Berberich, Bernd (Paradiesweg 24, Schwieberdingen, 71701, DE)
| 1. | Druckanlage zum Bedrucken von Verschlüssen, insbesondere Schraubver schlüssen, für Behälter, insbesondere Flaschen, bei der ein Rotationsträger mit an diesem peripher befestigten Dornen zur Aufnahme der Verschlüsse und mindestens ein Druckwerk zum Bedrucken der Verschlüsse von außen vorgesehen sind und bei der ein Bedrucken der Verschlüsse von innen erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass jeder für den Innendruck vorgesehene Dorn (1 13) des Rotationsgroßra des (2) einen zentralen Längskanal (14) und einen in diesem längsbeweg baren Stößel (15) aufweist und dass der Stößel (15) an seinem Außenende einen in den Verschluss passenden Tampon (16) zur Farbaufnahme und abgabe trägt. |
| 2. | Druckanlage nach Anspruch 1, dadurchgekennzeichnet, dass der Stößel (15, Fig. 4) an seinem Außenende eine in den Dorn (11') versenkt angeorndete Platte (29) zur Anbringung des Tampons (16) trägt. |
| 3. | Druckanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Tampon (16) vorzugsweise eine Silikonscheibe beziehungsweise ein Vieleck ist und leicht gewölbt sein kann. |
| 4. | Druckanlage nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Stößel (15) an seinem Innenende ein Laufrad (17) trägt, das über feststehende (18,24) oder steuerbare Nocken zur Farbaufnahme und abgabe gesteuert wird. |
| 5. | Druckanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbaufnahme von einer Klischeewalze (12) erfolgt. |
| 6. | Druckanlage nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass zur Farbabgabe eine auf die Außenfläche des Verschlusses (21) wir kende Andruckwalze (25) oderkurve vorgesehen ist. |
Die Innenflächen von Verschlüssen, insbesondere Schraubverschlüssen, für Behäl- ter, insbesondere Flaschen, werden immer häufiger zu Werbezwecken verwendet.
Zur Darstellung von Bildern und/oder Texten auf solchen Innenflächen sind schon Dichtungsscheiben aus Kunststoff eingesetzt worden, die getrennt vom Verschluss bedruckt und dann in den Verschluss eingepresst wurden. Bei Verschlüssen, die nicht mit einer getrennten Dichtungsscheibe arbeiten, sondern bei denen die Innenfläche des Verschlusses bereits mit dem Dichtungsmäterial beschichtet ist, oder bei Verschlüssen ohne Dichtungseinlage ist die genannte Methode zur An- bringung von Werbung auf der Innenseite des Verschlusses nicht anwendbar.
Bekannt ist auch, beispielsweise durch die US-A-6244172 und die WO-A- 99/14334, die Innenflächen von Verschlüssen mit üblichen Tampondruckmaschi- nen zu bedrucken, indem mehrere Einzeltampons vorgesehen werden, die in die Verschlüsse eingeführt werden und dann die mitgeführte Druckfarbe an den Innenflächen der Verschlüsse absetzen. Dadurch lassen sich zwar farbige Ab- drucke, auch weiße Abdrucke, erzeugen, aber eine solche Tampondruckmaschine ist nur für verhältnismäßig kleine Stückzahlen geeignet und kann nur als eigen- ständige Druckmaschine eingesetzt werden, die einen verhältnismäßig hohen Personalaufwand und Platzbedarf erfordert.
Durch die JP-A-58124653 ist eine Tampondruckmaschine bekannt, die zwei rotierende Trommeln aufweist, von denen die eine auf ihrem Umfang verteilte Tampons und die andere auf ihrem Umfang verteilte Halter für zu bedruckende, unebene Gegenstände aufweist, wobei die Halter zum Trommelzentrum hier beweglich sind. Die bekannte Druckmaschine betrifft nur den Außendruck ; der Innendruck von Verschlusskappen wird nicht berührt.
