MATSCHINER, Hermann (Schleiermacherstrasse 6, Halle, 06114, DE)
MATSCHINER, Hermann (Schleiermacherstrasse 6, Halle, 06114, DE)
| Patentansprüche:
1. Verfahren zur Reinigung organischer Reststoffe, wie Kunststoffe, Altöle oder Biomasse, von Störstoffen, in einer Separationsstufe unter Verwendung eines Reaktors (1), vor der Durchführung einer Verölung dieser Reststoffe durch Thermolyse, dadurch gekennzeichnet, dass die Reststoffe in einem geschlossenen Reaktor (1) unter Schutzgas bis zur Schmelze erhitzt und die dabei entstehenden flüchtigen Störstoffe, wie Halogenverbindungen, Schwefelverbindungen, Weichmacher und/oder Wasser, zusammen mit dem Schutzgas unter reduziertem Druck abgezogen werden und das Schutzgas von den flüchtigen Störstoffen gereinigt wird, wonach das Schutzgas zum weiteren Strippen der Reststoffschmelze gepulst derselben wieder zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Pulsen des Schutzgases zum Strippen der Reststoffschmelze dergestalt erfolgt, dass ein annähernd resonanter Schwingungszustand der Schmelze erreicht wird, wobei die Resonanzfrequenz vorzugsweise zwischen 20 Hz bis 50 Hz betragen kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das aus dem Reaktor (1) abgezogene Schutzgas mitsamt den darin entstandenen flüchtigen Störstoffen in wenigstens einer Reinigungsstufe (8,9) gereinigt wird.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Reststoffe auf Temperaturen zwischen 22O 0 C und 290°C erhitzt werden, wobei die Erwärmung bei einer geringen Temperaturdifferenz zwischen dem Wärmeüberträger (2) und den geschmolzenen Reststoffen erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Begleitstoffe höherer Dichte am Boden des
Reaktors (1) ausgetragen werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass vor der Reinigung des Schutz- oder Strippgases von den flüchtigen Störstoffen das Gas abgekühlt wird, so dass die darin enthaltenen gasförmigen Störstoffe kondensieren.
7. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Bodens des Reaktors (1) ein zweiter Pulsator (17) angeordnet ist, welcher mit der Reststoffschmelze in Verbindung steht und welcher dieselbe in Pulsation versetzt, wobei vorzugsweise eine resonante Pulsation der Reststoffschmelze angestrebt wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Schutzgas Stickstoff oder Argon oder Kohlendioxid verwendet wird.
9. Vorrichtung zur Reinigung organischer Reststoffe, wie Kunststoffe, Altöle oder Biomasse, von Störstoffen, in einer einen Reaktor (1) aufweisenden Separationsstufe, vor der Durchführung einer Verölung dieser Reststoffe durch Thermolyse, dadurch gekennzeichnet, dass der Reaktor (1) ein geschlossenen Rührreaktor mit einer innen liegenden Röhrenheizung (2) ist und eine Zuführung (M, 3) für die Reststoffe, eine am Boden befindliche Austragsöffnung (4) für die störenden Begleitstoffe höherer Dichte, eine Verbindungsleitung (5) in den Thermolysereaktor für die geschmolzenen Reststoffe, einen im Gasraum befindlichen Stutzen (6) zur Schutzgaszuführung bzw. -überlagerung sowie einen zum Anlegen von Unterdruck dienenden Gasabzugstutzen (7) zum Strippen des Schutzgases aufweist, wobei der Gasabzugstutzen (7) über wenigstens eine Reinigungsstufe (8,9) zur Abtrennung der entstandenen flüchtigen Störstoffe aus dem Schutzgas über einen Verdichter (10) mit einer Gaseinblasvorrichtung (12) für das Schutzgas im unteren Teil des Reaktors (1) zum Strippen der Reststoffschmelze verbunden ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Verdichter (10) und der Gaseinblasvorrichtung (12) eine erste Vorrichtung (12) zur gepulsten Schwingungserzeugung, Pulsator (12), angeordnet ist zur gepulsten Schwingungserzeugung des Schutzgases bei der Rückführung desselben durch die Gaseinblasvorrichtung (12) in den Reaktor (1).
