| 1. | l. Griess. Dunst usw. nach dem Prinzip der Hochmüllerei, bei der das Mahlgut wenigstens sechs mal. vorzugsweise acht bis zwanzig mal walzenvermahlen und wiederholt gesiebt wird, dadurch gekennzeichnet, dass in mehreren oder allen Stufen Mahlgut über eine Speiseregelung einer zweifachen Vermahlung zugeführt und zwischen einer feststehenden Leitwalze sowie zwei zu der Leitwalze jeweils einstellbaren übereinander angeordneten Mahlwalzen doppelvermahlen wird, wobei über die Leitwalze das Mahlgut direkt von der oberen zu der unten angeordneten Mahlwalze ohne Sieb ung übergeleitet und anschliessend an die Doppelvermahlung das Gut gesiebt bzw. |
| 2. | gesichtet wird. |
| 3. | Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mahlgut von der oberen Vemahlung über einen Produktleitkanal, dessen eine Seite durch die Leitwalze begrenzt ist. in dem Mahlspalt der unteren Vermahlung geführt wird, wobei die Luft in dem Produktleitkanal vorzugsweise über den Bereich des unteren Mahlspaltes abgesaugt wird. |
| 4. | Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitwalze sowie die zwei Mahlwalzen gemeinsam von einer Achse bzw. einen Antriebsmotor angetrieben werden. |
| 5. | Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zustellbaren Mahlwalzen gemeinsam ein und ausgerückt, jedoch einzeln verstellt werden. |
| 6. | Walzenstuhl für die Vermahlung von Nahrungs und Futtermittel oder anderen schüttfahigen Gütern, mit zwei nebeneinander angeordneten Vermahlungseinheiten, welche je eine eigene Speiseregelung und eine getrennte Mahlgutabführung aufweisen, wobei in mindestens einer der Vermahlungseinheiten eine zweistufige Hintereinandervermahlung mit einer individuellen Einsteileinrichtung für den Mahlspalt sowie einer direkten Mahlgutüberhabe vorgesehen ist zur Durchführung des Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der beiden Vermahlungseinheiten eine Doppelvermahlungseinheit mit einer inneren Leitwalze sowie zwei äusseren, übereinander angeordneten, zu der inneren Leitwalze zustellbaren Mahlwalze mit einem gemeinsamen Antrieb aufweist. |
| 7. | Walzenstuhl nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenstuhl als 5 Walzenstuhl oder als 6Walzenstuhl ausgebildet ist. |
| 8. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 oder 6. dadurch gekennzeichnet, dass jede zustellbare Mahlwalze über eine unabhängige Einsteilvorrichtung zu der Festwalze einstellbar ist, zur Einstellung des Mahlspaltes oder des Mahldruckes, wobei vorzugsweise die beiden zustellbaren Mahlwalzen jeder DoppelVermahlungseinheit über symmetrisch angeordnete Lagerarme in einer Baugruppe über eine gemeinsame Lagerachse schwenkbar gelagert und verbunden sind, wobei besonders vorzugsweise die gemeinsame Lagerachse über Steuermittel verstellbar ist, für die gleichzeitige Ein und Ausrückung der Mahlwalzen. |
| 9. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Festwalzen einer DoppelVermahlungseinheit einen grösseren, vorzugsweise 1 ,6 bis zweimal so grossen Durchmesser aufweisen wie die zustellbaren Mahlwalzen, wobei die zwei zustellbaren Mahlwalzen besonders vorzugsweise einen gleichen Durchmesser haben. |
| 10. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die obere zustellbare Mahlwalze einer Doppelvermahlungseinheit in Bezug auf die Leitwalze diagonal angeordnet ist, wobei die jeweilige Diagonale in einem Winkel etwa 45° oder kleiner als 45° zu der Horizontalen liegt. |
| 11. | Walzenstuhl nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagonale der oberen Mahlwalze in einem Winkel ß von 30 bis 45° und die Diagonale der unteren Mahlwalze in einem Winkel α von 10° bis 25° zu der Horizontalen liegt, wobei die beiden zustellbaren Mahlwalzen gemeinsam zu der Festwalze vorzugsweise einen Winkel von 45° bis 60° einnehmen. |
| 12. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass für jede Vermahlungseinheit beidseits je ein Lagerblock angeordnet ist, mit denen die Festwalze und die zustellbaren Mahlwalzen kraftschlüssig verbunden sind, welche vorzugsweise als 3er Walzenpaket ausgebildet sind. |
| 13. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass er beidseitig einen gemeinsamen brückenartigen Untersatz mit zugeordneten Motorkonsolen resp. Flanschen aufweist, zur kraftschlüssigen Montage der Lagerblöcke sowie der Antriebsmotoren, wobei im Walzenstuhlunterteil eine Aussparung vorgesehen ist, für den Motoreinbau, wobei vorzugsweise die beidseitigen Untersätze durch Traversen zu einem stabilen Maschinenständer verbunden sind. |
| 14. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 12. dadurch gekennzeichnet, dass jede Doppel Vermahlungseinheit als Ganzes und/oder jede Walze für sich in den Walzenstuhl ein und ausbaubar ist bzw. sind, wobei die Lagerblöcke vorzugsweise über Dämpfungselemente auf dem Untersatz abgestützt sind und die zustellbaren Mahlwalzen besonders vorzugsweise mittels der Lagerarme über die Lagerachse aus dem Walzenstuhl ausschwenkbar sind, und die Lagerarme geteilte Lager aufweisen. |
| 15. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in den Seiteπwänden des Walzenstuhles gegengleich nach aussen verlaufende, verschliessbare Schlitze für den Ein und Ausbau der Leitwalzen und der zustellbaren Mahlwalzen vorgesehen sind, oder dass der Lagerblock einen Schlitz für den Ausbau der Leitwalze aufweist, wobei jede Vermahlungseinheit einen vorzugsweise am Untersatz montierten Hauptantrieb aufweist, und der Walzenstuhl besonders vorzugsweise beim Hersteller als betriebsbereite Montageeinheit mit eingebauten Motoren ausgebildet ist. |
| 16. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptantrieb auf die Leitwalzen wirkt und die beiden zustellbaren Mahlwalzen einer Vermahlungseinheit von der Leitwalze aus einen gemeinsamen auf der Gegenseite angeordneten Übertrieb aufweisen, der z.Bsp. als Zahnradübertrieb als Ketten, Riemen oder Zahnkeilriemenübertrieb ausgebildet ist. |
| 17. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der brückenartige Untersatz zusammen mit den Lagerblöcken einen Gestellrahmen bilden, in dem die Mahl und Antriebskräfte geschlossen sind, derart, dass der ganze Walzenstuhl über Dämpfungselemente am Boden montierbar ist. |
| 18. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass er zwischen der oberen und unteren Vermahlung einer Doppelvermahlung einen Produktleitkanal und vorzugsweise eine geschlossene Verschalung für die Mahlgutführung mit je einer Kontrolltüre vor und nach jeder Mahlpassage aufweist, wobei besonders vorzugsweise die obere Mahlwalze der Doppelvermahlungseinheit einen Abstreifer mit einem anschliessenden Produktabführungsblech und die untere Mahlwalze ein Einführleitblech aufweist, und zwischen dem Abführungsblech sowie dem Einführleitblech ein minimaler Abstand zur Entnahme von Mahlgutmustern vorgesehen ist. |
| 19. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 17, dadurch ge ennzeichnet, dass wenigstens bei einer Festwalze, der DoppelVermahlungseinheit in dem Bereich unterhalb der Mahlwalzen, eine Auflöseeinrichtung in Form einer Auflösewalze oder einer Reibeinheit an¬ geordnet ist, wobei die Auflösewalze vorzugsweise von einer Zustellwalze aus angetrieben wird. |
