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Title:
PROFILED SECTION FOR A STRUCTURAL ELEMENT CONNECTION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/197168
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a profiled section for a structural element connection of a component, in particular a window, a door, a roller shutter casing, or the like, comprising a profiled body and a pre-compressed joint sealing strip which is secured to the profiled body and which is designed to expand in order to seal a joint between the profiled body and the component. The profiled section additionally has a film which holds the joint sealing strip in the pre-compressed state and is designed to at least partly release upon contacting a reactant.

Inventors:
MAISCH, Christof (Baden-Badener-Str. 15, Gaggenau, 76571, DE)
Application Number:
EP2019/057904
Publication Date:
October 17, 2019
Filing Date:
March 28, 2019
Export Citation:
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Assignee:
PROTEKTORWERK FLORENZ MAISCH GMBH & CO. KG (Viktoriastraße 58, Gaggenau, 76571, DE)
International Classes:
E06B1/62; E04F13/06
Foreign References:
DE102010009376A12011-08-18
DE102015202882A12016-08-18
DE19624026A11998-01-02
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
MANITZ FINSTERWALD (Postfach 31 02 20, München, 80102, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Profil (11 ) für den Baukörperanschluss eines Bauelements, insbesondere eines Fensters, einer Tür, eines Rollladenkastens oder dergleichen, mit ei- nem Profilkörper (13) und einem daran befestigten vorkomprimierten Fu- gendichtband (29), das dazu ausgebildet ist, zu expandieren, um eine Fuge zwischen dem Profilkörper (13) und dem Bauelement abzudichten, wobei das Profil (11 ) ferner eine Folie (31 ) aufweist, welche das Fugen- dichtband (29) in dem vorkomprimierten Zustand hält und dazu ausgebildet ist, sich bei Kontakt mit einem Reaktionsmittel zumindest teilweise aufzulö- sen.

2. Profil nach Anspruch 1 ,

wobei das Reaktionsmittel ein Putzmörtel, insbesondere ein Putzmörtel nach DIN EN 998, DIN EN 15824 und/oder DIN 18550, oder ein Bestandteil des Putzmörtels ist.

3. Profil nach Anspruch 1 oder 2,

wobei zumindest ein Teil des Fugendichtbandes (29) auf dem Profilkörper (13), insbesondere an einem Schenkel (15, 17) des Profilkörpers (13), vor- zugsweise mittels eines doppelseitigen Klebebandes (35, 37), aufgeklebt ist.

4. Profil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Folie (31 ) mit zumindest einem Endabschnitt (33, 39) an dem Profilkörper (13), insbesondere an einem Schenkel (15, 17) des Profilkör- pers (13), befestigt, vorzugsweise aufgeklebt und/oder angenäht, ist.

5. Profil nach Anspruch 4,

wobei die Folie (31 ) mit einem ersten Endabschnitt (33) an einem ersten Schenkel (15) des Profilkörpers (13) und mit einem dem ersten Endab- schnitt (33) entgegengesetzten zweiten Endabschnitt (39) an einem zu dem ersten Schenkel (15) gewinkelt ausgerichteten zweiten Schenkel (17) des Profilkörpers (13) befestigt ist.

6. Profil nach Anspruch 5,

wobei der erste Endabschnitt (33) der Folie (31 ) auf dem ersten Schenkel (15) des Profilkörpers (13), vorzugsweise mittels eines doppelseitigen Kle- bebandes (35), aufgeklebt ist.

7. Profil nach Anspruch 5 oder 6,

wobei das Fugendichtband (29) auf dem ersten Endabschnitt (33) der Folie (31 ), vorzugsweise mittels eines doppelseitigen Klebebandes (37), aufge- klebt ist.

8. Profil nach zumindest einem der Ansprüche 5 bis 7,

wobei der zweite Endabschnitt (39) der Folie (31 ) an dem zweiten Schenkel (17) des Profilkörpers (13) angenäht ist.

9. Profil nach Anspruch 8,

wobei das Profil (11 ) ein Armierungsgewebe (21 ) aufweist, und wobei der zweite Endabschnitt (39) der Folie (31 ) und das Armierungsgewebe (21 ) mittels einer gemeinsamen Naht (23) an dem Profilkörper (13) angenäht sind.

