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Patent Searching and Data


Title:
PRESS FOR WORKING DURING PRIMARY PROCESSING TIME
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/058859
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a press (1) comprising: at least one press ram (2) by means of which a press stroke (h) can be carried out when the press (1) is actuated; at least one first working station (10) and a second working station (20), wherein the first and the second working station (10, 20) each has a tool lower part (12, 22) and a tool upper part (14, 24), wherein a first forming stage (16) is formed by means of the tool lower part (12) and the tool upper part (14) of the first working station (10), and a second forming stage (26) is formed by means of the tool lower part (22) and the tool upper part (24) of the second working station (20); and a mechanical element (30) for transmitting the press stroke (h) to one of the first or second forming stages (16, 26), wherein the press stroke (h) can be transmitted to the first and the second forming stages (16, 26) independently from one another.

Inventors:
KRUCK, Stefan Andreas (Götzenäcker 12, Aichhalden, 78733, DE)
Application Number:
EP2015/072968
Publication Date:
April 21, 2016
Filing Date:
October 05, 2015
Export Citation:
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Assignee:
SK-TECHNOLOGIES UG (Götzenäcker 12, Aichhalden, 78733, DE)
International Classes:
B21J9/02; B21J9/18; B21J13/03; B21K29/00; B30B15/02; B30B15/08
Foreign References:
FR871397A1942-04-22
Attorney, Agent or Firm:
WESTPHAL, MUSSGNUG & PARTNER PATENTANWÄLTE MBB (Am Riettor 5, Villingen-Schwenningen, 78048, DE)
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Claims:
Presse (1) mit

- wenigstens einem Pressenstößel (2), mit dem bei Betäti¬ gung der Presse (1) ein Pressenhub (h) ausführbar ist,

- wenigstens einer ersten Arbeitsstation (10) und einer zweiten Arbeitsstation (20), wobei die erste und die zwei¬ te Arbeitsstation (10, 20) jeweils ein Werkzeug-Unterteil (12, 22) und ein Werkzeug-Oberteil (14, 24) aufweist, wo¬ bei durch das Werkzeug-Unterteil (12) und das Werkzeug- Oberteil (14) der ersten Arbeitsstation (10) eine erste Umformstufe (16) und durch das Werkzeug-Unterteil (22) und das Werkzeug-Oberteil (24) der zweiten Arbeitsstation (20) eine zweite Umformstufe (26) gebildet ist, und

- einem mechanischen Element (30) zur Übertragung des Pressenhubs (h) auf eine der ersten oder der zweiten Um¬ formstufe (16, 26),

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

der Pressenhub (h) auf die erste und die zweite Umformstu¬ fe (16, 26) voneinander unabhängig übertragbar ist.

Presse (1) nach Anspruch 1,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

die Presse (1) eine Anzahl von n Umformstufen aufweist, wobei durch das mechanische Element (30) der Pressenhub (h) auf eine Anzahl von 1 bis n-1 Umformstufen gleichzei¬ tig übertragbar ist.

Presse (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

das mechanische Element (30) durch wenigstens ein Steue¬ relement (40), vorzugsweise hydraulisch oder pneumatisch, ansteuerbar ist. Presse (1) nach Anspruch 3,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

das wenigstens eine Steuerelement (40) an dem wenigstens einen Pressenstößel (2) angeordnet ist.

Presse (1) nach Anspruch 3,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

das wenigstens eine Steuerelement (40) an einem Gehäuse (4) der Presse (1) und/oder an einem Pressentisch (5) der Presse angeordnet ist.

Presse (1) nach Anspruch 3,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

das wenigstens eine Steuerelement (40) aus dem wenigstens einen Pressenstößel (2), vorzugsweise parallel zu dem Pressenhub (h) , ausfahrbahr ist, wobei das Steuerelement (40) mit geringem Kraftaufwand, vorzugsweise durch einen Spindelantrieb, ausfahrbar ist und in ausgefahrener Stel¬ lung formschlüssig, vorzugsweise durch eine Spindelstei¬ gung mit Selbsthemmung, blockiert ist.

