WOKÖCK, Jan (Am Braiten Stög 5, Bad Aibling, 83043, DE)
WAGNER, Adam (Friedenstrasse 4, Germering, 82110, DE)
PETERS, Thomas (Konradstrasse 5, München, 80801, DE)
KÖLBL, Michael (Jagerbauerstrasse 9, Neuried, 82061, DE)
STEMMER, Thomas (Heinrich-Stieglitz-Kehre 5, München, 81371, DE)
HEUSER, Petra (Ernsbergerstrasse 17, München, 81241, DE)
MIES, Detlev (Zaunkönigweg 2, Elsdorf, 50189, DE)
LIEBIG, Hans-Jürgen (Dhünnberg 68, Leverkusen, 51375, DE)
BAYER MATERIALSCIENCE AG (51368 Leverkusen, DE)
LEGLER, Dirk (Kreuzweg 5, Weil, 86947, DE)
WOKÖCK, Jan (Am Braiten Stög 5, Bad Aibling, 83043, DE)
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| Patentansprüche 1. Verfahren zur Herstellung eines Verbundbauteils (100), insbesondere eines Fahrzeug-Außenhautbauteils, wie Fahrzeug- Dachmodul, Fahrzeugtür, Kotflügel, Motorraumklappe, Kofferraumklappe, Heckmodul, Dachschale eines Cabriolet-Verdecks, Front- oder Heckspoilers, mit folgenden Verfahrensschritten: 1.1 Herstellung eines Dekorverbunds (110) aus wenigstens einer Trägerschicht (114) und wenigstens einer Farbgebenden Schicht (112), 1.2 Herstellung eines Strukturverbunds (130) aus wenigstens einer Deckschicht (132; 136) und wenigstens einem mit dieser verbundenen Abstandshalter (134), 1.3 Einbringen einer Verbindungsschicht (120) zwischen Dekorverbund (110) und Strukturverbund (130), und 1.4 Zusammenfügen des Strukturverbunds (130) und des Dekorverbunds (110) unter Aushärtung der Verbindungsschicht (120). 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht (114) des Dekorverbunds (110) aus Metall, wie Aluminium oder Stahl oder aus thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen besteht. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbgebende Schicht (112) aus einer oder mehrerer der folgenden Schichten besteht: einem Lack und/oder einem Primer und/oder einer Folie und/oder einer Stoffschicht. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsschicht (120) aus einem schäumenden oder nicht schäumenden Polymer gebildet wird. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandshalter (134) der Strukturschicht (130) aus einer Papierwabe, aus einem Polyurethan-Schaum, aus einem Polymer- Schaum, wie expandiertem Polystyrol (EPS), expandiertem Polypropylen (EPP) oder expandiertem Polycarbonat (EPC), aus Melamin, aus einem Metallschaum, wie geschäumtem Aluminium, aus einem natürlichen Rohstoff oder aus einem monolytischen Aufbau, wie Blech, Glasfaserverstärktem Polyurethan (PU-GF), Glasfaser-verstärktem Epoxy (EP-GF) oder Glasfaser-verstärktem Polycarbonat (PC-GF) besteht. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Deckschicht (132, 136) der Strukturschicht (130) aus einer in eine Kunststoffmatrix aus Polyamid (PA), Polypropylen (PP), Epoxy (EP) oder Polyurethan (PU) eingebetteten Faserschicht aus Glasfasern, Glasfaserverstärktem Polyurethan (PU-GF), Naturfasern, Polymerfasern, anorganischen Fasern, metallischen Fasern oder Carbonfasern gebildet ist. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Deckschichten (132, 136) zu beiden Seiten des Abstandshalters (134) angeordnet sind. 8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Deckschicht (132, 136) mit einem in Hohlräume des Abstandshalters (134) eindringenden Kleber oder flüssigen Kunststoff verbunden ist. 9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Splitterschutzschicht (116, 138) in den Dekorverbund (110) und/oder in den Strukturverbund (130) integriert ist. 10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfahrensschritte 1.1 und 1.3 nacheinander in einem ersten Formwerkzeug (210) erfolgen. 11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensschritt 1.2 in räumlicher Distanz zu den anderen Verfahrensschritten erfolgt. 12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenprodukt des Verfahrensschritts 1.2 in ein zweites Formwerkzeug (230) eingelegt wird. 13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensschritt 1.4 durch Zusammendrücken des ersten Formwerkzeugs (210) mit dem zweiten Formwerkzeug (230) erfolgt. 14. Verbundbauteil, hergestellt nach wenigstens einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche 1 bis 13. 15. Verwendung eines Verbundbauteils gemäß Anspruch 14 für ein Fahrzeug- Außenhautbauteils, wie Fahrzeug-Dachmodul, Fahrzeugtür, Kotflügel, Motorraumklappe, Kofferraumklappe, Heckmodul, Dachschale eines Cabrioiet-Verdecks, Front- oder Heckspoiier. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundbauteils aus Kunststoff gemäß Patentanspruch 1 , ein nach diesem Verfahren hergestelltes Verbundbauteil gemäß Patentanspruch 14 und eine vorteilhafte Verwendung eines derartigen Verbundbauteils gemäß Patentanspruch 15.
