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Title:
PUSHING DEVICE FOR A SLIDING DOOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/088849
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a pushing device for pushing a sliding door in a pushing direction in relation to a furniture body, comprising a housing and a driver that can be moved in relation to the housing, wherein the driver is part of a piston unit, which is guided in the housing and is loaded against the pushing direction by means of a spring, and wherein the spring can be loaded by means of a shape-memory element forming a Bowden cable. The invention further relates to a piece of furniture having such a device. The driver has a stop surface pointing in the pushing direction. The Bowden cable penetrates the piston unit, the spring, and the housing. In addition, the Bowden cable has a piston-unit-side end arranged outside of the piston unit and a housing-side end movable in relation to the piston-unit-side end and arranged outside of the housing, which ends can be connected to two poles of a current source. By means of the invention, an operationally reliable pushing device for a sliding door is developed.

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Inventors:
ZIMMER, Martin (Mühlenstraße 6, Rheinau, 77866, DE)
ZIMMER, Günther (Im Salmenkopf 7, Rheinau, 77866, DE)
Application Number:
DE2016/000422
Publication Date:
June 01, 2017
Filing Date:
November 25, 2016
Export Citation:
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Assignee:
ZIMMER, Martin (Mühlenstraße 6, Rheinau, 77866, DE)
ZIMMER, Günther (Im Salmenkopf 7, Rheinau, 77866, DE)
International Classes:
F03G7/06; A47B88/463; E05C19/02
Domestic Patent References:
WO2004101919A12004-11-25
Foreign References:
DE102010021183A12011-11-24
DE102008027541A12009-12-17
DE102008030933A12010-01-07
DE10301798A12004-07-29
DE10301798A12004-07-29
DE19802639A11999-07-29
Attorney, Agent or Firm:
ZÜRN & THÄMER (Hermann-Köhl-Weg 8, Gaggenau, 76571, DE)
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Claims:
Patentansprüche :

1.Anschubvorrichtung (30) zum Anschieben einer Schiebetür (12; 13; 14) in einer Anschubrichtung (5) relativ zu einem Möbelkorpus (11) mit einem Gehäuse (31) und mit einem relativ zu diesem beweglichen Mitnehmer (67), wobei der Mitnehmer (67) Teil einer im Gehäuse (31) geführten, mittels einer Feder (70) entgegen der Anschubrichtung (5) belasteten Kolbeneinheit (60) ist und wobei die Feder (70) mittels eines ein Formgedächtnis- element (81) aufweisenden Bowdenzugs (80) belastbar ist, dadurch gekennzeichnet,

dass der Mitnehmer (67) eine in die Anschubrichtung (5) zeigende Anschlagfläche (68) aufweist,

dass der Bowdenzug (80) die Kolbeneinheit (60), die

Feder (70) und das Gehäuse (31) durchdringt und

dass der Bowdenzug (80) ein außerhalb der Kolbeneinheit (60) angeordnetes kolbeneinheitsseitiges Ende (82) und ein relativ zu diesem bewegliches, außerhalb des Gehäuses (31) angeordnetes gehäuseseitiges Ende (83) aufweist, die an zwei Pole einer Stromquelle (90) anschließbar sind.

2. Anschubvorrichtung (30) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine am Gehäuse (31) abstützbare schlauch- artige, vom Bowdenzug (80) durchdrungenen und in der Zugrichtung des Bowdenzugs verformungssteife Hülle (51) aufweist.

3. Anschubvorrichtung (30) nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, dass der Innendurchmesser der Hülle (51) zwischen dem 1,5-fachen und dem dreifachen des Durchmessers des Bowden- zugs (80) beträgt.

4. Anschubvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bowdenzug (80) ein an die Hülle (51) anlegbares

Fixierelement (87) trägt.

5. Anschubvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Kolbeneinheit (60) und das Gehäuse (31) aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehen, dessen Wärmeleitfähigkeit größer ist als 0,2 Watt pro Meter und Kelvin.

6. Möbelstück (10) mit einem Möbelkorpus (11) und mit

mindestens einer relativ zum Möbelkorpus (11) verschiebbaren Schiebetür (12; 13; 14) als Möbelstückteile (11 - 14) sowie mit einer Anschubvorrichtung (30) nach Anspruch 1 zum An- schieben der Schiebetür (12 - 14) , dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (31) entweder am Möbelkorpus (11) oder an der Schiebetür (12; 13; 14) befestigt ist und

dass der Mitnehmer (67) mit dem jeweils anderen Möbelstückteil (11; 12; 13; 14) in einem Teilbereich des Gesamthubs der Möbelstückteile (11, 12; 11, 13; 11,14) zueinander kontaktier- bar ist.

7. Möbelstück (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Formgedächtniselement (81) an eine am Möbelkorpus (11) angeordnete Stromquelle (90) angeschlossen ist.

