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Title:
PROCESS FOR PRODUCING A MOULDING AND MOULDING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/001146
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention provides a process for producing a moulding (10), in particular a motor vehicle moulding, wherein a visible side of the moulding (10) has a cover part (12), which is provided with a plastics material (14) by in-mould lamination, and wherein a film (26) is arranged between the cover part (12) and the plastics material (14) provided by in-mould lamination, the process comprising the following steps: at least one recess (22) is made in the cover part (12), the film (26) is applied to the cover part (12), such that the film (26) covers the at least one recess (22) of the cover part (12), and the film (26) is provided with the plastics material (14) by in-mould lamination.

Inventors:
TRIER, Martin (Flurstraße 7, Michelau, 96247, DE)
Application Number:
EP2011/061121
Publication Date:
January 05, 2012
Filing Date:
July 01, 2011
Export Citation:
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Assignee:
KUNSTSTOFF-TECHNIK SCHERER & TRIER GMBH & CO KG (Siemensstraße 8, Michelau, 96247, DE)
TRIER, Martin (Flurstraße 7, Michelau, 96247, DE)
International Classes:
B29C45/14; B29C45/00; B29C45/16
Attorney, Agent or Firm:
FELLER, Frank et al. (Weickmann & Weickmann, Postfach 860 820, München, 81635, DE)
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Claims:
Ansprüche

1 . Verfahren zur Herstellung eines Formteils (10), insbesondere eines Kraftfahrzeug-Formteils, wobei das Formteil (10) auf einer Sichtseite (16) des Formteils ein Deckteil (12) aufweist, welches mit einem Kunst- stoffmaterial (14) hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil (12) und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial (14) eine Folie (26) angeordnet ist,

dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die Schritte um- fasst:

Herstellen mindestens einer Ausnehmung (22) in dem Deckteil (12),

Aufbringen der Folie (26) auf das Deckteil (12), so dass die Folie (26) die mindestens eine Ausnehmung (22) des Deckteils (12) überdeckt, und

Hinterspritzen der Folie (26) mit dem Kunststoffmaterial (14).

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des Hinterspritzen in einer Spritzgussform (52) erfolgt und dass die Folie (26) vor dem Erreichen der Spritzgussform (52) auf der Innenseite des Deckteils (12) durch Laminieren oder Kaschieren, insbesondere unter Temperaturerhöhung, aufgebracht wird.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckteil (12) mindestens eine Deckteilinsel (24) aufweist, welche durch die mindestens eine Ausnehmung (22) vom übrigen Bereich des Deckteils (12) getrennt ist, wobei die Deckteilinsel (24) mit der Folie (26) in Verbindung gebracht wird und während des Schritts des Hinterspritzens des Deckteils (12) von der Folie (26) in Position gehalten wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der hinterspritzte Kunststoff (14) und die Folie (24) lichtdurchlässig oder halblichtdurchlässig sind oder/und lumineszieren- de Eigenschaften aufweisen.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckteil (12) eine metallische Sichtfläche (16) aufweist, insbesondere aus einem Metallblech gebildet ist.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Ausnehmung (22) durch Ausstanzen hergestellt ist.

Verfahren, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, zur Herstellung eines Formteils (10), insbesondere eines Kraftfahrzeug- Formteils, wobei das Formteil (10) auf einer Sichtseite (16) des Formteils ein Deckteil (12) aufweist, welches mit einem Kunststoffmaterial (14) hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil (12) und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial (14) eine Folie (26) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die Schritte um- fasst:

Zuführen eines laufenden Deckteil-Bandmaterials (38);

Zuführen eines laufenden Folien-Bandmaterials;

Aufbringen, insbesondere Auflaminieren oder Aufkaschieren, des Folien-Bandmaterials auf einer Innenseite des Deckteil- Bandmaterials (38);

Hinterspritzen der beiden miteinander verbundenen

Bandmaterialien (38, 26) von der Folienseite her mit dem Kunststoffmaterial in einer Spritzgussform (52);

Transportieren eines aus den beiden miteinander verbundenen Bandmaterialien (38, 26) und dem hinterspritzten

Kunststoffmaterial (14) gebildeten Formteil-Bandmaterials von der Spritzgussform (52) zu einer Nachbearbeitungsstation (60); und

Trennen eines das Formteil (10) bildenden Abschnitts des Formteil-Bandmaterials von einem Randabschnitt des Formteil- Bandmaterials in der Nachbearbeitungsstation (60).

8. Formteil (10), insbesondere Kraftfahrzeug-Formteil, wobei das Formteil (10) auf einer Sichtseite (16) des Formteils (10) ein Deckteil (12) aufweist, welches mit einem Kunststoffmaterial (14) hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil (12) und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial (14) eine Folie (26) angeordnet ist,

dadurch gekennzeichnet, dass das Deckteil (12) mindestens eine Ausnehmung (22) aufweist, wobei die Folie (26) die mindestens eine Ausnehmung (22) überdeckt.

9. Formteil (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Oberfläche des Deckteils (12) im Bereich der mindestens einen Ausnehmung (22) im Wesentlichen kontinuierlich durch eine Oberfläche der mit Kunststoff hinterspritzten Folie (26) fortgesetzt wird.

10. Formteil (10) nach Anspruch 8 oder Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckteil (12) mindestens eine Deckteilinsel (24) aufweist, welche durch die mindestens eine Ausnehmung (22) vom übrigen Bereich des Deckteils (12) getrennt ist.

11. Formteil (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der hinterspritzte Kunststoff (14) und die Folie (26) lichtdurchlässig oder halblichtdurchlässig sind oder/und lumineszierende Eigenschaften aufweisen.

12. Formteil (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass das Deckteil (12) eine metallische Sichtfläche aufweist, insbesondere aus einem Metallblech gebildet ist.

13. Formteil (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Formteil (10) eine im Türschwellenbereich einer Fahrzeugtür zu montierende Einstiegsleiste ist.

14. Vorrichtung, umfassend ein Formteil (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 13 sowie eine Beleuchtungsanordnung (35), welche auf der dem Deckteil (12) abgewandten Seite der Folie (26) angeordnet ist, um Licht durch die Folie (26) und die mindestens eine Ausnehmung (22) hindurch aus dem Formteil (10) austreten zu lassen.

15. Herstellungsvorrichtung zur Herstellung eines Formteils, insbesondere Kraftfahrzeug-Formteils, wobei das Formteil (10) auf einer Sichtseite (16) des Formteils ein Deckteil (12) aufweist, welches mit einem Kunst- stoffmaterial (14) hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil (12) und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial (14) eine Folie (26) angeordnet ist,

insbesondere Verfahren zur Herstellung eines Formteils nach einem der Ansprüche 8 bis 14 oder/und zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

wobei die Herstellungsvorrichtung umfasst:

eine Trenneinrichtung zum Herstellen mindestens einer Ausnehmung (22) in dem Deckteil (12),

eine Laminiereinrichtung oder eine Kaschiereinrichtung zum Aufbringen der Folie (26) auf das Deckteil (12), so dass die Folie (26) die mindestens eine Ausnehmung (22) des Deckteils (12) überdeckt, und

eine Spritzgussform zum Hinterspritzen der Folie (26) mit dem Kunststoffmaterial (14).

Description:
Verfahren zur Herstellung eines Formteils und Formteil

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils, insbesondere eines Kraftfahrzeugformteils, wobei das Formteil auf einer Sichtseite des Formteils ein Deckteil aufweist, welches mit einem Kunststoffmaterial hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial eine Folie angeordnet ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Formteil, welches ein mit einem Kunststoffmaterial hinter- spritztes Deckteil umfasst.

