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Patent Searching and Data


Title:
PUMP HAVING A PRODUCT CHAMBER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/201885
Kind Code:
A1
Abstract:
A pump (1) having a product chamber (3) for a product to be pumped also has at least one sealing chamber (9), the sealing chamber (9) being in the form of a blocking chamber filled with a sealing liquid and being sealed from the product chamber (3) by means of a first seal, wherein a solvent for the product to be pumped is provided as the sealing liquid.

Inventors:
SCHMID, Christoph (Wettersteinstraße 71c, Maisach OT. Gernlinden, 82216, DE)
Application Number:
EP2019/059731
Publication Date:
October 24, 2019
Filing Date:
April 16, 2019
Export Citation:
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Assignee:
HENKEL AG & CO. KGAA (Henkelstrasse 67, Düsseldorf, 40589, DE)
International Classes:
F04C15/00; F04D29/10
Foreign References:
DE102010009668A12011-09-01
DE102014226429A12016-06-23
DE2557311A11977-06-30
DE29501263U11995-03-09
Other References:
None
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Claims:
Patentansprüche

1 . Pumpe (1 ) mit einer Produktkammer (3) für ein zu pumpendes Produkt, wobei die Pumpe (1 ) ferner zumindest eine Dichtkammer (9) aufweist, wobei die Dichtkammer (9) als mit einer Sperrflüssigkeit gefüllte Sperrkammer ausgebildet ist und mittels einer ersten Dichtung gegen die Produktkammer (3) abgedichtet ist, wobei als Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für das zu pumpende Produkt vorgesehen ist.

2. Pumpe (1 ) nach Anspruch 1 ,

wobei die Pumpe (1 ) als Rotorpumpe ausgebildet ist und eine Welle (2) aufweist, die durch die Produktkammer (3) und durch die zumindest eine Dichtkammer (9) geführt ist, wobei die erste Dichtung als Wellendichtring (6) ausgebildet sind, durch den die Welle (2) geführt ist.

3. Pumpe (1 ) nach Anspruch 2,

wobei die Dichtkammer (9) mittels eines weiteren Wellendichtringes (8) gegen die Umgebung abgedichtet ist.

4. Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Wellendichtringe (6, 8) als radial dichtender Wellendichtring gestaltet ist.

5. Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

wobei als zu pumpendes Produkt ein Cyanoacrylat und als Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für ein Cyanoacrylat vorgesehen ist.

6. Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 2 bis 5,

wobei die Welle (2) vertikal oder im Wesentlichen vertikal verläuft und die zumindest eine

Dichtkammer (9) über der Produktkammer (3) angeordnet ist.

7. Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

wobei die Pumpe ferner zumindest eine weitere Dichtkammer (10) aufweist, wobei die weitere Dichtkammer (10) als mit einem Druckmedium befüllte Druckkammer ausgebildet und mittels einer zweiten Dichtung (7) gegen die erste Dichtkammer (9) abgedichtet ist, wobei zwischen der Produktkammer (3) und der Druckkammer Druckausgleichsmittel vorgesehen sind, sodass eine Druckdifferenz zwischen der Produktkammer (3) und der Druckkammer im Wesentlichen gleich Null ist.

8. Pumpe (1 ) nach Anspruch 7,

wobei die Druckausgleichsmittel als Ausgleichsreservoir (12) ausgebildet sind, das hydraulisch sowohl mit der Produktkammer (3) als auch mit der Druckkammer verbunden ist.

9. Pumpe (1 ) nach Anspruch 8,

wobei das Produktniveau im Ausgleichsreservoir (12) mittels eines Sensors (16) überwachbar ist.

10. Pumpe (1 ) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Druckmedium Druckluft verwendet wird und das Ausgleichsreservoir (12) über ein Regelventil (17) mit einer Druckluftversorgung (20) verbunden ist.

1 1. Verwendung der Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zum Pumpen von Klebstoffen.

12. Verwendung der Pumpe (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zum Pumpen von Cyanoacrylaten.

Description:
Pumpe mit einer Produktkammer

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Pumpe mit zumindest einer Produktkammer für ein zu pumpendes Produkt, wobei die Pumpe insbesondere als Rotorpumpe ausgebildet sein kann.

