Bors, Hans (Im Breiteli 10, Fällandern, CH-8117, CH)
Brendel, Bernhard (Grasheider Straße 31, Grefrath 1, D-4155, DE)
Beckstein, Helmut (Bgm.-Heinrichstraße 7, Bad Abbach, D-8403, DE)
Bors, Hans (Im Breiteli 10, Fällandern, CH-8117, CH)
Brendel, Bernhard (Grasheider Straße 31, Grefrath 1, D-4155, DE)
| 1. | Verfahren zum Waschen einer in Breitlage kontinuier¬ lich geförderten dampfdurchlässigen textilen Warenbahn (1) , bei welchem von einer Seite Dampf unter Überdruck auf die Warenbahn (1) aufgeblasen und die durch die Warenbahn (1) hindurchgetretene Mischung aus Dampf, Flüssigkeit und aus der Warenbahn (1) entfernten Reststoffen auf der anderen Seite der Warenbahn (1) aufgefangen wird, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß das Auffangen auf der anderen Seite in der Nachbarschaft der Aufblasstelle unter Anwendung eines kräf¬ tigen Unterdrucks von mindestens 0,2 Bar erfolgt. |
| 2. | Breitwaschmaschine für eine dampfdurchlässige tex¬ tile Warenbahn (1), mit einer Injektionseinrichtung (10) mit einer von einer Seite gegen die Warenbahn (1) gerichteten, sich über deren Breite erstreckenden Austrittsöffnung (10'), mit einer mit einer Pumpe verbundenen Auffangeinrich tung mit von der anderen Seite gegen die Warenbahn (1) ge¬ richteten, sich über deren Breite erstreckenden, der Aus¬ trittsöffnung (10') in deren Nachbarschaft gegenüberliegen¬ den Eintrittsöffnung (20') ERSATZBLATT und mit einer Fördereinrichtung, mittels derer die Warenbahn (1) zwischen der Austrittsöffnung (10') der Injek¬ tionseinrichtung (10) und der Eintrittsöffnung (20') der Auffangeinrichtung hindurchförderbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Auffangeinrichtung als an der Warenbahn (1) angreifende Absaugeinrichtung (20) ausgebildet ist und daß die Austrittsöffnung (10') der Injektionseinrichtung (10) und die Eintrittsöffnung (20') der Absaugeinrichtung (20) derart zueinander und zur Warenbahn (1) angeordnet und die Injektionseinrichtung (10) und die Absaugeinrichtung (20) derart ausgebildet sind, daß Dampf mit einem in der Injek¬ tionseinrichtung (10) herrschenden Überdruck von mindestens 0,2 Bar in die Warenbahn (1) injiziert und durch die Waren¬ bahn (1) hindurch mit einem' in der Absaugeinrichtung (20) herrschenden Unterdruck von mindestens 0,2 Bar von der Warenbahn (1) extrahiert werden kann. |
| 3. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß der Überdruck und/oder der Unterdruck mindestens 0,5 Bar betragen. |
| 4. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung (10') und die Ein¬ trittsöffnung (20') einander bezüglich der Ebene der Waren¬ bahn (1) überdeckend gegenüberliegen. |
| 5. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung (10') und die Ein¬ trittsöffnung (20') gegeneinander in Förderrichtung (1') der Warenbahn (1) versetzt sind. |
| 6. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausdehnungen (41,51) der Austrittsöffnung (10') bzw. der Eintrittsöffnung (20') in Förderrichtung (1') der Warenbahn (1) gleich sind. ERSATZBLÄΪT . |
| 7. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausdehnung (51' ,51'') der Eintrittsöffnung (20'), in Förderrichtung (1') der Warenbahn (1) gesehen, größer als die entsprechende Ausdehnung (41) der Austrittsöffnung (10) ist. |
| 8. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung (10') und/oder die Eintrittsöffnung (20') schlitzförmig ausgebil¬ det sind. |
| 9. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß die Austrittsöffnung (10' ) und/oder die Ein¬ trittsöffnung (20') durch Schlitzdüsen (40,50;40' ,50' ;40" , 50'';11,12) begrenzt sind. |
| 10. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß die Schlitzdüsen (40,50;11,21) elastisch unter Zwischenlage der Warenbahn (1) gegeneinandergedrückt sind. |
