| JP02017095 | AUTOMATIC SEWING APPARATUS FOR SEWING MACHINE |
| WO/2011/138805 | METHOD FOR THE PRODUCTION OF POCKETS FOR WALLETS AND RELATIVE EQUIPMENT. |
| JP04007212 | CONVEYER |
Das klassische Annähen einer Patte mit roher Schlußkante an ein Nähguttei ! mit vorher aufgesetzter Tasche erfolgt, wie in Fig. 4 und 5 dargestellt, in zwei Teilschritten. Im ersten Teilschritt wird die Patte 10 mit ihrer rohen Schlußkante 14 in gedrehter Lage zur fertigen Gebrauchslage 11 in einem vorgegebenen Abstand zur aufgenähten Tasche 9 unter Berücksichtigung des Musterverlaufs 17 von Nähgut- teil, Tasche und Patte ausgerichtet und mit einer Befestigungsnaht 12 mit dem Nähgutteil 6 verbunden. Im zweiten Teilschritt wird dann die Patte 10 um diese Befestigungsnaht 12 in ihre Gebrauchslage 11 um 180° gedreht und mit einer Decknaht (Topnaht) 13 mit dem Nähgutteil 6 verbunden, wobei der Abstand 15 der Decknaht 13 zur Befesti- gungsnaht 12 so gewähit wird, daß die rohe Schlußkante 14 der fertig aufgesetzten Patte 11 nicht mehr sichtbar ist. Dieser Arbeitsgang, der in freier Handführung durchgeführt wird, erfordert von der Näherin ein hohes Können, um die vorgeschriebene Lage der Patte 11 zur Tasche 9 einzuhalten und darüber hinaus bei gemusterter Ware den Streifen-oder Karoverlauf 17 innerhalb der vorgegebenen Toleranzen zur Deckung zu bringen. Das hier angewandte Verfahren ist außeror- dentlich zeit-und trainingsaufwendig, um die geforderten Qualitäts- vorgaben und Mengenleistungen zu erfüllen.
In der Patentschrift DE 41 24 164 C2 wird ein Verfahren und Nähau- tomat zum Annähen einer Patte an einem Nähguttei ! beschrieben, bei dem die Patte eine gefaltete (saubere) Schlußkante aufweist. In diesem Fall wird die Patte relativ zur Tasche in einer versetzten Parkposition vorpositioniert und nach dem Aufnähen der Tasche in die eigentliche Gebrauchslage verschoben und danach aufgenäht.
Dieses Verfahren eignet sich zum Aufnähen von Patten mit roher Schlußkante aus Qualitätsgründen nicht, da nach dem Aufnähen der Patte die rohe Schlußkante sichtbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Annähen einer Patte mit roher Schlußkante zusammen mit einer Tasche an einem Nähgutteil in einem Arbeitsgang und einen Näh- automaten zur Durchführung dieses Verfahrens anzugeben, bei dem das Ausrichten und Annähen der Patte mit roher Schlußkante mit we- nig Zeitaufwand und geringen vorrichtungsmäßigem Aufwand erfolgt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der ein- gangs genannten Art durch die im Anspruch 1 angegebenen Arbeits- schritte gelöst.
Die Patte wird nach dem vorher eingelegten Stoffteil und dem positionierten Taschenzuschnitt mustergerecht in gedrehter Annähla- ge zu ihrer fertigen Gebrauchslage relativ zum Stoffteil und Taschen- zuschnitt ausgerichtet. Die Reihenfolge der Ausrichtvorgänge der einzelnen Teile zueinander ist hierbei weitgehend frei. Nach dem Falten des Taschenzuschnitts und dem Annähen an das Nähgutteil, bei dem es sich um ein Hemdenteil, Blusenteil oder Hosenteil handeln kann, wird die positionierte Patte mit der ersten Befestigungsnaht angenäht und danach in ihre Gebrauchslage um diese Befestigungs- naht gedreht und anschließend mit einer Decknaht mit dem Stoffteil derart verbunden, daß die rohe Schlußkante der Patte nicht mehr sichtbar wird. Hierdurch wird eine Reduktion der Gesamtdurchlaufzeit (Prozeßzeit und Liegezeit) von Nähgutteil, Taschenzuschnitt und Patte durch den Fertigungsbereich erreicht, da in einer Aufspannung Arbeitsgänge zusammengefaBt werden, die bisher an getrennten Arbeitsplätzen durchgeführt wurden.