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Reaktors (1) im Bereich der Austragsöffnung (4) für die nichtflüchtigen Störstoffe ein zweiter Pulsator (17) angeordnet ist, welcher zur gepulsten Schwingungserzeugung der Restschmelze mit derselben in Verbindung steht.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsstufen Wäscher (8,9) zum Auswaschen von Säuren sowie von Kohlenwasserstoffen aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass vor der wenigstens einen Reinigungsstufe (8,9) zum Abtrennen der entstandenen flüchtigen Störstoffe aus dem Schutzgas ein Kondensor (16) angeordnet ist zum Kondensieren der flüchtigen Störstoffe. |
Verfahren zur Reinigung organischer Reststoffe, in einer Separationsstufe, vor der Durchführung einer Verölung durch Thermolvse und Vorrichtung hierzu
Technisches Gebiet: Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung organischer Reststoffe, wie Kunststoffe, Altöle oder Biomasse, von Störstoffen, in einer Separationsstufe, vor der Durchführung einer Verölung dieser Reststoffe durch Thermolyse.
Stand der Technik:
Zur Verölung von organischen Reststoffen ist eine Reihe von Verfahren bekannt, die sich entweder für reine oder gemischte Kunststoffabfälle oder für Biomasse eignen. Die meisten der bekannten Verfahren eignen sich allerdings nur zur Verölung von Polyolefinabfällen aus PE, PP sowie PS, da Kunststoffe, die Halogenverbindungen oder auch in starkem Maße Weichmacher enthalten, die Thermolyse stören. Ebenso stellen Begleitstoffe, wie z.B. Wasser, Sand, Glas, Metallteile, eine unerwünschte Belastung für die Durchführung des Prozesses dar. Dies führt zu großen Problemen in der Prozesstechnik und/oder auf der Produktseite. Derartig verunreinigte Kunststoffe können zwar vor einer Thermolyse sortiert und gereinigt werden, jedoch steigt der hierfür erforderliche Aufwand stark mit dem geforderten Reinheitsgrad an und vermindert die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprozesses. Deshalb ist es wünschenswert, dass ein bestimmter Anteil Halogenverbindungen zugelassen werden kann.
PVC jedoch stört bereits in kleinen Mengen den Verölungsprozess. Es wurde deshalb versucht, durch Zusatz von Ammoniak, Harnstoff oder Kalk die bei der thermischen Spaltung von PVC-haltigen Kunststoffen gebildete Salzsäure, HCl, zu binden oder, wie beim BASF-Verfahren, diese abzutrennen (DE 40 12 379, DE 43 24 112). Dazu wird der polyolefinische Kunststoffmüll in einem Rührbehälter bis auf 300 bis 350 0 C aufgeschmolzen, und dabei entstehende gasförmige Produkte, die auch freigesetzte Salzsäure enthalten, werden abgetrennt. Anschließend wird die Schmelze in einem Röhrenspaltofen bei 400 0 C bis 45O 0 C
weiter zersetzt. Die industrielle Umsetzung dieses Verfahrens scheiterte wegen technischer Schwierigkeiten nicht zuletzt bei der Einhaltung des notwendigen Temperaturprofils in der Aufschmelzphase, da es durch die hohe Temperatur- spreizung zwischen dem Reaktorinhalt und der mit einem Heizmantel umgebenen Reaktorwand zu Verkokungen an diesem kommt. Dabei ist zudem von Nachteil, dass das Aufschmelzen bei Temperaturen erfolgt, bei denen neben der Ent- halogenierung auch schon C-C-Crackreaktionen stattfinden und die abgetrennte Gasphase sowohl Crackgase als auch Salzsäuredämpfe enthält, die anschlies- send getrennt werden müssen. Außerdem können unkontrollierte Nebenreak- tionen zu unerwünschten Produkten führen. Auch feste, d.h. nicht schmelzende Kunststoffbegleitstoffe können im Aufschmelzreaktor nicht abgetrennt werden und müssen erst den gesamten Röhrenreaktor durchlaufen. Dies führt zu einer nacheiligen werkstofflichen und energetischen Belastung dieses Anlagenteils.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, für die Durchführung einer Thermo- lyse, beispielsweise gemäß der PCT/EP2005/000661 , auch solche Reststoffe, wie Kunststoffe, Altöle oder Biomasse, einzusetzen, welche störende Stoffe, wie Halogenverbindungen, aber auch Weichmacher oder Wasser sowie störende Begleitstoffe höherer Dichte, enthalten.
