PAULITSCH, Christoph (Kaiseralle 21, Karlsruhe, 76133, DE)
Patentansprüche
1. Druckmessumformer, der mit zumindest einer Wirkdrucklei- tung (3, 4) zur Zuführung eines Prozessdrucks eines Prozessmediums versehen ist, mit einem Drucksensor (5) zur Erzeugung eines Messsignals (7) in Abhängigkeit des zu messenden Prozessdrucks, mit einer Auswerteeinrichtung (8) zur Bestimmung und Ausgabe eines Messwerts in Abhängigkeit des Messsignals (7) und mit einer Einrichtung zur Diagnose des Zustands der Wirkdruckleitungen (3, 4), dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (10, 11) zur Einkopplung eines elektromagnetischen Signals (12, 13) in die Wirkdruckleitung (3, 4) und Mittel (14, 15) zum Empfangen des elektromagnetischen Signals (12, 13) und zur Erzeugung eines Empfangssignals (16, 17) vorgesehen sind, die derart zueinander angeordnet sind, dass das elektromagnetische Signal (12, 13) zumindest einen Teilbereich der Wirkdruckleitung (3, 4) durchläuft, und weiterhin dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseeinrichtung dazu ausgebildet ist, einen Kennwert einer charakteristischen Größe des Empfangssignals zu bestimmen, mit einem vorbestimmten Referenzwert (18) zu vergleichen und ein Anzeigesignal auszugeben, wenn der Referenzwert (18) über- oder unterschritten wird.
2. Druckmessumformer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseeinrichtung dazu ausgebildet ist, als Kennwert die Intensität des empfangenen elektromagnetischen Signals (12, 13) in einem vorbestimmten Freguenzbereich zu bestimmen.
3. Druckmessumformer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lichtquelle (21), insbesondere eine LED, zur Erzeugung des elektromagnetischen Signals vorgesehen ist.
4. Druckmessumformer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (10, 11) zur Einkopplung eines elektromagnetischen Signals ein für das elektromagnetische Signal durchlässiges Fenster in der Wand der Wirkdruckleitung aufweisen und dass die Lichtquelle (21) außerhalb der Wirkdruckleitung angeordnet ist.
5. Druckmessumformer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (14, 15) zum Empfangen des elektromagnetischen Signals (12, 13) in ein Gehäuse (6) des Messumformers integriert sind.
6. Druckmessumformer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (14, 15) zum Empfangen des elektromagnetischen Signals (12, 13) eine Photodiode oder eine elektronische Kamera aufweisen.
7. Druckmessumformer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das elektromagnetische Signal
(12, 13) im Wesentlichen parallel zur Längsachse der Wirkdruckleitung (3, 4) einkoppelbar ist.
8. Druckmessumformer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Reflektor (41, 42) in der Wirkdruckleitung (40) zur Umlenkung des elektromagnetischen Signals (43) vorhanden ist.
9. Verfahren zum Betreiben eines Druckmessumformers, der mit zumindest einer Wirkdruckleitung (3, 4) zur Zuführung eines
Prozessdrucks eines Prozessmediums, mit einem Drucksensor (5) zur Erzeugung eines Messsignals (7) in Abhängigkeit des zu messenden Prozessdrucks, mit einer Auswerteeinrichtung (8) zur Bestimmung und Ausgabe eines Messwerts in Abhängigkeit des Messsignals (7) und mit einer Einrichtung zur Diagnose des Zustands der Wirkdruckleitung (3, 4) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein elektromagnetisches Signal (12, 13) in die Wirkdruckleitung (3, 4) durch Mittel (10, 11) eingekoppelt und durch weitere Mittel (14, 15) empfangen und ein Empfangssignal (16, 17) durch die weiteren Mittel (14,
15) erzeugt wird, wobei die Mittel (10, 11) und die weiteren Mittel (14, 15) derart zueinander angeordnet sind, dass das elektromagnetische Signal (12, 13) die Wirkdruckleitung (3, 4) zumindest in einem Teilbereich durchläuft, und weiterhin dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseeinrichtung einen Kennwert einer charakteristischen Größe des Empfangssignals (16, 17) bestimmt, mit einem vorbestimmten Referenzwert (18) vergleicht und ein Anzeigesignal ausgibt, wenn der Referenz- wert über- oder unterschritten wird. |
Beschreibung
Druckmessumformer sowie Verfahren zum Betreiben eines Druck- messumformers
Die Erfindung betrifft einen Druckmessumformer, der mit zumindest einer Wirkdruckleitung zur Zuführung eines Prozessdrucks eines Prozessmediums versehen ist, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie ein Verfahren zum Betreiben des Druckmessumformers nach dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
Ein derartiger Druckmessumformer ist bereits beispielsweise aus der US-A-5, 680, 109 bekannt.