Dies führt zu einer Kostensenkung. Gleichzeitig führt dies zu einer Qualitätssteigerung, weil die Gefahr reduziert wird, daß die Patte nach dem Ausrichtvorgang durch die geklammerte Nahtführung eine nicht exakte Lage relativ zum Taschenzuschnitt und zum Nähgutteil auf- weist.
Zur Durchführung des Verfahrens ist ein Nähautomat mit den Merkmalen des Anspruchs 4 vorgesehen. Gegenüber dem insoweit bekannten Positionieren eines Taschenzuschnitts relativ zu einem Nähgutteil und dem anschließenden Faiten des Taschenzuschnitts und Vernähen dieser beiden Teile muß nur die Patte zusätzlich eingelegt werden. Die Vorrichtung ist so flexibel ausgeführt, daß sie setbstverständ ! ich auch eingesetzt werden kann, wenn nur Taschen- zuschnitte ohne Patte aufgenäht werden sollen. Die Befestigungs- und Decknaht mittels der die Patte an das Nähguttei ! befestigt wird, kann ohne weiteres in Form und Lage variiert werden.
Die Unteransprüche geben besonders vorteilhafte erfinderische Wei- terentwicklungen des Verfahrens und des Nähautomaten an.
Die Erfindung wird nachfolgend durch die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt : Fig. 1 : eine Draufsicht auf einen Nähautomaten nach der Erfindung in teilweise aufgebrochener Darstellung, Fig. 2 : eine Seitenansicht A-B der Vorbereitungsstation (Ladesta- tion) 2 mit Falteinrichtung, Fig. 3 : eine Variante der Vorbereitungsstation 2 mit Falteinrichtung in Seitenansicht A-B, Fig. 4 : ein Hemd mit aufgenähter Tasche und Patte in gedrehter Lage mit Befestigungsnaht, Fig. 5 : ein Hemd mit aufgenähter Tasche und Patte in Gebrauchs- lage mit Decknaht, Fig. 5a : die Tasche und Patte in Gebrauchslage mit zwei Decknähten und Bleistiftdurchtritt (Designvariante zur Fig. 5), Fig. 6 : eine Seitenansicht in Schnittdarstellung C-D von Nähguthal- ter und Nähmaschine, Fig. 6a : das Pattengreifsystem in Schnittdarstellung L-M, Fig. 7 : den Nähguthalter mit ausgefahrenem Wendeschieber in Sei- tenansicht (Schnittdarstellung E-F), Fig. 8 den Nähguthalter mit ausgefahrenem Wendeschieber in Draufsicht, Fig. 9 : den Nähguthalter mit eingefahrenem Wendeschieber in Sei- tenansicht (Schnittdarstellung G-H), Fig. 10 : den Nähguthalter mit eingefahrenem Wendeschieber in Draufsicht, Fig. 11 : den Nähguthalter mit eingefahrenem Faltschieber in Seiten- ansicht (Schnittdarstellung I-K), Fig. 12 : den Nähguthalter mit eingefahrenem Faltschieber in Drauf sicht.
Der in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellte Nähautomat weist ein Gestell 1 auf, auf dem eine Vorbereitungsstation mit Falteinrichtung 2 (Ladestation), eine Nähmaschine 3 und eine Stoff-Führungseinheit 4 ortsfest angeordnet ist.