10. Profil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei die Folie (31 ) das Fugendichtband (29) vollumfänglich umschließt.

11. Profil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Profilkörper (13) derart ausgebildet ist, dass das Reaktionsmittel bei montiertem Profil (11 ) auf die Folie (31 ) aufgebracht werden kann, ins- besondere gegen die Folie (31 ) gesprüht, angeworfen, aufgezogen und/oder gespachtelt werden kann.

12. Profil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,

wobei zumindest ein Schenkel (17) des Profilkörpers (13) Durchgänge (25) aufweist, die von der Folie (31 ) überspannt werden und durch die hindurch das Reaktionsmittel auf die Folie (31 ) aufgebracht werden kann.

13. Verfahren zum Vorsehen eines abgedichteten Baukörperanschlusses eines Bauelements, insbesondere eines Fensters, einer Tür, eines Rollladenkas- tens oder dergleichen, welches die folgenden Schritte umfasst:

Montieren eines Profils (11 ) für einen Baukörperanschluss, welches einen Profilkörper (13), ein daran befestigtes vorkomprimiertes Fu- gendichtband (29) sowie eine Folie (31 ) aufweist, die das Fugen- dichtband (29) in dem vorkomprimierten Zustand hält und dazu aus- gebildet ist, sich bei Kontakt mit einem Reaktionsmittel zumindest teilweise aufzulösen, insbesondere eines Profils (11 ) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche;

Applizieren des Reaktionsmittels auf die Folie (31 ), um zumindest ei- nen Teil der Folie (31 ) aufzulösen und dadurch das Fugendichtband (29) für ein Expandieren freizugeben, so dass durch das expandierte Fugendichtband (29) eine Fuge zwischen dem Profilkörper (13) und dem Bauelement abgedichtet wird.

14. Verfahren nach Anspruch 13,

wobei das Applizieren des Reaktionsmittels auf die Folie (31 ) umfasst, dass das Reaktionsmittel, insbesondere durch Durchgänge (25) in einem Schen- kel (17) des Profilkörpers (13) hindurch, gegen die Folie (31 ) gesprüht, an- geworfen, aufgezogen und/oder gespachtelt wird.

15. Verwendung einer bei Kontakt mit einem Reaktionsmittel zumindest teilwei- se selbstauflösenden Folie (31 ) zum Halten eines an einem Profil (11 ) für den Baukörperanschluss eines Bauelements, insbesondere eines Fensters, einer Tür, eines Rollladenkastens oder dergleichen, angebrachten Fugen- dichtbandes (29) in einem vorkomprimierten Zustand.

Description:
Profil für den Baukörperanschluss

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Profil für den Baukörperanschluss eines Bauelements, insbesondere eines Fensters, einer Tür, eines Rollladenkastens oder dergleichen.

Neben einer tragenden bzw. stützenden Funktion von Bauprofilen kann Profilen, insbesondere Profilen der genannten Art, auch eine abdichtende Funktion zu- kommen. Zu diesem Zweck kann ein jeweiliges Profil beispielsweise mit einem Fugendichtband versehen sein, das bei an dem Baukörper montiertem Profil im Bereich einer abzudichtenden Fuge zwischen dem Profil und dem jeweiligen Bau- element angeordnet ist, für dessen Anschluss an den Baukörper das Profil ver- wendet wird. Vorzugsweise ist das Fugendichtband, bei dem es sich in der Regel um ein Schaumstoffband handelt, zunächst vorkomprimiert und expandiert erst in der Fuge, um diese zuverlässig abzudichten. Ein derartiges vorkomprimiertes Fu- gendichtband wird auch als Kompriband bezeichnet. Um das Fugendichtband im vorkomprimierten Zustand zu halten, kann das Fu- gendichtband beispielsweise an seiner Oberseite und an seiner Unterseite mit ei- nem Klebeband abgedeckt und aufgerollt sein. Auf der Baustelle wird dann ein Streifen der gewünschten Länge abgerollt und auf dem Profil befestigt, z.B. aufge- klebt. Dabei fängt das Fugendichtband an zu expandieren, sobald es abgerollt wurde. Auch wenn sich die Expansion des Fugendichtbandes auf seine maximale Ausdehnung über einen Zeitraum von mehreren Minuten erstrecken kann, ist da- her Eile bei der Montage des Profils geboten. Das Fugendichtband kann auch bereits bei der Herstellung des Profils an diesem angebracht werden. In diesem Fall müssen zusätzliche Mittel vorgesehen sein, die ein vorzeitiges Expandieren des Fugendichtbandes verhindern, solange das Profil noch nicht montiert ist. Das kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass an dem Profil Plastiklaschen vorgesehen werden, die das Fugendichtband in seiner vorkomprimierten Form halten. Solche an dem Profil vorgesehenen Mittel müssen dann im Rahmen der Montage des Profils wieder gelöst bzw. entfernt werden. Beispielsweise können die genannten Plastiklaschen dazu ausgebildet sein, zu- rückgeklappt und/oder abgetrennt zu werden.

Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Profil für den Baukörperanschluss eines Bauelements sowie ein Verfahren zum Vorsehen eines abgedichteten Baukörper- anschlusses eines Bauelements bereitzustellen, die eine zuverlässige Abdichtung bei vereinfachter Handhabung ermöglichen.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Profil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 so- wie durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 13. Entsprechende Vorteile werden zudem durch die Verwendung nach Anspruch 15 erreicht. Vorteil- hafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen An- sprüchen, der vorliegenden Beschreibung sowie der Figur.

Das erfindungsgemäße Profil ist grundsätzlich für den Baukörperanschluss eines Bauelements, insbesondere eines Fensters, einer Tür, eines Rollladenkastens oder dergleichen, geeignet. Bei dem Profil handelt es sich insbesondere um ein Laibungsanschlussprofil. Ferner kann das Profil insbesondere dazu ausgebildet sein, verputzt zu werden und/oder in Verbindung mit einem Wärmedämmverbund- system (WDVS) eingesetzt zu werden. Das Profil umfasst einen Profilkörper sowie ein daran befestigtes vorkomprimiertes Fugendichtband, das dazu ausgebildet ist, (nach der Montage des Profils) zu expandieren, um eine Fuge zwischen dem Pro- filkörper und dem jeweiligen Bauelement, insbesondere einem Rahmen des Fens- ters bzw. der Tür oder dem Rollladenkasten, abzudichten. Bei dem Fugendicht- band handelt es sich beispielsweise um ein Schaumstoffband, bevorzugt auf Poly- urethanbasis, das vorzugsweise imprägniert ist. Insbesondere kann das Fugen- dichtband nach DIN 18542 (DIN 18542:2009-07) ausgebildet sein. Das Fugen- dichtband kann zudem einseitig selbstklebend sein.

Das Expandieren des Fugendichtbandes erfolgt vorzugsweise selbsttätig, sobald das Fugendichtband nicht mehr in vorkomprimiertem Zustand gehalten wird.

Grundsätzlich kann aber auch vorgesehen sein, dass das Expandieren erst aus- gelöst werden muss, z.B. wie bei einem Quellband durch Benetzung mit Wasser. Zudem ist das Fugendichtband vorzugsweise dazu ausgebildet, in einem definier- ten Zeitraum von einigen Minuten, z.B. 10 Minuten, auf seine maximale Ausdeh- nung zu expandieren.

Erfindungsgemäß weist das Profil ferner einer Folie auf, welche das Fugendicht- band in dem vorkomprimierten Zustand hält und dazu ausgebildet ist, sich bei Kontakt mit einem Reaktionsmittel zumindest teilweise aufzulösen. Bei der Folie, die vorzugsweise an dem Profilkörper befestigt ist, handelt es sich beispielsweise um eine Kunststofffolie. Die Folie ist insbesondere im Wesentlichen frei biegbar, so dass sie gerollt, gewickelt, geknickt und gefaltet werden kann, und sie kann eine Dicke von beispielsweise höchstens 0,5 mm, insbesondere höchstens 0,2 mm, vorzugsweise höchstens 0,1 mm, aufweisen. Um das Fugendichtband in dem vorkomprimierten Zustand zu halten, kann die Folie beispielsweise straff um das Fugendichtband gewickelt oder straff über das Fugendichtband gespannt und da- bei in geeigneter Weise an dem Profil körper befestigt sein.

