Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
PRODUCTION METHOD FOR ENCAPSULATING AT LEAST ONE THREE-DIMENSIONAL OBJECT IN A BODY, AND BODY PRODUCED BY MEANS THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/081557
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a production method for encapsulated at least one three-dimensional object (10) in a body (2), comprising the steps of providing the body, introducing a recess (8, 18) for the object to be encapsulated (10) in the body (2), introducing the object (10) in the recess (8), and applying a transparent layer (14) to the body. The object (10) is thereby completely encapsulated under a closed outer surface free of bubbles. If the object (10) is a ground precious gem, the body (2) can be significantly optically enhanced without degrading the usefulness thereof or exposing the precious gem to detrimental external influences.

Inventors:
PODSZUWEIT, Dietmar (Merkerweg 6f, Hamburg, 22455, DE)
Application Number:
EP2009/050509
Publication Date:
July 22, 2010
Filing Date:
January 16, 2009
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
MONTBLANC-SIMPLO GmbH (Hellgrundweg 100, Hamburg, 22525, DE)
PODSZUWEIT, Dietmar (Merkerweg 6f, Hamburg, 22455, DE)
International Classes:
A44C17/04
Attorney, Agent or Firm:
Maiwald Patentanwalts GmbH (Korbinian Kopf, ElisenhofElisenstrasse 3, München, 80335, DE)
Download PDF:
Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Herstellverfahren zum Einschließen mindestens eines dreidimensionalen Gegenstands (10) in einen Körper (2), aufweisend die folgenden Schritte: - Bereitstellen des Körpers,

Einbringen einer Vertiefung (8, 18) für den einzuschließenden Gegenstand (10) in den Körper (2), - Einbringen des Gegenstands (10) in die Vertiefung (8, 18),

Auftragen einer transparenten Schicht (14) auf den Körper (2), so dass der Gegenstand (10) vollständig unter einer geschlossenen äußeren

Oberfläche (16) des Körpers (2) blasenfrei eingeschlossen wird.

2. Herstellverfahren nach Anspruch 2, wobei der Gegenstand (10) derart in der Vertiefung (8, 18) angeordnet wird, dass vor Auftragen der transparenten Schicht (14) zwischen der Fläche (4) des Körpers (2) und dem Gegenstand (10) keine Hinterschneidung entsteht.

3. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Gegenstand (10) derart in der Vertiefung (8, 18) angeordnet wird, dass er vor Auftragen der transparenten Schicht (14) über die Fläche (4) des Körpers (2) ragt.

4. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Auftragen der transparenten Schicht (14) das Sprühen eines transparenten Lacks umfasst.

5. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem vor Einbringen der Vertiefung (8, 18) eine Wirkschicht (6) auf die Fläche (4) des Körpers (2) aufgetragen wird

6. Herstellverfahren nach Anspruch 5, ferner aufweisend den Schritt - Einbringen von dekorativen Unterbrechungen der Wirkschicht (6).

7. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Einbringen der Vertiefung (8, 18) derart durchgeführt wird, dass eine an der Fläche (4) des Körpers (2) gelegene Öffnung der Vertiefung (8, 18) eine größere Fläche einnimmt, als zum Einbringen des Gegenstands (10) in die Vertiefung (8, 18) notwendig ist.

8. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner aufweisend den Schritt

Galvanisieren des Körpers (2) nach Einbringen der Vertiefung (8, 18).

9. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Einbringen des Gegenstands (10) in die Vertiefung (8, 18) das zumindest bereichsweise Einkleben des Gegenstands (10) in die Vertiefung (8, 18) umfasst.

10. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner aufweisend den Schritt

Abtragen von Material der transparenten Schicht (14) zum Glätten der äußeren Oberfläche ( 16) des Körpers (2).

11. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner aufweisend den Schritt

Polieren der transparenten Schicht (14).

12. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Verfahrensschritte bei mehrteiliger Ausführung des Körpers (2) im Wesentlichen bei allen Teilen gleichzeitig ausgeführt werden.

13. Herstellverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Schmuckstein als Gegenstand (10) verwendet wird.

14. Körper (2), aufweisend - mindestens eine Vertiefung (8, 18) mindestens einen in der Vertiefung eingebrachten dreidimensionalen Gegenstand (10) und eine transparente Schicht (14), wobei die transparente Schicht (14) derart auf den Körper (2) aufgetragen ist, dass der Gegenstand (10) vollständig unter einer geschlossenen äußeren Oberfläche (16) des Körpers (2) blasenfrei eingeschlossen ist.

