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Patent Searching and Data


Title:
PUMP HAVING A PRODUCT CHAMBER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/201884
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a pump (1) having a product chamber (3) for a product to be pumped and at least two sealing chambers (9, 10), wherein - a first sealing chamber (9) is in the form of a barrier chamber filled with a barrier liquid and is sealed off from the product chamber (3) by means of a first seal (6), and - a second sealing chamber (10) is in the form of a pressure chamber filled with a pressure medium and is sealed off from the first sealing chamber (9) by means of a second seal (7). Pressure-compensating means are provided between the product chamber (3) and the pressure chamber so that a pressure difference between the product chamber (3) and the pressure chamber is substantially equal to zero.

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Inventors:
SCHMID, Christoph (Wettersteinstraße 71c, Maisach OT. Gernlinden, 82216, DE)
Application Number:
EP2019/059730
Publication Date:
October 24, 2019
Filing Date:
April 16, 2019
Export Citation:
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Assignee:
HENKEL AG & CO. KGAA (Henkelstrasse 67, Düsseldorf, 40589, DE)
International Classes:
F04C27/00; F04C15/00
Domestic Patent References:
WO1994027050A11994-11-24
Foreign References:
GB2440542A2008-02-06
EP2314874A12011-04-27
US6857860B12005-02-22
Other References:
None
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Claims:
Patentansprüche

1. Pumpe (1 ) mit einer Produktkammer (3) für ein zu pumpendes Produkt, wobei die Pumpe

(1 ) ferner zumindest zwei Dichtkammern (9, 10) aufweist, wobei

eine erste Dichtkammer (9) als mit einer Sperrflüssigkeit gefüllte Sperrkammer ausgebildet ist und mittels einer ersten Dichtung (6) gegen die Produktkammer (3) abgedichtet ist, und

eine zweite Dichtkammer (10) als mit einem Druckmedium befüllte Druckkammer ausgebildet ist und mittels einer zweiten Dichtung (7) gegen die erste Dichtkammer (9) abgedichtet ist,

wobei Druckausgleichsmittel zwischen der Produktkammer (3) und der Druckkammer vorgesehen sind, sodass eine Druckdifferenz zwischen der Produktkammer (3) und der Druckkammer im Wesentlichen gleich null ist.

2. Pumpe (1 ) nach Anspruch 1 ,

wobei die Pumpe (1 ) als Rotorpumpe ausgebildet ist und eine Welle (2) aufweist, die durch die Produktkammer (3) und durch die zumindest zwei Dichtkammern (9, 10) geführt ist, wobei die erste Dichtung (6) und die zweite Dichtung (7) als Wellendichtringe ausgebildet sind, durch die die Welle

(2) geführt ist.

3. Pumpe (1 ) nach Anspruch 2,

wobei die zweite Dichtkammer (10) mittels eines dritten Wellendichtringes (8) gegen die

Umgebung abgedichtet ist.

4. Pumpe (1 ) nach Anspruch 2 oder 3,

wobei die Welle (2) vertikal oder im Wesentlichen vertikal verläuft und die Dichtkammern (9, 10) über der Produktkammer (3) angeordnet sind.

5. Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

wobei die Druckausgleichsmittel als Ausgleichsreservoir (12) ausgebildet sind, das hydraulisch sowohl mit der Produktkammer (3) als auch mit der Druckkammer (10) verbunden ist.

6. Pumpe (1 ) nach Anspruch 5,

wobei das Produktniveau im Ausgleichsreservoir (12) mittels eines Sensors (16) überwachbar ist.

7. Pumpe (1 ) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das

Ausgleichsreservoir (12) über ein Regelventil (17) mit einer Druckluftversorgung (20) verbunden ist.

8. Verwendung der Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zum Pumpen von

Cyanoacrylaten.

9. Verwendung nach Anspruch 8, wobei als Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für Cyanoacrylate verwendet wird.

10. Verwendung der Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zum Pumpen von anaeroben Acrylaten.

Description:
Pumpe mit einer Produktkammer

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Pumpe mit zumindest einer Produktkammer für ein zu pumpendes Produkt, wobei die Pumpe insbesondere als Rotorpumpe ausgebildet sein kann. Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung der Pumpe.

