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Title:
PROCESS FOR PRODUCING A FERMENTED NATURAL PRODUCT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/131238
Kind Code:
A1
Abstract:
What is described is a process for producing a fermented natural product, wherein several ferment extracts are produced from raw materials of the natural product and admixed with a propagate from microorganisms. Also described is a plant for performing the process.

Inventors:
NIEDERMAIER-MAY, Cordula (Taufkirchner Straße 59, Hohenbrunn, 85662, DE)
Application Number:
EP2010/055267
Publication Date:
October 27, 2011
Filing Date:
April 21, 2010
Export Citation:
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Assignee:
NIEDERMAIER-MAY, Cordula (Taufkirchner Straße 59, Hohenbrunn, 85662, DE)
International Classes:
A23L1/20; A23L1/218; A23L1/23; A23L1/36; A23L2/38
Attorney, Agent or Firm:
DRAUDT, Jutta (Dennemeyer & Associates, Bavariastr. 7, München, 80336, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung eines fermentierten

Naturprodukts, mit den Schritten:

a) Fermentieren von Rohmaterialien für das Naturprodukt in Gegenwart von Mikroorganismen in einem Fermenter zur Herstellung eines ersten Fermentauszugs;

b) Entnehmen mindestens eines Teils des ersten

Fermentauszugs und Überführen dieses Teils in mindestens einen weiteren Fermenter;

c) Fermentieren dieses Teils des Fermentauszugs in Gegenwart von Mikroorganismen zur Bildung von mindestens einem Teilfermentauszug;

d) Vermischen dieses mindestens einen

Teilfermentauszugs mit dem ersten Fermentauszug und e) Zugeben eines Propagats aus Mikroorganismen in die vereinten Fermentauszüge. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Schritten a) und c) die Mikroorganismen in einer Menge von 106 bis 1012 Zellen/ml, bevorzugt 108 bis 1010 Zellen/ml, hinzugefügt werden. 3. Verfahren nach mindestens einem der vorangegangenen

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Propagat aus Mikroorganismen in einer Menge in die vereinten

Fermentauszüge hinzugefügt wird, die etwa zur

Verdopplung der Mikroorganismenzahl führt.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Produkt in geeignete Behälter abgefüllt wird.

5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass alle Teilfermentauszüge aus dem ersten Fermentauszug stammen und die

Teilferment ierungen mit dem ersten Fermentauszug vereint werden .

6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste

Teilfermentauszug aus dem ersten Fermentauszug stammt und weitere Teilfermentierungen in nebeneinander

geschalteten Fermentern erfolgen und die einzelnen

Teilfermentierungen mit dem ersten Fermentauszug vereint werden .

7. Verfahren nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Propagat aus Mikroorganismen in einem Propagator angezüchtet wird. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass den Mikroorganismen im Propagator die

Rohmaterialien für das Naturprodukt als Substrat

hinzugefügt wird. 9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass den Mikroorganismen im Propagator eine Nährlösung als Substrat hinzugefügt wird.

10. Verfahren nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als

Rohmaterialien für das Naturprodukt Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Pilze, Nüsse, Getreide, Reis, Kräuter, Wurzeln, Blätter, Blüten, einzeln oder in Kombination, verwendet werden.

11. Verfahren nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den

Fermentierungsschritten a) und c) sowie bei der

Propagat zugäbe die gleichen oder unterschiedliche

Mikroorganismen verwendet werden.

12. Verfahren nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als

Mikroorganismen Bakterien verwendet werden, die aus der Gattung Lactobacillus gewählt sind.

13. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Lactobacillen im Gemisch mit anderen Bakterien verwendet werden.

14. Verfahren nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vereinten Fermentauszüge mit dem Propagat bei einer Temperatur im Bereich von 65°C bis 75°C, vorzugsweise 68°C bis 72°C hitzebehandelt werden.

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die vereinten Fermentauszüge für einen kurzen Zeitraum von 60 bis 360 Sekunden, vorzugsweise 120 bis 300 Sekunden hitzebehandelt werden.

16. Anlage (1) insbesondere zur Herstellung

fermentierten Naturprodukts, die

- mindestens zwei Fermenter (3; 4) und

- einen Propagator (7)

aufweist .

