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Title:
PROCESS FOR PRODUCING A SOFT-MAGNETIC MOULDING AND SOFT-MAGNETIC MOULDING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/122307
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a soft-magnetic moulding (20), in which, according to a first aspect, magnetically conductive particles (21) are melted such that electrical insulating points are arranged locally in the interspaces interrupting eddy currents which arise when the moulding is used in a magnetic field. According to a second aspect, layers are formed from the particles (21) in the presence of an additive (22), said layers are locally heated by an energy supply, or a blank is formed from the particles (21) and the additive (22), the blank being heated by an energy supply. The energy supply is temporally concentrated such that the magnetically conductive particles at least melt and form a structure with interspaces, in which electrical insulation points are formed on the basis of the additive (22).

Inventors:
BÜTSCHI, Thomas (Eigerweg 10, 3647 Reutigen, 3647, CH)
Application Number:
EP2018/086520
Publication Date:
June 27, 2019
Filing Date:
December 21, 2018
Export Citation:
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Assignee:
QUERDENKFABRIK AG (Eisenbahnstrasse 5, 3604 Thun, 3604, CH)
International Classes:
H01F1/22; B22F3/087; B22F3/105; H01F3/08; H01F41/02; H01F41/16
Domestic Patent References:
WO2013185967A12013-12-19
WO2016135187A12016-09-01
Foreign References:
US20170154713A12017-06-01
JP2015133416A2015-07-23
US20020192104A12002-12-19
US6202757B12001-03-20
DE102014006519A12015-11-05
DE102013021944A12015-06-25
Attorney, Agent or Firm:
AMMANN PATENTANWÄLTE AG BERN (Schwarztorstrasse 31, Postfach, 3001 Bern, 3001, CH)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung eines weichmagnetischen Formteils (20), welches im Innern elektrische Isolierstellen aufweist zur Reduzierung der Wirbelstromverluste, wobei beim Verfahren magnetisch leitende Partikel (21 ) bereitgestellt werden, die frei von einer Ummantelung einer elektrischen Isolierschicht sind, und zur Bildung des Formteils miteinander so verschmolzen werden, dass lokal in den Zwischenräumen die

elektrischen Isolierstellen angeordnet sind, welche Wirbelströme unterbrechen, die bei einer Verwendung des Formteils in einem Magnetfeld entstehen.

2. Verfahren zur Herstellung eines weichmagnetischen Formteils (20),

insbesondere nach Anspruch 1 , bei welchem magnetisch leitende Partikel (21 ) und ein Zusatzstoff (22, 22') zur Bildung von elektrischen Isolierstellen bereitgestellt werden, wobei

aus den Partikeln unter Anwesenheit des Zusatzstoffes Schichten gebildet werden, die lokal durch eine Energiezuführung erhitzt werden, oder

aus den Partikeln und dem Zusatzstoff ein Rohling gebildet wird, der durch eine Energiezuführung erhitzt wird, wobei

die Energiezuführung zeitlich konzentriert ist, so dass die magnetisch leitenden Partikel zumindest anschmelzen und eine Struktur mit Zwischenräumen bilden, in welchen aufgrund des Zusatzstoffes elektrische Isolierstellen gebildet werden.

3. Verfahren nach Anspruch 2, welches mindestens eines der folgenden Merkmale a-e aufweist:

a) der Zusatzstoff (22, 22') ist in Form von Partikeln und/oder als Paste bereitgestellt, b) der bereitgestellte Zusatzstoff ist flüssig,

c) der bereitgestellte Zusatzstoff ist gasförmig,

d) der Zusatzstoff (22, 22') in den Zwischenräumen wirkt als elektrische Isolierstellen, e) es bilden sich aufgrund des Zusatzstoffes (22, 22') in den Zwischenräumen

Oxidschichten als elektrische Isolierstellen.

4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die magnetisch leitenden Partikel (21 ) aus einem Material mit einer Dichte rho bestehen und vorzugweise frei von einer Ummantelung einer elektrischen Isolierschicht sind, wobei die Dichte des hergestellten Formteils mindestens 90 %, vorzugsweise mindestens 92 % und besonders bevorzugt mindestens 94 %, der Dichte rho entspricht.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die zeitlich konzentrierte Energiezuführung durch lokales Erhitzen einer Schicht mittels Laserstrahls (15) oder durch adiabatisches Pressen des Rohlings erfolgt.

6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem mittels einer Auftragungseinrichtung (17) zur Bildung weiterer elektrischer Isolierstellen ein weiterer Zusatzstoff (22'), der vorzugsweise dem bereitgestellten Zusatzstoff (22) entspricht, gezielt auf die Schichten aufgetragen wird, um ein Formteil herzustellen, welches eine inhomogene Verteilung an elektrischen Isolierstellen (22b) aufweist.

7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüchen, bei welchem zusätzlich Material angebracht wird zur Bildung mindestens eines Elements, das magnetisch nicht leitend ist, insbesondere eines Stegs und/oder einer Anbindungsstelle, vorzugsweise ist das Element ein integral gefertigtes Element des Formteils (20).

8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem das Formteil (20) durch Materialabtrag nach bearbeitet wird, insbesondere durch Schleifen, Drehen und/oder Fräsen.

9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Zusatzstoff (22) in Form von Partikeln bereitgestellt wird und vorzugsweise mindestens eines der folgenden Merkmale A-C aufweist:

A) die magnetisch leitenden Partikel (21 ) und der Zusatzstoff (22) sind in Form eines Gemisches bereitgestellt,

B) der Zusatzstoff (22) liegt in Form von Partikeln vor, deren Korngrösse kleiner als jener der magnetisch leitenden Partikel (21 ) ist,

C) die Schmelztemperatur des Zusatzstoffes (22) ist höher als jene der magnetisch leitenden Partikeln (21 ), so dass der Zusatzstoff in den Zwischenräumen durch die zeitlich konzentrierte Energiezuführung im Wesentlichen nicht geschmolzen wird, oder

die Schmelztemperatur des Zusatzstoffes (22) ist höchstens so hoch wie jene der magnetisch leitenden Partikeln (21 ), so dass sich durch die zeitlich konzentrierte Energiezuführung die Struktur des Zusatzstoffes verändert wird, indem er elektrisch isolierende Schichten in den Zwischenräumen bildet.