In vielen Anwendungsbereichen werden Rotorpumpen zur Förderung von Fluiden wie

beispielsweise Wasser, Ölen, Fetten oder Klebstoffen eingesetzt. Es gibt eine Vielzahl von Ausführungsformen von Rotorpumpen, beispielsweise Dreh- oder Kreiskolbenpumpen,

Zahnradpumpen, Drehschieberpumpen, Schraubenspindelpumpen, Impellerpumpen,

Radialkolbenpumpen, Kreiselpumpen und Exzenter-Rotorpumpen. Die Rotorwelle derartiger Pumpen ist typischerweise aus rostfreiem Stahl gefertigt und kann beispielsweise mit Chrom beschichtet sein. Durch die Verwendung von rostfreiem Stahl sowie gegebenenfalls die

Beschichtung ist eine sehr gute chemische und mechanische Kompatibilität beispielsweise zu allen Klebstoffen gegeben, so dass Rotorpumpen für eine Vielzahl zu pumpender Fluide eingesetzt werden können.

Zur Abdichtung der Rotorwelle werden typischerweise mehrere axial angeordnete Wellendichtringe eingesetzt. Um eine höhere Dichtigkeit zu erreichen, wird der Raum zwischen den

Wellendichtringen mit Fett gefüllt.

Aufgrund der hohen Viskosität des Fettes ist ein vollständiges Füllen des Zwischenraums jedoch meist nicht möglich, so dass eine Restmenge an Feuchtigkeit und Luft im Zwischenraum zwischen einzelnen Wellendichtringen verbleibt. Da es sich bei Wellendichtringen um gleitende Dichtungen handelt, die prinzipbedingt nicht vollständig dicht sind, gelangen durch interne Leckage geringe Mengen des geförderten Klebstoffes in den Raum zwischen den Wellendichtringen. Das dort befindliche Fett verhindert normalerweise ein Aushärten des Klebstoffs. Handelt es sich bei dem zu pumpenden Klebstoff jedoch um ein Cyanoacrylat oder anaerobe Acrylat, kann es aufgrund vorhandener Restfeuchtigkeit bzw. Luftabschluss und Reibungswärme zu Aushärtungen zwischen den Wellendichtringen kommen. Ein Funktionsausfall der Pumpe kann die Folge sein.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Pumpe anzugeben, mit der auch problematische Klebstoffe wie beispielsweise Cyanoacrylate und anaerobe Acrylate gepumpt werden können, wobei ein unbeabsichtigtes Aushärten des Klebstoffes innerhalb der Pumpe verhindert wird.

Diese Aufgabe wird gelöst mit dem Gegenstand des Patentanspruchs 1 . Weitere

Ausführungsformen und vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche. Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Pumpe mit einer Produktkammer für ein zu pumpendes Produkt angegeben, wobei die Pumpe ferner zumindest zwei Dichtkammern aufweist. Eine erste Dichtkammer ist als mit einer Sperrflüssigkeit gefüllte Sperrkammer ausgebildet und mittels einer ersten Dichtung gegen die Produktkammer abgedichtet. Eine zweite Dichtkammer ist als mit einem Druckmedium befüllte Druckkammer ausgebildet und mittels einer zweiten Dichtung gegen die erste Dichtkammer abgedichtet. Zwischen der Produktkammer und der Druckkammer sind Druckausgleichsmittel vorgesehen, sodass eine Druckdifferenz zwischen der Produktkammer und der Druckkammer im Wesentlichen gleich Null ist.

Die Pumpe umfasst somit zumindest zwei Dichtkammern. Sie kann jedoch auch mehr als zwei Dichtkammern umfassen, so dass beispielsweise mehr als eine erste Dichtkammer oder mehr als eine zweite Dichtkammer oder eine oder mehrere weitere Dichtkammern vorgesehen sind. Im Folgenden wird jedoch bei der Beschreibung von einer Pumpe mit zwei Dichtkammern ausgegangen.