| 11. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine (40) der Schiitzdüsen einen geringfügigen Abstand (42) von der Warenbahn (1) senk¬ recht zu deren Flächen beläßt. |
| 12. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Positionen der Aus¬ trittsöffnung (10') und/oder der Eintrittsöffnung (20') in Förderrichtung (1' ) der Warenbahn (1) und senkrecht zu dieser und/oder ihre Ausdehnungen (41,51,51',51'') in För¬ derrichtung (1' ) der Warenbahn (1) steuerbar verstellbar sind. |
| 13. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Steuer und Regeleinrichtung, die mit der In¬ jektionseinrichtung (10), der Absaugeinrichtung (20), der Dampferzeugungseinrichtung (19) und/oder der Saugpumpe (25) verbunden und derart ausgebildet ist, daß der Injektionsund Extraktionsvorgang in Abhängigkeit mit Para¬ metern der Warenbahn (1) regelbar ist. |
| 14. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 13, dadurch ge¬ kennzeichnet, daß die Steuer und Regeleinrichtung als zen¬ trale Steuer und Regeleinheit (7) ausgebildet ist. |
| 15. | Breitwaschmaschine nach Anspruch 13 oder 14, da¬ durch gekennzeichnet, daß die Injektions und/oder Extrak¬ tionsleistung, insbesondere die Strömungsmenge und/oder der Strömungsdruck in Abhängigkeit von Parametern der Warenbahn (1) regelbar sind. |
| 16. | Brei waschine nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zum Einstellen der Ausdehnung (41) der Austrittsöffnung (10') und/oder der Ausdehnung (51,51',51") der Eintrittsöffnung (20') an den Schlitzdüsen (40,50,50',50'',11,21) angreifende Stelleinrichtungen (13,14;23,24) vorgesehen sind, die über die Steuer und Regeleinrichtung regelbar sind. |
| 17. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 13 bis16 dadurch gekennzeichnet, daß die Steuer und Regelein¬ richtung derart ausgebildet ist, daß der Injektionsund Extraktionsvorgang in Abhängigkeit von der Förderge¬ schwindigkeit der Warenbahn (1) einstellbar ist. |
| 18. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 13 bis17 dadurch gekennzeichnet, daß ein Testgerät (30) vorge¬ sehen ist, dem extrahiertes Waschmedium zugeführt wird und das AusgangsSignale der Steuer und Regeleinrichtung über¬ mittelt, welche einer Konzentration von aus der Warenbahn (1) ausgewaschenen Reststoffen entsprechen, und daß die Steuer und Regeleinrichtung den Injektions und Extrak¬ tionsvorgang in Abhängigkeit von den AusgangsSignalen des Testgeräts (30) einstellt. |
| 19. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 13 bis18 dadurch gekennzeichnet, daß eine Einrichtung (36) zur Bestimmung der Konzentration der auf bzw. in der Warenbahn ERSATZBLATT (1) nach dem Absaugen verbliebenen Reststoffe vorgesehen und über eine Signalleitung (37) mit der Steuer und Regelein¬ richtung verbunden ist, die den Injektions und Extraktions¬ vorgang in Abhängigkeit von den Ausgangssignalen der Ein¬ richtung (36) einstellt. |
| 20. | Breitwaschmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß Einrichtungen (8) vorgesehen sind, um der Injektionseinrichtung (10) zusätzlich zum Dampf ein Gas, insbesondere Luft, und/oder Flüssigkeit, insbeson dere Wasser, zuzuführen. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Waschen einer textilen Warenbahn gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Breitwaschmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 2.
Breitwaschmaschinen für textile Warenbahnen sind in verschiedenen Ausführungen bekannt. Ein wesentliches Problem besteht in vielen Fällen darin, daß im Innern der Warenbahn aus den üblichen Vorbehandlungs- und Naßveredelungsstufen (Entschlichten, Auswaschen von Präparationen, Färberei, Druckerei, Appretur) Reststoffe der entsprechenden Art zu¬ rückbleiben. Insbesondere bei sehr schweren oder dichten Warenbahnen kann der Aufwand an Energie und Waschwasser bei den bekannten Waschverfahren sehr groß werden, wenn eine hinreichende Entfernung der Reststoffe erzielt werden soll.
