BÖHME, Angela (Feldstrasse 6, Zeitz, 06712, DE)
STEIDL, Rudolf (A.-Schwarick-Weg 20, Weißenfels, 06667, DE)
KALETTKA, Klaus (Zeitzer Strasse 46, Theißen, 06727, DE)
BÖHME, Angela (Feldstrasse 6, Zeitz, 06712, DE)
STEIDL, Rudolf (A.-Schwarick-Weg 20, Weißenfels, 06667, DE)
| Patentansprüche 1. Pressformzeuge für Walzenpressen, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Pressbahnen reihenartig parallel zueinander angeordnete Formmulden (5), jeweils eine Reihe rechts und links der Pressbahnmittellinie (6) bildend, in die Pressformzeuge (4) eingebracht sind, dass die Formmulden (5) pfeilartig in Richtung der Pressbahnmittellinie (6) und in Drehrichtung der Presswalzen (1; 2) angeordnet und die Formmulden (5) der einen zu denen der anderen Reihe versetzt sind, dass die Profiltiefe der Formmulden (5) von der Pressbahnmittellinie (6) aus bis zum Pressbahnrand kontinuierlich abnimmt und dass mindestens der Profilgrund jeder Formmulde (5) ins Freie mündet. 2. Pressformzeuge für Walzenpressen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Formmulden (5) in einem Winkel von mindestens 5° zur Pressbahnmittellinie (6) angeordnet sind. 3. Pressformzeuge für Walzenpressen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Formmulden (5) in eine umlaufende Nut (7) münden. 4. Pressformzeuge für Walzenpressen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnahme der Profiltiefe der Formmulden (5) in Richtung Pressbahnrand kontinuierlich gestaltet ist. Es folgt ein Blatt Zeichnung (Figur 1)! |
Pressformzeuge für Walzenpressen
Die Erfindung betrifft die Pressformzeuge von Walzenpressen, die insbesondere für die Verpressung von losem Schüttgut zu Briketts eingesetzt werden.
Der Gegenstand der Erfindung ist im Wesentlichen durch die Anordnung und Gestaltung der Formmulden in den Pressformzeugen gekennzeichnet.
Stand der Technik
Bekanntermaßen sind bei Walzenpressen zwei gegenläufig drehende Presswalzen, die mit Pressformzeugen belegt sind, nebeneinander angeordnet. In die Pressformzeuge sind Formmulden eingebracht, in denen das Schüttgut während des Pressvorgangs zu Briketts oder dgl. verdichtet und geformt wird.
Die Topografie und Anordnung der Formmulden ist äußerst vielfältig und wird im Wesentlichen von der gewünschten Form der Presslinge bestimmt. Während der Verdichtung wird die in den Formmulden und im Schüttgut enthaltene Luft ausgepresst. Sie entweicht weitestgehend unkontrolliert, überwiegend aber entgegen der Förderrichtung des Pressprodukts. Somit kommt es zu einer Fluidisierung des über dem Walzenspalt liegenden Schüttguts, wodurch dessen Einzug in den Walzenspalt gestört wird. Das hat zur Folge, dass die erzeugten Presslinge in ihrer Dichte und Festigkeit stark schwankende Werte aufweisen. Der Pressvorgang selbst gestaltet sich in gewissem Grade diskontinuierlich und wird dadurch schwer beherrschbar.
Aufgabenstellung
Die Gründe für die vorgenannten Nachteile werden überwiegend in der Geometrie der Pressformzeuge gesehen, sprich in der Anordnung und Profilierung der Formmulden. Somit sind aufgabenhaft Pressformzeuge für Walzenpressen zu entwickeln, bei denen die während des Verdichtungsvorgangs austretende Luft ohne Fluidisierung des über dem Walzenspalt liegenden Schüttguts entweichen kann.
Die Zielstellung dabei ist, dass speziell bei der Verpressung von feinkörnigen Schüttgütern ein hoher Anteil an Fertigprodukt und ein niedriger Anteil an unverpresstem Feinprodukt entsteht. Weiterhin soll sich der Verschleiß der Pressformzeuge vermindern.
Schließlich wird die Reduzierung von Schwingungen im Maschinen- und Gebäudesystem angestrebt. Gegenstand der Erfindung
Die Lösung der Aufgabenstellung ist im Patentanspruch 1 angegeben. Die untergeordneten Ansprüche enthalten zweckmäßige Ausgestaltungen. Erfindungsgemäß sind die Pressformzeuge so ausgebildet, dass die in den Formmulden und im Schüttgut enthaltene Luft während des Pressvorgangs kanalisiert entweichen kann. Das geschieht zum Einen durch die Anordnung der Formmulden auf dem Formzeug und zum Anderen durch deren Gestaltung.
Zunächst besitzt jede Pressbahn zwei Reihen Formmulden. Diese sind pfeilartig in Richtung der Pressbahnmitte versetzt zueinander angeordnet. Der Winkel zwischen der Pressbahnmittellinie und den Formmulden sollte nicht kleiner als 5° sein.
Weiterhin nimmt die Profiltiefe der Formmulden von der Mitte der Pressbahn aus gesehen bis zum Pressbahnrand vorzugsweise kontinuierlich ab und mündet teilweise oder vollständig ins Freie, beispielsweise in eine umlaufende Nut.
Durch die vorgeschlagenen apparativen Maßnahmen gestaltet sich die Luftführung während des Pressvorgangs derart, dass ein Verdrängungsvorgang in den Formmulden von der Pressbahnmitte in Richtung des Pressbahnrands realisiert ist. Die Luft strömt entsprechend dem fortschreitenden Füllungsgrad der Formmulden zum Pressbahnrand und entweicht über die umlaufende Nut ins Freie.
Das über dem Walzenspalt liegende Schüttgut wird nicht von der ausströmenden Luft beeinflusst, da deren Wirkungsrichtung vom Walzenspalt wegführt. Somit ist die
Fluidisierung des Schüttguts unmittelbar vor der Verpressung wirksam unterbunden. Ausführungsbeispiel
Im nachfolgenden Ausführungsbeispiel wird die Erfindung an Hand einer
Zweiwalzenpresse für feinkörniges Schuttgut, nämlich Braunkohle, unter Zuhilfenahme einer Zeichnungen näher erläutert.
Figur 1 zeigt die gegenläufig rotierenden einen Pressspalt 3 bildenden Presswalzen 1 und 2. Beide Presswalzen 1 und 2 sind mit Pressformzeugen 4 belegt, die die Pressbahnen bilden. Im Bereich der Pressbahnen sind Formmulden 5 in die Pressformzeuge 4 eingebracht, und zwar in der Weise, dass jeweils zwei Reihen parallel zueinander angeordnete Formmulden 5 gebildet sind. Dabei sind alle Formmulden 5 pfeilartig in
Richtung der Pressbahnmitte in einem Winkel zwischen der Pressbahnmittellinie 6 und den Formmulden 5 von mindestens 5° angeordnet. Außerdem besteht Versatz der Formmulden 5 der einen zu denen der anderen Reihe.
Die Profiltiefe der Formmulden 5 nimmt von der Pressbahnmittellinie 6 aus gesehen bis zum Pressbahnrand kontinuierlich ab, wobei die Profiltiefe der Formmulde 5 ganz oder teilweise in eine umlaufende Nut 7 mündet.
Bezugszeichenliste
Die verwendeten Bezugszeichen bedeuten:
1 Presswalze,
2 Presswalze,
3 Pressspalt,
4 Pressformzeug,
5 Formmulde,
6 Pressbahnmittellinie,
7 Nut.