Die Pumpe hat den Vorteil, dass durch den zwischen der Produktkammer und der Druckkammer stattfindenden Druckausgleich und die dadurch bedingt praktisch nicht vorhandene Druckdifferenz zwischen der Produktkammer und der Druckkammer an der ersten Dichtung und an der zweiten Dichtung keine Leckage auftritt. Somit wird wirksam verhindert, dass das zu pumpende Produkt durch die erste Dichtung in die erste Dichtkammer und gegebenenfalls von dort auch in die zweite Dichtkammer Übertritt und dort unerwünschter Weise ausgehärtet. Die Pumpe ist somit besonders zum Pumpen von Cyanoacrylaten oder anaeroben Acrylaten geeignet. Sie ist darüber hinaus auch zum Pumpen anderer Produkte geeignet, jedoch führt die besonders gute Dichtwirkung der Anordnung mit zwei Dichtkammern dazu, dass mit ihr auch problematische Produkte pumpbar sind.

Unter einer Druckdifferenz zwischen der Produktkammer und der Druckkammer, die im

Wesentlichen gleich Null ist, wird somit hier und im Folgenden verstanden, dass die Druckdifferenz ausreichend klein ist, um eine Leckage an der ersten bzw. zweiten Dichtung mit einer gewünschten Wirksamkeit zu verhindern.

Die Pumpe kann insbesondere als Rotorpumpe ausgebildet sein und eine Welle aufweisen, die durch die Produktkammer und durch die zumindest zwei Dichtkammern geführt ist, wobei die erste Dichtung und die zweite Dichtung als Wellendichtringe ausgebildet sind, durch die die Welle geführt ist.

Die zweite Dichtkammer kann beispielsweise mittels eines dritten Wellendichtringes gegen die Umgebung abgedichtet sein. An diesem dritten Wellendichtring tritt typischerweise Leckage auf, da hier gegen den erzeugten Druckluftdruck abgedichtet wird, d.h. relativ zur Umgebung ein Überdruck in der zweiten Dichtkammer besteht, und Druckluft aufgrund der gleitenden Abdichtung nach außen entweicht.

Gemäß einer Ausführungsform verläuft die Welle vertikal oder im Wesentlichen vertikal, und die Dichtkammern sind über der Produktkammer, d.h. auf einem höheren Niveau als die

Produktkammer, angeordnet. Unter einem im Wesentlichen vertikalen Verlauf der Welle wird dabei hier und im Folgenden verstanden, dass die Welle mit der Vertikalen einen Winkel von nicht mehr als 20° bildet.

Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass eine Leckage insbesondere an der ersten Dichtung besonders wirksam verhindert wird, weil die Schwerkraft unterstützend wirkt.

Gemäß einer Ausführungsform sind die Druckausgleichsmittel als Ausgleichsreservoir ausgebildet. Das Ausgleichsreservoir ist hydraulisch sowohl mit der Produktkammer als auch mit der

Druckkammer verbunden. Das Ausgleichsreservoir enthält somit einerseits das zu pumpende Produkt, andererseits Druckluft, wobei das Niveau des in dem Ausgleichsreservoir vorgehaltenen Produkts vom Volumen der in der zweiten Dichtkammer, d.h. der Druckkammer, und der

Ausgleichsreservoir vorgehaltenen Druckluft abhängig ist. Falls in der zweiten Dichtkammer Leckage nach außen auftritt und Druckluft entweicht, steigt das Produktniveau im

Ausgleichsreservoir. Dadurch steigt wiederum der Druck der Druckluft, so dass ein vorzugsweise kontinuierlicher Druckausgleich erreicht wird.

Ab einem bestimmten Niveau des Produkts im Ausgleichsreservoir kann eine Niveauregulierung dadurch erfolgen, dass die Druckluftleckage durch Zuführung von externer Druckluft ausgeglichen wird. Dafür wird vorzugsweise die Druckluftversorgung des Produktreservoirs verwendet. Durch den statischen und dynamischen Druckverlust der Produktversorgung ist dieser Druckluftdruck immer minimal größer als der Produktdruck am Pumpeneingang. Dadurch wird eine

Niveauregulierung des Produktes im Ausgleichsreservoir möglich, da das Produkt in Richtung Produktreservoir in die Produktzuleitung zurück gefördert wird.

Das Produktniveau im Ausgleichsreservoir kann insbesondere mittels eines Sensors überwachbar sein. Hierfür kann beispielsweise ein kapazitiver Sensor eingesetzt werden. Der Sensor kann insbesondere einen Schaltausgang aufweisen und ein Regelventil ansteuern, dass die

Niveauregulierung durch Zuführen von Druckluft ausführt.