Formteile der vorstehend genannten Art finden vielfältige Verwendung als Verkleidungselemente, Zierelemente, Abdeckungen oder dergleichen. Sie werden insbesondere bei Fahrzeugen eingesetzt, um Teile der Fahrzeugkarosserie oder des Innenraums des Fahrzeugs zu verkleiden oder zu verzieren. Eine den hinterspritzten Kunststoff aufweisende Seite des Formteils dient zumeist der Montage des Formteils an einer übergeordneten Struktur, beispielsweise einer Fahrzeugkarosserie, während die dem hinterspritzten Kunststoff abgewandte Seite des Deckteils als Sichtfläche ausgebildet ist, beispielsweise Zierelemente oder Schriftzüge trägt oder eine Hochglanzoberfläche aufweist.

Für viele Anwendungen wird eine metallische Sichtfläche bevorzugt, so dass als Deckteil ein Metallblech zum Einsatz kommt. Da sich der eingespritzte Kunststoff jedoch nicht ohne Weiteres in ausreichender Festigkeit mit dem Metall des Deckteils verbindet, ist es bekannt, die Innenseite des Deckteils mit einem Haftvermittler zu versehen, der eine stoffschlüssige Verbindung sowohl mit dem Metall des Deckteils als auch mit dem hinterspritzten Kunststoff eingehen kann. So schlägt die FR 2 244 618 ein gattungsgemäßes Verfahren vor, in welchem eine Folie zwischen dem Deckteil und dem einzu- spritzenden Kunststoff angeordnet wird, um eine feste Verbindung zwischen dem Kunststoff und dem Deckteil sicherzustellen.

Alternativ ist es bekannt, eine Innenseite des Deckteils mit einem Haftlack zu versehen, welcher bei Überschreiten einer vorbestimmten Temperatur aktivierbar ist, um eine stoffschlüssige Verbindung zwischen einem thermoplastischen Spritzgusskunststoff und dem Metall des Deckteils herzustellen. Es sind dann jedoch relativ aufwendige Maßnahmen notwendig, um den Haftlack unmittelbar vor dem Einspritzen des Kunststoffs zu erhitzen. Beispielsweise ist es bekannt, eine Spritzgussform, in die das Deckteil zum Hinterspritzen eingelegt wird, zu erhitzen, um den Haftlack zu aktivieren. Die Erhitzung der Formhälfte und anschließend notwendige Abkühlung ist jedoch relativ energieaufwendig und führt zu deutlich verlängerten Zykluszeiten.

Abhängig vom Verwendungszweck ist es bekannt, in dem Deckteil mindestens einer Ausnehmung anzuordnen, beispielsweise zur Darstellung einer Verzierung, eines Schriftzeichens oder dergleichen. So sind Zierleisten für Kraftfahrzeuge bekannt, welche eine Mehrzahl von Durchgangsöffnungen zur Darstellung eines den Markennamen des Fahrzeugs repräsentierenden Schriftzuges aufweisen, so dass der im Bereich der Ausnehmungen freigelegte Kunststoff mit sichtbarem Kontrast gegenüber dem Deckteil abgesetzt ist. Wenn darüber hinaus eine Beleuchtungsanordnung hinter dem Spritzgusskunststoff angeordnet ist und der Kunststoff aus einem transparenten Material gebildet ist, so kann das Licht der Beleuchtungseinrichtung durch den Kunststoff hindurch und durch die Ausnehmungen im Deckteil aus dem Formteil austreten und der durch die Ausnehmungen dargestellte Schriftzug kann als beleuchteter Schriftzug gestaltet werden.

Das Hinterspritzen von Deckteilen, die Ausnehmungen aufweisen, führt in der Praxis zu dem Problem, dass beim Einspritzen des Kunststoffs in die Spritzgussform plastifizierter Kunststoff durch die Ausnehmungen hindurch tritt und in den Zwischenraum zwischen der Außenseite des Deckteils und der Innenseite der Spritzgussform eindringt. Dies führt zu einer unerwünsch- ten Verformung und Beeinträchtigung der Sichtfläche im Bereich des eingedrungenen Kunststoffs.

Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Formteils anzugeben, welche einfach und effektiv arbeiten und ein Formteil, insbesondere ein Formteil mit einem mindestens eine Ausnehmung aufweisenden Deckteil, herstellen, ohne dass Einbußen in der Oberflächenqualität des Formteils in Kauf genommen werden müssen. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung ein Formteil mit hoher mechanischer Stabilität und qualitativ hochwertiger Sichtfläche anzugeben, welches einfach und kostengünstig herstellbar ist.

Nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die Erfindungsaufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils, insbesondere eines Kraftfahrzeug-Formteils, wobei das Formteil auf einer Sichtseite des Formteils ein Deckteil aufweist, welches mit einem Kunststoffmaterial hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial eine Folie, insbesondere eine Kunststofffolie, angeordnet ist, wobei das Verfahren die Schritte umfasst: Herstellen mindestens einer Ausnehmung in dem Deckteil, Aufbringen der Folie auf das Deckteil, so dass die Folie die mindestens eine Ausnehmung des Deckteils überdeckt, sowie Hinterspritzten der Folie mit dem Kunststoffmaterial.

Nach einem wichtigen Merkmal der Erfindung des ersten Aspekts wird eine Ausnehmung im Deckteil von einer Folie überdeckt. Auf diese Weise kann beim Einspritzen des Kunststoffs die Folie sowohl im Bereich des Deckteils als auch im Bereich der mindestens einen Ausnehmung hinterspritzt werden und ein Hindurchtreten von plastifiziertem Kunststoff durch die mindestens eine Ausnehmung sowie ein Eindringen in den Zwischenraum zwischen der Außenseite des Deckteils und der Innenseite der Spritzgussform kann verhindert werden. Aber auch dann, wenn die Außenseite des Deckteils nicht von der Spritzgussform gehalten wird, sondern im Wesentlichen frei liegt, kann die die mindestens eine Ausnehmung überspannende Folie ein Austre- ten des Kunststoffs durch die Ausnehmung hindurch verhindern. Im Ergebnis kann das Verfahren zuverlässig und effektiv ablaufen und die Herstellung eines Formteils ohne Qualitätseinbußen im Bereich seiner Sichtfläche ermöglichen.