Aus der DE 20 59 308 A 1 sind ein gattungsgemäßes Ver¬ fahren und eine solche Anordnung zum Ausspülen von Wasch¬ lauge aus Gewebeartikeln bekannt, bei welchen von oben auf die zwischen Siebbändern horizontal geführte Warenbahn Dampf aus einer Spüleinheit in Mischung mit mitgerissenem Wasser aus einer sich quer über die Breite der Warenbahn erstrek- kenden Schlitzdüse aufgeblasen wird. Mit etwas Abstand un¬ terhalb des unteren Siebbandes ist unter der Schlitzdüse eine mit einer Eintrittsöffnung versehene Auffangeinrichtung
ERSATZBLATT
angeordnet, in der die durch die Warenbahn hindurchgetretene mit den ausgewaschenen Reststoffen beladene Flüssigkeit drucklos aufgefangen und in die Spüleinheit zurückgepumpt wird.
Versuche haben gezeigt, daß die mit einer solchen An¬ ordnung erzielbaren Wascheffekte diejenigen herkömmlicher Wascheinheiten nicht nennenswert übersteigen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem gattungsgemäßen Verfahren und einer solchen Breitwasch¬ maschine eine verbesserte Waschwirkung zu erzielen.
Diese Aufgabe wird in ihrem verfahrensmäßigen Aspekt durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Erfindung gelöst.
Ein wesentlicher Punkt der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß Dampf in die Warenbahn auf deren einer Seite hinein injiziert und in der Nachbarschaft des Injektions¬ bereichs auf der anderen Seite samt dem in der Warenbahn verbliebenen Reststoffen unter der Wirkung eines kräftigen Unterdrucks wieder abgezogen wird. Es hat sich gezeigt, daß erst das Aufblasen des Dampfes unter deutlichem Überdruck bei praktisch gleichzeitigem Absaugen von der anderen Seite her unter einem Unterdruck von mindestens 0,2 bar eine we¬ sentliche Steigerung der Waschwirkung ergibt. Der Unterdruck soll also nicht nur zur Erzielung einer bloßen Wegförderung des durch die Warenbahn hindurchgetretenen Mediums ausrei¬ chen, sondern eine kräftige Durchströmung der Warenbahn ergeben, so daß die gerade von dem aufgeblasenen Dampf ge¬ troffenen Reststoffe in diesem Zustand gewissermaßen aus der Bahn herausgerissen werden. Dadurch ist in relativ einfacher Weise ein wirksameres Waschen möglich (gegebenenfalls zu¬ sätzlich zu üblichen Waschvorgängen) . Der Energieaufwand bleibt in Grenzen, da der Dampf bzw. dessen Kondensat im wesentlichen vollständig abgezogen werden und im Kreislauf verbleiben können. Je nach Einstellung des Dampfes kann eine feuchte Warenbahn die Breitwaschmaschine mit wenig geringe¬ rer, eine trockene Warenbahn die Breitwaschmaschine mit nur
ERSATZBLATT
geringfügig erhöhter Feuchtigkeit verlassen, so daß der Wärmeinhalt der Warenbahn im wesentlichen unverändert bleibt und jedenfalls auf diesem Wege nicht viel Wärme aus dem Prozeß heraustransportiert wird.
Der Ausdruck "in der Nachbarschaft" für die gegenseiti¬ ge Lage der Austrittsöffnung und der Eintrittsöffnung soll besagen, daß das Aufbringen des Dampfes auf der einen Seite der Warenbahn und das Absaugen von der anderen Seite nicht in einem größeren Abstand voneinander in Förderrichtung und einem dem entsprechenden zeitlichen Abstand erfolgen sollen, sondern in einem Zuge. Wenn es auch nicht zwingend ist, daß die Austrittsöffnung und die Eintrittsöffnung einander genau gegenüber liegen, und auch nicht, daß beide mit ihren Be¬ grenzungen unter Druck an der Warenbahn anliegen (wenn gleich dies die bevorzugte Ausführungsform ist), so sollen die vorkommenden Abstände der Öffnungen bzw. ihrer Begren¬ zungen in Förderrichtung der Warenbahn und senkrecht zur Bahnfläche in der Größenordnung der Ausdehnungen der Öff¬ nungen in Förderrichtung liegen, also in der Praxis jeweils in der Größenordnung von Millimetern oder höchstens wenigen Zentimetern liegen. Durch diese enge "Nachbarschaft" ist es möglich, die zur Erzielung der Waschwirkung erforderlichen Drücke auf der Druckseite und der Saugseite aufrechtzuer¬ halten, ohne übermäßig dimensionierte Druck- und Saugpumpen einsetzen zu müssen.