In der Vorbereitungsstation 2 wird das Stoffteil 6, bei dem es sich bei- spielsweise um ein Hemdenvorderteil handelt, auf der Nähgutauf- lageplatte 5 nach entsprechenden Strichmarkierungen 7 und 7'posi- tioniert.
Der Taschenzuschnitt 8 wird auf einem dünnen Faltblech 22 aus Federstahl am Anschlag 23 positioniert, mustergerecht zum Stoffteil 6 ausgerichtet und von den federnden Klammern 24 und 24'in der für das Falten und Nähen notwendigen Lage zum Stoffteil 6 gehalten.
Zum mustergerechten Ausrichten der Stoffteile zueinander ist das Faltblech 22 mit einem Fenster 27 durchbrochen, durch das sich der Musterverlauf 18 der zu vernähenden Stoffteile verfolgen läßt. tm frei über der Nähgutauflage 5 ragenden Träger 31 sind die zum Falten des Taschenzuschnitts 8, erforderlichen nur teilweise dargestellten Faltwerkzeuge 32 untergebracht, mittels derer der Taschenzuschnitt 8 gefaltet und iagegenau auf dem unteren Nähgutteil 6 positioniert wird. Derartige Faltvorrichtungen sind im übrigen allgemein bekannt und in der Praxis verbreitet, so daß eine detaillierte Beschreibung nicht notwendig ist.
Beispielhaft darf verwiesen werden auf die : DE 37 09 264 A1 (entsprechend US 48 13 362), DE 37 09 210 A1 (entsprechend US 47 93 272) und DE 37 09 251 A1 (entsprechend US 47 85 749).
Das Faltblech 22 ist mit einem stufenartigen Positionierträger 102 zu einer Wechseleinheit verbunden, die über die Stifte 103 und 103' mittels der Schraube 104 an dem Führungsträger 105 befestigt wird.
Auf der Positionierfläche 25 wird die Patte 10 in ihrer Annählage, die zu ihrer fertigen Gebrauchslage um 180° gedreht ist, an dem Anschlag 26 mustergerecht zum Stoffteil 6 und Taschenzuschnitt 8 ausgerichtet und von den federnden Klammern 28 und 28'in Position gehalten.
Fig. 3 zeigt eine weitere Möglichkeit die Patte 10 zum Stoffteil 6 zu positionieren. In diesem Fall wird das Faltblech 22 mittels Zylinder 29 zurückgefahren und das Stoffteil 6, wie schon beschrieben, ausgerichtet. Danach wird die Patte 10 in ihrer Annählage, die um 180° zur ihrer fertigen Gebrauchslage gedreht ist, an von zwei Leuchtstrahlern 33 ausgehenden Leuchtmarkierungen unter Berück- sichtigung des Musterverlaufs am Nähgutteil 6 ausgerichtet und in dieser Lage von einer Vakuumkammer 34 über eine Lochplatte 35 angesaugt. Im nächsten Schritt wird das Faltblech 22 wieder in seine Ausgangslage zurückgefahren und der Taschenzuschnitt 8, wie ebenfalls schon beschrieben, positioniert. Anstelle der Leuchtmar- kierungen kann auch ein beweglicher Anschlag 100 zum Einsatz kommen, an dem die Patte 10 positioniert und danach aus dem Faltbereich der Falteinrichtung 32 wieder weggefahren wird.
Die Nähmaschine 3, wie in Fig. 6 dargesteilt, besteht in üblicher Bauweise aus einer Grundplatte 36 in Zylinderarmausführung und einem oberen Arm 37, in dem eine Armwelle 38 gelagert ist, die von einem elektronisch geregelten Motor 39 angetrieben wird. Von der Armwelle 38 wird in üblicher Weise der Antrieb der Nadelstange 40 mit Nadel 41 und außerdem der Antrieb eines in der Grundplatte 36 sich befindlichen Greifers 42 abgeleitet. Der Nadel 41 wird über einen Fadengeber 43 und Fadenspanner 44 ein Faden 45 zugeführt, der beim Eintauchen der Nadel 41 durch ein Stichloch 46 in die Grund- platte 36 vom Greifer 42 erfaßt und mit einem nicht dargestellten Unterfaden zu einer Doppelsteppstichnaht verbunden wird.