10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zur

Herstellung des Formteils (20) verwendeten Materialien frei von Epoxid-, Phenol- und Polyamidharzen als Bindemittel ist 1 1 , Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die magnetisch leitenden Partikel (21 ) aus einem Material bestehen, das Eisen, Nickel und/oder Cobalt umfasst, und/oder ein Gemisch bilden, welches mindestens eines der nachfolgenden Materialien enthält:

- Eisen

- Silizium

— Cobalt

- Nickel

- Aluminium

- Kupfer

- Zinn

- Antimon

— Bor

- Arsen

- Wismut

- Chromoxid

- Ferrite. 12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Zusatzstoff

(22, 22') nicht-metallisch oder metallisch ist und vorzugsweise mindestens einen der folgenden Stoffe umfasst:

- Silikon

~ Germanium

- Wachs, insbesondere N,N’-Ethylenbisstearamid

- Thermoplast, insbesondere Polyvinylchlorid, Polyethersulfon, Polycarbonat

- Aluminiumoxid

- Kohlenstoff

— Keramik

- Glas

- Gas oder Gasgemisch zur Bildung einer Oxidschicht

13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, welches auf einer Anlage durchgeführt wird, welche mindestens eines der folgenden Merkmale M1-M5 aufweist:

M1 ) mindestens ein Reservoir (10) zur Aufnahme zumindest der magnetisch leitenden Partikel (21), M2) ein Fertigungsbett (1 1) mit einer schichtweise verfahrbaren Arbeitsplattform (11 a), in welchem das Formteil (20) gefertigt wird,

M3) mindestens einen verfahrbaren Beschichter (12), mitteis welchem eine Schicht, welche magnetisch leitende Partikel (21 ) aus einem bzw. dem mindestens einen Reservoir (10) umfasst, in einem bzw. dem Fertigungsbett (11 ) bildbar ist,

M4) mindestens einen Laser (13) und mindestens eine Scaneinrichtung (14) zum

Erzeugen und Führen des Laserstrahls (15) entlang einer vorbestimmten Bahn,

M5) mindestens eine Auftragungseinrichtung (17), mittels welcher ein Zusatzstoff (22') zur Bildung elektrischer Isolierstellen gezielt auf eine jeweilige Schicht auftragbar ist,

und/oder welche Anlage mindestens eines der folgenden Merkmale M6-M7 aufweist:

M6) mindestens eine Negativform, welche zumindest teilweise komplementär zum

Formteil ausgebildet ist,

M7) mindestens einen Stempel zum adiabatischen Pressen eines Rohlings.

14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die zeitlich konzentrierte Energiezuführung durch adiabatisches Pressen des Rohlings erfolgt, wobei zur Herstellung des Rohlings magnetisch leitende Partikel (21 ) und der Zusatzstoff (22, 22') in eine Negativform eingebracht werden und, bevor das adiabatisches Pressen erfolgt, der Leerraum zwischen den Partikeln verringert wird, vorzugsweise durch mechanische Einwirkung und/oder ohne Wärmeeintrag.

15. Weichmagnetisches Formteil, welches als Stator- oder Rotorteil einer elektrischen Maschine dient und welches insbesondere mit dem Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche herstellbar ist, wobei das Formteil mindestens eines der folgenden Merkmale a-c aufweist:

a) Das Formteil weist magnetisch leitende Bereiche (21 ) auf, die aus einem Material mit einer Dichte rho bestehen, wobei die Dichte des Formteils mindestens 90 % der Dichte rho entspricht.

b) Das Formteil ist integral gefertigt und weist mindestens einen Innenhohlraum (26, 27) auf.

c) Das Formteil ist integral gefertigt und weist eine inhomogene Verteilung an

elektrischen Isolierstellen auf. 16. Formteil nach einem der Anspruch 15, dessen Dichte grösser als 7.0 Gramm pro Kubikzentimeter ist, bevorzugt grösser als 7.1 Gramm pro Kubikzentimeter und besonders bevorzugt grösser als 7.2 Gramm pro Kubikzentimeter.

17. Formteil nach einem der Ansprüche 15 bis 16, bei welchem der Innenhohlraum einen Innenkanal (26) zur Kühlung bildet und/oder bei welchem integral gefertigte Kühlrippen vorgesehen sind. 18. Formteil nach einem der Ansprüche 15 bis 17, welches als Statorteil mit Zähnen ausgebildet ist, welche zur Bildung von Polen dienen.

Description:
Verfahren zur Herstellung eines weichmagnetischen Formteils und

weichmagnetisches Formteil

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines weichmagnetischen Formteils sowie ein weichmagnetisches Formteil.

Weichmagnetische Werkstoffe sind ferromagnetische Materialien, die sich in einem Magnetfeld leicht magnetisieren lassen. Werden Formteile aus einem derartigen

Werkstoff z.B. in Form von Statorteilen einem äusseren magnetischen Wechselfeld ausgesetzt, kommt es zu einer wiederkehrenden Ummagnetisierung. Es entstehen dabei Ummagnetisierungsverluste. Bei elektrisch leitenden Formteilen rühren ein Teil dieser Verluste von den induzierten Wirbelströmen her. Um die Ummagnetisierungsverluste zu reduzieren, ist es bekannt die Formteile aus Eisenpartikeln herzustellen, die vollständig von einer elektrischen Isolierschicht umgeben sind, um so einen Stromfluss zu verhindern. Zur Fertigung des Formteils werden die isolierten Eisenpartikel durch Pressen und Sintern im Ofen in die gewünschte Form gebracht. Dieses

Herstellungsverfahren hat verschiedene Nachteile:

• Es kommt zu einem Schwund, der im Bereich von 15 - 20 % liegen kann. Der

Schwund ist schwierig zu berücksichtigen, da er in der Regel ein nicht-lineares Verhalten aufweist.

• Sollen grosse Stückzahlen mit der gewünschten Qualität gefertigt werden, so sind aufwändige Massnahmen vorzusehen, um einen stabilen und formgenauen Prozess zu garantieren, beispielsweise ein Kalibrieren nach dem Sintern.

• Die ganzflächig isolierten Partikel sind nur an der Aussenfläche eines Formteils

miteinander verschmolzen, in seinem Innern jedoch bilden sie einen relativ losen Verbund, so dass das Formteil relativ spröde ist und eine mechanische

Nachbearbeitung mittels eines Werkzeugs erschwert oder gar verunmöglicht ist.