Aus der Überwachung des Produktniveaus im Ausgleichsreservoir und der Zeit zwischen zwei notwendigen Niveauregulierungen kann auf die Dichtwirkung und damit auch auf den

Dichtungsverschleiß in der zweiten Dichtkammer geschlossen werden. Somit kann die

möglicherweise ohnehin vorteilhafte Überwachung des Produktniveaus im Ausgleichsreservoir vorteilhaft dazu genutzt werden, die Dichtwirkung in der zweiten Dichtkammer, insbesondere die Wirkung einer dritten Dichtung, die die zweite Dichtkammer nach außen abdichtet, zu überwachen.

Das Ausgleichsreservoir kann insbesondere über ein Regelventil mit einer Druckluftversorgung verbunden sein, um eine Zuführung externer Druckluft für eine Niveauregulierung im

Ausgleichsreservoir zu ermöglichen. Bei der Druckluftversorgung kann es sich insbesondere um die Druckluftversorgung des Produktreservoirs handeln. Das Regelventil kann insbesondere als 3/2-Wege-Ventil ausgebildet sein. Als Regelventil kann insbesondere ein Magnetventil verwendet werden.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die beschriebene Pumpe zum Pumpen von Cyanoacrylaten verwendet. Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn als Sperrflüssigkeit in der ersten Dichtkammer ein Lösungsmittel für Cyanoacrylate verwendet wird. In diesem Fall findet nämlich in der ersten Dichtkammer auch dann keine Aushärtung des Produkts statt, wenn ausnahmsweise eine gewisse Leckage an der ersten Dichtung auftreten sollte.

Zudem weist eine derartige Sperrflüssigkeit eine derart niedrige Viskosität auf, dass ohne

Schwierigkeiten eine vollständige Füllung der ersten Dichtkammer erreicht werden kann. Diese Sperrflüssigkeit unterbindet den Verbleib und das Eindringen von Feuchtigkeit und verhindert das Eindringen und Aushärten des Produktes.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die beschriebene Pumpe zum Pumpen von anaeroben Acrylaten verwendet. In diesem Fall kann als Sperrflüssigkeit insbesondere ein Schneidöl verwendet werden. Diese Sperrflüssigkeit verringert die Reibung, führt Reibungswärme ab und verhindert das Eindringen und Aushärten des Produktes.

Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand von schematischen Figuren näher erläutert.

Figur 1 zeigt schematisch ein Schaubild einer Pumpe gemäß einer Ausführungsform der

Erfindung;

Figur 2 zeigt eine erste Seitenansicht der Pumpe gemäß Figur 1 ;

Figur 3 zeigt eine erste Schnittansicht der Pumpe gemäß Figur 1 ;

Figur 4 zeigt eine zweite Seitenansicht der Pumpe gemäß Figur 1 und

Figur 5 zeigt eine zweite Schnittansicht der Pumpe gemäß Figur 1. Figur 1 zeigt ein schematisches Schaubild einer Pumpe 1 für ein zu pumpendes Produkt, wobei die Pumpe 1 insbesondere zum Pumpen von Cyanoacrylaten oder anaeroben Acrylaten geeignet ist. Die Pumpe 1 ist als Rotorpumpe ausgebildet und weist eine Welle 2 mit einer Längsachse L auf. Die Längsachse L ist gleichzeitig die Rotationsachse der Welle 2. Die Welle 2 verläuft durch eine Produktkammer 3 und fördert in der Produktkammer 3 befindliches Produkt.

Das Produkt 5 wird auch außerhalb der Produktkammer 3 in einem Produktreservoir 4 vorgehalten, das mit der Produktkammer 3 durch eine Zuleitung 1 1 verbunden ist. In dem Produktreservoir 4 steht das Produkt 5 unter Druck, der durch eine Druckluftversorgung 20, die über einen

Druckregler 19 mit dem Produktreservoir 4 verbunden ist, aufrechterhalten wird. Der Produktdruck in der Pumpe 1 beträgt typischerweise zwischen 0 und 7 bar, vorzugsweise zwischen 0,5 und 4 bar.