Druckmessumformer können zur Messung eines Absolutdrucks mit einer Wirkdruckleitung zur Zuführung eines Prozessdrucks eines Prozessmediums oder zur Messung eines Differenzdrucks mit zwei derartigen Wirkdruckleitungen ausgestattet sein. Diffe- renzdruckmessumformer werden häufig zur Messung von Druckdif- ferenzen an einer Unstetigkeitsstelle, zum Beispiel einer so genannten Messblende, in einer von einem Prozessmedium, zum Beispiel einer Flüssigkeit oder einem Gas, durchströmten Leitung eingesetzt. Von dem sich bei einer Strömung des Mediums einstellenden Differenzdruck kann auf die Strömungsgeschwin- digkeit und damit auf den Durchfluss durch die Leitung geschlossen werden. Der Differenzdruckmessumformer enthält als Wandlerelement einen Drucksensor, dem über zwei Wirkdruckleitungen, die auch als Impulsleitungen bezeichnet werden, der vor bzw. nach der Unstetigkeitsstelle herrschende Prozess- druck zugeführt wird. Eine derartige Kopplung des Drucksensors an die das Medium führende Leitung kann allerdings mit der Zeit nachlassen, zum Beispiel wenn eine oder beide Impulsleitungen verstopfen. Dies wird häufig auch als Clogging oder Fouling bezeichnet. Es kann dazu führen, dass der Diffe- renzdruckmessumformer den Differenzdruck an der Messblende nicht mehr korrekt erfasst und dass ein fehlerhafter Wert für den Durchfluss ausgegeben wird.
Aus der bereits eingangs genannten US-A-5, 680, 109 ist bereits ein Verfahren zur Diagnose einer Verstopfung einer Impulsleitung bei einem Differenzdruckmessumformer bekannt, bei welchem neben dem Differenzdruckmessumformer ein zusätzlicher Absolutdrucksensor verwendet, mit diesem ein Rauschsignal bestimmt, die Varianz des Rauschsignals berechnet und mit einem Schwellwert verglichen wird. Wenn die Varianz des Rauschsignals den Schwellwert unterschreitet, wird ein Verstopfen der Impulsleitung diagnostiziert.
Das bekannte Verfahren hat den Nachteil, dass es ein Anlernen des Schwellwerts in jedem Anwendungsfall und somit eine aufwendige Justage erfordert. Nachteilig ist weiterhin, dass die Diagnoseaussage bei veränderlichen Betriebsbedingungen unzu- verlässig ist, da die Intensität des Rauschsignals stark von den jeweiligen Betriebsbedingungen abhängt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Druckmessumformer mit einer Diagnoseeinrichtung sowie ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Druckmessumformers zu schaffen, die eine zuverlässigere Diagnoseaussage liefern und einen geringeren Justageaufwand erfordern.
Zur Lösung dieser Aufgabe weist der neue Druckmessumformer der eingangs genannten Art die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale auf. In Anspruch 9 ist ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Druckmessumformers und in den abhängigen Ansprüchen sind Weiterbildungen der Erfindung beschrieben.