Durch die Dampfbeaufschlagung wird der Warenbahn bzw. den darauf befindlichen Reststoffen thermische und mechanische Energie zugeführt. Die Reststoffe bestehen in vielen Fällen aus organischen Behandlungsmitteln oder Hilfs¬ mitteln oder umfassen solche Mittel, die erhebliche Molekül¬ größen aufweisen. Die Vorstellung geht dahin, daß diese großen Moleküle durch die Energiezufuhr bis zur Zerlegung oder Aufspaltung angeregt und durch das Absaugen "in der Nachbarschaft" in diesen beweglicheren Zustand von der Bahn entfernt werden, bevor sie sich wieder zu größeren und weniger beweglichen Einheiten zusammenfinden können.
ERSATZBLATT
Unmittelbar einander gegenüberliegend zu beiden Seiten der Warenbahn angeordnete Druck- und Saugeinrichtungen sind für sich genommen aus der DE 31 03 359 C 2 bekannt, doch ist das durch die Warenbahn hindurchbewegte Medium hier nicht Dampf, sondern Schaum, und es geht auch nicht um das Wa¬ schen, sondern im Gegenteil um das Aufbringen eines Behand¬ lungsmittels auf die Warenbahn.
In ihrem apparativen Aspekt ist die Erfindung in An¬ spruch 2 wiedergegeben.
Es hat sich gezeigt, daß die Waschwirkung noch verbes¬ sert wird, wenn der Überdruck auf der Seite der Dampfinjek- tion und/oder der Unterdruck auf der Absaugseite mindestens jeweils 0,5 bar betragen (Anspruch 3).
In den Ansprüchen 4 bis 11 sind verschiedene im Rahmen der Erfindung mögliche Ausgestaltungen der Austritts- bzw. Eintrittsöffnung wiedergegeben.
Ein wichtiges Merkmal ist die Verstellbarkeit der Öff¬ nungen gemäß Anspruch 12, weil dadurch eine Anpassung an verschiedene Waren möglich ist. Um die optimale Waschwirkung zu erzielen ist es verständlich, daß Ausbildung und Anord¬ nung der Öffnungen z.B. bei lockerer dünner Ware, bei dicht¬ geschlagener fester Ware, bei Polware und gar bei Teppichen unterschiedlich sein muß.
Besonders vorteilhaft zur Geltung kommt die Einstell¬ barkeit im Zusammenwirken mit einer Steuer- und Regelein¬ richtung nach Anspruch 13, die es erlaubt, den Waschvorgang in Abhängigkeit von warenspezifischen Parametern zu regeln, daß heißt selbstätig auszugestalten.
Die Steuer- und Regeleinrichtung kann mehrere den ein¬ zelnen Komponenten der Maschine zugeodnete Regler umfassen; bevorzugt ist jedoch die Zusammenfassung der wesentlichen oder aller Steuer- und Regelglieder in einer zentralen Steuer- und Regeleinheit (Anspruch 15).
Dies kann gemäß Anspruch 15 insbesondere die Strömungs¬ menge und/oder den Strömungsdruck betreffen und, was die Ausdehnung der Öffnungen in Förderrichtung, d.h. die.Breite
der Schlitzdüsen betrifft, in der in Anspruch 16 wiedergege¬ benen Weise realisiert werden.
Eine wichtige Einflußgröße für den Waschvorgang ist die Fördergeschwindigkeit der Warenbahn, die nach Anspruch 17 in die Regelung einbezogen werden kann.
Eine besondere Regelgröße, die für die Waschwirksamkeit charakteristisch ist, ist die Konzentration der aus der Warenbahn ausgewaschenen Reststoffe in dem abgesaugten Medi¬ um. Diese kann gemäß Anspruch 18 in die Regelung einbezogen werden.