| 20. | Walzenstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlspalteinstellung über einen Exzenter oder einen Hebel übersetzt verstellt wird, wobei vorzugsweise die Mahlspalteinstellung kraftschlüssig direkt auf den Lagerblock wirkt, wobei besonders vorzugsweise für zwei Walzen eine gemeinsame, einstellbare Vorspanneinheit vorgesehen ist. |
| 21. | Getreidemühle zur stufenweisen Gewinnung von Getreidemahlprodukten wie z.Bsp. Mehl, Griess, Dunst usw. nach dem Prinzip der Hochmüllerei, bei der das Mahlgut wenigstens sechs mal, vorzugsweise acht bis zwanzig mal walzenvermahlen und wiederholt gesiebt wird, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens einen Walzenstuhl aufweist, mit zwei nebeneinander angeordneten Vermahlungseinheiten, welche je eine eigene Speiseregelung und eine getrennte Mahlgutabführung aufweisen, wobei in mindestens einer der Vermahlungseinheiten eine zweistufige Hintereinandervermahlung mit einer individuellen EinStelleinrichtung für den Mahlspalt sowie einer direkten Mahlgutübergabe vorgesehen ist und mindestens eine der beiden Vermahlungseinheiten eine Doppelvermahlungseinheit mit einer inneren Leitwalze sowie zwei äusseren, übereinander angeordneten, zu der inneren Leitwalze zustellbaren Mahlwalzen mit einem gemeinsamen Antrieb aufweist. |
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur stufenweisen Gewinnung von Getreidemahlprodukten wie z.Bsp. Mehl, Griess, Dunst usw. nach dem Prinzip der Hochmüllerei, bei der das Mahlgut wenigstens sechs mal, vorzugsweise acht bis zwanzig mal walzen vermählen und wiederholt gesiebt wird. Die Erfindung betrifft ferner einen Walzenstuhl für die Vermahlung von Nahrungs¬ und Futtermittel oder andere schüttfahige Güter, mit zwei nebeneinander angeordneten Vermah¬ lungseinheiten, welche je eine eigene Speiseregelung und eine getrennte Mahlgutabfuhrung aufweisen, wobei in mindestens einer der Vermahlungseinheiten eine zweistufige Hinter- einandervermahlung mit einer individuellen Einsteileinrichtung für den Mahlspalt sowie einer direkten Mahlgutübergabe innerhalb der zweistufigen Vermahlung vorgesehen ist.
Stand der Technik
In den Anfangen der Entwicklung des Müllerei-Walzenstuhles wurden die Mahlsteine durch Paare von zylindrischen Mahlwalzen ersetzt, und das Korn mit wenigen, z.Bsp. 2 bis 6 Mahlgängen, nach der sogenannten Flachmüllerei bis zum integralen Brotmehl zerkleinert. Zwei, drei oder mehr Mahlwalzen konnten als eine Maschinengruppe direkt übereinander gesetzt werden, was im englischen Sprachraum mit "two-high", "three-high", "four-high" bezeichnet wurde. Damit konnten Gebäudegrundflächen und Zwischenüberhebungen gespart und eine gewerbliche Mühle in dem kleinstmöglichen Raum gebaut werden. Ein typisches Merkmal der Flachmahl alzenstülile lag in der sackweisen Aufschüttung und einer Konstantspeisung zu den Mahlwalzen. Ein Beispiel dafür ist die DE-PS Nr. 3327. Im Verlaufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in der Flachmüllerei vereinzelt mechanische Speiseregelungen angewendet, damit beim Zuführen über mechanische Förderer kein Produktestau entstand. Seit etwa 100 Jahren hat sich parallel zu der gewerblichen Flachmüllerei die industrielle Hochmüllerei entwickelt. Im Rahmen der Hochmüllerei entstand als eine eigene Gattung der Doppelwalzenstuhl. Der sogenannte Müllereiwalzenstuhl wird heute normalerweise als Doppeleinheit bzw. mit zwei nebeneinander angeordneten, gegengleichen Einheiten gebaut, mit nur einer Ständerkonstruktion für zwei Mahl walzenpaare. Charakteristisch für das Hochmahl verfahren ist das Differenzial zwischen den je zwei zusammenarbeitenden Mahlwalzen, die mit ungleicher Umfangsgeschwindigkeit angetrieben werden, sowie die fortgesetzte Stufenvermahlung mit Speiseregelung vor jeder Mahlstufe. Seit etwa 50 Jahren wurde die Flachmüllerei schrittweise durch die Hochmüllerei
abgelöst. Die Hochmüllerei ist gekennzeichnet durch eine Abfolge von z.Bsp. 10 bis 30 Mahl- und Sieb- bzw. Sichtstufen. Dafür hat sich die Doppeleinheit, als 4- Walzenstuhl, durchgesetzt. Mit der Hochmüllerei können nicht nur eine Vielzahl verschiedener Produkte, sondern ganz spezifische Produktqualitäten wie z.Bsp. Griess für die Teigwarenindustrie oder Mehle für automatische Backstrassen für Brot und andere Gebäcke hergestellt werden. Die einzelnen Kornanteile: Schalen, Endosperm und Keime usw. lassen sich von Mahlstufe zu Mahlstufe nahezu vollständig getrennt gewinnen. Die Vielzahl der Mahlstufen erlaubt auch einen schonenden Mahlprozess, so dass eine Schädigung der Stärke bzw. des Proteins entweder vermieden oder aber sehr gezielt erreichbar ist. Das jüngste Walzenstuhl-Konzept ist der in der EP-PS Nr. 334 919 beschriebene 8- Walzenstuhl. Der 8- Walzenstuhl ist eine Folgeentwicklung des 4- Walzenstuhles und besteht maschinenbaulich betrachtet aus zwei übereinander gestellten 4- Walzenstühlen, wobei für die unteren Walzenpaare die Produktspeiseregelung entfällt. Auch der 8-Walzenstuhl gestattet die Vermahlung nach dem Prinzip der Hochmüllerei. Das Produkt wird in jeder Doppelstufe zweifach vermählen und erst danach gesiebt bzw. gesichtet, so dass ein Teil der Siebflächen gespart werden kann. Der 8- Walzenstuhl gemäss EP-PS Nr. 334 919 stellt für Getreidemühlen einen gelungenen Kompromiss dar. Der beachtlichen Höhe des 8- Walzenstuhles entsprechend ist aber der Ein- und Ausbau der oberen Walzen schwieriger. Die Kosten für die Herstellung und Montage für einen 8- Walzenstuhl sind nicht viel kleiner gegenüber zwei 4- Walzenstühlen, da der Aufwand für An- und Übertrieb gleich gross ist. Der Vorteil des 8-Walzenstuhles liegt primär in der Einsparung von zwei Produktspeiseregelungen, von Siebfläche und Zwischenüberhebungen. Die jüngste Entwicklung hat nun aber gezeigt, dass in gewissen Fällen alle qualitativen Anforderungen an die Mahlprodukte nur dann erfüllt werden können, wenn sowohl 4- Walzenstühle als auch 8- Walzenstühle eingesetzt werden, wie in der EP-PS Nr. 335 925 beschrieben ist. Das Produkt wird dabei für die Doppelstufen im eigentlichen Sinne zwei mal nacheinander vermählen und nach jeder Doppelstufe gesiebt. In den Doppelstufen besteht eines der Hauptprobleme darin, wie das Mahlgut bei den sehr hohen Durchsatzleistungen der Hochmüllerei ohne Störung von dem oberen Mahlwalzenpaar einwandfrei in den Mahlspalt des unteren Mahlwalzenpaares gelenkt werden kann. Die EP-PS Nr. 334 919 schlägt vor, dies mittels überleitenden Produktabführtrichtern zwischen den beiden Mahlwalzenpaaren sicherzustellen.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung lag die Aufgabe zu Grunde, ein für die Hochmüllerei geeignetes Verfahren bzw. einen dafür geeigneten Walzenstuhl zu schaffen, mit entsprechend hohen Durchsatzleistungen für Grossmühlen. Der neue Walzenstuhl soll eine geringere Bauhöhe als der Achtwalzenstuhl und dabei einen weniger aufwendigen Antrieb mit einer günstigeren Kräfteverteilung aufweisen und vorzugsweise kostengünstiger montier- und herstellbar sein.