• Die maximal erzielbare Dichte, welche die aus den vollständig isolierten

Eisenpartikeln gefertigten Formteile aufweist, ist limitiert.

• Die Herstellungskosten sind hoch u.a. aufgrund der langen Durchlaufzeit und des hohen Energieverbrauches.

In der DE 10 2014 006 519 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung komplexer,

magnetischer und/oder magnetisierbarer Formteile mithilfe additiver Fabrikatoren beschrieben. Es sind keine Massnahmen vorgesehen, um den elektrischen spezifischen Widerstand der Formteile tief zu halten. Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren von weichmagnetischen Formteilen mit verbesserten Eigenschaften anzugeben.

Ein Verfahren, das diese Aufgabe löst, ist im Patentanspruch 1 oder 2 angegeben. Die weiteren Patentansprüche geben bevorzugte Ausführungen an sowie ein Formteil, weiches insbesondere durch das erfindungsgemässe Verfahren herstellbar ist.

Gemäss einem ersten Aspekt werden magnetisch leitende Partikel, die frei von einer Ummantelung einer elektrischen Isolierschicht sind, miteinander so verschmolzen werden, dass lokal in den Zwischenräumen elektrische Isolierstellen angeordnet sind.

Gemäss einem zweiten Aspekt werden durch eine Energiezufuhr magnetisch leitende Partikel zumindest angeschmolzen. Die Energiezufuhr ist zeitlich konzentriert und erfolgt typischerweise in weniger als 1 Sekunde. Es bildet sich in den Zwischenräumen aufgrund eines Zusatzstoffes elektrische Isolierstellen. Diese reduzieren insbesondere die Wirbelströme bei der Ummagnetisierung. Die magnetisch leitenden Partikel brauchen nicht Zwingendermassen mit einer vollständigen Umhüllung einer Isolierschicht versehen sein. Es ist dadurch eine hohe Dichte erzielbar.

Die elektrischen Isolierstellen, die beim Verfahren gemäss dem ersten bzw. zweiten Aspekt entstehen, sind inselartig im Innern des magnetflussleitenden Formteils ausgebildet. Die jeweilige Isolierstelle des Formteils wirkt stromunterbrechend. Wird das Formteil einem sich zeitlich veränderlichen magnetischen Feld ausgesetzt, werden Wirbelströme vermieden oder zumindest reduziert, da ein Stromfluss durch die

Isolierstellen unterbrochen wird. Eisenverluste können dadurch vermindert werden.

Sn einer ersten Ausführungsform wird das Formteil schichtweise hergestellt.

Vorzugsweise ist eine Auftragungseinrichtung vorgesehen, um gezielt zusätzlichen Zusatzstoff auf eine Schicht aufzutragen. Dadurch ist ein Formteil herstellbar, welches eine gezielt inhomogene Verteilung an elektrischen Isolierstellen aufweist, um so bei Verwendung als Statorteil den magnetischen Fluss B in eine gewünschte Richtung leiten zu können.

In einer zweiten Ausführungsform erfolgt die Herstellung durch adiabatisches Pressen. Dieses Verfahren erlaubt es, Formteile in kurzer Herstellungszeit zu fertigen.

Die Verschmelzung des Materials, z.B. Pulvers erfolgt mittels eines Energieschlags oder mehrerer aufeinanderfolgender Engergieschläge. Der mindestens eine Energieschlag wird z.B. mittels Ramme ausgeführt. Ein besonderer Vorteil der kurzzeitig eingebrachten Energie in das Material, z.B. Pulver, ist, dass die Verarbeitungstemperaturen im Formteil typischerweise weniger als 100°C betragen. Damit können als Isolatoren auch

Zusatzstoffe mit tiefem Schmelzpunkt verwendet werden, z.B. organische Zusatzstoffe, welche normalerweise im Sinterprozess diffundieren.

Vorzugsweise wird eine Negativform verwendet, welche mit den magnetischen Partikeln und dem Zusatzstoff befüllt wird, wobei der Leerraum zwischen den Partikeln vorgängig zum adiabatischen Pressen reduziert wird, beispielsweise mittels mechanischen Mitteln und/oder durch Absaugen von Luft. In einer besonderen Ausführungsform wird der Schritt der Leerraumreduzierung mittels des Stempels durchgeführt, welcher

nachfolgend als Ramme für das adiabatische Pressen verwendet wird.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf Figuren erläutert. Es zeigen

Fig. 1 schematisch ein Beispiel einer Anlage zur Herstellung eines

weichmagnetischen Formteils,

Fig. 2 eine Detailansicht eines Gemisches, welches zur Herstellung eines

weichmagnetischen Formteils verwendbar ist vor dem Erhitzen,

Fig. 3 das Gemisch gemäss Fig. 2 nach dem Erhitzen,

Fig. 4 eine Detailansicht eines anderen Gemisches, welches zur Herstellung eines weichmagnetischen Formteils verwendbar ist vor dem Erhitzen,

Fig. 5 das Gemisch gemäss Fig. 4 nach dem Erhitzen,

Fig. 6 ein einzelnes Eisenpartikel, welches vollständig mit einer elektrischen

Isolierschicht umhüllt ist,

Fig. 7 ein einem Magnetfeld ausgesetztes Formteil aus magnetisch leitenden

Partikeln, welches nur partiell mit elektrischen Isolierstellen versehen ist,

Fig. 8 eine typische Hysteresekurve eines Formteils, welche seine magnetische Flussdichte B in Abhängigkeit des umgebenden Magnetfeldes H zeigt, Fig. 9 ein Beispiel eines Statorteils in einem Längsschnit,

Fig. 10 ein gemäss dem Stand der Technik gefertigtes Statorteil in einem Längsschnitt, Fig 11 eine perspektivische Explosionsansicht einer Ausführungsart eines Stators,

Fig. 12 einen Querschnitt einer anderen Ausführungsart eines Stators,

Fig. 13 einen Querschnitt einer Variante des Stators mit Innenkanälen und Kühlrippen, Fig. 14 eine 3D-Blechstruktur im Querschnitt,

Fig. 15 einen Querschnitt einer weiteren Ausführungsart eines Rotors und eines Stators mit gezielter Flussumlenkung, und

Fig. 16 einen Querschnitt einer Ausführungsart eines Rotors und eines Stators ohne gezielter Flussumlenkung.