Eine wesentliche Besonderheit der Folie ist, dass sie speziell dazu ausgebildet ist, sich bei Kontakt mit einem definierten Reaktionsmittel aufzulösen. Dabei ist zu beachten, dass es sich dabei um eine spezielle Eigenschaft der Folie handelt, die spezifisch für das Auflösen der Folie ausgenutzt wird. Somit handelt es sich bei dem Reaktionsmittel insbesondere nicht um ein Reaktionsmittel, das allgemein zum Auflösen von Kunststoffen aller Art geeignet ist. Ferner greift das Reaktions- mittel vorzugsweise zumindest nicht Kunststoff, feuerverzinktes Stahlblech, Alumi- nium, grundbeschichtetes Aluminium und/oder Edelstahl an, damit nicht der Profil- körper, der insbesondere eines dieser Materialien umfassen kann, durch die Ver- wendung des Reaktionsmittels beeinträchtigt wird.

Der Nutzen der Folie besteht insbesondere darin, dass sie sich nach der Montage des Profils kontrolliert zumindest so weit entfernen lässt, dass das Fugendicht- band nicht länger am Expandieren gehindert wird. Auf diese Weise wird mittels der auflösbaren Folie zunächst sichergestellt, dass das Fugendichtband vor und ins- besondere auch während der Montage vorkomprimiert bleibt. Anschließend, d.h. insbesondere nachdem die korrekte Platzierung des Profils bereits sichergestellt ist, kann auf einfache Weise das Expandieren des Fugendichtbandes ausgelöst werden, indem das Reaktionsmittel mit der Folie in Kontakt gebracht wird. Auf die se Weise wird eine vereinfachte, aber gleichwohl zuverlässige Flandhabung des Profils erreicht.

Grundsätzlich kann es sich bei dem Reaktionsmittel einfach um Wasser handeln, beispielsweise wenn die Folie als Material Polyvinylalkohol umfasst, das sich zur Fierstellung wasserlöslicher Folien eignet. Andere Kombinationen von Folie und Reaktionsmittel können demgegenüber aber bevorzugt sein, etwa wenn das Profil im Freien gelagert werden soll und die Folie dabei der allgemeinen Feuchtigkeit ausgesetzt würde.

Vorzugsweise ist das Reaktionsmittel ein Putzmörtel, insbesondere ein Putzmörtel nach DIN EN 998 (DIN EN 998:2017-02), DIN EN 15824 (DIN EN 15824:2017-09) und/oder DIN 18550 (DIN 18550:2018-01 ), oder ein Bestandteil eines solchen Putzmörtels. Auf diese Weise braucht das Reaktionsmittel nicht gesondert vorge- sehen zu werden. Vielmehr kann das Profil derart ausgebildet sein, dass der Putzmörtel beim Aufträgen auf das Profil vorzugsweise im Wesentlichen zwangs- läufig mit der Folie in Kontakt gerät, so dass sich die Folie auflöst und das Fugen- dichtband expandieren kann. Ein gesonderter Schritt für das Aufbringen des Reak- tionsmittels zum Auflösen der Folie kann somit entfallen.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist zumindest ein Teil des Fugen- dichtbandes auf dem Profilkörper aufgeklebt. Das Fugendichtband kann bei spielsweise an einem Schenkel des Profilkörpers aufgeklebt sein. Vorzugsweise erstreckt sich das Fugendichtband dabei parallel zur Längserstreckung des Profil- körpers, insbesondere über dessen gesamte Länge. Wenn das Fugendichtband nicht zumindest einseitig selbstklebend ausgebildet ist, kann für das Aufkleben beispielsweise ein doppelseitiges Klebebandes verwendet werden.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Folie mit zumindest einem Endabschnitt an dem Profilkörper, insbesondere an einem Schenkel des Profil körpers, befestigt. Der Endabschnitt der Folie wird beispielsweise durch ei- nen Streifen der Folie gebildet, der sich entlang eines Randes der Folie erstreckt und parallel zur Längserstreckung des Profil körpers ausgerichtet an dem Profil- körper befestigt wird. Die Befestigung kann beispielsweise durch Aufkleben und/oder Annähen erfolgen.