Die Erfindung hat den Vorteil, dass die Diagnoseaussage weitgehend unabhängig von den jeweiligen Betriebsbedingungen des Druckmessumformers ist. Anstatt die änderung des höherfre- quenten Schwingungsanteils zur Beurteilung einer Verstopfung der Wirkdruckleitungen zu betrachten, werden die änderungen der Durchlässigkeit der Wirkdruckleitungen für eine elektromagnetische Strahlung ausgewertet, indem ein elektromagnetisches Signal an einer Stelle eingekoppelt, durch das Medium in der Wirkdruckleitung geleitet und beispielsweise die an
einen Empfänger ankommende Intensität des elektromagnetischen Signals bewertet wird. Im Unterschied zur Bewertung von mechanischen Schwingungen ist die Betrachtung der Durchlässigkeit der Wirkdruckleitungen für elektromagnetische Strahlung von den jeweils herrschenden Betriebsbedingungen weitgehend unabhängig. Da somit ein Anlernen eines Referenzwerts sowie eine eventuelle Nachjustage nicht mehr notwendig sind, stellt die Diagnose vergleichsweise geringer Anforderungen an einen Bediener und ist in der Praxis einfach anwendbar.
Als physikalische Größe wird die Durchlässigkeit der Wirkdruckleitung für elektromagnetische Strahlung, z. B. Licht, ausgewertet. Das hat den Vorteil, dass die zur Diagnose verwendete physikalische Größe weitgehend unabhängig von der ei- gentlichen physikalischen Messgröße Druck ist und die Diagnose die eigentliche Messung somit nicht beeinflusst. Im Unterschied zu einer zusätzlichen Anregung des Mediums zu mechanischen Schwingungen gibt es bei einer Anregung mit elektromagnetischer Strahlung keine Kopplung mit Störschwingungen bei der Durchführung der Diagnose. Die beim Empfänger ankommende elektromagnetische Strahlung ändert sich praktisch nicht mit den Betriebsbedingungen, das heißt mit Veränderungen des Drucks, der Temperatur und des Durchflusses. Sie ist lediglich von einer Veränderung der Durchlässigkeit für die elekt- romagnetische Strahlung beeinflusst, die zum Beispiel durch Fouling begründet ist. Die elektromagnetische Strahlung wird abhängig vom Foulinggrad beim Durchgang durch die Wirkdruckleitung charakteristisch modifiziert. Zum Beispiel nimmt bei Zufrieren von Wasser die Intensität der durchgelassenen Strahlung beispielsweise durch veränderte Reflexion ab. Diese Modifikation kann aus einem Vergleich von Sender und Empfangssignal oder allein aus dem Empfangssignal ermittelt werden. Dabei kann zur Gewinnung einer Diagnoseaussage das empfangene Signal einem Bediener auf einer Anzeige direkt visua- lisiert werden. Zur automatischen Diagnose wird ein Kennwert einer charakteristischen Größe des Empfangssignals bestimmt, mit einem vorbestimmten Referenzwert verglichen und ein Anzeigesignal für den Zustand der Wirkdruckleitung ausgegeben, wenn der Referenzwert beispielsweise bei einem Vergleich mit
der Intensität der ankommenden Strahlung unterschritten oder bei einem Vergleich der Dämpfung der Strahlung als Kennwert überschritten wird.
In praktischen Versuchen hat sich gezeigt, dass das neue Diagnoseverfahren auf der Basis einer Bewertung der Durchlässigkeit für elektromagnetische Strahlung bereits deutliche Veränderungen anzeigt, lange bevor beispielsweise das aus der eingangs genannten US-A-5, 680, 109 bekannte Verfahren zur De- tektierung einer Verstopfung von Wirkdruckleitungen anspricht. Das hat den Vorteil, dass das neue Verfahren bereits eine Verschlechterung des Zustands der Wirkdruckleitung erkennt, lange bevor die eigentliche Messgröße Druck ungünstig beeinflusst wird. Damit ist eine vorausschauende Wartung mög- lieh und es können frühzeitig Fehlerursachen beseitigt werden. Dabei ist es andererseits bei der neuen Diagnose ebenfalls möglich, den Referenzwert für die Anzeige einer Verstopfung so zu wählen, dass die Diagnose erst bei einer gerade noch akzeptablen Störung und bereits geringer Beeinflus- sung des eigentlichen Messsignals Druck anspricht und ein Signal zur Anzeige einer beginnenden Verstopfung der Wirkdruckleitung ausgibt.