Alternativ kann auch die Konzentration der auf der Warenbahn verbliebenen Reststoffe bestimmt werden und der entsprechende Konzentrationswert zur Regelung dienen (An¬ spruch 19) .
Je nach den auszuwaschenden Reststoffen und der Beson¬ derheit der vorliegenden Warenbahn kann es zweckmäßig sein, außer dem Dampf zusätzlich ein Gas z.B. Luft und/oder eine Flüssigkeit, z.B. Wasser in die Warenbahn zu injizieren und zusammen mit dem Dampf auf der anderen Seite wieder abzusau¬ gen (Anspruch 20).
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfin¬ dung schematisch angedeutet.
Fig. 1 bis 3 zeigen in Betracht kommende Anordnungen der Austritts- und Eintrittsöffnungen;
Fig. 4 zeigt ein Schaltbild einer speziellen Aus¬ führungsform einer erfindungsgemäßen Breitwaschmaschine.
In den Fig. 1 bis 3 ist eine textile Warenbahn 1 ange¬ deutet, die in ausgebreiteter Lage horizontal gefördert wird und eine gewisse Durchlässigkeit aufweist, sodaß auf die Warenbahn 1 aufgeblasener Dampf durch die Warenbahn 1 hin¬ durchtreten kann.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist oberhalb der Warenbahn 1 eine Injektionseinrichtung 10 mit einer quer über die Breite der Bahn, also senkrecht zur Zeichenebene verlaufenden Austrittsöffnung 10' vorgesehen. Die Austritts¬ öffnung 10' ist durch eine Schlitzdüse 40 begrenzt, deren
Ausdehnung in Förderrichtung 1' der Warenbahn 1, d.h. deren Schlitzbreite 41 verstellbar ist. Ein in Betracht kommender Bereich für die Schlitzbreite 41 ist etwa 1 bis 2mm.
Unterhalb der Warenbahn 1 ist im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 eine Absaugeinrichtung 20 mit einer Ein¬ trittsöffnung 20' vorgesehen, die durch eine Schlitzdüse 50 mit verstellbarer Schlitzbreite 51 gebildet ist. Die Aus¬ dehnung der Austrittsöffnungen bei den Schlitzdüsen 40,50 in Breitenrichtung der Warenbahn, ist der Breite der Warenbahn 1 anpaßbar, so daß keine Verluste an Dampf oder Saugleistung eintreten.
In dem Ausführungsbeispiel sind die Schlitzbreite 41 und 51 gleich und liegen die Schlitzdüsen 40,50 einander genau gegenüber. Die Austrittsränder der Schlitzdüsen 40,50 liegen unter leichtem Druck von beiden Seiten an der Waren¬ bahn 1 an.
In der Injektionseinrichtung 10 wird Dampf unter einem Überdruck von mindestens 0,2 Bar, besser noch etwas höher, z.B. im Bereich von 0,5 Bar auf die Oberseite der Warenbahn 1 auf- und in diese hineingeblasen, was durch den Pfeil I angedeutet ist. Auf der gegenüberliegenden, d.h. in Fig. 1 unteren Seite wird das durch die Warenbahn 1 hindurchgetre¬ tene Medium, d.h. ein Gemisch aus Dampf, Wasser und den aus der Warenbahn 1 herausgelösten Reststoffen mit einem Unter¬ druck von mindestens 0,2 Bar, besser von 0.5 Bar abgesaugt, was durch den Pfeil A symbolisiert sein soll.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 entspricht die Schlitzdüse 40 derjenigen nach Fig. 1. Die Warenbahn 1 liegt an den Düsenrändern an. Die Schlitzdüse 50' der Absaugein¬ richtung 20 jedoch hat eine etwa doppelt so große Breite 51' wie die Schlitzdüse 40 und ist mit ihrer nacheilenden Be¬ grenzung um eine Strecke 52' in Förderrichtung 1' versetzt. Die Strecke 52' ist kleiner als die Breite 41 der Schlitzdü¬ se 40, so daß die Schlitzdüse 50' in dem Bereich 54'noch teilweise unter der Schlitzdüse 40 gelegen ist, sich aber in ihrer Ausdehnung in Förderrichtung 1 über diese hinaus er
ERSATZBLATT
streckt, so daß in dem Bereich 53 außer dem in der Warenbahn verbliebenen Dampf, dem dort gebildeten Kondensat und den zu entfernenden Reststoffen Luft aus dem Außenraum durch die Warenbahn 1 hindurchgesaugt wird. In dem Bereich 52' liegt der Austrittsöffnung 10' keine Düse gegenüber, doch ist die Menge an Dampf, die hier durch die Warenbahn 1 hindurch in den Außenraum austritt, relativ gering, da besonders in der ersten Phase der aufgeblasene Dampf sogleich auf und in der Warenbahn kondensiert und überwiegend bis zum Erreichen der Schlitzdüse 50' in dieser verbleibt.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist die Schlitz¬ düse 50" der Absaugeinrichtung 20 etwa dreimal so breit wie die Schlitzdüse 40 der Injektionseinrichtung 10 und gegen¬ über dieser mit ihrer nacheilenden Kante um eine Strecke 52" in Förderrichtung 1' versetzt, die größer ist als die Breite 41 der Schlitzdüse 40. Es liegt also keine Überdeckung der Schlitzdüsen 40 und 50" mehr ' vor.