Die Verwendung der Folie erlaubt eine feste und sichere stoffschlüssige Verbindung zwischen dem Material des Deckteils und dem eingespritzten Kunststoff, so dass ein stabiles Formteil erhalten werden kann. Ferner kann die Folie ungeachtet der mindestens einen Ausnehmung über die Innenseite des Deckteils aufgebracht werden, d.h. die Folie kann trotz der aufgrund der Ausnehmung relativ komplizierten Form des Deckteils eine einfache Form aufweisen, insbesondere eine durchgehende Lage oder Bahn sein, und somit kostengünstig bereitgestellt werden. Auch das Aufbringen der Folie auf das Deckteil gestaltet sich einfach, da die Folie einfach über die mindestens eine Ausnehmung hinweg geführt werden kann. Insbesondere ist es nicht notwendig, die mindestens eine Ausnehmung des Deckteils auch in der Folie vorzusehen. Insgesamt läuft das erfindungsgemäße Verfahren somit effizient und kostengünstig ab.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Deckteil zum Hinterspritzen in einer Spritzgussform angeordnet, wobei eine dem Deckteil zugewandte Innenfläche der Spritzgussform die mindestens eine Ausnehmung überdeckt. Damit kann erreicht werden, dass beim Hinterspritzen des Deckteils der eingefüllte, plastifizierte Kunststoff im Bereich der mindestens einen Ausnehmung die Folie etwas nach außen in die mindestens eine Ausnehmung hinein drückt, wobei sich die Folie dann an die Innenfläche der Spritzgussform anlegt und die Kontur der Innenfläche der Spritzgussform annimmt. Somit erhält die Folie mit dem hinterspritzten Kunststoff eine definierte Form entsprechend der Innenfläche der Spritzgussform. Insbesondere kann mit dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ein Formteil hergestellt werden, dessen Oberflächen im Bereich des Deckteils und im Bereich der mindestens einen Ausnehmung im Wesentlichen zueinander kontinuierliche Konturen aufweisen. Mit anderen Worten, es wird eine Oberfläche des Deckteils in einem der mindestens einen Ausnehmung benachbarten Bereich im Wesentlichen kontinuierlich durch eine Oberfläche der mit Kunststoff hinterspritzten Folie innerhalb der Ausnehmung fortgesetzt, so dass sich eine im Wesentlichen ebene Gesamtoberfläche des Formteils ergibt.

Vorzugsweise wird die Folie auf der der Sichtseite abgewandten Innenseite des Deckteils durch Laminieren oder Kaschieren aufgebracht. Das Laminie- ren bzw. Kaschieren kann beispielsweise unter Verwendung einer Walze zum Andrücken der Folie an das Deckteil stattfinden. Ist eine aktive Fläche der Walze größer als eine Abmessung der mindestens einen Ausnehmung, so kann die mindestens eine Ausnehmung von der Walze einfach überrollt werden, so dass die Folie die Ausnehmung überdeckt. Um ein zwischen Folie und Deckteil angeordnetes Haftmittel zu aktivieren, können die Folie oder/und das Deckteil erhitzt werden. Alternativ kann ein ohne Aktivierung verwendbares Haftmittel zwischen Folie und Deckteil zum Einsatz kommen, so dass auf besondere Mittel zum Aktivieren des Haftmittels, insbesondere zur Erhitzung des Haftmittels, verzichtet werden kann.

Besonders bevorzugt erfolgt der Schritt des Hinterspritzens in einer Spritzgussform und die Folie wird vor dem Erreichen der Spritzgussform auf der Innenseite des Deckteils durch Laminieren oder Kaschieren aufgebracht. Erfolgt das Laminieren/Kaschieren der Folie auf dem Deckteil vor dem Erreichen der Spritzgussform, so kann der Schritt des Laminierens/Kaschierens in einer separaten Laminier/Kaschierstation erfolgen, insbesondere parallel zum Hinterspritzen eines anderen Formteils, so dass Zykluszeit eingespart werden kann. Ein besonderer Vorteil ergibt sich bei der Verwendung eines Temperatur-aktivierbaren Haftlacks zwischen Deckteil und Folie. Der Haftlack könnte dann in der separaten Laminier-/Kaschierstation mit spezialisierten und effizienten Werkzeugen erhitzt und damit aktiviert werden, beispielsweise über beheizbare Laminier-/Kaschierwalzen, so dass eine zeitaufwendige und energieintensive Erhitzung innerhalb der Spritzgussform entfallen kann. Beim Eintritt in die Spritzgussform sind dann Deckteil und Folie bereits fest miteinander verbunden.

Mit besonderem Vorteil kann das Verfahren der vorliegenden Erfindung ferner ein Formteil herstellen, dessen Deckteil mindestens eine Deckteilinsel aufweist, welche durch die mindestens eine Ausnehmung vom übrigen Bereich des Deckteils getrennt ist. Solche Deckteilinseln ergeben sich beispielsweise bei der Gestaltung von Ausnehmungen in der Form von Buchstaben, wie "A" oder "B", bei welchen die die Buchstaben abbildenden Ausnehmungen einen Abschnitt des Deckteils vollständig umlaufen, so dass Teile des Deckteils als Deckteilinseln verbleiben. In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens können solche Deckteilinseln besonders präzise und gleichzeitig einfach gehandhabt werden, indem die mindestens eine Deckteilinsel mit der Folie in Verbindung gebracht wird und während des Schritts des Hinterspritzens des Deckteils von der Folie in Position gehalten wird. Die Folie kann dann die zusätzliche Aufgabe übernehmen, die Deckteilinseln während des Hinterspritzens oder ggf. auch während des Transports des Deckteils zu einer Spritzgussstation, in korrekter Position festzuhalten. Spezielle Haltemittel zum Halten der Deckteilinseln können somit eingespart werden und eine Positionierung der Deckteilinseln kann zudem mit hoher Präzision erfolgen.

Neben ihrer Funktion als Haftvermittler und ggf. als Haltemittel für Deckteilinseln kann der Folie eine weitere Funktion zum Schutz des darunter angeordneten, hinterspritzten Kunststoffs zukommen. Wenn insbesondere die Oberfläche die Folie höhere mechanische Stabilität, insbesondere höhere Kratzfestigkeit aufweist, als die Oberfläche des hinterspritzten Kunststoffmaterials, so kann der Verschleiß des Formteils reduziert werden, ohne die Gestaltungsfreiheit im Hinblick auf die mindestens eine Ausnehmung einzuschränken. Alternativ oder zusätzlich kann die Folie besondere optische, physikalische, chemische, oder haptische Eigenschaften aufweisen und damit insbesondere Dekorfunktion übernehmen. ln einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können der hinterspritzte Kunststoff und die Folie lichtdurchlässig oder halblichtdurchlässig sein, so dass Licht einer Beleuchtungseinrichtung durch den hinterspritzten Kunststoff und die Folie zumindest teilweise hindurch treten kann, um durch die mindestens eine Ausnehmung auszutreten. Außerdem könnten der hinterspritzte Kunststoff oder/und die Folie lumineszierende Eigenschaften aufweisen, d.h. selbst eine Lichtquelle bilden, von der aufgrund von Elektrolumi- neszenz, oder Fluoreszenz oder Phosphoreszenz Licht ausgeht und durch die Folie hindurch aus der mindestens einen Ausnehmung austritt. Mit den vorstehend genannten Varianten der Erfindung kann ein Formteil mit beleuchteten Ausnehmungen, z.B. einem beleuchteten Schriftzug, hergestellt werden.

Wie bereits erwähnt, kann die mindestens eine Ausnehmung in dem erfindungsgemäßen Verfahren durch Ausstanzen hergestellt sein, wodurch Kostenvorteile insbesondere bei der Herstellung größerer Stückzahlen zu erreichen sind. Alternativ oder zusätzlich könnten Ausnehmungen durch Bohren oder/und Schneiden oder/und Sägen hergestellt werden. Besonders präzie- se kann die Herstellung der mindestens einen Ausnehmung durch Laserschnitt erfolgen, es sind prinzipiell jedoch alle dem Fachmann bekannten Trenn verfahren geeignet. Da die Folie erst nach dem Schritt der Herstellung der mindestens einen Ausnehmung an dem Deckteil angebracht wird, kann die Herstellung der Ausnehmung mit einfachen, insbesondere herkömmlichen Mitteln ohne besondere Vorkehrungen zur Vermeidung einer Beschädigung der Folie erfolgen, so dass das verwendete Werkzeug zur Herstellung der Ausnehmung das Material des Deckteils zuverlässig vollständig durchtrennen kann.