15. Körper (2) nach Anspruch 14, der durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1-12 hergestellt ist.

16. Schreibgerät (24), aufweisend

- mindestens eine Vertiefung (8, 18) mindestens einen in der Vertiefung eingebrachten dreidimensionalen

Gegenstand (10) und - eine transparente Schicht (14), wobei die transparente Schicht (14) derart auf das Schreibgerät (24) aufgetragen ist, dass der Gegenstand (10) vollständig unter einer geschlossenen äußeren Oberfläche (16) des Schreibgeräts (2) blasenfrei eingeschlossen ist.

17. Schmuckobjekt, aufweisend

- mindestens eine Vertiefung (8, 18) mindestens einen in der Vertiefung eingebrachten dreidimensionalen

Gegenstand (10) und eine transparente Schicht (14), wobei die transparente Schicht (14) derart auf das Schmuckobjekt (24) aufgetragen ist, dass der Gegenstand (10) vollständig unter einer geschlossenen äußeren Oberfläche (16) des Schmuckobjekts blasenfrei eingeschlossen ist.

Description:
Herstellverfahren zum Einschließen mindestens eines dreidimensionalen Gegenstands in einen Körper sowie ein damit hergestellter Körper

TECHNISCHES GEBIET

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Herstellverfahren zum Einschließen mindestens eines dreidimensionalen Gegenstands in einen Körper sowie einen Körper mit mindestens einem eingeschlossenen Gegenstand.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Hochwertige Schmuckobjekte oder Gebrauchsgegenstände, beispielsweise Uhren oder Schreibgeräte, werden zur optischen Aufwertung und Verschönerung oft mit Schmucksteinen besetzt. Besonders bei Gebrauchsgegenständen könnte es jedoch nachteilig sein, wenn die verwendeten Schmucksteine über die äußere Kontur des Gegenstands hinausragen. Zum einen könnten dadurch die Schmucksteine und deren Einfassungen mechanisch beansprucht werden und sich bei häufiger oder unsachgemäßer Benutzung herauslösen. Zum anderen könnten die Einfassungen durch eintretende Feuchtigkeit Schaden nehmen oder durch eingetretenen und schwierig wieder entfernbaren Schmutz in ihrer optischen Qualität leiden. Üblicherweise werden Schmuckobjekte oder Gebrauchsgegenstände aus diesem Grund nur an solchen Stellen mit Schmucksteinen besetzt, die nicht einer häufigen Handhabung ausgesetzt sind.

Es ist weiterhin aus DE 10 2005 050 320 Al bekannt, Schmucksteine in eine mehrteilige transparente Hüllform einzulassen, deren Schichtdicken jedoch nicht für die Ausstattung von Oberflächen von Schmuckobjekten oder Gebrauchsgegenständen geeignet erscheinen.

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG

Zum Schutz von Schmucksteinbesatz könnten die Schmucksteine zusammen mit der Oberfläche des damit ausgestatteten Körpers vergossen werden, was tendenziell jedoch zu einer im Verhältnis zu den verwendeten Schmucksteinen dominierenden und aufgrund der geforderten hohen Präzision ungleichmäßigen Schutzschichtdicke führen würde. Ein Gussverfahren würde ferner aufwändig an den zu behandelnden Körper angepasste Gussformen erfordern, in denen der zu behandelnde Körper präzise positioniert werden muss. Dadurch wäre ein Gussverfahren zudem kostenintensiv.

Es kann demnach als eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen werden, ein Verfahren zum Einschließen eines oder mehrerer dreidimensionaler Gegenstände in einen Körper zur Verfügung vorzuschlagen, das in der Lage ist, die vorangehend geschilderten Nachteile zumindest teilweise zu beseitigen oder zu reduzieren.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Einschließen mindestens eines dreidimensionalen Gegenstands in einen Körper gemäß dem unabhängigen Anspruch 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen. Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird für jeden einzuschließenden Gegenstand eine Vertiefung in einer Fläche eines bereitgestellten Körpers geschaffen und der betreffende Gegenstand wird dort eingebracht. In einem anschließenden Schritt wird eine transparente Schicht auf die Fläche des Körpers aufgetragen, so dass zumindest ein Abschnitt des Körpers und der oder die in den Körper eingebrachten Gegenstände vollständig von dieser transparenten Schicht umgeben sind.