In vielen Anwendungsbereichen werden Rotorpumpen zur Förderung von Fluiden wie

beispielsweise Wasser, Ölen, Fetten oder Klebstoffen eingesetzt. Es gibt eine Vielzahl von Ausführungsformen von Rotorpumpen, beispielsweise Dreh- oder Kreiskolbenpumpen,

Zahnradpumpen, Drehschieberpumpen, Schraubenspindelpumpen, Impellerpumpen,

Radialkolbenpumpen, Kreiselpumpen und Exzenter-Rotorpumpen. Die Rotorwelle derartiger Pumpen ist typischerweise aus rostfreiem Stahl gefertigt und kann beispielsweise mit Chrom beschichtet sein. Durch die Verwendung von rostfreiem Stahl sowie gegebenenfalls die

Beschichtung ist eine sehr gute chemische und mechanische Kompatibilität beispielsweise zu allen Klebstoffen gegeben, so dass Rotorpumpen für eine Vielzahl zu pumpender Fluide eingesetzt werden können.

Zur Abdichtung der Rotorwelle werden typischerweise mehrere axial angeordnete Wellendichtringe eingesetzt. Um eine höhere Dichtigkeit zu erreichen, wird der Raum zwischen den

Wellendichtringen mit Fett gefüllt.

Aufgrund der hohen Viskosität des Fettes ist ein vollständiges Füllen des Zwischenraums jedoch meist nicht möglich, so dass eine Restmenge an Feuchtigkeit und Luft im Zwischenraum zwischen einzelnen Wellendichtringen verbleibt. Da es sich bei Wellendichtringen um gleitende Dichtungen handelt, die prinzipbedingt nicht vollständig dicht sind, gelangen durch interne Leckage geringe Mengen des geförderten Klebstoffes in den Raum zwischen den Wellendichtringen. Das dort befindliche Fett verhindert normalerweise ein Aushärten des Klebstoffs. Handelt es sich bei dem zu pumpenden Klebstoff jedoch um ein Cyanoacrylat oder anaerobe Acrylat, kann es aufgrund vorhandener Restfeuchtigkeit bzw. Luftabschluss und Reibungswärme zu Aushärtungen zwischen den Wellendichtringen kommen. Ein Funktionsausfall der Pumpe kann die Folge sein.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Pumpe anzugeben, mit der auch problematische Klebstoffe wie beispielsweise Cyanoacrylate gepumpt werden können, wobei ein unbeabsichtigtes Aushärten des Klebstoffes innerhalb der Pumpe verhindert wird.

Diese Aufgabe wird gelöst mit dem Gegenstand des Patentanspruchs 1 . Weitere

Ausführungsformen und vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche. Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Pumpe mit einer Produktkammer für ein zu pumpendes Produkt angegeben, wobei die Pumpe ferner zumindest eine Dichtkammer aufweist. Die Dichtkammer ist als mit einer Sperrflüssigkeit gefüllte Sperrkammer ausgebildet und mittels einer ersten Dichtung gegen die Produktkammer abgedichtet. Als Sperrflüssigkeit ist ein

Lösungsmittel für das zu pumpende Produkt vorgesehen.

Die Pumpe hat den Vorteil, dass durch das in der Dichtkammer als Sperrflüssigkeit vorgehaltene Lösungsmittel wirksam verhindert wird, dass das zu pumpende Produkt in der Dichtkammer aushärtet. Die Pumpe ist somit besonders zum Pumpen von Cyanoacrylaten geeignet. Sie ist auch besonders gut zum Pumpen anderer, insbesondere nicht-wasserlöslicher Klebstoffe geeignet.

Die Pumpe kann insbesondere als Rotorpumpe ausgebildet sein und eine Welle aufweisen, die durch die Produktkammer und durch die Dichtkammer geführt ist, wobei die erste Dichtung als Wellendichtring ausgebildet ist, durch den die Welle geführt ist. In einer bevorzugten

Ausführungsform ist der Wellendichtring als radial dichtender Wellendichtring ausgestaltet.

Die Dichtkammer kann beispielsweise mittels einer weiteren Dichtung, insbesondere eines weiteren Wellendichtringes, gegen die Umgebung abgedichtet sein. In einer bevorzugten

Ausführungsform ist der Wellendichtring als radial dichtender Wellendichtring ausgestaltet.

Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von radial dichtenden Wellendichtringen für alle genannten Wellendichtringe.

Gemäß einer Ausführungsform verläuft die Welle vertikal oder im Wesentlichen vertikal, und die Dichtkammern sind über der Produktkammer, d.h. auf einem höheren Niveau als die

Produktkammer, angeordnet. Unter einem im Wesentlichen vertikalen Verlauf der Welle wird dabei hier und im Folgenden verstanden, dass die Welle mit der Vertikalen einen Winkel von nicht mehr als 20° bildet.

Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass eine Leckage insbesondere an der ersten Dichtung besonders wirksam verhindert wird, weil die Schwerkraft unterstützend wirkt.

Gemäß einer Ausführungsform weist die Pumpe ferner zumindest eine weitere Dichtkammer auf, wobei die weitere Dichtkammer als mit einem Druckmedium befüllte Druckkammer ausgebildet und mittels einer zweiten Dichtung gegen die erste Dichtkammer abgedichtet ist, wobei zwischen der Produktkammer und der Druckkammer Druckausgleichsmittel vorgesehen sind, sodass eine Druckdifferenz zwischen der Produktkammer und der Druckkammer im Wesentlichen gleich Null ist. Die Pumpe umfasst somit zumindest zwei Dichtkammern. Sie kann jedoch auch mehr als zwei Dichtkammern umfassen, so dass beispielsweise mehr als eine erste Dichtkammer oder mehr als eine zweite Dichtkammer oder eine oder mehrere weitere Dichtkammern vorgesehen sind.

Die Pumpe hat den Vorteil, dass durch den zwischen der Produktkammer und der Druckkammer stattfindenden Druckausgleich und die dadurch bedingt praktisch nicht vorhandene Druckdifferenz zwischen der Produktkammer und der Druckkammer an der ersten Dichtung und an der zweiten Dichtung keine Leckage auftritt. Somit wird wirksam verhindert, dass das zu pumpende Produkt durch die erste Dichtung in die erste Dichtkammer und gegebenenfalls von dort auch in die zweite Dichtkammer Übertritt und dort unerwünschter Weise ausgehärtet. Die Pumpe ist somit besonders zum Pumpen von Cyanoacrylaten oder anaeroben Acrylaten geeignet. Sie ist darüber hinaus auch zum Pumpen anderer Produkte geeignet, jedoch führt die besonders gute Dichtwirkung der Anordnung mit zwei Dichtkammern dazu, dass mit ihr auch problematische Produkte pumpbar sind.

Unter einer Druckdifferenz zwischen der Produktkammer und der Druckkammer, die im

Wesentlichen gleich Null ist, wird somit hier und im Folgenden verstanden, dass die Druckdifferenz ausreichend klein ist, um eine Leckage an der ersten bzw. zweiten Dichtung mit einer gewünschten Wirksamkeit zu verhindern.

Gemäß einer Ausführungsform sind die Druckausgleichsmittel als Ausgleichsreservoir ausgebildet. Das Ausgleichsreservoir ist hydraulisch sowohl mit der Produktkammer als auch mit der

Druckkammer verbunden. Das Ausgleichsreservoir enthält somit einerseits das zu pumpende Produkt, andererseits das Druckmedium, beispielsweise Druckluft, wobei das Niveau des in dem Ausgleichsreservoir vorgehaltenen Produkts vom Volumen der in der zweiten Dichtkammer, d.h. der Druckkammer, und der im Ausgleichsreservoir vorgehaltenen Druckluft abhängig ist. Falls in der zweiten Dichtkammer Leckage nach außen auftritt und Druckluft entweicht, steigt das

Produktniveau im Ausgleichsreservoir. Dadurch steigt wiederum der Druck der Druckluft, so dass ein vorzugsweise kontinuierlicher Druckausgleich erreicht wird.

Ab einem bestimmten Niveau des Produkts im Ausgleichsreservoir kann eine Niveauregulierung dadurch erfolgen, dass die Druckluftleckage durch Zuführung von externer Druckluft ausgeglichen wird. Dafür wird vorzugsweise die Druckluftversorgung des Produktreservoirs verwendet. Durch den statischen und dynamischen Druckverlust der Produktversorgung ist dieser Druckluftdruck immer minimal größer als der Produktdruck am Pumpeneingang. Dadurch wird eine

Niveauregulierung des Produktes im Ausgleichsreservoir möglich, da das Produkt in Richtung Produktreservoir in die Produktzuleitung zurück gefördert wird.

Das Produktniveau im Ausgleichsreservoir kann insbesondere mittels eines Sensors überwachbar sein. Hierfür kann beispielsweise ein kapazitiver Sensor eingesetzt werden. Der Sensor kann insbesondere einen Schaltausgang aufweisen und ein Regelventil ansteuern, dass die

Niveauregulierung durch Zuführen von Druckluft ausführt.