Fig. 1 zeigt schematisch eine Anlage, welche zur Herstellung von weichmagnetischen Formteilen ausgelegt ist und welche ähnlich einer Anlage zum selektiven Lasersintern aufgebaut ist. In der Fig. 1 sind die X- und Z-Achse eingezeichnet, welche die

Schnittebene definieren, in welcher die Anlage dargestellt ist. Die Y-Achse erstreckt sich quer zu diesen beiden Achsen X und Z. Die Anlage umfasst ein Reservoir 10 zur Aufnahme und Zufuhr des Ausgangsmaterials 21 , 22, ein Fertigungsbett 11 , in welchem das Formteil 20 gefertigt wird, einen

Beschichter 12 zur Bildung einer Schicht des Ausgangsmaterials 21 , 22 im

Fertigungsbett 11 , einen Laser 13 sowie eine Scaneinrichtung 14. Das Reservoir 10 weist einen in Z-Richtung hebbaren Boden 10a auf, welcher beispielsweise Teil eines verschiebbaren Kolbens ist.

Das Fertigungsbett 11 weist eine in Z-Richtung absenkbare Arbeitsplattform 11 a auf, die z.B. Teil eines verschiebbaren Kolbens ist.

Der Beschichter 12 ist entlang des Fertigungsbetts 1 1 , d.h. in X-Richtung verfahrbar und z.B. als drehbare Rolle oder Rakel ausgebildet. Der Laser 13 und die Scaneinrichtung 14 sind zum Erzeugen eines Laserstrahls 15 ausgelegt, der zum lokalen und zeitlich konzentrierten Erhitzen einer Schicht des Ausgangsmaterials im Fertigungsbett 1 1 dient. Der Laser 13 erzeugt einen Strahl, der typischerweise im Infrarotbereich liegt. Als Laser sind z.B. ein G0 2 -Laser oder ein

Nd:YAG-Laser geeignet.

Die Scaneinrichtung 14 umfasst optische Elemente, beispielsweise eine oder mehrere Unsen und einen oder mehrere Spiegel, und dient dazu, den vom Laser 13 erzeugten Strahl gegebenenfalls zu fokussieren oder aufzuweiten und entlang einer vorbestimmten Bahn im Fertigungsbet 11 zu führen, die die Form des Formteils 20 auf dem Niveau definiert, in welcher die Schicht erhitzt wird.

Ein weiteres Reservoir 16 dient als Silo, aus welchem Ausgangsmaterial 21 , 22 in das Reservoir 10 überführbar und/oder ungenutztes Ausgangsmaterial 21 , 22 aus dem Fertigungsbett 1 1 aufnehmbar ist

Das Reservoir 10, das Fertigungsbet 1 1 und das Reservoir 16 sind durch Wandungen 10b, 10c, 1 1 b, 11 c, 16a, 16b begrenzt. Diese sind vorne und hinten, d.h. in der Y- Richtung gesehen durch weitere (in der Fig. 1 nicht zu sehende) Wandungen verbunden und/oder sind rund ausgebildet, so dass sich jeweils eine seitlich geschlossene Kammer ergibt.

Ein mögliches Verfahren zur Herstellung eines weichmagnetischen Formteils 20 ist wie folgt:

Es werden Geometriedaten bereitgestellt, welche die gewünschte Geometrie des zu fertigenden Formteils definieren. Diese Geometriedaten liegen z.B. als CAD-Daten vor und definieren die Bahn, entlang welcher der Laserstrahl 15 in einer jeweiligen Schicht zu führen ist.

Das Ausgangsmaterial 21 , 22 wird im Reservoir 10 bereitgestellt. Als Ausgangsmaterial wird beispielsweise ein Gemisch aus magnetisch leitenden Partikeln 21 und einem Zusatzstoff 22 zur Bildung von elektrischen Isolierstellen 22 verwendet. Diese dienen beim fertigen Formteil 20 dazu, Wirbelströme, die beim Ummagnetisieren entstehen, zu unterbrechen oder zumindest zu reduzieren. Das Gemisch liegt z.B. in einer

schüttfähigen Form vor, wobei vorzugweise der Zusatzstoff 22 als Partikel vorliegt. Es ist auch denkbar, den Zusatzstoff 22 in pastöser, flüssiger oder gasförmiger Form so bereitzustellen, dass er mindestens mit der Schicht in Kontakt steht, welche aus den magnetisch leitenden Partikeln 21 im Fertigungsbett 11 gebildet worden ist und welche mit dem Laserstrahl 15 erhitzt wird.

Die magnetisch leitenden Partikel 21 liegen als Pulver und/oder Granulat vor. Das jeweilige Partikel 21 liegt vorzugsweise in reiner Form vor, wobei die Partikel 21 aus unterschiedlichen Materialien bestehen können und somit ein Gemisch bilden.

Als Material für die magnetisch leitenden Partikel 21 ist z.B. geeignet (Gehaltsangaben nachfolgend in Gewichtsprozent):

- Eisen (Fe)

- Nickel (Ni)

- Cobalt (Co)

- Silizium-Eisen-Gemisch. Der Gehalt an Silizium ist z. B. im Bereich von 2.5 bis 4 %, beispielsweise bei 3 %.

- Nickel-Eisen-Gemisch. Der Gehalt an Nickel ist z.B. im Bereich von 8 bis 30 %.

- Cobalt-Eisen-Gemisch. Der Gehalt an Cobalt ist z.B. im Bereich von 10 bis 50 %.

Es können auch andere Gemische vorgesehen sein, die mindestens zwei der folgenden Stoffe umfassen:

- Eisen

- Silizium

- Cobalt

- Nickel

- Aluminium

- Kupfer

- Zinn

- Antimon

- Bor

- Arsen

- Wismut

- Chromoxid

- Ferrite

Vorzugsweise sind die magnetisch leitenden Partikel 21 frei von einer vollständigen Umhüllung durch eine elektrische Isolierschicht.

Als Zusatzstoff 22 sind z.B. folgende Stoffe geeignet:

- Silikon - Germanium

- Wachs, insbesondere N,N'- Ethylenbisstearamid (Amidwachs, welches z.B unter der Bezeichnung Acrawax C, Lonza AG, Basel, Schweiz, erhältlich ist). Der

Schmelzpunkt liegt unter 200 Grad Celsius und/oder 150 Grad Celsius.

