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Patent Searching and Data


Title:
PROCESS AND PLANT FOR RECOVERING HEAVY METALS FROM WASTE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1993/004209
Kind Code:
A1
Abstract:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung von Schwermetallen, bei dem Adsorptionsmittel oder Abfälle in einer Behandlungskammer unter Unterdruck von einem Inertgas umströmt erhitzt werden. Die in der Behandlungskammer entstehenden Schwermetalldampf enthaltenden Gase werden in eine Nachverbrennungskammer geleitet, wobei aus dem aus dieser austretenden Abgas Schwermetall durch Kondensation rückgewonnen wird.

Inventors:
Krause, Heinz A. (Laufkoetterweg 9c, Hamburg 74, D-2000, DE)
Application Number:
PCT/EP1992/001891
Publication Date:
March 04, 1993
Filing Date:
August 18, 1992
Export Citation:
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Assignee:
HAK-ANLAGENBAU GMBH FÜR VERFAHRENSTECHNIK, STRAHLUNGSTECHNIK UND TROCKNUNGSTECHNIK (Laufkoetterweg 9c, Hamburg 74, D-2000, DE)
Krause, Heinz A. (Laufkoetterweg 9c, Hamburg 74, D-2000, DE)
International Classes:
A62D3/00; B09B3/00; B09C1/06; C22B43/00; (IPC1-7): C22B5/16; C22B7/00; C22B13/02; C22B17/02; C22B19/04; C22B43/00
Attorney, Agent or Firm:
Schmidt-bogatzky, Jürgen (Warburgstr. 50, Hamburg 36, D-2000, DE)
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Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E
1. Verfahren zur Rückgewinnung von Schwermetallen, insbesondere Quecksilber, Blei oder Cadmium aus Adsorptionsmitteln, Schrott, Bauschutt oder Erd¬ reich, bei dem die Adsorptionsmittel oder Abfälle in einer Behandlungskammer unter Unterdruck von einem Inertgas umströmt und erhitzt werden, wobei die in der Behandlungskammer entstehenden Schwermetalldampf enthaltenden Gase in eine Nachverbrennungskammer geleitet werden und aus dem aus dieser austretenden Abgas Schwermetall durch Kondensation rückgewonnen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwermetall enthaltenden Abfälle in einer Entgasungskammer konti¬ nuierlich von einer Eintragschleuse zu einer Austrag¬ schleuse gefördert und unter Umspülen von einem inerten Gasstrom mit elektromagnetischer Dissipa tionsenergie bis auf 250° C erhitzt werden, wobei kunststoffhaltige Verunreinigungen wie Kohlenwasser¬ stoffverbindungen und Chlorkohlenwasserstoffe und Schwermetalle verdampft werden, daß dann das in der Entgasungskammer entstehende Schwermetalldampf ent haltende Abgas durch eine auf etwa 1400° C erhitzte Hochtemperaturkammer geleitet und aufgespalten wird und in die Entgasungskammer oder die Verdampfungs¬ kammer zurückgeführt wird und daß der aus der Ent¬ gasungskammer austretende Abfall in eine Ver dampfungskammer eingebracht, mit einem Gasstrom hoher Temperatur beaufschlagt und bis auf eine Tem¬ peratur von 900° C beheizt wird , und daß der Gas¬ strom nach dem Austritt aus der Verdampfungskammer in einem Vorerhitzer erwärmt, dann durch einen Schwermetalldampfabscheider geleitet und von diesem von Schwermetalldampf gereinigt wieder in einem Wärmetauscher auf die hohe Kammereintrittstemperatur erwärmt wird. ERSATZBLATT .
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasstrom. der Verdampfungskammer in dem Vor¬ erhitzer mit Wärmeenergie beaufschlagt wird, die von dem der Hochtemperaturkammer nachgeschalteten Wärme tauscher abgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abfall in der Verdampfungskammer mit elek¬ tromagnetischer Wellenenergie, vorzugsweise mit einer Frequenz von 1 Hz bis 4 x 105 GHz, erwärmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abfall in der Verdampfungskammer induktiv erwärmt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abfall in der Verdampfungskammer durch elek¬ tromagnetische Wellenenergie bei einem Spektrum der elektromagnetischen Wellen im AC, NF, VLF, LW, MW, KW, VHF, UHF, SHF, EHF, IR oder UVBereich erwärmt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abfall in der Verdampf ngskammer durch einen diese umgebenden beheizten Brennraum erwärmt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abfälle in der Entgasungskammer kontin ier lieh gewogen werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in die Hochtemperaturkammer Ozon eingebracht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgas der Hochtemperaturkammer vollständig inertisiert und der Entgasungskammer oder der Ver¬ dampfungskammer zugeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Verdampfungskammer aus dem Abfall entstehen¬ des Gasvolumen aus der Verdampfungskammer abgesaugt wird.
11. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, daß das aus der Hochtemperaturkammer austretende Gasgemisch in einem Wärmetauscher gekühlt und danach in einer Tiefkühleinrichtung von Schwermetalldampf befreit und dann in die Atmosphäre ausgelassen wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das aus der Verdampfungskammer austretende Gas in einem Ejektor mit tiefgekühltem Gas vermischt wird und daß die hierbei entstehenden Schwermetallkondensattröpfchen in einem Abscheider abgeschieden und einem Kondensatsammler zugeführt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das aus der Hochtemperaturkammer austretende Abgas in einem Ejektor mit tiefgekühlter Flüssigkeit vermischt und das hierbei entstehende Kondensat in einem Abscheider ausgeschieden und mit der Flüssigkeit einem Sammelbehälter im Kreislauf der tiefgekühlten Flüssigkeit zugeführt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß in die Entgasungskammer tiefge¬ kühltes Mahlgut eingebracht und erwärmt wird. TZBLATT .
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11 und 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdampfungskammer nach der Beschickung mit Mahlgut aus der Entgasungs¬ kammer mit flüssigem Quecksilber aufgefüllt und unter ständigem Umwälzen des flüssigen Quecksilbers erwärmt wird, dann das entstehende Amalgam in eine Abscheidekammer ausgetragen und durch Unterdruck und Untertemperatur von Quecksilber befreit wird, wobei kontinuierlich angereichertes Quecksilber abgezogen und reines Quecksilber hinzugefügt wird, bis der Ag, AuAnteil vollständig amalgamiert und dann das entstandene Amalgam in die Abscheidekammer ausge¬ tragen und dort durch Abscheidung von Quecksilber unter Unterdruck und Temperatur zu einem Ag/AuGe misch reduziert wird.
16. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 15, gekennzeichnet durch eine erste Entgasungskammer (1) mit einer Eintragschleuse (3) und einer Austragschleuse (4) für Abfall, der auf einer Fördereinrichtung (5) von elektromagne¬ tischer Wellenenergie beaufschlagt von der Eintrag¬ schleuse (3) zur Austragschleuse (4) förderbar und mit einem Anschlußstutzen (7) für die Zufuhr von Inertgas und einem Abgasstutzen (11) für die Abfuhr von Abgas versehen ist, wobei der Abgasstutzen (11) mit einer Hochtemperaturkammer (14) verbunden ist, die gasausgangsseitig über einen Wärmetauscher (17) mit einer Tiefkühleinrichtung (20) zum Ausscheiden von Schwermetalldampf verbunden ist und wobei die Austragschleuse (4) mit einer Verdampfungskammer (21) verbunden ist, die eine Einrichtung zur Erwär¬ mung des in die Verdampf ngskammer (21) eingebrachten Abfalls aufweist und mit einem Inertgaskreislauf (23) verbunden ist. ERSATZ L .
17. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher (17) vor dem Gasaustritt der Hoch¬ temperaturkammer (14) angeordnet und mit einem Vor¬ erhitzer (24) des Inertgaskreislaufs (23) verbunden ist, der einen Schwermetalldampfabscheider (25) und einen am Gaseintritt der Verdampfungskammer (21) angeordneten Wärmetauscher (26) aufweist.
18. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Erwärmung des in die Ver¬ dampfungskammer (21) eingebrachten Abfalls aus elek¬ tromagnetische Wellenenergie emittierenden Strahlern (32) besteht.
19. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Erwärmung des in die Ver¬ dampfungskammer (21) eingebrachten Abfalls als In¬ duktionswärmerzeuger ausgebildet ist.
20. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Erwärmung des in die Ver¬ dampfungskammer (21) eingebrachten Abfalls als die Verdampfungskammer (21) umgebender befeuerter Brenn¬ raum ausgebildet ist.
21. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Fördereinrichtung (5) eine Waage (29) zugeordnet ist.
22. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Austragschleuse (4) in der Entgasungskammer (2) ein Zwischenspeicher (34) ausgebildet ist.
23. Anlage nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Zwischenspeicher (34) und dem Gutab¬ gabeabschnitt (30) der Fördereinrichtung (5) die Austragschleuse (4) angeordnet ist.
24. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gaseingang der Hochtemperaturkammer (14) ein Ozonerzeuger (31) zugeordnet ist.
25. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochtemperaturkammer (14) gasausgangsseitig mit einem Abscheider (35) verbunden ist.
26. Anlage nach Anspruch 16, 18 bis 20, dadurch gekenn zeichnet, daß die Verdampfungskammer (21) mehrstufig ausgebildet ist.
27. Anlage nach einem der Ansprüche 16 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochtemperaturkammer (14) oder die Verdampfungskammer (21) mit einem durch tiefgekühltes Gas oder tiefgekühlte Flüssigkeit beaufschlagten Ejektor (46) verbunden ist, der stromausgangsseitig mit einem Abscheider (35) ver¬ bunden ist.
28. Anlage nach einem der Ansprüche 16 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdampfungskammer (21) mit einem Sammelbehälter (62) für Quecksilber und einer Abscheidekammer (39) für die Amalgamaufbereitung verbunden ist.
29. Anlage nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheidekammer (39) mit dem Sammelbehälter (62) verbunden ist.
Description:
Verfahren und Anlage zur Rückgewinnung von Schwermetall aus Abfällen