Technische Aufgabe:
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu entwickeln, welche es erlauben, Reststoffe, wie Kunststoffe, Altöle oder Biomasse, welche mit Stoffen, wie Halogenverbindungen, Weichmacher, Wasser sowie Begleitstoffe höherer Dichte, verunreinigt sind, welche die Durchführung einer Thermolyse stören, von derartigen störenden Stoffen vor der Durchführung der Thermolyse, beispielsweise gemäß der PCT/EP2005/000661 , weitestgehend zu säubern und derartige störende Stoffe abzutrennen.
Offenbarung der Erfindung und deren Vorteile:
Dieses Problem wird patentgemäß dadurch gelöst, dass die Reststoffe in einem geschlossenen Reaktor unter Schutzgas bis zur Schmelze erhitzt und die dabei
entstehenden flüchtigen Störstoffe, wie Halogenverbindungen, Schwefelverbindungen, Weichmacher und/oder Wasser, zusammen mit dem Schutzgas unter reduziertem Druck abgezogen werden und das Schutzgas von den flüchtigen Störstoffen gereinigt wird, wonach das Schutzgas zum weiteren Strippen der Reststoffschmelze gepulst derselben wieder zugeführt wird.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Pulsen des Schutzgases zum Strippen der Reststoffschmelze dergestalt, dass ein annähernd resonanter Schwingungszustand der Schmelze erreicht wird, wobei die Resonanzfrequenz vorzugsweise zwischen 20 Hz bis 50 Hz betragen kann.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das aus dem Reaktor abgezogene Schutzgas mitsamt den darin entstandenen flüchtigen Störstoffen in wenigstens einer Reinigungsstufe gereinigt. Des Weiteren können die Reststoffe auf Temperaturen zwischen 220 und 290 0 C erhitzt werden, wobei die Erwärmung bei einer geringen Temperaturdifferenz zwischen dem Wärmeüberträger und den zu schmelzenden und aufgeschmolzenen Reststoffen erfolgt.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Begleitstoffe höherer Dichte am Boden des Reaktors ausgetragen.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vor der Reinigung des Schutz- oder Strippgases von den flüchtigen Störstoffen das Gas abgekühlt, so dass die darin enthaltenen gasförmigen Störstoffe kondensieren.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann unterhalb des Bodens des Reaktors ein zweiter Pulsator angeordnet sein, der mit der Reststoffschmelze in Verbindung steht und der dieselbe in Pulsation versetzt, wobei vorzugsweise eine resonante Pulsation der Reststoffschmelze angestrebt wird.
Die Erwärmung muss unter geringer Temperaturspreizung zwischen dem Wärmeüberträger und den geschmolzenen Reststoffen erfolgen. Die Zuführung
von verdichteten und dadurch weitgehend sauerstofffreien Reststoffen in den Reaktor erfolgt unter Schutzgaszuführung.
Zum Ausstrippen der entstehenden flüchtigen Störstoffe kann in die Reststoff- schmelze das aus dem Reaktorgasraum abgezogene, die flüchtigen Stoffe enthaltende Schutzgas als Strippgas eingeleitet werden, welches beim Abziehvorgang über eine oder mehrere Reinigungsvorrichtungen, beispielsweise eine alkalisch eingestellte Waschvorlage zur Entfernung von sauren Begleitstoffen, wie HCI-Gas, oder andere Trennstufen zur Entfernung der entstandenen flüchtigen Stoffe geführt wird, als Strippgas eingeleitet werden. Das Strippgas wird dabei in den unteren Teil des Reaktors eingeleitet und gegebenenfalls im Kreislauf geführt.
