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Title:
PRODUCTION OF A MULTILAYERED, TEXTILE FLOOR COVERING USING AN AQUEOUS POLYMERIC DISPERSION AS ADHESIVE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2000/053842
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a multilayered textile floor covering characterized in that the layers are glued with an adhesive containing as binder an aqueous dispersion of a mixture comprised of a polymer (A) consisting of at least 60 % by weight of ethylene and a polymer (B) consisting of at least 60 % by weight of vinyl aromatic compounds, dienes or the mixtures thereof.

Inventors:
Smith, James Arthur (Gustav Stresemannhof 18 LC Arnhem, NL-6836, NL)
Schott, Bernard (14 rue du Jura Drusenheim, F-67410, FR)
Aan De, Meulen Leonardus (De Geer 10 DC Giesbeek, NL-6987, NL)
Application Number:
PCT/EP2000/001411
Publication Date:
September 14, 2000
Filing Date:
February 21, 2000
Export Citation:
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Assignee:
BASF AKTIENGESELLSCHAFT (Ludwigshafen, D-67056, DE)
Smith, James Arthur (Gustav Stresemannhof 18 LC Arnhem, NL-6836, NL)
Schott, Bernard (14 rue du Jura Drusenheim, F-67410, FR)
Aan De, Meulen Leonardus (De Geer 10 DC Giesbeek, NL-6987, NL)
International Classes:
B32B5/26; B32B7/12; C09J125/10; C09J153/02; D06N7/00; (IPC1-7): D06N7/00; C09J125/10
Attorney, Agent or Firm:
BASF AKTIENGESELLSCHAFT (Ludwigshafen, D-67056, DE)
BASF AKTIENGESELLSCHAFT (Ludwigshafen, D-67056, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Mehrlagig aufgebauter textiler Bodenbelag, dadurch gekenn zeichnet, daß die Lagen durch einen Klebstoff verklebt sind, der als Bindemittel eine wäßrige Dispersion eines Gemischs aus einem Polymer A), welches zu mindestens 60 Gew% aus Ethylen aufgebaut ist und einem Polymer B), welches zu minde stens 60 Gew% aus Vinylaromaten, Dienen oder deren Gemische aufgebaut ist, enthält.
2. Textiler Bodenbelag gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gewichtsanteil von Polymer A) 0,1 bis 50 Gew % und der von B) 50 bis 99,9 Gew%, bezogen auf die Summe von A) und B), beträgt.
3. Textiler Bodenbelag gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn zeichnet, daß Polymer A) als Aufbaukomponenten 60 bis 99,9 Gew% Ethylen und 0,1 bis 40 Gew % einer ethylenisch ungesättigten Saure, bezogen auf Polymer A), enthält.
4. Textiler Bodenbelag gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, da durch gekennzeichnet, daß Polymer B) als Aufbaukomponenten 60 bis 99,9 Gew% Vinylaromaten, Diene oder deren Gemische und 0,1 bis 20 Gew% einer ethylenisch ungesättigten Säure, bezogen auf Polymer B), enthält.
5. Textiler Bodenbelag gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, da durch gekennzeichnet, daß der Klebstoff zusätzlich einen Ver dicker enthält.
6. Textiler Bodenbelag gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Verdicker um ein Copolymer von ethylenisch ungesättigten Verbindungen handelt, wobei es sich bei mindestens. 50 Gew % der ethylenisch ungesättigten Verbindungen um ethylenisch ungesättigte Säuren, ethylenisch ungesättigte Amide oder deren Gemische handelt.
7. Textiler Bodenbelag gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, da durch gekennzeichnet, daß der Klebstoff weniger als 200 Gew. Teile, bezogen auf 100 Gew.Teile der Summe aus A) und B) eines Füllstoffs enthält.
8. Textiler Bodenbelag gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, da durch gekennzeichnet, daß der Klebstoff keinen Füllstoff ent hält.
9. Textiler Bodenbelag gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, da durch gekennzeichnet, daß es sich um einen zweilagigen texti len Bodenbelag handelt, bei dem ein textiles Trägergewebe mit einem Zweitrücken verklebt ist.
10. Textiler Bodenbelag gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, da durch gekennzeichnet, daß es sich um einen TuftingTeppich handelt.
11. Verfahren zur Herstellung eines textilen Bodenbelags gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Klebstoff in einer Menge von 20 g bis 1000 g (trocken) pro m2 auf eine der Lage aufgetragen wird und die Lagen miteinander verklebt werden.
12. Verfahren zur Herstellung eines textilen Bodenbelags gemäß Ansprüche 11, dadurch gekennzeichnet, da# der Klebstoff auf die Rückseite eines getufteten Trägergewebes aufgetragen wird und das getuftete Trägergewebe mit einem Zweitrücken verklebt wird.
13. Wäßriger Klebstoff, enthaltend als Bindemittel eine wäßrige Dispersion eines Gemischs aus einem Polymer A), welches zu mindestens 60 Gew% aus Ethylen aufgebaut ist und einem Poly mer B), welches zu mindestens 60 Gew% aus Vinylaromaten, Die nen oder deren Gemische aufgebaut ist und einen Verdicker.
14. Wäßriger Klebstoff gemäß Anspruch 13, wobei es sich bei dem Verdicker um ein Copolymer von ethylenisch ungesättigten Verbindungen handelt, wobei es sich bei mindestens. 50 Gew % der ethylenisch ungesättigten Verbindungen um ethylenisch ungesättigte Säuren, ethylenisch ungesättigte Amide oder deren Gemische handelt.
Description:
Herstellung eines mehrlagigen, textilen Bodenbelags unter Verwendung einer wäßrigen Polymerdispersion als Klebstoff Beschreibung Die Erfindung betrifft mehrlagig aufgebaute textile Bodenbeläge, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagen durch einen Klebstoff ver- klebt sind, der als Bindemittel eine wäßrige Dispersion eines Ge- mischs aus einem Polymer A), welches zu mindestens 60 Gew% aus Ethylen aufgebaut ist und einem Polymer B), welches zu mindestens 60 Gew% aus Vinylaromaten, Dienen oder deren Gemische aufgebaut ist, enthält.

Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung des mehrlagigen Bodenbelags sowie einen Klebstoff, der für die Herstellung der Bodenbeläge geeignet ist.

Bei der Fertigung von Tufting-Teppichen wird ein Faden (Polmate- rial) durch ein Trägergewebe getuftet, d. h. gezogen und anschlie- ßend durch Aufbringen eines Bindemittels fixiert (Vorstrich). Als Bindemittel werden üblicherweise wäßrige Polymerdispersionen, z. B. Styrol-Butadien-Copolymerisate, verwendet. Um die Gebrauchs- eigenschaften des Bodenbelags zu verbessern, wird ein Belag (Zweitrücken, secondary backing) auf das getuftete Trägergewebe geklebt. Als Klebstoff eignet sich ebenfalls eine wäßrige Polymerdispersion, gegebenenfalls kann diese Polymerdispersion auch mit der Polymerdispersion des Vorstrichs identisch sein. Die Herstellung von Tufting-Teppichen unter Verwendung von Styrol-Bu- tadien-Copolymerisaten ist z. B. in US 5348785 beschrieben. Aus EP-A-753404 ist die Verwendung eines Haftvermittlers zur Erhöhung der Haftung der unterschiedlichen Lagen von Teppichen bekannt.

Als Haftvermittler bzw. Klebstoff wird eine Polyethylendispersion verwendet. Derartige Dispersionen sind sehr teuer. Darüberhinaus ist gemäß EP 753 404 eine weitere Schicht aus Polyethylenpulver notwendig.

Gewünscht ist eine möglichst hohe Festigkeit des erhaltenen Ver- bundes aus getufteten Trägergewebe und Zweitrücken bei möglichst geringer Klebstoffmenge.