- Aluminiumoxid

- Kohlenstoff

- Keramik

- Glas

- Gas, welches bei der Erhitzung durch den Laserstrahl 15 zu einer Oxidschicht

zwischen den Partikeln 21 führt. Als derartige Gase sind z.B. geeignet:

Schwefelhexafluorid (SF 6 ), Gemisch aus Stickstoff (N 2 ) und Schwefelhexafluorid (z.B. 80 % Stickstoff und 20 % Schwefelhexafluorid).

- Thermoplast, beispielsweise Polyvinylchlorid (PVC), Polyethersulfon (PES),

Polycarbonat (PC).

Der Zusatzstoff 22 kann als Partikel vorliegen, deren Korngrösse kleiner ist als jene der magnetisch leitenden Partikel 21. Der Medianwert (d 50 ) der Korngrössenverteilung des Zusatzstoffs 22 ist dann kleiner als der Medianwert (d 50 ) der Korngrössenverteilung der magnetisch leitenden Partikel 21. Es ist auch denkbar, dass der Zusatzstoff 22 als Partikel mit einer Korngrösse vorliegt, die mindestens so gross wie jene der magnetisch leitenden Partikeln 21 ist.

Der Boden 10a wird gehoben und mittels des Beschichters 12 eine Schicht auf der

Arbeitsp!attform1 1a gebildet. Die Schicht ist vollflächig und erstreckt sich gemäss Fig. 1 in der XY-Ebene. Sie hat typischerweise eine Dicke im Bereich von 1 bis 200

Mikrometer. Anhand der Geometriedaten wird der Laserstrahl 15 entlang der

gewünschten Bahn geführt. Dabei wird das Ausgangsmaterial 21 , 22 an den

entsprechenden Stellen erhitzt, so dass sich die magnetisch leitenden Partikel 21 miteinander verbinden. Durch geeignete Einstellung des Energieeintrages durch den Laserstrahl 15 werden die magnetisch leitenden Partikel 21 angeschmolzen und der

Zusatzstoff 22 bildet in den Zwischenräumen zwischen den magnetisch leitenden Partikeln 21 elektrische Isolierstellen. Dies ist schematisch in den Fig. 2 und 3 sowie 4 und 5 dargestellt, welche eine Schicht mit magnetisch leitenden Partikeln 21 und

Zusatzstoff 22 vor bzw. nach dem Erhitzen zeigen. Wie aus Fig. 3 bzw. 5 ersichtlich, haben sich die magnetisch leitenden Partikel 21 im Kontaktbereich verbunden; deren Struktur bleibt jedoch im Wesentlichen erhalten. Die Energie des Lasers 13 ist sehr schnell einbring bar, so dass ein Einschluss des Zusatzstoffs 22 in den Zwischenräumen erfolgt ln Fig. 3 ist die Situation gezeigt, bei welcher der Zusatzstoff 22 eine höhere Schmelztemperatur als die magnetisch leitenden Partikel 21 aufweist, so dass er durch den Laserstrahl 22 nicht geschmolzen wird. In der Fig. 5 ist die Situation gezeigt, bei welcher der Zusatzstoff 22 die gleiche oder eine tiefere Schmelztemperatur als die magnetisch leitenden Partikel 21 aufweist, so dass er durch den Laserstrahl 22 geschmolzen wird und eine isolierende Schicht 22a in dem jeweiligen Zwischenraum der magnetisch leitenden Partikel 21 bildet.

Je nach Auswahl des Zusatzstoffes 22, beispielsweise als Gas, kann dieser bei der Erhitzung zu einer Oberflächenänderung der magnetisch leitenden Partikel 21 führen, so dass in den Zwischenräumen eine Oxidschicht gebildet wird, die als elektrische

Isolierstellen wirken. Gegebenenfalls befindet sich das Fertigungsbett 1 1 in einer geschlossen Kammer, welchem der Zusatzstoff 22 als Gas zugeführt wird. Es ist auch denkbar, dass der Zusatzstoff 22 zuerst in fester Form vorliegt (z.B. als Acrawax) und bei der Erhitzung schmilzt, so dass dabei ein Gas entsteht, das die Bildung einer

Oxidschicht im jeweiligen Zwischenraum bewirkt.

Die Arbeitsplattform 1 1a wird nach dem Erhitzen um eine Schichtdicke gesenkt. Der Boden 10a wird angehoben und mittels des Beschichters 12 eine nächste Schicht an Ausgangsmaterial 21 , 22 im Fertigungsbett 1 1 aufgetragen. Anschliessend erfolgt wieder die Erhitzung mittels des Laserstrahls 15 an den vorgegebenen Stellen.

Durch sukzessives Aufträgen einer Schicht und Erhitzen entsteht das fertige Formteil 20.

Während der Fertigung ist das Formteil 20 im Fertigungsbett 1 1 im Rest des

Ausgangsmaterials 21 , 22 eingebettet, welches nicht mittels des Laserstrahls 15 erhitzt worden ist. Am Ende der Fertigung wird das Formteil 20 aus dem Fertigungsbett 1 1 entnommen und allenfalls noch anhaftendes Ausgangsmaterial 21 , 22 abgeklopft, abgebürstet und/oder auf andere Weise entfernt.

Bei dem soweit beschriebenen Verfahren weist jede Schicht eine im Wesentlichen homogene Konzentration an Ausgangsmaterial 21 , 22 auf. Das Formteil 20 weist demnach eine im Wesentlichen homogene Verteilung der elektrischen Isolierstellen auf. ln einer Ausführungsform des Herstellungsverfahrens ist ein Formteil 20 fertigbar, welches eine lokal unterschiedliche Verteilung an Isolierstellen aufweist. Zu diesem Zweck ist bei der Anlage gemäss Fig. 1 eine Auftragungseinrichtung in Form eines verfahrbaren Arbeitskopfes 17 vorgesehen, mittels welchem ein weiterer Zusatzstoff 22’ an vorgegebenen Stellen auf eine vom Beschichter 12 gebildete Schicht aufgetragen werden kann, bevor diese mittels des Laserstrahls 15 erhitzt wird. Der Arbeitskopf 17 ist z.B. als Sprüh- oder Druckkopf ausgebildet, mittels welchem der weitere Zusatzstoff 22’ z.B. in fester oder flüssiger Form an vorbestimmten Stellen aufgetragen werden kann. Der weitere Zusatzstoff 22' im Arbeitskopf 17 kann z.B. dem Zusatzstoff 22 entsprechen oder ein anderes geeignetes Material sein, welches nach der Erhitzung elektrisch Isolierstellen im Formteil 20 bildet.