Aus der DE 10244 287 A1 ist ein Verbundbauteil für ein Fahrzeug bekannt, das aus einer Außenhaut aus einer Folie und einer tragenden Verstärkungsschicht, die aus einer Wabenstruktur und jeweils einer diese zur beiden Seiten bedeckenden, mit Glasfasern alarmierten Polyurethan-Schicht aufgebaut ist. Die Herstellung des Verbundbauteils erfolgt in mehreren Verfahrensschritten in einer Form. Durch die für die einzelnen Schichten notwendigen Aushärtezeiten benötigt das Verbundteil insgesamt eine relativ lange Taktzeit, so dass bei größeren Stückzahlen mehrere parallele Fertigungslinien mit relativ teuren Formen notwendig sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundbauteils aus Kunststoff und ein nach diesem Verfahren hergestelltes
Verbundbauteil zu schaffen, dessen Herstellung vereinfacht und dessen Prozesszeit bei der Fertigung wesentlich verkürzt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 bezüglich des Verfahrens und durch die Merkmale des Patentanspruchs 14 bezüglich des Verbundbauteils gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. Eine vorteilhafte Verwendung eines erfindungsgemäß hergestellten Verbundbauteils ist im Patentanspruch 15 angegeben.
Die Erfindung sieht im Kern vor, dass das Verbundbauteil aus zwei separat hergestellten Modulen, nämlich einem die Außenhaut bildenden, eine Farbgebende Schicht umfassenden Dekorverbund und einem die Stabilität erhöhenden Strukturverbund mittels einer Verbindungsschicht zusammengefügt wird. Durch die separate Herstellung des Dekorverbunds und des Strukturverbunds können Fertigungsschritte parallel in Teil-Fertigungslinien oder komplett Offline an separaten Orten hergestellt werden. Beim Zusammenfügen muss dann nur noch die
Verbindungsschicht eingebracht werden, deren Aushärtung verglichen mit dem Stand der Technik sehr schnell erfolgt. Die separate Herstellung ermöglicht es beispielsweise auch, unterschiedliche Dekorverbunde mit unterschiedlichen Strukturverbunden zusammenzufügen, so dass beispielsweise bei einem Fahrzeughersteller unterschiedliche Farben und Materialien für eine Außenhaut und eine daran angeordnete Innenverkleidung individuell nach Kundenwunsch modular zusammengesetzt werden können.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform besteht die Trägerschicht des Dekorverbunds aus Metall, wie Aluminium oder Stahl oder aus thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung besteht die Farbgebende Schicht aus einer oder mehrerer der folgenden Schichten: einem Lack und/oder einem Primer und/oder einer Folie und/oder einer Stoffschicht. Durch die Auswahl und gegebenenfalls Verbindung der unterschiedlichen Materialien besteht eine große Gestaltungsfreiheit für Farbe, Struktur und Aussehen der Außenhaut.
Die Verbindungsschicht zur Verbindung des Dekorverbunds mit dem Strukturverbund wird bevorzugt von einem schäumenden oder nicht schäumenden Polymer gebildet.