Ebenfalls gewünscht sind kurze Trocknungszeiten des wäßrigen Klebstoffs, um so hohe Produktionsgeschwindigkeiten zu ermögli- chen.

Die bisher bekannten Bodenbeläge oder Verfahren zur Herstellung der Bodenbeläge erfüllen die vorstehenden Anforderungen noch nicht zufriedenstellend.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung waren daher ein Bodenbelag und ein Verfahren zur Herstellung eines Bodenbelags, welche die An- forderungen in möglichst hohem Maße erfüllen.

Demgemäß wurde der oben definierte Bodenbelag, ein Verfahren zu seiner Herstellung und ein wäßriger Klebstoff, welcher sich für die Herstellung des Bodenbelags eignet, gefunden.

Der Klebstoff enthält als Bindemittel eine wäßrige Dispersion.

Die wäßrige Dispersion enthält ein Ethylenpolymer A) und ein radikalisch polymerisiertes Polymer B).

Das Ethylenpolymer enthält mindestens 60 Gew.-%, bevorzugt minde- stens 70 Gew.-% Ethylen.

Das Ethylenpolymer A) enthält insbesondere ai) 60 bis 99,9 Gew.-%, bevorzugt 70 bis 99,5 Gew.-% und beson- ders bevorzugt aus 70 bis 95 Gew.-% Ethylen und a2) 0,1 bis 40 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 30 Gew.-% und besonders bevorzugt 5 bis 30 Gew.-% einer ethylenisch ungesättigten Säure und Ethylenisch ungesättigte Säuren a2) sind insbesondere Acrylsäure oder Methacrylsäure.

Weitere, mit Ethylen copolymerisierbare Monomere a3) können z. B.

(Meth) acrylsäureester, insbesondere Cl-Clo- (Meth) acrylsäureester wie (Meth) acrylsäuremethyl-,-ethyl-,-propyl-,-butyl-oder -ethxylhexylester, (Meth) acrylnitril, (Meth) acrylamid oder Vinyl- ester wie Vinylacetat oder Vinylpropionat sein.

Die Herstellverfahren für die Ethylenpolymeren A sind dem Durch- schnittsfachmann bekannt. Die Herstellung derartiger Polymerer erfolgt z. B. durch (Co-) Polymerisation von Ethylen in kontinuier- lich betriebenen, rohrförmigen Polymerisationssystemen bei Drük- ken von 500-5000 bar und Temperaturen von 50-450°C in Gegenwart von radikalisch zerfallenden Polymerisationsinitiatoren.

Die Molekulargewichte betragen im allgemeinen ca. 500-40000 Dalton, insbesondere 5000-20000 (Mn). Nach erfolgter Polymeri- sation kann das Polymer A) vorzugsweise durch Druckemulgierung,

gegebenenfalls unter Zusatz von einem Neutralisationsmittel in eine wäßrige Dispersion überführt werden.

Dieses Verfahren der Druckemulgierung von Polyethylen zu wäßrigen (Sekundär) dispersion ist dem Durchschnittsfachmann bekannt.

Als Neutralisationsmittel eignen sich bevorzugt Ammoniak, Diethylamin, Dimethylethanolamin, Diethanolamin etc.

Zur Dispersionsherstellung können auch übliche ionische bzw. nichtionische Emulgatoren mitverwendet werden. Bevorzugt werden dünnflüssige, feinteilige, helle Emulsionen des Polymeren A) mit einem Festgehalt von ca. 20-40 % und einem pH-Wert größer 8 er- halten.

Bei Polymer B handelt es sich um ein Polymer, welches zu minde- stens 60 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 80 Gew.-% aus Vinyl- aromaten, Dienen oder deren Mischungen besteht.

Als Vinylaromaten kommen vorzugsweise a-Methylstyrol und Styrol in Betracht. Bevorzugt ist Styrol.

Als Diene seien insbesondere Isopren und Butadien genannt. Bevor- zugt ist Butadien.