Aus der Überwachung des Produktniveaus im Ausgleichsreservoir und der Zeit zwischen zwei notwendigen Niveauregulierungen kann auf die Dichtwirkung und damit auch auf den

Dichtungsverschleiß in der zweiten Dichtkammer geschlossen werden. Somit kann die

möglicherweise ohnehin vorteilhafte Überwachung des Produktniveaus im Ausgleichsreservoir vorteilhaft dazu genutzt werden, die Dichtwirkung in der zweiten Dichtkammer, insbesondere die Wirkung einer dritten Dichtung, die die zweite Dichtkammer nach außen abdichtet, zu überwachen.

Das Ausgleichsreservoir kann insbesondere über ein Regelventil mit einer Druckluftversorgung verbunden sein, um eine Zuführung externer Druckluft für eine Niveauregulierung im

Ausgleichsreservoir zu ermöglichen. Bei der Druckluftversorgung kann es sich insbesondere um die Druckluftversorgung des Produktreservoirs handeln. Das Regelventil kann insbesondere als 3/2-Wege-Ventil ausgebildet sein. Als Regelventil kann insbesondere ein Magnetventil verwendet werden.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die beschriebene Pumpe zum Pumpen von Cyanoacrylaten verwendet. Dabei wird als Sperrflüssigkeit in der ersten Dichtkammer ein

Lösungsmittel für Cyanoacrylate verwendet. In diesem Fall findet nämlich in der ersten

Dichtkammer auch dann keine Aushärtung des Produkts statt, wenn ausnahmsweise eine gewisse Leckage an der ersten Dichtung auftreten sollte.

Zudem weist eine derartige Sperrflüssigkeit eine derart niedrige Viskosität auf, dass ohne

Schwierigkeiten eine vollständige Füllung der ersten Dichtkammer erreicht werden kann. Diese Sperrflüssigkeit unterbindet den Verbleib und das Eindringen von Feuchtigkeit und verhindert das Eindringen und Aushärten des Produktes.

Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand von schematischen Figuren näher erläutert.

Figur 1 zeigt schematisch ein Schaubild einer Pumpe gemäß einer Ausführungsform der Erfindung und

Figur 2 zeigt schematisch ein Schaubild einer Pumpe gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Figur 1 zeigt ein schematisches Schaubild einer Pumpe 1 für ein zu pumpendes Produkt, wobei die Pumpe 1 insbesondere zum Pumpen von Cyanoacrylaten geeignet ist. Die Pumpe 1 ist als Rotorpumpe ausgebildet und weist eine Welle 2 mit einer Längsachse L auf. Die Längsachse L ist gleichzeitig die Rotationsachse der Welle 2. Die Welle 2 verläuft durch eine Produktkammer 3 und fördert in der Produktkammer 3 befindliches Produkt 5.

Das Produkt 5 wird auch außerhalb der Produktkammer 3 in einem in Figur 1 nicht gezeigten Produktreservoir vorgehalten, das mit der Produktkammer 3 durch eine Zuleitung 1 1 verbunden ist.

Die Produktkammer 3 ist mittels Wellendichtringen abgedichtet. Um eine besonders gute

Dichtwirkung zu erzielen, sind zwei Wellendichtringe vorgesehen, die in Richtung der Längsachse L hintereinander um die Welle 2 angeordnet sind: ein erster Wellendichtring 6 und ein zweiter Wellendichtring 7.

Zwischen dem ersten Wellendichtring 6 und dem zweiten Wellendichtring 7 ist eine Dichtkammer 9 gebildet. Die Dichtkammer 9 ist als Sperrkammer ausgebildet und mit einer Sperrflüssigkeit gefüllt. Die Sperrflüssigkeit wird passend zu dem zu pumpenden Produkt 5 in der Produktkammer 3 ausgewählt, wobei die Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für das Produkt 5 ist. Vorzugsweise weist die Sperrflüssigkeit eine Viskosität im Bereich von 1 mPas - 1 mio mPas, ganz besonders bevorzugt im Bereich von 6 mPas - 15.000 mPas. Falls in der Produktkammer 3 ein Cyanoacrylat vorgehalten wird, wird als Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für Cyanoacrylate verwendet, beispielsweise das unter der Bezeichnung Sicomet D-Bonder vertriebene Lösungsmittel mit einer Viskosität von 6 mPas.

Die Sperrflüssigkeit hat insbesondere die Aufgabe, Feuchtigkeit aus der ersten Dichtkammer zu verdrängen und/oder Reibung zu verringern und Reibungswärme abzuführen sowie das Aushärten geringer Mengen in die erste Dichtkammer eingetretenen Produkts zu verhindern.