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung von Schwermetallen insbesondere Quecksilber, Blei oder Cadmium aus Adsorptionsmitteln, Schrott, Bauschutt oder Erdreich, bei dem die Adsorptionsmittel oder Abfälle in einer Behandlungskammer unter Unterdruck von einem

Inertgas umströmt und erhitzt werden, wobei die in der Behandlungskammer entstehenden Schwermetalldampf enthal¬ tenden Gase in eine Nachverbrennungskammer geleitet werden und aus dem aus dieser austretenden Abgas Schwer- metal1 durch Kondensation rückgewonnen wird, und eine

Anlage zur Durchführung des Verfahrens. Die Adsorptions¬ mittel können z. B. Aktivkohle, Aktivkoks, Kohlenstoff- molekularsiebe, zeolithische Molekularsiebe, Kunstoff- olekularsiebe, Aluminiumoxid, Silicagel, Zeolithe, Kie- selgur sein.

Ein derartiges Verfahren für die Rückgewinnung von Quecksilber ist durch die DE-A 32 43 813 bekannt. Hier¬ bei wird die Temperatur in der Behandlungskammer in Stufen erhöht, so daß nur ein diskontinuierlicher Be¬ trieb möglich ist. Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, daß Verfahren der eingangs genannten Art so zu verbessern, daß eine kontinuierliche Entsorgung von Abfällen wie Schrott, Bauschutt, Erdreich u. dgl. durch Ausscheiden von in diesen enthaltenen Schwermetallen möglich ist, wobei die Anlage zur Durchführung des Ver¬ fahrens eine regelungstechnische einfach Anpassung an den jeweils aufzubereitenden Fall ermöglichen soll.

Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe bezüglich des Verfahrens durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 und bezüglich der Anlage zur Durchführung des Verfahrens durch die kennzeichnenden Merkmale des

ERSATZBLATT

Anspruchs 16 .

Die Erfindung wird nachfolgend am Beispiel der in der Zeichnungen sche atisch dargestellten Anlagen näher erläutert.

Die Anlage 1 nach Fig. 1 besteht aus einer Entgasungs¬ kammer 2, einer Hochtemperaturkammer 14, einer Ver¬ dampfungskammer 21 sowie einer Tiefkühleinrichtung 20.