Nach einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Erfindungsaufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils, insbesondere eines Kraftfahrzeug-Formteils, wobei das Formteil auf einer Sichtseite des Formteils ein Deckteil aufweist, welches mit einem Kunststoffmaterial hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial eine Folie angeordnet ist, wobei das Verfahren die Schritte umfasst:

Zuführen eines laufenden Deckteil-Bandmaterials;

Zuführen eines laufenden Folien-Bandmaterials, insbesondere eines Kunststofffolien-Bandmaterials;

Aufbringen, insbesondere Auflaminieren oder Auf kaschieren, des Folien-Bandmaterials auf einer Innenseite des Deckteil- Bandmaterials;

Hinterspritzen der beiden miteinander verbundenen Bandmaterialien von der Folienseite her mit dem

Kunststoffmaterial in einer Spritzgussform;

Transportieren eines aus den beiden miteinander verbundenen Bandmaterialien und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial gebildeten Formteil-Bandmaterials von der Spritzgussform zu einer Nachbearbeitungsstation; und

Trennen eines das Formteil bildenden Abschnitts des Formteil- Bandmaterials von einem Randabschnitt des Formteil-Bandmaterials in der Nachbearbeitungsstation.

Gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung werden sowohl die Deckteile mehrerer nacheinander hergestellter Formteile als auch die Folie jeweils als kontinuierliche Bandmaterialien zugeführt, so dass auch große Stückzahlen in einem kontinuierlichen oder quasi-kontinuierlichen Fertigungsbetrieb hergestellt werden können. Das Trennen der einzelnen Formteile von dem Bandmaterial erfolgt erst in einem relativ späten Stadium des Verfahrens, insbesondere nach Durchlaufen der Spritzgussform. Da der Transport eines zusammenhängenden Materials mit vergleichsweise einfachen Mitteln positionsgenau möglich ist, kann diese Maßnahme zur Einsparung von technischem Aufwand in der Fertigungsanlage beitragen. Insbesondere können Greifwerkzeuge zum Überführen einzelner Formteile zwischen den Bearbeitungsstationen eingespart werden; stattdessen läuft ein kontinuierliches Materialband durch zumindest eine Mehrzahl der Bearbeitungsstationen. Vorzugsweise kommen Verfahrensmerkmal des ersten und zweiten Aspekts in Kombination miteinander zum Einsatz, um die oben jeweils für die Merkmale angegebenen Vorteile und Effekte zu erzielen. So wird insbesondere für das Verfahren des zweiten Aspekts vorgeschlagen, dass es ferner einen Schritt des Herstellens mindestens einer Ausnehmung in dem Deckteil- Bandmaterial umfasst, wobei in dem Schritt des Aufbringens des Folien- Bandmaterials dieses so auf das Deckteil-Bandmaterial aufgebracht wird, dass das Folien-Bandmaterial die mindestens eine Ausnehmung überdeckt.

Gemäß einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die oben genannten Erfindungsaufgabe gelöst durch ein Formteil, insbesondere Kraftfahrzeug-Formteil, wobei das Formteil auf einer Sichtseite des Formteils ein Deckteil aufweist, welches mit einem Kunststoffmaterial hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial eine Folie, insbesondere eine Kunststofffolie, angeordnet ist, und wobei das Deckteil mindestens eine Ausnehmung aufweist, wobei die Folie die mindestens eine Ausnehmung überdeckt.

Ein solches Formteil kann aus den vorstehend in Verbindung mit dem Verfahren des ersten Aspekts der Erfindung erläuterten Gründen kostengünstig und mit hoher Qualität hergestellt werden, da die die mindestens eine Ausnehmung überdeckende Folie ein einfaches Hinterspritzen des Deckteils und gleichzeitig eine sichere und stabile Verbindung zwischen dem hinterspritzten Kunststoff und dem Deckteil erlaubt. Das Formteil des dritten Aspekts ist somit mechanisch stabil und kostengünstig herstellbar. Darüber hinaus kann durch Wahl eines entsprechenden Materials für die Folie eine Oberfläche des Formteils im Bereich der mindestens einen Ausnehmung an die entsprechenden Bedürfnisse des Anwendungsfalls angepasst werden und ist nicht von dem für das Hinterspritzen geeigneten Kunststoffmaterial abhängig. Insbesondere können die mechanischen Stabilität und die optische Oberflächenqualität der Folie unabhängig vom hinterspritzten Kunststoff gewählt werden. ln einer bevorzugten Ausführungsform des Formteils des dritten Aspekts wird eine Oberfläche des Deckteils im Bereich neben der mindestens einen Ausnehmung im Wesentlichen kontinuierlich durch eine Oberfläche der mit Kunststoff hinterspritzten Folie innerhalb der Ausnehmung fortgesetzt, so dass sich eine über die mindestens eine Ausnehmung hinweg im Wesentlichen glatte und stufenfreie Oberfläche des Formteils ergibt, wodurch die Qualität des Formteils weiter gesteigert wird.

Vorzugsweise weist das Deckteil eine metallische Sichtfläche auf und ist insbesondere aus einem Metallblech gebildet. Metallische Sichtflächen bieten ein besonders attraktives Erscheinungsbild, beispielsweise für Kraftfahrzeug- Formteile. Für Metallbleche als Deckteil kommen die erfindungsgemäßen Vorteile besonders zum Tragen, da die Verbindung zwischen Metall und thermoplastischem Kunststoff in besonderem Maße vom Einsatz eines Haftvermittlers beeinflusst wird. Erfindungsgemäße oder erfindungsgemäß hergestellte Formteile können mit besonders geringem Gewicht gefertigt werden, wenn beispielsweise als Deckteil ein relativ dünnes Metallblech, insbesondere ein Aluminiumblech, verwendet wird, wobei die notwendige mechanische Stabilität des Formteils durch den hinterspritzten Kunststoff sichergestellt ist. So sind etwa Gewichtseinsparungen gegenüber herkömmlichen Formteilen von bis zu ungefähr 50 Prozent zu erreichen.

Vorzugsweise wird das Formteil des dritten Aspekts der Erfindung durch ein Verfahren gemäß dem ersten oder/und zweiten Aspekt der Erfindung hergestellt, so dass die vorstehend in Zusammenhang mit den verschiedenen Varianten des Verfahrens des ersten bzw. zweiten Aspekts beschriebenen Vorteile und Effekte sich in Form reduzierter Herstellungskosten und eines verbesserten Erscheinungsbilds des Formteils des dritten Aspekts der Erfindung niederschlagen.

Ein bevorzugtes Anwendungsbeispiel eines Formteils der Erfindung ist eine Einstiegsleiste, welche in einem Türschwellenbereich einer Fahrzeugtür zu montieren ist. Für eine Einstiegsleiste eines Fahrzeugs gelten besondere Qualitätskriterien hinsichtlich der Sichtfläche, wobei gleichzeitig die Herstellungskosten im Fahrzeugbau eine entscheidende Rolle spielen und die erfindungsgemäß erzielbaren Kosteneinsparungen sich hier besonders auszahlen können. Gedacht wird insbesondere an Deckteile, deren Ausnehmungen Verzierungen oder Schriftzüge darstellen, insbesondere Schriftzüge mit Deckteilinseln. Gleichzeitig wird eine Einstiegsleiste über ihre Lebensdauer häufigen, hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt, so dass die stabile Verbindung zwischen dem hinterspritzten Kunststoff und dem Deckteil, insbesondere der Deckteilinseln, vermittels der erfindungsgemäß zwischengeschalteten Folie besonders vorteilhaft genutzt werden kann.