Presse (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

das wenigstens eine Steuerelement (40) im Wesentlichen senkrecht zu dem Pressenhub (h) ausfahrbar ist.

Presse (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 7,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

das Steuerelement (40) ein Steuerzylinder ist.

Presse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass das mechanische Element (30) eine Steuerplatte oder ein Steuerkolben ist.

10. Presse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

der Pressenhub (h) manuell und/oder automatisiert ansteu¬ erbar ist.

11. Presse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

der Pressenhub (h) durch das mechanische Element (30) auf das Werkzeug-Oberteil (14, 24) der jeweiligen Umformstufe (16, 26) übertragbar ist.

12. Presse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

das Werkzeug-Oberteil (14, 24), auf das kein Pressenhub (h) übertragen ist, durch Haltemittel (50) in einer geöff¬ neten Stellung gehalten ist.

13. Presse (1) nach Anspruch 12,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

die Haltemittel (50) zwischen dem Werkzeug-Unterteil (12,

22) und dem Werkzeug-Oberteil (14, 24) angeordnet sind.

14. Presse (1) nach Anspruch 12,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

die Haltemittel (50) zwischen dem Werkzeug-Oberteil (14,

24) und dem Pressentisch (5) angeordnet sind.

15. Presse (1) nach Anspruch 12 und einem der Ansprüche 13 o- der 14,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Haltemittel (50) wenigstens eine Druckfeder aufweisen.

16. Presse (1) nach Anspruch 12 und Anspruch 14,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

die Haltemittel (50) wenigstens eine Zugfeder aufweisen.

17. Presse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

die Presse (1) Kommunikationsmittel zur Steuerung eines Roboters (60) und einer Schmiereinrichtung (70) aufweist.

18. Presse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass

die Presse (1) eine Schmiedepresse oder eine Abgratpresse ist .

Description:
Presse zum haupt zeitparallelen Arbeiten

Die Erfindung betrifft eine Presse nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Die Erfindung bezieht sich auf eine Presse, die in insbesonde re in einem Schmiedeverfahren verwendet wird. Es sind Schmie ¬ deverfahren bekannt, bei denen mehrere Umformstufen zur Anwen dung kommen. Unterschiedliche Umformstufen werden in nachei ¬ nander geschalteten Arbeitsstationen unter schrittweiser Anna herung an die Endkontur geschmiedet. Um wirtschaftlich ferti ¬ gen zu können, werden alle Umformstufen möglichst in einer einzigen Presse angebracht.

Je nach Kraft der Presse oder sonstigen Parametern des Schmie deprozesses können alle Umformstufen gleichzeitig belegt wer ¬ den. Diese Belegung wird folgend Mehrfachbelegverfahren ge ¬ nannt. Reicht die Kraft der Presse nicht aus oder lassen es andere Parameter des Schmiedeprozesses nicht zu, dass alle Um ¬ formstufen gleichzeitig belegt sind, so wird von einer Umform ¬ stufe zur nächsten umgelegt. In diesem Fall ist jeweils nur eine Umformstufe belegt. Diese Belegung wird folgend Einzelbe legverfahren genannt .

Das Schmieden mit mehreren Umformstufen erfolgt mit Schmiede ¬ werkzeugen. Tragen diese Werkzeuge keine Formkontur, so wird vom Freiformschmieden gesprochen. Ist in den Schmiedewerkzeu ¬ gen eine Negativform des Werkstücks eingebracht, so wird vom Gesenkschmieden gesprochen.

Beim Freiform- sowie beim Gesenkschmieden ist eine Benetzung der Schmiedegesenke mit einem Trennmittel nötig. Dieses Be ¬ netzverfahren wird Schmieren genannt. Das schmieren muss zu- meist nach jedem geschmiedeten Bauteil in dem jeweiligen Werk ¬ zeug durchgeführt werden. Außer dem Schmieren kann auch ein Ausblasen der Formen erfolgen, was hier und im Folgenden zum Schmierprozess der Schmiedewerkzeuge gerechnet wird.