Das Polymer B) enthält vorzugsweise bl) 60 bis 99,9 Gew.-% Vinylaromaten, Diene oder deren Gemische und b2) 0,1 bis 20 Gew.-% ethylenisch ungesättigte Säuren, z. B.

Acrylsäure, Methacrylsäure oder Itaconsaure.

Besonders bevorzugt beträgt der Gehalt von Verbindungen bl) 80 bis 99,5 Gew.-% und von b2) 0,5 bis 10 Gew.-% Bei Monomeren bl) handelt es sich insbesondere um Gemische von Vinylaromaten und Dienen im Gewichts-Verhältnis 90 : 10 bis 20 : 80, besonders bevorzugt 80 : 20 bis 40 : 60.

Die Herstellung der Polymeren B) erfolgt vorzugsweise durch Emul- sionspolymerisation. Die Monomeren können bei der Emulsionspoly- merisation wie üblich in Gegenwart eines wasserlöslichen Initia- tors und eines Emulgators bei vorzugsweise 30 bis 95°C polymerisiert werden.

Als radikalische Polymerisationsinitiatoren kommen alle diejeni- gen in Betracht, die in der Lage sind, eine radikalische wäßrige Emulsionspolymerisation auszulösen. Es kann sich dabei sowohl um Peroxide, z. B. Alkalimetallperoxodisulfate, Dibenzoylperoxid, Butylperpivalat, t-Butylper-2-ethylhexanoat, 2,5-Dimethyl-2,5-di (t-butylperoxy) hexan, Cumolhydroperoxid, als auch um Azoverbindungen wie beispielsweise Azobisisobutyronitril, 2,21-Azobis (2-amidinopropan) dihydrochlorid, handeln.

Geeignet sind auch kombinierte Systeme, die aus wenigstens einem organischen Reduktionsmittel und wenigstens einem Peroxid und/ oder Hydroperoxid zusammengesetzt sind, z. B. tert.-Butylhydroper- oxid und das Natriummetallsalz der Hydroxymethansulfinsäure oder Wasserstoffperoxid und Ascorbinsäure. Ferner eignen sich kombinierte Systeme, die darüber hinaus eine geringe Menge einer im Polymerisationsmedium löslichen Metallverbindung, deren metal- lische Komponente in mehreren Wertigkeitsstufen auftreten kann, enthalten, z. B. Ascorbinsäure (Eisen (II) sulfat/Wasserstoffperoxid, wobei anstelle von Ascorbinsäure auch häufig das Natriummetall- salz der Hydroxymethansulfinsäure, Natriumsulfit, Natrium- hydrogensulfit oder Natriummetabisulfit und anstelle von Wasser- stoffperoxid tert.-Butylhydroperoxid oder Alkalimetallperoxo- disulfate und/oder Ammoniumperoxodisulfate angewendet werden.

In der Regel beträgt die Menge der eingesetzten radikalischen In- itiatoren, bezogen auf die Gesamtmenge der zu polymerisierenden Monomeren 0,1 bis 3 Gew.-%. Besonders bevorzugt werden Ammonium- und/oder Alkalimetallperoxodisulfate bzw. tert.-Butylhydroperoxid in Kombination mit einem Reduktionsmittel als Initiator einge- setzt.

Die Art und Weise, in der das radikalische Initiatorsystem im Verlauf der erfindungsgemäßen radikalischen wäßrigen Emulsionspo- lymerisation dem Polymerisationsgefäß zugegeben wird, ist dem Durchschnittsfachmann bekannt. Es kann sowohl vollständig in das Polymerisationsgefäß vorgelegt, als auch nach Maßgabe seines Ver- brauchs im Verlauf der radikalischen wäßrigen Emulsionspolymeri- sation kontinuierlich oder stufenweise eingesetzt werden. Im ein- zelnen hängt dies in an sich dem Durchschnittsfachmann bekannter Weise sowohl von der chemischen Natur des Initiatorsystems als auch von der Polymerisationstemperatur ab. Vorzugsweise wird ein Teil vorgelegt und der Rest nach Maßgabe des Verbrauchs der Poly- merisationszone zugeführt.