Nach einem vierten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung bereit, welche ein Formteil nach dem dritten Aspekt der Erfindung sowie eine Beleuchtungsanordnung umfasst, wobei die Beleuchtungsanordnung auf der dem Deckteil abgewandten Seite der Folie angeordnet ist, insbesondere in oder hinter dem eingespritzten Kunststoff, um Licht durch die Folie und die mindestens eine Ausnehmung hindurch aus dem Formteil austreten zu lassen. Mit einer solchen Vorrichtung kann das Formteil insbesondere als Zierelement zum Einsatz kommen, bei welchem die mindestens eine Ausnehmung, beispielsweise ein durch Ausnehmungen gebildeter Schriftzug, als leuchtende Kontur wahrnehmbar ist. Die Folie erlaubt eine sichere und feste Verbindung zwischen Deckteil und dem hinterspritzten Kunststoff und kann insbesondere ein Eindringen von Wasser durch die mindestens eine Ausnehmung und eine Beschädigung der Beleuchtungsanordnung verhindern.

Nach einem fünften Aspekt der Erfindung wird die Erfindungsaufgabe gelöst durch eine Herstellungsvorrichtung zur Herstellung eines Formteils, insbesondere Kraftfahrzeug-Formteils, wobei das Formteil auf einer Sichtseite des Formteils ein Deckteil aufweist, welches mit einem Kunststoffmaterial hinterspritzt ist, und wobei zwischen dem Deckteil und dem hinterspritzten Kunststoffmaterial eine Folie angeordnet ist, wobei die Herstellungsvorrichtung umfasst: eine Trenneinrichtung zum Herstellen mindestens einer Ausnehmung in dem Deckteil, eine Laminiereinrichtung oder eine Kaschiereinrich- tung zum Aufbringen der Folie auf das Deckteil, so dass die Folie die mindestens eine Ausnehmung des Deckteils überdeckt, und eine Spritzgussform zum Hinterspritzen der Folie mit dem Kunststoffmaterial. Mit einer Herstellungsvorrichtung des fünften Aspekts der Erfindung kann insbesondere ein Verfahren nach dem ersten oder/und dem zweiten Aspekt der Erfindung ausgeführt werden oder ein Formteil bzw. eine Vorrichtung nach dem dritten bzw. dem vierten Aspekt der Erfindung hergestellt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Figur 1 eine Draufsicht auf ein Formteil gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung;

Figur 2 eine Schnittansicht des in Figur 1 gezeigten Formteils gemäß einer Schnittlinie II-II in Figur 1 ;

Figur 3 eine Schnittansicht des in Figur 1 gezeigten Formteils gemäß einer Schnittlinie III-III in Figur 1 ;

Figur 4 eine schematische Gesamtdarstellung einer Fertigungsanlage zur Herstellung des in Figur 1 gezeigten Formteils gemäß einem Verfahren nach einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;

Figuren 5

bis 7 ein Formteil gemäß einem zweiten, einem dritten bzw. einem vierten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung, jeweils in einer Teilschnittansicht entsprechend Figur 2.

Ein allgemein mit 10 bezeichnetes Formteil nach einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Figuren 1 bis 3 dargestellt und umfasst ein Deck- teil 12 und ein Trägerteil 14. Das Deckteil 12 bildet an seiner Außenseite eine Sichtfläche 16 mit einer dementsprechend optisch hochwertigen Oberfläche. Dagegen dient das Trägerteil 14 vorzugsweise der Montage des Formteils 0 an einer übergeordneten Struktur und kann dazu beispielsweise Montageabschnitte, wie Montagelöcher oder Vorsprünge oder dergleichen aufweisen. Insbesondere wird an eine Montage des Formteils 10 mittels Clipkäfig, Pins oder auch Klebebändern gedacht.

Im Ausführungsbeispiel kann das Formteil 10 eine im Türschwellenbereich einer Fahrzeugtür eines Fahrzeugs zu montierende Einstiegsleiste sein. Für einen hochwertigen optischen Eindruck werden in diesem Bereich Zierelemente mit metallischer Oberfläche bevorzugt. Im Ausführungsbeispiel ist das Deckteil 12 ein Metallblech, z.B. ein Aluminiumblech.

Das Formteil 10 kann insgesamt eine längliche Gestalt aufweisen, wobei im Ausführungsbeispiel das Deckteil 12 konvex, schalenförmig gekrümmt ist und insbesondere auch Randabschnitte 18 des Deckteils 12 Randabschnitte 19 des Trägerteils 14 überdecken. Jede andere Form des Deckteils 12, einschließlich beispielsweise konkaver Teilabschnitte, ist jedoch ebenfalls denkbar. Ist das Formteil 10 mit einer der Sichtfläche 16 abgewandten Montagefläche 20 des Trägerteils 14 an einer übergeordneten Struktur, beispielsweise einem Abschnitt einer Fahrzeugkarosserie, befestigt, so ist im Wesentlichen nur die durch das Deckteil 12 gebildete Sichtfläche 16 zu sehen.

Das Deckteil 12 weist mindestens eine Ausnehmung 22 in seiner Sichtfläche 16 auf. In dem Beispiel der Figuren 1 bis 3 sind eine Mehrzahl von Ausnehmungen 22 entsprechend der Kontur der Buchstaben B, X und O als entsprechende Durchgangslöcher durch das Deckteil 12 vorgesehen. Selbstverständlich können durch entsprechende Ausnehmungen beliebige andere Schriftzüge, Zeichen, Muster oder Zierelemente dargestellt werden.

Wenn eine Ausnehmung 22 des Deckteils 12 einen Abschnitt des Deckteils 12 vollständig umläuft, wie dies beispielsweise bei den Buchstaben B und O im Ausführungsbeispiel der Fall ist, so umläuft die Ausnehmung 22 eine Deckteilinsel 24, d.h. einen Abschnitt des Deckteils 12, der keine Verbindung mit anderen Teilen des Deckteils 12 hat, insbesondere vom Hauptteil des Deckteils 12, in welchem die Ausnehmungen 22 eingebracht sind, getrennt ist. Wie in Figur 1 zu erkennen ist, bildet beispielsweise die Ausnehmung 22 zur Darstellung des Buchstaben B zwei Deckteilinseln 24 und die Ausnehmung 22 zur Darstellung des Buchstabens O umläuft eine zentrale Deckteilinsel 24, welche in Figur 3 im Schnitt dargestellt ist.

In Figuren 2 und 3 ist ferner zu erkennen, dass zwischen dem Deckteils 12 und dem Trägerteil 14 eine Folie 26 angeordnet ist. Die Folie 26 erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Grenzflächen zwischen Deckteil 12 und Trägerteil 14. Erfindungsgemäß erstreckt sich die Folie 26 aber auch über die Ausnehmungen 22 des Deckteils 12 hinweg. Das bedeutet, dass die Folie 26 im Bereich der Ausnehmungen 22 eine Sichtfläche 16' des Formteils 10 bildet.