Mit der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren geschaffen, mit dem es ermöglicht wird, beliebige dreidimensionale Gegenstände in einen Körper einzuschließen. Der durch das erfindungsgemäße Verfahren behandelte Körper weist eine geschlossene äußere Oberfläche auf, die durch die aufgetragene transparente Schicht gebildet wird. Durch die Transparenz ist es möglich, den oder die eingebrachten Gegenstände unterhalb der äußeren Oberfläche von außen zu sehen, so dass eine ähnliche optische Wirkung erzielt werden kann, wie bei einem Körper mit einem herkömmlichen Besatz aus einem oder mehreren dreidimensionalen Gegenständen. Aufgrund der schützenden Funktion der äußeren transparenten Schicht können mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens auch bei Gebrauchsgegenständen filigrane Verzierungen hergestellt und auch in exponierten Abschnitten Schmucksteine eingesetzt werden. Die Haptik und Gebrauchsfähigkeit unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von der eines Körpers, in dem keine dreidimensionalen Gegenstände eingebracht sind.

Mit dem Auftragen der transparenten Schicht sind derartige Vorgänge zu verstehen, bei denen durch externe Mittel oder Vorrichtungen in einem oder mehreren Schritten sukzessive ein beispielsweise flüssiges, pastöses oder pulverförmiges transparentes Material auf den behandelten Körper aufgebracht wird. Vorzugsweise wird das Material auf den Körper gesprüht oder durch Zerstäuben aufgebracht. Durch derartige Auftragverfahren für eine transparente Schicht kann im Gegensatz zu herkömmlichen Gussverfahren hochgradig konstante Schichtdicken realisiert werden, durch die über den gesamten Körper gleichmäßige optische Eigenschaften definiert werden. Gerade beim Einschließen von Schmucksteinen, wie etwa Brillanten, Zirkonia, Edelsteinen generell und dergleichen, ist äußerst wichtig, dass durch eine aufgetragene äußere Schicht keine Verschlechterung des optischen Erscheinungsbildes der eingeschlossenen Gegenstände resultiert. So können auch sehr hochwertige Edelsteine in Schmuckobjekte oder Gebrauchsgegenstände eingelassen werden, ohne dass deren optische Wirkung („Funkeln") darunter leidet.

Durch die im Vergleich zu Gussverfahren oder andere bekannte Einschlussverfahren relativ einfache Art und Weise der Realisierung kann auf komplizierte

Steuertechnologien, aufwändige Gussformen oder dergleichen verzichtet werden, wodurch bei der Fertigung entsprechender Körper mit eingelassenen Gegenständen die direkten Kosten reduziert werden können.

Im Folgenden sind unter dem Begriff „dreidimensionale" Gegenstände solche Körper zu verstehen, die sich merklich in drei Raumrichtungen erstrecken. Dadurch unterscheiden sich die dreidimensionalen Gegenstände eindeutig etwa von flächigen, flächenhaften oder linienhaften Verzierungselementen.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen

Verfahrens wird der Gegenstand derart in der Vertiefung angeordnet, dass vor Auftragen der transparenten Schicht zwischen der Fläche des Körpers und dem Gegenstand keine Hinterschneidung entsteht. Dadurch können Hohlräume und Luftblasen im Randbereich des eingeschlossenen Gegenstands vermieden werden.

In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Auftragen der transparenten Schicht durch ein Sprühverfahren realisiert, beispielsweise durch ein Sprühlackierverfahren. Geeignete Materialien für die aufzutragende transparente Schicht könnten etwa transparente Lacke auf Acrylbasis, auf Kunstharzbasis, auf Naturharzbasis oder vollständig natürlichen Ursprungs sein. Durch ein derartiges Auftragverfahren kann besonders gut eine gewünschte Dicke der äußeren transparenten Schicht erzielt werden. Gleichzeitig wird das Gefüge der transparenten Schicht sehr homogen und störende Lufteinschlüsse können vermieden werden, durch die die optische Erscheinung des behandelten Körpers stark leiden würde, da durch eingeschlossene Luftblasen die Klarheit der transparenten Hüllform unterbrochen wird und der Blick auf den oder die eingebrachten Gegenstände durch prägnant erkennbare Luftblasen oder dergleichen gestört wird. Durch eine gleichmäßige Dicke der transparenten Schicht über sämtlichen in den Körper eingebrachten Gegenständen sind gleichzeitig die optischen Eigenschaften der Gegenstände in dem Körper im Wesentlichen identisch.