Für die Emulsionspolymerisation können üblicherweise bekannte io- nische und/oder nichtionische Emulgatoren und/oder Schutzkolloide bzw. Stabilisatoren verwendet werden.

Als derartige grenzflächenaktive Substanzen kommen prinzipiell die als Dispergiermittel üblicherweise eingesetzten Schutz- kolloide und Emulgatoren in Betracht. Eine ausführliche Bearbei- tung geeigneter Schutzkolloide findet sich in Houben-Weyl, Metho- den der organischen Chemie, Band XIV/I, makromolekulare Stoffe, Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart, 1961, S. 411 bis 420. Als Emulga- toren kommen sowohl anionische, kationische als auch nicht- ionische Emulgatoren in Betracht. Vorzugsweise werden als grenz- flächenaktive Substanzen ausschließlich Emulgatoren eingesetzt, deren relative Molekulargewichte im Unterschied zu den Schutz- kolloiden üblicherweise unter 1000 liegen. Selbstverständlich müssen im Falle der Verwendung von Gemischen grenzflächenaktiver Substanzen die Einzelstoffkomponenten miteinander verträglich sein, was im Zweifelsfall an Hand weniger Vorversuche überprüft werden kann.

Vorzugsweise werden anionische und nichtionische Emulgatoren als grenzflächenaktive Substanzen verwendet. Gebräuchliche beglei- tende Emulgatoren sind z. B. ethoxylierte Fettalkohole (EO-Grad : 3 bis 50, Alkylrest ; Cs bis C36), ethoxylierte Mono-, Di-und Tri- Alkylphenole (EO-Grad : bis 50, Alkylrest : C4 bis Cg), Alkali- metallsalze von Dialkyl-estern der Sulfobernsteinsäure sowie Alkali-und Ammoniumsalze von Alkylsulfaten (Alkylrest : C8 bis C12), von ethoxyliertem Alkanol (EO-Grad : 4 bis 3, Alkylrest : C12 bis Clos), von ethoxylierten Alkylphenolen (EO-Grad : 3 bis 50, Alkylrest : C4 bis Cg), von Alkylsulfonsäuren (Alkylrest : C12 bis Cis) und von Alkylarylsulfonsäuren (Alkylrest : Cg bis C18).

Weitere geeignete Dispergiermittel sind Verbindungen der allge- meinen Formel II worin R5 und R6 Wasserstoff oder C4-bis C14-Alkyl bedeuten und nicht gleichzeitig Wasserstoff sind, und X und Y Alkalimetall- ionen und/oder Ammoniumionen sein können. Vorzugsweise bedeuten

R5, R6 lineare oder verzweigte Alkylreste mit 6 bis 18 C-Atomen oder Wasserstoff und insbesondere mit 6,12 und 16 C-Atomen, wo- bei R5 und R6 nicht beide gleichzeitig Wasserstoff sind. X und Y sind bevorzugt Natrium, Kalium oder Ammoniumionen, wobei Natrium besonders bevorzugt ist. Besonders vorteilhaft sind Verbindungen II in denen X und Y Natrium, R5 ein verzweigter Alkylrest mit 12 C-Atomen und R6 Wasserstoff oder R5 ist. Häufig werden technische Gemische verwendet, die einen Anteil von 50 bis 90 Gew.-% des monoalkylierten Produktes aufweisen, beispielsweise DowfaxX 2A1 (Warenzeichen der Dow Chemical Company).

Weitere geeignete Emulgatoren finden sich in Houben-Weyl, Metho- den der organischen Chemie, Band XIV/1, Makromolekulare Stoffe, Georg Thieme-Verlag, Stuttgart, 1961, Seiten 192 bis 208.

Zur Einstellung des Molekulargewichts können bei der Polymeri- sation Regler eingesetzt werden. Geeignet sind z. B.-SH enthal- tende Verbindungen wie Mercaptoethanol, Mercaptopropanol, Thio- phenol, Thioglycerin, Thioglykolsäureethylester, Thioglykolsäure- methylester, tert.-Dodecylmercaptan oder Mercaptoessigsäure.