Dabei ist es bevorzugt, dass die Folie mit einem ersten Endabschnitt an einem ersten Schenkel des Profilkörpers und mit einem dem ersten Endabschnitt entge- gengesetzten zweiten Endabschnitt an einem zu dem ersten Schenkel gewinkelt ausgerichteten zweiten Schenkel des Profilkörpers befestigt ist. Der erste und der zweite Endabschnitt können dabei insbesondere an entgegengesetzten Rändern der Folie angeordnet sein. Für das Freigeben des von der Folie in vorkomprimier- tem Zustand gehaltenen Fugendichtbandes braucht dann lediglich ein solcher Teil der Folie aufgelöst zu werden, dass dadurch der erste und der zweite Endab- schnitt voneinander getrennt werden. Die Schenkel des Profilkörpers können beispielsweise um zumindest annähernd 90° zueinander gewinkelt ausgerichtet sein, so dass der Profilkörper im Quer- schnitt eine L-Form aufweist. Grundsätzlich sind aber auch andere Winkel mög- lich. Dabei ist der Profilkörper aber nicht auf lediglich zwei Schenkel beschränkt, sondern kann auch weitere Schenkel oder sonstige zusätzliche Strukturen, z.B. Versteifungsrippen oder Dichtlippen, aufweisen. Die Befestigung der Endabschnit- te der Folie erfolgt vorzugsweise an den Außenseiten der Schenkel, die über ei- nen Winkel von mehr als 180° verbunden sind. Durch die Befestigung der entge- gengesetzten Endabschnitte der Folie an zwei Schenkeln des Profilkörpers kann eine umfänglich geschlossene Struktur gebildet werden, die das Fugendichtband, vorzugsweise entlang der gesamten Längserstreckung des Profil körpers, um- schließt und dadurch in seinem vorkomprimiertem Zustand hält.

Der erste Endabschnitt der Folie ist vorzugsweise auf dem ersten Schenkel des Profil körpers, insbesondere mittels eines doppelseitigen Klebebandes, aufgeklebt. Das Fugendichtband wiederum kann vorteilhafterweise auf dem ersten Endab- schnitt der Folie, vorzugsweise ebenso mittels eines doppelseitigen Klebebandes, aufgeklebt sein. So kann beispielsweise zunächst der erste Endabschnitt der Folie an dem ersten Schenkel des Profilkörpers befestigt werden und dann das Fugen- dichtband auf dem ersten Endabschnitt aufgeklebt werden. Anschließend wird die Folie straff um das Fugendichtband gewickelt und mit dem zweiten Endabschnitt an dem zweiten Schenkel des Profilkörpers befestigt, um das Fugendichtband in seinem vorkomprimierten Zustand zu halten.

An dem zweiten Schenkel des Profilkörpers kann der zweite Endabschnitt der Fo- lie insbesondere angenäht sein. Wenn das Profil ein Armierungsgewebe aufweist, ist dabei vorzugsweise vorgesehen, dass der zweite Endabschnitt der Folie und das Armierungsgewebe mittels einer gemeinsamen Naht an dem Profilkörper an- genäht sind. Das ist insbesondere deshalb möglich, weil das Fugendichtband durch Auflösen der Folie für ein Expandieren freigegeben werden kann und die Naht daher nicht gelöst zu werden braucht.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform umschließt die Folie das Fugendicht- band, zumindest solange sie sich nicht (teilweise) aufgelöst hat, zumindest im Wesentlichen vollumfänglich, d.h. zumindest einmal in Umfangsrichtung um die Längserstreckung des Fugendichtbandes vollständig um das Fugendichtband herum. Dabei muss die Folie aber nicht durchgehend geschlossen sein, sondern kann grundsätzlich Öffnungen aufweisen, z.B. netz- oder gitterartig ausgebildet sein. Durch das vollumfängliche Umschließen wird das Fugendichtband beson- ders zuverlässig in seinem vorkomprimierten Zustand gehalten.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Profilkörper derart ausgebildet, dass das Reaktionsmittel bei montiertem Profil auf die Folie aufge- bracht werden kann. Insbesondere ist bei montiertem Profil das vorkomprimiert gehaltene Fugendichtband im Bereich der Fuge zwischen dem Profilkörper und dem jeweiligen Bauelement angeordnet, die durch das Fugendichtband abgedich- tet werden soll. Da das Fugendichtband dabei schwer zugänglich sein kann, ist der Profilkörper vorzugsweise derart ausgebildet, dass dennoch Reaktionsmittel vorzugsweise direkt auf die Folie aufgebracht werden kann oder, wenn dies nicht möglich ist, zumindest zu der Folie geleitet werden kann, etwa durch entspre- chende Strukturen im Profilkörper. Das Aufbringen des Reaktionsmittels kann ins- besondere dadurch erfolgen, dass es gegen die Folie gesprüht, angeworfen, auf- gezogen und/oder gespachtelt wird, wobei es sich dabei erforderlichenfalls noch in Richtung zur Folie oder über die Folie ausbreiten kann.

