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Title:
PROCESS FOR PRODUCING A NOISE-REDUCING DAMPING LAYER AND A FURTHER LAYER ARRANGED ON THE DAMPING LAYER FOR A ROADWAY
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/003990
Kind Code:
A1
Abstract:
Process for producing a noise-reducing damping layer and a further layer arranged on the damping layer for a roadway, in which process, in a first step, either - a layer of elastic granules and at least one layer of bitumen or another binder are applied separately using at least two devices in succession in the installation direction to form the damping layer, or - a mixture of bitumen or another binder and elastic granules is applied as the damping layer using a suitable device, and in a second step, which follows after a short interval, the further layer of the roadway superstructure is built over the damping layer, and device for carrying out the process.

Inventors:
FLEISCHER, Erwin (Hasenkehre 13, Pinneberg, 25421, DE)
Application Number:
EP2011/003403
Publication Date:
January 12, 2012
Filing Date:
July 08, 2011
Export Citation:
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Assignee:
KEMNA BAU (Andreae GmbH & Co. KG, Tondernstraße 70, Pinneberg, 25421, DE)
FLEISCHER, Erwin (Hasenkehre 13, Pinneberg, 25421, DE)
International Classes:
E01C7/26; E01C19/48
Attorney, Agent or Firm:
EMMEL, Thomas (Schaefer Emmel Hausfeld, Krohnstieg 43, Hamburg, 22415, DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE :

1. Verfahren zur Herstellung einer lärmmindernden Dämpfungsschicht und einer weiteren auf der Dämpfungsschicht angeordneten Schicht für eine Straße,

bei dem in einem ersten Schritt entweder

- mit mindestens zwei in Einbaurichtung aufeinander folgenden Einrichtungen separat eine Lage aus elastischem Granulat und mindestens eine Schicht aus Bitumen oder einem anderen Bindemittel zur Ausbildung der Dämpfungsschicht aufgebracht werden oder ein Gemisch aus Bitumen oder einem anderen Bindemittel und elastischem Granulat mit einer geeigneten Einrichtung als Dämpfungsschicht aufgebracht wird und in einem zweiten sich in kurzem zeitlichen Abstand anschließenden Schritt die Dämpfungsschicht mit der weiteren Schicht des Straßenoberbaus überbaut wird.

2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel Heißbitumen, eine Bitumenemulsion oder bitumenhaltiges Bindemittel ist.

3. Verfahren gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht bis zur Überbauung mit einer weiteren Schicht keinen sie evtl. zerstörenden Belastungen ausgesetzt wird.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 -3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufbringung der Dämpfungsschicht und der weiteren Schicht in einem mehrstufigen Arbeitsgang erfolgt.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufbringung der Dämpfungsschicht und der weiteren Schicht mit nur einer Einrichtung erfolgt.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass neben dem elastischen Granulat in der Dampfungsschicht mindestens eine weitere Gesteinsfraktion vorgesehen ist.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als elastisches Granulat Gummi bzw. Kautschuk o.ä. eingesetzt wird.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Granulat einen Durchmesser zwischen 2 und 20 mm aufweist.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht eine Dicke zwischen 2 und 30 mm aufweist.

10. Einrichtung zur Durchführung des Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (20) ein modifizierter Straßenfertiger für den Einbau zweier Schichten (29, 30) ist, der vom Heck der sich in Baurichtung (25) bewegenden Einrichtung aus gesehen mit einer Einbaubohle (24), einer Einbauvorrichtung (23), sowie einer Einbauvorrichtung (22) ausgerüstet ist.

1 1. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere vor der Einbauvorrichtung (22) angeordnete Einbau Vorrichtung (21) vorgesehen ist, mit der Bitumen oder ein anderes Bindemittel (27), insbesondere ein bitumenhaltiges Bindemittel, aufgesprüht werden kann.

Description:
Verfahren zur Herstellung einer lärmmindernden Dämpfungsschicht und einer weiteren auf der Dämpfungsschicht angeordneten Schicht für eine Straße

Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren gemäß Anspruch 1 zur Herstellung von Dämpfungsschichten für Straßen sowie auf einen in diesem Verfahren einsetzbaren Straßenfertiger gemäß Anspruch 10.

