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Patent Searching and Data


Title:
PROCESS FOR PRODUCING COVERING MATERIAL FOR SOILS AND TURF SUBSTITUTE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/095974
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a process for producing covering material for soils, in particular beds and areas utilized for farming, and for producing turf substitute. In this process ordure-interspersed organic biomass, diatomaceous earth and microorganisms are intermixed. After the mixing of the the constituents the mixture of ordure-interspersed organic biomass, diatomaceous earth and microorganisms is layered up to form a heap and the ordure-interspersed organic biomass in the heap is processed over a predefined period when at least a portion of the ordure and the organic biomass is decomposed by the microorganisms and odour-forming constituents are bound by the diatomaceous earth.

Inventors:
AUMANN FRANZ (DE)
Application Number:
EP2017/080070
Publication Date:
May 31, 2018
Filing Date:
November 22, 2017
Export Citation:
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Assignee:
AUMANN FRANZ (DE)
International Classes:
C05F17/00; C05G3/80
Domestic Patent References:
WO2016096517A12016-06-23
Foreign References:
FR2546161A11984-11-23
US6447568B12002-09-10
US6200475B12001-03-13
EP2017243A22009-01-21
CN105948229A2016-09-21
Attorney, Agent or Firm:
SIEKMANN, Gunnar (DE)
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Claims:
Patentansprüche

Verfahren zur Herstellung von Abdeckmaterial für Böden, insbesondere Beete und landwirtschaftlich genutzte Flächen, sowie von Torfersatz,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t,

dass mit Kot durchsetzte organische Biomasse, Diatomeenerde und Mikroorganismen miteinander vermischt werden,

dass das Gemisch aus mit Kot durchsetzter organischer Biomasse, Diatomeenerde und Mikroorganismen nach dem Vermischen der Bestandteile zu einer Miete aufgeschichtet wird, und

dass die mit Kot durchsetzte organische Biomasse in der Miete über einen vorbestimmten Zeitraum von 40 bis 90 Tagen aufbereitet wird, indem wenigstens ein Teil des Kotes und der organischen Biomasse von den Mikroorganismen zersetzt wird und geruchsbildende Bestandteile durch die Diatomeenerde gebunden werden.

Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die mit Kot durchsetzte organische Biomasse zu wenigstens 50 Volumenprozent aus Stalleinstreu aus der Tierhaltung besteht, insbesondere zu wenigstens 65 Volumenprozent aus Stalleinstreu aus der Tierhaltung, insbesondere zu wenigstens 80 Volumenprozent aus Stalleinstreu aus der Tierhaltung besteht.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gemisch aus mit Kot durchsetzter organischer Biomasse und Diatomeenerde als weiterer Bestandteil Pyrolysekohle beigemischt wird.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gemisch als weiterer Bestandteil Zeolith beigemischt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gemisch als weiterer Bestandteil Steinmehl beigemischt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gemisch als weiterer Bestandteil Keramikpulver beigemischt wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass während der Aufbereitung innerhalb der Miete für mehr als einen Tag, insbesondere wenigstens vier Tage, eine Temperatur von wenigstens 60 °C erreicht wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Miete für die Dauer der Aufbereitung abgedeckt wird, insbesondere luftdicht abgedeckt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch in der Miete über einen vorbestimmten Zeitraum von 50 Tagen bis 75 Tagen, insbesondere von 55 Tagen bis 65 Tagen, insbesondere von 60 Tagen aufbereitet wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zu der Miete aufgeschichtete Gemisch fermentiert wird.