Vorteilhaft ist ein patentgemäßer, gepulster Eintrag des Strippgases zum besseren Stoffaustausch zwischen der Schmelze und dem Strippgas im Reaktor, wobei die Frequenz so zu steuern ist, dass ein annähernd resonanter Schwingungszustand der Schmelze erreicht wird. Die Frequenz kann in vorteilhafter Weise beispielsweise zwischen 20 bis 50 Hz liegen.
Die Begleitstoffe höherer Dichte scheiden sich aufgrund dynamischer und sedimentativer Effekte unten am Boden des Reaktors ab und werden durch ein spezielles Schleusensystem aus dem Reaktor durch eine Austragsöffnung für die Störstoffe ausgetragen.
Das so vorbehandelte Material der organischen Reststoffe wird nach bekannten Thermolyseverfahren, beispielsweise gemäß dem Thermolyseverfahren der PCT/EP2005/000661 , weiterbehandelt, beispielsweise gestuft erhitzt.
Diese patentgemäße Verfahrensweise hat die Vorteile, dass beim Aufschmelzen der Reststoffe die die Thermolyse störenden Stoffe weitgehend entfernt und von
Crackgasen gasförmig abgetrennt sind und gleichzeitig feste, nicht schmelzende
Begleitstoffe bzw. solche mit höherer Dichte als die Schmelze separiert und getrennt weiterbehandelt werden können.
Gut geeignet ist diese Separatorstufe, wenn sie beispielsweise als erste Stufe im mehrstufigen Syntrol ® -Verfahren (DE 10 2004 003 667) fungiert, da dann auch organische Reststoffe, die unter anderen PVC- und Weichmacheranteile aufweisen, eingesetzt werden können, weil die anschließende Thermolyse durch sie nicht beeinträchtigt wird.
Die Aufgabe wird des Weiteren mittels einer Vorrichtung zur Reinigung organischer Reststoffe, wie Kunststoffe, Altöle oder Biomasse, von Störstoffen, in einer einen Reaktor aufweisenden Separationsstufe, vor der Durchführung einer Verölung dieser Reststoffe durch Thermolyse, dadurch gelöst, dass der Reaktor ein geschlossenen Rührreaktor mit einer innen liegenden Röhrenheizung ist und eine Zuführung für die Reststoffe, eine am Boden befindliche Austragsöffnung für die störenden Begleitstoffe höherer Dichte, eine Verbindungsleitung in den Ther- molysereaktor für die geschmolzenen Reststoffe, einen im Gasraum befindlichen Stutzen zur Schutzgaszuführung bzw. -überlagerung sowie einen zum Anlegen von Unterdruck dienenden Gasabzugstutzen zum Strippen des Schutzgases aufweist, wobei der Gasabzugstutzen über wenigstens eine Reinigungsstufe zur Abtrennung der entstandenen flüchtigen Störstoffe aus dem Schutzgas über einen Verdichter mit einer Gaseinblasvorrichtung für das Schutzgas im unteren Teil des Reaktors zum Strippen der Reststoffschmelze verbunden ist.
In weiterer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist zwischen dem Verdichter und der Gaseinblasvorrichtung eine erste Vorrichtung zur gepulsten Schwingungserzeugung, Pulsator, angeordnet zur gepulsten Schwingungserzeugung des Schutzgases bei der Rückführung desselben durch die Gaseinblasvorrichtung in den Reaktor. Zusätzlich kann unterhalb des Reaktors im Bereich der Austragsöffnung für die nichtflüchtigen Störstoffe ein zweiter Pulsator angeordnet sein, welcher zur gepulsten Schwingungserzeugung der Restschmelze mit derselben in Verbindung steht.
In weiterer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weisen die Reinigungsstufen Wäscher auf, beispielsweise zum Auswaschen von Säuren sowie von Kohlenwasserstoffen.
In weiterer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist vor der wenigstens einen Reinigungsstufe zum Abtrennen der entstandenen flüchtigen Störstoffe aus dem Schutzgas ein Kondensor angeordnet zum Kondensieren der flüchtigen Störstoffe.