Die Produktkammer 3 ist mittels Wellendichtringen abgedichtet. Um eine besonders gute

Dichtwirkung zu erzielen, sind drei Wellendichtringe vorgesehen, die in Richtung der Längsachse L hintereinander um die Welle 2 angeordnet sind: ein erster Wellendichtring 6, ein zweiter

Wellendichtring 7 sowie ein dritter Wellendichtring 8.

Zwischen dem ersten Wellendichtring 6 und dem zweiten Wellendichtring 7 ist eine erste

Dichtkammer 9 gebildet. Die erste Dichtkammer 9 ist als Sperrkammer ausgebildet und mit einer Sperrflüssigkeit gefüllt. Die Sperrflüssigkeit wird passend zu dem zu pumpenden Produkt in der Produktkammer 3 ausgewählt. Vorzugsweise weist die Sperrflüssigkeit eine Viskosität im Bereich von 1 mPas - 15.000 mPas, ganz besonders bevorzugt im Bereich von 6 mPas - 5.000 mPas auf. Falls in der Produktkammer 3 ein Cyanoacrylat vorgehalten wird, wird als Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für Cyanoacrylate verwendet, beispielsweise das unter der Bezeichnung Sicomet D- Bonder vertriebene Lösungsmittel mit einer Viskosität von 6 mPas.

Falls in der Produktkammer 3 ein anaerobes Acrylat vorgehalten wird, ist als Sperrflüssigkeit insbesondere ein Schneidöl geeignet, beispielsweise Loctite LB 8030 mit einer Viskosität von 170 mPas.

Die Sperrflüssigkeit hat insbesondere die Aufgabe, Feuchtigkeit aus der ersten Dichtkammer zu verdrängen und/oder Reibung zu verringern und Reibungswärme abzuführen sowie das Aushärten geringer Mengen in die erste Dichtkammer eingetretenen Produkts zu verhindern.

Zwischen dem zweiten Wellendichtring 7 und dem dritten Wellendichtring 8 ist eine zweite

Dichtkammer 10 ausgebildet. Die zweite Dichtkammer 10 ist als Druckkammer ausgebildet und mit einem Druckmedium, in der gezeigten Ausführungsform Druckluft, befüllt. Gegen die Umgebung ist die zweite Dichtkammer mittels des dritten Wellendichtrings 8 abgedichtet. Das Druckmedium hat die Aufgabe, in der zweiten Dichtkammer 10 und damit am zweiten Dichtring 7 denselben Druck aufrecht zu erhalten, der auch in der Produktkammer 3 herrscht. Um das zu erreichen, ist ein Ausgleichsreservoir 12 als Druckausgleichsmittel zwischen der

Produktkammer 3 und der zweiten Dichtkammer 10 vorgesehen. Das Ausgleichsreservoir 12 ist über eine Verbindungsleitung 13 mit der Produktkammer 3 verbunden, so dass Produkt 5 in das Ausgleichsreservoir 12 eintreten kann. Zudem ist das Ausgleichsreservoir 12 über eine

Verbindungsleitung 14 mit der zweiten Dichtkammer 10 verbunden, so dass Druckmedium, d.h. in diesem Fall Druckluft, aus der zweiten Dichtkammer 10 in das Ausgleichsreservoir 12 übertreten kann. Somit kommuniziert die zweite Dichtkammer 10 mit der Produktkammer 3 und es stellt sich im Wesentlichen der gleiche Druck in der Produktkammer 3 und in der zweiten Dichtkammer 10 ein.

Durch die fehlende Druckdifferenz zwischen der Produktkammer 3 und der zweiten Dichtkammer 10 wird erreicht, dass derselbe Druck am ersten Wellendichtring 6 und am zweiten Wellendichtring 7 anliegt, so dass eine Leckage verhindert wird. Lediglich an dem dritten Wellendichtring 8 kann Leckage auftreten, da hier gegen den erzeugten Druckluftdruck gegen die Umgebung abgedichtet wird und aufgrund der gleitenden Abdichtung des Wellendichtrings 8 Druckluft entweicht.

Somit dient der erste Wellendichtring 6 zur drucklosen Abdichtung zwischen der Produktkammer 3 und der ersten Dichtkammer 9. Der zweite Wellendichtring 7 dient zur drucklosen Abdichtung zwischen der ersten Dichtkammer 9 und der zweiten Dichtkammer 10. Der dritte Wellendichtring 8 dient zur druckbeaufschlagten Abdichtung zwischen der zweiten Dichtkammer 10 und der Umgebung.