Description:
Anschubvorrichtung für Schiebetür

Beschreibung : Die Erfindung betrifft eine Anschubvorrichtung zum Anschieben einer Schiebetür in einer Anschubrichtung relativ zu einem Möbelkorpus mit einem Gehäuse und mit einem relativ zu diesem beweglichen Mitnehmer, wobei der Mitnehmer Teil einer im Gehäuse geführten, mittels einer Feder entgegen der Anschub- richtung belasteten Kolbeneinheit ist und wobei die Feder mittels eines einen Bowdenzug bildenden Formgedächtniselements belastbar ist sowie ein Möbelstück mit einem Möbelkorpus und mit mindestens einer relativ zum Möbelkorpus verschiebbaren Schiebetür als Möbelstückteile sowie mit einer Anschubvor- richtung zum Anschieben der Schiebetür.

Die DE 103 01 798 AI offenbart einen Stellantrieb mit einem Formgedächtniselement, mit dem die Position eines Stellglieds zwischen zwei Positionen bistabil umschaltbar ist. Die

elektrischen Anschlüsse beider Enden des Formgedächtnis- elements sind durch einen gemeinsamen Stecker zu führen. Wie bei einer Ausführung mit einer Schlauchtülle ein Kurzschluss des nicht isolierten Formgedächtniselements vermieden werden kann, geht aus dieser Druckschrift nicht hervor.

Aus der DE 198 02 639 AI ist eine Antriebsvorrichtung bekannt, bei der ein Formgedächtniselement an ein

stößelartiges Betätigungselement angeschlossen ist. Eine das Formgedächtniselement umgebende Isolierschicht führt nach dem Abschalten der Stromquelle zu einem langsamen Abkühlen des

|Bestätigungskopie| Formgedächtniselements und damit zu einem langen Zeitintervall bis zum Wiedereinschalten.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine betriebssichere Anschubvorrichtung für eine Schiebetür zu entwickeln .

Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Dazu weist der Mitnehmer eine in die Anschub- richtung zeigende Anschlagfläche auf. Der Bowdenzug durch- dringt die Kolbeneinheit, die Feder und das Gehäuse. Außerdem weist der Bowdenzug ein außerhalb der Kolbeneinheit angeordnetes kolbeneinheitsseitiges Ende und ein relativ zu diesem bewegliches, außerhalb des Gehäuses angeordnetes gehäuseseitiges Ende auf, die an zwei Pole einer Stromquelle an- schließbar sind.

Im Möbelstück ist das Gehäuse entweder am Möbelkorpus oder an der Schiebetür befestigt. Der Mitnehmer ist mit dem jeweils anderen Möbelstückteil in einem Teilbereich des Gesamthubs der Möbelstückteile zueinander kontaktierbar .

Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung schematisch dar- gestellter Ausführungsformen.

Figur 1: Schiebetürschrank mit Anschubvorrichtung;

Figur 2: Schnitt der Anschubvorrichtung aus Figur 1; Figur 3: Schiebetürschrank mit teilweise geöffneter

Schiebetür;

Figur 4: Schnitt der Anschubvorrichtung aus Figur 3 ;

Figur 5: Schiebetürschrank mit geöffneter Schiebetür.

Die Figuren 1, 3 und 5 zeigen einen Schiebetürschrank (10) mit einem Möbelkorpus (11) und drei Schiebetüren (12 - 14) in einer Ansicht von unten auf die Decke (15) . Eine mittlere Schiebtür (13) ist vor den beiden äußeren Schiebetüren (12, 14) geführt. Diese mittlere Schiebetür (13) kann jedoch auch hinter den äußeren Schiebetüren (12, 14) geführt sein. Die linke Schiebetür (12) und die rechte äußere Schiebetür (14) sind z.B. auf gemeinsamen Führungsbahnen verfahrbar, sodass entweder die rechte Schiebetür (14) oder die linke Schiebetür (12) offenbar ist. Zum Öffnen der linken Schiebetür (12) wird diese beispielsweise in der nach rechts orientierten Anschubrichtung (5) verschoben. Für die rechte Schiebetür (14) ist die Anschubrichtung in der Gegenrichtung orientiert. Die mittlere Schiebetür (13) kann in beide Richtungen geöffnet werden. Die Masse der einzelnen Tür beträgt beispielsweise 35 Kilogramm. Die Figur 1 zeigt den Schiebetürschrank (10) mit geschlossenen Schiebetüren (12 - 14) . In der Darstellung der Figur 3 ist die linke Schiebetür (12) teilweise aufgeschoben. Die Figur 5 zeigt den Schrank (10) mit vollständig geöffneter linker Schiebetür (12). Sowohl der Möbelkorpus (11) als auch die Schiebetüren (12 - 14) sind Möbelstückteile (11 - 14) .