17. Anlage (1) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Fermenter aus einem

Haupt fermenter (3) und mindestens einem Nebenfermenter (4) bestehen.

18. Anlage (1) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehr als einem Nebenfermenter die

Nebenfermenter (4; 4"; 4 ; 4 ) in Reihe geschaltet sind.

19. Anlage (1) nach mindestens einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Propagator (7) Zuleitungen verbunden sind, die Substrat und

Mikroorganismenkulturen in den Propagator leiten.

20. Anlage (1) nach mindestens einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass sie weiterhin einen Erhitzer aufweist, in dem die vereinten Fermentauszüge mit den Mikroorganismen aus dem Propagator (7) auf eine Temperatur von 65°C bis 75°C, vorzugsweise 68°C bis 72°C, erhitzt werden.

Description:
VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES FERMENTIERTEN

NATURPRODUKTS

Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines fermentierten Naturprodukts,

insbesondere die Herstellung eines hoch wirksamen

fermentierten Naturprodukts, das lange haltbar ist. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens.

Hintergrund der Erfindung

Als Naturprodukte werden Produkte bezeichnet, die Produkte aus der Natur darstellen, beispielsweise die Milch von Tieren. Naturprodukte sind allerdings auch solche

Produkte, die aus natürlich vorkommenden Rohmaterialien, wie beispielsweise Früchten und Gemüse, hergestellt werden .

In den letzten Jahren geht der Trend vermehrt zu einer besonders gesunden, ausgewogenen Ernährung. Dabei spielt der Konsum von natürlichen Produkten eine immer größer werdende Rolle.

Es ist bekannt, solche Naturprodukte herzustellen, indem man ein natürlich vorkommendes Rohmaterial oder ein

Gemisch aus verschiedenen Rohmaterialien in Gegenwart von Mikroorganismen fermentiert. Ein solcher Fermentauszug wird dann gereinigt, beispielsweise durch Zentrifugation und/oder Filtration, um die unlöslichen Bestandteile zu entfernen. Gegebenenfalls wird der Fermentauszug

pasteurisiert, um die Mikroorganismen zu inaktivieren.

Ein derartiges Verfahren ist aus der EP 1 153 549 Bl bekannt. Bei diesem Verfahren wird ein Gemisch aus

Früchten, Gemüsen und Hülsenfrüchten als Rohmaterialien in Gegenwart von Mikroorganismen zur Herstellung eines

Fermentauszugs fermentiert, wonach ein Teil des

Fermentauszugs mindestens einer weiteren Fermentation unterzogen wird und dieser Teil mit dem verbleibendenden Teil des ersten Fermentauszugs vermischt wird. Nach dem Vermischen wird das Produkt auf etwa 80°C erhitzt und in geeignete Behälter abgefüllt, die dann in üblicher Weise luftdicht verschlossen werden.

Es hat sich herausgestellt, dass das nach der EP 1 153 549 Bl hergestellte Naturprodukt ein hohes antioxidatives Potenzial in Form von Polyphenolen aufweist und daher vor freien Sauerstoffradikalen im Körper schützt. Des Weiteren ist festgestellt worden, dass das Produkt die Immunabwehr im Körper durch Enzymaktivierung stärkt. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das nach der EP 1 153 549B1 hergestellte Naturprodukt hinsichtlich der Immunstimulation eine Sättigungs- bzw. Abklingkinetik eintritt. Dieser Aktivitätsverlust im höheren

Konzentrationsbereich kann dadurch kompensiert werden, indem lebende probiotische Mikroorganismen dem

Naturprodukt hinzugefügt werden. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass die probiotischen Mikroorganismen innerhalb kürzester Zeit, das heißt innerhalb weniger Stunden, inaktiviert werden, was auf das saure Milieu des Naturprodukts zurückzuführen ist.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein

Verfahren zur Herstellung eines fermentierten

Naturprodukts zur Verfügung zu stellen, das auch bei hohen Konzentrationen über einen langen Zeitraum hoch wirksam ist und ohne Weiteres über einen langen Zeitraum gelagert werden kann, ohne dass die enzymregelnde Aktivität des Naturprodukts abgeschwächt wird.

