STEPHAN, Andreas (Wiesenstr. 31, Fredenbeck, 21717, DE)
MISCHEREIT, Stephan (Hoopter Strasse 111, Winsen, 21423, DE)
STEPHAN, Andreas (Wiesenstr. 31, Fredenbeck, 21717, DE)
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Druckschott (100) zum Unterteilen eines Luft- oder Raumfahrzeugs in einen Innendruck- (102) und einen Außen- druckbereich (104), mit: einer Druckplatte (106) , welche einen entsprechend einer inneren Kontur (108) des Luft- oder Raumfahrzeugs geformten Rand (110) aufweist; einer Abstützeinrichtung (112, 302), welche den Rand (110) kippbar an der inneren Kontur (108) abstützt; und einer Dichtung (114) , welche den Rand (110) mit der inneren Kontur (108) abdichtet.
2. Druckschott nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass weiterhin ein Ringelement (116) vorgesehen ist, welches die Druckplatte (106) entlang ihres Randes (110) einfasst, wobei die Abstützeinrichtung (112, 302) das Ringelement (116) an der inneren Kontur abstützt und die Dichtung das Ringelement (116) mit der inneren Kontur (108) abdichtet.
3. Druckschott nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzei chnet , dass das Ringelement (116) einen Stahl-, Titan-, Aluminium- oder kohlefaserverstärktem KunststoffWerkstoff aufweist.
4. Druckschott nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Ringelement (116) ein L-förmiges Profil aufweist, mit: einem ersten Profilschenkel (200), welcher parallel zur Druckplatte (106) auf Seiten des Außendruckbereichs (104) an der Druckplatte (106) verläuft; und einem zweiten Profilschenkel (202), welcher senkrecht zur Druckplatte (106) entlang deren Rand (110) verläuft.
5. Druckschott nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Druckplatte (106) dazu ausgebildet ist, durch eine Druckdifferenz (206) zwischen dem Innendruck- (102) und dem Außendruckbereich (104) im Ringelement (116) gehalten zu werden.
6. Druckschott nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Druckplatte (106) mit dem Ringelement (116) vernietet, verschraubt oder verklebt ist.
7. Druckschott nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass weiterhin Gegenhalter (118) vorgesehen sind, welche die Druckplatte (106) zum Innendruckbereich (102) hin abstützen.
8. Druckschott nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Abstützeinrichtung (112, 302) mindestens eine Zuglasche (112) umfasst, welche vorn Rand (110) der Druckplatte (106) entlang einer Innenseite (204) einer Außenhaut (120) des Luft- oder Raumfahrzeugs in den In- nendruckbereich verläuft; wobei die Zuglasche (112) mit einem Ende an der Druckplatte (106) und mit einem anderen Ende an der Au- ßenhaut (120) befestigt ist.
9. Druckschott nach Anspruch 8, dadurch gekennzei chnet , dass die Zuglasche (112) an der Außenhaut (120) durch Vernieten (122) befestigt ist.
10. Druckschott nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet , dass die Zuglasche (112) unterhalb eines Stringers (124) des Luft- oder Raumfahrzeugs an der Außenhaut (120) befestigt ist.
11. Druckschott nach wenigstens einem der vorhergehenden An- Sprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Abstützeinrichtung (112, 302) mindestens ein
Gelenkelement (302) umfasst, mit: einem ersten Gelenkarm (304) , welcher am Rand der Druckplatte (106) befestigt ist; und einem zweiten Gelenkarm (306), welcher an einer Außenhaut (120) des Luft- oder Raumfahrzeugs befestigt ist.
12. Druckschott nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet , dass der zweite Gelenkarm (306) an einem Versteifungselement (308), welches die Außenhaut (120) im Außen- druckbereich (104) versteift, befestigt ist.
13. Druckschott nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet , dass das Gelenkelement (302) weiterhin einen Gelenkbolzen (310) umfasst, welcher wesentlich in einer tangenti- alen Richtung zum Rand (110) der Druckplatte (106) im
Bereich der Befestigung des ersten Gelenkarms (304) ver- läuft.