Üblicherweise bestehen Straßen aus einem aus mehreren Schichten aufgebauten Straßenoberbau, der entweder auf einem zuvor angelegten ungebundenen Straßenunterbau oder direkt auf dem Untergrund (Planum) aufgebracht ist. Die oberen Schichten bestehen aus unterschiedlich gebundenen Gesteinskörnungen mit unterschiedlichem Größtkorn.

Ein typischer Asphaltoberbau besteht im Wesentlichen aus einer oberen Asphaltdeckschicht mit Gesteinskörnungen mit relativ kleinem Größtkorn, gegebenenfalls einer darunter angeordneten Asphaltbinderschicht mit etwas gröberer Sieblinie und mindestens einer den Asphaltoberbau nach unten begrenzenden As-

BESTÄTIGUNGSKOPIE phalttragschicht, die zumeist aus noch gröberen Gesteinskörnungen zusammengesetzt ist.

Der gebundene Oberbau kann z. B. mit Asphalt aber auch mit Beton ausgeführt werden, wobei im ersten Fall als Bindemittel Bitumen oder bitumenhaltige Bindemittel und im zweiten Fall Zement eingesetzt wird.

Der ungebundene Oberbau besteht zumeist aus verdichteten Schüttungen unterschiedlicher Körnung und befindet sich unter dem gebundenen Oberbau.

Ein Problem bei herkömmlichen Fahrbahnaufbauten ist, dass die unter Verkehr auftretenden Zugbelastungen zu Verformungen der Schichten und damit zu Spannungen führen. Bei dauerhafter Belastung kommt es zu Rissbildungen, die im Ergebnis zu einem Reißen der Deckschicht führen.

Um diesem Problem zu begegnen, ist, wie z.B. in der EP 0798417 bei der Diskussion des Standes der Technik angesprochen wird, bekannt, eine Zwischenlage aus Bitumen/Kautschuk vorzusehen, die Bewegungen von angrenzenden Schichten des Straßenoberbaus voneinander abkoppeln soll. Mit der Zwischenlage soll ein Aufsteigen der Risse bis zur Deckschicht der Straße verhindert werden.

Ein weiteres Problem bei üblichen Straßenaufbauten sind die unter Verkehr auftretenden Lärmemissionen. In diesem Zusammenhang wird in der EP 0672791, wiederum bei der Diskussion des Standes der Technik, angesprochen, dass der Zusatz von Kautschuk zu Bitumen zu einem Mischgut führt, das daraus hergestellten Straßendeckschichten neben schallschluckenden Eigenschaften weitere Eigenschaften wie Nachgiebigkeit, Ermüdungsfestigkeit und Beständigkeit gegen niedrige Temperaturen verleiht. Weiterhin ist z.B. aus der DE 202 05 590 bekannt, beim Bau einer Straße vorgefertigte Bahnen aus elastischem Material als Schicht zu verlegen.

Der Einbau von Bitumen/Kautschuk- Schichten als Zwischenschicht ist jedoch nicht unproblematisch. In der Regel müssen im Rahmen der Straßenherstellung aufgebrachte Schichten so belastbar sein, dass sie bereits relativ kurze Zeit nach ihrem Einbau den während der Bautätigkeit anfallenden Schwerlastverkehr aufnehmen können. Dies ist in der Regel bei Zwischenlagen auf Bitumen/Kautschuk-Basis nicht der Fall.

Beim Einbau der oben erwähnten Bahnen stellen sich ähnliche Probleme; zusätzlich lassen sich die Bahnen kaum verlegen, ohne dass es zu Faltenbildungen etc. kommt, insbesondere beim Aufbringen der darüber liegenden Schichten.

Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend vom Stand der Technik, ein Verfahren für den Einbau von elastischem Granulat enthaltenden läraimindernden Dämpfungsschichten in Straßen zu schaffen, das die im Stand der Technik beschriebenen Nachteile überwindet.

Gelöst wird die Aufgabe mit einem Verfahren, gemäß Anspruch 1.

Erfindungsgemäß ist danach vorgesehen, dass zur Herstellung der Dämpfungs- schicht mit z. B. einem üblichen Straßenfertiger ein Gemisch aus Bitumen bzw. einem anderen geeigneten Bindemittel und einem Granulat mit elastischen Eigenschaften in der Einbauposition aufgebracht wird.

