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Patent Searching and Data


Title:
PROCESS AND INSTALLATION FOR PRODUCING TEXTILE NET-LIKE FABRICS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1994/017231
Kind Code:
A1
Abstract:
A process and installation are disclosed for producing textile net-like fabrics by various bonding processes, for example warp knitting or stitch-bonding processes. In order to create a process and installation for producing textile, net-like fabrics with continuous threads which extend across the working direction, forming the mesh sides, with a large mesh size, a high diversity of structures and a product width which extends beyond the working width, several adjacent groups (4) of mesh side threads which form the mesh sides in the working direction are generated, a working thread (12) is led from one longitudinal side of the fabric to be generated to the opposite longitudinal side of the fabric to be generated in order to form the other mesh sides transversely to the working direction, and the working thread is temporarily set across the working direction at at least two setting spots arranged next to each other transversely to the working direction. The working thread is then formed into at least one loop between two setting spots arranged transversely to the working direction in order to form working thread reserves (13). The working thread provided with at least one working thread reserve and temporarily set transversely to the working direction is tied up or down at the same time to at least two adjacent groups of mesh side threads and its temporary setting is undone.

Inventors:
Diestel
Olaf, Franzke
Gerd, Offermann
Peter, Schinkoreit
Wolfram
Application Number:
PCT/EP1993/003718
Publication Date:
August 04, 1994
Filing Date:
December 30, 1993
Export Citation:
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Assignee:
OLBO TEXTILWERKE GMBH DIESTEL
Olaf, Franzke
Gerd, Offermann
Peter, Schinkoreit
Wolfram
International Classes:
D04B21/10; D04B21/14; D04B21/20; D04B23/10; D04B23/12; D04B23/22; D04B25/06; D04B25/14; D04B35/00; D04B35/20; D04G1/00; D04G1/08; (IPC1-7): D04B21/10; D04B25/14; D04B23/12; D04G1/08
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Claims:
Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde aus Faden, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere nebeneinanderliegende, die Netzmaschenschenkel in Ver¬ arbeitungsrichtung bildende Netzschenkelfadengruppen erzeugt, ein Funktionsfaden von einer Längsseite des zu erzeugenden Flä¬ chengebildes zur Bildung der anderen, quer zur Verarbeitungs¬ richtung liegenden Netzmaschenschenkel zur gegenüberliegenden Längsseite des zu erzeugenden Flächengebildes geführt, der Funktionsfaden dabei an mindestens zwei, quer zur Verarbei¬ tungsrichtung nebeneinander angeordneten Fixierstellen quer zur Verarbeitungsrichtung temporär in seiner Lage fixiert, der Funktionsfaden dabei zur Bildung von Funktionsfadenreserven zwischen zwei, quer zur Verarbeitungsrichtung angeordneten Fi¬ xierstellen zu mindestens einer Schleife kuliert, der mit mindestens einer Funktionsfadenreserve versehene und quer zur Verarbeitungsrichtung temporär fixierte Funktionsfaden gleichzeitig an mindestens zwei nebeneinanderliegenden Netz¬ schenkelfadengruppen an bzw. eingebunden und die temporäre Fixierung des Funktionsfadens aufgehoben wird.
2. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere sich über die ge¬ samte Arbeitsbreite erstreckende, mit mindestens einer Funktions¬ fadenreserve versehene und temporär fixierte Funktionsfäden gleich zeitig an mindestens zwei nebeneinanderliegenden Netzschenkelfaden¬ gruppen an bzw. eingebunden werden.
3. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Netzschenkelfadengruppe nach dem Nähwirkverfahren aus mindestens einem Nähfaden gebildet wird.
4. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Netzschenkelfadengruppe nach dem Nähwirkverfahren aus mindestens einem Stehschußfaden und mindestens einem Nähfaden gebildet wird.
5. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Netzschenkelfadengruppe nach dem Kettenwirkverfahren aus mindestens einem Kettfaden gebil det wird.
6. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Netzschenkelfadengruppe nach dem Kettenwirkverfahren aus mindestens einem Kettfaden und mindestens einem Stehschußfaden gebildet wird.
7. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Netzschenkelfadengruppe nach dem Häkelgalonverfahren aus mindestens einem Kettfaden gebil det wird.
8. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Netzschenkelfadengruppe nach dem Häkelgalonverfahren aus mindestens einem Kettfaden und mindestens einem Stehschußfaden gebildet wird.
9. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zwischen Netzschenkelfadengruppe und Funktionsfaden durch chemisches oder thermisches Fixieren erfolgt. ERSATZBLATT .
10. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Netzschenkelfadengruppe nach dem Netzknüpfverfahren aus mindestens einem Kettfaden gebildet wird.
11. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionsfäden zwischen den quer zur Verarbeitungsrichtung nebeneinanderliegenden Netz schenkelfadengruppen nicht und/oder um gleiche und/oder unter¬ schiedliche Beträge zu mindestens einer Funktionsfadenreserve ku liert werden.
12. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in Verarbeitungsrich¬ tung in Bezug auf die vorausgehenden Funktionsfäden folgenden Funk¬ tionsfäden nicht und/oder um gleiche und/oder um unterschiedliche Beträge zu mindestens einer Funktionsfadenreserve kuliert werden.
13. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die kulierten Funktionsfä¬ den mit mindestens zwei nebeneinanderliegenden Netzschenkelfaden¬ gruppen quer zur Verarbeitungsrichtung rechtwinklig verbunden wer¬ den.
14. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Funktionsfaden nach dem An oder Einbinden an mindestens zwei Netzschenkelfadengruppen von der Funktionsfadenvorratsspule getrennt und vor dem nachfolgenden Einlegen an seinem Ende temporär fixiert wird.
15. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde mit mindestens einer Funktionsfadenzuführung und mindestens einer Nähfadenzuführung und/oder mindestens einer Kettfadenzuführung und/oder mindestens einer Schußfadenzuführung und mehreren neben¬ einanderliegenden, die Netzmaschenschenkel in Verarbeitungsrichtung aus den Netzschenkelfadengruppen bildende Verfestigungseinrich ERSATZBLATT tungen, wobei der Abstand zweier nebeneinanderliegender Verfesti¬ gungseinrichtungen der Länge eines quer zur Verarbeitungsrichtung liegenden unkulierten Netzmaschenschenkels entspricht, dadurch ge kennzeichnet, daß den Verfestigungseinrichtungen mindestens ein, den Abstand zwischen den nebeneinanderliegenden Verfestigungsein¬ richtungen überbrückendes, den Funktionsfaden (11) temporär fixie¬ rendes und einlegendes Funktionsfadeneinlegesystem (8,9,13), beste¬ hend aus Fixierstellen (8) und einem mindestens zwischen zwei ne beneinanderliegenden Fixierstellen (8), auf den Funktionsfaden (11) einwirkenden, mit Elementen zur Funktionsfadenreservebildung (13) versehenen, steuerbaren Funktionsfadenreservebildungssystem (9), zugeordnet ist.
16. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß an beiden Seiten des Funktionsfadeneinlegesystems (8,9,13) eine Schneid und Fixierein¬ richtung angeordnet ist.
17. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen den Verfestigungsreinrichtungen und dem Funktionsfadeneinlegesystem (8,9,13) mit zugeordnetem Funktionsfadenreservebildungssystem (9) variabel ist.
18. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Hub des Funk¬ tionsfadeneinlegesystems (8,9,13) in Richtung der Verfestigungsein¬ richtungen variabel ist.
19. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigungsein¬ richtung eine Nähwirkarbeitsstelle ist.
20. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigungs¬ einrichtung eine Kettenwirkarbeitsstelle ist. ERSATZBLATT .
21. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigungs¬ einrichtung eine Häkelgalonarbeitsstelle ist.
22. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigungsein¬ richtung eine Netzknüpfarbeitsstelle ist.
23. Einrichtung zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Funktionsfadenre servebildungssystem (9) einen mit einer Veränderungssteuerung, ei¬ ner Mustersteuerung und mit den Steuerungen der Einrichtung korel lierenden Antrieb enthält. ERSATZBLATT.
Description:
Verfahren und Einrichtung zur Herstellung textiler netzartiger Flächen¬ gebilde

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Herstel¬ lung textiler netzartiger Flächengebilde nach verschiedenen Verfesti¬ gungsverfahren, beispielsweise dem Ketten- oder Nähwirkverfahren.

10 In der Textilindustrie werden Netze üblicherweise mit bekannten Netz¬ knüpf- bzw. -knot aschinen mittels Knüpfhaken oder mit bekannten Ket¬ ten- bzw. Nähwirkmaschinen mittels Zungen- bzw. Schiebernadeln gefer¬ tigt. Nachteilig dabei ist, daß die Produktbreite durch die Arbeits¬ breite und die Netzöffnungsstruktur determiniert, die Strukturvariabi-

15 lität stark durch die Verfahren eingegrenzt oder nur mit hohem Aufwand zu verwirklichen ist.