14. Druckschott nach wenigstens einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet , dass der erste (304) und/oder zweite (306) Gelenkarm einen Aluminium- und/oder Stahlwerkstoff aufweisen.
15. Druckschott nach wenigstens einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet , dass der Gelenkbolzen (310) einen Stahlwerkstoff aufweist.
16. Druckschott nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Druckplatte (106) als Kernverbundbauteil (314, 316) ausgebildet ist.
17. Druckschott nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet , dass das Kernverbundbauteil (314, 316) einen Kern (314) mit einer Wabenstruktur (314) und/oder einem Schaumwerk- stoff aufweist.
18. Druckschott nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzei chnet , dass Kernverbundbauteil (314, 316) mindestens eine Deck- Schicht (316) mit einem kohlefaserverstärkten Kunst- stoffwerkstoff , einem glasfaserverstärkten Kunststoff- werkstoff und/oder einem Aluminiumwerkstoff aufweist.
19. Druckschott nach wenigstens einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet , dass die Druckplatte (106) in einem Zentralbereich (300) eine größere Steifheit aufweist als am Rand (110) •
20. Strukturbauteil (100, 120, 124, 308) für ein Luft- oder Raumfahrzeug, mit einem Druckschott (100) nach wenigs- tens einem der vorhergehenden Ansprüche.
21. Luft- oder Raumfahrzeug, mit einem Druckschott (100) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 19.
22. Verfahren zum Unterteilen eines Luft- oder Raumfahrzeugs in einen Innendruck- (102) und einen Außendruckbereich (104) , mit den Schritten:
Bereitstellen einer Druckplatte (106), welche einen entsprechend einer inneren Kontur (108) des Luft- oder Raumfahrzeugs geformten Rand (110) aufweist; kippbares Abstützen (112, 302) des Randes (110) an der inneren Kontur; und
Abdichten (114) des Rands (110) mit der inneren Kontur (108) . |
Druckschott und Verfahren zum Unterteilen eines Luft- oder Raumfahrzeugs
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Druckschott zum Unter ¬ teilen eines Luft- oder Raumfahrzeugs. Ferner betrifft die Erfindung ein Strukturbauteil und ein Luft- oder Raumfahrzeug mit einem derartigen Druckschott, sowie ein Verfahren zum Unterteilen eines Luft- oder Raumfahrzeugs.
Obwohl auf Unterteilungen beliebiger Fahrzeuge oder Behältnisse anwendbar, werden die vorliegende Erfindung sowie die ihr zugrunde liegende Problematik in Bezug auf das hintere Druckschott eines Flugzeugs näher erläutert.
Bei sehr hoch fliegenden Flugzeugen wie z.B. modernen Verkehrsflugzeugen werden im allgemeinen Paεsagierraum, Cockpit und Frachtraum als eine druckdichte Kabine ausgeführt, innerhalb derer während des Fluges ein gegenüber dem Außendruck erhöhter Luftdruck aufrechterhalten werden kann, der Passagieren und Besatzung das überleben ohne Sauerstoffmasken oder ähnliche Atemgeräte ermöglicht. Um eine solche Druckkabine zur Rückseite des Flugzeugrumpfs hin abzuschließen, wird herkömmlicher Weise im hinteren Bereich des Flugzeugrumpfs eine als Druckschott bezeichnete hermetische Trennwand eingebaut, die das Innere des Flugzeugrumpfs unterteilt in einen vorderen Abschnitt, der die Druckkabine bildet, und einen hinteren Abschnitt, in dem z.B. ein Hilfsantrieb zur Erzeugung von elektrischer Energie und Druckluft untergebracht ist.