Die Entgasungskammer 2 weist eine Fördereinrichtung 5 auf, mittels derer über die Eintragschleuse 3 einge¬ brachter Abfall durch die Entgasungskammer 2 bis zu einer Austragschleuse 4 gefördert werden kann. Der För- dereinrichtung 5 ist eine Waage 29 zugeordnet, so daß das Gewicht des mit Schwermetallen kontaminierten Guts wie z. B. Quecksilberbatterien während der Gutaufgabe kontinuierlich gewogen werden kann. Oberhalb der Förder¬ einrichtung 2 ist eine Anordnung von Strahlern 6 vorge- sehen. Mittels dieser Strahler 6 wird durch die Energie der eingebrachten elektromagnetischen Wellen die At¬ mosphäre in der Entgasungskammer 2 auf 250° C aufge¬ heizt. Vor der Eintragschleuse 3 ist ein Anschlußstutzen 7 vorgesehen, an den mittels einer Leitung 8 mit Ventil 9 ein Inertgasbehälter 10 angeschlossen ist. Der Inert¬ gasbehälter 10 kann z. B. mit N2 gefüllt sein. Das Inertgas strömt durch die Entgasungskammer 2 und wird hierbei mit aus den Abfällen entweichenden Dämpfen ange¬ reichert. In den Abfällen enthaltene kunststoffhaltige Verunreinigungen wie langkettige KohlenwasserstoffVerbin¬ dungen bzw. Chlorkohlenwasserstoffe werden in der Ent¬ gasungskammer 2 vollständig verdampft. Hierbei wandert das Gut langsam bis zum Gutabgabeabschnitt 30 der För¬ dereinrichtung 5. Dieser Vorgang wird nach einer Durch- laufzeit t beendet, die von der eingetragenen Dissipa- tionsenergie und den verdampfungsfähigen Kunststoffan¬ teilen abhängig ist. Die erforderliche Durchlaufzeit und der einzubringende Dissipationsenergiebetrag wird von

einem nicht näher dargestellten Rechner ermittelt, durch den auch die Ventile 9, 13 und die Strahler 6 gesteuert werden. Die Strahler 6 werden vorzugsweise zur Emission von Infrarotstrahlung im Wellenlängenbereich von 1 mm bis 780 nm betrieben. Am Ende der Entgasungskammer 2 ist ein Abgasstutzen 11 vorgesehen, an dem mittels einer Leitung 12 mit Ventil 13 eine Hochtemperaturkammer 14 angeschlossen ist.

Die Hochtemperaturkammer 14 weist einen Brenner 15 auf, der z. B. mit Propan betrieben werden kann. Im Anschluß an die Brennkammer sind Schikanen 16 angeordnet, die zur U lenkung des aus Verbrennungsabgasen und dem aus der Entgasungskammer 2 abgezogenen mit gasförmigen Verun- reinigungen angereicherten Inertgas bestehenden Gasge¬ misches dienen. Der Brenner 15 wird vorzugsweise so eingestellt, daß im Bereich der Schikanen 16 eine Gas¬ temperatur von etwa 1400° C vorliegt. Hierdurch ist es möglich, von dem Inertgas aufgenommene Dämpfe der Ab- fälle im molekularen Bereich zu spalten, so daß die

Entfernung umweltschädigender Bestandteile durch Aufspal¬ tung der Kohlenwasserstoff-und Chlorkohlenwasserstoffan¬ teile vereinfacht wird. Vorzugsweise wird die Hochtem¬ peraturspaltung durch Einführung von Ozon in die Brenn- ka mer unterstützt. Hierzu kann an die Leitung 12 ein Ozonerzeuger 31 angeschlossen werden. Durch das Ozon wird der Reaktionsablauf der Aufspaltung beschleunigt und kann somit effizienter durchgeführt werden. Durch diese Behandlung des aus der Entgasungskammer 2 abge- zogenen Abgases kann das aus der Hochtemperaturkammer 14 austretende Gasgemisch vollständig inertisiert sein. Durch diese Eigeninertisierung ist es möglich, die Ver¬ dampfungskammer 21 ohne Zufuhr von Stickstoff zu be¬ treiben, zumindest aber den Anteil des dem Inertgas- kreislauf 23 der Verdampfungskammer 21 zuzuführenden Stickstoffs zu begrenzen.