Geeignete andere Bindemittel können Polyurethan- oder harzbasierte Stoffe sein. Bevorzugt werden bitumenhaltige Bindemittel eingesetzt. Bitumen wird vorzugsweise als Heißbitumen eingesetzt. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass Bitumen und elastisches Granulat getrennt aufgebracht werden. Denkbar wäre z.B., zunächst die Unterlage mit Bitumen zu besprühen, dann eine Schicht aus Granulat aufzubringen und diese dann ggf. in einem weiteren Schritt, mit Bitumen oder einem anderen Bindemittel zu besprühen und zu verkleben. Denkbar wäre auch, in einem ersten Schritt das Granulat auf die Unterlage aufzubringen und dann in einem zweiten Schritt Bitumen oder ein anderes Bindemittel aufzubringen.

Die Angabe„Granulat mit elastischen Eigenschaften" ist weit zu fassen. Bevorzugt wird Kautschuk-, Gummi- oder Reifengranulat eingesetzt, das z. B. aus Altreifen oder dergleichen gewonnen werden kann. Denkbar sind jedoch auch andere Granulate aus Materialien mit gummiähnlichen Eigenschaften, z. B. elastisch verformbares Kunststoffgranulat, ggf. auch unter Zusatz von geeigneten Gesteinskörnungen.

Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass eine insbesondere im selben Arbeitsgang vorgenommene Überbauung der Dämpfungsschicht mit einer weiteren Schicht des Fahrbahnaufbaus bevorzugt in Walzasphalt erfolgt. Es ist aber auch möglich, dass diese weitere Schicht aus Gussasphalt oder Beton besteht. Wesentlich ist, dass die Überbauung erfolgt, ohne dass es zwischenzeitlich zu einer durch Verkehr oder dergleichen verursachten Beschädigung der Dämp- fungsschicht kommt. Bevorzugt werden beide Schichten wie oben angesprochen in einem mehrstufigen Arbeitsgang mit einem weiter unten beschriebenen Straßenfertiger aufgebracht. Denkbar ist aber natürlich auch, dass beide Schichten mit separaten Einrichtungen aufgebracht werden, wobei dann aber sichergestellt sein muss, dass während der Überbauung der Dämpfungsschicht diese nicht beschädigt wird.

Die erfindungsgemäß hergestellte Dämpfungsschicht kann in weitgehend beliebigen Positionen des Fahrbahnaufbaus vorgesehen werden. Denkbar ist z. B. bei dem oben erwähnten üblichen Fahrbahnaufbau bestehend (von oben nach unten gesehen) aus Asphaltdeckschicht, Asphaltbinderschicht und Asphalttragschicht, die Dämpfungsschicht zwischen Asphaltbinderschicht und Asphalttragschicht vorzusehen. Denkbar ist auch, die Asphalttragschicht horizontal zu trennen und die Dämpfungsschicht als Zwischenlage zwischen den beiden Teilen der Asphalttragschicht vorzusehen. Genauso gut kann die Dämpfungsschicht aber auch unterhalb der Asphalttragschicht vorgesehen werden, und natürlich ist es auch möglich, die Dämpfungsschicht zwischen Asphaltdeck- und Asphaltbinderschicht vorzusehen.

In jedem Fall ist davon auszugehen, dass die Dämpfungsschicht aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften eine Lärmminderung bewirkt. Insbesondere fuhrt sie erfindungsgemäß auch dann zur Lärmminderung, wenn sie nicht an der Oberfläche der Straßenkonstruktion angeordnet ist, sondern - wie erwähnt - zwischen anderen Schichten, weil auch dort ein lärmmindernder Einfluss ausgeübt wird (Resonanzkörper-Beeinflussung) .

Wie oben angesprochen, besteht die Dämpfungsschicht aus einem Gemisch aus Granulat mit Bitumen bzw. anderem Bindemittel, insbesondere bitumenhaltigem Bindemittel, wobei das Granulat elastische Eigenschaften aufweisen muss. Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Durchmesser des eingesetzten Granulates zwischen 2 und 20 mm liegt.

Entsprechend bewegt sich die bevorzugte Dicke der erfindungsgemäß hergestellten Dämpfungsschicht in einem Bereich zwischen 2 und 30 mm.