Die wäßrige Dispersion der Polymeren A) und B) kann in einfacher Weise durch Mischen der wäßrigen Dispersion des Ethylenpolymeren A) mit der wäßrigen Dispersion des Polymeren B) erhalten werden.

Der Gewichtsanteil des Polymeren A) beträgt vorzugsweise 0,1 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,5 bis 20 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt 1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Gewichtssumme A) + B).

Entsprechend beträgt der Anteil des Polymeren B) vorzugsweise 99,9 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt 99,5 bis 80 gew.-% und ganz besonders bevorzugt 99 bis 90 Gew.-%.

Der Klebstoff enthält vorzugsweise zusätzlich einen Verdicker.

Verdicker sind Hilfsmittel, welche die Viskosität erhöhen.

Der Gewichtsanteil des Verdickers beträgt im allgemeinen 0,1 bis 5, vorzugsweise 0,5 bis 3 Gew.-Teile, besonders bevorzugt 0,8 bis 2 Gew.-Teile (trocken, bezogen auf 100 Gew.-Teile der Gewichts- summe von A) und B).

Als Verdicker kommen die bekannten Verdicker, z. B. Polyurethan- verdicker, Cellulose, Kieselsäure, Silikate (z. B. Smectide), Me- tallseifen, Kasein, Stärke, Gelatine, Polyvinylalkohol und Poly- vinylpyrrolidon, in Betracht.

Als Verdicker besonders geeignet sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung radikalisch polymerisierte Polymere von ethylenisch ungesättigten Verbindungen. Bevorzugt sind Polymere, die zu über 50 Gew.-% aus ethylenisch ungesättigten Säuren, ethylenisch ungesättigten Amiden oder deren Gemische aufgebaut sind.

Als ethylenisch ungesättigte Säure genannt seien Acrylsäure, Methacrylsäure, Itaconsäure. Besonders bevorzugt sind Acrylsäure oder Methacrylsäure. Als Amide genannt seien insbesondere Acryl- amid oder Methacrylamid.

Besonders bevorzugt besteht das Polymer zu mindestens 70 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu mindestens 90 Gew.-% aus den ethylenisch ungesättigten Säuren und/oder Amiden.

Insbesondere enthält das Polymer 60 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 80 bis 99 Gew.-% ethylenisch ungesättigte Säuren und 0 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-% ethylenisch ungesättigter Amide.

Der Verdicker liegt vorzugsweise in Form einer wäßrigen Disper- sion, gegebenenfalls mit einem Gehalt von organischen Hilfslöse- mitteln vor. Zur Dispergierung des Verdickers in Wasser können Dispergierhilfsmittel mitverwendet werden. Die Verdicker können aber auch (z. B. als Pulver) direkt in die wäßrige Dispersion der Polymeren A) oder B) gegeben werden.

Der Verdicker, bzw. die wäßrige Dispersion des Verdickers, kann in einfacher Weise zu der wäßrigen Dispersion des Bindemittels gegeben werden.

Der Klebstoff kann weitere Additive, z. B. Füllstoffe, wie Kreide, Aluminiumtrihydrat oder Bariumsulfat oder organische Füllstoffe, z. B. Polyethylenpulver, Polypropylenpulver enthalten.

Der Gehalt an Füllstoffen beträgt vorzugsweise im allgemeinen 150 bis 400 Gew.-Teile, bezogen auf 100 Gew.-Teile der Summe A) + B).

Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, daß der Gehalt an Füllstoffen vorzugsweise kleiner als 200 Gew.-Teile, insbesondere kleiner 100 Gew.-Teile oder gar kleiner 50 Gew.-Teile ist.

Die Klebstoffe benötigen im Gegensatz zu bisherigen Klebstoffen keine bzw. weniger Füllstoff. Auch ohne Füllstoff werden hohe Festigkeiten und eine gute Haftung im Bodenbelag erzielt.