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Das erfϊndungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass in mehreren oder allen Stufen Mahlgut über eine Speiseregeiung einer zweifachen Vermahlung zugeführt und zwischen einer feststehenden Leitwalze sowie zwei zu der Leitwalze jeweils einstellbare übereinander angeordnete Mahlwalzen doppelvermahlen wird, wobei über die feststehende Leitwalze das Mahlgut direkt von der oberen zu der unten angeordneten Mahlwalze ohne Siebung übergeleitet und anschliessend an die Doppel Vermahlung das Gut gesiebt bzw. gesichtet wird. Der erfϊndungsgemässe Walzenstuhl ist dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der beiden Vermahlungseinheiten eine Doppelvermahlungseinheit mit einer inneren Leitwalze sowie zwei äusseren, übereinander angeordneten, zu der inneren Leitwalze zustellbaren Mahlwalzen mit einem gemeinsamen Antrieb aufweist.
Beim neuen Vermahlungssystem wird der durch die Speiseeinrichtung bzw. Speiseregelung sowie die obere Vermahlung gebildete gleichmässige Produktschleier über die ganze Breite über die Leitwalze filmartig als intakter Produktschleier dem unteren Mahlspalt zugeleitet. Die Leitwalze bekommt damit eine Zusatzfunktion, als über die ganze Breite wirkende Speisewalze für die zweite Vermahlung. Wie in der Folge noch gezeigt wird, kann auf den Produktschleier zwischen den beiden Vermahlungen einer Doppelvermahlung zusätzlich Einfluss genommen werden, so dass auch bei schwierigsten Mahlgütern, bei maximalem Durchsatz die Mahlbedingungen optimiert werden können. Beim 8-Walzenstuhl fällt der Produktschleier nach der ersten Vermahlung ohne Einflussmöglichkeit teils in einer Wurfparabel und teils einfach im freien Fall in die Richtung des unteren Mahlspaltes.. Der Schleier kann sich im Trichter einseitig verlagern, und entmischen bzw. auflösen und bekommt eine Streuwirkung. Trifft der fallende Produktstrom auf eine Trichterwandung, wird er zudem abgebremst und verschlechtert die Einzugsbedingungen der zweiten, unteren Vermahlung. Der Auffangtrichter hat nur eine Hilfsfunktion weil der fallende Produktstrom nicht exakt in den Mahlspalt trifft und den aufgefächerten Produktstrom wieder sammeln soll.
Die neue Erfindung gestattet eine echte Doppelvermahlung. Mit einem überspitzten Bild könnte es so dargestellt werden, dass das Mahlgut auf einem Küchenbrett mit zweimaliger Messereinwirkung verkleinert wird, wohingegen bei der bisherigen Zweifachvermahlung des 8- Walzenstuhles das Mahlgut von einem ersten Küchenbrett auf ein zweites gebracht und unabhängig zweimal verkleinert wird. Neu wird zweimal gegen die selbe Leitwaize vermählen. Die Leitwalze leitet das Mahlgut von der oberen Mahlstufe direkt auf die untere und hilft bzw. unterstützt die Überleitung. Der neue Walzenstuhl kann als 5- oder 6- Walzenstuhl gebaut werden und löst auf ganz überraschend einfache Weise die gestellte Aufgabe. Es ergeben sich unerwartet viele neue Lösungen. Der 6-Walzenstuhl hat als besonderen Vorteil, zwei echte Doppelvermahlungen, im Unterschied zu dem bekannten 8- Walzenstuhl, der nur eine zweifache bzw. zwei nacheinander angeordnete Vermahlungen aufweist. Bei der Verwendung der neuen
Vermahlungseinheit ergibt sich eine starke Leit- oder Führungsfunktion durch die Leitwalze, welche nun von einer Seite her das Mahlgut von der ersten Vermahlung in die zweite untere Vermahlung mitführt, und günstige Bedingungen schafft für einen optimalen Einzug in die untere Vermahlung besonders auch für sehr schwierige Mahlgüter. Die Leitwalze unterstützt die Einführung des Mahlgutes in den zweiten Mahlspalt im Sinne einer Beschleunigungs-Speisewalze. Für die Produktübergabe wird bevorzugt ein eigentlicher Überleitkanal bzw. Leitkanal gebildet, der bevorzugt den Produktschleier am Auseinanderfächern hindert. Der Leitkanal wird für mehlige Güter bevorzugt sehr schmal bzw. eng ausgebildet. Der neue Walzenstuhl kann somit wahlweise, für zwei einfache oder zwei Doppelvermahlungen oder für eine Doppel- und eine einfache Vermahlung ausgerüstet bzw. nachgerüstet werden. Die Einfachvermahlung kann z.Bsp. gemäss der bekannten Lösung der DE-PS Nr. 27 30 166 gebaut werden. In der Folge wird nun auf verschiedene vorteilhafte Ausgestaltungen der Doppel-Vermahlungseinheit eingegangen. Vorzugsweise ist jede zustellbare Mahlwalze über eine unabhängige Einstell Vorrichtung zu der Leitwalze einstellbar, zur Einstellung des Mahlspaltes und/oder des Mahldruckes. Jeder Mahlspalt kann somit gleich wie bei den bekannten 4- und 8-Walzenstühlen selektiv eingestellt werden. Die beiden zustellbaren Mahlwalzen jeder Doppel-Vermahlungseinheit weisen symmetrisch angeordnete Lagerarme auf, welche in einer Baugruppe über eine gemeinsame Lagerachse schwenkbar gelagert sind. Die gemeinsame Lagerachse kann mechanisch, pneumatisch oder elektrisch, über Steuermittel und Exzenter verstellbar ausgebildet werden, für eine gemeinsame Ein- und Ausrückung der beiden Mahlwalzen einer Doppelvermahlungseinheit. Auf diese Weise sind alle Grundfunktionen, wie sie vom Walzenstuhl für die Hochmüllerei verlangt werden, erfüllt. Die Durchmesser der einzelnen Walzen sind grundsätzlich im Rahmen der klassischen Müllereipraxis frei wählbar und liegen vorzugsweise innerhalb eines Bereiches von 150 mm bis zu 600 mm. Es ist ferner möglich, dass bei der Doppelvermahlung alle drei Walzen einer Vermahlungseinheit einen identischen oder nur leicht unterschiedlichen Durchmesser aufweisen. Zumindest wenn ein stärkerer Walzenverschleiss erwartet wird, wird vorgeschlagen, dass die Leitwalze einer Doppel- Vermahlungseinheit einen grösseren, vorzugsweise 1 ,6 bis 2 mal so grossen Durchmesser, wie die zustellbaren Mahlwalzen aufweist, wobei die zwei zustellbaren Mahlwalzen besonders vorzugsweise einen gleichen Durchmesser haben. Wenn die Festwalze die schnellerlaufende Walze ist, wird damit eine etwa gleichmässige Abnützung für alle drei Walzen einer Vermahlungseinheit erreicht. Die Kombination einer grossen Leitwalze mit Zustellwalzen mit kleinerem Durchmesser bringt auch eine wesentliche Verbesserung des Produkteinzuges und damit eine höhere Leistung. Für die Verbesserung des Produkteinzuges kann ferner für die untere Mahlstufe die zustellbare Mahlwalze als schnellerlaufende Walze angetrieben, und der Gutstrom auf die schneller laufende Walze gerichtet werden. Die Leitwalze wird bevorzugt direkt von einem Antriebsmotor angetrieben. Der Übertrieb auf die kleineren, zustellbaren Walzen kann für die zu übertragende Leistung kleiner dimensioniert werden. Wird die Produktkontrolle nach der ersten Vermahlung als zwingendes Erfordernis betrachtet, so kann der Abstand zwischen den beiden