Die Bitumenfraktion - sofern als Bindemittel Bitumen gewählt wird - kann entweder aus Heißbitumen oder einer Bitumenemulsion bestehen. Der Vorteil bei der Verwendung von Heißbitumen ist, dass eine sofortige Überbauung mit einer weiteren Schicht in sämtlichen oben angesprochenen Positionen des Straßen- Oberbaus möglich ist. Bei Verwendung von Bitumenemulsionen muss zunächst das in der Emulsion enthaltene Wasser aus der Schicht entfernt werden, was in der Regel durch Oberflächenverdunstung geschieht. Eine direkte Überbauung ist daher nur möglich, wenn die Möglichkeit gegeben ist, dass trotz der Überbauung das Wasser entweichen kann.

Wie oben erwähnt, gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die Dämpfungsschicht einzubauen. Die erste Möglichkeit besteht darin, an Ort und Stelle zunächst die Unterlage z. B. mit Heißbitumen zu besprühen, dann eine Schicht aus Granulat aufzubringen und diese unmittelbar danach mit Bitumen, entweder Heißbitumen oder einer Bitumenemulsion, oder einem anderen Bindemittel zu besprühen und zu verkleben.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, ein Gemisch aus Bitumen oder einem anderen Bindemittel und Granulat aufzutragen. Bei dieser Möglichkeit kann die Mischung aus Granulat und Bindemittel, z.B. wiederum an Ort und Stelle, in einer entsprechend ausgestatteten Einrichtung erfolgen. Denkbar ist aber auch, dass die Vermischung an anderer Stelle, z. B. in einem Zentralmischwerk, erfolgt und dann die fertige Mischung zu dem Ort des Einbaus transportiert wird.

Welche Variante gewählt wird, hängt im Wesentlichen von den jeweiligen Anforderungen an die Dämpfungsschicht und logistischen Faktoren ab. Es ist davon auszugehen, dass die Ummantelung des Granulats mit Bitumen oder einem anderen Bindemittel in einem Gemisch besser ist als bei getrenntem Auftrag von Granulat und Bindemittel und dass das Auftragen eines solchen Gemischs zu einer insgesamt homogeneren und holraumärmeren Dämpfungsschicht führt als bei der anderen Variante. Andererseits erfordert die Herstellung des Gemisches zusätzliche Arbeitsschritte. Wie oben bereits erwähnt, betrifft die Erfindung auch Einrichtungen, mit denen die erfindungsgemäße Dämpfungsschicht sowie eine weitere Schicht aufgebracht werden können.

Für die Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der ein in situ (d.h. am Ort des Einbaus) hergestelltes Gemisch als Dämpfungsschicht aufgetragen wird, kann ein Fertiger eingesetzt werden, der einen Bindemitteltank, einen Bunker für das elastische Granulat und einen Asphaltbunker (Aufhahmekübel) aufweist. Weiterhin muss der Fertiger einen Mischer aufweisen, mit dem das Gemisch aus Bindemittel und Granulat in situ hergestellt wird, sowie Einbauvorrichtungen, mit denen die Schichten aufgebracht werden. Eine für das Auftragen der Dämpfungsschicht geeignete Einbauvorrichtung muss in der Lage sein, das Granulat/Bindemittelgemisch möglichst gleichmäßig und in konstanter Schichtdicke auf die Unterlage aufzubringen, während für die Asphaltschicht eine übliche Asphaltbohle als Einbauvorrichtung vorgesehen werden kann. Natürlich ist es nicht erforderlich, dass Bindemittel, Granulat und Asphalt gemeinsam in dem Fertiger vorgehalten werden, denn das Asphaltmischgut wird dem Fertiger über den Aufnahmekübel zugeführt.

Für die Variante, bei der das Granulat und das Bindemittel getrennt aufgebracht werden, müsste ein anders angepasster Fertiger eingesetzt werden. Der Mischer könnte entfallen, und der Fertiger müsste anstelle der oben erwähnten Einbauvorrichtung zur Aufbringung des fertigen Granulat/Bindemittel-Gemisches eine Streueinrichtung für das Granulat und eine Sprührampe für das Heißbitumen bzw. das Bindemittel aufweisen. Falls gewünscht ist, vor dem Aufbringen des Granulats eine weitere Bitumenschicht bzw. Bindemittelschicht zum Anspritzen der Unterlage vorzulegen, müsste in dem Fertiger noch eine weitere Sprührampe vorgesehen werden. Beide beschriebenen Einrichtungen erlauben das Aufbringen der Dämpfungsschicht und der weiteren Schicht in einem mehrstufigen Arbeitsgang dergestalt, dass die Dämpfungsschicht keinen oder nur hinnehmbaren direkten Belastungen ausgesetzt ist.