Insbesondere in diesem Zusammenhang ist ferner eine Ausführungsform vorteil haft, bei der zumindest ein Schenkel des Profilkörpers Durchgänge aufweist, die von der Folie überspannt werden und durch die hindurch das Reaktionsmittel auf die Folie aufgebracht werden kann. Bei dem Schenkel handelt es sich vorzugs- weise um den genannten zweiten Schenkel des Profilkörpers. Derartige Durch- gänge in zumindest einem Schenkel des Profilkörpers können die erforderliche Zugänglichkeit der Folie für das Reaktionsmittel ermöglichen und dabei gleichzei- tig auch für ein Anputzen des Profils an den Baukörper vorteilhaft sein.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Vorsehen eines abgedichteten Baukörper- anschlusses eines Bauelements, insbesondere eines Fensters, einer Tür, eines Rollladenkastens oder dergleichen, umfasst die folgenden Schritte: erstens, das Montieren eines Profils einen Baukörperanschluss, welches einen Profilkörper, ein daran befestigtes vorkomprimiertes Fugendichtband sowie eine Folie aufweist, die das Fugendichtband in dem vorkomprimierten Zustand hält und dazu ausgebildet ist, sich bei Kontakt mit einem Reaktionsmittel zumindest teilweise aufzulösen, wobei das Profil insbesondere entsprechend einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen ausgebildet sein kann; und zweitens, das Applizieren des Re- aktionsmittels auf die Folie, um zumindest einen Teil der Folie aufzulösen und dadurch das Fugendichtband für ein Expandieren freizugeben, so dass durch das expandierte Fugendichtband eine Fuge zwischen dem Profilkörper und dem jewei- ligen Bauelement, insbesondere einem Rahmen des Fensters bzw. der Tür oder dem Rollladenkasten, abgedichtet wird.

Gegenüber einem Verfahren, bei dem das Fugendichtband separat von dem Pro- filkörper vorliegt und durch eine Verpackung oder eine Art der Lagerung in vor- komprimiertem Zustand gehalten wird, und dann zunächst durch Lösen dieses Flaltens für ein Expandieren freigegeben und an dem Profilkörper befestigt wird und das Profil erst danach montiert werden kann, ist bei dem genannten Verfahren die Flandhabung des Profils erheblich vereinfacht. Denn das Profil kann direkt und ohne Zeitdruck montiert werden, und das Fugendichtband wird vorteilhafterweise erst anschließend, wenn es sich bereits in der abzudichtenden Fuge befindet, für ein Expandieren freigegeben, indem einfach das Reaktionsmittel appliziert wird. Dieser Schritt kann zudem mit einem gegebenenfalls ohnehin vorgesehenen Schritt des Verputzens zusammenfallen, wenn das Reaktionsmittel durch den Putzmörtel oder einen Bestandteil davon gebildet wird.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens umfasst das Applizie- ren des Reaktionsmittels auf die Folie, dass das Reaktionsmittel, insbesondere durch Durchgänge in einem Schenkel des Profilkörpers hindurch, gegen die Folie gesprüht, angeworfen, aufgezogen und/oder gespachtelt wird. Vorzugsweise ge- langt das Reaktionsmittel dadurch direkt auf die Folie. Es kann aber auch vorge- sehen sein, dass das Reaktionsmittel erst infolge dieses Vorgehens zu der Folie oder zumindest zu entlegenen Teilen der Folie geleitet wird.