Es ist weiterhin Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anlage zur Verfügung zu stellen, mit der das erfindungsgemäße Verfahren effizient und wirtschaftlich durchgeführt werden kann.

Beschreibung der Erfindung Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist mit einem

Verfahren zur Herstellung eines fermentierten Produkts gemäß Anspruch 1 gelöst worden.

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur

Herstellung eines fermentierten Naturprodukts, das die Schritte aufweist:

a) Fermentieren von Rohmaterialien für das Naturprodukt in Gegenwart von Mikroorganismen in einem Fermenter zur Herstellung eines ersten Fermentauszugs;

b) Entnehmen mindestens eines Teils des ersten

Fermentauszugs und Überführen dieses Teils in

mindestens einen weiteren Fermenter; Fermentieren dieses Teils des Fermentauszugs in

Gegenwart von Mikroorganismen zur Bildung von

mindestens einem Teilfermentauszug;

Vermischen dieses mindestens einen Teilfermentauszugs mit dem ersten Fermentauszug und

Zugeben eines Propagats aus Mikroorganismen in die vereinten Fermentauszüge.

Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls eine Anlage insbesondere zur Herstellung eines fermentierten

Naturprodukts gemäß Anspruch 16.

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anlage insbe- sondere zur Herstellung eines fermentierten Naturprodukts, die mindestens zwei Fermenter und einen Propagator

aufweist .

Die ünteransprüche betreffen bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Anlage .

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es gelungen, ein konzentriertes, fermentiertes Naturprodukt zur Verfügung zu stellen, das die Enzyme der Immunabwehr des Körpers signifikant aktiviert. Diese Eigenschaft bleibt auch nach der Haltbarmachung durch eine Kurzzeit-Hitzebehandlung erhalten. Das abgefüllte fermentierte Naturprodukt lässt sich ohne Weiteres für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren lagern, ohne dass das Naturprodukt an Aktivität verliert. Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die vorliegende Erfindung wird mit Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen

Figur 1 ein Prozessschema, das eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß Variante A erläutert;

Figur 2 ein Prozessschema für eine Ausführungsform der Prozessvariante B des erfindungsgemäßen Verfahrens;

Figur 3 ein Diagramm, das die immunmodulierende

Aktivität eines Naturprodukts des Standes der Technik beschreibt und

Figur 4 ein Diagramm, das die immunmodulierende

Aktivität von erfindungsgemäß hergestellten Produkten beschreibt ;

Figur 5 ein Diagramm, das die immunmodulierende

Aktivität der erfindungsgemäß hergestellten Produkte mit einem Naturprodukt des Standes der Technik zeigt.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Das erfindungsgemäße Verfahren stellt ein fermentiertes Naturprodukt zur Verfügung, das aufgrund der Anreicherung mit Mikroorganismen in den vereinten Fermentauszügen seine immunmodulierenden Aktivitäten über einen langen Zeitraum erhält. Auch nach der Hit zeinaktivierung, d. h. im hitzeinaktiviertem Zustand, bewirken die hinzugefügten

Mikroorganismen mit den ebenfalls hitzeinaktivierten

Mikroorganismen aus den Fermentationen additive Effekte der Aktivierung. Diese Effekte wurden experimentell wie folgt nachgewiesen.

Zur Durchführung der Tests zur Erfassung von

immunmodulierenden Aktivitäten wurde das ACC/Vollblut- Testsystem angewendet. Mit diesem Testsystem wird eine Entzündungsreaktion durch Aktivierung von neutrophilen Granulocyten im Vollblut simuliert. Der Test basiert darauf, dass in frischem Humanblut in

Gegenwart von Immunaktivatoren die Bildung von aktivierten neutrophilen Granulocyten nachgewiesen werden kann. Die im Blut befindlichen Granulocyten erkennen die Immunaktivatoren und werden in einen aktivierten Zustand überführt. Im Aktivierungszustand produzieren die neutrophilen

Granulocyten aktive Sauerstoffspezies , wobei Wasserstoffperoxid mit Chlorid durch das Enzym Myeloperoxidase (MPO) zur unterchloriger Säure (HOC1) umgesetzt wird. Die unterchlorige Säure wird dann mit 1-Aminocyclopropan-l- caboxylsäure (ACC) als Indikatormolekül zu Ethen und anderen Produkten umgesetzt. Das gebildete Ethen ist ein Maß für die ausgelöste Entzündungsreaktion und wird gaschromatisch nachgewiesen. Im biochemischen Modell wird das Vollblut mit den zu testenden Substanzen für 30 Minuten mit dem Indikatormolekül ACC in volumengeeichten, gasdicht verschlossenen Reaktionsgefäßen inkubiert. Anschließend wird das durch ACC freigesetzte Ethen gaschromatografisch quantifiziert.