Mahlwalzen etwa eine Handbreite oder mehr betragen. Wird keine Produktekontrolle zw ischen den beiden Mahlwalzen gefordert, so kann der Abstand bis auf wenige Zentimeter bzw. Millimeter reduziert werden. Die beiden zustellbaren Mahlwalzen liegen gemeinsam etwa auf gleicher Höhe wie die Leitwalze, bzw. überragen unten und oben nur wenig. Diese Massnahmen erleichtern nicht nur eine Optimierung der Produkteinführung in den Mahlspalt besonders von der oberen an die untere Mahlstufe, sondern erlauben eine sehr kompakte Bauweise der ganzen Vermahlungseinheit. Die obere zustellbare Mahlwalze wird in Bezug auf die Festwalze diagonal angeordnet, wobei die jeweilige Diagonale in einem Winkel etwa 45°, bevorzugt kleiner als 45° zu der Horizontalen liegt. Diese Ausgestaltung lehnt sich dabei ganz bewusst an die Optimalwerte der bekannten älteren Müllereiwalzenstühle mit diagonal angeordneten Walzenpaaren an. Vorteilhafterweise wird die Schräglage so gewählt, dass die Diagonale der oberen Mahlwalze in einem Winkel von 30° bis 50° und die Diagonale der unteren Mahlwalze in einem Winkel von 10° bis 25° zu der Horizontalen liegt. Es ergibt sich dadurch für beide Vermahlungen ein optimaler Einzug, dies selbst bei grössten Durchsatzleistungen. Besonders bevorzugt nehmen die beiden zustellbaren Mahlwalzen zusammen zu der Leitwalze einen Winkel von 45° bis 60° ein. Eine weitere besonders vorteilhafte Ausgestaltung liegt darin, dass zwischen den zwei übereinanderliegenden Vermahlungen ein eigentlicher Kanal für die Produktüberleitung gebildet wird. Der Kanal wird im wesentlichen nach innen durch die Leitwalze und nach aussen durch feste Leitbleche bestimmt, welche auch Teil von Walzenabstreifern sein können und weist von oben nach unten bevorzugt einen angenähert konstanten Querschnitt auf.
Ein weiterer ganz besonders vorteilhafter Ausgestaltungsgedanke ist dadurch gekennzeichnet, dass für jede Vermahlungseinheit beidseits je ein Lagerblock angeordnet ist, in dem die Leitwalze und die zustellbaren Mahlwalzen resp. der gemeinsame Drehpunkt der Lagerarme und die Einstell- Spannvorrichtung kraftschlüssig abgestutzt bzw. verbunden sind. Damit bleiben die Hauptmahlkräfte in jeder Vermahlungseinheit bzw. in einem 3er-Walzenpaket. Der ganze Walzenstuhlunter- und oberbau kann entsprechend leichter gebaut werden. Ferner wird vorgeschlagen, dass der Walzenstuhl auf jeder Seite einen gemeinsamen brückenkopfartigen Untersatz mit Motorkonsolen resp. Flanschen aufweist, zur kraftschlüssigen Montage der Lagerblöcke sowie der Antriebsmotoren. Erstmalig ist es damit gelungen bei einem Müllereiwalzenstuhl alle Kraftelemente mit Einschluss des Antriebsmotores sowie des Übertriebes zu einer gemeinsamen robusten Lagerungseinheit zusammenzufassen. Damit wird sowohl der störende Lärm wie auch störende Schwingungen auf eine bisher nicht mögliche Weise gesenkt. Bei allen marktgängigen 4- und 8- Walzenstühlen muss der Antriebsmotor für jedes Walzenpaar getrennt von der Maschine montiert werden. Dies verteuert nicht nur die Montage, sondern ist auch eine der Quellen für schädliche Schwingungen und Krafteinwirkungen in das Gebäude. Die Lagerblöcke können gemäss der neuen Erfindung über Dämpfungselemente z.Bsp. in Form von flachen Gummizwischenlagen abgestützt werden. Ein anderer sehr vorteilhafter Lösungsgedanke
liegt darin, dass jede Vermahlungseinheit als Ganzes, als 3er- Walzenpaket und/oder dass jede Walze für sich in den Walzenstuhl ein- und ausbaubar ist bzw. sind, wobei bei den Doppel- Vermahlungseinheiten die zustellbaren Mahlwalzen mittels der Lagerarme über die Lagerachse aus dem Walzenstuhl ausschwenkt werden können. Dafür werden am Walzenstuhl für die Leitwalzen sowie die zustellbaren Mahlwalzen nach aussen verlaufende Schlitze für den Ein- und Ausbau vorgesehen. Die neue Lösung bringt insofern auch einen grossen Vorteil, als jede Vemahlungseinheit nur einen, vorzugsweise am Walzenstuhl montierten und auf die Festwalze wirkenden Hauptantrieb benötigt. Die zustellbaren Mahlwalzen weisen von der Festwalze aus einen gemeinsamen Übertrieb auf, der z.Bsp. als Zahnradübertrieb, als Ketten-, Riemen- oder Zahn-Keilriemenübertrieb ausgebildet sein kann. Der brückenkopfartige Untersatz bildet zusammen mit den Lagerblöcken einen Gestellrahmen, in dem alle Mahl- und Antriebskräfte geschlossen sind, so dass der ganze Walzenstuhl über Schwingungs-Dämpfungselemente am Boden montierbar ist. Der neue Walzenstuhl ruht auf den zwei brückenkopfartigen Seitenständern, welche bevorzugt im mittleren Bereich Aussparungen für den Einbau der Antriebsmotoren aufweisen. Auf diese Weise lässt sich der Walzenstuhl bereits beim Hersteller als betriebsbereite Montageeinheit, mit eingebauten Motoren, fertig montieren. Wie im Stand der Technik erlaubt auch die neue Erfindung eine geschlossene Verschalung mit je einer Kontrolltüre nach jeder Mahlpassage vorzusehen. Die obere Mahlwalze kann einen Abstreifer mit einem ansch liessenden Produktabführungsblech und die untere Mahlwalze ein Einfuhrleitblech aufweisen. Zwischen dem Abführungsblech sowie dem Einführleitblech kann ein etwa handbreiter Abstand vorgesehen werden, wenn eine Entnahme von Mahlgutmustern gefordert ist. Es ist ferner möglich, wenigstens eine weitere Walze in dem Bereich unterhalb der Mahlwalzen, in Form einer Auflösewalze oder einer Reibeinheit anzuordnen. Ein ganz besonderer Vorteil der neuen Erfindung liegt ferner darin, dass die Einrichtung für die Einstellung für die Grosse des Mahlspaltes und des Walzendruckes kraftschlüssig direkt auf den Lagerblock geführt wird und zwar als gemeinsame Gruppe für Spalteinstellung und Walzenspannung mit getrennter, mit Hebelsystemen untersetzter Mahlspalteinstellung und mit getrennter, gleichzeitig auf beide Mahlwalzen wirkende Ein- und Ausrückvorrichtung. Jede Veπnahlungseinheit kann ferner auch als 4- Walzeneinheit mit einer Festwalze und drei Zustellwalzen ausgeführt werden, insbesondere bei Produkten, die sich bei der Vermahlung nicht stark erwärmen oder bei denen die Vermahlungswärme keinen negativen Einfluss auf das Produkt hat. In der Getreidemüllerei kann diese weitere Stufe z.Bsp. als Quetschstufe der Doppelstufe vorangesetzt oder nach Glattwalzenpassagen bzw. nach der Doppelstufe als Auflöser arbeiten. Die neue Erfindung eröffnet eine ganze Reihe von neuen Konzepten, insbesondere ein Layout für einen 6- oder einen 5- Walzenstuhl, welches jederzeit auch nachträglich geändert werden kann. Ferner gestattet die neue Erfindung einen sehr vorteilhaften Lageraufbau sowie ein entsprechendes Antriebskonzept. Dies ermöglicht z.Bsp. die Lager mit den Walzen auch für Servicearbeiten als montierbares und demontierbares Walzenpaket zu konzipieren. Sehr vorteilhaft ist dabei auch die kombinierte Einstellbaugruppe.