Somit eignet sich zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens insbesondere ein geschlossener Rührreaktor, vorzugsweise mit innen liegender Röhrenheizung, zum Beispiel Röhrenwendeln, für einen flüssigen oder gasförmigen Wärmeträger, einer Zuführung für die Reststoffe, einer am Boden befindlichen Austragsöffnung für die störenden Begleitstoffe höherer Dichte, einer Ver- bindungsleitung in den Thermolysereaktor für die geschmolzenen Reststoffe, einen im Gasraum befindlichen Stutzen zur Schutzgaszuführung sowie einem Gasabsaugstutzen, an dem ein niedriger Druck angelegt wird und der über Reinigungsstufen zur Abtrennung der entstandenen flüchtigen Störstoffe aus dem Gas sowie einen Verdichter mit einer Gaseinblasvorrichtung im unteren Teil des Reaktors zur Strippung der Schmelze verbunden ist.
Zum Pulsen des Strippgases dient eine Vorrichtung zur gepulsten Schwingungserzeugung zwischen dem Verdichter und der Gaseinblasvorrichtung, nämlich ein erster Pulsator. Vorzugsweise soll die Pulsatorfrequenz des eingeleiteten Strippgases im Bereich der Resonanzfrequenz der Reststoffschmelze liegen; beispielsweise kann die Pulsatorfrequenz zwischen 20 Hz bis 50 Hz betragen. Am Boden des Reaktors kann des Weiteren ein zweiter Pulsator angeordnet sein, welcher die gesamte Reststoffschmelze in Schwingung versetzt bzw. die durch den ersten Pulsator erzeugte Pulsatorfrequenz des Strippgases unterstützt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Beispiels näher erläutert. Figur 1 zeigt einen Reaktor zur Durchführung der Separationsstufe.
Bevorzugte Ausführungsform der Erfindung:
Als Reaktor für die Durchführung der Separation dient ein geschlossener Behälter 1 mit einer innen liegenden Röhrenheizung 2 im Flüssigkeitsraum, einem Rührwerk M, sowie Zuführung für die Reststoffe 3, wobei die Zuführung aus wenigstens einer Förderschnecke bestehen kann. Am Boden des Reaktors 1 befindet sich eine Austragsöffnung 4 für die nichtflüchtigen Störstoffe höherer Dichte, sowie seitlich an der Reaktorwandung eine Verbindungsleitung 5, welche zu einem nicht gezeigten Thermolysereaktor führt. Vorzugsweise im oberen Reaktorteil des Reaktors 1 , der Gasraum, befindet sich ein Stutzen 6 zur Zuführung oder auch überlagerung eines Schutzgases, Strippgas, ebenso wie sich vorzugsweise im oberen Reaktorteil ein Absaugstutzen 7 zum Abziehen des mit flüchtigen Störstoffen beladene Schutzgases befindet. Als Schutzgas wird vorzugsweise Stickstoff oder Argon oder Kohlendioxid verwendet.
Die sich an den Absaugstutzen 7 anschließende Leitung 18 führt über einen Kondensor 16 und danach über zwei anschließende Reinigungsstufen 8 und 9. Im Kondensor 16 werden die gasförmigen Störstoffe kondensiert, wobei die Temperatur des Strippgases nur noch bis zu 50 0 C beträgt. In der ersten Reinigungsstufe 8, welche bevorzugt ein Wäscher mit einem Austragstutzen 13 zur Entfernung der abgetrennten Störstoffe ist, werden Störstoffe einer ersten Gruppe, zum Beispiel Säuren, wie Salzsäure, ausgewaschen. In der zweiten Reinigungsstufe 9, welche bevorzugt ebenfalls ein Wäscher mit einem Austragstutzen 14 zur Entfernung der abgetrennten Störstoffe ist, werden Störstoffe einer zweiten Gruppe, zum Beispiel Kohlenwasserstoffe, ausgewaschen.
Nach der Reinigungsstufe 9 wird das Schutzgas einem Verdichter 10 und danach einem Pulsator 11 zugeführt, welcher ein steuerbares Ventil zur Pulserzeugung innerhalb des Schutzgases sein kann. Das pulsierende Schutz- oder Strippgas wird nach dem Pulsator 11 über Einblasöffnungen 12, welche sich am Boden des Reaktors 1 befinden, in den Reaktor wieder zurückgeführt, so dass das Schutzgas in einem Kreislauf geführt wird. Ein Stutzen 15 nach dem Verdichter 10 und vor dem Pulsator 11 dient zum Auslass von überschussgas.