Figur 3 zeigt ein Diagramm zur Aktivierung von neutrophilen Granulocyten im Vollblut. Gemessen wurde die immunmodulierende Aktivität von Regulat, einem nach der EP 1 153 549 Bl hergestellten Naturprodukt. Als Referenz wurde zusätzlich eine Probe mit Zymosan (ein Zellwandpräparat aus Hefe) , das ein experimenteller Aktivator der angeborenen Immunantwort (innate immunity) ist, getestet. Die Konzentration an hitzeaktivierten, toten Mikroor- ganismen liegt in einem Bereich von 0 bis 300 μ1/2 ml Vollblut. Dieses entspricht einer Menge von 5 xlO 10 bis 2,5 xlO 11 Zellen. Das Zymosan wurde als Zymosan 50 mit 200 g/2 ml Vollblut getestet. Wie aus Figur 3 zu entnehmen ist, erfolgt beim Regulat eine Aktivierung der Immunreaktion, die sprunghaft bis 100 μ1/2 ml Vollblut ansteigt, wonach dann bei höheren

Konzentrationen eine Sättigung bzw. ein Abklingen der Immunreaktion eintritt. Bei Zymosan tritt erwartungsgemäß eine sprunghafte Aktivierung der Immunantwort bereits bei geringsten Mengen ein. Die Ethenbindung wird in pmol/60 Minuten gemessen.

Das Diagramm von Figur 4 zeigt die immunstimmulierende Reaktivität von zwei erfindungsgemäß hergestellten

Produkten im Vollblutsystem. Die Punkt-gestrichelte Kurve zeigt ein erfindungsgemäß hergestelltes Produkt, bei dem nach der Fermentierung in die vereinten Fermentauszüge ein Propagat aus Lactobacillus casei hinzugefügt wurde. Die Dreieck-gestrichelte Kurve zeigt ein weiteres

erfindungsgemäß hergestelltes Produkt, bei dem ein

Propagat aus Lactobacillus rhamnosus nach der Fermentation hinzugefügt wurde. Es ist deutlich am Anstieg der

Ethenbildung zu erkennen, dass bei zunehmender

Konzentration additive Effekte der Immunaktivierung bewirkt werden. Die Sättigungs- bzw. Abklingkinetik, die in Figur 3 mit dem Produkt des Standes der Technik

festgestellt wurde, ist völlig beseitigt. Insbesondere bei 100 bis 200 μ1/2 ml Vollblut wird ein signifikanter Anstieg der Immunantwort festgestellt. Es ist also eine kontinuierliche Aktivitätssteigerung zu verzeichnen, die beide Mikroorganismen allein nicht zeigen. Figur 5 zeigt die Reaktivitäten im Vollblut system in direktem Vergleich. Wie deutlich zu erkennen ist,

erreichen die erfindungsgemäß hergestellten Naturprodukte über einen Konzentrat ionsbereich von 0 bis 200μ1/2ιη1 Aktivitätssteigerungen, während das Produkt des Standes der Technik nach 100pl/2ml in seiner immunmodulierenden

Aktivität stagniert und sogar abfällt. Es ist festgestellt worden, dass die Zugabe von Lactobacillus rhamnosus im Propagat die immunstimulierende Wirkung stärker

beeinflusst als Lactobacillus casei.

Nach der Zugabe des Propagats aus Mikroorganismen in die vereinten Fermentauszüge können die Mikroorganismen enthaltenden Fermentauszüge bei einer Temperatur im

Bereich von 65°C bis 75°C hitzebehandelt werden, um die darin enthaltenden Mikroorganismen zu inaktivieren. Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte

Naturprodukt enthält somit keine Mikroorganismen, die sich noch vermehren können. In einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Hitzebehandlung bei einer Temperatur im Bereich von 68 °C bis 72 °C durchgeführt. Diese Hitzebehandlung ist eine Kurzzeiterhitzung, die bevorzugt in einem Zeitraum von 60 bis 360 Sekunden, vorzugsweise 120 bis 300 Sekunden durchgeführt wird .