Durch die am dritten Wellendichtring 19 auftretende Leckage steigt das Produktniveau im

Ausgleichsreservoir 12 an. Das Produktniveau im Ausgleichsreservoir 12 wird mithilfe eines Sensors 16, insbesondere eines kapazitiven Sensors mit Schaltausgang, überwacht. Steigt das Produktniveau über einen festgelegten Grenzwert, wird eine Niveauregulierung durchgeführt, indem die Druckluftleckage durch Zuführung von externer Druckluft ausgeglichen wird. Hierzu wird die Verbindungsleitung 14 mittels eines 3/2- Wege-Magnetventils 17 mit der Druckluftversorgung 20 des Produktreservoirs 4 verbunden.

Durch den statischen und dynamischen Druckverlust, der in den Leitungen der Produktversorgung stattfindet, ist der Druck der Druckluftversorgung 20 immer minimal größer als der Produktdruck am Pumpeneingang. Dadurch wird eine Regulierung des Produktniveaus im Ausgleichsreservoir 12 möglich, da das Produkt in Richtung des Produktreservoirs 4 in die Produktzuleitung 1 1 zurück gefördert wird. Zur Regulierung des Niveaus in dem Ausgleichsreservoir 12 wird somit über das Magnetventil 17 die Verbindungsleitung 14 mit der Druckluftversorgung 20 verbunden und Druckluft nachgefüllt, bis das Niveau in dem Ausgleichsreservoir 12 auf einen gewünschten Wert geregelt wurde.

Anschließend wird die Verbindung der Verbindungsleitung 14 mit der Druckluftversorgung 20 wieder getrennt. Die Verbindungsleitung 14 ist dann wieder mit einem Drosselventil 18 verbunden, das dem Auftreten von Überdrücken entgegenwirken kann und/oder ein manuelles Entlüften der Produktkammer ermöglicht sowie die manuelle Niveauregulierung des Füllstands im

Ausgleichsreservoir 12 erlaubt.

Die Überwachung des Niveaus des Produktes 5 im Ausgleichsreservoir 12 mittels des Sensors 16 kann auch zur Überwachung der Dichtheit bzw. des Verschleißes am dritten Wellendichtring 8 verwendet werden. Beispielsweise kann die Zeit zwischen zwei notwendigen Niveauregulierungen dazu verwendet werden, die Dichtwirkung des dritten Wellendichtringes 8 abzuschätzen.

Denkbar ist, dass es im Betrieb zu einer weiteren geringfügigen Leckage von der ersten

Dichtkammer 9, der Sperrkammer, zur zweiten Dichtkammer 10, der Druckkammer kommt.

Dadurch kann sich ein geringer Spiegel an ausgetretener Sperrflüssigkeit in der zweiten

Dichtkammer 10 bilden, der um die Dichtlinie an der Welle 2 herum angeordnet sein kann. Auf diesen Spiegel an Sperrflüssigkeit wirkt nun die Druckluft. Da die Druckluft in der zweiten

Dichtkammer 10 und der Produktdruck in der Produktkammer 3 denselben Wert haben, wird der Differenzdruck am ersten Wellendichtring 6 und am zweiten Wellendichtring 7 nahezu Null und eine weitere Leckage verhindert. Für eine optimale Funktion sollte die Welle 2 möglichst senkrecht zum Spiegel an Sperrflüssigkeit stehen und sollte nur maximal 20° von der Vertikalen abweichen. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die Dichtlinie an der Welle 2 immer komplett mit Sperrflüssigkeit bedeckt ist.

Vorzugsweise weist die Sperrflüssigkeit eine Viskosität im Bereich von 1 mPas - 15.000 mPas, ganz besonders bevorzugt im Bereich von 6 mPas - 5.000 mPas auf. Falls in der Produktkammer 3 ein Cyanoacrylat vorgehalten wird, wird als Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für Cyanoacrylate verwendet, beispielsweise das unter der Bezeichnung Sicomet D-Bonder vertriebene

Lösungsmittel mit einer Viskosität im Bereich von 6 mPas.