In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird vor dem Anfertigen der Vertiefung für den einzuschließenden Gegenstand der Körper mit einer sogenannten „Wirkschicht" versehen. Die Wirkschicht könnte beispielsweise als eine dunkle Farbschicht realisiert werden, die beim Einbringen von Schmucksteinen oder dergleichen deren optische Wirkung durch Erhöhung des Kontrastes zu dem Körper deutlich hervorhebt. In den mit einer derartigen Wirkschicht versehenen Körper wird die Vertiefung für den einzubringenden Gegenstand hergestellt.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung nimmt die an der Fläche des Körpers gelegene Öffnung einer Vertiefung für einen einzubringenden Gegenstand eine größere Fläche ein, als für den einzubringenden Gegenstand notwendig. Dies ist für die optische Wirkung des Gegenstands besonders vorteilhaft, wenn der Körper etwa aus einem glänzenden Edelmetall wie Silber, Gold oder Titan gefertigt ist oder eine silbrige oder goldene Oberfläche aufweist. Um den einzubringenden Gegenstand herum wird dadurch eine spiegelartige Fläche erzeugt. Handelt es sich bei dem einzubringenden Gegenstand um einen geschliffenen Edelstein, wird dessen Glanzwirkung deutlich hervorgehoben. Es ist weiterhin vorteilhaft, den oder die einzubringenden Gegenstände in die jeweilige Vertiefung einzukleben, bevor die transparente Schicht auf den Körper aufgetragen wird. Dies hat den Vorteil, dass die einzubringenden Gegenstände vor dem Auftragen der transparenten Schicht bereits unverrückbar relativ zum Körper positioniert sind und während des Vorgangs des Auftragens der äußeren transparenten Schicht nicht versehentlich gelöst werden können. Alternativ dazu wäre es auch möglich, die einzubringenden Gegenstände in die jeweilige eine entsprechende Passung aufweisende Vertiefung zu klemmen, so dass sie erst später durch Aufbringen der transparenten Schicht verklebt werden.

In einer zusätzlichen vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung werden nach vollständigem Auftragen der transparenten Schicht selektiv geringe Mengen von Material von der transparenten Schicht wieder abgetragen. Etwaige Formabweichungen des Körpers nach Auftragen der transparenten Schicht können dadurch weiter minimiert werden. Als mögliche Abtragverfahren kommen Schleifen, Drehen und dergleichen in Frage, wobei derartige Verfahren von der grundsätzlichen Geometrie des Körpers abhängen. Das Abtragen von Material sollte nach vollständiger Aushärtung der transparenten Schicht durchgeführt werden.

In einer noch weiteren vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird der Körper poliert. Dadurch werden die optischen Eigenschaften der transparenten Schicht sowie die Oberflächenqualität deutlich verbessert. Aufgrund einer dadurch erreichbaren sehr hohen Transparenz können die im Körper eingeschlossenen Gegenstände ihre volle optische Wirkung entfalten.

Bei einer ebenfalls vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist der Körper beispielsweise aus Messing, Silber oder Gold oder einem anderen Metall gefertigt. Beziehen sich die einzuschließenden Gegenstände auf geschliffene Schmucksteine ist es besonders sinnvoll, die jeweiligen Vertiefungen mit einer glänzenden silbrigen oder goldenen Farbgestaltung auszustatten, damit die Wirkung des Schmucksteins besonders gut zur Geltung kommt und ein Höchstmaß an einfallendem Licht reflektiert wird. Sollte der betreffende Körper nicht aus einem silbrig oder golden glänzenden Metall bestehen, ist eine galvanische Behandlung des Körpers vor Einbringen der Schmucksteine besonders günstig. So könnte ein aus Messing hergestellter Körper deutlich aufgewertet werden, bei gleichzeitig geringeren Produktionskosten im Vergleich zu einem aus Silber, Gold, Titan oder einem anderen Edelmetall hergestellten Körper.