Beim Mehrfachbelegverfahren wirkt sich die Schmierung dahinge ¬ hend nachteilig aus, dass alle Werkstücke der verschiedenen Umformstufen aus den Schmiedewerkzeugen entnommen werden, zu ¬ meist gleichzeitig, und alle Schmiedewerkzeuge benetzt werden müssen. Bei bekannten Transferbalkensystemen erfordert dies ausreichenden Platz zwischen den Schmiedewerkzeugen, da die entnommenen Bauteile mit dem Transferbalkensystem zwischen die Schmiedewerkzeuge gefahren werden, um dann den Raum über be ¬ ziehungsweise unter dem Schmiedewerkzeug für entsprechende Schmierwerkzeuge freizugeben. Ebenfalls verlängert der

Schmierzyklus die Taktzeit.

Beim Einzelbelegverfahren ergibt sich eine schlechtere Produk ¬ tivität durch das Verfahren an sich, da die Umformstufen nach- einander durchlaufen werden. Bei gleichzeitiger Taktzeit je

Umformstufe ergibt sich dann beispielsweise eine entsprechende Takt zeitverdoppelung . Zusätzlich wirkt sich als nachteilig aus, dass während des Schmiedezyklus nicht geschmiert werden kann, da die Schmierwerkzeuge innerhalb des Wirkweges der Schmiedewerkzeuge stehen.

Als Hauptzeit wird die Bearbeitungszeit von Werkstücken be ¬ zeichnet. Bei haupt zeitparallelen, auch haupt zeitneutral ge ¬ nannten, Tätigkeiten dürfen diese keinen Einfluss auf die Be- arbeitungszeit der Werkstücke haben. Bei Schmiedevorgängen auf Pressen wird die Zeit für den Pressenvor- und -rückhub als Hauptzeit bezeichnet. Bei den bekannten Pressen stellt sich das Problem, dass anfal ¬ lende Nebentätigkeiten, wie zum Beispiel das Schmieren, das Be- und Entladen sowie das Reinigen der Schmiedewerkzeuge, nicht haupt zeitparallel durchgeführt werden können. Hier setzt die Erfindung an.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Presse bereitzu ¬ stellen, bei der während der Ausführung einer Umformstufe an den anderen Umformstufen haupt zeitparallel Nebentätigkeiten ausgeführt werden können, um insbesondere die Taktzeit zu ver ¬ kürzen .

Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch eine Presse mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die erfindungsgemäße Presse ist mit wenigstens einem Pressen- Stößel, mit dem bei Betätigung der Presse ein Pressenhub aus ¬ führbar ist, mit wenigstens einer ersten Arbeitsstation und einer zweiten Arbeitsstation, wobei die erste und die zweite Arbeitsstation jeweils ein Werkzeug-Unterteil und ein Werk ¬ zeug-Oberteil aufweisen, wobei durch das Werkzeug-Unterteil und das Werkzeug-Oberteil der ersten Arbeitsstation eine erste Umformstufe und durch das Werkzeug-Unterteil und das Werkzeug- Oberteil der zweiten Arbeitsstation eine zweite Umformstufe gebildet ist, und mit einem mechanischen Element zur Übertra ¬ gung des Pressenhubs auf wechselweise eine der Umformstufen ausgestattet, wobei der Pressenhub auf die erste und die zwei ¬ te Umformstufe wechselweise und voneinander unabhängig über ¬ tragbar ist. Durch die voneinander unabhängige Übertragung des Pressenhubs auf die erste und die zweite Umformstufe wird erreicht, dass während der Ausführung eines Pressenhubs und der Übertragung auf eine der Umformstufen an der anderen Umformstufe haupt- zeitparallel Nebentätigkeiten durchgeführt werden können.

Vorzugsweise weist die Presse eine Anzahl von n Umformstufen auf, wobei durch das mechanische Element der Pressenhub auf eine Anzahl von 1 bis n-1 Umformstufen gleichzeitig übertrag ¬ bar ist. An der verbleibenden Umformstufe kann dann eine Ne ¬ bentätigkeit ausgeführt werden, was insbesondere bei Rundtakt ¬ maschinen von Vorteil ist.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das me ¬ chanische Element durch wenigstens ein Steuerelement, vorzugs ¬ weise hydraulisch oder pneumatisch, ansteuerbar. Eine hydrau ¬ lische oder pneumatische Steuerung kann jeweils besonders feinfühlig, gleichförmig und stufenlos eingestellt werden.