ERSATZBLATT

In Strömungsrichtung hinter den Schikanen 16 ist ein Wärmetauscher 17 vorgesehen, der von dem aus den Schi¬ kanen 16 austretenden Gasgemisch durchströmt wird. Am Ausgang der Hochtemperaturkammer 14 ist eine Leitung 18 mit einem Gebläse 19 angeschlossen, die mit einer Tief- kühleinrichtung 20 verbunden ist. In dieser Tiefkühlein- richtung 20 kann das aus der Hochtemperaturkammer 14 austretende Gas auf z. B. - 30° C abgekühlt werden. Hierbei kondensiert der Schwermetalldampf aus und kann einem nicht näher dargestellten Schwermetallkondensat¬ behälter zugeführt werden. Das von Schwermetalldampf gereinigte Gasgemisch kann nach ggf. einer weiteren Fil¬ trierung in die Atmosphäre ausgelassen werden.

In der Entgasungskammer 2 entgaster Abfall wird über die Austragschleuse 4 in die Verdampfungskammer 21 einge¬ bracht. Hierbei wird der Abfall ebenfalls mittels einer Anordnung 22 von Strahlern 32 mit elektromagnetischer Wellenenergie beaufschlagt. Von Vorteil ist es, in Vor- schubrichtung des Abfalls Strahler 32 mit wechselnden

Frequenzen einzusetzen, da hierdurch der Abfall leichter aufgeschlossen werden kann. Entgegengesetzt zur Vor¬ schubrichtung des Abfalls wird die Verdampfungskammer 21 von einem vorzugsweise auf 510° C erwärmtem Inertgas des bereits erwähnten Inertgaskreislaufs 23 durchströmt. Das aus der Verdampfungskammer 21 mittels eines Gebläses 28 abgesaugte Inertgas durchströmt einen Vorerhitzer 24, indem es auf ca. 357° C erwärmt wird. Der Vorerhitzer 24 ist mit dem Wärmetauscher 17 der Hochtemperaturkammer 14 verbunden. Aus dem Vorerhitzer 24 strömt das Inertgas in einem Schwermetalldampfabscheider 25. Der Schwermetall¬ dampf wird der Tiefkühleinrichtung 20 zugeführt, während das um Schwermetalldampf gereinigte Inertgas über die Leitung 27 einen Wärmetauscher 26 durchströmt, um nach Erwärmung auf 510° C wieder in die Verdampfungskammer 21 einzutreten.

ER S ATZBLATT

Abhängig von der Zusammensetzung des durch die Austrag¬ schleuse 4 in die Verdampfungskammer 21 eingebrachten Abfalls können die Strahler 32 mit elektromagnetischer Wellenenergie im Hochfrequenzbereich (100 kHz bis MHz- Bereich), im Mittelfrequenzbereich (0,15 bis 20 kHz) oder im Niederfrequenzbereich ( ≤ 50 bis 60 kHz) bis 900° C erwärmt werden. Es ist auch möglich, diese Erwär¬ mung bis 900° C mittels elektromagnetischer Wellen¬ energie im Infrarotbereich durchzuführen. Alternativ oder ergänzend kann die Verdampfungskammer 21 auch von einem mit Gas oder Öl befeuerten Brennraum umgeben sein, durch den das in der Verdampfungskammer 21 befindliche Gut auf 900° C erwärmt wird.