Nach der Zugabe des Propagats und ggf. nach der Kurzzeiterhitzung wird das Endprodukt in eine Füllvorrichtung geleitet, wo in geeignete Behältnisse, wie beispielsweise Flaschen, abgefüllt wird. Die Flaschen werden dann in üblicher Weise luftdicht verschlossen.

Die vereinten Fermentaus züge mit den darin enthaltenen Mikroorganismen weisen einen pH-Wert von 3,2 bis 4 auf.

In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden in den Schritten a) und c) die Mikroorganismen in einer Menge von 10 6 bis 10 lz Zellen/ml, bevorzugt 10 8 bis 10 10 Zellen/ml hinzugefügt.

Es hat sich als vorteilhaft für das erfindungsgemäße

Verfahren erwiesen, wenn das Propagat aus Mikroorganismen in der Stufe e) in einer Menge in die vereinten Ferment- auszüge hinzugefügt wird, die etwa zur Verdopplung der Mikroorganismenzahl führt.

Das Propagat aus Mikroorganismen wird in einem Propagator angezüchtet. In der Regel werden zunächst die Mikroor- ganismen mit einer Starterkultur in dem Propagator

kultiviert und auf eine Konzentration von 10 12 bis 10 16 cfu/ml, bevorzugt 10 13 bis 10 15 cfu/ml angezüchtet. Es werden bis zu Zweidrittel des Propagats in den Abfülltank 8 geleitet, wo sich die vereinten Fermentauszüge befinden.

Durch Zugabe von Substrat wird dem verbliebenen Propagat Nährstoff zugeführt, um eine erneute Anreicherung der Mikroorganismenkultur auf die Zielkonzentration zu

erreichen. Als Substrat können den Mikroorganismen im Propagator die Rohmaterialien für das Naturprodukt in zerkleinerter und geklärter Form zugeführt werden.

Alternativ kann den Mikroorganismen im Propagator eine Nährlösung als Substrat hinzugefügt werden. Für diesen Fall wird ein weiterer Behälter vorgesehen, in dem die Nährlösung vorhanden ist, die dann in den Propagator gesteuert geleitet wird. Dem Propagator wird ebenfalls Sauerstoff zugeführt, um aerobe Bedingungen im Propagator zu schaffen. Das kann beispielsweise durch Einleiten von Luft durch eine Belüftungsvorrichtung erfolgen.

Als Rohmaterialien werden erfindungsgemäß Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Pilze, Nüsse, Getreide, Reis, Kräuter, Wurzeln, Blätter, Blüten, einzeln oder in Kombination verwendet. Die Mischung an sich wird als nicht kritisch angesehen. Es ist praktisch jede Variation aus Früchten, Gemüsen, Hülsenfrüchten, Pilzen, Nüssen, Getreiden, Reis, Kräutern, Wurzeln, Blättern, Blüten, möglich. Eine

bevorzugte Mischung für das erfindungsgemäße Verfahren ist eine Mischung aus Früchten, Gemüsen, Hülsenfrüchten,

Nüssen und Kräutern.

Die Rohmaterialien können beispielsweise in einer Menge von 300 kg, bezogen auf einen 1000-Liter-Ansatz, verwendet werden. Vor der Fermentierung werden sie auf übliche Weise zerkleinert, beispielsweise durch Schneiden oder

Schreddern. Die eingesetzten Rohmaterialien stammen bevorzugt aus biologischem Anbau. Je nach Art des herzustellenden Naturprodukts werden in den Fermentierungsschritten a) und c) sowie bei der

Propagat-Zugabe die gleichen oder unterschiedliche

Mikroorganismen verwendet. In einer bevorzugten

Ausführungsform werden Mikroorganismen, die aus Bakterien, Pilzen, Hefen und/oder Mischungen daraus gewählt sind, verwendet. Besonders bevorzugt werden Bakterien verwendet. Es kann im Prinzip jedes Bakterium für die Fermentation bzw. Propagatzugäbe verwendet werden, solange es den