Kurze Beschreibung der Erfindung
Die neue Erfindung wird nun an Hand einiger Ausfuhrungsbeispiele mit weiteren Einzelheiten erläutert. Es zeigen: die Figur 1 und la einen 6- Walzenstuhl, teilweise im Schnitt und als Frontansicht (Figur la); die Figur 2 die Luftabsaugung aus dem oberen und unteren Mahlspalt; die Figur 3, 3a zwei Varianten des Übertriebes; die Figur 4 einen Produktführungskanal von der oberen an die untere Vermahlung; die Figur 4a die Musterentnahme nach der oberen Vermahlung; die Figur 4b einen zusätzlichen Abstreifer für die Leitwalze; die Figur 4c und 4d zwei Konfigurationen für die Walzenstellungen; die Figuren 5 - 5e verschiedene Baugruppen für die Lagerung und Mahlwalzenverstellung; die Figur 6 eine Ansicht eines Walzenstuhles mit aufgeklapptem Seitenverdeck; die Figur 7 das Feld der Hauptkräfte bei dem 6- Walzenstuhl; die Figur 7a einen Untersatz mit aufmontierten Lagerblöcken, in einer Seitenansicht; die Figur 8 einen Walzenstuhl mit 4 Walzen für jede Veimahlungseinheit; die Figur 9 einen 5-Walzenstuhl; die Figur 9, 9a und 9b einen Ständeraufbau für den wahlweisen Einbau unterschiedlicher
Vermahlungseinheiten; die Figur 10 schematisch die neue Verfahrenstechnik.
Wege zur Ausführung der Erfindung
In der Folge wird nun auf die Figuren 1 und la Bezug genommen. Die Figur 1 zeigt einen 6- Walzenstuhl 1 mit Mahlgutzuführungen 2, 2'. Der 6-Walzenstuhl 1 besteht aus zwei gegengleichen Hälften was durch eine Mittellinie 3 symbolisiert ist. Beide Stuhlhälften weisen je eine Doppel-Vermahlungseinheit 4, 4' auf, welche in den Figuren 5 - 5e und folgende in verschiedenen Ausführungen dargestellt ist. Unterhalb der Vermahlungseinheit 4 ist je eine Mahlgutabführung bzw. ein Mahlgutabführtrichter 5 bzw. 5' angeordnet. Zwischen jeder Mahlgutzuführung 2. 2' sowie den Vermahlungseinheiten 4. 4' befindet sich je eine Speiseregelung 6, 6' mit Sensor als "Christbaum", die auf an sich bekannte Art und Weise konzipiert sein kann. Der Walzenstuhl 1 ist nach aussen durch eine Verschalung 7 gegen Staub oder Produktaustritt geschlossen. Ein Antriebsmotor 8, 8' ist in einer Aussparung 9 direkt an dem Walzenstuhl I angeflanscht und treibt über einen Riemen 10 die Walzen je einer Vermahlungseinheit 4, 4' an. Gemäss Figur 1 geht dabei der Antrieb auf eine innere Leitwalze 1 1 , 1 1 ' welche beim Beispiel die schneller laufende Walze ist, was mit zwei Drehsinnpfeilen angedeutet ist. Eine obere zustellbare Mahlwalze 12, 12' bildet mit der Festwalze 1 1 einen ersten Mahlspalt 13; eine untere zustellbare Mahlwalze 14. 14' einen zweiten Mahlspalt 15. Mahlspalt 13 und Mahlspalt 15 ergeben zusammen
eine Doppelmahlstufe. Die Gutzufuhr wird auf an sich bekannte Weise mit einem als "Christbaum" ausgbildeten Sensor geregelt und gleichmässig über die ganze Länge der Mahlwalzen verteilt, als Produktschleier dem Mahlspalt 13 und dann direkt in die zweite Mahlstufe, dem Mahlspalt 15 zugeführt, und nach der Doppelvermahlung in den jeweiligen Mahlgutabführtrichter 5, 5' abgegeben. In der Figur la ist der Walzenstuhl der Figur I in einer Frontansicht dargestellt. Normalerweise wird jeder Vermahlungseinheit ein eigener Antriebsmotor 8 (8') zugeordnet, wobei beide in der Aussparung 9, im mittleren Bereich, unten im Walzenstuhl, oder unterhalb dem Walzenstuhl, einbaubar sind. Der Motorein- resp. -ausbau kann von unten durch einen Bodenausschnitt 70 erfolgen. Ganz rechts in Figur la ist der Übertrieb dargestellt, wobei der Riemen 10 direkt von einer Riemenscheibe 16 der Motorwelle, eine Riemenscheibe 17 auf der Achse der Leitwalze 1 1, antreibt. Die Ausgestaltung lässt es aber offen, die Antriebsmotoren unterhalb dem Walzenstuhl, entsprechend an der Decke auf der der Walzenstuhl steht, aufzuhängen, was mit 8x angedeutet ist.