Ein derartiges Druckschott kann z.B. in Form einer flachen, üblicherweise aus einer Aluminiumlegierung hergestellten Wand
ausgeführt sein, die einem Spant gleich an der Außenhaut vernietet ist und so ihre Lasten, sowohl Kräfte als auch Biege- momente, in die umgebende Struktur ableitet. Da die Druckdifferenz zwischen Druckkabine und Außenluft sich bei jedem Wechsel der Flughöhe und insbesondere bei den zyklisch erfolgenden Starts und Landungen erheblichen Schwankungen unterliegt, führen z.B. die in die Außenhaut eingeleiteten Biegemomente zu entsprechend zyklisch veränderlichen Verformungen der Außenhaut und tragen damit zur Materialermüdung bei.
Andere Bauformen von Druckschotten verwenden z.B. die Form eines doppelt gekrümmten Kugelschalenabschnitts oder einer Kalotte, die zur Rückseite des Flugzeugrumpfs hin gewölbt sind, um auf diese Weise innere Spannungen im Material des Druckschotts und der Außenhaut zu reduzieren. Dem steht ein durch die Wölbung bedingter erhöhter Raumbedarf für das Druckschott gegenüber.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Bauwei- se für ein Druckschott anzugeben, die bei geringem Raumbedarf die Einleitung mechanischer Spannungen in die umgebende Struktur reduziert.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Druckschott mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, durch ein Strukturbauteil mit den Merkmalen des Patentanspruchs 20, ein Luft- oder Raumfahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs 21, sowie durch ein Verfahren zum Unterteilen eines Luft- oder Raumfahrzeugs in einen Innendruck- und einen Außendruckbereich mit den Merkmalen des Patentanspruchs 22 gelöst.
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, dass zur Bildung des Druckschotts eine Druckplatte verwendet wird, die einen entsprechend einer inneren Kontur des Luft- oder Raumfahrzeugs geformten Rand aufweist, wobei der Rand an der inneren Kontur kippbar abgestützt und abgedichtet wird. Da die Abstützung des Rands kippbar erfolgt,
werden an der Abstützstelle nur Kräfte, jedoch keine Biegemomente zwischen Druckplatte und Außenhaut des Luft- oder Raumfahrzeugs übertragen. Verformungen der Druckplatte, die bei sich ändernder Druckdifferenz zwischen Innendruck- und Außen- druckbereich auftreten, führen daher nur zu einem lokalen
Verkippen des Randes der Druckplatte gegenüber der Außenhaut, d.h. zu einer Veränderung des Winkels, der zwischen jeweiligen Tangentialflächen der Außenhaut und der Druckplatte an der gemeinsamen Abstützstelle eingeschlossen ist.
Weil die kippbare Abstützung keine Biegemomente in die Außenhaut überträgt, werden mechanische Spannungen und damit De ¬ formationen und Materialermüdung der Außenhaut vermieden. Dabei ist eine Wölbung der Druckplatte nicht erforderlich, so dass für das Druckschott wenig Raum benötigt wird und der im Flugzeug effektiv nutzbare Raum sich vergrößert.
In den Unteransprüchen finden sich vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Druckschotts ist weiterhin ein Ringelement vorgesehen, welches die Druckplatte entlang ihres Randes einfasst. Die Abstützung des Rands durch die Abstützeinrichtung erfolgt in diesem Fall am Ringelement, und die Dichtung dichtet das
Ringelement mit der inneren Kontur ab. Das Ringelement verleiht der Druckplatte zusätzliche Stabilität. Vorzugsweise weist das Ringelement als Werkstoff Stahl-, Titan-, Alumini ¬ um- oder kohlefaserverstärktem Kunststoff auf.