Nebst den soweit beschriebenen Verfahren sind auch andere Verfahren geeignet, um weichmagnetische Formteile herzustellen. Beispielsweise ist aus der DE 10 2013 021 944 A1 eine additive Fertigung bekannt, bei welcher mittels elektrofotographischen Bildtrommeln Material an vorgegebenen Stellen auftragen wird. Nebst dem

Fertigungsmaterial, welches hier aus magnetisch leitenden Partikeln 21 und Zusatzstoff 22 besteht, kann bei diesem Verfahren auch ein Stützmaterial aufgetragen werden, welches nach der Fertigung des Formteils entfernt und z.B. zur Fertigung von

Hinterschniten dient. Vorzugsweise sind hier mindestens drei Walzen vorgesehen, mittels welchen magnetisch leitende Partikel 21 , Zusatzstoff 22 bzw. Stützmaterial auftragbar sind. Ein Fertigungskopf zum Aufträgen der magnetisch leitenden Partikel 21 weist eine Fixiereinheit mit einem Laser auf, mittels welchem zeitlich konzentriert Energie auf die magnetisch leitenden Partikel 21 übertragbar ist, um ein Anschmelzen zu erzeugen. Durch Hintereinanderanordnen mehrerer Fertigungsköpfe zum Aufträgen von Fertigungs- und Stützmaterial ist eine Produktionsstrasse bereitstellbar, welche eine effiziente Fertigung von Formteilen ermögiicht.

Nebst additiven Fertigungsverfahren ist es auch denkbar, ein Formteil 20 in einem Stück herzustellen mitels sogenannter adiabatischer Umformung bzw. Verdichtung

("adiabatisches Pressen"). Aus dem Gemisch aus magnetisch leitenden Partikeln 21 und Zusatzstoff 22 wird in einem ersten Prozessschritt z.B. durch Verpressen ein Rohling gefertigt, welcher der gewünschten Form des Formteils 20 entspricht. Der Rohling ist dabei noch nicht verfestigt, so dass die Partikel gegebenenfalls nur minimal

Zusammenhalten. Es kann ein zusätzliches Bindemittel vorgesehen sein und/oder der Zusatzstoff 22 selbst wirkt als derartiges Bindemittel, z.B. bei Silikon. In einem zweiten Prozessschritt wird dann der Rohling verdichtet, so dass er die gewünschte Härte erhält. Dabei wird mittels mindestens eines Schlags Energie von über 5000 Joule pro mm 3 und vorzugsweise von über 6000 Joule pro mm 3 eingebracht wird, welche die Partikel 21 miteinander verschmelzen lässt. Der Schlag wird beispielsweise mittels

Hochgeschwindigkeitspressen ausgeführt, wie es z.B. in der WO 2016/135187 A1 beschrieben ist, wonach eine Ramme auf den Rohling einwirkt, die z.B. mit mehr als 5 m/s bewegt wird. Allerdings ist bei diesem bekannten Verfahren nachfolgend zum Verdichten ein Sintern durch Erhitzen im Ofen vorgesehen. Ein derartiges nachträgliches Sintern ist hier zum Verschmelzen der Pulverkörner nicht vorgesehen.

Der Erfinder hat festgestellt, dass die Partikel 21 durch das adiabatische Pressen gegebenenfalls zu wenig miteinander verschmolzen werden und/oder unerwünschte Lufteinschlüsse entstehen, wenn vorgängig zu viel Leerraum zwischen dem zu verdichtenden Material vorhanden ist. Es ist daher vorzugsweise ein Verfahrensschrit vor dem adiabatischen Pressen vorgesehen, bei welchem der Leerraum reduziert wird. Die Leerraumreduzierung wird ohne Wärmeeintrag durchgeführt und erfolgt z.B. durch Einwirken eines Stempels, Vibrieren, Absaugen von Luft, Anlegen eines Vakuums und/oder durch andere geeignete Massnahmen.

Vorzugsweise wird der Schritte der Leerraumreduzierung und der Schrit des

adiabatischen Pressen auf derselben Maschine durchgeführt. In einem

Ausführungsbeispiel weist die Maschine eine Negativform auf, welche die Form des Formteils definiert und oben offen ist. Die Negativform wird mit den magnetisch leitenden Partikeln und gegebenenfalls auch mit dem Zusatzstoff befüllt, wenn dieser z.B. in fester bzw. flüssiger Form vorliegt. Der Leerraum zwischen den Partikeln wird wie oben erwähnt reduziert. In einer Ausführungsform wird dazu der Stempel verwendet, der später als Ramme für das adiabatische Pressen eingesetzt wird, wobei er jedoch wesentlicher langsamer und mit geringerem Hub bewegt wird. Danach erfolgt das adiabatische Pressen.

Je nach der Form des herzustellenden Formteils ist es auch denkbar, den Stempel für das adiabatische Pressen mehrteilig auszugestalten. Diese erlaubt es, die Teile des Stempels mit unterschiedlichem Hub zu bewegen und so Dichteunterschiede im Formteil zu kompensieren.

Die Herstellung mittels adiabatischen Fressens erlaubt es, Formteile mit den

gewünschten geometrischen Abmessungen herzustellen. Dadurch kann eine etwaige Nachbearbeitung entfallen. Typischerweise sind mittels des adiabatischen Fressens folgende Genauigkeiten in der Geometrie erreichbar, wobei die Angaben die maximale Abweichung vom Sollwert angeben:

• höchstens ±2 %, bevorzugt höchstens ±1 % für eine Abmessung in Pressrichtung, d.h. in Richtung in welcher der Stempel bewegt wird • höchstens ±0.5 %, bevorzugt höchstens ±0.25 % für eine Abmessung quer zur Pressrichtung. (Diese Abmessung wird durch die Wandungen der Negativform definiert und ist daher besonders genau.)