Ferner kommen für die Darstellung von Werbeaussagen auf den Innenflächen von Verschlüssen Laserbeschriftungsanlagen in Frage, die für höhere Leistungen und verhältnismäßig hohe Stückzahlen mit Mehrfachlaserköpfen ausgestattet werden können. Solche Laserbeschriftungsanlagen können jedoch nur auf hellen Ver- schlüssen eine dunkle Beschriftung erzeugen. Auf dunklen Verschlüssen ist die eingebrannte Gravur nur sehr schwer zu erkennen. Diese Laserbeschriftungs- anlagen sind ebenfalls nur als eigenständige Anlagen möglich, die einen entspre- chend hohen Platzbedarf und Personalaufwand erfordern und mit sehr hohen Anschaffungskosten verbunden sind.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Druckanlage der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art zu schaffen, die einen niedrigen Platzbedarf und einen geringen Personalaufwand hat und deren Anschaffungskosten gering sind.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die Druckanlage gemäß der Erfindung hat den Vorteil, dass keine zusätzliche, eigenständige Druckmaschine notwendig ist, und den weiteren Vorteil dass be- kannte und bestehende Druckmaschinen weiterverwendet werden können und nur ergänzt zu werden brauchen.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung trägt der Stößel an seinem Außen- ende eine in den Dorn versenkt angeordnete Platte zur Anbringung des Tampons.
Der Tampon liegt daher geschützt im Dorn.
Gemäß einer zweckmäßigen, weiteren Ausbildung der Erfindung ist der Tampon eine Silikonscheibe, die nach außen gewölbt sein kann.
Gemäß einer einfachen, weiteren Ausbildung der Erfindung trägt jeder Stößel an seinem Innenende ein Laufrad, das über feststehende oder steuerbare Nocken zur Farbaufnahme und-abgabe gesteuert wird.
Gemäß einer einfachen, weiteren Ausbildung der Erfindung erfolgt die Farbauf- nahme von einer Klischeewalze.
Gemäß einer einfachen, weiteren Ausbildung der Erfindung ist zur Farbabgabe eine auf die Außenfläche des Verschlusses wirkendes Andruckmittel vorgesehen.
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer Druckanlage gemäß der Erfindung, Fig. 2 einen Schnitt durch einen Teil der Druckanlage der Fig. 1, wobei mehrere Dornen mit ihren Stößeln und Tampons am Vorbeigang an einer Klischeewalze dargestellt sind, Fig. 3 einen Schnitt durch einen Teil der Druckanlage der Fig. 1, wobei mehrere Dornen mit ihren Stößeln und bedruckten Tam
pons mit Verschlüssen bestückt und die Verschlüsse von innen bedruckt werden, und Fig. 4 einen Schnitt durch einen alternativen Dorn gemäß der Erfin- dung.
In Fig. 1 ist eine Druckanlage gemäß der Erfindung im Prinzip dargestellt. Die Druckanlage besteht im Wesentlichen aus einem Gehäuse 1, einem darin eingebau- ten Rotationsträger in Form eines an sich bekannten Rotationsgroßrades 2, vier im Gehäuse 1 eingebauten Druckwerken 3-6 für vier verschiedene Farben für den Außendruck und einem Druckwerk 7 für den Innendruck von Verschlüssen, wie den Verschlüssen 8. Das Gehäuse 1 weist ferner eine Steuertafel 9 zur Steuerung des Rotationsgroßrades 2 und der Druckwerke 3-7 auf. Das Rotationsgroßrad 2 wird im Betrieb entgegen dem Uhrzeigersinn angetrieben. Die Druckwerke 3-6 arbeiten jeweils mit einer Zwischenwalze, wie der Zwischenwalze 10. Auf dem Umfang des Rotationsgroßrades 2 sind eine Vielzahl von Dornen, wie die Dorne 11, befestigt, die in besonderer Weise ausgebildet sind, wie noch näher erläutert wird. Diese Dornen fahren an einer Klischeewalze 12 des Druckwerkes 7 vorbei.
In Fig. 2 sind dieser Vorgang und die Dorne näher dargestellt. Ausschnittsweise sind fünf Dorne 11,-115 gezeigt, die am Rotationsrad 2 befestigt sind. Diese Dorne sind alle gleich ausgebildet, so dass die Beschreibung eines Dorns, beispiels- weise des Dorns 1 13, genügt.