Grundsätzlich ergibt sich eine verbesserte Flandhabung eines Profils für den Bau- körperanschluss eines Bauelements, insbesondere eines Fensters, einer Tür, ei- nes Rollladenkastens oder dergleichen, dadurch, dass eine bei Kontakt mit einem Reaktionsmittel zumindest teilweise selbstauflösende Folie zum Halten eines an dem Profil angebrachten Fugendichtbandes in einem vorkomprimierten Zustand verwendet wird.

Die Erfindung wird nachfolgend lediglich beispielhaft unter Bezugnahme auf die Figur weiter erläutert.

Die Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Profils in einer schematischen Querschnittsdarstellung.

Bei dem in Fig. 1 gezeigten Profil 11 handelt es sich um ein Laibungsanschluss- profil, das für den Baukörperanschluss eines Fensters genutzt wird. Das Profil 11 weist einen Profilkörper 13 mit einem ersten Schenkel 15 sowie einem in rechtem Winkel zu dem ersten Schenkel 15 ausgerichteten zweiten Schenkel 17 auf, der länger als der erste Schenkel 15 ist. In der Mitte und am freien Ende des ersten Schenkels 15 erstrecken sich parallel zum zweiten Schenkel 17 und in dieselbe Richtung wie dieser vorstehende kurze Fortsätze 19. Der Profilkörper 13 weist den dargestellten Querschnitt zumindest im Wesentlichen über seine gesamte

Längserstreckung auf.

Das Profil 11 ist dazu ausgebildet, in eine Ecke zwischen einem Fensterrahmen und der Laibung des Fensters angeordnet zu werden, wobei der erste Schenkel 15 mit seiner Außenseite gegen den Fensterrahmen und der zweite Schenkel 17 mit seiner Außenseite gegen die Laibung angelegt wird. Auf der Innenseite des zweiten Schenkels 17 kann das gegen die Laibung anliegende Profil 11 , insbe- sondere bis zu einer durch den ersten Schenkel 15 definierten Höhe, verputzt werden. Zur Unterstützung der Anbindung des Profils 11 an den Putz ist an dem zweiten Schenkel 17 in dessen Verlängerung ein Armierungsgewebe 21 vorgese- hen, das an der Innenseite des zweiten Schenkels 17 des Profilkörpers 13 mit ei- ner Naht 23 angenäht ist und netzartig ausgebildet ist, so dass es beim Verputzen vom Putz durchdrungen werden kann. Außerdem weist der zweite Schenkel 17 Durchgänge 25 auf, die in regelmäßiger Anordnung über den zweiten Schenkel 17 verteilt sind und durch die hindurch grundsätzlich ebenfalls Putz zur Laibung ge- langen kann.

Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit in den Spalt zwischen dem Profil 11 , insbe- sondere dem ersten Schenkel 15 des Profilkörpers 13, und dem Fensterrahmen gelangen kann, ist an dem freien Ende des ersten Schenkels 15 eine Weichlippe 27 vorgesehen, die bei montiertem Profil 11 gegen den Fensterrahmen anliegt.