Sofern ein kontinuierlicher chargenweiser Betrieb durch¬ geführt werden soll, ist es von Vorteil, vor der Austrag¬ schleuse 4 der Entgasungskammer 2 einen Zwischenspeicher 34 vorzusehen, wie es bei der in Fig. 2 dargestellten Anlage 40 gezeigt ist. Am Eingang und Ausgang der Ver- dampfungskammer 21 ist jeweils ein Schieber 36, 37 an¬ geordnet, durch den die Verdampfungskammer 21 unter- und überdruckfest verschlossen werden kann. In dieser Ver¬ dampfungskammer 21 auftretende unvorhergesehene Druck¬ spitzen werden durch ein Überdruckventil 45 abgefangen. Während des gesamten Verdampfungsprozesses wird durch ein Gebläse 28 Inertgas durch die Verdampfungskammer 21 gedrückt. Das in dieser angeheizte Gas nimmt Schwerme¬ talldämpfe auf, die mit dem Spülgasstrom aus der Ver¬ dampfungskammer 21 ausgetragen werden. Das durch die Schwermetallverdampfung zunehmende Gasvolumen wird ab¬ geführt und mit Hilfe eines Ejektors 46 abgesaugt. Die Schieber 36, 37 können als Rotationsschieber oder Dreh¬ schleusen ausgebildet sein, wodurch eine vollautoma¬ tische Beschickung der Verdampfungskammer 21 möglich ist. Sofern ein chargenweiser Betrieb vorgesehen ist, können die Schieber 36, 37 als Flachschieber ausgebildet sein. Das aus der Auslaßschleuse 33 austretende ge¬ reinigte Abfallmaterial wird über eine Fördereinrichtung

ERSATZBLATT

47 abgeführt.

Es ist möglich, die Verdampfungskammer 21 mehrstufig auszubilden. Eine solche Ausführung ist in den Fig. 3 und 4 zu den Anlagen 41, 42 gezeigt.

Bei der Anlage 41 wird der Ejektor 46 mit tiefgekühltem Gas von z. B. - 30° C betrieben, wozu ein Gebläse 48 vorgesehen ist. Sobald der Kaltgasstrom mit dem aus der zweiten Stufe der Verdampfungskammer 21 abgezogenen

Quecksilberdampf in Berührung kommt, findet eine sofor¬ tige Kondensation der ausgegasten Bestandteile statt. Die so entstehenden Kondensattrσpfchen werden im Ab-, scheider 35 abgeschieden und einem Kondensatsammler 49 zugeführt. Dieser Abscheider 35 kann als Zyklon oder

Multizyklon ausgebildet sein. Durch die Abscheidung der Kondensattröpfchen wird verhindert, daß sich die nach¬ geschalteten Wärmetauscher 50, 51 zusetzen.

Bei der Anlage 42 wird der Ejektor 46 mit tiefgekühlter Flüssigkeit 52 betrieben, die z. B. Quecksilber, Sole, Wärmetauscheröl, flüssiger Stickstoff od. dgl. sein kann. Diese Flüssigkeit 52 wird aus einem Sammelbehälter 53 mittels einer Pumpe 54 über einen Wärmetauscher 55 im Kreislauf gepumpt und in dem Wärmetauscher 55 auf z. B. > - 30° C abgekühlt. Aus dem Sammelbehälter 53 wird die tiefgekühlte Flüssigkeit 52 mittels einer Pumpe 56 dem Ejektor 46 zugeführt und in diesen eingespritzt. Gleich¬ zeitig wird dem Ejektor 46 Abgas aus der Hochtemperatur- kammer 14 zugeführt. Hierbei tritt im Ejektorstrahl

Kondensatbildung auf. Das Kondensat wird im Abscheider 35 abgeschieden und mit der Flüssigkeit des Ejektor- εtrahls in den Sammelbehälter 53 zurückgeführt. Der aus dem Ejektor 35 austretende Gasstrom aus Dampf- und Gas- resten wird durch einen oberhalb des Abscheiders 35 angeordneten Wärmetauscher 57 geleitet und über einen Filter 38 in die Atmosphäre ausgelassen. In dem Wärme¬ tauscher 57 wird z. B. das Quecksilber aus dem im Gas-

ström enthaltenen Gemisch aus Feuchtigkeit und Metall¬ dampf durch Tiefkühlμng auf z. B. - 30°C abgeschieden und dem Sammelbehälter 53 zugeführt. Überschüssige Flüs¬ sigkeit 52 wie z. B. Quecksilber bei der Anlage 42 nach Fig. 4 in dem Sammelbehälter 53 wird in einen weiteren Behälter 62 abgeführt. Bei dieser Anlage 42 kann die Inertisierung der Verdampfungskammer 21 auch mittels des Abgases der Hochtemperaturkammer 14 erfolgen, von der ein Teilstrom in die Verdampfungskammer 21 mittels eines Gebläses 58 zurückgeführt wird. Wie in Fig. 4 durch eine Strichlinie angedeutet, kann die durch den Wärmetauscher 55 geleitete und auf - 30° C rückgekühlte Flüssigkeit 69, die Quecksilber enthält, auch direkt in die Vorlauf¬ leitung 68 des Ejektors 46 eingeführt werden.