Mit der Figur 2 wird gezeigt, dass die an sich bekannte Luftabsaugung bzw. die entsprechenden Luftabsaugkanäle 80 auch bei dem neuen Müllereiwalzenstuhl angewendet werden können. Auf der rechten Bildhälfte der Figur 2 ist mit Schrauffur ein wegnehmbares Seitenteil dargestellt, für den Fall, dass eine ganze Vermahlungseinheit als Walzenpaket "en bloc" montiert bzw. demontiert wird. Die Luftabsaugung hat einen mehrfachen Effekt. Die einfachste Lösung liegt darin, dass das Produkt über eine pneumatische Förderung (L) von dem Mahlgutabführtrichter 6 abgesaugt und den Sichtern zugeführt wird. Dadurch wird der Innenraum des Mahlgutabfuhrtrichters 5 in Unterdruck versetzt (-). Dieser Unterdruck (-) sorgt nun dafür, dass über die Luftabsaugkanäle 80 der Bereich der Produktspeisung 6 genau so wie die beiden Mahlspalte 13 und 15 aspiriert und das Mahlgut sowohl im Produktspeisekanal 82 wie im Produktleitkanal 38 durch die Luftströmung beschleunigt wird. Die Luftabsaugung in dem Produktleitkanal 38 kühlt das Mahlgut zusätzlich ab.
Die Figuren 3 und 3a zeigen in grösserem Massstab einen Übertrieb 18 einer Stuhlhälfte, wobei in einem Fall die zustellbaren Mahlwalzen als schneller laufende Walzen und im anderen Fall die Festwalze als schneller laufende Walze ausgebildet ist. Die selben Bezugszeichen der Figur 3a sind mit einem Strich gekennzeichnet. Bevorzugt wird für den Übertrieb 18 ein Zahnkeilriemen 19 verwendet. Der Zahnkeilriemen 19 ist um eine Riemenscheibe 20 der oberen Mahlwalze 12, eine Riemenscheibe 21 der unteren Mahlwalze 14, eine Spannrolle 22 sowie eine Riemenscheibe 23 der Leitwalze 1 1 geführt. Nach den bekannten Gesetzmässigkeiten der müllerischen Vermahlung mit Walzen von unterschiedlichen Geschwindigkeiten, dem sogenannten Differenzial, hat der Zahnkeilriemen 19 für die zustellbaren, langsamer laufenden Mahlwalzen 12 und 14 eine Bremsfunktion. Die Durchmesser der Mahlwalzen können in dem für die müllerische Praxis üblichen Bereich liegen, also z.Bsp. von 200 bis 600 mm. Die entsprechende Praxis gilt auch für die Grosse des Differenzials. Dieses wird nach den gängigen Regeln der müllerischen Mahltechnik
durch Wahl der entsprechenden Durchmesser der Riemenscheiben sowie der Drehzahlen festgelegt. Die Leitwalzen haben bevorzugt einen Durchmesser D von 350 bis 450 mm und die zustellbaren Mahlwalzen einen Durchmesser (dl, d2) von 200 bis 300 mm bzw. bevorzugt 250 mm. Durch die Wahl der Zahnscheibendurchmesser ist es auch möglich, beliebige Arten der Differenzialgeschwindigkeit zu realisieren z.Bsp. erster Mahlspalt langsamer, zweiter Mahlspalt Anstellwalze schneller laufend.
In vielen Fällen ist es erforderlich, wie in den Figuren 4, 4a und 4b gezeigt ist, dass an den Mahlwalzen Messerabstreifer, oder Reinigungsbürsten angeordnet werden. Für sehr schwierige Produkte kann es nun von Vorteil sein, wenn an der Leitwalze 1 1, zwischen den beiden zustellbaren Mahlwalzen 12 und 14 ein Abstreifer 30 angeordnet wird, (Figur 4b). Ein zweiter Abstreifer 31 ist an der oberen Mahlwalze 12, ein dritter und vierter Abstreifer 32 der unteren Mahlwalze 14 bzw. der Leitwalze 1 1 zugeordnet. Die Aufhängung der Abstreifer kann über Schwenkarme der Zustellwalzen erfolgen. Der Abstreifer 30 und 31 hat zusätzlich eine Führungsfunktion für das Mahlgut, das aus dem Mahlspalt 13 austritt, wofür an dem Abstreifer 31 ein Produktabführungsblech 32 vorgesehen ist. Damit der Einzug in den zweiten Mahlspalt 15 optimal ist, wird zusätzlich ein Einfuhrungsblech 33 angeordnet. Das Einfuhrungsblech 33 kann gemäss Figur 4a gegen eine Feder, über einen Drehpunkt 33", gegen die Leitwalze 1 1 gedrückt werden (mit 33' markiert). Dies erlaubt, ohne Verletzungsgefahr für den Müller ein Produktmuster nach der ersten Mahlstufe zu entnehmen, was nach Öffnen einer Klappe 34 möglich ist. Die Musterentnahme für die zweite erfolgt im unteren Trichter über eine Klappe 36 (Figur 1 ). Die Kontrolle der Produktspeisung kann wie im Stand der Technik über eine Klappe 37 im Walzenstuhloberteil erfolgen. In der Fiugr 4a wird mit einer Musterplatte 35 auf an sich bekannte Weise ein Muster über der ganzen Mahl walzenlänge entnommen wird. In den Figuren 4c und 4d ist ein weiterer wichtiger Aspekt dargestellt. Es ist dies die Produktübergabe von der oben liegenden ersten Mahlung in den Mahlspalt 15 zu der untenliegenden zweiten Mahlung. Bei leicht rieselfähigen Produkten wie Griess, kann die Wurfparabel ausgenützt werden, die sich entsprechend dem freien Auswurf aus der oberen Mahlung durch Mahlgutgeschwindigkeit und Anfangswurfrichtung ergibt. In der Mehrzahl der Fälle wird es aber von Vorteil sein, ja kann gegebenenfalls für eine einwandfreie Funktion, entscheidend sein, die Produktübergabe als Produktleitkanal 38 auszugestalten Figur 4d. Dies gestattet das Mahlgut nicht nur als kompakten Produktstrom von der Abgabe des oberen Auswurfes zu dem unteren Mahlspalt zu lenken, sondern gleichzeitig noch zu beschleunigen. Der Produktleitkanal 38 wird einerseits (aussen) durch den Abstreifer 31 sowie das Einführungsblech 33 und anderseits (innen) durch die Leitwalze 1 1 begrenzt. Die Leitwalze erzeugt eine Luftströmung besonders bei rauhen, bzw. bei Riffelwalzen und hat einen starken Mitnahmeeffekt für das Mahlgut. Der Produktleitkanal 38 wird als möglichst enger Kanal ausgebildet, wie aus den Figuren 4 bis 4d ersichtlich ist. Das heisst der Abstand soll möglichst klein, bevorzugt nur wenige Zentimeter betragen. Der Kanal wird ferner als gebogener
Kanal. angepasst an den Radius den Leitwalze 1 1. ausgebildet. Damit wird bei normalem Betrieb eine optimale Produktübergabe erzielt. Anstelle eines Abstreifers 31 kann auch wie in Figur 4d ersichtlich ist, ein feststehendes Kanalführungsblech 39 über der ganzen Höhe zwischen oberer und unterer Mahlwalze 12, 14 angeordnet werden, das die entsprechende Kanalkrümmung aufweist. Gemäss einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung wird der Produktleitkanai 38 optimal ausgestaltet, wie gerade ausgeführt, und zusätzlich kombiniert mit einer Luftabsaugung was mit Luftabsaugkanal 80 wie in Figur 2 gezeigt ist. Die Ausgestaltung der Luftabsaugung richtet sich nach der besonderen Situation und wird bevorzugt kombiniert mit der Absaugung der übrigen neuralgischen Stellen in dem Walzenstuhl z.Bsp. gemäss Figur 2. Wesentlich ist dabei, dass die Absaugung einen leichten Unterdruck in dem Produktleitkanal 38 sowie den Mahlspalt 15 erzeugt und damit die Produktforderung positiv unterstützt. Es kann dafür sogar sinnvoll sein im Bereich der Messerschneiden des Abstreifers 31, oder zwischen dem Messerabstreifer 31 und dem Einführungsblech 33 (Figur 4) eine genügende Menge Luft anzusaugen. Damit kann das sogenannte Floating im Mahlspalt 15 wie beim Mahlspalt 13 (Figur 2) verhindert und auch bei feineren Mahlprodukten ein maximaler Produktdurchsatz sichergestellt werden. Die übrigen Innenräume des Walzenstuhles können auf diese Weise nahezu "staubfrei" gehalten, und die Doppelveimahlung optimiert und der Durchsatz maximiert werden.