Bei einer beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden mehrere Teile eines mehrteiligen Körpers gleichzeitig mit den vorangehend geschilderten Verfahrensschritten behandelt. Dadurch kann ausgeschlossen werden, dass beim Aufbringen einer Wirkschicht oder einer transparenten Schicht Farbabweichungen oder Schichtdickenabweichungen entstehen. Beispielhaft sei hier die Anfertigung einer Stiftkappe und eines Stiftbehälters genannt, die möglichst identisch behandelt werden sollten, so dass ein diese Komponenten beinhaltender Stift ein möglichst homogenes Erscheinungsbild aufweist.

Die Aufgabe wird ferner gelöst durch einen Körper mit mindestens einem eingeschlossenen dreidimensionalen Gegenstand, an dem der Gegenstand in einer Vertiefung eingebracht und von einer transparenten Schicht eingebettet ist. Die transparente Schicht ist derart ausgestaltet, dass die äußere Oberfläche des Körpers den Gegenstand vollständig umgibt, so dass er bei Handhabung des Körpers nicht gefühlt wird.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Im Folgenden werden zur weiteren Erläuterung und zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung verschiedene Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Für gleiche oder ähnliche Objekte werden gleiche Bezugszeichen verwendet. Es zeigen: Fig. Ia-Id: eine schematische Skizzierung einer beispielhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;

Fig. 2: eine Schnittdarstellung eines Körpers mit einer abweichenden exemplarischen Vertiefung;

Fig. 3: eine Ansicht eines exemplarischen Körpers, der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelt ist; und

Fig. 4: eine weitere schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Die Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich, sie können jedoch qualitative Größenverhältnisse wiedergeben.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

In den Fig. Ia bis Id wird ein beispielhafter Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Einschließen eines oder mehrerer dreidimensionaler Gegenstände in einen Körper dargestellt. Der Übersichtlichkeit halber ist der betreffende Körper stark vereinfacht und der einzuschließende Gegenstand als geschliffener Schmuckstein gezeigt. Es versteht sich, dass sowohl die Darstellung des Körpers als auch die Darstellung des einzuschließenden Gegenstands nicht als Beschränkung zu verstehen ist.

Ein beispielhafter Körper 2 aus Fig. Ia wird exemplarisch zur Vorbereitung des erfindungsgemäßen Verfahrens an einer Fläche 4 zur Schaffung einer definierten Oberflächenrauhigkeit spanabhebend bearbeitet. Je nach geometrischer Gestaltung des Körpers 2 kommen dafür verschiedenartige spanabhebende Bearbeitungsverfahren in Betracht. Ist der Körper 2 rotationssymmetrisch, empfiehlt sich vor Durchführung der wesentlichen erfindungsgemäßen Verfahrensschritte eine Bearbeitung an einer Drehmaschine, beispielsweise ein Abdrehen, Schleifen, Läppen, Honen oder Polieren. Die Haftung von anschließend aufzubringenden Material- oder Farbschichten kann dadurch verbessert werden.

Auf die Fläche 4 des Körpers 2 könnte in einem nachfolgenden Schritt eine sogenannte Wirkschicht 6 aufgetragen werden, die besonders bei Besatz mit einem Schmuckstein zum optischen Hervorheben des Schmucksteins dient. Die Wirkschicht 6 könnte als dunkle Farbschicht zur Erhöhung des Kontrasts zwischen dem Körper 2 und dem einzuschließenden Gegenstand realisiert sein. Die Farbe schwarz oder eine andere dunkle Farbe bietet sich besonders an, sobald der einzuschließende Gegenstand ein geschliffener und hell funkelnder Schmuckstein ist. Sollte der einzuschließende Gegenstand dunkel sein, könnte auch eine Wirkschicht 6 mit einer helleren Farbe verwendet werden. Die Dicke der Wirkschicht 6 ist für die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht erheblich, sie könnte aber etwa in einem Bereich weniger Hundertstel Millimeter liegen.

Bevorzugt erfolgt das Auftragen der Wirkschicht 6 auf den Körper 2 durch eine Sprühlackierung, könnte allerdings auch mit einer Pulverbeschichtung oder anderen gängigen Verfahren zum Auftragen einer Farbschicht auf metallische und nichtmetallische Körper ausgeführt werden, etwa Galvanisieren oder Eloxieren bei Aluminium.