Die Dichtkammer 9 ist mittels eines weiteren Wellendichtringes 7 nach außen abgedichtet.

Figur 2 zeigt eine Pumpe 1 gemäß einer weiteren Ausführungsform. Diese Pumpe 1 unterscheidet sich von der in Figur 1 gezeigten dadurch, dass sie eine weitere Dichtkammer 10 aufweist, die als Druckkammer ausgebildet ist und mit Druckluft gefüllt ist.

Um eine besonders gute Dichtwirkung zu erzielen, sind drei Wellendichtringe vorgesehen, die in Richtung der Längsachse L hintereinander um die Welle 2 angeordnet sind: ein erster

Wellendichtring 6, ein zweiter Wellendichtring 7 sowie ein dritter Wellendichtring 8.

Zwischen dem zweiten Wellendichtring 7 und dem dritten Wellendichtring 8 ist eine zweite

Dichtkammer 10 ausgebildet. Die zweite Dichtkammer 10 ist als Druckkammer ausgebildet und mit einem Druckmedium, in der gezeigten Ausführungsform Druckluft, befüllt. Gegen die Umgebung ist die zweite Dichtkammer mittels des dritten Wellendichtrings 8 abgedichtet. Das Druckmedium hat die Aufgabe, in der zweiten Dichtkammer 10 und damit am zweiten Dichtring 7 denselben Druck aufrecht zu erhalten, der auch in der Produktkammer 3 herrscht. Um das zu erreichen, ist ein Ausgleichsreservoir 12 als Druckausgleichsmittel zwischen der

Produktkammer 3 und der zweiten Dichtkammer 10 vorgesehen. Das Ausgleichsreservoir 12 ist über eine Verbindungsleitung 13 mit der Produktkammer 3 verbunden, so dass Produkt 5 in das Ausgleichsreservoir 12 eintreten kann. Zudem ist das Ausgleichsreservoir 12 über eine

Verbindungsleitung 14 mit der zweiten Dichtkammer 10 verbunden, so dass Druckmedium, d.h. in diesem Fall Druckluft, aus der zweiten Dichtkammer 10 in das Ausgleichsreservoir 12 übertreten kann. Somit kommuniziert die zweite Dichtkammer 10 mit der Produktkammer 3 und es stellt sich im Wesentlichen der gleiche Druck in der Produktkammer 3 und in der zweiten Dichtkammer 10 ein.

Durch die fehlende Druckdifferenz zwischen der Produktkammer 3 und der zweiten Dichtkammer 10 wird erreicht, dass derselbe Druck am ersten Wellendichtring 6 und am zweiten Wellendichtring 7 anliegt, so dass eine Leckage verhindert wird. Lediglich an dem dritten Wellendichtring 8 kann Leckage auftreten, da hier gegen den erzeugten Druckluftdruck gegen die Umgebung abgedichtet wird und aufgrund der gleitenden Abdichtung des Wellendichtrings 8 Druckluft entweicht.

Somit dient der erste Wellendichtring 6 zur drucklosen Abdichtung zwischen der Produktkammer 3 und der ersten Dichtkammer 9. Der zweite Wellendichtring 7 dient zur drucklosen Abdichtung zwischen der ersten Dichtkammer 9 und der zweiten Dichtkammer 10. Der dritte Wellendichtring 8 dient zur druckbeaufschlagten Abdichtung zwischen der zweiten Dichtkammer 10 und der Umgebung.

Denkbar ist, dass es im Betrieb zu einer geringfügigen Leckage von der ersten Dichtkammer 9, der Sperrkammer, zur zweiten Dichtkammer 10, der Druckkammer kommt. Dadurch kann sich ein geringer Spiegel an ausgetretener Sperrflüssigkeit in der zweiten Dichtkammer 10 bilden, der um die Dichtlinie an der Welle 2 herum angeordnet sein kann. Auf diesen Spiegel an Sperrflüssigkeit wirkt nun die Druckluft. Da die Druckluft in der zweiten Dichtkammer 10 und der Produktdruck in der Produktkammer 3 denselben Wert haben, wird der Differenzdruck am ersten Wellendichtring 6 und am zweiten Wellendichtring 7 nahezu Null und eine weitere Leckage verhindert. Für eine optimale Funktion sollte die Welle 2 möglichst senkrecht zum Spiegel an Sperrflüssigkeit stehen und sollte nur maximal 20° von der Vertikalen abweichen. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die Dichtlinie an der Welle 2 immer komplett mit Sperrflüssigkeit bedeckt ist.