Die Herstellung von kettengewirkten Netzen mit in und quer zur Verar¬ beitungsrichtung durchgehenden Fäden ist unüblich. Bekannt ist eine mo-

20 difizierte Kettenwirkmaschine zur Verarbeitung von Kunststoffgarnen (DE 2706930) mit Parallelschußeintrag, wobei die Verbindung der Fäden mit¬ tels Schweißschwertern realisiert wird. Dabei entspricht die erzeugbare Produktbreite nur der Arbeitsbreite der Maschine. Die Netzmaschengeome¬ trie ist durch die festgelegte Arbeitsbreite und die Anordnung der ver-

25 bindenden Elemente, der Schweißschwerter, determiniert. Desweiteren ist durch das gewählte Verfestigungsverfahren nur die Verarbeitung thermoplastischen Materials möglich, so daß das Produkt in seinen An¬ wendungsmöglichkeiten eingeschränkt ist.

30 Es sind auch Nähwirkmaschinen bekannt, auf denen Quadratmaschennetze mit in quer zur Verarbeitungsrichtung durchgehendem Schußfaden gefer¬ tigt werden können (DD 269298). Dabei werden quer zur Verarbeitungs- ' richtung parallelliegende Schußfäden zugeführt und in der Arbeitsstelle * in bestimmten Abständen quer zur Verarbeitungsrichtung von Maschenstäb- 35 chenabschnitte bildenden Arbeitsorganen durchstochen und mittels kettfadenumschlingender Nähfäden angebunden bzw. eingebunden.

ERSATZBLATT

Nachteilig ist dabei, daß die durch den Abstand zwischen den zugeführ¬ ten Schußfäden bzw. den Abstand der maschenstäbchenbildenden Arbeits¬ organe untereinander bestimmte Größe der Netzöffnungen nicht änderbar ist. Desweiteren ist die maximale Produktbreite gleich der Arbeitsbrei¬ te und die Festigkeit der Produkte ist bedingt durch die Tatsache, daß auch nicht an der Maschenbildung beteiligte Spitzennadeln die Schußfa¬ denvorlage anstechen, gering.

Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und eine Ein¬ richtung zur Durchführung des Verfahrens nach verschiedenen Verfesti¬ gungsverfahren, primär dem Ketten- oder Nähwirkverfahren, zur Herstel¬ lung textiler, netzartiger Flächengebilde mit in und quer zur Verarbei¬ tungsrichtung durchgehenden, die Netzmaschenschenkel bildenden Fäden, mit großer Netzöffnungsweite, hoher Strukturvariabilität und über die Arbeitsbreiten hinausgehenden Produktbreiten.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch das Kennzeichen der Patentan¬ sprüche gelöst; die Unteransprüche beschreiben zweckmäßig Augestaltun- gen.

Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher be¬ schrieben.

In den Zeichnungen zeigen

Fig. 1 Schematische Darstellung der Verfahrensschritte:

Legen des Funktionsfadens einschließlich Funktions- fadenreservebildung

Fig. 2 Schematische Darstellung des Verfahrensschrittes:

Rastlage

Fig. 3 Schematische Darstellung des Verfahrensschrittes: Ein- bzw. Anbindung des Funktionsfadens an die

Netzschenkelfadengruppen

ERSATZBLATT

Fig. 4 Schematische Darstellung des Verfahrensschrittes: Beginn des Legens des Funktionsfadens

Fig. 5 a-h Produktbeispiele in Herstellungs- und Gebrauchslage

Fig. 6 Kettenwirkarbeitsstelle Seitenansicht

Fig. 7 Kettenwirkarbeitsstelle Vorderansicht

Die Figuren 1-4 zeigen in einer schematischen Darstellung die erfin¬ dungsgemäßen Verfahrensschritte. Die schematische Darstellung in Fig. 1 zeigt, daß der Funktionsfaden 11 bereits in die nebeneinanderliegenden, die Netzmaschenschenkel in Verarbeitungsrichtung bildenden Netzschen¬ kelfadengruppen 14 eingebunden ist. Die Netzschenkelfadengruppen werden dabei aus Kettfäden 4 gebildet. Der nächste Funktionsfaden wird von einer Längsseite des zu erzeugenden Flächengebildes zur Bildung der anderen, quer zur Verarbeitungsrichtung liegenden Netzmaschenschenkel zur gegenüberliegenden Längsseite geführt. Dabei wird der Funktionsfa¬ den an mehreren Stellen temporär fixiert und zwischen den Fixierstellen zur Bildung einer Funktionsfadenreserve zu einer Schleife kuliert.