Wie in Figuren 2 und 3 zu erkennen ist, verlaufen die Sichtfläche 16 des Deckteils 12 in einem der Ausnehmung 22 benachbarten Abschnitt und die Sichtfläche 16' der Folie 26 im Bereich der Ausnehmung 22 zueinander im Wesentlichen kontinuierlich. Insbesondere tritt in einem Übergangsabschnitt 28 zwischen einem die Ausnehmung 22 begrenzenden Randabschnitt 30 des Deckteils 12 und einem Randabschnitt 32 der in der Ausnehmung 22 angeordneten Folie 26 keine Stufe, Schulter oder ein Knick auf, sondern die Oberfläche des Formteils 12 setzt sich von der Sichtfläche 16 des Deckteils 12 im Wesentlichen gleichmäßig oder kontinuierlich in die Sichtfläche 6" der in der Ausnehmung 22 angeordneten Folie 26 fort. Um dies zu erreichen, ist die Folie 26 im Bereich der Ausnehmung 22 ein Stück weit (nämlich um den Betrag der Dicke des Deckteils 12) in die Ausnehmung 22 eingestülpt. Im Ausführungsbeispiel ist die Dicke der Folie 26 kleiner als die Dicke des Deckteils 12, so dass auch ein Vorsprung 34 des Trägerteils 14 in die Ausnehmung 22 hineinragt, wobei die Vorsprungshöhe des Vorsprungs 34 der Differenz zwischen der Dicke des Deckteils 12 und der Dicke der Folie 26 entspricht. Insgesamt ergibt sich somit im Wesentlichen eine glatte und stufenfreie sichtbare Oberfläche des Formteils 10.

Auf der dem Deckteil 12 abgewandten Seite des Trägerteils 14 kann eine Beleuchtungsvorrichtung 35 angeordnet sein, welche im Ausführungsbeispiel eine Mehrzahl von Leuchtelementen 36, vorzugsweise Leuchtdioden, umfasst. In diesem Zusammenhang können das Trägerteil 14 und die Folie 26 aus einem transparenten oder halbtransparenten Kunststoffmaterial gebildet sein, so dass von der Beleuchtungsvorrichtung 35 abgegebenes Licht durch das Trägerteil 14 und die Folie 26 hindurch aus den Ausnehmungen 22 austreten kann. Die Ausnehmungen 22 und insbesondere der durch diese gebildete Schriftzug erscheinen dann beleuchtet.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel für ein Verfahren zur Herstellung des Formteils 10 unter Bezugnahme auf Figur 4 beschrieben. Figur 4 zeigt Stationen des Verfahrens in schematischer oder piktogrammartiger Darstellung.

In einer in Figur 4 gezeigten Fertigungsanlage 37 wird ein Metallband 38 von einer Bandzuführung 40 kontinuierlich zugeführt und durchläuft eine Stanzstation 42, in welcher die Ausnehmungen 22 aus dem Metall 38 ausgestanzt werden. Für das in Figur 1 gezeigte Ausführungsbeispiel werden drei Ausnehmungen zur Darstellung der Buchstaben B, X und O ausgestanzt, woraufhin das Metallband 38 um einen mindestens der Länge des zu fertigenden Formteils 10 entsprechenden Betrag weiter gezogen wird, um die Ausnehmungen 22 des nächsten Formteils 0 auszustanzen. Alternativ könnten die Ausnehmungen 22 durch Sägen, Bohren, mittels Laserschnitt oder anderen Verfahren eingebracht werden.

In einem nächsten Schritt des Verfahrens wird Folie 26 als Bahnmaterial von einer Folienzuführung 44 kontinuierlich zugeführt und im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 von unten in Kontakt mit dem Metallband 38 gebracht. Die Folie 26 ist vorzugsweise ein kontinuierliches, durchgehendes Band, dessen Breite vorzugsweise der Breite des Metallbands 38 entspricht und somit das Metallband 38 im Wesentlichen vollständig überdeckt. Insbesondere läuft die Folie 26 über die zuvor gestanzten Ausnehmungen 22 hin weg.

Anschließend werden in einem weiteren Verfahrensschritt die von der Stanzeinrichtung 42 ausgestanzten Deckteilinseln 24 wieder an ihrer korrekten Position im Metallband 38 angeordnet, d.h. an der Position, an der sie vor dem Ausstanzen positioniert waren. Dazu kann ein durch einen Roboterarm 46 angesteuertes Greifwerkzeug verwendet werden. Da zuvor die Folie 26 unter dem Metallband 38 angeordnet wurde, können die Deckteilinseln 24 nun auf der Folie 26 aufliegen und so zusammen mit dem Metallband 38 und der Folie 26 weiter transportiert werden. Denkbar sind ferner zusätzliche Maßnahmen, um die Deckteilinseln 24 provisorisch an ihrer Sollposition zu fixieren, beispielsweise provisorisch an der Folie 26 anzukleben.

In einem darauf folgenden Verfahrensschritt kann die Folie 26 mit der die Innenseite des Deckteils 12 bildenden Seite des Metallbands 38 (Unterseite in Figur 4) durch Laminieren oder Kaschieren in einer Laminier-/Kaschierstati- on 48 verbunden werden. Bevorzugt wird dafür insbesondere ein Laminier- verfahren oder ein Kaschierverfahren unter Vermittlung eines zwischen der Folie 26 und dem Deckteil 12 anzuordnenden Haftlacks. Der Haftlack kann ein aktivierbarer Haftlack sein, der in der Laminier-/Kaschierstation 48, beispielsweise durch temporäre Erhitzung, aktiviert wird, um die Folie 26 fest an dem Metallband 38 anzukleben. Die Aufbringung des Haftlacks kann unmittelbar in der Laminier-/Kaschierstation 48 oder auch vorher, z.B. mit der Zuführung der Folie 26 erfolgen. Besonders bevorzugt trägt jedoch bereits das von der Bandzuführung 40 zugeführte Metallband 38 einen aktivierbaren Haftlack.

In der Laminier-/Kaschierstation 48 erfolgt eine flächige, feste Verklebung zwischen Folie 26 und Deckteil 12, wobei die Folie 26 auch nach dem Laminieren bzw. Kaschieren die Ausnehmungen 22 überdeckt. Die Folie 26 läuft somit ununterbrochen über die Ausnehmungen 22 hinweg. Im Ausführungsbeispiel der Figur 4 sind zwei Walten 50 zuerkennen, welche beispielsweise zur Aktivierung des Haftmittels beheizbar sein können. Die Walzen 50 schließen die Folie 26 und das Metallband zwischen sich ein und rollen beim La- minieren bzw. Kaschieren über die Ausnehmungen 22 hinweg. Vorzugsweise sind nach dem Laminieren bzw. Kaschieren die Folie 26 und das Deckteil 12 über ihre gesamte Kontaktfläche hinweg miteinander verklebt, insbesondere auch in den Randabschnitten 30 nahe der Ausnehmungen 22. Auch die Deckteilinseln 24 werden dabei fest mit der Folie 26 verbunden.

In einem weiteren Verfahrensschritt wird das mit der Folie 26 verbundene Metallband 38 in eine Spritzgussmaschine 52 transportiert, welche in Figur 4 schematisch durch eine obere Formhälfte 54, eine untere Formhälfte 56 sowie eine Einspritzdüse 58 illustriert ist. Einander zugewandte Seiten (z.B. mit konkaven Vertiefungen) der Formhälften 54, 56 bilden bei geschlossener Form zusammen einen Formhohlraum, dessen Geometrie der Außenkontur des zu fertigenden Formteils 10 entspricht. Das Metallband 38 mit der Folie 26 wird zwischen den geöffneten Formhälften 54, 56 eingeführt und die Formhälften 54, 56 werden aufeinander zu bewegt und geschlossen. Anschließend wird plastifizierter thermoplastischer Kunststoff über die Düse 58 in den Formhohlraum zwischen den Hälften 54, 56 eingespritzt, genauer gesagt in den Zwischenraum oder Spalt zwischen Folie 26 und unterer Formhälfte 56.