Lebensmittelvorschriften entspricht. In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Bakterien verwendet, die aus der Gattung Lactobacillus gewählt sind. Beispiele dafür sind Lactobacillus casei und Lactobacillus rhamnosus . In einer weiteren Ausführungsform können die Lactobacillen im Gemisch mit anderen Bakterien, d. h. solche Bakterien, die nicht Lactobacillen sind, verwendet werden. Es werden bevorzugt probiotische

Bakterien eingesetzt. In der Regel wird eine Nährlösung, z.B. eine Lacto- selösung, als Substrat für die Mikroorganismen vorgelegt.

Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst mindestens zwei Prozessvarianten A und B, die nachfolgend im Einzelnen beschrieben werden.

Die Prozessvariante A ist in Figur 1 näher erläutert.

Figur 1 zeigt ein Prozessschema für eine Ausführungsform der Variante A des erfindungsgemäßen Verfahrens. Bei dieser Prozessvariante stammen alle Teilfermentauszüge aus dem ersten Fermentauszug, die dann mit dem ersten

Fermentauszug vereint werden.

Die zerkleinerten Rohmaterialien, wie Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse, befinden sich in einem Behälter für Rohmaterialien 2, aus dem die Rohmaterialien in einen Haupt fermenter 3 geleitet werden. In den Hauptfermenter werden dann die für die Fermentation benötigten Mikroorganismenkulturen gegeben. Die Fermentation wird in der Regel bei einer Temperatur im Bereich von 20°C bis 35°C, bevorzugt 25°C bis 32°C, durchgeführt. Die Temperatur hängt davon ab, welcher Mikroorganismus oder welche Mikroorganismenmischung verwendet wird. In der Regel beträgt die Temperatur 28 °C, wobei normalerweise in einem Zeit- räum von 10 bis 20 Tagen fermentiert wird, was jeweils vom Ansatz und verwendeten Mikroorganismen abhängt.

Von diesem Ansatz wird dann mindestens ein Teil,

beispielsweise bis zu einem Drittel, entnommen und in mindestens einen weiteren Fermenter, den Nebenfermenter 4, überführt. In diesem Nebenfermenter wird wieder unter Zuführung von Mikroorganismen bei einer Temperatur von 20°C bis 35°C fermentiert. Auch hier hängt die Temperatur wieder davon ab, welcher Mikroorganismus verwendet wird. Normalerweise beträgt die Temperatur 28°C. Nach erfolgter Teilfermentation wird dieser Ansatz aus dem Nebenfermenter 4 wieder in den Hauptfermenter 3 überführt. Dieser Zyklus kann sich auch mehrmals wiederholen.

Die Variante A beruht somit auf dem Prinzip, dass alle Teilfermentauszüge aus dem ersten Fermentauszug stammen und die Teilfermentierungen mit dem ersten Fermentauszug vereint werden.

Nachdem alle Teilfermentierungen mit dem ersten Fermentauszug in einen Sammeltank 5 überführt worden sind, werden diese ggf. filtriert und in einem weiteren Sammeltank 5 ' aufgenommen. Es schließt sich in einer nachfolgenden

Filtriereinheit im Filter 6 " eine weitere Klärung durch Filtrierung an. Das geklärte Filtrat wird in einen

Abfülltank 8 überführt, in den aus einem Propagator 7 ein Propagat aus frischen Mikroorganismen gegeben wird. Nach dem Vermischen durch beispielsweise Rühren im Abfülltank 8 werden die Mikroorganismen enthaltenden Fermentauszüge in einer Füllvorrichtung 9 auf übliche Weise in Behälter 10, beispielsweise Flaschen, abgefüllt. Gegebenenfalls werden die Fermentationsauszüge mit den Mikroorganismen bei einer Temperatur von 65°C bis 75°C in einem Erhitzer (nicht gezeigt) behandelt, vorzugsweise in einem Zeitraum von 60 bis 360 Sekunden, vorzugsweise 120 bis 300 Sekunden. Die Kurzzeiterhitzung dient dazu, die Mikroorganismen im Endprodukt zu inaktivieren.