Figur 2 zeigt schematisch eine Seitenansicht der Pumpe 1 gemäß Figur 1. Figur 3 zeigt eine Schnittansicht der Pumpe 1 , wobei diese Darstellung dieselbe Orientierung aufweist wie die Seitenansicht der Pumpe 1 gemäß Figur 2. In der Zusammenschau dieser beiden Darstellungen ist erkennbar, dass das Ausgleichsreservoir 12 mittels eines Verbindungsschlauchs 22 mit der zweiten Dichtkammer 10 verbunden ist. Eine der beiden Anschlussstellen des

Verbindungsschlauchs 22 in Figur 2 steht über eine entsprechende Bohrung mit dem Ausgleichsreservoir 12 in Verbindung, während der andere Anschluss über eine entsprechende Bohrung mit der zweiten Dichtkammer 10 in Verbindung steht.

Die in Figur 2 nicht sichtbaren Dichtkammern 9, 10 sind in dem Dichtungsgehäuse 24 angeordnet. Die Produktkammer 3 ist unterhalb des Dichtungsgehäuses 24 angeordnet und steht mit dem Pumpeneingang 21 in Verbindung. Die erste Dichtkammer 9 steht mit Spülanschlüssen 23 für die Sperrflüssigkeit in Verbindung, von denen in der in Figur 2 gezeigten Seitenansicht nur einer sichtbar ist. Die zweite Dichtkammer 10 steht, wie erläutert, über den Verbindungsschlauch 22 mit dem Ausgleichsreservoir 12 in Verbindung.

Dabei ist der Verbindungsschlauch 22 derart angeordnet, dass ein Produktfluss durch Gravitation vom Ausgleichsreservoir 12 zur zweiten Dichtkammer 10 verhindert wird. In der in den Figuren gezeigten Ausführungsform wird das dadurch erreicht, dass die Dichtkammern 9, 10 gegenüber der Produktkammer 3 erhöht angeordnet sind und auch der Verbindungsschlauch 22 zumindest teilweise gegenüber dem Ausgleichsreservoir 12 erhöht angeordnet ist.

In der Schnittansicht von Figur 3 ist auch die Bohrung sichtbar, die die Verbindungsleitung 13 zwischen dem Ausgleichreservoir 12 und der Produktkammer 3 herstellt.

Die Figuren 4 und 5 zeigen jeweils eine Seiten- und eine Schnittansicht der Pumpe 1 in einer anderen Orientierung, die gegenüber der in Figur 2 und 3 gezeigten um 90° gedreht ist. In dieser Ansicht sind beispielsweise in Figur 4 beide Spülanschlüsse 23 für die Sperrkammer sichtbar. Ferner ist in Figur 4 das Magnetventil 17 gezeigt sowie der Sensor 16 zur Niveauüberwachung im Ausgleichsreservoir 12.

Figur 5 zeigt, dass die in der gezeigten Ausführungsform einander gegenüberliegenden

Spülanschlüsse 23 mit der ersten Dichtkammer 9 in Verbindung stehen, die zwischen den Wellendichtringen 6, 7 angeordnet ist. Ferner ist in Figur 5 das innere Ende des Pumpeneingangs 21 sichtbar, der in die Produktkammer 3 mündet.

Zusätzlich zum Druckausgleich wird durch die Verbindung der Produktkammer 3 mit dem

Ausgleichsreservoir 12 ein automatisches Entlüften der Pumpe bei der Befüllung mit Produkt erreicht, da die Luft aus der Produktkammer 3 in das Ausgleichsreservoir 12 geschoben wird. Bezugszeichenliste

1 Pumpe

2 Welle

3 Produktkammer

4 Produktreservoir

5 Produkt

6 erster Wellendichtring

7 zweiter Wellendichtring

8 dritter Wellendichtring

9 erste Dichtkammer

10 zweite Dichtkammer

1 1 Zuleitung

12 Ausgleichsreservoir

13 Verbindungsleitung

14 Verbindungsleitung

16 Sensor

17 Magnetventil

18 Drosselventil

19 Druckregler

20 Druckluftversorgung

21 Pumpeneingang

22 Verbindungsschlauch

23 Spülanschluss

24 Dichtungsgehäuse

L Längsachse