Außerdem unterscheidet sich das Ausführungsbeispiel der Fig. 3 dadurch von den beiden vorangehenden Ausführungsbei- spielen, daß die Ränder der Schlitzdüse 41 etwas oberhalb der Warenbahn gelegen sind, d.h. einen gewissen Abstand von der Warenbahn 1 senkrecht zu deren Fläche einhalten. Ein Teil des im Sinne des Pfeiles I aufgeblasenen Dampfes wird also seitlich parallel zur Warenbahn abströmen und sich teilweise auf dieser kondensieren bzw. , soweit er über die Schlitzdüse 50" gerät, von dem dort herrschenden Unterdruck im Sinne des Pfeiles A in die Warenbahn 1 hinein- und durch diese hindurchgerissen werden. Auf den Rändern der Schlitz¬ düsen 50,50' ,50" wird die Warenbahn 1 allerdings immer an¬ liegen, da sie von dem dort herrschenden Unterdruck ange¬ saugt wird.
Die Austrittsöffnung 10' und die Eintrittsöffnung 20' sollen aber stets in Nachbarschaft zueinander verbleiben, was bedeuten soll, daß beide um nicht mehr als die Größen¬ ordnung einer Schlitzdüsenbreite voneinander entfernt sein sollen. Sowohl die Versetzungsbeträge 54' und 54" als auch
ERSATZBLATT
der Abstandsbetrag 42 sollen also nur wenige Millimeter oder Zentimeter betragen. Es ist also nicht vorgesehen, die In¬ jektion des Dampfes im Sinne des Pfeiles I an einer Stelle und das Absaugen im Sinne des Pfeiles A an einer beispiels¬ weise ein Meter dahinter gelegenen Stelle vorzunehmen. Der Dampf soll vielmehr aufgebracht und in die Warenbahn 1 inji¬ ziert und sogleich oder praktisch sogleich wieder abgesaugt werden.
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 4 entspricht hinsicht¬ lich Ausbildung und Anordnung von Austrittsöffnung 10' und Eintrittsöffnung 20' dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1. Die Warenbahn 1 wird über Führungswalzen 2 bis 5, von denen mindestens die Führungswalze 5 über einen Antriebsmotor 6 angetrieben ist, zwischen der Injektionseinric tung 10 und der Absaugeinrichtung 20 hindurchgezogen. Die Injektionsein¬ richtung 10 und die Absaugeinrichtung 20 weisen eine Injek- tions-Schlitzdüse 11 bzw. eine Absaug- Schlitzdüse 21 auf, welche mittels Andrückeinrichtungen 12 bzw. 22 unter Zwi¬ schenlage der Warenbahn 1 gegeneinander gedrückt werden. Dadurch steht der Innenraum der Injektionseinrichtung 10 mit dem Innenraum der Absaugeinrichtung 20 nur durch die Waren¬ bahn 1 getrennt in Verbindung. Nach außen sind die Innenräu¬ me bei diesem Ausführungsbeispiel im wesentlichen dicht abgeschlossen.