Der mehrlagig aufgebaute Bodenbelag besteht vorzugsweise aus einem textilen Trägergewebe, durch das Fäden getuftet sind. Das Trägergewebe besteht meist aus Polypropylen oder Polyester. Bei den Fäden handelt es sich z. B. um Polyamid-, Polypropylen-, Poly- esterfäden oder Naturfasern. Zur Fixierung der Fäden im Trägerge- webe wird im allgemeinen Bindemittel, z. B. ein Styrol-Butadien Copolymerisat, auf die Rückseite des getufteten Trägergewebes aufgebracht (Vorstrich). Der Vorstrich wird üblicherweise als wäßrige Dispersion, gegebenenfalls mit Füllstoffen wie Kreide, Aluminiumtrihydrat, Bariumsulfat oder organische Füllstoffe, z. B.

Polyethylenpulver gefüllt, aufgebracht. Der Vorstrich kann auch Antistatika und weitere Flammschutzmittel enthalten, wie z. B.

Phosphorsäureesterderivate und Salze niederer Carbonsäure mit hy- groskopischen Eigenschaften.

Auf den Vorstrich, welcher getrocknet oder naß sein kann, wird dann der Klebstoff aufgebracht. Die Auftragsmenge beträgt im allgemeinen 50 bis 1500, vorzugsweise bis 1000 g/m2, besonders bevorzugt 50 bis 500 g (trocken, d. h. ohne Wasser).

Der Klebstoff wird beim Auftragen vorzugsweise geschäumt, um durch die Volumenerhöhung eine bessere Verteilung auf der Ober- fläche zu gewährleisten.

Danach kann die Verklebung mit dem Zweitrücken erfolgen. Die Klebstoffe trocknen sehr schnell. Als Zweitrücken kommen z. B. textile Flächengebilde aus natürlichen oder synthetischen Mate- rialien, z. B. Polyestervliese, oder auch Nadelvliese in Betracht.

Bevorzugt handelt es sich um Vliese aus gewebten oder ungewebten Fasern oder Nadelvliese.

Die erhaltenen mehrlagigen Bodenbeläge zeichnen sich durch eine sehr gute Haftung der Schichten, d. h. insbesondere des Zweitrük- kens am getufteten, mit Vorstrich verfestigten Trägergewebes aus.

Beispiele Herstellung von Bodenbelägen Ein getuftetes Trägergewebe wurde mit einem Vorstrich versehen und getrocknet. Auf das erhaltene vorgestrichene Trägergewebe wurde Klebstoff aufgetragen das Gewebe mit einem textilen Zwei- trücken kaschiert und getrocknet. Die Auftragsmengen in g/m2 sind jeweils in den Tabellen angegeben.

In den einzelnen Versuchen wurden folgende wäßrige Vorstriche und Klebstoffe verwendet : Tabelle 1 : Bestandteile Gew.-Teile (trocken) Vorstrich 1 SN LD 611 100 Kreide W 12 500 Latekol D 0,2 Feststoffgehalt 78 % Vorstrich 2 SN LD 791 100 Latekol D 0, 2 Vorstrich 3 SN LD 791 100 Kreide W 12 800 Latekol D 0, 2 Feststoffgehalt 78 % Klebstoff 1 SN LD 611 100 Kreide W 12 250 Latekol D 0, 2 Feststoffgehalt 78 % Klebstoff 2 SN LD 611 95 Poligen WE 3 5 Collacral HP 1, 0 Feststoffgehalt 50 % Klebstoff 3 SN LD 611 90 Polygen W3 10 Collacral HP 1 Feststoffgehalt 47,5 % Klebstoff 4 SN LD 611 100 Kreide W 12 250 Latekol D 0, 2 Feststoffgehalt 75 % Klebstoff 5 SN LD 611 100 Latekol D 0,2 Feststoffgehalt 53 % Klebstoff 6 SN LD 611 95 Polygen W3 5 Latekol D 1 Klebstoff 7 SN LD 611 90 Polygen W3 10 Latekol D 1

