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Patent Searching and Data


Title:
PROTECTIVE CLOTHING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/167331
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a protective clothing, wherein two sensors are arranged on the clothing, which are designed to determine an electric field strength, and wherein the sensors are connected to a computing device which is designed to evaluate the measuring values determined by the sensors and to output a signal if a predetermined threshold value is exceeded.

Inventors:
GRÄF, Thomas (Grottkauer Straße 36, Berlin, 12621, DE)
Application Number:
DE2017/100249
Publication Date:
October 05, 2017
Filing Date:
March 29, 2017
Export Citation:
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Assignee:
HOCHSCHULE FÜR TECHNIK UND WIRTSCHAFT BERLIN (Treskowallee 8, Berlin, 10318, DE)
International Classes:
G01R29/08; A41D1/00
Domestic Patent References:
WO2016014260A12016-01-28
Foreign References:
US20090309604A12009-12-17
US20120199755A12012-08-09
US6080690A2000-06-27
US20150145671A12015-05-28
EP1296150A12003-03-26
AT503677A12007-12-15
US20090309604A12009-12-17
US5532681A1996-07-02
DE102014219827A12016-03-31
DE102011112226A12013-05-08
DE10326064A12005-01-05
DE102015206608A12016-04-21
Attorney, Agent or Firm:
BOEHMERT & BOEHMERT ANWALTSPARTNERSCHAFT MBB (Thomas L. Bittner, Hollerallee 32, Bremen, 28209, DE)
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Claims:
Ansprüche

Schutzkleidung, wobei an der Kleidung zwei Sensoren angeordnet sind, die eingerichtet sind, eine elektrische Feldstärke zu bestimmen, wobei die Sensoren mit einer Recheneinrichtung verbunden sind, die eingerichtet ist, von den Sensoren ermittelte Messwerte auszuwerten und ein Signal abzugeben, falls ein vorbestimmter Schwellwert überschritten wird, und wobei die Recheneinrichtung weiterhin eingerichtet ist, aus den Messwerten einen Gradienten eines elektrischen Feldes bezüglich einer räumlichen Orientierung zu bestimmen

Schutzkleidung nach Anspruch 1 , wobei die zwei Sensoren auf einem Sensorfeld angeordnet sind, so dass ein Abstand der Sensoren kleiner als 20 cm ist.

Schutzkleidung nach Anspruch 2, wobei an der Kleidung mehrere Sensorfelder angeordnet sind, wobei jedes Sensorfeld zwei, drei oder mehrere Sensoren aufweist, wobei für jedes Sensorfeld gilt, dass die zwei, drei oder mehrere Sensoren paarweise zueinander einen Abstand von weniger als 20 cm aufweisen.

Schutzkleidung nach Anspruch 3, wobei die Sensorfelder in einem Handbereich, einem Fußbereich, einem Brustbereich und / oder einem Rückenbereich der Kleidung angeordnet sind.

Schutzkleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei Verbindungselemente, mittels derer die Sensoren mit der Recheneinrichtung verbunden sind, von einem Gewebe der Kleidung umgeben sind, im Gewebe integriert sind oder das Gewebe der Kleidung selbst bilden.

Schutzkleidung nach Anspruch 5, wobei die Verbindungselemente als metallische Leiter, als Glasfasern, als Kunststofffasern oder als leitfähige Textilfasern gebildet sind.

Schutzkleidung nach Anspruch 5 oder 6, wobei leitfähige Strukturen im Gewebe angeordnet sind, wobei die leifähigen Strukturen als Sensoren für elektrische und / oder magnetische Felder ausgebildet sind.

Schutzkleidung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei das Gewebe als leitfähiges Gewebe gebildet ist und als Sensor für elektrische und / oder magnetische Felder ausgebildet ist.

9. Schutzkleidung nach Anspruch 7 oder 8, wobei die leitfähigen Strukturen oder das leitfähige Gewebe zwischen zwei isolierenden Schichten angeordnet sind, derart, dass eine Überbrückung von zwei Potenzialen vermieden wird.

10. Schutzkleidung nach Anspruch 7 oder 9, wobei die leitfähigen Strukturen beliebig verzweigen, ein-, zwei- und dreidimensional kontaktiert und kombiniert werden können.

11. Schutzkleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiterhin eine Signalquelle aufweisend, die mit der Recheneinrichtung verbunden ist, wobei die

Recheneinrichtung eingerichtet ist, ein Ausgabesignal an die Signalquelle abzugeben.

12. Schutzkleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Recheneinrichtung eingerichtet ist, ein weiteres Ausgabesignal an eine externe Einrichtung zu übertragen.

13. Schutzkleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiterhin einen Vitalsensor aufweisend, der eingerichtet ist, eine Vitalfunktion eines Nutzers zu bestimmen und der mit der Recheneinrichtung verbunden ist, und wobei die Recheneinrichtung eingerichtet ist, die Vitalfunktion auszuwerten.

14. Schutzkleidung nach einem vorangehenden Ansprüche, die ein Energy Harvesting durch Bewegung oder Körperwärme erlaubt.

Schutzkleidung nach einem der vorangehenden Ansprüchen, wobei die Recheneinrichtung konfiguriert ist, bei Berührung von ieitfähigen, Potenzial führenden Teilen oder einer Überbrückung von Potenzialdifferenzen oder bei Überschreitung von Grenzen bei der Überbrückung von Potenzialdifferenzen automatisch eine Alarmfunktion auszulösen.

Schutzkleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiterhin Schutzelemente aufweisend, derart, dass die Schutzkleidung gegen elektrostatische Entladung immun ist und nicht beeinflusst werden kann.

17. Schutzkleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Recheneinrichtung konfiguriert ist, aus dem Gradienten des elektrischen Feldes einen Abstand zu einem ein Potenzial führenden Leiter oder Betriebsmittel zu bestimmen.

Description:
Schutzkleidung

Die Offenbarung betrifft eine Schutzkleidung. Hintergrund

Die Auswertung und Beobachtung der durch die Berufsgenossenschaft BG Energie Textil Elektro Medien - BG ETEM - nach Jahreszahlen veröffentlichten Unfallzahlen lässt verschiedene Analysen hinsichtlich der auftretenden Gefährdungen und Ursachen bei Elektrounfällen zu. Die Unfallzahlen steigen in den letzten Jahren an. Die Ursachen hierfür sind zum einen im Wirtschaftswachstum, zum anderen auch im immensen Zubau von regenerativen Erzeugereinheiten und der dort vorzufindenden Qualifikation und dem Kostendruck zu finden. In der jüngeren Vergangenheit besteht im Bereich der Normengremien der DKE, auch auf internationaler Ebene, ein erheblicher Diskussionsbedarf hinsichtlich Maßnahmen beim Auftreten von Gefährdungen von Personen durch sogenannte „Innere Fehler" von Schaltanlagen. Diese„Inneren Fehler" werden auch Störlichtbögen genannt und sind in der Wirkung mit einer Explosion innerhalb der Schaltanlage vergleichbar. Die Ursachen hierfür können unterschiedlichster Art sein: Technisches Versagen, Fremdkörper z.B. Eindringen von Tieren oder menschliches Versagen z.B. durch Fehlhandlungen. Vorgaben existieren sowohl durch Normen aus dem Bereich der Elektrotechnik als auch durch gesetzliche Rahmenbedingungen wonach Vorkehrungen hinsichtlich der auftretenden Gefährdungen (Knall, Rauchgase, Brand, Wegschleudern von Teilen, Verbrennungen, Beibehaltung leitfähiger Erdungsverbindungen) durch den Anlagenhersteller als auch durch den Anlagebetreiber zu treffen sind.

Unter der Prämisse „Störlichtbogen"-(typ-)geprüfte und hergestellte Nieder- und Mittei- spannungs-Schaltanlagen moderner Bauart sind so konzipiert, dass die Wirkung auf die Umgebung sowohl dem Personen- als auch dem Investitionsgüterschutz grundlegend genügt. Hohe Folgeschäden sollen durch konstruktive Maßnahmen innerhalb der Schaltanlagen vermieden werden.