Die Injektions-Schlitzdüse 11 und die Absaug-Schlitzdü- se 21 weisen jeweils einen Verstellschieber 13 bzw. 23 auf, der über einen Verstellmotor 14 bzw. 24 einstellbar ist. Die Einstellung erfolgt hierbei derart, daß die Ausdehnung der Schlitzdüsen 11,21 in Förderrichtung 1', also die Länge L, über welche die Warenbahn 1 zwischen den Berandungen der Schlitzdüsen 11 und 21 eingeklemmt ist, eingestellt und bedarfsweise angepaßt werden kann. Die Länge der Schlitzdü¬ sen 11,21, also ihre Ausdehnung senkrecht zur Förderrichtung 1' der Warenbahn 1 (also senkrecht zur Zeichenebene) ist der Breite der Warenbahn 1 angepaßt. Hierzu können die Schlitz
ERSATZBLÄTT
düsen 11,21 teleskopartig ineinander gesteckte und gegenein¬ ander verschiebbare Elemente umfassen.
Der Innenraum der Absaugeinrichtung 20 steht mit der Saugseite einer Saugpumpe 25 in Verbindung, die das durch die Warenbahή 1 hindurchgetretene Gemisch absaugt, verdich¬ tet und einem Wärmetauscher/Kondensator 26 zuführt. Das aus dem Wärmetauscher 26 abgekühlt kommende Kondensat mit den darin enthaltenen, aus der Warenbahn 1 entfernten Reststof¬ fen wird von einer Kondensatpumpe 27 über ein Ventil 28 einer Waschmedium-Eingangsleitung 33 zugeführt. Die Strö¬ mungsmenge des Waschmediums in der Eingangsleitung 33 wird über einen Strömungsfühler 32 abgetastet, dessen Ausgangs¬ signal einer Regeleinrichtung 7 zugeführt werden.
Weiterhin steht der druckseitige Ausgang der Kondensat¬ pumpe 27 über ein TestStromventil 29 mit einem Testgerät 30 in Verbindung, welches Ausgangssignale erzeugt, die den Verunreinigungszustand des Konc nsats bzw. dessen Konzen¬ tration an aufgenommenen Restscoffen wiederspiegeln. Das untersuchte Kondensat wird im hier gezeigten Ausführungsbei- spiel wieder der Eingangsleitung zugeführt, kann aber auch verworfen werden, da die zur Untersuchung noch notwendige Flüssigkeitsmenge gering ist. Das Rückführventil 28 und das Teststromventil 29 werden von der zentralen Steuer- und Regeleinheit 7 gesteuert.
Die Ei „gangsleitung 33 steht über ein von der zentralen Steuer- und Regeleinheit 7 gesteuertes Frischwasserventil 31 mit einer Frischwasserzufuhr in Verbindung und führt durch den Wärmetauscher 26, sodaß zurückgeführtes Kondensat ver¬ mischt mit Frischwasser im Wärmetauscher 26 aufgeheizt wer¬ den kann.
Die aus dem Wärmetauscher 26 kommende vorgeheizte Flüs¬ sigkeit wird einem Dampferzeuger 19 zugeführt, der mittels einer von der zentralen Steuer- und Regeleinheit 7 gesteuer¬ ten Heizung 18 beheizt werden kann. Bei dem Dampferzeuger 19 ist eine Ab asserleitung 9 vorgesehen, über welche Abwasser
ERSATZBLATT
aus dem Dampferzeuger 19 über ein von der zentralen Steuer- und Regeleinheit 7 gesteuertes Ventil 17 abgelassen werden kann. Dadurch ist es möglich, im Dampferzeuger 19 ein Ein¬ dampfen des rückgeführten Kondensats vorzunehmen und dieses im Dampferzeuger 19 auf einer gleichbleibend hohen Konzen¬ tration an Reststoffen zu halten, sodaß die abgelassenen Abwassermengen gering sind bzw. die aus der Warenbahn 1 entfernten Reststoffe in dem Abwasser in hoher Konzentration anfallen.