Der Dorn 1 13 weist einen runden Dornkörper 13 auf, der in das Rotationsgroßrad 2 eingeschraubt ist. Der Dornkörper 13 ist mit einem in seiner Längsrichtung verlaufenden, zentralen Kanal 14 versehen, in dem ein unter Federdruck stehender Stößel 15 längsbewegbar geführt ist. An seinem Außenende trägt der Stößel 15
einen Tampon 16, vorzugsweise in Form einer runden Silikonscheibe mit einer Außenwölbung. An seinem Innenende ist der Stößel 15 mit einem Laufrad 17 versehen.
Bei der Bewegung des Rotationsgroßrades 2 gelangen die Dorne 1 1,-115 nach- einander zur Klischeewalze 12. Dabei werden die Stößel in Richtung auf die Klischeewalze 12 mittels eines feststehenden Nockens 18 ausgelenkt. Gezeigt ist, dass der Stößel 15 gerade durch den Nocken 18 ausgestoßen wird, wobei sich die mit Farbe benetzte Klischeewalze 12 am Tampon 16 abwälzt und die Farbe auf diesen Tampon überträgt. Der Nocken 18 könnte auch steuerbar sein, um so durch sein Wegschwenken die Abnahme von Farbe von der Klischeewalze 12 zu unter- brechen und damit die Anzahl der von innen bedruckten Verschlüsse 8 steuern zu können.
Den Dornen 11 mit den auf diese Weise mit Druckbildern versehenen Tampons wird nun nach Fig. 1 aus einem Magazin 19 ein Band 20 mit hintereinander an- geordneten Verschlüssen, wie den Verschlüssen 21, zugeführt, wobei sich die Dorne 11 in die Verschlüsse 21 setzen. Dieser Vorgang ist näher in Fig. 3 dar- gestellt.
In Fig. 3 sind vier Dorne gezeigt, deren Tampons mit Farbe versehen sind. Den Dornen werden die Verschlüsse 21 über eine Gleitführung 22 derart zugeführt, dass die Dorne mit den Tampons allmählich in die Verschlüsse 21 tauchen. In Fig.
3 ist dargestellt, dass der Verschluss 21 gerade in eine Fassung 23 des Dorns 113 aufgenommen ist und der zugehörige Stößel 15 des Dorns 113 gerade mittels eines weiteren feststehenden Nockens 24 in Richtung auf den Verschluss 21 ausgesto- ßen wird. Dabei überträgt der zugehörige Tampon 16 das Druckbild auf die Innen- seite des Verschlusses 21. Eine Andruckwalze 25 dient dabei als Widerlager.
Anstelle einer Andruckwalze kann auch eine Andruckplatte oder Andruckkurve eingesetzt werden.
In Fig. 1 werden in der Folge die innen bedruckten Verschlüsse 21 an einer Vor- behandlungsvorrichtung 26 vorbei an den Druckwerken 3-6 zugeführt, durch die sie einen Vierfarbaußendruck erhalten, ehe sie über eine Weiche 27 die Druck- anlage verlassen. Die Vorbehandlungseinrichtung 26 bereitet die Außenflächen der Verschlüsse 21 für den Druck mit den Druckwerken 3-6 vor.
In Fig. 4 ist ein alternativer Dorn 11'gezeigt, dessen Dornkörper 13'an seinem Außenende abweichend von den vorhergehenden Figuren mit einer Ausnehmung 28 versehen ist. Das Außenende des Stößels 15 trägt ferner eine vorzugsweise runde Platte 29, auf der der Tampon 16 befestigt ist. Platte 29 und Tampon 16 werden in der Ausnehmung 28 geschützt aufgenommen.
Das Rotationsgroßrad 2 kann, wie nicht dargestellt ist, mit mehr als einem Ring aus Dornen bestückt sein, wobei die zusätzlichen Ringe auf dem Außenumfang nebeneinander angeordnet sind. Dadurch kann die Effektivität der Druckanlage noch wesentlich gesteigert werden. Entgegen der Darstellung in den Figuren kann die Druckanlage auch mit einer geringeren Anzahl von Außendruckwerken, einem Innendruckwerk und mit einem Rotationsflachband statt eines Rotationsgroßrades betrieben werden.