Anschließend wird, wie in Fig. Ib gezeigt, für den einzuschließenden Gegenstand eine Vertiefung 8 in den Körper 2 eingebracht. Bevorzugt könnte das Einbringen der Vertiefung 8 durch einen nicht dargelegten Bohrer realisiert werden, der eine an die herzustellende Vertiefung 8 angepasste Spitzenform aufweist. Alternativ könnte die Vertiefung 8 auch durch andere spanende oder spanlose Bearbeitungsverfahren in den Körper 2 eingebracht werden, die auch nicht kreissymmetrische Vertiefungen 8 erlauben. Bei der Anwendung spanloser Verfahren könnte je nach Tiefe und Ausdehnung der Vertiefung 8 aufgrund Materialflusses eine Material abtragende Nachbearbeitung an der Fläche 4 des Körpers 2 erforderlich werden.

In dem gezeigten Beispiel ist die Vertiefung 8 derart in den Körper 2 eingebracht, dass ein einzuschließender Gegenstand knapp über die Fläche 4 des Körpers 2 und über die Wirkschicht 6 ragen würde.

Anschließend erfolgt das in Fig. Ic gezeigte Einsetzen eines Gegenstands 10 in die Vertiefung 8, wobei der Gegenstand 10 in dem gezeigten Ausführungsbeispiel als ein geschliffener Schmuckstein realisiert ist. Die Vertiefung 8 wäre damit eine Fassung. Der Gegenstand 10 könnte beim Einsetzen in die Vertiefung 8 punktuell durch einen Klebstoff oder durch Klemmen fixiert werden. Der Gegenstand 10 ragt schließlich etwas über die Wirkschicht 6 hinaus, so dass dessen oberste Fläche 12 - bei geschliffenen Schmucksteinen auch „Tafel" genannt - oberhalb der Wirkschicht 6 liegt. Folglich wäre durch Überstreichen des Körpers 2 der Gegenstand 10 mit einem Finger sehr leicht fühlbar. Eine derartige Anordnung wäre allerdings gegenüber äußeren Einflüssen, seien sie mechanischer, chemischer oder thermischer Art, nicht sehr gut geschützt.

Der nachfolgende und in Fig. Id gezeigte Verfahrensschritt kann dies verhindern. Es wird eine transparente Schicht 14 auf die Anordnung aus Körper 2, Wirkschicht 6 und Gegenstand 10 aufgetragen. Die transparente Schicht 14 könnte beispielsweise als transparenter Lack realisiert sein, der durch ein Sprühlackierverfahren in einem oder mehreren aufeinanderfolgenden Sprühvorgängen aufgetragen wird. Die Erstreckung der Vertiefung 8 und die Erstreckung des Gegenstands 10 könnten derart aufeinander angepasst sein, dass mit einer relativ geringen Dicke der transparenten Schicht 14 oberhalb des Gegenstands 10 der Körper 2 und der eingelassene Gegenstand 10 vollständig eingeschlossen sind. Die transparente Schicht 14 bildet nach ihrem Auftrag zumindest in dem vorgesehenen Bereich des Körpers 2 eine neue einheitliche, glatte und homogene äußere Oberfläche 16 des Körpers 2. Das Materialgefüge der transparenten Schicht 14 ist homogen und weist keine Einschlüsse, Luftblasen oder dergleichen auf.

Zum Verbessern der optischen Eigenschaften der transparenten Schicht 14 ist es vorteilhaft, die äußere Oberfläche 16 mittels eines Material abhebenden Verfahrens in ihrer auswärts gerichteten Erstreckung zu homogenisieren und zur Erhöhung der Transparenz anschließend glatt zu polieren. So könnten eventuell noch vorliegende kleinere Unebenheiten aufgrund des etwas über die Wirkschicht 6 stehenden Gegenstands 10 geglättet werden. Sollte der Körper 2 eine rotationssymmetrische Form aufweisen, käme für das Material abtragende Verfahren etwa ein

Diamantdrehverfahren in Betracht. Aus einer beispielhaft gewählten Dicke der aufgetragenen transparenten Schicht 14 oberhalb des Gegenstands 10 von 0,3 mm könnte nach dem Polieren eine Schichtdicke von 0,2 mm verbleiben. Es sollte für einen Fachmann klar sein, dass auch sämtliche anderen geeigneten Schichtdicken denkbar sind, die sowohl eine unbeschränkt freie Sicht auf die eingelassenen

Gegenstände 10 erlauben, als auch eine Schutzwirkung bereitzustellen vermögen. Weiterhin wird die Fixierung des Gegenstands 10 am Körper 2 durch die transparente Schicht 14 weiter verbessert und - besonders bei geschliffenen Schmucksteinen oder dergleichen - können der Reflexionsgrad verstärkt und eine Tiefenwirkung erzeugt werden.