Die durch die BG ETEM veröffentlichten Unfallzahlen sowie die Praxis zeigen, dass die Häufigkeit des Auftretens eines Störlichtbogens im Vergleich zum Berühren von Spannung führenden Teilen einer Schaltanlage sehr gering ist. Vielmehr ist die Zahl der Unfälle infolge des Berührens von spannungsführenden Teilen um ein Vielfaches höher. Um Spannung führende Teile einer Schaltanlage berühren zu können, müssen diese Teile jedoch zugänglich sein, d.h., in aller Regel sind die Türen der Schaltanlagen dann geöffnet und es wird in unmittelbarer Umgebung der Schaltanlage oder an der Schaltanlagen gearbeitet. Nahezu 90 % der Unfälle treten im Bereich der Niederspannung auf. Die auftretenden Unfälle lassen sich weiter analysieren hinsichtlich der an oder in der Nähe der elektrischen Betriebsmittel durchgeführten Tätigkeiten. Dabei zeigt sich, sofern an den Anlagen aktiv gearbeitet wird, die Türen zu diesem Zweck an den Anlagen geöffnet sein müssen.

In diesem Fall sind die Schaltanlagen nicht mehr störlichtbogensicher, d.h., im Falle eines nun auftretenden Inneren Fehlers wird die gesamte freiwerdende Energie in das die Schaltanlage umgebende Umfeld abgegeben, was mit erheblichen (Personen-)Schäden und Kontaminierungen durch Abbrandprodukte einhergeht.

Bei einem Großteil der Unfälle im Bereich der Niederspannung erfolgt eine Körperdurchströmung, Störlichtbogen treten hingegen nur in wenigen Fällen auf.

Das Dokument EP 1 296 50 A1 offenbart einen tragbaren Detektor für elektrische Felder. In Abhängigkeit von dem erfassten elektrischen Feld wird ein Alarmsignal ausgelöst.

Das Dokument AT 503 677 A1 offenbart eine Arbeitsbekleidung für Schweißarbeiten mit einer Schweißanlage. Die Arbeitsbekleidung weist eine Analyseeinrichtung für einen oder mehrere Parameter auf. Die Analyseeinrichtung ist mit mehreren Sensoren gebildet, welche ein elektrisches Feld bestimmen und mit einer Auswerteeinrichtung verbunden sind. Nach Auswertung der Sensorsignale wird über eine Ausgabeeinrichtung ein Warnsignal ausgegeben. Dieses System dient zur Erkennung von gesundheitsgefährdenden Umgebungsbedingungen in der Weise dass die Einhaltung zulässiger Grenzwerte überwacht werden kann. Ziel der Schutzkleidung ist eine Verbesserung des Benutzungs- bzw. des Bedienkomforts von Schweißanlagen unterschiedlicher Technologie.

Das Dokument US 2009/0309604 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Bestimmen einer elektrostatischen Entladung. Es wird anhand einer einfachen Kurve die Möglichkeit der Messung eines elektrischen Feldes aufgezeigt, eine dreidimensionale Bestimmung der Entfernung zum Spannung führenden Leiter erfolgt nicht. Damit kann keine Abschätzung eines Gefährdungspotenzials für Anwender hinsichtlich einer Körperdurchströmung erfolgen. In dem Dokument wird eine Messfrequenz von 1 Hz angesetzt, damit ist für die Messung in DC oder 50/60 Hz-Applikationen nicht geeignet. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass eine Person sich bereits auf einem Potenzial befindet oder elektrostatisch aufgeladen ist.

Das Dokument US 5,532,681 A offenbart eine Warnvorrichtung für ein magnetisches Feld. Die Vorrichtung weist einen Magnetfeldsensor zum Bestimmen eines Magnetfeldes auf. Die messbaren Frequenzen sind im Bereich von 4 Hz bis 50 kHz angeben, damit ist eine Messung bei Gleichfeld nicht möglich. Darüber hinaus geht es um die Erkennung von hohen Magnetfeldern, die bei Feten zu Beeinflussungen führen können. Das Dokument DE 10 2014 219 827 A1 offenbart eine Schutzschaltung mit einem Sensor und einem Signalgeber. Der Sensor erfasst mindestens eine physikalische und / oder chemische Umgebungsbedingung der Schutzschaltung. In Abhängigkeit der erfassten Umgebungsbedtng wird der Signalgeber angesteuert. Die hier genannten Sensoren umfassen einen Sensor für einen elektrischen Kontakt, einen Spannungssensor, einen Stromsensor, einen Drucksensor, einen Temperatursensor, einen chemischen Sensor und einen elektrochemischen Sensor. Die Sensoren sind nicht in der Lage, ein elektrisches Feld zu messen. Mittels des chemischen und/oder elektrochemischen Sensors wird vorteilhafterweise eine Gaskonzentration ermittelt. Das Dokument DE 10 201 1 112 226 A1 offenbart eine integrierte Multisensor-Vorrichtung zur ortsaufgelösten, artefaktresistenten Überwachung von psychologischen Signalen.