In einer Weiterbildung kann die Diagnoseeinrichtung dazu aus- gebildet sein, als Kennwert die Intensität des empfangenen elektromagnetischen Signals in einem vorbestimmten Frequenzbereich zu bestimmen. Das hat den Vorteil, dass der genutzte Frequenzbereich auf die spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Mediums in der Wirkdruckleitung und auf die Eigenschaf- ten der Wirkdruckleitung selbst, beispielsweise ihre Reflek- tionseigenschaften für die elektromagnetische Strahlung, abgestimmt werden kann. Als Intensität wird dabei die Energie des empfangenen elektromagnetischen Signals pro Zeit und pro Fläche bezeichnet.
In vorteilhafter Weise kann eine Lichtquelle, insbesondere eine LED (Light Emitting Diode) , zur Erzeugung des elektromagnetischen Signals vorgesehen werden. Dadurch kann ein definiertes elektromagnetisches Signal mit definiertem Fre-
quenzbereich und gleichbleibender Intensität für die Diagnose verwendet werden. Die Verwendung einer LED als Strahlungsquelle hat dabei den Vorteil, dass diese besonders langlebig und bezüglich der Lichtausbeute effektiv ist und zudem Licht als elektromagnetische Strahlung in einem genau vorbestimmbaren Frequenzbereich aussendet. Durch die Verwendung einer Lichtquelle, insbesondere einer LED, kann daher die Zuverlässigkeit der Diagnoseaussage weiter verbessert werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Mittel zur Ein- kopplung eines elektromagnetischen Signals wird darin gesehen, dass ein für das elektromagnetische Signal durchlässiges Fenster in der Wand der Wirkdruckleitung eingesetzt und die Lichtquelle außerhalb der Wirkdruckleitung angeordnet wird. Dadurch wird in vorteilhafter Weise der Montageaufwand reduziert, da Vorgaben, beispielsweise bezüglich der Druckfestigkeit der Wirkdruckleitung, ohne Weiteres einzuhalten sind. Zudem ist ein Wechsel der Lichtquelle leicht möglich.
Die Mittel zum Empfangen des elektromagnetischen Signals können in vorteilhafter Weise in ein Gehäuse des Messumformers integriert werden. Diese sind somit durch das Gehäuse geschützt und externe Kabel zur Verbindung eines Empfängers mit einer in dem Gehäuse befindlichen Auswerteeinrichtung können entfallen. Dadurch wird der Herstellungsaufwand des Druckmessumformers weiter reduziert.
Als Mittel zum Empfangen des elektromagnetischen Signals können eine Photodiode oder eine elektronische Kamera eingesetzt werden. Photodioden haben den Vorteil, dass sie zuverlässig, langlebig und zu günstigen Preisen am Markt verfügbar sind. Bei Verwendung einer Kamera ist ergänzend zur automatischen Diagnose mit Referenzwertvergleich ein Bild auf einer geeigneten Anzeigeeinrichtung darstellbar, das eine visuelle Kon- trolle und somit eine individuelle Bewertung des Zustands der Wirkdruckleitung durch einen Bediener ermöglicht.
In vorteilhafter Weise wird eine geringere Abschwächung des elektromagnetischen Signals durch Ablagerungen, die sich an
der Wandung der Wirkdruckleitung absetzen, erreicht, wenn die Strahlen der elektromagnetischen Strahlung im Wesentlichen parallel zur Längsachse der Wirkdruckleitung verlaufen. Dies kann durch geeignete Anordnung der Mittel zur Einkopplung des elektromagnetischen Signals erreicht werden. Dadurch wird auch eine Durchstrahlung der Wirkdruckleitung über einen größeren Teilbereich ermöglicht und somit die Empfindlichkeit auf ein Verstopfen der Wirkdruckleitung verbessert. Die Platzierung von Sender und Empfänger sollte an den Stellen der Wirkdruckleitung erfolgen, an welchen diese eine lediglich geringe Neigung zur Bildung von Ablagerungen besitzt.