Durch das Auftragen der transparenten Schicht 14 kann - anders als bei bekannten Eingussvorgängen - zudem vermieden werden, dass sich zwischen den eingelassenen Gegenständen 10 und dem Körper 2 Hohlräume oder Luftblasen bilden, die das optische Erscheinungsbild des Körpers 2 stark beeinträchtigen würden. Dies kann weiter begünstigt werden, wenn der Gegenstand 10 mit der Fläche 4 des Körpers 2 bzw. der Wirkschicht 6 keine Hinterschneidungen bildet. In dem gezeigten Beispiel bei als Schmuckstein ausgeführtem Gegenstand 10 befindet sich etwa eine Rundiste unterhalb der Fläche 4, wodurch sich der Gegenstand nach außen über die Fläche 4 hinaus ausschließlich verjüngt und damit Lufteinschlüsse ausschließt.

Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist - wie bereits voranstehend erwähnt - nicht auf einer Art von Körpern 2 beschränkt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren können jedoch besonders Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die häufig gehandhabt werden, optisch aufgewertet werden.

In Fig. 2 wird eine alternativ ausgestaltete Vertiefung 18 gezeigt, die einen Sitz 20 für einen einzulassenden Gegenstand 10 aufweist, sowie eine um den Sitz 20 umlaufende Auskragung 22, die sich zu den Seiten eines einzubringenden Gegenstands 10 erstreckt. Durch die Auskragung 22 kann um den einzubringenden Gegenstand 10 bei entsprechender Oberflächenbeschaffenheit eine reflektierende Fläche erzeugt werden, die etwa den Glanz des einzubringenden Gegenstands 10 erhöhen und damit dessen optische Wirkung verstärken kann.

Hierbei ist anzumerken, dass derartige Vertiefungen 8 und 18 bei der Verwendung von geschliffenen Schmucksteinen wie Brillanten, Diamanten, Zirkonia und dergleichen, üblicherweise eine silberne, silberfarbene, goldene, goldfarbene oder dergleichen Oberfläche aufweisen, die damit den bei geschliffenen Schmucksteinen charakteristischen Glanz erzeugen. Sollte der Körper 2 selbst nicht aus Silber, Gold, Platin oder anderen Edelmetallen bestehen, könnte durch entsprechende Vorbehandlung eine entsprechende Gestaltung der Vertiefungen 8 und 18 erreicht werden. Bei einem aus Messing hergestellten Körper 2 könnte dies durch ein entsprechendes galvanisches Verfahren durchgeführt werden. Bei Anwendung des galvanischen Verfahrens sollte die Wirkschicht 6 - sofern sie vorhanden ist - durch eine zusätzliche Beschichtung derart geschützt sein, dass sie der Anwendung eines galvanischen Verfahrens standhält. Die Gefahr von Unterwandern chemischer Stoffe, Absprengen oder Auflösen der Wirkschicht 6 kann dementsprechend verhindert werden. Alternativ dazu könnte die Wirkschicht 6 eine durch geeignete Stoffwahl eine entsprechende Beschaffenheit aufweisen, die bereits selbstständig einer galvanischen Behandlung standhält.

In Fig. 3 wird eine praktische Realisierung eines durch das erfindungsgemäße Verfahren behandelten Körpers 2 exemplarisch anhand eines Stifts 24 gezeigt, der eine Kappe 26 und einen Behälter 28 aufweist, in denen jeweils mehrere geschliffene Schmucksteine 30 eingeschlossen sind. Bevorzugt werden die beiden Hauptteile des Stifts 24 in Form von Kappe 26 und Behälter 28 gleichzeitig durch das erfindungsgemäße Verfahren behandelt, so dass die Dicke und Farbe der Wirkschicht 6 und die Dicke der transparenten Schicht 14 über den eingeschlossenen

Gegenständen 30 auf Kappe 26 und Behälter 28 möglichst identisch sind, um Farbabweichungen zu vermeiden.