Fig. 5 zeigt eine weitere Ausgestaltung einer Anlage 43, die besonders zur Dekontaminierung von quecksilberhal¬ tigem Gut geeignet ist. Soweit aus der Hochtemperatur¬ kammer 14 austretendes Abgas in die Atmosphäre abgelei- tet werden muß, wird es durch ein Filter 38 mit einem

Adsorptionsmittel geführt. Dieses Adsorptionsmittel kann z. B. Aktivkohle sein. Es ist auch möglich, Kohlenstoff- molekularsiebe oder zeolithische Molekularsiebe oder Kunststoff olekularsiebe zu verwenden. Ferner kann auch Aluminiumoxid, Silicagel, Zeolithe und Kieseldioxid ver¬ wendet werden.

Oberhalb der Eintragschleuse 3 befindet sich eine Mühle 60. In dieser werden im Tieftemperaturverfahren bei Temperaturen unter - 41° C unter flüssigem Stickstoff quecksilberhaltige Abfälle zermahlen. Das tiefgekühlte Mahlgut wird dann über die Eintragschleuse 3 in die Entgasungskammer 2 eingebracht und in dieser auf z. B. 280° C erwärmt. Das hierbei entstehende inerte Gasge- misch mit Kunststoffdämpfen wird zur Hochtemperatur¬ kammer 14 abgepumpt und in dieser wie bereits oben be¬ schrieben zerlegt. Ein Teilstrom des Abgases aus der Hochtemperaturkammer 14 wird über das Filter 38 in die

Atmosphäre geleitet. Das Restgas wird über das Gebläse 59 wieder in die Entgasungskammer 2 eingeleitet.

Das in der Entgasungskammer 2 entgaste Mahlgut gelangt über die Austragschleuse 4 in die Verdampfungskammer 21. Eine Pumpe 61 drückt vor dem Aufheizen der Verdampfungs¬ kammer 21 flüssiges Quecksilber aus dem Sammelbehälter 62 in die Verdampfungskammer 21, bis diese aufgefüllt ist. Mittels der Pumpe 61 zirkuliert Quecksilber in der Verdampfungskammer 21 während diese auf etwa 200° C aufgeheizt wird. Hierbei bildet sich Hg, Ag, Au-haltiges Amalgam, das mittels der Pumpe 63 in die Abscheidekammer 39 gepumpt wird. Hier wird das Amalgam von Quecksilber befreit, in dem das Gemisch auf etwa 800° C erwärmt wird. Während des Heizens wird mittels der Vakuumpumpe 64 die Abscheidekammer 39 evakuiert. Das Quecksilber verdampft und wird in der als Kondensator ausgebildeten Tiefkühleinrichtung 20 durch Rückkühlung auf z. B. - 30° C kondensiert und im Sammelbehälter 62 aufgefangen. Au-Ag-Reste werden durch Öffnen des Schiebers 65 ausge¬ tragen.

In der Verdampfungskammer 21 verbliebener Restschrott wie Stahl- und Kohlenschrott wird ausgetragen, nach dem das Amalgam vollständig abgezogen und das verbliebene Restmaterial auf ca. 800° C aufgeheizt wurde. Hierbei wird Restquecksilber verdampft und mittels eines Ge¬ bläses 66 der Tiefkühleinrichtung 20 zugeführt und kon¬ densiert. Auch diese Quecksilberkondensat wird in den Behälter 62 abgeleitet. Der Restschrott wird dann durch Öffnen eines Siebschiebers 67 und eines Verschlußschie¬ bers 68 auf die Fördereinrichtung 47 aufgetragen. Es ist möglich, das Gut aus der Kammer 39 im Naßverfahren z. B. in einem Salpetersäurebad weiter aufzuschließen.