestell 12 zugeordneten Axialseite angeordnet. Die zweite Lagerstelle 39 bzw. die zweite La ¬ gereinrichtung 40 ist zwischen der Antriebswelle 35 und dem Pressengestell 12 bzw. der Pressengestellwand 22 vorgese ¬ hen. Zusätzlich kann an der zum ersten Antriebsgehäuse 24 benachbarten Pressengestellwand 22 eine weitere, dritte La ¬ gerstelle 90 mit einer dritten Lagereinrichtung 91 vorgesehen sein.

Bei der in Fig. 11 veranschaulichten Ausführungsform entspricht die Anordnung der Antriebseinheit 77 und der Brems ¬ einrichtung 31 im ersten Antriebsgehäuse 24 der Konfigura ¬ tion aus Fig. 10. Die Anordnung der Antriebseinheit 77 und der Bremseinrichtung 31 im zweite Antriebsgehäuse 25 ist hier analog zum der des ersten Antriebsgehäuses 24. Die erste Lagerstelle 36 ist am ersten Antriebsgehäuse 24 und die zweite Lagerstelle 39 am zweiten Antriebsgehäuse 25 vorgesehen. Analog zur dritten Lagerstelle 90 ist unmittel ¬ bar benachbart zur zweiten Lagerstelle 39 eine vierte La ¬ gerstelle 92 mit einer vierten Lagereinrichtung 93 vorgesehen .

Die in den Figuren 10 und 11 vorgeschlagenen weiteren Lagereinrichtungen 91, 93 können dann zweckmäßig sein, wenn vom Pleuel 49 große Kräfte auf die Antriebswelle 35 wirken, die gegen das Pressengestell 12 besser abgestützt werden können als gegen ein Antriebsgehäuse 24, 25. Ansonsten könnten bei den Ausführungen nach Fig. 10 und 11 auch optional die dritte Lagerstelle 90 und/oder die vierte Lager ¬ stelle 92 entfallen.

Wie in den Fig. 8-11 ferner zu erkennen ist, ist eine Mo ¬ torwellen-Lagereinrichtung 97 zur Lagerung der Motorwelle 73 vorhanden. Die Motorwellen-Lagereinrichtung 97 ist in einer Stützwand 98 des ersten Antriebsgehäuses 24 und beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 11 auch im zweiten Antriebs- gehäuse 25 vorgesehen. Die Stützwand 98 ist benachbart zum Getriebeeingang 78 angeordnet und kann eine axiale Ab ¬ schlusswand bilden (Fig. 8) oder als Zwischenwand im Inne ¬ ren des Antriebsgehäuses 24 bzw. 25 ausgeführt sein (Fig. 9-11) .

Die Motorwelle 73 ist bei den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen ausschließlich über die Motorwellen- Lagereinrichtung 97 an der Stützwand 98 gelagert. Über die Motorwellen-Lagereinrichtung 97 ist auch die Rotornabe 67 und/oder der Rotor 66 drehbar gelagert, wobei beispielsge ¬ mäß weitere Lagereinrichtungen für den Rotor 66 und/oder die Rotornabe 67 an zusätzlichen Lagerstellen nicht vorgesehen sind. Ausgehend vom Rotor 66 bzw. der Rotornabe 67 erfolgt die Lagerung der Motorwelle 73 gemeinsam mit der Rotornabe 67 und dem Rotor 66 axial nur auf einer Seite des Antriebsmotors 30 bzw. der Rotornabe 67.

Bei allen Ausführungsformen der Pressenantriebsvorrichtung 21 könnte anstelle des beispielsgemäß verwendeten Innenläu- fermotors prinzipiell auch ein Außenläufermotor verwendet werden, was aber für die kompakte die Anordnung im Antriebsgehäuse weniger vorteilhaft ist.