Denkbar ist aber selbstverständlich auch, dass die in Frage stehenden Schichten mit separaten Einrichtungen aufgebracht werden. Im Stand der Technik sind sogenannte DSK- Verlegemaschinen bekannt, mit denen dünne Asphaltschichten im Kalteinbau aufgebracht werden können. Die Herstellung des aufgebrachten Mischguts aus Granulat und Bitumenemulsion erfolgt in der Maschine. Es ist davon auszugehen, dass bekannte DSK- Verlegemaschinen ohne, oder auf jeden Fall ohne nennenswerte, Umrüstung auch für die Aufbringung vom Mischgut aus elastischem Granulat und einer Bitumenemulsion oder einem anderen Bindemittel zur Herstellung der lärmmindernden Dämpfungsschicht einsetzbar sind. In diesem Fall müsste nur sicher gestellt sein, dass zwischen Herstellung der Dämpfungsschicht und dem Überbau mit einer weiteren Schicht keine Beschädigung der Dämpfungsschicht eintritt und dass die Überbauung selbst ebenfalls ohne Beeinträchtigung der Dämpfungsschicht erfolgt.

Das erfindungsgemäße Verfahren soll im Folgenden anhand zweier Beispiele näher erläutert werden:

Beispiel: 1

Aufbringen eines in situ hergestellten Gemisches aus Bindemittel und elastischem Granulat als lärmmindernde Zwischenschicht.

Elastisches (z. B. aus Altreifen hergestelltes) Granulat geeigneter Zusammensetzung und Kornabstufung wird unter Zugabe von Reaktionsbeschleunigern und z. B. polymermodifizierter Bitumenemulsion in situ in einer DSK- Verlege- maschine gemischt und dann mit der Maschine kalt oder bis zu 75 Grad Celsius warm auf die Unterlage aufgebracht. Die erforderliche Menge an reinem Bindemittel kann zwischen 4,0 und 1 1,5 M.-% (Masseprozent) liegen.

Die so hergestellte Dämpfungsschicht kann in Abhängigkeit vom Größtkorn des Granulates auf eine Dicke zwischen 0,2 und 3,0 cm eingestellt werden.

Die Überbauung der Dämpfungsschicht mit einer weiteren Schicht kann erfolgen, sobald das Wasser aus der Emulsion entwichen ist. Denkbar ist auch der Einsatz einer Spezialemulsionen, deren Brechverhalten so gesteuert ist, dass das Wasser ad hoc verdampft. In diesem Fall, oder für den Fall, dass trotz der Überbauung das Wasser entweichen kann, wäre eine sofortige Überbauung der Dämpfungsschicht mit einer weiteren Schicht möglich.

Beispiel: 2

Herstellung einer lärmmindernden Zwischenschicht durch separates Aufbringen von Granulat und Bindemittel

In einem ersten Schritt wird die Unterlage mit Bindemittel, z. B. Heißbitumen, in einer Menge von 800 gr/m 2 - 3000 gr/m 2 vorbesprüht.

Direkt anschließend wird in einem zweiten Schritt ohne zwischenzeitliches Befahren der so hergestellten Schicht ein Gemisch aus elastischem, z. B. aus Kautschuk bestehendem, Material geeigneter Zusammensetzung und Kornabstufung ggf. zusammen mit geeigneter gestufter Gesteinskörnung in Korngrößen von jeweils 0/5, 0/8, 0/1 1 oder 0/16 mm aufgebracht.

In einem dritten Schritt innerhalb dieses Arbeitsgangs wird erneut Bindemittel in einer Menge von 800 gr/m 2 - 2500 gr/m 2 aufgesprüht. Die Applikation des Bin- demittels erfolgt bei Temperaturen zwischen 120 und 200 Grad Celsius, sofern Bitumen als Bindemittel gewählt wird. Die Gesamtdicke der resultierenden lärmmindernden Zwischenschicht kann in Abhängigkeit vom Größtkorn der eingesetzten Materialien zwischen 0,2 und 3,0 cm liegen.

In einem vierten Schritt kann wiederum ohne zwischenzeitliches Befahren der Dämpfungsschicht die Überbauung mit einer weiteren Schicht erfolgen.

