Leigraf, Reinhard (Öschweg 2, Fronreute, 88273, DE)
Güldenberg, Bernd (Uferstrasse 11, Heidenheim, 89522, DE)
Berger, Susanne (Talstrasse 54/3, Heidenheim, 89518, DE)
Leigraf, Reinhard (Öschweg 2, Fronreute, 88273, DE)
Güldenberg, Bernd (Uferstrasse 11, Heidenheim, 89522, DE)
| 1. | Pressenpartie einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn (1,14) mit mindestens zwei Pressstellen, wobei die in Laufrichtung der Faserstoff bahn (1,14) letzte Pressstelle von einer Offsetpresse (7,24) gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Transferband (12,23) zusammen mit der Faserstoffbahn (1,14) durch die Offsetpresse (7,24) geführt wird. |
| 2. | Pressenpartie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Transferband (12,23) über mindestens eine erste Pressstelle ge führt wird, durch die zusätzlich ein Pressfilz (6,22) geführt wird, und dass das Transferband (12,22) durch eine zweite Pressstelle geführt wird, durch die kein zusätzlicher Pressfilz geführt wird. |
| 3. | Pressenpartie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Transferband (12,23) gegenüberliegende Walze (9,26) der Offsetpresse (7,24) eine rauhere Oberfläche hat als das Transferband (12, 23). |
| 4. | Pressenpartie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Transferband (12,23) gegenüberliegende Presswalze (9,26) der Offsetpresse (7,24) als Saugwalze ausgebildet ist. |
| 5. | Pressenpartie nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Transferband (12,23) porös ist. |
| 6. | Pressenpartie nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Transferband (12,23) aus einem elastischen Material besteht. |
Aus der DE 198 01 417 A1 ist eine Pressenpartie in einer Maschine zur Herstel- lung einer Faserstoffbahn bekannt, die mindestens zwei Pressspalte zum Entwäs- sern der Faserstoffbahn aufweist. Dabei hat der erste Pressspalt eine größere Länge als der zweite oder als weitere nachgelagerte Pressspalte. Durch den letz- ten Pressspalt läuft zusätzlich zu der Faserstoffbahn beidseitig mindestens ein endloser Pressfilz, während durch die vorgelagerten Pressspalte nur auf einer Seite der Faserstoffbahn ein Pressfilz geführt wird.
In der DE 197 44 341 A1 wird eine Pressenpartie beschrieben, aus der eine Fa- serstoffbahn über ein Transferband mit einer im wesentlichen glatten, geschlos- senen Oberfläche zu einer Abnahmestelle geführt wird. Dort nimmt ein Band mit einer im wesentlichen offenen Oberfläche die Faserstoffbahn von dem Transfer- band ab. Die Abnahme wird dadurch unterstützt, dass ein in Bahnlaufrichtung verlängerter Pressspalt vorhanden ist, in dessen Bereich die der Faserstoffbahn zugewandte glatte Oberfläche des Transferbandes sowohl unter Ausbildung einer mindestens im wesentlichen konkaven Mulde umgelenkt wird als auch durch eine gezielt im Bereich der Umlenkung erzeugte Presskraft gegen die Abnahmewalze gepresst wird.
Andererseits ist es aus dem Stand der Technik bekannt, die Faserstoffbahn nach dem Durchlaufen eines befiizten Pressspalts oder mehrerer befilzter Pressspalte
durch eine Offsetpresse zu führen. Eine derartige Offsetpresse umfasst zwei Wal- zen mit einer harten oder einer weichen OberFläche. Die Oberflächentemperaturen lassen sich dabei in einem weiten Bereich beliebig wählen. Die Oberflächen der beiden Walzen haben unmittelbaren Kontakt zu der Papierbahn.
Nachteilig an der bekannten Offsetpresse ist, dass sich am Einlauf der Walzen leicht Falten in der Papierbahn bilden. Auch die Bahnüberführung durch die Presse ist nicht unproblematisch. Zusätzlich läuft die Papierbahn im freien Zug durch die Pressenpartie. Durch die Belastung der ungestützten Papierbahn im Pressspalt verschlechtert sich erheblich deren Lauffähigkeit.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Pressenpartie derartig zu verbessern, dass die Bahnüberführung durch die Offsetpresse vereinfacht wird.
Erfindungsgemäß wird dieser Aufgabe bei einer Pressenpartie der eingangs ge- nannten Art dadurch gelöst, dass ein Transferband zusammen mit der Faserstoff- bahn durch die Offsetpresse geführt wird.
Auf diese Weise wird auch eine bessere Lauffähigkeit der Faserstoffbahn in der Pressenpartie erreicht. Der freie Zug wird eliminiert, und Faltenbildung wird ver- mieden. Die Stützung der noch nassen Papierbahn wird sichergestellt. Porosität und Reißlängenverhältnis, d. h. das Verhältnis der Reißlänge der Bahn in Längs- richtung zur Reißlänge in Querrichtung (I/q), wird verringert, da ein geringerer Zug in die Bahn eingeleitet wird.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteran- sprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.
Von Vorteil ist es insbesondere, dass das Transferband über mindestens eine erste Pressstelle geführt wird, durch die zusätzlich ein Pressfilz geführt wird, und dass das Transferband durch eine zweite Pressstelle geführt wird, durch die kein zusätzlicher Pressfilz geführt wird.
Von Vorteil ist es auch, wenn die dem Transferband gegenüberliegende Walze der Offsetpresse eine rauhere Oberfläche hat als das Transferband.