1 1 . Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Miete nach der Aufbereitung nochmals durchmischt und neu aufgeschichtet wird, woran sich eine Kompostierung des Gemisches in der neu aufgeschichteten Miete anschließt.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass sich das Gemisch für 1 m3 mit Kot durchsetzter organischer Biomasse aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt:

- 25 Liter bis 75 Liter Diatomeenerde, insbesondere 50 Liter Diatomeenerde; - 10 Liter bis 30 Liter wässrige Lösung mit aktivierten Mikroorganismen, insbesondere 20 Liter wässrige Lösung mit aktivierten Mikroorganismen;

- 5 Liter bis 20 Liter , insbesondere 10 Liter Pyrolysekohle;

- 50 Liter bis 150 Liter Steinmehl, insbesondere 100 Liter Steinmehl;

- 5 Liter bis 20 Liter Zeolith, insbesondere 10 Liter Zeolith; und

- 0,05 Liter bis 0,15 Liter Keramikpulver, insbesondere 0,1 Liter Keramikpulver.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Lösung mit aktivierten Mikroorganismen etwa zu gleichen Teilen effektive Mikroorganismen, vorzugsweise EM1 und Fermentationsaktivator, zum

Beispiel Zuckerrohrmelasse, aufweist und etwa 80 bis 95 Volumenprozent Wasser enthält.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Steinmehl und das Zeolith durch 0,5 kg bis 1 ,5 kg Mykorrhiza

Granulat, insbesondere 1 kg Mykorrhiza Granulat, ersetzbar sind.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass sich das Gemisch für 1 m3 mit Kot durchsetzter organischer Biomasse aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt:

- 25 Liter bis 75 Liter Diatomeenerde, insbesondere 50 Liter Diatomeenerde;

- 5 Liter bis 20 Liter , insbesondere 10 Liter Pyrolysekohle;

- 50 Liter bis 150 Liter Bentonit, insbesondere 100 Liter Bentonit;

- 0,5 kg bis 1 ,5 kg Mykorrhiza Granulat, insbesondere 1 kg Mykorrhiza Granulat; und

- 0,05 Liter bis 0,15 Liter Keramikpulver mit Mikroorganismen, insbesondere 0,1 Liter Keramikpulver mit Mikroorganismen.

Description:
Verfahren zur Herstellung von Abdeckmaterial für Böden sowie von Torfersatz

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Abdeckmaterial für Böden sowie von Torfersatz. Abdeckungen von Böden mit Abdeckmaterial wirken vor allem möglichen

Erosionen und Unkrautwachstum entgegen. Bekannte Abdeckmaterialien sind beispielsweise Mulch oder auch Stroh. Stroh und andere Materialien, beispielsweise Holzspäne, die als Einstreumaterial in Stallungen verwendet wurden, müssen aufgrund der mit Stalleinstreu verbundenen Umweltbelastungen, sofern sie nicht als Dünger auf landwirtschaftlichen

Nutzflächen ausgebracht werden können, dagegen als Sondermüll teuer entsorgt werden, obwohl sich die strukturelle Zusammensetzung dieser mit Kot durchsetzten, organischen Biomasse grundsätzlich auch als Abdeckmaterial für Böden eignen würde. Dies ist vor allem interessant, da nur ein Teil der anfallenden Mengen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen als Dünger verteilt werden kann.

Die CN 105948229 A befasst sich mit dem technischen Bereich der Abwasserbehandlung und hier insbesondere eine besseren Verwertung von ländlichen Abfällen, beispielsweise Gülle und Erntestroh. Diesen Abfällen sollen als Maßnahme gegen Geruchsbildung unter anderem effektive Mikroorganismen zugegeben werden. Gemäß einer Ausführung erfolgt die Zugabe der effektiven Mikroorganismen nachdem die Abfälle zu einer Miete aufgeschichtet wurden. Diese Miete soll anschließend mit einer 1 cm bis 2 cm dicken Schicht Diatomeenerde abgedeckt werden und bei Temperaturen zwischen 60 und 70 °C für 10 bis 20 Tage fermentieren, um ein Düngemittel zu erhalten. Aufgabe der Erfindung ist es ein kostengünstiges, stabiles und effektives

Verfahren bereitzustellen, um auch andernfalls umständlich zu entsorgende Biomasse, insbesondere mit Kot durchsetzte, organische Biomasse wie Stalleinstreu, zu einem hochwertigen Abdeckmaterial für Böden oder für eine Verwendung als Torfersatz aufbereiten zu können.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit dem Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 . Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den nachgeordneten Patentansprüchen angegeben. Das Verfahren zur Herstellung von Abdeckmaterial für Böden, insbesondere