Der Abstandshalter der Strukturschicht besteht bevorzugt aus einer Papierwabe, aus einem Polymerschaum, wie expandiertem Polystyrol (EPS), expandiertem Polypropylen (EPP) oder expandiertem Polycarbonat (EPC), aus Melamin, aus einem Metallschaum, wie geschäumtem Aluminium, aus einem natürlichen Rohstoff oder aus einem monolytischen Aufbau, wie Blech, Glasfaser-verstärktem Polyurethan (PU-GF), Glasfaser-verstärktem Epoxy (EP-GF) oder Glasfaser- verstärktem Polycarbonat (PC-GF).
Die wenigstens eine Deckschicht der Strukturschicht wird bevorzugt aus einer Faserschicht aus Glasfasern, Glasfaserverstärktem Polyurethan (PU-GF), Naturfasern, Polymerfasern, anorganischen Fasern, metallischen Fasern oder Carbonfasern gebildet, die in eine Kunststoffmatrix aus Polyamid (PA), Polypropylen (PP), Epoxy (EP) oder Polyurethan (PU) eingebettet ist.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind beim Strukturverbund zwei Deckschichten zu beiden Seiten des Abstandshalters angeordnet, wobei wenigstens eine, besonders bevorzugt beide Deckschichten mit einem in Hohlräume des Abstandshalters eindringenden Kleber oder flüssigen Kunststoff verbunden ist. Ein derartiger Strukturverbund weist eine besonders hohe Stabilität bei sehr geringem Gewicht auf.
Es ist weiterhin bevorzugt, wenn wenigstens eine Splitterschutzschicht in den Dekorverbund und/oder in den Strukturverbund integriert ist. Eine Integration einer Splitterschutzschicht ist in der älteren, auf dieselben Anmelder zurückgehenden deutschen Patentanmeldung DE 10 2008 033 923.7 beschrieben, deren
Offenbarungsgehalt hiermit zum Gegenstand der vorliegenden Anmeldung gemacht wird.
Besonders bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem die Herstellung des Dekorverbunds und das Einbringen der Verbindungsschicht nacheinander in einem ersten Formwerkzeug erfolgt, während die Herstellung des Strukturverbunds in räumlicher Distanz zu den anderen Verfahrensschritten erfolgt, so dass der fertige Strukturverbund als Zwischenprodukt in ein zweites Formwerkzeug eingelegt werden kann und beide Formwerkzeuge nach Einbringen einer Verbindungsschicht zwischen Dekorverbund und Strukturverbund zum Zusammenfügen des Verbundbauteils zusammengedrückt werden. Ein nach dem vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Verbundbauteil wird besonders bevorzugt für ein Fahrzeug- Außenhautbauteil, wie Fahrzeug-Dachmodul, Fahrzeugtür, Kotflügel, Motorraumklappe, Kofferraumklappe, Heckmodul, Dachschale eines Cabriolet- Faltverdecks, Front- oder Heckspoiler verwendet. Die hohe Oberflächenqualität des Dekorverbunds und die Stabilitätserhöhung durch den Strukturverbund prädestinieren in Verbindung mit der flexiblen Färb- und Strukturgebung und den kurzen Taktzeiten die Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Außenhautbauteilen von Fahrzeugen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die wenigstens eine der
Schichten des Dekorverbunds und/oder des Strukturverbunds im Composite Spray Moulding-Verfahren (CSM-Verfahren) und/oder im Long Fibre Injection-Verfahren (LFI-Verfahren) und/oder im Glasfaser-Matten-Polyurethan-Verfahren (GM-PU- Verfahren) und/oder im Resin Transfer Moulding-Verfahren (RTM-Verfahren) und/oder im Sheet Moulding Compound- Verfahren (SMC-Verfahren) und/oder im Reaction Injection Moulding-Verfahren (RIM-Verfahren) und/oder im Reinforced Reaction Injection Moulding-Verfahren (RRIM-Verfahren) und/oder im Spritzguss- Verfahren hergestellt.