In Fig. 2 ist die Rastlage, in der der beschriebene Vorgang abgeschlos¬ sen ist, dargestellt.

Die schematische Darstellung in Fig. 3 zeigt, daß der kulierte Funk¬ tionsfaden 11 gleichzeitig zu den Netzschenkelfadengruppen geführt und mittels der Kettfäden an- bzw. eingebunden wird. Nach der An- bzw. Ein¬ bindung wird die temporäre Fixierung aufgehoben. Bei diesem Verfahrens¬ schritt ist nach einer ersten Variante eine Zuführung des Funktionsfa¬ dens über die gesamte Breite und die Ein- bzw. Anbindung in einem Ar¬ beitsspiel möglich. Nach einer zweiten Variante wird die Zuführung des Funktionsfadens und die Ein- bzw. Anbindung auf mehrere Arbeitsspiele verteilt, so daß in der Herstellungslage während des Arbeitsprozesses ein gestufter, zeitweiliger Arbeitsrand entsteht.

ERSATZBLATT

Als Funktionsfadenreserve wird eine während der Entstehung eines texti- len Netzes im Prozeß der Maschenbildung aufgebaute und durch die Über¬ führung des textilen Produktes aus seiner Herstellungslage in die Ge- brauchslage (Spreizen) aufhebbare, schlaufenförmige Fadenreserve im Funktionsfadensystem verstanden.

In Fig. 4 ist dargestellt, wie der Funktionsfaden entsprechend des in Fig. 1 dargestellten Verfahrensschrittes zur Bildung des nächsten Netz- maschenschenkels zur Ausgangslängsseite geführt wird.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, ein- oder mehrere Funktionsfäden zu legen und zu kulieren und danach den oder diese Funk¬ tionsfäden gleichzeitig in einem oder in mehreren Arbeitsspielen an- bzw. einzubinden. Desweiteren ist es möglich, den Funktionsfaden zwi¬ schen den Fixierstellen nicht und/oder um gleiche und/oder um unter¬ schiedliche Beträge auszulenken, wobei der in Verarbeitungsrichtung nächste Funktionsfaden auch zum vorhergehenden Funktionsfaden nicht und/oder um gleiche und/oder unterschiedliche Beträge ausgelenkt werden kann.

Die Bildung der Netzschenkelfadengruppen und die Ein- bzw. Anbindung erfolgt wie in Fig. 1 bis 4 dargestellt nach dem Kettenwirkverfahren aus mindestens einem Kettfaden, wobei es auch möglich ist, die Netz- schenkelfadengruppen nach dem Kettenwirkverfahren aus einem Kettfaden und einem Stehschußfaden zu bilden. Die Bildung der Netzschenkelfaden¬ gruppen und die Ein- bzw. Anbindung kann auch nach dem bekannten Näh¬ wirkverfahren aus mindestens einem Nähfaden oder aus mindestens einem Nähfaden und mindestens einem Stehschußfaden erfolgen. Desweiteren ist es möglich, die Netzschenkelfadengruppen und das Ein- bzw. Anbinden nach dem bekannten Häkelgalonverfahren aus mindestens einem Kettfaden oder mindestens einem Kettfaden und mindestens einem Stehschußfaden zu bilden. Letztendlich kann die Netzschenkelfadengruppe und das Ein- bzw. Anbinden nach dem bekannten Netzknüpfverfahren aus mindestens einem Kettfaden gebildet werden. Das Ein- und Anbinden kann auch auf thermi¬ schem Wege oder auf chemischem Wege erfolgen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann ein endloser Funktionsfaden, wie in Fig. 1 bis 4 darge-

ERSATZBLÄΓΓ

s.tellt, oder ein endlicher Funktionsfaden, welcher an jeder Längsseite von der Funktionsfadenvorratsspule 12 getrennt wird, verwendet werden. Dazu ist es notwendig, daß das lose Ende temporär an der Längsseite fixiert wird.