Unterhalb des Reaktors 1 kann ein zweiter Pulsator 17 angeordnet sein, welcher mit der Reststoffschmelze in Verbindung steht. Dieser Pulsator 17 dient dazu, die Restschmelze in Pulsation zu versetzen, wobei vorzugsweise eine resonante Schwingung der Restschmelze erzielt wird.
Die Erfindung ist somit gekennzeichnet durch ein Verfahren zur Reinigung von organischen Reststoffen vor der Durchführung einer Thermolyse der Reststoffe sowie durch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Die meisten der bekannten Thermolyseverfahren eignen sich nur zur Verölung von Polyolefinabfällen aus PE, PP sowie PS, wobei Kunststoffe, welche Halogenverbindungen oder auch in starkem Maße Weichmacher enthalten, die Thermolyse stören. Ebenso stellen Begleitstoffe, wie z.B. Wasser, Sand, Glas oder Metallteile, eine unerwünschte Belastung für die Durchführung des Thermolyseverfahren dar.
In einer Vorstufe vor dem Thermolyseprozess werden die organischen Reststoffe zunächst auf Temperaturen zwischen 220 0 C bis 29O 0 C erhitzt. Die dabei entstehenden flüchtigen Stoffe, insbesondere Salzsäure, Weichmacher und Wasser, werden mit einem Schutzgas gestrippt und unter reduziertem Druck abgezogen. Die Zuführung der Reststoffe in den Reaktor erfolgt unter Schutzgaszuführung. Das aus dem Reaktorgasraum abgezogene, die flüchtigen Störstoffe enthaltende Schutzgas kann gereinigt als Strippgas eingesetzt werden. Das Strippgas wird dem unteren Teil des Reaktors zugeführt, so dass es in einem Kreislauf verläuft. Patentgemäß ist ein gepulster Eintrag des Gases zum besseren Stoffaustausch zwischen der Reststoffschmelze und dem Strippgas im Reaktor. Zusätzlich kann zur weiteren Verbesserung des Stoffaustauschs auch die gesamte Reststoffschmelze in Schwingungen versetzt werden.
Die Begleitstoffe höherer Dichte scheiden sich aufgrund dynamischer und sedimentativer Effekte unten am Boden des Reaktors ab und werden durch ein spezielles Schleusensystem aus dem Reaktor ausgetragen.
Das Strippgas wird von die Thermolyse behindernden Störstoffen, wie insbesondere organische Reststoffe, Halogenverbindungen, aber auch Weichmacher oder Wasser, gereinigt.
Die Erfindung besitzt allgemein den Vorteil, dass zur Abtrennung von Störstoffen, welche eine nachfolgende Thermolyse beeinträchtigen, ein schonendes Aufheizen der Reststoffe in einem Rührwerksbehälter mittels einer innen liegenden gewendelten Röhrenheizung erfolgt, wobei wenigstens ein Pulsator, vorzugsweise einer für das Strippgas, vorgesehen ist, wodurch die Restschmelze in Schwingung versetzt wird. Vorzugsweise dient der eine Pulsator zur Erzeugung einer Pulsation des Strippgases bei dessen Rückführung in den Reaktor.
Liste der Bezugszeichen: 1 Geschlossener Rührwerksbehälter, ausgebildet als Druckbehälter
2 Heizwendel für flüssigen Wärmeträger
3 Zuführsystem für Reststoffe
4 Austragsöffnung für Störstoffe
5 Verbindungsleitung zu einem Thermolysebehälter 6 Stutzen für Schutzgasüberlagerung
7 Gasabzugsstutzen
8 Reinigungsstufe 1
9 Reinigungsstufe 2
10 Verdichter 11 erster Pulsator
12 Einblasung Strippgas
13 Austragstutzen für Störstoffe Gruppe 1
14 Austragstutzen für Störstoffe Gruppe 2
15 Auslassstutzen für überschussgas 16 Kondensor
17 zweiter Pulsator
18 Leitung