Oberhalb der Nähgutauftageptatte 5 (Fig. 1 und Fig. 6) ist eine Stoff- Führungseinrichtung 4 für miteinander zu vernähende Nähgutteile 6, 8,10 vorgesehen, die-von der Bedienerseite 47 her gesehen-hinter der Nähmaschine 3 angeordnet ist. Sie weist eine Führungsschiene 48 auf, die mit dem Gestell 1 über der Nähgutauflageplatte 5 fest verbunden ist. Auf der Führungsschiene 48 wird in X-Richtung über einen Zahnformriemen 50 von einem rechnergeführten Motor (hier nicht gezeichnet) ein Führungs-schlitten 49 angetrieben. Mit dem Führungsschlitten 49 für die X-Bewegung ist die Führungsschiene 51 fest verbunden, auf der der Führungsschlitten 52 in Y-Richtung von einem rechnergeführten Motor (hier nicht gezeichnet) über einen Zahnformriemen 53 bewegt wird. Die Führungsschiene 48 mit dem Führungsschtitten 49 für die X-Bewegung und die Führungsschiene 51 mit dem Führungsschlitten 52 für die Y-Bewegung bilden ein bewegliches rechtwinkeliges Koordinatensystem, mit dem in bekann- ter Weise beliebige Verfahrwege von einem rechnergeführten Programm (CNC) mit der Steuerung 96 verwirklicht werden können.
Der Y-Schlitten 52 ist mit einem Tragarm 54 ausgeführt, in dem zwei Führungsstangen 55 und 55'gleiten. Die Führungsstangen 55 und 55'sind mit dem Verbindungsträger 57 zu einer Führungseinheit ver- bunden. Diese Führungseinheit wird durch den druckluftgesteuerten Hubzylinder 58, der einerseits am Tragarm 54 befestigt und an seiner Kolbenstange 56 mit dem Verbindungsträger 57 verbunden ist, betä- tigt. Am Verbindungsträger 57 ist ein Nähguthalter 60 mittels Paß- stiften 59 positioniert und mit Schrauben 61 befestigt, der mit einer Nut 62 durchbrochen ist, die dem Nahtverlauf der zu nähenden Taschenkontur 16 entspricht.
Zum Annähen der Patte 10 an das Stoffteil 6 ist der Nähguthalter 60 mit einem Wendeschiebersystem 63, einem Faltschiebersystem 64 und einem Pattengreifsystem 65, ausgestattet.
Das Wendeschiebersystem 63, siehe Fig. 7 und Fig. 8, besteht aus einer Wendeleiste 66, die an den Zylinderklemmstücken 67 und 67' befestigt ist, an denen die Kolbenstangen der Zylinder 68 und 68'zu einer Verschiebeeinheit verbunden sind. Die Zylinder 68 und 68'sind an ihrem Ende um den Stift 69 in gabelförmig ausgeführten Lagerböcken 70 und 70'drehbar gelagert, die an dem Nähguthalter 60 befestigt sind. Die exakte Höhenlage der Wendeleiste 63 relativ zur Nähgutauflageplatte 5 wird durch die Verstellelemente 71 und 71' eingestellt, an denen die Zylinder 68 und 68'abgestützt werden. An den Zylindern 68 und 68', sind auf der Gegenseite des Stiftes 69 die Drucksysteme 72 und 72'angebracht, die einerseits das gesamte eingestellte Wendeschiebersystem 63 gegen die Verstellelemente 71 und 71'mit den Federn 73 und 73'niederdrückt, andererseits ein Anheben der Wendeleiste 66 beim Überqueren von Soffverdickungen zufaßt. Der Federdruck des Drucksystems 72 und 72'wird über den Bolzen 74 auf die Zylinder 68 und 68'übertragen. Um die Wirkung der Druckkraft zu erhöhen, kann der Bolzen 74 als Kolben ausgeführt und die Federkammer 75 über den Einlaß 76 mit gesteuerter Druckluft beaufschlagt werden. Die Wendeleiste 66 ist mit einem Schlitz 77 zum Nähen der Decknaht 13 versehen und enttang der Wendekante 78 mit einer spitz zulaufenden Fase 79 zum besseren Unterfahren der Taschenpatte 10 und anschließendem Wenden um die Faltleiste 80 ausgeführt.