Beete und landwirtschaftlich genutzte Flächen, sowie von Torfersatz, zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass mit Kot durchsetzte organische Biomasse, Diatomeenerde und Mikroorganismen miteinander vermischt werden, dass das Gemisch aus mit Kot durchsetzter organischer Biomasse, Diatomeenerde und Mikroorganismen nach dem Vermischen der Bestandteile zu einer Miete aufgeschichtet wird, und dass die mit Kot durchsetzte organische Biomasse in der Miete über einen vorbestimmten Zeitraum von 40 bis 90 Tagen aufbereitet wird, indem wenigstens ein Teil des Kotes und der organischen Biomasse von den Mikroorganismen zersetzt wird und geruchsbildende Bestandteile durch die Diatomeenerde gebunden werden.

Indem vor allem der Kot in der organischen Biomasse während der Aufbereitung durch die eingebrachten Mikroorganismen abgebaut und mineralisiert wird, gehen von der aufbereiteten, organischen Biomasse keine Umweltbelastungen, insbesondere Wassergefährdungen, aus. Die

Abbauprodukte des Kotes können vielmehr zu einer Düngung des Bodens beitragen. Durch die Kombination der düngenden Funktion mit einer wasserspeichernden Funktion, d.h. einem guten Wasserhaltevermögen, des Abdeckmaterials und der gleichzeitigen Bereitstellung von organischer Biomasse des Abdeckmaterials kann sich in einem mit dem Abdeckmaterial bedeckten Boden zudem auf einfache Weise Humus aufbauen.

Als Mikroorganismen eignen sich sowohl verschiedene Bakterien, insbesondere sogenannte effektive Mikroorganismen, als auch Pilze, die geeignet sind die organische Biomasse zu zersetzen. Pilze und Bakterien können für das Verfahren dann entweder in unterschiedlichen Mengenverhältnissen miteinander kombiniert werden oder auch einzeln eingesetzt werden. Gemäß einer ersten Ausgestaltung können die Mikroorganismen dementsprechend Bakterien sein. Gemäß einer zweiten Ausgestaltung können die Mikroorganismen Pilze sein. Gemäß einer dritten Ausgestaltung können sich die Mikroorganismen aus Pilzen und Bakterien zusammensetzen.

Diatomeenerde, auch Kieselgur genannt, ist ein fossiles Mineral, welches sich aus abgestorbenen Kieselalgen gebildet hat und beispielsweise als Poliermittel in Zahnpasten, als Filtrationsmittel oder bei der Bekämpfung von Haushaltsschädlingen eingesetzt wird, wobei unter anderem dessen

Kristallstruktur und wasserspeichernden Eigenschaften ausgenutzt werden. Diese Eigenschaften tragen auch zu einem guten Wasserhaltevermögen des erfindungsgemäß hergestellten Abdeckmaterials bei. Zudem werden durch die beigemischte Diatomeenerde von der organischen Biomasse möglicherweise ausgehende Geruchsbelastungen verhindert, so dass sich vielfältige

Verwendungen für das erfindungsgemäß hergestellte, geruchslose Abdeckmaterial, beispielsweise als Mulchmaterial oder auch als Torfersatz in Dünger, Substraten und Erden, ergeben. Besonders geeignet für die Herstellung des geruchslosen Abdeckmaterials ist