Vorzugsweise weist das Ringelement ein L-förmiges Profil mit einem ersten und einem zweiten Profilschenkel auf. Dabei verläuft der erste Profilschenkel parallel zur Hauptebene der Druckplatte und liegt an der Druckplatte auf Seiten des Au- ßendruckbereichs an. Dieser Schenkel stützt die Platte zur Richtung des Außendruckbereichs hin ab und nimmt die Kräfte auf, die auf die Platte wirken, wenn während des Flugs der
Innendruck höher als der Außendruck beträgt. Der zweite Profilschenkel verläuft senkrecht zur Hauptebene der Druckplatte entlang deren Rand. Dieser Schenkel umfasst den Rand der Platte, so dass diese stabil im Ringelement gehalten wird und sich nicht seitlich verschieben kann.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist die Druckplatte dazu ausgebildet, durch eine Druckdifferenz zwischen dem Innendruck- und dem Außendruckbereich im Ringelement gehalten zu werden. Dies ermöglicht, dass der Rand der Platte sich gegenüber dem Ringelement verschiebt, wenn z.B. die Platte durch Einwirkung der Druckdifferenz zwischen Innendruck- und Außendruckbereich deformiert wird. Hierdurch wird eine Verformung des Ringelements selbst vermieden, was die Einleitung von Spannungen in die umgebende Struktur weiter reduziert.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist die Druckplatte mit dem Ringelement vernietet, verschraubt oder verklebt. Dies ermöglicht, die Verbindung zwischen Platte und Ringelement besonders stabil und dicht auszuführen.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung sind weiterhin Gegenhalter vorgesehen, die die Druckplatte zum Innendruckbereich hin abstützen. Dies hat den Vorteil, dass die Druckplatte auch dann sicher gehalten wird, wenn zwischen Innendruck- und Außendruckbereich keine Druckdifferenz besteht, wie z.B. regelmäßig am Erdboden der Fall ist.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung umfasst die Abstützein- richtung mindestens eine Zuglasche, die vom Rand der Druckplatte entlang einer Innenseite einer Außenhaut des Luft- o- der Raumfahrzeugs in den Innendruckbereich verläuft. Dabei ist die Zuglasche mit einem Ende an der Druckplatte und mit einem anderen Ende an der Außenhaut befestigt. Da eine derar- tig angeordnete Zuglasche im wesentlichen nur tangentiale
Zugkräfte in die Außenhaut ableitet, werden Deformationen und Verspannungen der Außenhaut besonders wirksam vermieden. Da
die Zuglasche zudem an ihren jeweiligen Enden befestigt ist, bleibt ihr mittlerer Abschnitt frei verforrnbar und kann Deformationen des Rands der Druckplatte bzw. des Ringelements nachgeben, ohne diese in die Außenhaut abzuleiten.
Vorzugsweise ist die Zuglasche an der Außenhaut durch Vernieten befestigt. Die Nieten sorgen für eine sichere Krafteinleitung und werden in idealer weise fast rein mit Scherkräften belastet. Vorzugsweise ist die Zuglasche unterhalb eines Stringers des Luft- oder Raumfahrzeugs an der Außenhaut befestigt, was eine die Außenhaut besonders schonende Krafteinleitung ermöglicht.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung umfasst die Abstützein- richtung mindestens ein Gelenkelement. Ein erster Gelenkarm ist dabei am Rand der Druckplatte befestigt, ein zweiter Gelenkarm an einer Außenhaut des Luft- oder Raumfahrzeugs . Derartige Gelenkelemente ermöglichen es, große Kräfte in die Außenhaut abzuleiten und gleichzeitig durch die Verschwenkbar- keit der Gelenkarme gegeneinander jede übertragung von Biegemomenten besonders zuverlässig auszuschließen.
Vorzugsweise ist der zweite Gelenkarm an einem Versteifungselement befestigt, das die Außenhaut im Außendruckbereich versteift. Beispielsweise kann der zweite Gelenkarm an einem hinter dem Druckschott im Außendruckbereich verlaufenden Spant angebracht sein, was eine zuverlässige Krafteinleitung in die Umgebungsstruktur ermöglicht.