Das Faltschiebersystem 64 ist ähnlich wie das Wendeschiebersystem 63 aufgebaut. Die Faltleiste 80 ist an den Zylinderklemmstücken 81 und 81'befestigt, die ihrerseits an den Kolbenstangen der Zylinder 82 und 82'zu einer Einheit verbunden sind. Die Befestigung der Zylinder 82 und 82'am Nähguthalter 60 erfolgt in ähnlicher Weise wie beim Wendeschiebersystem über die gabelförmigen Lagerböcke 83 und 83', in denen die Zylinder drehbar gelagert sind. Die Drucksysteme 84 und 84'drücken die Zylinder 82 und 82'gegen die Verstellelemente 85 und 85', die so eingestellt sind, daß, beim Aufsetzen der Faltleiste 80 auf die Patte 10, der erforderliche Anpreßdruck für das Nähen der Befestigungsnaht 12 zustande kommt.
Das Pattengreifsystem 65 (Fig. 1, Fig. 6 und Fig. 6a) besteht aus einem Führungsgehäuse 88, in dem zwei gegenläufig bewegte Nadel- leisten 86 und 86'von den Zylindern 89 und 89'betätigt werden.
Durch das wechelseitige Betätigen der Zylinder 89 und 89'werden die Nadelleisten 86 und 86'nach einem aligemein bekannten Prinzip nach unten verschoben und dringen dabei mit den Nadeln 87 in das Nähgut der Patte 10 ein, um diese als Bestandteil des Nähguthalters 60 aufzunehmen.
Anstelle des Nadelgreifers kann auch ein Vakuumgreifer zum Einsatz kommen, der bei der Verarbeitung empfindlicher Stoffe keine Stoffbe- schädigung hinterläßt.
Das Führungsgehäuse 88, wird in einem Schlitz im Nähguthalter 60 vom Zylinder 90, der über den Zylinderhalter 91 am Nähguthalter 60 befestigt ist, auf und ab bewegt. Am Führungsgehäuse 88 sind zwei Stangen 92 und 92'befestigt, die unter die Zylinder 68,68', 82 und 82'greifen und diese beim Aufsetzen des Nähguthaiters 60 auf das Faltblech 22 in der Ladestation 2 und beim Zurückfahren des Falt- blechs 22 aus der Faltposition anheben, damit ein weicher störungs- freier Prozessablauf bei der Übergabe der zuvernähenden Stoffteile von der Ladestation 2 zur Nähmaschine 3 gewährleistet ist.
Um die Nadeln vor einer Beschädigung im ausgefahrenem Zustand in der Ladeposition 2 zu schützen, ist die Pattenauflagefläche 25 mit einer Nut 106 (Fig. 2) versehen, in die die durchtretenden Nadelspit- zen eintauchen können.