Die zweite Prozessvariante B ist in Figur 2 dargestellt. Bei dieser Prozessvariante stammt, wie bei Prozessvariante A, der erste Teilfermentauszug aus dem ersten

Fermentauszug, wobei weitere Teilfermentierungen in nebeneinander geschalteten Nebenfermentern erfolgen und die einzelnen Teilfermentierungen mit dem noch

verbliebenen ersten Fermentauszug vereint werden. Die zerkleinerten Rohmaterialien im Behälter 2 werden in den Haupt fermenter 3 überführt, in dem unter Zugabe von

Mikroorganismen ein erster Fermentauszug hergestellt wird. Hinsichtlich der Prozessparameter wird auf die

Ausführungen für Prozessvariante A verwiesen. Aus dem Haupt fermenter 3 wird dann ein Teil des ersten

Fermentauszugs, beispielsweise bis zu einem Drittel, entnommen und in einen ersten Nebenfermenter 4' überführt, wobei die Fermentierung in Gegenwart von Mikroorganismen zur Bildung von mindestens einem Teilfermentauszug

erfolgt. Nach der Fermentation wird dann aus dem

Nebenfermenter 4 wieder ein Teil entnommen und in den Nebenfermenter 4 überführt, wo in Gegenwart von weiteren Mikroorganismen wieder eine Teilfermentation stattfindet. Diese Teilfermentationen lassen sich in beliebig vielen weiteren Nebenfermentern, wie in einem Nebenfermenter 4 , wiederholen.

Die einzelnen Teilfermentationen aus den Teilfermentern 4 , 4 und 4 werden wieder in den Haupt fermenter 3 überführt. Aus diesem erfolgt dann eine Überführung der vereinten Fermentauszüge in einen Sammeltank 5, wonach dann filtriert wird und ein Propagat aus Mikroorganismen hinzugefügt wird, wie dies bei der Prozessvariante A oben beschrieben wurde. Für den weiteren Verfahrensverlauf wir ebenfalls auf die Beschreibung der Prozessvariante A verwiesen .

Bei dieser Prozessvariante sind die Nebenfermenter miteinander verbunden, also in Reihe geschaltet. Diese Variante B unterscheidet sich von der Variante A

dahingehend, dass auch größere Molekülstrukturen neben kleineren Molekülstrukturen erhalten bleiben. Es können bei beiden Varianten beliebig viele

Teilfermentationen durchgeführt werden. Es ist davon auszugehen, dass ein durch mehrere Teilfermentationen hergestelltes Naturprodukt eine besonders ungewöhnliche vielseitige Wirkungsbreite, insbesondere in der

Immunmodulierung, aufweist.

Es ist weiterhin vorteilhaft, den Mikroorganismen

enthaltenden vereinten Fermentauszügen vor der Abfüllung Additive hinzuzufügen. Alternativ können diese Additive auch vor dem Sammelbehälter 5 A hinzugefügt werden.

Zu diesen Additiven zählen beispielsweise sekundäre

Pflanzenstoffe, zum Beispiel Lutein, Vitamine, Mineralien Fettsäuren, Polysaccharide, Polyglucane und/oder Extrakte aus Pilzen. Die Zusammenstellung dieser Additive erfolgt individuell und richtet sich nach dem gewünschten

Wirkungsspektrum. Beispielsweise spielt bei der Auswahl der einzelnen Bestandteile der Konsumentenkreis eine Rolle. Während Frauen einen erhöhten Bedarf an Folsäure, Eisen, Magnesium, Zink und Biotin haben, bietet sich die Substitution von Vitamin K, B5, B9, B2 bei Männern an. Sportler haben einen erhöhten Bedarf an Natrium, Calcium, Magnesium, Zink, Vitamin D und C.

Das erfindungsgemäß hergestellte Produkt hat den Vorteil, dass es in niedriger Dosierung die Immunabwehr stärkt und ein besonders hohes antioxidatives Potenzial aufweist. Das Produkt ist für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren im luftdicht verschlossenen Zustand haltbar.