In der Folge wird nun auf die Figuren 5 und 5a Bezug genommen, welche eine Baugruppe 40 für die Lagerung und Einstellung der Mahlwalzen 12 und 14 darstellen. Dabei zeigt die Figur 5 die beiden zustellbaren Mahlwalzen in Arbeits- oder eingerückter Position und die Fiugr 5a in ausgerückter Position. Für die Ein- und Ausrückung wird über nicht dargestellte Mittel ein Exzenter 50 um eine Drehachse 41 um einen Winkel d verdreht. Durch die dargestellte Geometrie bedingt können sich beide Mahlwalzen bei der Ein- und Ausrückung von der Festwalze 1 1 zu- bzw. wegbewegen, jedoch nicht über einen, einmal eingestellten Mahlspalt der Festwalze mehr nähern. Die beiden Mahlwalzen 12 und 14 sind an den zwei Walzenenden in je einem Lagerarm 42 resp. 42' gelagert. Die Lagerarme 42, 42' sind einerseits mit den, dem Exzenter 50 und anderseits über je eine Einsteileinrichtung 43, 43' gehalten. Durch Drehen an einem Handrad 44 resp. 44' wird jede der beiden Mahlwalzen 12 und 14 in Bezug auf die Leitwalze 1 1 auf einen genauen Mahlspalt eingestellt, wohingegen die Ein- und Ausrückung über die Bewegung des Exzenters 50 erfolgt. Die gemeinsame Ein- und Ausrückung beider Mahlwalzen 12 und 14 ist auf diese Weise unabhängig der individuellen Mahlspalt-Einstellung gewährleistet. Die EinStelleinrichtung 43 ist in der Figur 5d nochmals in grösserem Massstab schematisch dargestellt. Um die Armbewegung zuzulassen ist jede Einsteileinrichtung 43 über eine Schneide 46 sowie eine Drehachse 47 verankert. Anstelle der Handräder 44, 44' kann auch eine motorische Verstellvorrichtung vorgesehen werden. Im Falle der motorischen Einstellung kann sogar auf eine getrennte Ein- und Ausrückung verzichtet werden, da über die motorische Einstellung beide Funktionen erfüllt werden können. Die Figur 5b zeigt eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung mit
nur einer Überlastsicherung, der Feder 52 für die beiden zustellbaren Mahlwalzen mit einem Spannanker 51. Der Spannanker 51 weist eine Zugstange 56 auf. die zwischen Gelenkstellen 54 resp. 54' der Lagerarme 42 und 42' einspannbar ist. Durch Verdrehen einer Federhülse 3 und einer Sicherungsmutter 53' kann eine bestimmte Lage der Mahlwalzen zueinander fixiert werden. In der Figur 5 ist ferner der Walzenein- bzw. Walzenausbau angedeutet. Die beiden Mahlwalzen 12 und 14 können nach Ausschwenken beider Einsteileinrichtungen (Pfeil nach aussen) über die Achse des Exzenters 50 entsprechend Pfeil 48 resp. 48' aus dem Walzenstuhl heraus oder in diesen hinein bewegt werden. Die Leitwalze 1 1 kann über entsprechende Schlitze 49 ein- oder ausgebaut werden. Es kann auch ein ganzer Lagerblock mit einer Leitwalze und zwei Anstellwalzen als Einheit auf der geneigten Standfläche ausgefahren und ersetzt werden (Figur 7). Eine besonders interessante Lösung konnte bei der Doppel Vermahlung gefunden werden, wenn die Diagonale MW12, welche von dem Zentrum M l l der Leitwalze 1 1 durch das Zentrum M 12 der oberen Mahlwalze 12 geht, einen Winkel ß von weniger als 45° vorzugsweise von 30° bis 40° zu einer Horizontalen X liegt. Das entsprechende Optimum der Diagonalen MW 14 liegt in einem Winkelbereich (α) von 10° bis 25°. Bevorzugt wird bei der Doppelvermahlung für ß etwa 35° und für α etwa 20° gewählt. In der Figur 5c ist eine weitere Ausgestaltung für die Eiπstelleinrichtung dargestellt. Dabei ist die Überlastsicherung bzw. Überlastfeder 45 mit einer Einstellschraube 45' als gesonderte Baugruppe ausgführt. Auch diese ist nur schematisch dargestellt. Die Verankerung des Handrades 44 resp. der Verstellstange 57 erfolgt über ein fest verschraubtes Element 58. Diese Lösung gibt eine zusätzliche Hebelübersetzung über einen Hebel 59 oder einen entsprechenden Exzenter für die Mahlspaltverstellung. Die Figur 5d und 5e zeigen eine weitere Ausgestatlung, wobei die Figur 5e teils einen Schnitt und teils eine Ansicht gemäss Pfeil V ist. Die Figur 5e deutet die Verankerung der Baugruppe über zwei Zugstangen sowie eine Jochplatte 45" zu Lagerblöcken 63 an. Ferner ist eine pneumatische Ein- und Ausrückung 55 schematisch dargestellt.
Die Figur 6 zeigt einen Doppelwalzenstuhl mit aufgeklapptem Antriebsverdeck 90, das über ein Scharnier 91 verdrehbar gehalten ist.
Es wird nun auf die Figuren 7 und 7a Bezug genommen. Die Figur 7a zeigt die "Kraftelemente", d.h. diejenigen Elemente, die von den Mahl- und Antriebskräften beansprucht werden. In der Figur 7 sind mit Feld 60 die Hauptkräfte mit schräger Schraffur markiert. Jeder Seitenständer 61 besteht auf beiden Walzenendseiten aus je drei Elementen, aus je einem brückenartigen Untersatz 62 sowie zwei Lagerblöcken 63 und 63a. Der ganze Walzenstuhl 1 hat somit insgesamt zwei brückenartige Untersätze 62 und vier Lagerblöcke 63, bzw. 63a. Jeder Vermahlungseinheit sind zwei Lagerblöcke 63 bzw. 63a zugeordnet. Vorteilhaft ist es, wenn die beiden einstellbaren Mahlwalzen 12 und 14 einer Doppelvermahlung gegengleich und symmetrisch bezüglich einer Mittellinie 64 angeordnet werden, so dass sich eine zumindest angenähert gleichmässige Kraftverteilung in dem jeweiligen Lagerblock 63 ergibt. Jeder Lagerblock 63. 63a stützt sich auf
eine leicht geneigte Stützfläche 65. Die Lagerblöcke werden auf beiden Stützflächen 65 bzw Anstellflächen 66 mit lösbaren Schrauben gesichert. Zwischen den Lagerblöcken und den Stützflächen sowie den Anstellflächen sind flächige Dämpfungsstreifen bzw. Dämpfungselemente 67 angebracht. Der Untersatz 62 und damit der ganze Walzenstuhl 1 kann ebenfalls über eigentliche Vibrationsdämmelemente 68 abgestützt werden. Durch die vorgeschlagene zweifache Dämpfung wird ganz besonders wirksam der Lärm und die störenden Vibrationen gesenkt. Es wird sowohl der Lärm an die Umgebung wie die Vibration auf das Gebäude stark reduziert, weil nun alle Kräfte über die Dämpfung erfasst werden. Die Antriebsmotoren 8 werden über beidseits angeordnete Motorkonsolen oder Flanschen 69 angeschraubt. Die Motorkonsolen bzw. Flanschen 69 sind Bestandteile des Untersatzes 62, und erlauben eine direkte Kraftverbindung zu den Lagerblöcken 63, 63a. Die Antriebsmotoren 8 können von unten her montiert und demontiert werden. Fast ausnahmslos werden unter den Walzenstühlen grosse Bodenöffnungen 70 für die Mahlgutabführtrichter 5 vorgesehen, welche für die Montage der Antriebsmotoren nutzbar sind (Figur 1 ).