Das Dokument DE 103 26 064 A1 offenbart einen berührungslosen Spannungsdetektor. Die Abmessung des Spannungsdetektors ist derart dimensioniert, dass der Spannungsdetektor am Körper getragen werden kann oder in Kleidung integriert werden kann. Der Spannungsdetektor erzeugt ein Alarmsignal, wenn ein elektrisches Feld erfasst wird.

Das Dokument DE 10 2015 206 608 A1 offenbart eine Sicherheitskleidung mit einer Sensoreinrichtung zur Erfassung einer bedienerspezifischen Kenngröße und / oder einer umgebungsspezifischen Kenngröße.

Aufgrund der hohen Unfallzahlen und dem dadurch verbundenen hohen Schaden sowohl für die Wirtschaft als auch für den Einzelnen ergibt sich die Notwendigkeit, die Wahrscheinlichkeit des Berührens von Spannung führenden Betriebsmitteln durch eine geeignete Hilfseinrichtung zu vermeiden. Zusammenfassung

Aufgabe ist es, verbesserte Technologie zum Vorbeugen von Unfällen bei Arbeiten an elektrischen Anlagen bereitzustellen.

Es ist eine Schutzkleidung nach Anspruch 1 offenbart. Weitere Ausführungsformen sind Gegenstand von abhängigen Ansprüchen.

An der Kleidung sind zwei Sensoren angeordnet, die eingerichtet sind, eine elektrische Feldstärke zu bestimmen. Die Sensoren sind mit einer Recheneinrichtung verbunden, die eingerichtet ist, von den Sensoren ermittelte Messwerte auszuwerten und ein Signal abzugeben, falls ein vorbestimmter Schwellwert überschritten wird. Die Recheneinrichtung kann ebenfalls an der Kleidung angeordnet sein. An der Schutzkleidung können auch mehr als zwei Sensoren angeordnet sein, beispielsweise drei, vier, fünf oder eine beliebige Anzahl. Die Sensoren können als separate Komponenten ausgeführt sein, die voneinander beabstandet an der Kleidung angeordnet sind. Es kann vorgesehen sein, dass mehrere Sensoren in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet sind. Auch eine Kombination von einem oder mehreren separaten Sensoren und mehreren Sensoren in einem Gehäuse ist möglich. Darüber hinaus können die Sensoren zur Bestimmung der elektrischen Feldstärke als Teilkomponenten eines Sensorkomplexes ausgeführt sein. Der Sensorkomplex kann weitere Sensoren aufweisen, die konfiguriert sind, andere Messgrößen zu bestimmen. Der Sensorkomplex kann in einem Komplexgehäuse angeordnet sein. Das elektrische Feld kann ein Gleichfeld oder ein Wechselfeld (mit beliebiger Frequenz sein). Die Kleidung gestattet das Arbeiten in der Nähe von Spannung führenden Leitern. Sofern sich der dort Arbeitende zu sehr an einen Spannung führenden Leiter annähert, erfolgt eine Rückmeldung und Warnung, die durch einen Signalmelder an den Betroffenen oder auch an eine übergeordnete Stelle als Unfallmeldung weitergeleitet werden kann. Spannungsführende Leiter sind von einem elektrischen Feld umgeben. Dieses elektrische Feld nimmt mit der Entfernung vom Leiter ab. Damit ergibt sich ein Gradient in allen drei Raumrichtungen, der durch die Sensoren ausgemessen werden kann. Die Recheneinrichtung ist eingerichtet, aus den Messwerten einen Gradienten eines elektrischen Feldes bezüglich einer räumlichen Orientierung zu bestimmen. Die Recheneinrichtung kann weiterhin konfiguriert sein, aus dem Gradienten des elektrischen Feldes einen Abstand zu einem ein Potenzial führenden Leiter oder Betriebsmittel zu bestimmen. Dies ermöglicht die Abschätzung eines Gefährdungspotenzials. Die Sensoren und die Recheneinrichtung werden zusammen auch als Messsystem bezeichnet. Die Schutzkleidung ermöglicht in einer Ausführungsform die Ermittlung eines Gefährdungspotenzials und eine dreidimensionale Berechnung eines Abstands von einem Spannung führenden Leiter. Es kann eine Gefährdungsbeurteilung mittels der implementierten des Messsystems erfolgen, die eine Berührung oder eine unzulässige Annäherung an Spannung führende Leiter/Betriebsmittel verhindert und / oder meldet. Darüber hinaus kann die Anbindung der Sensoren mittel metallischer als auch kunststofflicher Leiter, berührungssicher eingebettet in Gewebe, erfolgen.