Vorzugsweise umfasst das Gelenkelement weiterhin einen Gelenkbolzen, der wesentlich in einer Richtung verläuft, die zum Rand der Druckplatte im Bereich der Befestigung des ersten Gelenkarms tangential ist. Ein so ausgerichteter Bolzen ermöglicht selektiv, dass der Rand der Druckplatte sich ge- genüber der Außenhaut zum Außenhautbereich hin verkippt, wenn sich die Druckplatte aufgrund einer Druckdifferenz zwischen Innendruck- und Außendruckbereich durchbiegt. Gleichzeitig
werden Verdrehungen in andere Richtungen unterbunden und so die Stabilität der Gesamtstruktur erhöht. Vorzugsweise weisen der erste und/oder zweite Gelenkarm einen Aluminium- und/oder Stahlwerkstoff auf, so dass hohe Kräfte zuverlässig übertra- gen werden. Der Gelenkbolzen weist vorzugsweise einen Stahlwerkstoff auf.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist die Druckplatte als Kernverbundbauteil ausgebildet. Vorzugsweise umfasst das Kernverbundbauteil einen Kern mit einer Wabenstruktur und/oder einem Schaumwerkstoff, sowie eine Deckschicht mit einem kohlefaserverstärkten KunststoffWerkstoff , einem glasfaserverstärkten KunststoffWerkstoff und/oder einem Aluminiumwerkstoff. Ein derartiges Kernverbundbauteil zeichnet sich durch eine große Biegesteifheit bei geringem Eigengewicht aus .
Vorzugsweise ist die Druckplatte so ausgebildet, dass sie in einem Mittenbereich eine größere Steifheit aufweist als am Rand, z.B. durch einen dickeren Kern oder zusätzlich auflaminierte Decklagen. Dies ermöglicht, die unvermeidbare Verformung der Druckplatte unter Einwirkung der Druckdifferenz zu minimieren und dabei das Gewicht der Druckplatte niedrig zu halten.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren der Zeichnung näher erläutert.
Von den Figuren zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische ausschnitthafte Ansicht eines Druckschotts gemäß einer ersten Ausführungs- form der Erfindung;
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht eines Detailausschnitts des Strukturbauteils aus Fig. 1;
Fig. 3 eine Querschnittsansicht eines Druckschotts gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung; und
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht eines Detailausschnitts des Strukturbauteils aus Fig. 3.
In den Figuren bezeichnen dieselben Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche Komponenten, soweit nichts Gegenteiliges angegeben ist.
Figur 1 zeigt in perspektivischer Innenansicht einen Ausschnitt der Hülle eines Flugzeugrumpfs. Die Außenhaut 120 der Hülle ist an ihrer Innenseite 204 durch in Längsrichtung des Flugzeugs verlaufende Stringer 124 und zu diesen senkrecht entlang dem Umfang des Flugzeugrumpfs verlaufende Spanten 308 verstärkt.
Im Bereich des dargestellten Ausschnitts befindet sich ein
Druckschott 100, das den Flugzeugrumpf entlang einer inneren Kontur 108 in einen Innendruck- 102 und einen Außendruckbe- reich 104 druckdicht unterteilt. Beispielsweise besteht der Innendruckbereich 102 aus einer den Passagierraum, den Frachtraum und das Cockpit umfassenden Druckkabine 102, während es sich bei dem Außendruckbereich 104 z.B. um einen hinter der Druckkabine 102 am Heck des Flugzeugs liegenden, zur Unterbringung eines Hilfsantriebs verwendeten Raum 104 handelt.
Das Druckschott 100 umfasst eine Druckplatte 106, deren Rand 110 entlang der inneren Kontur 108 verläuft, so dass der Querschnitt des Flugzeugrumpfs an der durch die innere Kontur gegebenen Position im Wesentlichen durch die Druckplatte 106 ausgefüllt wird. Der übersichtlichkeit halber ist die Druckplatte in Fig. 1 transparent dargestellt, so dass die im Außendruckbereich 104 angeordneten Abschnitte der Stringer 124
und der Spant 308 in Fig. 1 sichtbar sind. Die Druckplatte 106 ist als ein Sandwich- oder Kernverbundbauteil ausgeführt, d.h. sie besteht aus einem Kern mit einer Schaumstoff-, Waben- oder ähnlichen Struktur und auf beiden Seiten befindli- chen, Zug- und Druckkraft aufnehmenden Decklagen. Für die Decklagen kann z.B. kohlefaser- oder glasfaserverstärkter Kunststoff oder ein Blech aus einer Aluminiumlegierung verwendet werden.