Der eingespritzte Kunststoff kann sich sofort stoffschlüssig mit der Folie verbinden, da auch die Folie 26 aus Kunststoffmaterial gefertigt ist. Die Folie 26 ist ihrerseits in dem vorgeschalteten Schritt des Laminierens bzw. Kaschierens bereits fest mit dem Deckteil 12 verbunden worden. Insbesondere wurde eine etwaige Aktivierung eines Haftmittels zwischen Folie 26 und Deckteil 12 bereits in der Laminier-/Kaschierstation 48 ausgeführt, beispielsweise mittels Temperaturerhöhung. Eine Aktivierung von Haftmittel in der Spritzgussform 54, 56 ist somit nicht mehr erforderlich. Insbesondere kann auf Maßnahmen zur Erhitzung des Haftlacks innerhalb der Spritzgussform, bei- spielsweise durch eine im Stand der Technik an sich bekannte, relativ aufwendige Erhitzung einer der Formhälften 54, 56, verzichtet werden.

Prinzipiell ist es denkbar, dass mit dem beschriebenen Verfahren ein Formteil mit im Wesentlichen ebener Sichtfläche hergestellt wird, so dass die obere Formhälfte 54 im Wesentlichen plattenförmig ist und keine Vertiefung aufweist. Häufig ist jedoch ein Formteil mit gekrümmter Oberfläche zu fertigen, beispielsweise mit der in Figuren 1 bis 3 dargestellten konvexen, schalenförmigen Krümmung am Deckteil 12. Die Verformung des im Wesentlichen flachen Metallbands 38 in die Sollform kann dabei in einem dem Spritzgussschritt vorgeschalteten Verfahrensschritt (beispielsweise nach dem Laminie- ren bzw. Kaschieren) durch Biege-oder Kaltumformungsprozesse erfolgen. Besonders bevorzugt wird jedoch das Metallband 38 unmittelbar in der Spritzgussmaschine 52 verformt. Der Druck des plastifizierten Kunststoffs, der durch die Düse 58 in den Formhohlraum eindringt, kann das Metallband 38 zur oberen Formhälfte 54 hin drängen, bis sich das Metallband 38 an die Innenseite der oberen Formhälfte 54 anlegt und deren Kontur annimmt. Das Verformen des Metallbands 38 zur Sollform des Deckteils 12 entsprechend der Innenseite der oberen Formhälfte 54 sowie das Einspritzen des plastifizierten Kunststoffs können dann zur gleichen Zeit erfolgen.

Nach dem Erkalten des eingespritzten Kunststoffs auf eine vorbestimmte Entformungstemperatur werden die Formhälften 54, 56 wieder geöffnet und das nunmehr geformte und mit dem Kunststoff hinterspritzte Metallband 38 wird zu einer Nachbearbeitungsstation 60 weiter transportiert. Der Transport der Materialien durch die Fertigungsanlage 37 hindurch gestaltet sich in dem beschriebenen Ausführungsbeispiel besonders einfach, da bis zur Nachbearbeitungsstation 60 hin ein kontinuierliches Metallband 38 mit daran fest laminierter/kaschierter Folie 26 zu transportieren ist. Insbesondere das Einführen in die Spritzgussmaschine 52 sowie das Entformen und Abführen aus der Spritzgussmaschine 52 wird durch die Führung des kontinuierlichen Bandmaterials deutlich vereinfacht. Zur Illustration dieses Transportprinzips ist in Figur 1 mit gestrichelten Linien der Rand des kontinuierlichen Metall- bands 38 angedeutet. Figur 1 entspricht somit einer Draufsicht auf das Metallband 38 bzw. das von diesem noch nicht abgetrennte Formteil 10, und zwar beispielsweise in einem Zustand nach dem Verlassen der Spritzgussmaschine 52 und vor der Nachbearbeitungsstation 60.

In der Nachbearbeitungsstation 60 wird das Metallband 38 dann entlang der Umrisslinie des zu fertigenden Formteils 10, d.h. am Randabschnitt 18 des Deckteils 12, abgetrennt, beispielsweise abgestanzt. Der verbleibende Rest des Metallbands 38 kann weiterhin ein zusammenhängendes Band bilden, aus welchem das jeweilige Formteil 10 ausgestanzt ist, so dass das verbleibende Band 38 an einer Bandabführung 62 ohne Probleme abgeführt werden kann, beispielsweise auf einer Rolle aufgewickelt werden kann.

Nach Verlassen der Nachbearbeitungsstation 60 entsteht ein Formteil 10, welches im Wesentlichen die unter Bezugnahme auf Figuren 2 und 3 beschriebene Gestalt aufweist. Dieses Formteil 10 kann in einer darauf folgenden Formteil-Bearbeitungsstation 64 weiteren Nachbearbeitungsschritten unterzogen werden, beispielsweise Oberflächenversiegelung oder Verpackung.

In der Formteilbearbeitungsstation 64 kann insbesondere die Beleuchtungsvorrichtung 35 am Trägerteil 14 montiert werden. Die Beleuchtungsvorrichtung 35 könnte alternativ zumindest teilweise in dem Kunststoffmaterial des Trägerteils 14 eingegossen sein, wozu Teile der Beleuchtungsvorrichtung 35 in die untere Formhälfte 56 der Spritzgussmaschine 52 einzusetzen wären.

Als Material für das Trägerteil 14 kommt jeder im Spritzgussverfahren verarbeitbare Kunststoff, insbesondere jeder thermoplastische Kunststoff in Frage. Die Wahl des Materials richtet sich beispielsweise nach den Anforderungen des Trägerteils hinsichtlich der Montage des Formteils 10 an einer übergeordneten Struktur. Als Material für die Folie 26 kommt prinzipiell jeder in Folienform verarbeitbare Kunststoff in Frage, an welchem der thermoplastische Kunststoff des Trägerteils 14 anspritzbar ist. Beispiele für thermoplasti- sche Kunststoffe, welche für das Trägerteil 14 oder/und die Folie 26 verwendet werden könnten, sind Polymethylmethacrylat (PMMA) oder Polycarbonat (PC) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) oder andere im Bereich der Fertigung von Spritzguss-Formteilen an sich bekannte Kunststoffmaterialien. Denkbar wäre auch, für das Trägerteil 14 und die Folie 26 den gleichen Kunststoff zu verwenden.

Anzumerken ist, dass die Verformung des Deckteils 12 zu seiner Sollform während des Einspritzen des Kunststoffs vorstehend als bevorzugtes Ausführungsbeispiel beschrieben wurde. Selbstverständlich können im Rahmen der Erfindung die Deckteile 12 auch vor dem Spritzgießen geformt werden, insbesondere mit jedem an sich bekannten Formungsverfahren. Ferner könnte die Formung der Deckteile 12 auch vor dem Aufbringen der Folie 26 stattfinden, z.B. könnten anstelle des Metallbands 38 vorgeformte Deckteile 12 dem Verfahren zugeführt werden, welche mittels Greifwerkzeugen (z.B. Roboter) zwischen den Bearbeitungsstationen transportiert werden können.