Selbst gebogene oder mit Knickstellen versehene Wirkdruckleitungen können über einen größeren Teilbereich ihrer Gesamt- länge zur Diagnose einer Verstopfung mit einem elektromagnetischen Signal durchstrahlt werden, wenn an geeigneten Stellen Reflektoren in der Wirkdruckleitung zur Umlenkung des elektromagnetischen Signals vorgesehen sind.
In vorteilhafter Weise kann die Erfindung sowohl bei Druckmessumformern mit lediglich einer Wirkdruckleitung als auch bei Differenzdruckmessumformern mit zumindest zwei Wirkdruckleitungen angesetzt werden.
Anhand der Zeichnungen, in denen Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind, werden im Folgenden die Erfindung sowie Ausgestaltungen und Vorteile näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 ein Durchflussmessgerät mit einem Differenzdruckmessumformer,
Figur 2 ein Beispiel einer gebogenen Wirkdruckleitung,
Figur 3 eine mit Knickstellen versehene Wirkdruckleitung,
Figur 4 eine Wirkdruckleitung mit Reflektoren und
Figur 5 eine Wirkdruckleitung mit radialer Durchstrahlung.
Ein Durchflussmessgerät besteht gemäß Figur 1 aus einem Pro- zessanschluss 1, der in eine Leitung 2 eingesetzt ist, welche von einem flüssigen oder gasförmigen Medium durchflössen wird. In dem Prozessanschluss 1 befindet sich eine Blende als Unstetigkeitsstelle, an welcher bei strömendem Medium ein Differenzdruck entsteht, der von der Strömungsgeschwindigkeit und medienspezifischen Eigenschaften, beispielsweise der Vis- kosität, abhängig ist. Zur Messung des Differenzdrucks werden von beiden Seiten der Blende Prozessdrücke mit Wirkleitungen 3 und 4 einem Differenzdrucksensor 5 zugeführt, der in einem Gehäuse 6 angeordnet ist. Der Differenzdrucksensor erzeugt in Abhängigkeit des Differenzdrucks ein Messsignal 7, in dessen Abhängigkeit eine Auswerteeinrichtung 8 des Differenzdruck- messumformers einen Messwert für die Durchflussgeschwindigkeit des Mediums durch die Leitung 2 berechnet und über einen Feldbus 9 zur weiteren Verarbeitung an eine übergeordnete Leitstation, welche der übersichtlichkeit wegen in der Figur nicht dargestellt ist, ausgibt. über den Feldbus 9 erfolgt zudem die Parametrierung des Durchflussmessgeräts und es können Alarm- und Zustandsmeldungen ausgetauscht werden. Zusätzlich kann der Differenzdruckmessumformer mit einer in der Figur nicht dargestellten Bedien- und Anzeigeeinheit ausgestat- tet sein, um beispielsweise vor Ort den Messwert für die berechnete Durchflussgeschwindigkeit oder die bei einer Diagnose empfangene Intensität elektromagnetischer Strahlung auszugeben oder Bedieneingaben, zum Beispiel zur Parametrierung oder zum Start eines Diagnosevorgangs, vor Ort vorzunehmen. Selbstverständlich kann dies aufgrund der Kommunikation über den Feldbus 9 alternativ oder ergänzend dazu an einem entfernten Ort geschehen.