Es kann vorgesehen sein, das Messsystem durch eine Kalibriermessung einmalig auf die jeweilige maximale Feldstärke einzustellen (z.B. Niederspannung 400 V, 690 V, 1000 V), Mittelspannung (1000 V bis 52 kV, z.B. 6,3 kV, 10 kV, 20 kV oder 30 kV), Hochspannung (52 kV bis 110 kV) oder Höchstspannung (110 kV bis 1200 kV, z.B. 110 kV, 220 kV, 380 kV) oder andere Wechsel- oder Gleichspannungen, die sich in unmittelbarer Nähe des Leiters ergibt. Je nach Spannungshöhe ist zu berücksichtigen, dass Mindestabstände einzuhalten sind, da auch durch Überschlag bei Annäherung ohne direkte Berührung eine Personengefährdung auftreten kann. Die Kalibriermessung kann sowohl bei Gleichspannung als auch bei Wechselspannung (mit beliebiger Frequenz) erfolgen.

Die Messung erfordert eine dreidimensionale Auswertung der Sensorsignale zur Bestimmung der Distanz zwischen den Sensoren und dem Spannung führenden Leiter. Damit lässt sich der Abstand des Nutzers von dem Leiter bestimmen und bei zu kleinem Sicherheitsabstand eine Warnmeldung generieren. Die Kleidung kann weiterhin eine Signalquelle aufweisen, die mit der Recheneinrichtung verbunden ist, wobei die Recheneinrichtung eingerichtet ist, ein Ausgabesignal an die Signalquelle abzugeben. Die Signalquelle kann eine Warnmeldung als akustisches, optisches oder haptisches (z.B. Vibration) Signal abgeben.

Das Messsystem kann an bzw. in die Schutzkleidung integriert sein.

Die zwei Sensoren können auf einem Sensorfeld angeordnet sein, so dass ein Abstand der Sensoren kleiner als 20 cm ist. Der Abstand der Sensoren kann kleiner als 10 cm, kleiner als 5 cm oder kleiner als 3 cm sein. Es können auch mehr als zwei Sensoren auf einem Sensorfeld angeordnet sein, beispielsweise drei, vier, fünf oder eine beliebige Anzahl von Sensoren, derart, dass ein paarweiser Abstand der Sensoren kleiner als 20 cm, kleiner als 10 cm, kleiner als 5 cm oder kleiner als 3 cm ist. Das Sensorfeld kann in einem Gehäuse angeordnet sein. An der Kleidung können mehrere Sensorfelder angeordnet sein, wobei jedes Sensorfeid zwei, drei oder mehrere Sensoren aufweist, wobei für jedes Sensorfeld gilt, dass die zwei, drei oder mehrere Sensoren paarweise zueinander einen Abstand von weniger als 20 cm aufweisen. Auch in dieser Ausführungsform kann der paarweise Abstand der Sensoren kleiner als 10 cm, kleiner als 5 cm oder kleiner als 3 cm sein.

Die Sensorfelder können in einem Handbereich, einem Fußbereich, einem Brustbereich und / oder einem Rückenbereich der Kleidung (sogenannten kritischen Bereichen) angeordnet sein. Auch andere Anordnungen sind möglich und nicht ausgeschlossen.