Vorteilhafterweise ist das wenigstens eine Steuerelement an dem wenigstens einen Pressenstößel angeordnet. Damit ergibt sich eine vorteilhafte platzoptimierte Bauweise für die Pres ¬ se .

In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung ist das we ¬ nigstens eine Steuerelement an einem Gehäuse der Presse und/oder an einem Pressentisch der Presse angeordnet. Damit wird eine vorteilhafte Alternative für die Anordnung des Steu ¬ erelements bereitgestellt.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das wenigstens eine Steuerelement aus dem wenigstens einen Pres ¬ senstößel, vorzugsweise parallel zu dem Pressenhub, ausfahr- bar, wobei das Steuerelement mit geringem Kraftaufwand, vor ¬ zugsweise durch einen Spindelantrieb, ausfahrbar ist und in ausgefahrener Stellung formschlüssig, vorzugsweise durch eine Spindelsteigung mit Selbsthemmung, blockiert ist.

Damit kann über die aus dem Pressenstößel in Richtung Schmie ¬ dewerkzeuge ausfahrende selbsthemmende Spindeln eine Ansteue- rung gewährleistet werden. Auch ausfahrende Zylinder, die in Ausfahrstellung blockiert werden können, erfüllen diesen

Zweck. Durch diese Elemente kann das mechanische Element ent ¬ fallen. Der Pressenhub wird dann vom Pressenstößel über diese Elemente auf die Werkzeuge übertragen. Das formschlüssige Blo ¬ ckieren oder die Selbsthemmung bewirken, dass die Steuerele ¬ mente keinen großen Kraftaufwand für das Ausfahren benötigen und trotzdem die große Kraft vom Pressenstößel auf die Schmie ¬ dewerkzeuge übertragen können.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das wenigs ¬ tens eine Steuerelement im Wesentlichen senkrecht zu dem Pres- senhub ausfahrbar. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das wenigstens eine Steuerelement seitlich an dem Gehäuse der Presse angeordnet ist.

Vorzugsweise ist das Steuerelement ein Steuerzylinder. Ein Steuerzylinder ist besonders einfach hydraulisch oder pneuma ¬ tisch anzusteuern.

Vorteilhafterweise ist das mechanische Element eine Steuer ¬ platte oder ein Steuerkolben, die bzw. der geeignet geformt und dimensioniert ist, die Kraft der Presse von dem Pressen ¬ stößel auf das jeweilige Werkzeug zu übertragen. Plattenförmi- ge Elemente oder Kolben sind leicht austauschbar. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Pressenhub manuell und/oder automatisiert ansteuerbar. Das Be ¬ dienen der Presse von Hand kann bei Pressen, bei denen durch die Bauart die Platzverhältnisse innerhalb der Werkzeuge ein- geschränkt sind, sehr umständlich und je nach Sicherheitsvor ¬ schriften auch nicht zugelassen sein. Eine automatisierte An- steuerung ist dann besonders vorteilhaft. Beispielsweise kann der Pressenhub mit einem Roboter angesteuert werden. Auch kann das Be- und Entladen sowie Nebentätigkeiten von einem Roboter ausgeführt werden.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Pressenhub durch das mechanische Element auf das Werkzeug- Oberteil der jeweiligen Umformstufe übertragbar. Die ausge- führte Bewegung des Pressenstößels wirkt so auf das Werkzeug- Oberteil einer Umformstufe, dass die jeweilige Arbeitsstation geschlossen und die wenigstens eine andere Arbeitsstation ge ¬ öffnet wird, wobei mit der geschlossenen Arbeitsstation ein Schmiedevorgang ausgeführt wird. Somit können parallel zur Hauptzeit des Arbeitsganges an der ersten Arbeitsstation Ne ¬ bentätigkeiten an der zweiten Arbeitsstation durchgeführt wer ¬ den. Aus sicherheitsrelevanten Gründen wird bei der Übertra ¬ gung des Pressenhubs vorzugsweise ein Roboter eingesetzt. In einer Weiterentwicklung der Erfindung ist das Werkzeug- Oberteil, auf das kein Pressenhub übertragen ist, durch Halte ¬ mittel in einer geöffneten Stellung gehalten. Durch die Halte ¬ mittel wird das Werkzeug-Oberteil vorteilhafterweise in der geöffneten Stellung gehalten, bis über den Pressenstößel und das mechanische Element Kraft eingeleitet und ein Schließen des Werkzeug-Oberteils und Werkzeug-Unterteils herbeigeführt wird . Vorzugsweise sind die Haltemittel zwischen dem Werkzeug- Unterteil und dem Werkzeug-Oberteil angeordnet. Diese Anord ¬ nung ergibt eine besonders vorteilhafte platzsparende Ausfüh ¬ rung der Presse.