Vorzugsweise besteht das Transferband aus einem porösen und/oder einem elas- tischen Material. Das poröse Transferband wird in Verbindung mit einer besaugten Gegenwalze eingesetzt. Durch die Elastizität des Transferbandes lässt sich der Gummibandeffekt nutzen, der beim Kontakt zwischen der Papierbahn und dem gedehnten Band eintritt. Die Entspannung des Bandes bewirkt eine Haftung zwischen dem Band und der Papierbahn. Vor der Übergabe der Papierbahn an eine andere Walze wird das Band erneut gedehnt, um die Ablösung der Bahn zu unterstützen.
Mit Vorteil ist zusätzlich vorgesehen, dass die dem Transferband gegenüber- liegende Presswalze der Offsetpresse als Saugwalze ausgebildet ist.
Ferner lassen sich in der Pressenpartie Release-Chemikalien einsetzen, um die Entwässerung der Papierbahn zu fördern.
Nachstehend wird die Erfindung in Ausführungsbeispielen anhand der Zeich- nungen näher erläutert.
Es zeigen Fig. 1 eine Pressenpartie mit einer Zentralwalze und einer Offsetpresse und Fig. 2 eine Pressenpartie mit zwei jeweils von einem Walzenpaar gebildeten Pressspalten und einer Offsetpresse.
Eine Faserstoffbahn, insbesondere eine Papierbahn 1 (Fig. 1), wird zunächst zwischen zwei mit einer Zentralwalze 2 zusammenwirkenden Presswalzen 3,4 hindurchgeführt. Die Zentralwalze 2 hat zwei Pressschuhe, über die sie die Pa- pierbahn 1 gegen die Pressstellen in den Presswalzen 3,4 drückt. Zur Bahnfüh- rung sind beide Presswalzen 3,4 von einem Pressfilz 5 bzw. 6 umschlungen.
Anschließend wird die Papierbahn zu einer Offsetpresse 7 mit zwei Presswalzen 8,9 weitergeleitet. Die Presswalze 9 weist hierbei zusätzlich eine Saugeinrichtung auf und ist daher eine Saugpresswalze.
Darnach wird die Papierbahn 1 zu einer Abnahmestelle mit einer Saugwalze 10 weitergeführt, von der aus sie über einen Filz 11 unterstützt wird.
Sowohl im Bereich der Zentralwalze 2 als auch in der Offsetpresse 7 wird die Pa- pierbahn 1 durch ein poröses Transferband 12 unterstützt, das an der Abnahme- stelle der Saugwalze 10 über eine Walze 13 umgelenkt wird, während die Papier- bahn 1 über den Filz 11 weitergeführt wird.
In einem anderen Ausführungsbeispiel (Fig. 2) wird eine Papierbahn 14 zwischen zwei Pressstellen hindurchgeführt, die jeweils von einer mit einer Schuhpress- walze 15 bzw. 16 zusammenwirkenden Presswalze 17,18 hindurchgeführt.
Zwischen einer Saugwalze 19, die die Papierbahn 14 von einem Filz 20 trennt, und einer Saugwalze 21, um die ein Filz 22 herumgeführt wird, wird die Papier- bahn 14 im freien Zug weitertransportiert.
Nachdem die Papierbahn 14 die Pressstelle zwischen der Schuhpresswalze 15 und der Presswalze 17 passiert hat, wird sie gemeinsam mit einem Transferband 23 durch eine Offsetpresse 24 hindurchgeführt. Die Offsetpresse 24 besteht aus zwei Presswalzen 25,26, von denen die Presswalze 26 zusätzlich als Saugwalze ausgebildet ist.
Über eine Saugwalze 27 wird die Papierbahn 14 von dem Transferband 23 ge- trennt. Das Transferband 23 besteht ebenso wie das Transferband 12 aus einem porösen Material.
Somit wird in beiden Ausführungsformen (Fig. 1,2) das Transferband 12,23 in Verbindung mit einer besaugten Gegenwalze 9 bzw. 26 eingesetzt. Außerdem
durchlaufen die Transferbänder 12,23 in beiden Fällen zunächst einen befilzten Nip, nämlich das Transferband 12 den Nip zwischen den Walzen 2 und 4 mit dem Pressfilz 6 und das Transferband 23 den Nip zwischen den Walzen 16 und 18 mit dem Pressfilz 22, und dann den Nip der Offsetpresse 7 bzw. 24, in dem kein zu- sätzlicher Filz die Papierbahn 1 bzw. 14 stützt.
Die Übergabe der Papierbahn 1,14 wird noch unterstützt, wenn das Transferband 12,23 eine gewisse Elastizität hat, so dass sich einerseits durch eine Spannung des Transferbandes 12,23 die Haftung zwischen diesem und der Papierbahn 1, 14 verringert. Durch die Dehnung des Transferbandes 12,23 lässt sich eine Ge- schwindigkeitsdifferenz im Bereich der den Saugwalzen 10 bzw. 27 gegenüber- liegenden Walzen 13 bzw. 28 erzielen.
Bezugszeichenliste 1 Faserstoffbahn (Papierbahn) 2 Zentralwalze 3 Presswalze 4 Presswalze 5 Pressfilz 6 Pressfilz 7 Offsetpresse 8 Presswalze 9 Presswalze 10 Saugwalze 11 Filz 12 Transferband 13 Walze 14 Papierbahn 15 Schuhpresswalze 16 Schuhpresswalze 17 Presswalze 18 Presswalze 19 Saugwalze 20 Filz 21 Saugwalze 22 Filz 23 Transferband 24 Offsetpresse 25 Presswalze 26 Presswalze 27 Saugwalze 28 Walze