Verbindungselemente, mittels derer die Sensoren mit der Recheneinrichtung verbunden sind, können von einem Gewebe der Kleidung umgeben sein, im Gewebe integriert sein oder das Gewebe der Kleidung selbst bilden. Die Verbindungselemente können als metallische Leiter, als Glasfasern und / oder als Kunststofffasern oder als leitfähige Textilfasern gebildet sein. Eine Einbettung der Verbindungselemente (z.B. signalführende Leitungen) in das Gewebe der Schutzkleidung stellt sicher, dass keine Spannung führenden Elemente berührt werden können. Es kann vorgesehen sein, dass leitfähige Strukturen im Gewebe angeordnet sind, wobei die leifähigen Strukturen als Sensoren für elektrische und / oder magnetische Felder ausgebildet sind.

In einer Ausführungsform kann das Gewebe als leitfähiges Gewebe gebildet sein und als Sensor für elektrische und / oder magnetische Felder ausgebildet sein.

Die leitfähigen Strukturen und / oder das leitfähige Gewebe können zwischen zwei isolierenden Schichten angeordnet sein, derart, dass eine Überbrückung von zwei Potenzialen vermieden wird. Eine Überbrückung kann zu einer Personengefährdung (durch elektrischen Schlag, Kurzschluss oder daraus resultierenden Folgen) führen, was durch den sandwichartigen Aufbau der leitfähigen Strukturen und / oder des leitfähigen Gewebes vermieden werden soll. Die leitfähigen Strukturen können beliebig verzweigen, ein-, zwei- und / oder dreidimensional kontaktiert und kombiniert werden.

Die Recheneinrichtung kann eingerichtet sein, ein weiteres Ausgabesignal an eine externe Einrichtung zu übertragen. Die Übertragung kann auch drahtlos erfolgen.

Die Kleidung kann einen Vitalsensor aufweisen, der eingerichtet ist, eine Vitalfunktion eines Nutzers zu bestimmen und der mit der Recheneinrichtung verbunden ist, wobei die Recheneinrichtung eingerichtet ist, die Vitalfunktion auszuwerten. Die Recheneinrichtung kann weiterhin eingerichtet sein, die Vitalfunktion an die externe Einrichtung zu übermitteln. Es können mehrere Vitalsensoren vorgesehen sein, die verschiedene Vitalfunktionen des Nutzers überwachen.

Die Recheneinrichtung kann weiterhin konfiguriert sein, bei Berührung von leitfähigen, Potenzial führenden Teilen oder einer Überbrückung von Potenzialdifferenzen oder bei Überschreitung von Grenzen bei der Überbrückung von Potenzialdifferenzen automatisch eine Alarmfunktion auszulösen.

Die Schutzkleidung kann Schutzelemente aufweisen, derart, dass die Schutzkleidung gegen elektrostatische Entladung immun ist und nicht beeinflusst werden kann. Auf der Schutzkleidung kann eine gering leitfähige Beschichtung gebildet sein. Es können hochimpedante Übergänge in der Schutzkleidung gebildet sein, die so geartet sind, dass sich keine statischen Ladungen auf dieser ausbilden. Auch kann die Leitfähigkeit so eingestellt sein, dass sich statische Aufladungen innerhalb kurzer Zeit (wenige Sekunden) abbauen.

Die Schutzkleidung kann ausgebildet sein, den Schutz der Elektronik zu gewährleisten gegen Schmutz und Feuchtigkeit oder beim Waschen und Reinigen.

Beschreibung von Ausführungsformen

Im Folgenden werden beispielhafte Ausführungsformen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Messsystems und

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Schutzkleidung mit dem Messsystem. Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Wiesssystems mit einem Sensorfeld 1 , das drei Sensorelemente 2 umfasst, jeweils ein Sensor für die entsprechende Raumrichtung bzw. Koordinatenachse. Die Sensorelemente 2 sind mit einer Recheneinheit 3 (z.B. einem Microprozessor) verbunden. Jeder Sensor 2 misst für sich die Feldstärke, dass Messsignal wird in der Recheneinheit 3 hinsichtlich der Änderung der elektrischen Feldstärke ausgewertet. Aus allen drei Messwerten kann aufgrund der Änderung der elektrischen Feldstärke sowie aus der Höhe der gemessenen Feldstärke auf die Distanz zum Spannung führenden Leiter geschlossen werden. Die Recheneinheit 3 ist mit einer Signalquelle 4 verbunden.

Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Schutzkleidung. Sensorfelder 1 sind in Hand- und Fußbereichen sowie im Brustbereich angeordnet. Signalquellen 4 sind an der Brust sowie an einem Arm angeordnet. Aufgrund der Auswertung der Unfallstatistiken sind die Extremitäten Arme und Beine, Hände sowie der Brust und Rückenbereich besonders gefährdet bei Arbeiten an Schaltanlagen bzw. in der Nähe Spannung führender Betriebsmittel. Daher sind die Sensorelemente direkt im Bereich der Extremitäten angeordnet. Das Gesamtsystem besteht aus mehreren Einzelsensoreinheiten (Sensorelementen), die an ein gemeinsames Rechnersystem (Recheneinheit 3) angeschlossen sind. Die Signalleitungen zwischen dem Mikrorechner 3 und den Sensoreinheiten 2 sind entweder mit metallischen Leitern oder Glas-/Kunststofffasern angebunden. Dabei sind die Leitungen in den Stoff, Gewebe, so eingebunden, dass diese weder die Bewegung des Arbeitenden behindern, noch metallische Strukturen berühren können, gegen schädigende Einflüsse von außen dadurch geschützt. Die einzelnen Messsignale werden im Mikrorechner 3 ausgewertet und miteinander verrechnet. Bei entsprechender Annährung an einen Spannung führenden Leiter erfolgt eine Alarmierung über einen Signalgeber 4. Der Signalgeber 4 kann entweder im Bereich der Brust, z.B. als Vibrator, auf dem Ärmel für optische Anzeige oder am Helm, bzw. als Zusatzgerät ans Ohr angebracht werden - akustischer Signalgeber. Die Energieversorgung der Recheneinheit 3 und / oder der Sensorelemente 2 kann entweder über Batterien, Akkus oder über Energy Harvesting erfolgen. Als Energiequelle für das Energy Harvesting kann entweder die menschliche Wärme eines Nutzers oder die Ausnutzung der Bewegung des Nutzers dienen.

Der Stand der Technik beschränkt sich im Wesentlichen auf die Vorgabe eines IP Codes, der den Berührungsschutz innerhalb und an elektrischen Betriebsmitteln beschreibt. Dieser IP Code berücksichtigt nicht, dass an und in elektrischen Schaltanlagen und Betriebsmitteln gearbeitet wird und dabei ggf. sogar Schutzabdeckungen demontiert werden müssen. Darüber hinaus wird bei Arbeiten an oder in elektrischen Betriebsmitteln häufig mit Gegenständen gearbeitet (Leitungen, Schraubendrehern, Blindnieten, etc.), die leicht in eine Gefahrenzone eindringen können und kleiner sind als der für die jeweilige Schutzzone definierte !P Schutzgrad es zulässt.

Auch die häufig definierte Forderung nach „Fingersicherheit" und „Handrücksicher" im Bereich der Elektrotechnik reicht nur zur Vermeidung der zufälligen Berührung aus, sofern keine Abdeckungen weggebaut oder gezielte Arbeiten an elektrischen Anlagen ausgeführt werden.

Das zuvor beschriebene System bietet die Möglichkeit der Erkennung von spannungsführenden Bauteilen sowie die Klassifizierung der Spannungshöhe. Damit wird eine Beurteilung möglich, ob die auftretenden Berührungsspannung Personen gefährdend sind. Somit kann eine Warnung bei Annäherung an Spannung führende Betriebsteile generiert werden, im Fall der Berührung Spannung führender Betriebsteile kann eine (Notfall)-meldung generiert werden, die eine Hilfemaßnahme einleitet. Damit lassen sich die Unfallzahlen im Bereich der Niederspannung hinsichtlich der Berührung Spannung führender Elemente deutlich verringern. Allerdings ist das hier vorgestellte System auch in anderen Spannungsebenen einsetzbar.

Eine Kombination des Messsystems mit Vitalsensoren ermöglicht umgehend die Analyse, ob Spannung führende Elemente berührt wurden sowie die Auswirkungen auf den Nutzer, beispielsweise auf Puls, Blutdruck und Durchströmungen der Adern sowie Atemfrequenz, zu analysieren und ggf. sogar an Smartphone, WLAN oder anderer Kommunikationstechnik weiterzuleiten.

Die in der Beschreibung, den Ansprüchen und den Figuren offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander für die Verwirklichung von Ausführungsformen relevant sein.