Die Fig. 5a-h zeigen Produktbeispiele jeweils in Herstellungslage und in Gebrauchslage. Fig. 5a zeigt ein Produktbeispiel, bei dem der letzte Funktionsfaden quer zur Verarbeitungsrichtung zuerst nicht, dann um einen kleinen Betrag und zuletzt um einen größeren, zum vorhergehenden Betrag unterschiedlichen Betrag ausgelenkt wurde. Die nachfolgenden Funktionsfäden werden quer zur Verarbeitungsrichtung und auch gegenüber dem in Verarbeitungsrichtung vorhergehenden Funktionsfaden um unter¬ schiedliche Beträge, wobei der Betrag auch Null sein kann, ausgelenkt. Es ist erkennbar, daß durch die unterschiedlichen Auslenkungen quer und in Verarbeitungsrichtung jede denkbare Netzstruktur erreichbar ist. Es ist auch erkennbar, daß eine Netzbreite, die über der Arbeitsbreite liegt, erzielbar ist.

In Fig. 6 ist eine Einrichtung zur Durchführung des beschriebenen Ver¬ fahrens in der Seitenansicht dargestellt, wobei die Verbindung der Netzschenkelfadengruppe und des Funktionsfadens mittels einer Ketten¬ wirkarbeitsstelle geschieht. Die Kettenwirkarbeitsstelle besteht dabei aus mehreren auf einer Nadelbarre zusammengefaßten, gemeinsam bewegli- chen Schiebernadeln 1, denen jeweils ein Schließdraht 2 zugeordnet ist, aus ein oder mehreren als Legeschiene ausgebildeten Fadenführern, mit meist als Lochnadeln 3 ausgebildeten Fadenführungselementen für die Kettfäden 4, aus einem zwischen den Schiebernadeln 1 angeordneten Fräs¬ blech 5 sowie dem Stechkamm 6. Erfindungsgemäß ist der Kettenwirkar- beitsstelle ein über mindestens zwei quer zur Verarbeitungsrichtung nebeneinanderliegende Schiebernadeln 1 wirkendes Funktionsfadeneinlege- syste zugeordnet. In der dargestellten Ausführung besteht es aus meh¬ reren, in einer Reihe fest auf einer, quer zur Verarbeitungsrichtung über die gesamte Arbeitsbreite der Maschine reichenden, um ihre Längs- achse drehbaren und senkrecht zu ihrer Längsachse horizontal bewegli¬ chen Barre 7 befestigten, als Platinen 8 ausgebildeten Elementen zur Aufnahme des Funktionsfadens und zur Fixierung der Funktionsfadenreser-

ERSATZBLATT

ve und einem sich quer zur Verarbeitungsrichtung über die gesamte Brei¬ te der Barre 7 translatorisch mit Rast hin und her bewegenden Funk- tionsfadenreservebildungssystem 9, während dessen Bewegung der Funk- tionsfaden 11 von der mittig zur Arbeitsstelle angeordneten Funktions- fadenvorratsspule 12 abgezogen und in die Platinen 8 eingelegt wird. Dem Funktionsfadenreservebildungssystem 9 ist dabei ein drehbar ange¬ brachter Funktionsfadenführer 10 zugeordnet, der jeweils in Bewegungs¬ richtung des Funktionsfadenreservebildungssystem 9 gedreht wird. Wäh- rend des Abzugs des Funktionsfadens 11 von der Funktionsfadenvorrats- spule 12 und dem Einlegen desselben in die Platinen 8 wird während der Bewegungsrast durch Absenken des Elementes zur Funktionsfadenreserve- bildung 13 die Funktionsfadenreserve gebildet. Im Funktionsfadenreser- vebildungssystem ist dem Element zur Funktionsfadenreservebildung 13 ein als Getriebe ausgebildeter Antrieb und diesem eine Mustersteuerung zugeordnet, wobei die Mustersteuerung mit den Steuerungen der anderen Elemente und Systeme der Einrichtung korelliert.

Erfolgt die Zuführung des Funktionsfadens und die Ein- bzw. Anbindung nicht in einem Arbeitszyklus gleichzeitig, sondern auf mehrere Arbeits¬ zyklen verteilt, sind mehrere Funktionsfadenreservebildungssysteme 9 unter einem Winkel gegenüber der Querarbeitungsrichtung angeordnet. Mit dieser Einrichtung ist dann eine quasi kontinuierliche Arbeitsweise möglich.

An Kettenwirk-/Nähwirkarbeitsstellen mit zwei Nadelsystemen bzw. mit als Zungen- oder Spitzennadeln ausgebildeten Wirknadeln ist die Erfin¬ dung gleichermaßen anwendbar.