Der Rand der Druckplatte 106 ist von einem Ringelement 116 eingefasst, das ein L-förmiges Profil aufweist und die Druckplatte 106 sowohl in Richtung des Außendruckbereich 104 als auch in radialer Richtung des Flugzeugrumpfs, d.h. in Richtung zur Außenhaut 120 hin abstützt. Geeignete Werkstoffe für das Ringelement 116 sind Stahl, Titan, Aluminium oder kohlen- stofffaserverstärkter Kunststoff. Der Rand 110 der Druckplatte 106 kann optional mit dem Ringelement 116 verklebt, verschraubt oder vernietet sein.
Das Ringelement 116 ist mit der Außenhaut 120 über Zuglaschen 112 verbunden, die mit einem Ende am Ringelement 116 vernietet sind, an der Innenseite 204 der Außenhaut 120 entlang in den Innendruckbereich 102 verlaufen und im Innendruckbereich mittels Nieten 122 an der Außenhaut 120 befestigt sind. Ge- eignete Werkstoffe für die Zuglaschen 112 sind z.B. Stahl oder Titan. Eine Dichtung 114, die z.B. aus Gummi besteht, ist zwischen dem Ringelement 116 und dem auf der Außenhaut 120 aufsitzenden Spant 308 eingefügt und dichtet das Ringele ¬ ment 116 gegenüber der Außenhaut 120 ab.
Im Flugbetrieb sinkt der Luftdruck im Außendruckbereich 104 in dem Maße, wie das Flugzeug an Flughöhe gewinnt. Im Innendruckbereich 102 wird ein gegenüber dem Außendruck erhöhter Luftdruck aufrechterhalten, so dass sich eine Druckdifferenz zwischen Innendruck- 102 und Außendruckbereich 104 aufbaut, die auf die Druckplatte 106 eine in Richtung des Außendruck- bereichs 104 gerichtete Kraft ausübt. Diese Kraft drückt die
Druckplatte 106 in das Ringelement 116, so dass die Druckplatte 106 auch ohne Vernietung, Verschraubung oder Verklebung im Ringelement 116 gehalten wird. Das Ringelement 116 nimmt die Andruckkraft der Druckplatte 106 in Richtung des Außendruckbereichs 104 auf und leitet sie als parallel zur
Außenhaut 120 verlaufende Zugkraft über die Zuglaschen 112 in die Außenhaut 120 ein.
Um die Druckplatte 106 auch dann sicher im Ringelement 116 zu halten, wenn z.B. bei Aufenthalt des Flugzeugs am Boden keine Druckdifferenz zwischen Innendruck- 102 und Außendruck 104 des Flugzeugs besteht, sind weiterhin Gegenhalter 118 vorgesehen, die auf Seiten des Innendruckbereichs 102 in regelmäßigen Abständen an den Stringern befestigt sind und die Druckplatte 106 in Richtung des Innendruckbereichs 102 abstützen.
Die Abstützung der Druckplatte 106 soll anhand eines in Fi- g. 2 gezeigten Detailausschnitts des Strukturbauteils aus Fig. 1 näher erläutert werden. Das L-Profil des Ringelements 116 wird gebildet durch einen ersten Profilschenkel 200, der die Druckplatte 106 in Richtung des Außendruckbereichs 104 abstützt und einen zweiten Profilschenkel 202, der den Rand 110 der Druckplatte 106 einfasst, gebildet. Zwischen Druck- platte 106 und dem Ringelement 116 kann eine nicht gezeigte innere Dichtung z.B. aus einem Gummi- oder Schaumwerkstoff vorgesehen sein, die das Entweichen von Luft aus dem Innen- druckbereich 102 durch etwa verbleibende Zwischenräume zwischen der Druckplatte 106 und dem Ringelement 116 verhindert. Die Abdichtung der Druckplatte 106 mit dem Ringelement 116 kann z.B. auch durch Verkleben der Druckplatte mit dem Ringelement erreicht sein.