Zur Diagnose einer Verstopfung der Wirkdruckleitungen 3 und 4 sind diese jeweils mit Mitteln 10 bzw. 11 zur Einkopplung ei- nes elektromagnetischen Signals 12 bzw. 13 in die Wirkdruckleitung 3 bzw. 4 sowie mit Mitteln 14 bzw. 15 zum Empfangen des jeweiligen elektromagnetischen Signals 12 bzw. 13 und zur Erzeugung eines Empfangssignals 16 bzw. 17 versehen. Die den Wirkdruckleitungen 3 und 4 zugeordneten Mittel 14 bzw. 15
sind vorteilhaft im Gehäuse 6 des Druckmessumformers angeordnet, um den Aufwand einer zusätzlichen, externen Verkabelung zu vermeiden. Die Auswerteeinrichtung 8, die bereits zur Berechnung des Messwerts dient, bewertet die beiden Empfangs- Signale 16 und 17, indem sie die Intensität der empfangenen elektromagnetischen Signale 12 bzw. 13 als Kennwerte bestimmt, mit einem vorbestimmten Referenzwert 18 vergleicht und ein Anzeigesignal zur Anzeige einer Verstopfung der Wirkdruckleitung 3 oder Wirkdruckleitung 4 ausgibt, wenn der je- weils zugeordnete Wert der Intensität den Referenzwert unterschreitet. Bei einer Unterschreitung ist nämlich davon auszugehen, dass das jeweilige elektromagnetische Signal 12 oder 13 bereits durch Ablagerungen in der Wirkdruckleitung 3 oder 4 so stark gedämpft wird, dass im Sinne einer vorausschauen- den Wartung eine baldige Beseitigung des fehlerhaften Zu- stands erforderlich ist.
Die Diagnoseeinrichtung umfasst somit die Mittel 10 und 11 zur Einkopplung der elektromagnetischen Signale 12 und 13, die Mittel 14 und 15 zum Empfangen der elektromagnetischen
Signale und zur Erzeugung der Empfangssignale 16 und 17 sowie die Auswerteeinrichtung 8, welche die Empfangssignale 16 und 17 zur Ableitung einer Diagnoseaussage weiterverarbeitet. In der Auswerteeinrichtung 8 ist ein Speicher zur Hinterlegung des vorbestimmten Referenzwerts 18 angeordnet. Damit ist die Diagnoseeinrichtung in den Druckmessumformer integriert.
Alternativ dazu ist selbstverständlich eine von dem Druckmessumformer getrennte Ausführung der Diagnoseeinrichtung denkbar, bei welcher die Wirkdruckleitungen lediglich mit geeigneten Fenstern versehen sein müssen, um das elektromagnetische Signal einkoppeln und wieder empfangen zu können.
Da die beiden Wirkdruckleitungen 3 und 4 identisch aufgebaut sind, wird im Folgenden das Verfahren zur Erkennung einer Verstopfung lediglich anhand der Wirkdruckleitung 3 weiter erläutert. Für die Wirkdruckleitung 4 gilt dann Entsprechendes. In einer besonders einfachen Ausgestaltung sind die Mittel 10 zur Einkopplung des elektromagnetischen Signals 12 als
ein Glasfenster ausgeführt, durch welches das elektromagnetische Signal 12 mit Hilfe einer mobilen Lichtquelle, beispielsweise einer Taschenlampe, die in der Figur der übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt ist, in die Wirkdruck- leitung 3 eingekoppelt werden kann. Solange beispielsweise in einer Photodiode als Mittel 14 zum Empfangen des elektromagnetischen Signals 12 ein ausreichend starkes Lichtsignal empfangbar ist, wird in der Auswerteeinrichtung 8 eine ausreichend offene Wirkdruckleitung 3 festgestellt und ein entspre- chendes Anzeigesignal ausgegeben. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 ist der Teilbereich, in welchem das elektromagnetische Signal 12 die Wirkdruckleitung 3 durchläuft, geradlinig ausgeführt. Dadurch kann dieses bereits ohne Reflektionen an der Wand der Wirkdruckleitung 3 die Empfangsmittel 14 er- reichen.
Alternativ zur beschriebenen Einkopplung mit einer mobilen Lichtquelle ist es selbstverständlich auch möglich, über dem Glasfenster 10 eine feste Lichtquelle zu installieren, welche beispielsweise durch die Auswerteeinrichtung 8 des Druckmessumformers zur Durchführung einer Diagnose angesteuert wird. Besonders energiesparend ist dabei die Verwendung einer LED.