Zusätzlich zu den Vertiefungen 18 weist der Stift 24 zahlreiche dekorative Einfräsungen 32 auf, die als helle Linien auf der Kappe 26 und dem Behälter 28 sichtbar sind. Diese dekorativen Einfräsungen 32 können nach Aufbringen der Wirkschicht 6 in die jeweiligen Teile des Stifts 24 als Unterbrechungen der Wirkschicht 6 eingebracht werden. Bei Bedarf, beispielsweise bei Fertigung des Stifts 24 aus Messingteilen, werden auch die dekorativen Einfräsungen 32 durch ein entsprechendes galvanisches Verfahren silbrig, so dass sich eine besonders vorteilhafte optische Erscheinung ergibt.

Durch Bedecken der Kappe 26 und des Behälters 28 mit einer transparenten Schicht 14 wird eine gleichmäßige äußere Oberfläche geschaffen, so dass beim Handhaben des Stifts 24 die eingeschlossenen geschliffenen Schmucksteine 30 nicht mehr fühlbar sind. Das Materialgefüge der transparenten Schicht 14 ist homogen. Der Stift 24 kann beispielhaft eine glatte äußere Oberfläche aufweisen, die bereichsweise auch mit Verzierungen oder einer Reihe von nachträglich aufgebrachten Vertiefungsmustern zusätzlich aufgewertet werden könnte. Durch Verwenden von Vertiefungen 18, deren beispielsweise an der Oberfläche der Wirkschicht 6 liegenden Öffnungen eine größere Fläche einnehmen als die Schmucksteine 30 selbst, wird durch verstärkte Lichtreflexion der Glanzeffekt der Schmucksteine 30 verstärkt. Durch Aufbringen der transparenten Schicht 14 und anschließendes Polieren wird der Reflexionsgrad der Schmucksteine 30 sowie deren Tiefenwirkung weiter verbessert. Gleichermaßen wird durch die transparente Schicht 14 sichergestellt, dass durch täglichen Gebrauch des Stifts 24 die eingesetzten Schmucksteine 30 ideal geschützt bleiben.

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Stift 24 lediglich als Beispiel für einen Körper 2 zu verstehen ist, der mittels des erfmdungsgemäßen Verfahrens optisch aufgewertet werden kann. Jedwede Arten von Gegenständen können durch das erfindungsgemäße Verfahren behandelt werden. Als Beispiele seien Schmuckobjekte jeglicher Art, Uhren, Fahrzeugteile, elektronischen Geräte oder dergleichen genannt.

In der ergänzenden Fig. 4 wird das erfmdungsgemäße Verfahren anhand eines Blockschaltbilds zusammenfassend dargestellt und im folgenden kurz erläutert. Nach dem Bereitstellen 34 eines Körpers 2 werden eine oder mehrere Vertiefungen 8, 18 in den Körper eingebracht 36. Wahlweise kann davor die Oberfläche des Körpers 2 zur Verbesserung der Haftung bearbeitet werden 38 und/oder eine Wirkschicht 6 aufgebracht werden. Anschließend könnten dekorative Einfräsungen 32 oder anders hergestellte Verzierungen in den Körper 2 eingebracht werden 42. Der Körper 2 kann anschließend einer galvanischen Behandlung unterzogen werden 43. Nach Einbringen 44 des oder der Gegenstände 10 in die jeweilige Vertiefung 8, 18, wobei die Gegenstände dort auch verklebt werden können 46, wird die transparente Schicht 14 aufgetragen 48. In einem nachfolgenden Schritt könnte die äußere Oberfläche 16 des Körpers nachbearbeitet werden 50.

Weiter ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass „aufweisend" keine anderen Elemente oder Schritte ausschließt und „eine" oder „ein" keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei daraufhingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.

Bezugszeichen

2 Körper

4 Fläche

6 Wirkschicht

8 Vertiefung

10 Gegenstand

12 oberste Fläche des Gegenstands

14 transparente Schicht

16 äußere Oberfläche

18 Vertiefung

20 Sitz

22 Auskragung

24 Stift

26 Kappe

28 Behälter

30 Schmuckstein

32 Einfräsung

34 Bereitstellen Körper

36 Einbringen Vertiefung

38 Bearbeiten Oberfläche

40 Aufbringen Wirkschicht

42 Einbringen Einfräsung

43 galvanische Behandlung

44 Einbringen Gegenstand

46 Kleben

48 Auftragen transparenter Schicht

50 Nachbearbeiten