Die Arbeitsweise ist wie folgt : Ein Nähgutteil 6, hier ein Hemdenvorderteil wird unter die Faltvor- richtung der Ladestation 2 auf die Nähgutauflageplatte 5 aufgelegt (Fig. 1 und Fig. 2) und wie schon oben beschrieben an den Strich- markierungen 7 und 7'ausgerichtet, wobei sich das Faltblech 22 in einer durch den Faltblechzylinder 29 herausgefahrenen Position über dem Nähgutteil 6 befindet. Danach wird der Taschenzuschnitt 8, auf das Faltblech 22 aufgelegt und gegen den Anschlag 23 geschoben und dort mustergerecht positioniert und gleichzeitig mittels der Klemmen 24 und 24'gehalten. In gleicher Weise wird die Patte 10, auf die Positionierfläche 25 aufgelegt und gegen den Anschlag 26 in die Annähiage geschoben, mustergerecht ausgerichtet, wodurch sie gleichzeitig durch die Klemmen 28 und 28'gehalten wird.
In weiterer Folge wird dann der Taschenzuschnitt 8, mittels nur teilweise dargestellter Faltwerkzeuge 32, gefaitet, d. h. sein Rand 19 wird an der Unterseite des Faltbleches 22 umgeschlagen. Anschlie- ßend wird das Faltblech 22 zusammen mit den nur teilweise darge- stellten Faltwerkzeugen 32 auf das auf der Nähgutauflageplatte 5 befindliche Nähgutteil 6 abgesenkt. Die Faltwerkzeuge 32 werden vom Faltblech 22 gelöst und insgesamt mit dem Faltwerkzeugträger 31 nach oben geschwenkt und nach hinten weggefahren. Dieser Arbeitsablauf ist-mit Ausnahme der Bestückung des Faltbleches 22 mit der Positionierfläche 25 und der Patte 10 in gedrehter Annählage und roher SchluBkante-aus den bereits erwähnten DE 37 09 251 A1 (entsprechend US 48 13 362), DE 37 09 251 A1 (entsprechend US 47 85 749) und DE 37 09 210 A1 (entsprechend US 47 93 272) bekannt, worauf auch insoweit verwiesen werden darf.
Der Nähguthalter 60 (Fig. 1, Fig. 2, Fig. 6 und Fig. 6a) mit dem darauf angeordneten Wendeschiebersystem 63, Faltschiebersystem 64 und dem Pattengreifsystem 65, wird über die Führungsschlitten 49 (für die X-Achse) und 52 (für die Y-Achse) mit den zugeordneten Zahnformriemen 50 und 53 mittels rechnergeführter Motoren (hier nicht gezeichnet) für die X-und Y-Achse in angehobener Lage (Zylinder 58 und 90 eingefahren) in die-in Fig. 1 links dargestelite- Ladestation 2 verfahren. In dieser Position, in der der Schtitz 62 zur gefalteten Tasche 9 eine exakte Lage einnimmt, wird der Nähguthalter 60 durch Umsteuern des Zylinders 58 auf das Faltblech 22 abgesenkt und die gefaltete Tasche 9 mit dem Nähgutteil 6 gegen die Nähgut- auflageplatte 5 gedrückt. Danach wird der Zylinder 90 für das Pattengreifsystem 65 umgesteuert und senkt die Wendeleiste 66 und die Faltleiste 80 auf die Stützfläche 20 und das Führungsgehäuse 88 mit den Nadelleisten 86 und 86'auf die Patte 10 ab. In dieser Lage werden die Zylinder 89 und 89'angesteuert, wodurch die Nadelleisten 86 und 86'mit den Nadeln 87 ausgefahren werden und in die Patte 10 eindringen. Durch erneutes Umsteuern des Zylinders 90 (Zylinder 90 eingefahren) wird die mit den Nadelleisten 86 und 86' gegriffene Patte 10 von der Positionierfläche 25 angehoben, wie auch die Wendeleiste 66 und die Faltleiste 80 von der Stützfläche 20 