Stalleinstreu als mit Kot durchsetzte organische Biomasse, vor allem, wenn es sich um Stalleinstreu auf Basis von Holz, Hackschnitzeln, Holzspänen oder Holzmehl handelt. Die mit Kot durchsetzte organische Biomasse besteht daher gemäß einer Weiterbildung zu wenigstens 50 Volumenprozent aus Stalleinstreu aus der Tierhaltung, insbesondere zu wenigstens 65 Volumenprozent aus Stalleinstreu aus der Tierhaltung, insbesondere zu wenigstens 80 Volumenprozent aus Stalleinstreu aus der Tierhaltung. Das erfindungsgemäße Verfahren kann daher auch als ein Verfahren zur Aufbereitung von Stalleinstreu bezeichnet werden, bei dem die erfindungswesentlichen Verfahrensschritte durchgeführt werden, um ein Abdeckmaterial für Böden oder Torfersatz herzustellen. Neben entsprechendem Stalleinstreumaterial kann die organische Biomasse auch verschiedene Stroharten, Holzwolle, Strohpellets, Weichholzgranulat oder ähnliches umfassen. Auch ist die Beimischung von Feststoffen aus Gülle, Mist oder Gärresten aus Biogasanlagen möglich. Ein Hilfsstoff um den Abbauprozess während der Aufbereitung sowie die

Eigenschaften des Abdeckmaterials zu verbessern ist Pyrolysekohle, die dem Gemisch aus mit Kot durchsetzter organischer Biomasse und Diatomeenerde als weiterer Bestandteil beigemischt werden kann. Pyrolysekohle wird häufig auch als Pflanzenkohle bezeichnet und durch pyrolytische Verkohlung rein pflanzlicher Materialien hergestellt. Die Pyrolysekohle weißt eine hohe

Porosität mit einer spezifischen Oberfläche größer 150 m 2 /g auf. Dadurch vergrößert die Pyrolysekohle das Wasserhaltevermögen des Abdeckmaterials und führt zu einer effektiven Geruchsbindung von durch den Kot oder Abbau des Kotes bedingten Stoffen, unter anderem Ammoniakverbindungen.

Nach einer Weiterbildung kann dem Gemisch als ein weiterer Bestandteil Zeolith beigemischt werden. Das Zeolith führt ebenso zu einer verbesserten Geruchsbindung und wird bevorzugt in Kombination mit der Pyrolysekohle verwendet und beigemischt. Bevorzugt handelt es sich bei dem Zeolith um ein Hydrat-Aluminosilikat der Alkalien und Erdalkali mit einem Anteil von 84 %

Klinoptilolith. Pyrolysekohle und Zeolith beschleunigen in der Miete vor allem zu Beginn der Aufbereitung den Abbau der mit Kot durchsetzten organischen Biomasse und helfen den biologischen Abbauprozess schneller in Gang zu setzen.

Durch Beimischung von Steinmehl als weiteren Bestandteil des Gemisches kann eine Stabilisierung des pH-Werts erfolgen. Besonders geeignetes

Steinmehl ist sogenanntes „Urgesteinsmehl", insbesondere Diabas Felsgestein in gemahlener Form. Durch die Zugabe des Steinmehls ist zudem auch das Wasserhaltevermögen des Abdeckmaterials verbessert. Alternativ kann als Steinmehl auch Bentonit zugegeben werden.

Gemäß einer anderen Weiterbildung kann dem Gemisch auch Keramikpulver beigemischt werden. Dieses weist in einer bevorzugten Zusammensetzung 80 % Siliziumoxid und 20 % Aluminiumoxid auf und dient der Stabilisierung der Mikroorganismen während der Aufbereitung der Biomasse.

Während der Aufbereitung erwärmt sich das Gemisch in der Miete, wobei für mehr als einem Tag, insbesondere wenigstens 4 Tage, eine Temperatur von wenigstens 60 °C erreicht wird. Diese Temperatur von wenigstens 60 °C ermöglicht eine Hygienisierung des Gemisches, so dass Keime und Erreger in der Miete abgetötet werden.