Das erfindungsgemäß hergestellte Naturprodukt ist ein Bioprodukt und kann zur inneren und äußeren Verabreichung verwendet werden. Für die innere Verabreichung wird es in der Regel oral als Lebens- bzw. Nahrungsmittel oder

Arzneimittel gegeben. Es kann in Form einer Flüssigkeit dargereicht werden. Es ist des Weiteren möglich, daraus ein Lyophilisat zu bilden, das bei Bedarf in Wasser oder einer anderen Flüssigkeit aufgelöst werden kann. Es ist ebenfalls vorteilhaft, das erfindungsgemäße Naturprodukt in Form von Tabletten, Pastillen, Granulaten, Ampullen, Tropfen oder Sprays zu verabreichen.

Das erfindungsgemäß hergestellte Naturprodukt kann

ebenfalls auch äußerlich auf der Haut angewendet werden.

Hier hat sich als günstig erwiesen, wenn das Naturprodukt, das beispielsweise in Form einer Flüssigkeit vorliegt, in Wickel oder Kompressen eingegeben wird und dann auf die betroffenen Hautstellen gelegt wird.

Man kann das erfindungsgemäß hergestellte Naturprodukt auch als Kosmetikprodukt verwenden, beispielsweise

eingearbeitet in Cremes, Salben und Schäumen, womit es direkt auf die Haut aufgebracht wird. Die kosmetischen Produkte haben feuchtigkeitsspendende Eigenschaften und wirken als Anti-ageing Mittel.

Die erfindungsgemäße Anlage ist für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet. Mit dieser Anlage können beide Prozessvarianten durchgeführt werden.

Die erfindungsgemäße Anlage 1 weist mindestens zwei

Fermenter 3; 4 und einen Propagator 7 zum Anzüchten von Mikroorganismen auf. Die einzelnen Vorrichtungen der erfindungsgemäßen Anlage lassen sich aus den

Prozessschemen der Figuren 1 und 2 entnehmen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anlage 1 bestehen die mindestens zwei Fermenter aus einem Hauptfermenter 3 und mindestens einem Nebenfermenter 4. In dem Hauptfermenter 3 wird der erste Fermentauszug

hergestellt. In mindestens einem Nebenfermenter 4 wird mindestens ein weiterer Teilfermentauszug hergestellt. Für die Prozessvariante B sind die Nebenfermenter 4; 4 ; 4 λ ; 4 Λ λ Λ in Reihe geschaltet und somit miteinander verbunden. Falls erforderlich, weist die Anlage ebenfalls nach dem Hauptfermenter und den Nebenfermentern Filter oder

Sedimentationsvorrichtungen auf, um die Fermentauszüge zu klären .

Die erfindungsgemäße Anlage weist vorzugsweise weiterhin einen Sammeltank 5 auf, in den die vereinten Fermentauszüge geleitet werden. Dem Sammeltank 5 ist ein Filter 6 nachgeschaltet, der die Fermentauszüge reinigt, bzw. von unlöslichen Bestandteilen befreit. Die geklärten

Fermentauszüge werden dann nochmals in einem Sammeltank 5* aufgefangen und dann wieder einer Filtervorrichtung β λ zur weiteren Klärung zugeleitet. Die erfindungsgemäße Anlage 1 weist einen Propagator 7 auf, in dem frische Mikroorganismenkulturen angezüchtet werden. Dieser Propagator 7 ist mit Zuleitungen verbunden, die Substrat und Mikroorganismenkultur in den Propagator leiten .

In einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anlage wird nach dem Behälter für Rohmaterialien 2 ein Teilstrom als Substrat für das Propagat im Propagator 7 abgezweigt.

Die erfindungsgemäße Anlage weist weiterhin vorzugsweise einen Abfülltank 8 mit einer Rührvorrichtung auf, mit der die aus dem Propagator abgelassenen frischen Mikro- Organismen und die geklärten vereinten Fermentauszüge homogen vermischt werden.

Die Anlage 1 kann einen Erhitzer (nicht gezeigt) aufweisen, in dem die Fermentauszüge mit den Mikroorganismen aus dem Propagator 7 auf eine Temperatur von 65° bis 75°C, vorzugsweise 68°C bis 72°C, erhitzt werden.

Eine Füllvorrichtung 9 dient dazu, das ggf. erhitzte

Naturprodukt in geeignete Behälter, beispielsweise

Flaschen 10 abzufüllen.

Die Flaschen werden dann sofort nach der Befüllung noch heiß luftdicht verschlossen.