Unter Bezugnahme auf Figuren 5 bis 7 werden nachfolgend ein zweites, ein drittes und ein viertes Ausführungsbeispiel für ein Formteil der vorliegenden Erfindung beschrieben, welche Varianten des ersten Ausführungsbeispiels sind. Gleiche oder entsprechende Elemente wie im ersten Ausführungsbeispiel sind in Figuren 5 bis 7 mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Im folgenden werden nur die Unterschiede zum ersten Ausführungsbeispiel näher erläutert, wobei hinsichtlich der übrigen Merkmale und Eigenschaften ausdrücklich auf die entsprechend geltende Beschreibung des ersten Ausführungsbeispiels verwiesen wird.

Figur 5 zeigt eine zweites Ausführungsbeispiel eines Formteils 10, umfassend einen Deckteil 12, eine die Innenseite des Deckteils 12 im Wesentlichen vollständig überdeckende und auch über Ausnehmungen 22 des Deckteils 12 hinweg verlaufende Folie 26 sowie ein Trägerteil 14, welches auf der dem Deckteil 12 abgewandten Seite der Folie 26 angeordnet ist. Eine Sichtfläche 16, 16' des Formteils 10 wird durch eine Außenseite des Deckteils 12 sowie im Bereich der Ausnehmungen 22 durch eine Außenseite der Folie 26 gebildet.

Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel ist das Trägerteil 14 im zweiten Ausführungsbeispiel aus zwei unterschiedlichen Kunststoffkomponenten gespritzt, insbesondere in einem Zwei-Komponenten-Spritzgussverfahren. Dabei wird zunächst eine erste Kunststoffkomponente 14a eingespritzt, welche einen Abschnitt der Folie 26 im Bereich der Ausnehmungen 22 sowie in den Ausnehmungen 22 benachbarten Bereichen bedeckt, wobei ein äußerer Randabschnitt 66 der Folie 26, welcher einen das Formteil 10 umlaufenden Randabschnitt 18 des Deckteils 12 bedeckt, nicht in Kontakt mit der ersten Kunststoffkomponente 14a gelangt. Anschließend wird die zweite Kunststoffkomponente 14b an die erste Kunststoffkomponente 14a angespritzt und bedeckt dabei auch den äußeren Randabschnitt 66. In einer solchen Konfiguration ist die erste Kunststoffkomponente 14a ausschließlich durch die Ausnehmungen 22 hindurch von außen zu erkennen, von der Montagefläche 20 jedoch her vollständig durch die zweite Kunststoffkomponente 14a abgedeckt.

Im zweiten Ausführungsbeispiel kann eine Beleuchtungsvorrichtung 35 mit einem Beleuchtungselement 36 zwischen der ersten Kunststoffkomponente 14a und der zweiten Kunststoffkomponente 14b angeordnet sein, beispielsweise direkt während des Schritts des Spritzgießens in das Trägerteil 14 integriert werden. In Figur 5 befindet sich die Beleuchtungsvorrichtung 35 in einer zu der ersten Kunststoffkomponente 14a hin offenen Vertiefung der zweiten Kunststoffkomponente 14b. Die erste Kunststoffkomponente 14a sowie die Folie 26 sind dann aus transparentem Kunststoffmaterial gebildet, so dass aus der Beleuchtungsvorrichtung 35 austretendes Licht die erste Kunststoffkomponente 14a und die Folie 26 passieren kann und durch die Ausnehmung 22 austreten kann. Vorzugsweise ist die zweite Kunststoffkomponente 14b aus einem lichtundurchlässigen Kunststoffmaterial gebildet, so dass kein Streulicht durch die Montagefläche 20 entweichen und etwa bei Montageungenauigkeiten über den Rand des Formteils 10 austreten kann. ln dem in Figur 6 gezeigten dritten Ausführungsbeispiei der Erfindung um- fasst das Formteil 10 ebenfalls ein Deckteil 12, eine Folie 26 und ein im Zwei-Komponenten-Spritzgussverfahren hergestelltes Trägerteil 14 mit einer ersten Kunststoffkomponente 14a und einer zweiten Kunststoffkomponente 14b. Im Gegensatz zum zweiten Ausführungsbeispiel bedeckt im dritten Ausführungsbeispiel die erste Kunststoffkomponente 14a jedoch auch einen Randbereich 66 der Folie 26 und reicht damit bis zur Montagefläche 20 des Formteils 10. Ist die erste Kunststoffkomponente 14a aus einem transparenten Kunststoffmaterial gebildet, so kann mit dem dritten Ausführungsbeispiel der Vorteil erzielt werden, dass Licht einer Beleuchtungsvorrichtung 35 auch von der Montagefläche 20 her, beispielsweise mittels eines Lichtleiters 36, in die erste Kunststoffkomponente 14a eingeleitet werden kann und durch interne Lichtstreuung bzw. Mehrfachreflexion als diffuses, gleichmäßiges Licht aus den Ausnehmungen 22 austreten kann. Die Beleuchtungsvorrichtung 35 kann dann insbesondere auch nach dem Schritt des Spritzgießens, in der Nachbearbeitungsstation 60 oder in der Formteil-Bearbeitungsstation 64, angebracht werden.

In dem in Figur 7 gezeigten vierten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst eine Formteil 10 ebenfalls ein Deckteil 12 mit Ausnehmungen 22, eine die Innenseite des Deckteils 12 bedeckende und auch die Ausnehmungen 22 überdeckende Folie 26 sowie ein im Zwei-Komponenten- Spritzgussverfahren hergestelltes Trägerteil 14. In dem Trägerteil 14 sind eine erste Kunststoffkomponente 14a und eine zweite Kunststoffkomponente 14b im Wesentlichen als plattenförmige Schichten übereinander gespritzt. Aufgrund einer konvexen Krümmung des Deckteils 12 in seinem äußeren, umlaufenden Randabschnitt 18, welche dem Deckteil 12 eine in etwa schalenförmige Gestalt verleiht, wird ein nahe der Montagefläche 20 liegender, äußerer Randabschnitt 66 der Folie 26 nur von der als zweites eingespritzten zweiten Kunststoffkomponente 14b kontaktiert, so dass auch in dem vierten Ausführungsbeispiel die erste Kunststoffkomponente 14a von der Montagefläche aus nicht zu sehen ist. lm vierten Ausführungsbeispiel kann die Beleuchtung der Ausnehmungen 22 durch Verwendung einer elektroiumineszierenden Folie als Folie 26 erfolgen. Eine solche elektrolumineszierende Folie trägt auf ihren gegenüberliegenden Seiten jeweils dünne Elektrodenschichten, beispielsweise aus aufgedampftem, halblichtdurchlässigem Metall, wobei der zwischen den Elektroden eingeschlossene Kunststoff elektrolumineszierende Eigenschaften aufweist, so dass bei Anlegen einer Spannung zwischen den Elektroden über Kontakte 70, 72 die zwischen den Elektroden liegende Folie 26 luminesziert. In dieser Variante wirkt die Folie 26 somit gleichzeitig als Leuchtmittel.

Die Merkmale der beschriebenen Ausführungsbeispiele eins bis vier können beliebig miteinander kombiniert werden. Insbesondere sind die verschiedenen Varianten der Beleuchtungsvorrichtung in einem Formteil jedes der Ausführungsbeispiele einsetzbar, so dass beispielsweise die elektrolumineszierende Folie auch im ersten, zweiten oder dritten Ausführungsbeispiel zum Einsatz kommen kann. Alle beschriebenen Formteile können mit dem unter Bezugnahme auf Figur 4 erläuterten Verfahren hergestellt werden.