Die Zuglasche 112 ist, vom Innendruckbereich 102 kommend, um beide Schenkel 202, 200 des Ringelements 116 herumgeführt und mit dem Ringelement 116 am ersten Schenkel 200 oder an beiden Schenkeln 200, 202 z.B. durch Vernieten mit hier nicht ge-
zeigten Nieten befestigt. Bei Beaufschlagung der Druckplatte 106 mit einer Druckdifferenz 206 zwischen Innendruck- 102 und Außendruckbereich 104 wird die Zuglasche 112 auf Zug belastet. Die Nieten 122, mit denen die Zuglasche 112 an der Außenhaut 120 befestigt ist, wie auch die nicht gezeigten
Nieten, mit denen die Zuglasche 112 am Ringelement 116 befestigt ist, werden dabei nahezu ausschließlich mit Scherkräften belastet.
Kommt es im Flugbetrieb aufgrund der Druckdifferenz 206 zu einer zumindest in geringem Umfang unvermeidlichen Auswölbung der Druckplatte 106 in Richtung des Außendruckbereichs 104, treten im Bereich des Randes 110 Kippmomente auf, die den Rand 110 der Druckplatte 106 in Richtung des Außendruckbe- reichs 104 zu kippen suchen. Diese Kippmomente werden jedoch durch die Zuglasche 112 nicht in die Außenhaut 120 abgeleitet, so dass es zu keiner Verbiegung der Außenhaut 120 kommt. Durch die Zugbelastung der Zuglaschen 112 werden diese in ihrer Länge gedehnt, so dass sich das Ringelement 116 geringfü- gig in Richtung des Außendruckbereichs 104 verschiebt und dabei die Dichtung 114 gegen den Spant 308 drückt.
Figur 3 zeigt in Querschnittsansicht detailliert die Befestigung eines Druckschotts gemäß einer zweiten Ausführungsform. Wie bei der ersten, in Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsform, umfasst das Druckschott eine Druckplatte 106, die in einem Ringelement 116 mit L-Profil gehalten wird. Ebenso sind Gegenhalter 118 vorgesehen, die an den Stringern 124 befestigt sind und die Druckplatte 106 gegen Herausfallen aus dem Ringelement 116 sichern, wobei die Druckplatte optional mit dem Ringelement 116 verklebt, verschraubt oder vernietet sein kann. Die Druckplatte 106 ist als ein Kernverbundbauteil 106 ausgeführt, das eine zwischen zwei Decklagen 316 eingeschlossene Faltwabenstruktur 314 aufweist. Sowohl die Faltwaben- Struktur 314 als auch die Decklagen 316 sind in einem Mittenbereich 300 der Druckplatte 106 dicker ausgeführt als am Rande 110, was der Druckplatte 106 im Mittenbereich 300 eine
größere Steifheit verleiht und so der Druckplatte 106 die Eigenschaft verleiht, sich unter Einwirkung der Druckdifferenz 206 nur geringfügig zu verformen.
Abweichend von der Ausführungsform aus Fig. 1 und 2 wird das Ringelement 116 gegenüber der Außenhaut 120 und dem die Außenhaut versteifenden Spant 308 mittels eines Gelenkelements 302 abgestützt, das im Außendruckbereich 104 zwischen dem Ringelement 116 und dem Spant 308 angeordnet ist. Das Gelenk- element 302 umfasst einen ersten Gelenkarm 304, der mit dem parallel zur Druckplatte 106 verlaufenden Schenkel des Ringelements 116 vernietet oder verschraubt ist. Ein zweiter Gelenkarm 306 ist sowohl gegenüber der Außenhaut 120 als auch gegenüber dem Spant 308 abgestützt und mit diesen z.B. durch Vernieten befestigt. Beide Gelenkarme 304, 306 sind über einen Gelenkbolzen 310, der parallel zur Druckplatte 306 und zur lokalen Tangente an die Außenhaut 120 parallel verläuft, gegeneinander verschwenkbar verbunden.