Die Figur 8 zeigt eine weitere Ausgestaltung, bei der jede Vermahlungseinheit 4 Walzen aufweist. Je nach besonderem Bedarf kann dabei z.Bsp. die oberste Walze als Quetschwalze, oder die unterste Walze als Auflöswalze ausgebildet und entsprechend angetrieben werden.
Die Figur 9 zeigt schematisch eine weitere mögliche Ausgestaltung der neuen Erfindung in der Form eines 5-Walzenstuhles. Die linke Stuhlhälfte 100 entspricht den bisher gemachten Ausführungen. Die rechte Bildhälfte weist jedoch ein einfaches Walzenpaar 102 mit horizontaler Walzenlage auf und ist als Einfachvermahlungseinheit 101 ausgebildet. Die Walzen des Walzenpaares 102 können auch diagonal angeordnet werden. Das Walzenpaar 102 weist eine Festwalze 103 wobei eine bewegliche Walze 104, ferner eine Einsellvorrichtung 105 mit einer Verbindungsstange mit Sicherheitspaket sowie Ein- und Ausrückvorrichtung 106 auf. Auch dieses Walzenpaar kann als sogenanntes Walzenpaket ausgeführt werden, z.Bsp. nach der DE-PS Nr. 27 30 166. Die kombinierte Lösung gemäss Figur 1 1 ist insofern besonders vorteilhaft, als die Praxis gezeigt hat, dass in der Mehrzahl der Fälle eine Kombination von Doppelvermahlung und Einfachvermahlung vorteilhaft ist. Es muss deshalb oft ohne genügende Kenntnisse in einem zu frühen Stadium entschieden werden, wo und wieviele 8- Walzenstühle einsetzbar sind. Ein späteres Umdisponieren ist im Stand der Technik mit sehr grossen Kosten und Umtrieben verbunden. Durch die Möglichkeit der blossen Auswechslung der einzelnen Vermahlungseinheiten erhält die Mühle die grösstmögliche Flexibilität für zukünftige Änderungen. Doppel- und Ernfachvermahlungen gegebenenfalls sogar 3-fach-Vermahlungen können mit sehr geringem Aufwand beliebig kombiniert und eingesetzt oder gewechselt werden.
Die Figuren 9a und 9b zeigen eine weitere ganz besonders vorteilhafte Ausgestaltung des neuen Walzenstuhles. Ein ganzer Gestellrahmen besteht aus zwei brückenkopfartigen Seitenteilen 1 10 resp. 1 10', welche durch eine obere Traverse 1 1 1 sowie zwei untere Traversen 1 12 verbunden sind. Es ist möglich die Seitenteile 1 10, 110' und die Traversen in geschweisster Stahlkonstruktion oder als Giessformen herzustellen. Die Flanschen 69 sind direkt an den Seitenteilen angebracht. Auf der linken Bildseite der Figur 9a ist eine Doppelvermahlungseinheit 4 und auf der rechten Bildseite eine Einfach-Vermahlungseinheit 101 dargestellt. Die Seitenteile 1 10 weisen beidseitig zwei identische Stützflächen 65 auf, an denen die jeweiligen Lagerblöcke festgeschraubt sind. Die Verschalungsteile sind an die beiden Vermahlungseinheiten angepasst. Bei der Einfach- Vermahlungseinheit 101 ist die Verschalung 1 13 eine senkrechte Fortsetzung über der Traverse 1 12. Bei der Doppelvermahlungseinheit 4 weist die Verschalung 1 14 eine Ausbauchung auf.
In der Folge wird nun auf die Figur 10 Bezug genommen, in welcher schematisch sowohl die erfindungsgemässe Vorrichtung wie das Verfahren dargestellt ist. Der Walzenstuhl 1 ist links auf dem Bild als vollständiger 6-Walzenstuhl 1 mit den beiden Doppelvermahlungseinheiten 4. 4' gezeichnet. Rechts auf der Figur 13 ist nur noch eine Hälfte 4' eines Walzenstuhles 1 dargestellt. Damit soll angedeutet werden, dass bei besonders einfachen Anwendungsfallen z.Bsp. bei Mühlen für die Herstellung von Spezial-Produkten wie die Stärkeherstellung es sich um eine komplette Mühle handeln kann. Nach der eigentlichen Walzenvermahlung werden in der müllerischen Praxis meistens weitere Sondermaschinen eingesetzt, was nur mit einer pneumatischen Förderleitung 200 markiert ist. In der klassischen Hochmüllerei werden vor allem Plansichter oder Griessputzmaschinen verwendet, um die einzelnen Fraktionen zu trennen, worauf Bezug genommen wird. Mit PAi, PA2, PA3 ist eine entsprechende Siebvorrichtung bzw. Sichtvorrichtung bezeichnet, z.Bsp. als Plansichterabteil 1 , 2, 3 usw. Die Figur 13 zeigt die stufenweise Gewinnung der Mahlprodukte. Die entsprechenden Stufen sind mit I, II und III die Speisung mit Sp bezeichnet. Jede Stufe (I, II, III usw.) beinhaltet in Figur 10 eine Doppelstufe bzw. eine echte Doppelmahlpassage sowie eine Siebpassage. Die Darstellung ist eine extreme Vereinfachung von einer tatsächlichen Mühle wie sie ausführlicher in der EP-PS Nr. 335 925, auf die als Beispiel Bezug genommen wird, dargestellt ist. Ein Teil des Siebabstosses wird von der Stufe I über eine pneumatische Förderleitung 201 der Stufe II zugeführt, sinngemäss mit Förderleitung 202 von Stufe II zu Stufe III. Von jeder Stufe kann ein Teil der Fraktionen bereits als Fertigprodukt aus dem Mahlprozess genommen werden, was mit den Pfeilen 203 bis 205 angedeutet ist. Ein anderer Teil der Fraktion geht in eine der nachfolgenden Stufen bzw. kann auf irgend eine Weise noch bearbeitet werden, um die verschiedenen Wertbestandteile wie Schale, Endosperm, Keim, Mehl. Griess usw. getrennt mit der grösstmöglichen Ausbeute an hellen Mehlen oder Griess zu erhalten. Dies ist mit den Pfeilen 206 bis 208 bezeichnet. Das Bezugszeichen Gx steht für alle übrigen Trennstufen, wie sie in der müllerischen Praxis üblich sind.
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