Fig. 7 zeigt in der Vorderansicht das Funktionsfadeneinlegesystem mit dem Funktionsfadenreservebildungssystem 9 zum Zeitpunkt der Fadenreser¬ vebildung zwischen zwei Platinen 8.

Auf die detailierte Darstellung der anderen bekannten Verfahren (Näh- wirken, Häkelgalon, Netzknüpfverfahren) zur Herstellung einer Netz¬ schenkelfadengruppe und die An- bzw. Einbindung des erfindungsgemäß verarbeiteten Funktionsfadens 11 wird verzichtet, da der Vorgang der

ERSATZBLATT

Bildung der Netzschenkelfadengruppe und die An- bzw. Einbindung allge¬ mein bekannt ist.

Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtungen wird nachfolgend anhand der Fig. 1 bis 4 beschrieben. In den Fig. 1 bis 4 ist die Ar¬ beitsstelle schematisch in der Draufsicht dargestellt. Fig. 1 zeigt das Funktionsfadenreservebildungssystem 9 beim Legen des Funktionsfadens 11 mittels Funktionsfadenführer 10 in die Platinen 8 des Funktionsfadens- einlegesystems, die temporäre Fixierung des Funktionsfadens 11 in den Platinen 8 und die dabei stattfindende Funktionsfadenreservebildung (Fig. 1 entspricht Fig. 7 in der Draufsicht). Die Schiebernadeln 1 be¬ finden sich dabei im hinteren Totpunkt, so daß die Nadelköpfe unter der Oberkante des Fräsblechs 5 stehen.

In Fig. 2 ist der Vorgang des Legens des Funktionsfadens 11 und der dabei stattfindenden Funktionsfadenreservebildung abgeschlossen. Das Funktionsfadenreservebildungssyste 9 steht außerhalb des Arbeitsstel¬ lenbereiches in Warteposition und der Funktionsfadenführer 10 ist be- reits um 180 ° in die anschließende Bewegungsrichtung geschwenkt.

Fig. 3 stellt die Arbeitsstelle im Moment des Einlegens des Funktions¬ fadens 11 dar. Dazu bewegt sich der Stechkamm 6 horizontal nach hinten aus der Arbeitsstelle heraus und die Barre 7, mit den Platinen 8, die den Funktionsfaden 11 mit den Funktionsfadenreserven temporär fixiert haben, bewegt sich horizontal in die Arbeitsstelle hinein. Dabei werden durch eine Drehbewegung der Barre 7 um ihre Längsachse nach oben die Funktionsfadenreserven über die Oberkante des Fräsbleches 5 gehoben und durch Zurückschwenken der Barre 7 auf die Rückseite des Fräsbleches 5 gebracht. Nach dem anschließenden Einstreichen befindet sich der Funk¬ tionsfaden 11 mit Funktionsfadenreserve zwischen Schiebernadelrücken und Kettfaden 4. Während des Einstreichens übernehmen die Platinen 8 die Aufgabe des Stechkammes 6. Anschließend fährt die Barre 7 horizon¬ tal aus der Arbeitsstelle heraus, der Stechkamm 6 wieder horizontal hinein, die Kettfäden 4 werden zur Franse gelegt und es wird abgeschla¬ gen. Damit ist der Funktionsfaden 11 angebunden.

ERSATZBLATT

Wie in Fig. 4 dargestellt, bewegt sich nun das Funktionsfadenreserve- bildungssystem 9 zurück. Dabei wird der Funktionsfaden 11 wieder in die Platinen 8 der Barre 7 eingelegt und erfindungsgemäß zu mustergemäßen

Funktionsfadenreserven ausgeformt. Gleichzeitig wird in der Arbeits¬ stelle gemäß der Netzgeometrie ein weiteres Stück der Netzmaschenschen¬ kel in Verarbeitungsrichtung hergestellt.

Auf die Darstellung der Schließdrähte 2, der Funktionsfadenvorratsspule 12 und der Mustersteuerung des Funktionsfadenreservebidlungssyste s 9 wurde in den Fig. 1 bis 4 aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.

ERSATZBLATT

Bezugszeichenaufstellung

1 Schiebernadel 2 Schließdraht

3 Lochnadel

4 Kettfaden

5 Fräsblech

6 Stechkamm 7 Barre

8 Platine (Fixierstelle)

9 Funktionsfadenreservebildungssystem

10 Funktionsfadenführer

11 Funktionsfaden 12 Funktionsfadenvorratsspule

13 Element zur Funktionsfadenreservebildung

14 Netzschenkelfadengruppe

ERSATZBLATT