Für die Dauer der Aufbereitung kann die Miete abgedeckt werden, insbesondere luftdicht abgedeckt werden. Damit ist einerseits erreichbar, dass die Aufbereitung frei von Verschmutzungen erfolgen kann und ein hochwertiges Produkt erzeugt wird. Andererseits ermöglicht eine Abdeckung der Miete mit einer Plane, insbesondere einer dunklen Kunststoffplane, beispielsweise einer schwarzen Folie, dass die hohe Temperatur von wenigstens 60 °C in der Miete bis in einen an die Abdeckung angrenzenden Bereich erreicht wird. Die Plane hält dabei die hohen Temperaturen während der Aufbereitung innerhalb der Miete und nimmt durch Sonneneinstrahlung auch weitere Wärmeenergie auf. Der Zeitraum, über den die Aufbereitung der mit Kot durchsetzten organischen Biomasse mittels der Mikroorganismen in der Miete erfolgt, beträgt in weiterer Ausgestaltung vorteilhafterweise zwischen 50 Tagen und 75 Tagen, insbesondere zwischen 55 Tagen und 65 Tagen, insbesondere ca. 60 Tage. Dieser Zeitraum ist ausreichend, um vor allem den Kot abzubauen und in seine mineralischen Bestandteile zu zersetzen. Der dabei während der Aufbereitung in der Miete vorherrschende biologische Abbauprozess ist bevorzugt eine Fermentation des zu der Miete aufgeschichteten Gemisches. Dass die mit Kot durchsetzte organische Biomasse im Innern der Miete fermentiert wird, kann insbesondere auch durch die luftdichte Abdeckung der

Miete während der Aufbereitung sichergestellt werden.

Nach der Aufbereitung, die den Abbau des in der organischen Biomasse enthaltenen Kotes durch Zersetzen dieses in seine mineralischen Bestandteile umfasst, kann die Miete nochmals durchmischt und neu aufgeschichtet werden, wobei sich eine Kompostierung des Gemisches in der neu aufgeschichteten Miete an die erste Aufbereitung anschließt. Durch die zusätzliche Kompostierung wird unter anderem eine Auflockerung des Gemisches erreicht. Die Herstellung des geruchslosen Abdeckmaterials kann sich dementsprechend aus einer zuerst durchgeführten Fermentierung und einer sich nach Beenden der Fermentation an diese anschließende Kompostierung zusammensetzen. Eine Abdeckung der Miete erfolgt vorteilhafterweise sowohl während der Fermentierung als auch während der Kompostierung des Gemisches. Die anschließende Kompostierung erfolgt in weiterer Ausgestaltung über einen Zeitraum von 60 Tagen bis 90 Tagen, insbesondere 70 Tagen bis 80 Tagen. Für die Herstellung des geruchslosen Abdeckmaterials ist dann insgesamt ein Zeitraum von 4 Monaten bis 6 Monaten vorzusehen. In einer bevorzugten Zusammenstellung weist das Gemisch für 1 m 3 mit Kot durchsetzter organischer Biomasse eine Zusammensetzung auf, die 25 Liter bis 75 Liter Diatomeenerde, insbesondere 50 Liter Diatomeenerde, 10 Liter bis 30 Liter wässrige Lösung mit aktivierten Mikroorganismen, insbesondere 20 Liter wässrige Lösung mit aktivierten Mikroorganismen, 5 Liter bis 20 Liter, insbesondere 10 Liter Pyrolysekohle, 50 Liter bis 150 Liter Steinmehl, insbesondere 100 Liter Steinmehl, 5 Liter bis 20 Liter Zeolith, insbesondere 10 Liter Zeolith, und 0,05 Liter bis 0,15 Liter Keramikpulver, insbesondere 0,1

Liter Keramikpulver beinhaltet.