In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung sind die Haltemittel zwischen dem Werkzeug-Oberteil und dem Pressen ¬ tisch angeordnet. Diese Anordnung ist eine vorteilhafte Alter ¬ native zu der zuvor genannten Anordnung der Haltemittel.

Bevorzugt weisen die Haltemittel wenigstens eine Druckfeder auf. Als Druckfeder können aus dem Maschinenbau bekannte Fe ¬ derelemente verwendet werden, welche in einfacher Bauart als Spiralfeder, Tellerfeder oder Gasdruckfeder ausgebildet sein können.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weisen die Hal ¬ temittel wenigstens eine Zugfeder auf. Durch Zugfedern kann ein besseres Be- und Entladen der Presse bereitgestellt wer- den. Insbesondere kann durch Zugfedern, die zwischen dem Werk ¬ zeug-Oberteil und dem Pressentisch angeordnet sind, genügend Platz zwischen einem Werkzeug-Oberteilen und einem Werkzeug- Unteranteil bereitgestellt werden. Vorteilhafterweise weist die Presse Kommunikationsmittel zur Steuerung eines Roboters und einer Schmiereinrichtung auf. Mittels den Kommunikationsmitteln kann der Roboter und die Schmiereinrichtung in Abhängigkeit von der Steuerung des Pres ¬ senhubs gesteuert werden. Mit Schmiereinrichtungen, bei- spielsweise Sprühmanipulatoren, kann eine Reibung zwischen

Schmiedewerkzeugoberflächen und Werkstücken reduziert und eine Entformbarkeit sicher gestellt werden. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Presse eine Schmiedepresse oder eine Abgratpresse. Schmiede ¬ bauteile weisen je nach Schmiedeverfahren umlaufend überschüs ¬ siges Material auf, welches in separaten Abgratvorgängen mit ¬ tels einer Abgratpresse entfernt werden kann.

Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren ausführ ¬ lich erläutert. Es zeigen:

Figur 1 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels einer Presse,

Figur 2 ein Ausschnitt der Presse nach Figur 1 in geöff ¬ neter Stellung,

Figur 3 ein Ausschnitt der Presse nach Figur 1 in ge ¬ schlossener Stellung,

Figur 4 ein Ausschnitt der Presse nach Figur 1 in einer weiteren geschlossenen Stellung,

Figur 5 eine Seitenansicht eines weiteren Ausführungs ¬ beispiels einer Presse,

Figur 6 eine Seitenansicht eines weiteren Ausführungs ¬ beispiels einer Presse mit einem Roboter, und

Figur 7 eine perspektivische Ansicht eines Ausführungs ¬ beispiels einer Schmiereinrichtung.

In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugsziffern, soweit nicht anders angegeben, gleiche Bezugsteile mit der gleichen Bedeu ¬ tung . Figur 1 zeigt in Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Presse 1. Die Presse 1 ist in einem Gehäuse 4 angeordnet. Die Presse 1 der Figur 1 ist eine Schmiedepres- se, die über einen Spindelantrieb 3 angetrieben wird.