Das adiabatische Pressen als Herstellungsverfahren hat gegenüber einer Herstellung mittels eines additiven Verfahrens den Vorteil, dass ein Formteil in kürzerer Zeit herstellbar ist und daher besonders geeignet ist für eine wirtschaftliche Herstellung in hohen Stückzahlen.

Mittels der hier beschriebenen Herstellungsverfahren sind weichmagnetische Formteile fertig bar, die typischerweise folgende Eigenschaften haben:

- Das Formteil ist nicht-permanentmagentisch.

- Die Dichte des Formteils ist besser angenähert an die Dichte der magnetisch

leitenden Partikel. Dies ist u.a. dadurch erreichbar, indem beim Ausgangsmaterial magnetisch leitende Partikel verwendet werden, welche keine vollständige

Ummantelung einer elektrischen Isolierschicht aufweisen. Fig. 6 zeigt beispielhaft ein Eisenpartikel 23a, welches vollständig mit einer Isolierschicht 23b versehen ist. Wird ein Formteil aus derartigen Partikeln mit den bekannten Sinterverfahren hergestellt, ist es im Innern relativ porös und weist einen relativ hohen Anteil an Isoliermaterial und auch Bindemittel auf. Entsprechend ist seine Dichte reduziert. Der Erfinder hat erkannt, dass eine vollständige isolierende Umhüllung der magnetisch leitenden Partikel nicht erforderlich ist, um Wirbelstromverluste möglichst zu vermeiden, welche beim Ummagnetisieren des weichmagnetischen Formteils entstehen. Es ist ausreichend, wenn ein magnetisch leitendes Partikel 21 partiell durch eine

Isolatorbarriere versehen ist, welche den Wirbelstromfluss unterbricht, wie dies schematisch in Fig. 7 gezeigt ist. Dort ist ein Teil des Formteils 20 dargestellt, beim welchen Wirbelströme I in der Ebene quer zum Magnetfluss B versuchen zu fliessen. Diese werden durch die elektrischen Isolierstellen 22b unterbrochen, die aufgrund des Zusatzstoffes 22 gebildet wurden.

- Das Formteil weist eine schlanke Hysteresekurve auf und entsprechend sind die Hystereseverluste reduziert. Insbesondere ist die magnetische Koerzitivfeldstärke H c klein und die Remanenzflussdichte B r gross, vgl. Fig. 8. Bei den Statorteilen können aufgrund der erhöhten Flussdichte B längere Pole als üblich realisiert werden und es steht mehr Bauraum für die Wicklung zur Verfügung.

- Die relative Dichte (Dichte des Formteils verglichen mit der Dichte des Materials der magnetisch leitenden Partikel) beträgt mindestens 90 %

- Es sind Formteile herstellbar, welche die gewünschten physikalischen Parameter aufweisen. Typischerweise weisen die Dichte p, die magnetische Koerzitivfeldstärke H c und die Remanenzflussdichte B r eine maximale Abweichung vom jeweiligen Sollwert von höchstens +3 %, bevorzugt höchstens ±2 % auf.

Die hier beschriebenen Herstellungsverfahren haben insbesondere gegenüber dem bekannten Verfahren durch Sintern im Ofen u.a. den Vorteil, dass sich auch Formteile mit komplexen Geometrien Herstellen lassen. Beispielsweise sind Statorteile fertigbar, die für einen Magnetfluss ausgelegt sind, der im Betrieb nicht nur in einer Ebene, sondern in allen drei Richtungen erfolgen soll. Fig. 9 und 10 zeigen jeweils eine Hälfte eines Statorteils aus einem Flussrohr 20a bzw. 20’a und einer gezahnten Scheibe 20b bzw. 20'b in einem Längsschnitt, wobei A die Längsachse bezeichnet. Das Statorteil 20a, 20b gemäss Fig. 9 ist mit einem der hier beschriebenen Herstellungsverfahren integral fertigbar und erlaubt durch entsprechende Ausgestaltung der Geometrie die gewünschte Flussleitung zu erzielen. So ist hier der magnetische Fluss derart umleitbar, dass er zuerst quer zur Achse A und dann in dieser Richtung A ausgerichtet ist. Das in Fig. 10 dargestellte Statorteil 20'a, 20'b ist mittels dem vorbekannten

Herstellungsverfahren gefertigt, indem das Flussrohr 20'a einen geschichteten Aufbau aufweist und das Scheibenteil 20'b aus einem Blechpaket besteht. Der magnetische Fluss erfolgt im Flussrohr 20'a bzw. im Scheibenteil 20'b jeweils im Wesentlichen in einer Richtung.

Fig. 11 zeigt in einer perspektivischen Explosionsansicht eine Anordnung mit zwei Zahnscheiben 20b mit jeweils einem integral angebrachten Teil des Flussrohrs 20a. Dieses ist derart geteilt, dass es nach Anbringen der Spule 30 in einer definierten Lage zusammengesteckt werden kann, in der die Zähne der beiden Scheiben 20b

wunschgemäss miteinander ausgerichtet sind. Im Beispiel wird dies, wie bei einer Klauenkopplung, durch Klauen 20c erreicht, die in Ausnehmungen 20d am

gegenüberliegenden Teil eingreifen. In dieser Figur ist auch beim jeweiligen Statorteil 20a, 20b ein Schlitz 20e sichtbar, der im Betrieb einen Ringschluss vermeidet. Der Schlitz 20e kann entweder bei der integralen Fertigung vorgesehen werden oder er kann nachträglich z.B. durch Fräsen angebracht werden, da dies das Formteil aufgrund seiner Härte zulässt.