Die wässrige Lösung mit aktivierten Mikroorganismen kann dabei etwa zu gleichen Teilen aus effektiven Mikroorganismen, welche beispielsweise unter der Bezeichnung EM1 vertrieben werden, und einem Fermentationsaktivator, bevorzugt Zuckerrohrmelasse, gebildet werden, wobei die wässrige Lösung weiterhin etwa 80 bis 95 Volumenprozent Wasser enthält. Zur Herstellung der wässrigen Lösung mit aktivierten Mikroorganismen wird die Zuckerrohrmelasse in heißem Wasser aufgelöst und die in dem heißen Wasser aufgelöste Zuckerrohrmelasse durch Beimischen von kühlem Wasser auf eine Temperatur von 30 °C bis 40 °C eingestellt. Anschließend werden die effektiven Mikroorganismen hinzugegeben und der fertige Ansatz der wässrigen Lösung mit aktivierten Mikroorganismen wird für 5 Tage bis 10 Tage, insbesondere 6 Tage bis 8 Tage, insbesondere ca. 7 Tage, vorfermentiert, bevor dieser mit der Diatomeenerde und der mit Kot durchsetzten organischen Biomasse vermengt und zu der Miete aufgeschichtet wird. Insbesondere werden die Bestandteile des Gemisches dreimal gemischt bevor diese aufgeschichtet werden. In die wässrige Lösung mit aktivierten Mikroorganismen kann gegebenenfalls auch das Keramikpulver eingerührt werden, bevor eine Vermischung mit den restlichen Bestandteilen des Gemisches der Miete erfolgt. Die Mikroorganismen setzen sich dann an dem Keramikpulver fest, so dass sich eine besonders günstige Verteilung von Mikroorganismen und Keramikpulver zueinander in der Miete ergibt. Eine andere Möglichkeit das Keramikpulver in der Miete zu verteilen ist, dieses vor dem Vermischen der Bestandteile fein über der mit Kot durchsetzten organischen Biomasse zu zerstäuben. Gemäß einer ersten alternativen Zusammenstellung des Gemisches für 1 m 3 mit Kot durchsetzter organischer Biomasse sind das Steinmehl und das Zeolith durch 0,5 kg bis 1 ,5 kg Mykorrhiza Granulat, insbesondere 1 kg Mykorrhiza Granulat ersetzt. Die Mengenzusammensetzung einzelner Bestandteile kann dabei auch von den in den Zusammenstellungen angeführten Mengen abweichen, um das Material an verschiedene Verwendungen, beispielsweise in Abhängigkeit von einem jeweiligen Bodengefüge, auf dem das Abdeckmaterial ausgebracht werden soll, anzupassen. Auch können durch das Mykorrhiza Granulat die Mikroorganismen ersetzt oder ergänzt werden.

Eine zweite alternative Zusammenstellung des Gemisches für 1 m 3 mit Kot durchsetzter organischer Biomasse umfasst 25 Liter bis 75 Liter Diatomeenerde, insbesondere 50 Liter Diatomeenerde, 5 Liter bis 20 Liter, insbesondere 10 Liter Pyrolysekohle, 50 Liter bis 150 Liter Bentonit, insbesondere 100 Liter Bentonit, 0,5 kg bis 1 ,5 kg Mykorrhiza Granulat, insbesondere 1 kg Mykorrhiza Granulat, und 0,05 Liter bis 0,15 Liter Keramikpulver, insbesondere 0,1 Liter Keramikpulver. Die zweite alternative Zusammenstellung unterscheidet sich damit neben dem Beimischen des Mykorrhiza Granulats durch die Zugabe von Bentonit als Steinmehl. In dieser

Zusammenstellung sind die Mikroorganismen durch das Mykorrhiza Granulat ersetzt, das insbesondere als einziger Bestandteil zugegeben ist, der Mikroorganismen enthält. Neben der Herstellung von Abdeckmaterial für Böden sowie von Torfersatz betrifft das Verfahren grundsätzlich die Aufbereitung von Stalleinstreu, das ansonsten teuer entsorgt werden müsste, wobei für die Aufbereitung von Stalleinstreu die erfindungsgemäßen Schritte gemäß Anspruch 1 durchgeführt werden. Bei Verwendung als Torfersatz können in diesen oder kann dieser in Erden oder Substrate oder Erden und Substrate eingemischt werden. Alle in der vorstehenden Beschreibung und in den Ansprüchen genannten Merkmale sind in einer beliebigen Auswahl mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs kombinierbar. Die Offenbarung der Erfindung ist somit nicht auf die beschriebenen bzw. beanspruchten Merkmalskombinationen beschränkt, vielmehr sind alle im Rahmen der Erfindung sinnvollen Merkmalskombinationen als offenbart zu betrachten.