Die wenigstens eine Splitterschutzschicht weist ein Splitterschutz-Gewebe auf, das bevorzugt aus Polyethylen (PE) und/oder aus Polyethylenterephthalat (PET) und/oder aus Polyamid (PA) und/oder aus Polypropylen (PP) und/oder aus Aramid und/oder aus elastischem Polyurethan (PU) und/oder aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk und/oder aus einem Stahlgewebe besteht.
Ebenso vorteilhaft ist es, wenn die den Abschluss des Verbundbauteils nach außen bildende Außenhaut aus einer Kunststoffschicht besteht, die bereits beim Zulieferer in der gewünschten Fahrzeugfarbe eingefärbt wird. Dadurch können bei Verwendung des Verbundbauteils als Fahrzeug-Außenhautbauteil nachträgliche Lackierarbeiten beim Fahrzeughersteller völlig entfallen. Nachfolgend wird ein erfindungsgemäßes Verbundbauteil anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 schematisch den modularen Aufbau des Verbundbauteils aus
Dekorverbund, Verbindungsschicht und Strukturverbund; Fig. 2 schematisch die getrennte Herstellung des Dekorverbunds in einem ersten
Formwerkzeug und des Strukturverbunds separat davon;
Fig. 3 schematisch das Einbringen der Verbindungsschicht auf die Innenseite des Dekorverbunds im ersten Formwerkzeug; und
Fig.4 schematisch das Zusammenfügen des Dekorverbunds und des
Strukturverbunds durch Zusammendrücken beider Formwerkzeuge.
Das in Fig. 1 schematisch gezeigte Verbundbauteil 100 setzt sich modular zusammen aus einem im oberen Teil dargestellten Dekorverbund 110, einer
Verbindungsschicht 120 und einem im unteren Teil dargestellten Strukturverbund 130.
Der Dekor-Verbund 110 besteht aus wenigstens einer Trägerschicht 114 und wenigstens einer Farbgebenden Schicht 112. Die Farbgebende Schicht 112 bildet später nach dem Zusammenfügen des Verbundbauteils 100 die nach außen weisende Schicht desselben. Optional ist an der Unterseite der Trägerschicht 114 oder in diese eingebettet eine Splitterschutzschicht 116 vorgesehen. Die Trägerschicht 114 des Dekorverbunds 110 besteht wahlweise aus Metall, wie Aluminium oder Stahlblech oder aus thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen, beispielsweise in Form einer tiefgezogenen Kunststofffolie. Die Farbgebende Schicht 112 besteht aus einem Lack und/oder einem Primer und/oder einer Folie und/einer Stoffschicht, die in ihrer Farbgebung an die gewünschte Farbe des Verbundbauteils angepasst sind. Die Splitterschutzschicht 116 besteht bevorzugt aus einem Gewebe, welches insbesondere aus Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET), Polyamid (PA), Polypropylen (PP), Aramid, elastischem Polyurethan (PU), natürlichem oder synthetischem Kautschuk oder einem Stahlgewebe hergestellt ist. Eine Splitterschutzschicht 116 in Form eines Splitterschutz-Gewebes kann besonders bevorzugt auch in die Trägerschicht 114 eingebettet sein, insbesondere wenn diese aus Kunststoff besteht.
Die Verbindungsschicht 120 besteht bevorzugt aus einem schäumenden oder nicht schäumenden Polymer, insbesondere aus Polyurethanschaum (PU). Die Verbindungsschicht 120 weist bevorzugt eine Stärke von etwa 2 bis 2,5 mm auf. Sie dient bevorzugt gleichzeitig dazu, eine auf der Außenhaut in der Farbgebenden Schicht 112 sichtbare Durchdrückung der Wabenstruktur des Abstandshalters 134, wie sie beim Zusammenpressen in einer Form beim Fehlen einer
Entkopplungsschicht sonst auftreten kann, wirkungsvoll zu verhindern. Sofern keine Wabenstruktur als Abstandshalter-Schicht 134 verwendet wird, sondern ein Kunststoff, Kunststoffschaum, Metall oder Metallschaum, kann die Verbindungsschicht 120 auch eine deutlich geringere Stärke aufweisen, da ihre Funktion dann auf die Verbindung des Dekorverbunds 110 mit dem Strukturverbund 130 beschränkt ist.