Für eine zuverlässigere Abdichtung der Fuge zwischen dem ersten Schenkel 15 und dem Fensterrahmen ist zudem ein vorkomprimiertes Fugendichtband 29 an der Außenseite des ersten Schenkels 13 befestigt. In seinem vorkomprimierten Zustand wird das Fugendichtband 29 durch eine Folie 31 gehalten, die das Fu- gendichtband 29 in Umfangsrichtung um dessen Längserstreckung im Wesentli- chen vollumfänglich straff umschließt. Dabei ist ein erster Endabschnitt 33 der Folie 31 mittels eines doppelseitigen Kle- bebandes 35 auf dem ersten Schenkel 15 des Profilkörpers 13 aufgeklebt und das Fugendichtband 29 mit seiner Unterseite wiederum mittels eines doppelseitigen Klebebandes 37 auf den ersten Endabschnitt 33 aufgeklebt, so dass die Folie 31 einmal um das Fugendichtband 29 gewickelt und mit einem dem ersten Endab- schnitt 33 entgegengesetzten zweiten Endabschnitt 39 an dem zweiten Schenkel 17 des Profilkörpers 13 angenäht sein kann. Für das Annähen des zweiten End- abschnitts 39 der Folie 31 an den zweiten Schenkel 17 des Profilkörpers 13 wird dabei dieselbe Naht 23 wie für das Annähen des Armierungsgewebes 21 genutzt, so dass das Annähen der Folie 31 und das Annähen des Armierungsgewebes 21 bei der Fierstellung des Profils 11 als einzelner Arbeitsschritt erfolgen können.

Nachdem das Profil 11 montiert ist, muss das von der Folie 31 umwickelte Fugen- dichtband 29 gelöst werden, damit es, insbesondere senkrecht zum ersten Schen- kel 15 des Profilkörpers 13, expandieren und auf diese Weise die Fuge zwischen dem Profil 11 und dem Fensterrahmen abdichten kann. Das Lösen erfolgt dabei dadurch, dass sich die Folie 31 infolge von Kontakt mit einem bestimmten Reakti- onsmittel zumindest teilweise auflöst. Grundsätzlich kann vorgesehen sein, dass sich die Folie 31 dabei vollständig auflöst. Es kann aber ausreichen, wenn sich die Folie 31 zumindest entlang eines Bereichs auflöst, der sich über die gesamte Längserstreckung des Profils 11 erstreckt.

Beispielsweise kann sich die Folie 31 in einem Bereich an der Außenseite des zweiten Schenkels 17 des Profilkörpers 13 zwischen der Naht 23 und der Ecke zwischen dem ersten Schenkel 15 und dem zweiten Schenkel 17 des Profilkörpers 13 auflösen. Zu diesem Zweck kann das Reaktionsmittel einfach durch die Durch- gänge 25 hindurch auf die Folie 31 appliziert werden. Die Durchgänge 25 sind da- bei derart über den zweiten Schenkel 17 des Profilkörpers 13 verteilt, dass das Reaktionsmittel, das sich nach Passieren der Durchgänge 25 noch entlang der Oberfläche der Außenseite des zweiten Schenkels 17 ausbreiten kann, insgesamt einen zusammenhängenden Bereich der Folie 31 erreicht, so dass die Verbindung zwischen dem ersten Endabschnitt 33 und dem zweiten Endabschnitt 39 der Folie 31 getrennt wird und das Fugendichtband 29 dann expandieren kann. Wenn die Folie 31 mit einem Reaktionsmittel reagiert, das Bestandteil eines Putzmörtels ist oder einem Putzmörtel als weiterer Bestandteil hinzugefügt werden kann, kann das Applizieren des Reaktionsmittels auf der Folie 31 durch das Verputzen des zweiten Schenkels 17 des Profilkörpers 13 erfolgen, so dass auch bei der Monta- ge ein Arbeitsschritt eingespart werden kann. Die Fig. 1 zeigt als konkretes Ausführungsbeispiel ein Laibungsanschlussprofil für den Baukörperanschluss eines Fensters. Das der Erfindung zugrundeliegende Konzept eines durch eine auflösbare Folie in vorkomprimiertem Zustand gehalte- nen Fugendichtbandes ist aber grundsätzlich gleichermaßen auf andere Profile, insbesondere auch auf Putzprofile und Profile für Wärmedämmverbundsysteme, anwendbar, insbesondere wenn dabei eine Abdichtung erfolgen soll.

Bezuqszeichen

11 Profil

13 Profil körper

15 erster Schenkel

17 zweiter Schenkel

19 Fortsatz

21 Armierungsgewebe

23 Naht

25 Durchgang

27 Weichlippe

29 Fugendichtband

31 Folie

33 erster Endabschnitt 35 doppelseitiges Klebeband

37 doppelseitiges Klebeband

39 zweiter Endabschnitt