Bei allen Ausführungsformen der Pressenantriebsvorrichtung 21 können der Rotor und/oder die Rotornabe und/oder andere drehfest mit der Antriebswelle 35 verbundenen Teile durch Vergrößerung ihrer Masse und/oder durch Anbringen von wenigstens einem Schwungmassenelement 99 als Schwungmasse dienen (Fig. 11) . Der im Gehäuseinnenraum 29 verfügbare freie Bauraum kann ausgenutzt werden, um eine solche zu ¬ sätzliche Schwungmasse bereitzustellen. Die Erfindung betrifft eine Pressenantriebsvorrichtung 21 für eine Presse 10 mit einem Pleuel 49, das ein Antriebsen ¬ de 48 und ein Abtriebsende 50 aufweist. Das Abtriebsende 50 ist vorzugsweise über ein Pressengetriebe mit einem Stößel 11 gekoppelt. Eine Antriebswelle 35 ist drehbar um eine Wellenachse W gelagert und hat ein exzentrisch gegenüber der Wellenachse W angeordnetes Pleuellager 46. Eine An ¬ triebseinheit 77 mit einem Antriebsmotor 30 und einem Pla ¬ netengetriebe 76 dient zum Antreiben der Antriebswelle 35. Hierzu ist ein Getriebeausgang 79 drehfest mit der Antriebswelle 35 und ein Getriebeeingang 78 drehfest mit ei ¬ ner Motorwelle 73 verbunden. Der Antriebsmotor 30 weist einen Rotor 66 auf, der über eine Rotornabe 67 drehfest mit der Motorwelle 73 verbunden ist. Der Rotor 66 ist hohlzylindrisch ausgeführt und konzentrisch zur Motorwelle 73 angeordnet. Dadurch wird zwischen der Motorwelle 73 und dem Rotor 66 ein Einbauraum bereitgestellt, der zum Anordnen einer Bremseinrichtung 31 vorgesehen und eingerichtet ist.

Bezugs zeichenliste : Bezugs zeichenliste :

10 Presse

11 Stößel

12 Pressengestell

13 Anlagefläche

14 Führungselement

15 Rolle

18 Fußteil

19 Pressentisch

20 Kopfteil

21 Pressenantriebsvorrichtung

22 Pressengesteilplatte

23 Aufnahmeöffnung

24 erstes Antriebsgehäuse

25 zweites Antriebsgehäuse 26 Umfangswand

27 Innenwand

28 Deckel

29 Gehäuseinnenraum

30 Antriebsmotor

31 Bremseinrichtung

32 Befestigungsflansch

33 Gehäuseöffnung

35 Antriebswelle

36 erste Lagerstelle

37 erste Lagereinrichtung

38 Lageraussparung zweite Lagerstelle

zweite Lagereinrichtung

erstes Lagerteil

zweites Lagerteil Pleuellager

a Exzenterteil

b Kurbelzapfen

Antriebsende

Pleuel

Abtriebsende

Kniehebelgetriebe

erster Kniehebel

a Kniehebelelement des ersten Kniehebelsb Kniehebelelement des ersten Kniehebels zweiter Kniehebel

a Kniehebelelement des zweiten Kniehebelsb Kniehebelelement des zweiten Kniehebels Gelenkverbindung

a Gelenkpunkt

b Gelenkpunkt

Kniegelenk

Druckpunkt

Kniegelenkzapfen

erster Lagerzapfen

zweiter Lagerzapfen

Wange Stator

Rotor

Rotornabe

Scheibe 69 Hohlwelle

0 Halteteil

71 Aufnahmeraum

72 Sensor

73 Motorwelle

76 Planetengetriebe

77 Antriebseinheit

78 Getriebeeingang

79 Getriebeausgang

80 Kopplungseinrichtung

81 Sonnenrad

82 Hohlrad

83 Planetenrad

84 Planetenradträger

87 drittes Antriebsgehäuse

88 Verbindungsflansch

89 Stützeinheit

90 dritte Lagerstelle

91 dritte Lagereinrichtung

92 vierte Lagerstelle

93 vierte Lagereinrichtung

97 Motorwellen-Lagereinrichtung

98 Stützwand

99 Schwungmassenelement

H Hubrichtung

Q Querrichtung

T Tiefenrichtung

W Wellenachse