Eine Presse 1 mit einem Spindelantrieb 3 wird auch als Spin ¬ delpresse bezeichnet. Spindelpressen können bauartbedingt mit großem Hub ausgestattet sein, da eine Drehbewegung einer Spin- del in eine senkrecht wirkende Translation, deren Größe von der Länge der Spindel abhängig ist, in Achsrichtung der Spin ¬ del umgewandelt werden kann. Eine Größe des Hubs einer Spin ¬ delpresse hat kaum Auswirkungen auf den Anschaffungspreis. Insbesondere bei großen Werkstücken ist ein großer Hub vor- teilhaft.

An einem Ende des Spindelantriebs 3 ist ein Pressenstößel 2 angeordnet. Bei Betätigung der Presse 1 führt der Pressenstö ¬ ßel 2 einen Pressenhub h aus, das heißt der Pressenstößel 2 legt einen Weg h in Achsrichtung der Spindel zurück.

Auf einem Pressentisch 5 der Presse 1 sind vorliegend eine erste Arbeitsstation 10, die ein Werkzeug-Unterteil 12 und ein Werkzeug-Oberteil 14 umfasst, und eine zweite Arbeitsstation 20, die ein Werkzeug-Unterteil 22 und ein Werkzeug-Oberteil 24 umfasst, angeordnet. Die Werkzeug-Unterteile 12, 22, über de ¬ nen die Werkzeug-Oberteile 14, 24 angeordnet sind, sind unmit ¬ telbar auf dem Pressentisch 5 angeordnet. Die Werkzeug- Unterteile 12, 22 und die Werkzeug-Oberteile 14, 24 bilden je- weils eine erste Umformstufe 16 und eine zweite Umformstufe 26. Zwischen den Werkzeug-Oberteilen 14, 24 und dem Pressenstößel 2 ist ein mechanisches Element 30 in Form einer Steuerplatte angeordnet. Das mechanische Element 30 ist über ein Steuerele ¬ ment 40, das vorliegend als Steuerzylinder ausgebildet und an dem Pressenstößel 2 angeordnet ist, in orthogonaler Richtung zu dem Pressenhub h bewegbar. Durch das mechanische Element 30 ist damit in Abhängigkeit von der Bewegung des Steuerelements 40 der Pressenhub h auf eine der Umformstufen 16, 26 voneinan ¬ der unabhängig übertragbar.

Die erste Arbeitsstation 10 und die zweite Arbeitsstation 20 weisen jeweils ein Haltemittel 50 auf. In dem in der Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Haltemittel 50 als Druckfedern ausgebildet, von denen jeweils zwei zwischen dem Werkzeug-Unterteil 12 und dem Werkzeug-Oberteil 14 der ersten Arbeitsstation 10 und dem Werkzeug-Unterteil 22 und dem Werk ¬ zeug-Oberteil 24 der zweiten Arbeitsstation 20 angeordnet sind. Die Haltemittel 50 sind vorliegend als Schraubenfedern ausgebildet. Mit der Federwirkung der Haltemittel 50 werden die Werkzeug-Oberteile 14 und 24 in einer geöffneten Stellung gehalten, bis über den Pressenstößel 2 und das mechanische Element 30 Kraft eingeleitet und ein Schließen einer der we ¬ nigstens zwei Arbeitsstationen 10, 20 herbeigeführt wird. Al ¬ ternativ können die Haltemittel 50 auch zwischen dem Werkzeug- Oberteil 14, 24 und dem wenigstens einen Pressenstößel 2 ange ¬ ordnet sein.

Figur 2 zeigt eine Ausschnittvergrößerung der Schmiedepresse aus Figur 1. Der Pressenstößel 2 ist dabei in geöffneter Stel- lung, d.h., auf keine der wenigstens zwei Arbeitsstationen 10, 20 ist eine Kraft eingeleitet. In geöffneter Stellung des Pressenstößels 2 sind die Haltemittel 50 nicht durch den Pres ¬ senhub h beansprucht. Das Steuerelement 40 ist soweit in or- thogonaler Richtung zu dem Pressenhub h ausgefahren, dass das mechanische Element 30 zwischen dem Pressenstößel 2 und dem Werkzeug-Oberteil 14 der ersten Arbeitsstation 10 angeordnet ist .