über die Stangen 92 und 92'angehoben werden. Dann wird das Faltblech 22, das unter dem Druck des Nähguthalters 60 steht und die gefaltete Tasche 9 mit dem Stoffteil 6 gegen die Nähgutauftageptatte 5 drückt, zusammen mit den Auflageflächen 20 und 25 und den Klemmen 24, 24'und 28,28', unter dem Nähguthalter 60 durch Umsteuern des Zylinders 29 herausgezogen, wobei die gefaltete Tasche 9 und die Patte 10 in ihrer geschilderten Annählage relativ zum Nähgutteil 6 in fester Position verbleiben. Im Anschluß daran erfolgt der Transfer des Nähguthalters 60 mit den drei Nähguttei ! en 6,9 und 10 mittels des Stoff-Führungs-systems 4 von der Ladestation 2 zur Nähmaschine 3, wobei während dieser Bewegung der Zylinder 90 des Pattengreifsystems erneut umgesteuert wird und die gegriffene Patte 10 mit den Nadelleisten 86 und 86'auf das Nähgutteil 6 absenkt und diese unverrückbar in der vorbestimmten Annählage hält. Die Wendeleiste 66 und die Faltleiste 80 werden ebenfalls durch das Umsteuern des Zylinders 90 auf das Niveau abgesenkt, die von den Verstellelementen 71,71'und 85,85'vorgegeben sind. Dann wird in üblicher Weise die Naht 16 genäht mittels derer die gefaltete Tasche 9 mit dem Nähgutteil 6 verbunden werden.
Nach diesem Nähvorgang werden die Nähgutteile 6,9 und 10 mittels Nähguthalter 60 über die Vakuumkammer 93 der Nähguthalteein- richtung 98 geschoben. Durch entsprechende Vakuumbeaufschla- gung der Vakuumkammer 93 werden die drei Nähgutteile 6,9 und 10 über die Lochplatte 94 angesaugt und in einer festen Position auf der Nähgutauflageplatte 5 gehalten. In dieser Position erfolgt das Umsteuern der Zylinder 89 und 89', so daß die Nadelleisten 86 und 86'die Patte 10 freigeben und der Nähguthalter 60 durch Umsteuern des Zylinders 58 angehoben wird.
Aus dieser angehobenen Lage wird der Nähguthalter 60 durch entsprechenden Antrieb des Y-Schlittens 52 um ein vorgegebenes Maß y1 in negativer Y-Richtung aus der Taschenaufnähiage in die Pattenannählage verfahren, so daß die Faitkante 95 des Faltschiebers 80 nach Absenken des Nähguthalters 60 auf die Nähgutteile 6,9 und 10 in der Nähe der Befestigungsnaht 12 aufsetzt und die Patte 10 zum Nähen der Befestigungsnaht 12 gegen die Nähgutauflageplatte 5 niederdrückt (Fig. 7 und Fig. 8).
Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Wendeleiste 66 durch Umsteuern der Wendeschieberzylinder 68 und 68'in die Lage, wie in Fig. 7 und 8 dargestellt, ausgefahren. Im Anschluß daran erfolgt das Nähen der Befestigungsnaht 12, die in ihrem Verlauf frei gestaltet werden kann, z. B. mit einer Nahtunterbrechung für einen Bleistift- durchtritt 101 (Fig. 5a).
Nach Fertigstellung der Befestigungsnaht 12 werden die Wendeschie-berzylinder 68 und 68'umgesteuert und führen die Wendeleiste 66 unter die Patte 10 bis zur Befestigungsnaht 12, die in unmittelbarer Nähe der Faltleiste 80 liegt.
Während dieser Bewegung (Fig. 9 und Fig. 10) wird die Wendeleiste 66 und damit auch die Patte 10 durch eine geringfügige Winkel- neigung der Zylinder 68 und 68'zur Nähgutauflageplatte 5 in etwa auf das Niveau der Faltleiste 80 angehoben.