Bedeutungen der Bezeichnungen : SN LD 611 : Styrofant LD 611, Butadien-Styrol-Copolymer, Ethylen PoligenS WE 3 : Ethylen-acrylsaure Copolymer Kreide W 12 : Calcicol W 12 von Alpha Calcit Collacral0 : Verdicker, Acrylsaure-Acrylamid-Copolymer Latekol# D : Verdicker, Polyacrylsäure Anwendungstechnische Prüfungen Es wurde die Trennfestigkeit zwischen dem vorgestrichenen Träger- gewebe und dem Zweitrücken ermittelt. Die Trennfestigkeit (trocken) wurde bei 23°C und 50 % relativer Luftfeuchtigkeit mit einer Zugsprüfmaschine der Firma Zwick (Ulm, Deutschland) vom Typ 1425 in N/5 cm bestimmt. Angegeben ist jeweils die mittlere Kraft (F) und die maximale Kraft (Fmax). Zusätzlich wurde die Trenn- festigkeit des nassen Verbundes nach 12stündiger Lagerung in Was- ser bestimmt (naß).

Tabelle 2 : Trennfestigkeit (5/32 Wollfaser getuftet in gewebtes Polypropylen (900 g/m2) ; Zweitrücken : Polypropylennadelvlies, 375 g/m2) Auftragsmenge trocken naß (trocken) Vor-Kleb-F F max F F max strich stoff Vorstrich1,650 800 39, 2 54, 9 22, 3 27,1 Kleber 4*) Vorstrich1, 650 230 44, 6**) 64, 6**) 33, 1 37,9 Kleber2 Vorstrich1,650 180 72, 9 83, 0 50, 4 35,5 Kleber 2 Vorstrich 1,650 230 45, 6**) 73, 0**) 43,4 53,2 Kleber 3 Vorstrich1 650 180 63, 2 78, 2 38, 4 45,9 Kleber 3 Vorstrich 2,100 230 46, 4**) 64, 9**) 42,8 53, 6 Kleber2 Vorstrich 1,650 230 42, 1 53,1 - Kleber5*) _ Vorstrich23031.9**)65.5**)44.252,5650 Kleber7 *) zum Vergleich **) getuftete Fäden wurden aus dem Trägergewebe gezogen Tabelle 3 : Trennfestigkeit (1/8 Polyamiolfaser getuftet in gewebtes Poly- propylen (625 g/m2) ; Zweitrücken Polypropylen-Nadelvlies 375 g/m2

Auftragsmenge trocken naß (trocken) Vor-Kleb-F F max F F max strich stoff Vorstrich1,650 230 63, 68, 1 28, 9 34,9 Kleber 2 Vorstrich2,100 230 100, 1 107, 7 33, 5 39,9 Kleber2 Tabelle 4 : Trennfestigkeit (5/32 Polypropylenfaser getuftet in Polypropylen (650 g/m2) ; Zweitrücken Polypropylen-Nadelvlies 330 g/m2 Auftragsmenge trocken na# (trocken) Vor-Kleb-F F max F F max strich stoff Vorstrich 3,780 550 10,7 16, 3 6, 4 7,7 Kleber4*) _ Vorstrich3,780 160 34, 0 40, 8 21, 6 26,3 Kleber 2 Vorstrich 2,90 160 24,1 27,7 10, 9 12,7 Kleber2 Weiterhin wurde die Trocknungsgeschwindigkeit bestimmt.

10,5 g Klebstoff 1 wurde verglichen mit 4,6 g Klebstoff 6 (gleicher Polymergehalt) Die Trocknung erfolgte bis zur Gewichtskonstanz Klebstoff 1 : trocken nach 75 Minuten Klebstoff 2 : trocken nach 50 Minuten Bei Produktion in technischem Maßstab kann daher unter gleichen Bedingungen eine um 30 % größere Geschwindigkeit erreicht werden.