In dem Produktreservoir 4, das nur in Figur 2 dargestellt, jedoch auch bei der Pumpe 1 gemäß Figur 1 vorhanden ist, steht das Produkt 5 unter Druck, der durch eine Druckluftversorgung 20, die über einen Druckregler 19 mit dem Produktreservoir 4 verbunden ist, aufrechterhalten wird. Der Produktdruck in der Pumpe 1 beträgt typischerweise zwischen 0 und 7 bar, vorzugsweise zwischen 0,5 und 4 bar. Ein derartiges Produktreservoir 4 ist auch bei der in Figur 1 gezeigten Pumpe 1 vorgesehen.

Durch die am dritten Wellendichtring 19 auftretende Leckage steigt das Produktniveau im

Ausgleichsreservoir 12 an. Das Produktniveau im Ausgleichsreservoir 12 wird mithilfe eines Sensors 16, insbesondere eines kapazitiven Sensors mit Schaltausgang, überwacht. Steigt das Produktniveau über einen festgelegten Grenzwert, wird eine Niveauregulierung durchgeführt, indem die Druckluftleckage durch Zuführung von externer Druckluft ausgeglichen wird. Hierzu wird die Verbindungsleitung 14 mittels eines 3/2- Wege-Magnetventils 17 mit der Druckluftversorgung 20 des Produktreservoirs 4 verbunden.

Durch den statischen und dynamischen Druckverlust, der in den Leitungen der Produktversorgung stattfindet, ist der Druck der Druckluftversorgung 20 immer minimal größer als der Produktdruck am Pumpeneingang. Dadurch wird eine Regulierung des Produktniveaus im Ausgleichsreservoir 12 möglich, da das Produkt in Richtung des Produktreservoirs 4 in die Produktzuleitung 11 zurück gefördert wird.

Zur Regulierung des Niveaus in dem Ausgleichsreservoir 12 wird somit über das Magnetventil 17 die Verbindungsleitung 14 mit der Druckluftversorgung 20 verbunden und Druckluft nachgefüllt, bis das Niveau in dem Ausgleichsreservoir 12 auf einen gewünschten Wert geregelt wurde.

Anschließend wird die Verbindung der Verbindungsleitung 14 mit der Druckluftversorgung 20 wieder getrennt. Die Verbindungsleitung 14 ist dann wieder mit einem Drosselventil 18 verbunden, das dem Auftreten von Überdrücken entgegenwirken kann und/oderein manuelles Entlüften der Produktkammer ermöglicht sowie die manuelle Niveauregulierung des Füllstands im

Ausgleichsreservoir 12 erlaubt.

Die Überwachung des Niveaus des Produktes 5 im Ausgleichsreservoir 12 mittels des Sensors 16 kann auch zur Überwachung der Dichtheit bzw. des Verschleißes am dritten Wellendichtring 8 verwendet werden. Beispielsweise kann die Zeit zwischen zwei notwendigen Niveauregulierungen dazu verwendet werden, die Dichtwirkung des dritten Wellendichtringes 8 abzuschätzen.

Vorzugsweise weist im zweiten Ausführungsbeispiel die Sperrflüssigkeit eine Viskosität im Bereich von 1 mPas - 15.000 mPas, ganz besonders bevorzugt im Bereich von 6 mPas - 5.000 mPas auf. Falls in der Produktkammer 3 ein Cyanoacrylat vorgehalten wird, wird als Sperrflüssigkeit ein Lösungsmittel für Cyanoacrylate verwendet, beispielsweise das unter der Bezeichnung Sicomet D- Bonder vertriebene Lösungsmittel mit einer Viskosität im Bereich von 6 mPas. Bezugszeichenliste

1 Pumpe

2 Welle

3 Produktkammer

4 Produktreservoir

5 Produkt

6 erster Wellendichtring

7 zweiter Wellendichtring

8 dritter Wellendichtring

9 erste Dichtkammer

10 zweite Dichtkammer

1 1 Zuleitung

12 Ausgleichsreservoir

13 Verbindungsleitung

14 Verbindungsleitung

16 Sensor

17 Magnetventil

18 Drosselventil

19 Druckregler

20 Druckluftversorgung

21 Pumpeneingang

22 Verbindungsschlauch

23 Spülanschluss

24 Dichtungsgehäuse

L Längsachse