Figur 3 zeigt eine Ausschnittvergrößerung der Schmiedepresse aus Figur 1, wobei der Pressenstößel 2 in einer geschlossenen Stellung gezeigt ist. In der geschlossenen Stellung ist in we ¬ nigstens eine der wenigstens zwei Arbeitsstationen 10, 20 eine Kraft eingeleitet. Das Steuerelement 40 ist derart ausgefah ¬ ren, dass das mechanische Element 30 zwischen dem Pressenstö ¬ ßel 2 und dem Werkzeug-Oberteil 14 der ersten Arbeitsstation angeordnet ist, damit bei Betätigung des Pressenstößels 2 ein Kraftübertrag bei der ersten Arbeitsstation 10 stattfinden kann, um bei der ersten Arbeitsstation 10 ein Schmiedevorgang ausführen zu können. In der geschlossenen Stellung des Pres ¬ senstößels 2 werden die Haltemittel 50 zwischen dem Werkzeug- Oberteil 14 und dem Werkzeug-Unterteil 12 der ersten Arbeits ¬ station 10 durch die Kraft der Presse 1 zusammengedrückt. Im Falle von Druckfedern werden die Druckfedern der ersten Ar ¬ beitsstation 10 durch das mechanische Element 30, das den Pressenhub h des Pressenstößels 2 auf die erste Arbeitsstation 10 überträgt, zusammengedrückt, sodass an der ersten Arbeits ¬ station 10 ein Schmiedevorgang ausgeführt werden kann. Die zweite Umformstufe 26 wird durch die Haltemittel 50 in einer geöffneten Stellung gehalten.

Figur 4 zeigt eine weitere Ausschnittvergrößerung einer

Schmiedepresse aus Figur 1, wobei der Pressenstößel 2 wie in Figur 3 in einer geschlossenen Stellung gezeigt ist. Das Steu ¬ erelement 40 ist im Unterschied zu Figur 3 derart ausgefahren, dass das mechanische Element 30 zwischen dem Werkzeug-Oberteil 24 der zweiten Arbeitsstation 20 und dem Pressenstößel 2 ange- ordnet ist. In diesem Fall werden die Haltemittel 50 zwischen dem Werkzeug-Oberteil 24 und dem Werkzeug-Unterteil 22 der zweiten Arbeitsstation 20, die beispielsweise als Druckfedern ausgebildet sind, durch das mechanische Element 30, dass den Pressenhub h des Pressenstößels 2 auf das Werkzeug-Oberteil 24 der zweiten Arbeitsstation 20 überträgt, zusammengedrückt, so ¬ dass an der zweiten Arbeitsstation 20 ein Schmiedevorgang aus ¬ geführt werden kann. Die erste Umformstufe 16 wird durch die Haltemittel 50 in einer geöffneten Stellung gehalten.

In den Figuren 3 und 4 ist gezeigt, wie der Pressenhub h des Pressenstößels 2 auf die erste und die zweite Umformstufe 16, 26 voneinander unabhängig übertragen werden kann. Dabei kann an einer der Umformstufen 16, 26, die sich gerade in einer ge- öffneten Stellung befindet, eine Nebentätigkeit, beispielswei ¬ se Schmieren, an den jeweiligen Werkzeug-Unterteilen 12, 22 und Werkzeug-Oberteilen 14, 24 ausgeführt werden. Somit können parallel zur Hauptzeit des Arbeitsganges an einer geschlosse ¬ nen Umformstufe 16, 26 Nebentätigkeiten an einer jeweils ge- öffneten Umformstufe 16, 26 durchgeführt werden. Aufgrund von Sicherheitsvorschriften sind solche Nebentätigkeiten durch menschlichen Eingriff kaum erlaubt. Ein Fehler bei der Steue ¬ rung des Steuerelements könnte lebensgefährliche Folgen haben. Daher wird zur Ausführung der Nebentätigkeiten vorteilhafter- weise automatisierte Ausstattung verwendet, die in den Steue ¬ rungsablauf integriert ist.