Alternativ zu dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist es mög- lieh, eine LED als Mittel zum Einkoppeln eines elektromagnetischen Signals an der Innenwand einer Wirkdruckleitung zu befestigen und so auf ein transparentes Fenster zu verzichten.
Das Ausführungsbeispiel einer Wirkdruckleitung 20 gemäß Figur 2 verdeutlicht, dass es nicht zwingend erforderlich ist, ein elektromagnetisches Signal parallel zur Achse der Wirkdruckleitung einzustrahlen. Durch eine Lichtquelle 21, die seitlich an der Wirkdruckleitung 20 angebracht ist, werden Licht- strahlen radial eingekoppelt und an der gegenüber liegenden Wand der Wirkdruckleitung 20 gestreut. Solange dabei mit einem Empfänger 22 noch ein schwaches Lichtsignal empfangbar ist, kann auf eine ausreichend offene Wirkdruckleitung 20 geschlossen werden. Prinzipiell genügt es dazu, den Empfänger
20 ebenfalls seitlich an der Wirkdruckleitung 20 anzubringen. Die Wirkdruckleitung 20 dient wiederum zur Zuführung eines Prozessdrucks von einem Prozessanschluss 1' zu einem Gehäuse 6' eines Druckmessumformers.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 ist eine Wirkdruckleitung 30 mit zwei Knickstellen versehen, an welchen eine Lichtquelle 31 bzw. ein Empfänger 32 zur im Wesentlichen achsenparallelen Einstrahlung eines elektromagneti- sehen Signals bzw. zum Empfang des Signals angeordnet sind.
Mit dieser Anordnung wird eine hohe Lichtintensität beim Empfänger 32 erreicht, selbst wenn Reflektionen an der Innenwand der Wirkdruckleitung 30 bereits durch Ablagerungen abgeschwächt werden.
Die Sender/Empfänger-Anordnung an einer Wirkdruckleitung 40 gemäß Figur 4 entspricht derjenigen gemäß Figur 3. Im Unterschied dazu ist die Wirkdruckleitung 40 mit zwei weiteren Knickstellen versehen, in denen zur Verbesserung der Intensi- tat des Empfangssignals Reflektoren 41 bzw. 42 zur Umlenkung eines elektromagnetischen Signals 43 angebracht sind. Dadurch kann auch bei einer Vielzahl von Knickstellen ein ausreichendes Empfangssignal bei offener Wirkdruckleitung 40 erhalten werden .
Figur 5 zeigt eine Wirkdruckl-eitung 50 mit besonders einfachem Aufbau. Dabei sind Mittel 51 zur Einkopplung eines elektromagnetischen Signals 52 vorgesehen, welche dieses in radialer Richtung in die Wirkdruckleitung 50 einstrahlen. An der gegenüber liegenden Wand der Wirkdruckleitung 50 befinden sich Mittel 53 zum Empfang des elektromagnetischen Signals 52. Diese besonders einfache Anordnung ist vorwiegend dann einsetzbar, wenn sich Ablagerungen gleichmäßig an der gesamten Innenwand der Wirkdruckleitung 50 bilden. In diesem Fall genügt es nämlich, einen sehr kleinen Teilbereich der Wirkdruckleitung 50 zu durchstrahlen, um eine fortschreitende Ablagerungsdicke festzustellen.
In allen gezeigten Ausführungsbeispielen können prinzipiell die Mittel zur Einkopplung eines elektromagnetischen Signals sowie die Mittel zum Empfangen des elektromagnetischen Signals wahlweise innerhalb oder außerhalb der Wirkdruckleitung angebracht werden. Bei Anbringung außerhalb sind selbstverständlich Vorkehrungen für die Durchlässigkeit der Strahlung durch die Wand der Wirkdruckleitung, zum Beispiel durch ein Sichtfenster, vorzusehen. Die Anbringungsarten sind dabei beliebig kombinierbar.