Es versteht sich, dass anstelle von Standard-Heißbirumen auch modifizierte Bitumensorten bzw. Bitumenemulsionen oder andere Bindemittel eingesetzt werden können.

Die zur weiteren Erläuterung der Erfindung dienenden Figuren zeigen:

Fig. 1 a-c schematisch übliche Fahrbahnaufbauten mit jeweils unterschiedlich positionierter Dämpfungsschicht und

Fig. 2 einen in dem erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren Straßenfertiger in schematischer Darstellung.

In Fig. la ist ein Fahrbahnaufbau dargestellt, der von oben nach unten gesehen eine Asphaltdeckschicht 10, eine Asphaltbinderschicht 1 1 und eine Asphalttragschicht 12 aufweist, die ihrerseits auf einem auf dem Untergrund 15 aufgebrachten ungebundenen Straßenoberbau 14 aufliegt. Oberhalb der Asphalttragschicht 12 ist die erfindungsgemäß hergestellte Dämpfungsschicht 13 vorgesehen, die in diesem Fall unmittelbar vor der Asphaltbinderschicht 1 1 eingebaut wurde. In dem in Fig. la gezeigten Ausfuhrungsbeispiel wird als Bindemittel für die Dämpfungsschicht Heißbitumen eingesetzt. Fig. lb zeigt ein weiteres Beispiel für einen Fahrbahnaufbau, in dem eine Dämpfungsschicht 13 gemäß erfindungsgemäßem Verfahren eingebaut sein kann. In diesem Fall ist die Dämpfungsschicht als Zwischenlage zwischen zwei Lagen 12a und 12b der Asphalttragschicht vorgesehen.

Ein weiteres Beispiel schließlich zeigt Fig. lc. Hier ist die Dämpfungsschicht 13 unterhalb der Asphalttragschicht 12 positioniert.

In Fig. 2 ist schematisch ein umgerüsteter Straßenfertiger 20 dargestellt, der einen gleichzeitigen Einbau einer Dämpfungsschicht und einer darauf angeordneten weiteren Schicht ermöglicht. Wie dargestellt, weist der Straßenfertiger 20 drei Einbauvorrichtungen 21, 22, 23 und eine Bohle 24 auf. Mit der Einbauvorrichtung 21 wird von dem sich in Baurichtung 25 bewegenden Straßenfertiger 20 zunächst auf den Untergrund 32 eine Unterlage 26 mit Bindemittel 27 gespritzt. Darauf wird mit einer Einbauvorrichtung 22 eine Lage aus z. B. aus Kautschuk bestehendem Granulat 28 geeigneter Zusammensetzung und Kornabstufung ggf. zusammen mit geeigneter gestufter Gesteinskörnung aufgebracht. Das aufgebrachte Granulat 28 wird dann mit der Einbauvorrichtung 23 wiederum mit Bindemittel 27 besprüht, und es bildet sich eine gebundene, aus Bindemittel und Granulat bestehende Dämpfungsschicht 29, die ihrerseits mit der Bohle 24 sofort mit einer Asphaltschicht 30 überbaut wird.

Der gezeigte Fertiger 20 lässt sich, wie oben erwähnt, durch Modifikation bekannter Straßenfertiger herstellen. Wie erwähnt, gibt es Straßenfertiger, die den gleichzeitigen Einbau zweier Schichten, in der Regel der Asphaltbinderschicht und der Asphaltdeckschicht im "Heiß"-Einbau in der sogenannten Kompaktbauweise ermöglichen. Diese Straßenfertiger weisen eine erste Bohle für das Aufbringen der Asphaltbinderschicht und eine zweite Bohle für die Asphaltdeckschicht auf. Denkbar wäre z. B. ,wie oben erwähnt, dass man Granulat und Bindemittel bereits vorgemischt mit einer eventuell modifizierten ersten Bohle auf- bringt. Dann müsste in dem Fertiger eventuell noch zusätzlich eine Mischereinrichtung vorgesehen werden, wenn das Mischgut nicht bereits vorgemischt zugeführt wird. Denkbar ist selbstverständlich auch, bei solchen Geräten die erste Bohle durch die in Fig.2 gezeigten Einbauvorrichtungen zu ersetzen, mit denen die Komponenten 28 (Granulat) und 27 (Bindemittel) separat eingebaut werden können.