Auch die Form der Zähne beim Statorteil ist beliebig wählbar. Fig. 12 zeigt im

Längsschnitt eine Hälfte der Spule 30 sowie zweier Zahnscheiben 20b mit jeweils dem integral angebrachten Teil des Flussrohrs 20a, wobei A die Rotor- oder Statorachse ist. Wie ersichtlich ist ein Zahn 20f des Statorteils 20a, 20b so geformt, dass er nach innen ragt (vgl. Länge L in Fig. 12) und somit gegenüber z.B. der Variante gemäss Fig. 10 länger in Richtung der Achse A ausgebildet ist. Es sind auch Statorteile fertigbar, welche mit einem Innenhohlraum und/oder integral gefertigten Zusatzelementen versehen sind. Ein Beispiel eines derartigen Statorteils ist in Fig. 13 gezeigt. Der Innenhohlraum 26 bildet einen Innenkanal, durch welchen Luft zur Kühlung der auf dem Wicklungskörper 31 angebrachten Spule 30 transportierbar ist. Der Innenhohlraum 27 bildet ebenfalls einen Innenkanal, ist jedoch mit einem Rohr 28 versehen, um z.B. Wasser zur Kühlung hindurchzuleiten, ln dieser Figur sind auch Kühlrippen 29 angedeutet. Es sind auch Formteile fertigbar, die eine gezielte Verteilung an Isolierstellen aufweisen. Dadurch kann der magnetische Fluss so geführt werden, dass er nicht nur in einer Richtung, wie dies bei den bekannten Blechpaketen der Fall ist, sondern in mehreren Richtungen erfolgt. Fig. 14 zeigt ein Beispiel, welches Schichten aus einem weichmagnetischen Material 35 und aus Isolationsmaterial 36 aufweist. Die Schichten 35 sind z.B. aus dem

Ausgangsmaterial 21 , 22 gebildet, welche bei der Anlage gemäss Fig. 1 verwendet wird. Die Isolationsschichten 36 werden z.B. mittels des in Fig. 1 gezeigten

Auftragungseinrichtung 17 gefertigt. Es kann somit eine Art "3D-BIechstruktur" gebildet werden, die sich je nach Bedarf nicht nur in der Ebene, sondern in allen drei Richtungen ausdehnen kann, z.B. so wie dies in der Fig. 14 links angedeutet ist.

Fig. 15 zeigt ein Beispiel, bei welchem die Verteilung der elektrischen Isolierstellen 22b inhomogen ist. Hier befinden sich Isolierstellen 22b konzentriert an der der Spule 30 gegenüberliegenden Seite des Statorpols 24. Dadurch wird der magnetische Fluss B besser umgeleitet, so dass er in erhöhtem Masse via den Luftspalt 38 zum Rotorpol 25 gelangt. Ohne diese Aufkonzentrierung an Isolierstellen 22b tritt ein Teil des

Magnetfeldes seitlich aus dem Statorpol wie dies in Fig. 16 angedeutet ist. Entsprechend resultieren hier nicht nutzbare Flussverluste.

Weitere Vorteile der hier beschriebenen Herstellungsverfahren sind wie folgt:

— Die zeitlich konzentrierte Energiezufuhr verhindert, dass die magnetisch leitenden Partikel vollständig mit den benachbarten Partikeln verschmelzen. Das Vorsehen insbesondere eines nicht-gasförmigen Zusatzstoffes verhindert, dass die

Zwischenräume zwischen den magnetisch leitenden Partikeln durch geschmolzenes Material aufgefüllt werden. Ein Schwundverhalten ist besser kalkulierbar, so dass präzise Formteile mit den gewünschten Massen fertigbar sind. Typischerweise sind Formteüe mit einer Formgenauigkeit von besser als ± 0.2 mm fertigbar. Eine

Nachbearbeitung ist dabei nicht zwingend erforderlich.

- Es fassen sich weichmagnetische Formteile mit einer hohen Dichte Herstellen. Dies ist z.B. vorteilhaft, um Elektromotoren mit grossem Drehmoment bereitstellen zu können. Beispielsweise ist eine Statorteil auf Fe-Basis herstellbar mit mindestens einer Dichte von 7.0 g/cm 3 , vorzugsweise mindestens 7.3 g/cm 3 und besonders bevorzugt mindestens 7.6 g/cm 3 . Dies ist nahe an der Dichte von Fe, welche 7.9 g/cm 3 beträgt.

- Die Wahl an Materialien ist vielfältig. Es lassen sich z.B. durch Wahl von Eisen und einem Zusatzstoff wie z.B. Acrawax sehr kostengünstig weichmagnetische Formteile hersteilen oder durch Wahl von Eisen, Cobalt und Acrawax Formteile mit sehr guten magnetischen Eigenschaften, insbesondere solche mit einer hohen

Remanenzflussdichte B r .

- Die Verwendung einer Kombination von magnetisch leitenden Partikeln und

Zusatzstoff führt dazu, dass die Metallartikel im gefertigten Formteil punktuell elektrisch isoliert sind. Dies ist ausreichend, um einen hohen spezifischen elektrischen Widerstand zu erzeugen und so die beim Ummagnetisieren

entstehenden Wirbelströme wirksam zu reduzieren. Es brauchen daher nicht unbedingt aufwendig hergestellte Ausgangsmaterialien z.B. in Form von

Eisenpartikeln, die vollständig von einer Isolationsschicht umgeben sind, vorgesehen werden.

- Es sind formfeste Formteile herstellbar. Im Ausgangsmaterial braucht nicht

Zwingendermassen ein zusätzliches Bindemittel wie z.B. Kunstharze vorgesehen werden, um die Partikel miteinander zu verbinden. Ein gefertigtes Formteil weist eine Härte auf, die einen genügenden Zusammenhalt der Partikel aufweist, die bei Bedarf einem mechanische Bearbeitung zulässt, insbesondere einen nachträglichen Materialabtrag, z.B. durch Schleifen, Drehen und/oder Fräsen. Dadurch kann ein Formteil mit einer hohen Massgenauigkeit gefertigt werden, um z.B. einen genauen und minimalen Luftspalt zu erhalten.

- Die Geometrie des Formteils ist beliebig wählbar. Es kann z.B. ein oder mehrere Hinterschnitte aufweisen, Mittel zur Kühlung wie Bohrungen, Rippen, Kanäle, etc., Mittel zur genauen Positionierung und/oder Zentrierung wie Nocken, Rippen, Bohrungen, etc.

- Es sind einstückige Formteile herstellbar, die für verschiedene Anwendungszwecke einsetzbar sind, z.B. Teile von Elektromaschinen, wie Elektromotoren bzw.

Generatoren, insbesondere Transversalflussmaschinen oder andere

Elektromaschinen wie sie z.B. in Elektrofahrzeugen einsetzbar sind. Aus der vorangehenden Beschreibung sind dem Fachmann zahlreiche Abwandlungen zugänglich, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen, der durch die Ansprüche definiert ist.