Beispielsweise kann ein Roboter 60 eingesetzt werden, vgl. Fi ¬ gur 6. Über Kommunikationsmittel der Presse 1 kann der Roboter 60 angesteuert werden, wobei der Roboter 60 in Abhängigkeit von der Steuerung des Pressenhubs h steuerbar ist. Die in Figur 7 gezeigte Schmiereinrichtung 70 ist ein soge ¬ nannter Sprühmanipulator mit einem Verfahrarm 72, an dessen einen Ende ein Sprühkopf 74 angeordnet ist. Der Verfahrarm 72 kann um eine Rotationsachse rotiert werden, um die Umformstu- fen 16 und 26 zu erreichen. Es sind aber auch lineare Bewegun ¬ gen des Verfahrarms 72 möglich. Die Sprühköpfe 74 können auf unterschiedliche Konturen der verschiedenen Umformstufen 16 und 26 angepasst werden. Über Kommunikationsmittel der Presse 1 kann die Schmiereinrichtung 70 angesteuert werden, wobei die Schmiereinrichtung 70 in Abhängigkeit von der Steuerung des Pressenhubs h steuerbar ist.

Figur 5 zeigt eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels einer Presse 1, bei der das Steuerelement 40 seitlich an dem Pressenstößel 2 an dem Gehäuse 4 angeordnet ist. Das mechani ¬ sche Element 30 ist in dem Gehäuse 4, zwischen dem Pressenstö ¬ ßel 2 und den Werkzeug-Oberteilen 14, 24 angeordnet.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Presse eine Schmie- depresse, eine Abgratpresse oder eine sonstige Presse sein kann .

Ebenso liegt es im Rahmen der Erfindung, dass das Steuerele ¬ ment 40 aus dem Pressenstößel 2, vorzugsweise in einer Rich- tung parallel zu dem Pressenhub h, ausgefahren werden kann, wobei das Steuerelement 40 formschlüssig blockiert oder mit ¬ tels Selbsthemmung gehalten werden kann. So kann beispielswei ¬ se über aus dem Pressenstößel 2 in Richtung Werkzeug-Oberteil 14, 24 ausfahrende selbsthemmende Spindeln eine Ansteuerung gewährleistet werden. Auch ausfahrende Zylinder, die form ¬ schlüssig in Ausfahrstellung blockiert werden können, erfüllen diesen Zweck. Zylinder oder Spindel bilden somit die Steue ¬ relemente 40. Durch diese Elemente kann das mechanische Ele- ment 30 entfallen. Die Kraft wird dann vom Pressenstößel 2 über diese Elemente auf die Werkzeug-Oberteile 14, 24 übertra ¬ gen. Das formschlüssige Blockieren oder die Selbsthemmung be ¬ wirken, dass die Steuerelemente 40 keinen großen Kraftaufwand für das Ausfahren benötigen und trotzdem die große Kraft vom Pressenstößel 2 auf die Werkzeug-Oberteile 14, 24 übertragen können .

Ebenfalls liegt es im Rahmen der Erfindung, dass die Haltemit ¬ tel 50 zwischen dem Pressentisch 5 und den Werkzeug-Oberteilen 14, 24 angeordnet sind, sodass die Haltemittel 50 in Form von Federelementen eine Federkraft zwischen Pressentisch und Werk ¬ zeug-Oberteilen 14, 24 aufbringen könne. Dabei wird genügend Platz zwischen den Werkzeug-Oberteilen 14, 24 und den Werk ¬ zeug-Unterteilen 12, 22 bereitgestellt.

Bezugszeichenliste

Bezugszeichenliste

1 Presse

2 Pressenstößel

3 Spindelantrieb

4 Gehäuse

5 Pressentisch

10 Arbeitsstation

12 Werkzeug-Unterteil

14 Werkzeug-Oberteil

16 Umformstufe

20 Arbeitsstation

22 Werkzeug-Unterteil

24 Werkzeug-Oberteil

26 Umformstufe

30 Mechanisches Element

40 Steuerelement

50 Haltemittel

60 Roboter

70 Schmiereinrichtung

72 Verfahrarm

74 Sprühkopf

Pressenhub