An der Befestigungsnaht 12 stößt die Wendeleiste 66, die sich weiter in ihre Endstellung bewegt, auf die Faltleiste 80, auf die sie aufsetzt und dabei die Patte 10 um 180° um die Befestigungsnaht 12 und die Faltkante 95 der Faltleiste 80 in ihre endgültige Gebrauchslage 11 dreht. Durch die Anwesenheit der Faltleiste 80 in unmittelbarer Nähe der Befestigungsnaht 12 wird ein exaktes Drehen und damit auch Falten der Patte 10 um die Faltkannte 95 in ihre Gebrauchslage 11 mittels der Wendeleiste 66 bei allen Nähgutqualitäten gewährleistet.
Nachdem die Wendeleiste 66 ihre neue Endlage erreicht hat, werden die Faltschieberzylinder 82 und 82'umgesteuert und die Faltleiste 80 wird in ihre neue Endlage, wie in Fig. 11 und 12 dargestellt eingefah- ren und gibt die Patte 11 zum Nähen der Decknaht 13 frei. Die Wendeleiste 66 drückt, nachdem die Faltleiste 80 ihre neue Lage erreicht hat, die Patte 11 mittels der Drucksysteme 72 und 72'gegen die Nähgutauflageplatte 5. In diesem Zustand wird die Patte in ihrer Gebrauchslage 11 mit dem Nähgutteil 6 durch den Schlitz 77 der Wendeleiste mit der Decknaht 13 verbunden.
Nach Abschluß dieses Nähvorganges wird der Nähguthalter 60 durch Umsteuern des Zylinders 58 angehoben und der Y-Schlitten 52 um eine Strecke Y2 so weit verlagert, daß die Faltleiste 80 von der Patte 11 nicht mehr verdeckt wird. Damit kann der danach einsetzen- de Abstapeivorgang der vernähten Nähgutteile 6,9 und 11 störungs- frei ablaufen.
Während des automatisch ablaufenden Nähvorganges kann die Bedienungsperson in der Vorbereitungsstation 2 wieder neue Näh- gutteile in der bereits geschilderten Weise einlegen. Deren Vernähen erfolgt nach dem Abstapeln der fertig vernähten Nähgutteile 6,9 und 11 und der Rückführung des Nähguthalters 60 in die Ladeposition 2.
Aus Designgründen wird auch das Aufnähen von Taschenpatten mit zwei Decknähten praktiziert. Diese Variante (Fig. 5a) täßt sich mit der oben beschriebenen Vorrichtung ebenfalls realisieren. Dabei wird die Patte 10, ohne die Befestigungsnaht 12 zu nähen, in ihre Gebrauchs- lage 11 um die Faltleiste 80 gedreht und anschließend, wie in Fig. 11 dargestellt, mit zwei Decknähten 13 und 21 mit dem Nähgutteil 6 verbunden. Der Verlauf dieser Nähte kann frei gestaltet werden, so z. B. mit einer Nahtunterbrechung 101 für einen Bleistift-durchtritt.
Zum Halten der Nähgutteile 6,9, und 10 in der Nähguthalte- einrichtung 98 kann auch beim Umsetzen des Nähguthalters 60 aus der Taschenaufnähposition in die Pattenannähposition eine Nadel- leiste 99 zum Einsatz kommen, die durch die Betätigung des Zylin- ders 98 über die Lochplatte 94 in das Nähgut dieser Teile eindringt und diese in einer festen Lage auf der Nähgutauflageplatte 5 hält.
Alternativ können mit diesem Verfahren und Nähautomaten auch Patten in der beschriebenen Art an Bekleidungsstücke aufgenäht werden, die aus modischen Gründen keine Taschen haben oder bei denen die Taschen aus fertigungsbedingten Gründen nach einem anderen Herstellungsverfahren aufgenäht werden müssen.
Die Ansteuerung sämtlicher Antriebe, Motore und Zylinder mit den zugeordneten Magnetventilen erfolgt über eine programmierbare Steuerung 96.