Der Strukturverbund 130 setzt sich zusammen aus einer oberen Deckschicht 132, einem Abstandshalter 134 und einer unteren Deckschicht 136. Optional ist oberhalb der oberen Deckschicht 132 eine Splitterschutzschicht 138 angeordnet, die in ihrem Aufbau der Splitterschutzschicht 116 ähnelt. Das Splitterschutzgewebe der Splitterschutzschicht 116 ist wiederum bevorzugt in das Kunststoffmaterial der Deckschicht 132 eingebettet. Bei einem unfallbedingten Bruch eines als Fahrzeug- Außenhautteil verwendeten Verbundbauteils verhindern beide Splitterschutzschichten 116 bzw. 138 ein scharfkantiges Brechen der benachbarten tragenden Schichten 114 bzw. 132, 136 sowohl an der Außenseite als auch an der Innenseite.
Der Abstandshalter 134 der Strukturschicht 130 besteht bevorzugt aus einer Papierwabe, deren Stege in der Haupt-Belastungsrichtung des Verbundbauteils 100 vertikal zu den benachbarten Deckschichten 132, 136 ausgerichtet sind. Der Abstandshalter 134 kann auch alternativ aus einem Polyurethan-Schaum, aus einem Polymerschaum, wie expandiertem Polystyrol (EPS), expandiertem Polypropylen (EPP), oder expandiertem Polycarbonat (EPC), aus Melamin, aus einem Metallschaum, wie geschäumtem Aluminium, aus einem natürlichen Rohstoff oder aus einem monolytischen Aufbau, wie Blech, Glasfaser-verstärktem Polyurethan (PU-GF), Glasfaser-verstärktem Epoxy (EP-GF) oder Glasfaser-verstärktem Polycarbonat (PC-GF) bestehen. Der Abstandshalter 134 besteht besonders bevorzugt aus einer Papierwabe, beispielsweise mit einer Stärke von etwa 13 mm, wobei Welle und Decke der Wabenstruktur ein Flächengewicht von jeweils etwa 115 g pro Quadratmeter aufweisen und die Wellen bevorzugt gemäß der Wellenart A ausgebildet sind.
Die wenigstens eine Deckschicht 132, 136, der Strukturschicht 130 besteht aus einer Faserschicht, beispielsweise aus Glasfasern, Glasfaserverstärktem Polyurethan (PU-GF), Naturfasern, Polymerfasern, anorganischen Fasern, metallischen Fasern oder Carbonfasern, die in eine Kunststoffmatrix, beispielsweise aus Polyamid (PA), Polypropylen (PP), Epoxy (EP) oder Polyurethan (PU) eingebettet ist. Die Deckschichten 132 und 136 bestehen besonders bevorzugt aus Polyurethan (PU) mit einem Flächengewicht von etwa 300 g pro Quadratmeter, das optional und bevorzugt jeweils mittels einer Glasfasermatte mit einem Flächengewicht von etwa 225 g pro Quadratmeter armiert ist.
Besonders bevorzugt ist es, wenn bei einem offenzelligen Aufbau des Abstandshalters 134, beispielsweise in Form einer Wabenstruktur, die Verbindung zu den Deckschichten 132, 136 durch einen Kleber oder flüssigen Kunststoff intensiviert wird, der in die Hohlräume des Abstandshalters 134 eindringt und sich im Randbereich der vertikalen Stege anlagert.
Der bis hierher beschriebene Schichtenaufbau aus Abstandshalter 134 und den beiden benachbarten Deckschichten 132 und 136 wird bevorzugt mittels des Composite Spray Moulding-Verfahrens (CSM-Verfahren; bekannt durch die Firma Hennecke GmbH, D-53754 Sankt Augustin) in einer Form (CSM-Werkzeug) hergestellt. Er ist in ähnlicher Form bereits in der auf dieselbe Anmelderin zurückgehenden DE 100 33 232 C2 dargestellt. Die Festigkeit wird dabei bei sehr geringem Gewicht vor allem durch den in den Bereich der vertikalen Stege der Waben eindringenden und sich mit diesen verbindenden Kunststoff (PU) erzielt.
Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass die Herstellung des
Dekorverbunds 110 und des Strukturverbunds 130 separat erfolgt. Dies kann in zwei nebeneinander angeordneten Fertigungslinien erfolgen, wobei die Aushärtezeiten der einzelnen Schichten des Dekorverbunds 110 und des Strukturverbunds 130 parallel laufen und somit im Gegensatz zum eingangs erwähnten Stand der Technik die gesamte Prozesszeit zur Herstellung des Verbundbauteils 100 nicht verlängert, sondern verkürzt wird. Die Herstellung des Dekorverbunds 110 und/oder des Strukturverbunds 130 kann auch bei völlig unterschiedlichen Zulieferern an völlig unterschiedlichen Orten erfolgen.
In ersten Verfahrensschritt gemäß Figur 2 wird der Dekorverbund 110 mit der Farbgebenden Schicht 112 nach unten in ein erstes Formwerkzeug 210 eingelegt oder alternativ in diesem ersten Formwerkzeug 210 hergestellt. Die Farbgebende Schicht 112 wird bevorzugt durch Sprühen in einer Schichtdicke von 0,03 bis 0,06 rnm (S&R) oder in einer Schichtdicke von 0,3 bis 0,6 mm (Panadur) im Inmouldcoating-Verfahren (IMC-Verfahren) unmittelbar im CSM-Werkzeug, im beschriebenen Beispiel dem unteren Formwerkzeug 210, erzeugt.
Die Herstellung des Strukturverbunds 130 erfolgt in einem zweiten Verfahrensschritt separat davon.
Im dritten Verfahrensschritt gemäß Figur 3 wird auf die Innenseite der Trägerschicht 114 mittels eines mit wenigstens einer Düse 255 versehenen Spritzwerkzeuges 250 die Verbindungsschicht 120 aufgetragen.
Im vierten Verfahrensschritt gemäß Figur 4 ist der Strukturverbund 130 an einem oberen Formwerkzeug 230 befestigt oder alternativ dazu auf die Verbindungsschicht 120 aufgelegt. Durch Zusammendrücken des oberen Formwerkzeugs 230 mit dem unteren Formwerkzeug 210 verbindet die Verbindungsschicht 120 beim Aushärten den Strukturverbund 130 mit dem Dekorverbund 110.
Das fertige Verbundbauteil 100 bildet beispielsweise ein Dachmodul oder eine Fahrzeugtür eines Fahrzeugs. Die Erfindung ist jedoch auch an anderen Fahrzeug- Bauteilen, wie beispielsweise Kotflügeln, Motorraumklappen, Kofferraumklappen, Heckmodulen, Dachschalen von Cabriolet-Verdecken, Front- oder Heckspoiler vorteilhaft realisierbar und auch für andere Kunststoff-Verbundbauteile geeignet, die nicht im Kraftfahrzeugbereich eingesetzt werden.
In den Randbereichen wird ein als Fahrzeug-Dachmodul ausgebildetes Verbundbauteil in der Werkzeugform stärker gepresst. Hier wird der Abstandshalter 134 weggelassen und der entstehende Freiraum von unten mit einer tragenden, die Stabilität des Fahrzeug-Dachmoduls erhöhenden Schicht versehen, die bevorzugt durch Spritzen im Long Fibre Injection Moulding-Verfahren (LFI-PUR-Verfahren) aus Polyurethan mit eingedüstem Fasermaterial hergestellt wird. Diese Randbereiche erhöhter Festigkeit befinden sich nach der Montage eines als Fahrzeug-Dachmodul ausgebildeten Verbundbauteils in den Flanschbereichen des Dachrahmens in Höhe der Kleberaupen (siehe hierzu die ältere Anmeldung DE 10 2008 033 923.7).
Bezugszeichenliste
100 Verbundbauteil 134 Abstandshalter
110 Dekor-Verbund 136 Deckschicht
112 Farbgebende Schicht 138 Splitterschutzschicht
114 Trägerschicht 210 (unteres) Formwerkzeug
116 Splitterschutzschicht 230 (oberes) Formwerkzeug
120 Verbindungsschicht 250 Spritzwerkzeug
130 Strukturverbund 255 Düse
132 Deckschicht