Eine z.B. aus Gummi gefertigte Dichtung 114, die das Ringelement 116 mit der Außenhaut abdichtet, ist abweichend von der ersten Ausführungsform im Innendruckbereich 102 angeordnet und wird direkt durch die Druckdifferenz 206 an Außenhaut 120 und Ringelement 116 angepresst.
Die Abstützung der Druckplatte 106 in der in Fig. 3 gezeigten zweiten Ausführungsform wird durch die perspektivische Ansicht in Fig. 4 weiter verdeutlicht. Gelenkelemente 302 sind in regelmäßigen Abständen entlang dem Umfang des Flugzeug- rümpfs angeordnet, wobei jeweils die Gelenkbolzen parallel zur lokalen Tangente an die Außenhaut ausgerichtet und somit zum Gelenkbolzen des jeweils benachbarten Gelenkelements 302 eine geringfügig abweichende Richtung aufweisen. Die zweiten Gelenkarme 306 der Gelenkelemente 302 sind jeweils als Aug- bolzengabel 302 ausgeführt, zwischen deren Zinken der jeweils zugehörige erste Gelenkarm 304 eingeschoben und durch den Gelenkbolzen 310 gelenkig verbunden ist. Die Gelenkbolzen sind
z.B. aus Stahl gefertigt, die Gelenkarme 304, 306 ebenfalls aus Stahl oder aus Aluminium.
Im Flugbetrieb erfährt das Druckschott durch die Wirkung der Druckdifferenz zwischen Außendruck- 102 und Innendruckbereich 104 eine unvermeidliche Deformation, die zu einer lokalen Verkippung des Rands 110 der Druckplatte 106 gegenüber der Außenhaut 120 in Richtung des Außendruckbereichs 104 führt. Die Gelenkelemente 302 erlauben eine entsprechende Verkippung ihrer Gelenkarme 304, 306 gegeneinander, so dass die Deformation der Druckplatte keine Biegemomente in die Außenhaut 120 überträgt .
Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausfüh- rungsbeispiele vorliegend beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.
Beispielsweise können die Zuglaschen nicht oder nicht nur wie für die erste Ausführungsform gezeigt zwischen den Stringern angeordnet und mit der Außenhaut vernietet sein, sondern alternativ oder zusätzlich unter die Stringer, zwischen Strin- ger und Außenhaut geführt und mit beiden vernietet sein. Auch ist es möglich, eine einzige Zuglasche in Form eines angenä- herten Zylindermantels vorzusehen, die um den gesamten Flugzeugrumpf verläuft. Weiterhin können z.B. Zuglaschen und Gelenkelemente in einer Ausführungsform kombiniert vorgesehen werden, in den gleichen oder unterschiedlichen Abschnitten der inneren Kontur des Flugzeugrumpfs .
Auch kann eine Druckplatte mehrteilig ausgeführt sein, wobei z.B. ein erster Teil einen Frachtraum unterhalb eines Passagierfußbodens und ein zweiter Teil einen Passagierraum oberhalb des Passagierfußbodens abschlieSt. Dichtungen können auf vielfältige Weise ausgeführt sein, z.B. auch als Gummi- Hohlprofile, die zum Innendruckbereich hin geöffnet sind und sich bei Absinken des Drucks im Außendruckbereich aufblähen.
B e z u g s z e i c h e n l i s t e
100 Druckschott
102 Innendruckbereich 104 Außendruckbereich
106 Druckplatte
108 Innere Kontur des Luft- oder Raumfahrzeugs
110 Rand der Druckplatte
112 Zuglasche 114 Dichtung
116 Ringelement
118 Gegenhalter
120 Außenhaut
122 Nieten 124 Stringer
200 Erster Profilschenkel
202 Zweiter Profilschenkel
204 Innenseite
206 Druckdifferenz 300 Zentralbereich der Platte
302 Gelenkelement
304 Erster Gelenkarm
306 Zweiter Gelenkarm
308 Spant 310 Gelenkbolzen
314 Kern
316 Deckschicht
Next Patent: CALIBRATION OF DUST LOAD FLOW MEASURING SYSTEMS