Der Dampferzeuger 19 liefert Dampf über ein von der zentralen Steuer- und Regeleinheit 7 gesteuertes Dampfregel¬ ventil 16 zur Injektionseinrichtung 10. Darüber hinaus ist eine von der zentralen Steuer- und Regeleinheit 7 gesteuerte Pumpe 8 vorgesehen, um rückgeführtes Kondensat unter Umgehung des Dampferzeugers 19 direkt dem Dampf hinter dem Ventil beizumischen. Gegebenenfalls kann hier auch eine andere Waschflüssigkeit oder Frischwasser beigemengt werden. Auf diese Weise kann der Dampf in seinem Sättigungsgrad beeinflußt werden. Die Beimengung erfolgt auch hier wieder geregelt durch die zentrale Steuer- und Regeleinheit 7. Weiterhin ist vorgesehen, dem Dampf ein Gas, insbesondere Luft beizumengen. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn auf Grund der gegebenen Verhältnisse an der Warenbahn 1 große Strömungsmengen pro Zeiteinheit notwendig sind.
Die zentrale Steuer- und Regeleinheit 7 arbeitet hier derart, daß der gesamte Waschvorgang entsprechend warenspe¬ zifischen Daten, die über ein Eingabegerät 34 eingebbar sind und behandlungsspezifischen Daten wie z.B. der Förderge¬ schwindigkeit, geregelt und gesteuert wird. Die Überwachung des Waschvorgangs entsprechend den AusgangsSignalen des Testgeräts 30 erfolgt über ein Anzeigegerät 35. Durch stän¬ dige Überwachung der Fördergeschwindigkeit und der Strδ- mungsmenge des rückgeführten Kondensats durch den Strömungs- mengenfühler 32 und das Testgerät 30 ist es möglich, eine echte Regelung des Waschvorgangs durchzuführen, wobei der übergeordnete Regelkreis das Testgerät 30 mit umfaßt. Es
ERSATZBLATT
können über die zentrale Steuer- und Regeleinheit 7 nicht nur der Dampfdurchsatz, sondern auch die Länge L der "Be¬ handlungsstrecke" und gegebenenfalls (bei Ausführungsformen nach den Fig. 2 und 3) die Längen der Versatzstrecken 54', 54" so eingestellt werden, daß optimale Waschergebnisse erzielbar sind. Ein wichtiger Punkt besteht darin, daß die Waschwirkung ohne die Aufbringung zusätzlicher Chemikalien allein durch die Wirkung des Dampfes herbeigeführt wird.
Anstatt die Reststoffkonzentration im abgesaugtem Medium zu messen (oder zusätzlich hierzu) kann auch die Konzentration der auf der Warenbahn 1 nach dem Absaugen verbliebenen Reststoffe in einer Restchemikalien-Meßeinrich¬ tung 36 bestimmt werden, die in Förderrichtung 1' hinter der Absaugeinrichtung 20 angeordnet und in Fig. 4 strichpunk¬ tiert angedeutet ist. Das Meßsignal wird über die Signallei¬ tung 37 der zentralen Steuer- und Regeleinheit 7 zugeführt und zur Regelung verwendet.
Bei orientierenden Versuchen mit einer Anordnung nach Fig. 3 wurde eine offene Handtuchware aus 100% Baumwolle mit 25g/Liter Indanthren RS blauflüssig blau eingefärbt. Der Versuchsaufbau wies folgende Maße auf:
Breite 41 der Injektionsschlitzdüse 40: 1mm
Dampfdruck: 0,5 bar
Breite 51" der Absaugschlitzdüse 50": 4mm
Druck: 15 inches Hg (also ca. 0,5 bar Unterdruck)
Abstand der Schlitzdüsen 40 und 50" in Förderrichtung
1' von Mitte zu Mitte : 4cm
Abstand 42 der Injektionsschlitzdüse 40 oberhalb der
Warenbahn 1: 1cm
Es wurden mit diesem Versuchsaufbau die folgenden Ver¬ gleichsversuche mit den jeweils angegebenen Ergebnissen durchgeführt:
a) Nur Dampf aufblasen - Effekt gering
b) Dampf mit 0,5 bar auf¬ blasen und Wasser auf¬ aufgießen - Effekt gering c) wenig Dampf aufblasen und mit 15 inches Hg ab¬ saugen Effekt gering d) Dampf mit 0,5 bar auf¬ blasen und mit 15 inches Hg absaugen Effekt erheblich deutliche Entfärbung (fast weiß)
Ersichtlich kommt es also darauf an, daß mit einem deutlichen Druck Dampf aufgedüst und gleichzeitig mit erheb¬ lichem Unterdruck abgesaugt wird.