Der Möbelkorpus (11) hat zwei Seitenwände (17, 18), die an die Decke (15) angrenzen und Anschläge für die geschlossenen äußeren Schiebetüren (12, 14) bilden. Die oberen Führungsschienen (16) sind an der Decke (15) angeordnet. Beispielsweise an der Innenseite (19) der linken Schiebetür (12) ist ein Mitnahmeelement (21) befestigt. Dies ist Ausführungsbei- spiel ein L-förmiger Winkel, der beispielsweise im oberen Bereich der Schiebetür (12) in den Innenraum des Schranks (10) hineinragt . An der Decke (15) des Schranks (10) sind eine Vorrichtung (30) zum Anschieben einer Schiebetür (12 - 14) und eine Stromquelle (90) angeordnet. Die Anschubvorrichtung (30) für z.B. alle drei Schiebetüren (12 - 14) kann gleichartig ausgebildet sein. Die Anschubvorrichtung (30) kann auch an der einzelnen Schiebetür (12 - 14) angeordnet sein, wobei das Mitnahmeelement (21) dann am Möbelkorpus (11) als anderem Möbelstückteil (11) angeordnet ist.

Die Figuren 2 und 4 zeigen Längsschnitte der Anschubvor- richtung (30) . Hierbei zeigt die Figur 2 einen Schnitt der Anschubvorrichtung (30) aus Figur 1 und die Figur 4 einen

Schnitt der in der Figur 3 dargestellten Vorrichtung (30) zum Anschieben einer Schiebetür (12 - 14) . Die Anschubvorrichtung (30) hat ein Gehäuse (31) und eine relativ zu dieser bewegliche Kolbeneinheit (60). Das Gehäuse (31) ist beispielsweise an der Decke (15) des Möbelkorpus (11) mittels zweier Befestigungsklammern (32) und einer hier nicht dargestellten Adapterplatte befestigt. Im Aus- führungsbeispiel hat das Gehäuse (31) eine Länge von

140 Millimetern und einen Durchmesser von 20 Millimetern. Das Gehäuse (31) umfasst einen zylindrisch ausgebildeten Gehäusekörper (33), der stirnseitig einen mit dem Gehäusekörper (33) z.B. verschraubten scheibenförmigen Gehäusedeckel (34) trägt. Der Gehäusedeckel (34) hat einen zentralen Deckeldurchbruch (39) der die Kolbeneinheit (60) umgreift. Der Gehäuseboden (35) hat einen zentral angeordneten Durchbruch (36). Der Durchmesser dieses z.B. kreisförmig ausgebildeten Durchbruchs (36) beträgt im Ausführungsbeispiel 1,2 Millimeter. An seiner Umfangsflache (37) hat der Gehäusekörper (33) Ring ¬ nuten (38) , in die die Befestigungsklammern (32) eingreifen.

Das Gehäuse (31) trägt an seinem der Kolbeneinheit (60) ab- gewandten Ende eine schlauchartige Hülle (51) , die beispiels ¬ weise mit viel Spiel an der Decke (15) fixiert ist. Diese schlauchartige Hülle (51) steckt im Ausführungsbeispiel in einer Gehäuseeinsenkung (41) und liegt lose am Gehäuse (31) an. Die schlauchartige Hülle (51) kann jedoch auch Teil des Gehäuses (31) sein oder in dieses integriert sein. Sie hat im Ausführungsbeispiel eine Länge von 2 Metern und einen Außendurchmesser von fünf Millimetern. Die schlauchartige

Hülle (51) hat einen Längsdurchbruch (52) mit einem über seine Länge konstanten Innendurchmesser von beispielsweise

1,5 Millimetern. Dieser Innendurchmesser ist damit um 25 % größer als der Durchmesser des Durchbruchs (36) des Gehäusebodens (35) . Die Mittellinien des Längsdurchbruchs (52) und des Gehäusebodendurchbruchs (36) fluchten miteinander. Die Kolbeneinheit (60) ist im Gehäuse (31) geführt und ragt einseitig aus diesem heraus. Sie umfasst eine Stange (61) sowie einen normal zur Anschubrichtung (5) der z.B. linken Schiebetür (12) orientierten Mitnehmer (67). In der Darstellung der Figur 1 kontaktiert der Mitnehmer (67) das tür- seitige Mitnahmeelement (21) mit einer Anschlagfläche (68), wobei das Mitnahmeelement (21) in der Anschubrichtung (5) vor dem Mitnehmer (67) liegt. Der in der Figur 1 dargestellte Mitnehmer (67) hat eine einzige Anschlagfläche (68) . Er ist somit einwertig ausgebildet.

Die Stange (61) hat einen in Längsrichtung (45) orientierten Stangendurchbruch (66) und weist einen Stangenabschnitt (62), einen Kolbenbund (63) und einen Führungsabschnitt (64) auf. Der Stangenabschnitt (62) durchdringt den nicht abgedichteten Gehäusedeckel (34) und verbindet den Kolbenbund (63) mit dem Mitnehmer (67). Beispielsweise ist der Stangenabschnitt (62) im Gehäusedeckel (34) mittels einer Spielpassung geführt.

Mitnehmerseitig hat der Stangenabschnitt (62) einen

Haltezapfen (65), auf den der Mitnehmer (67) aufgesteckt ist. Beispielsweise kann der Mitnehmer (67) mit dem Stangenabschnitt (62) verklebt sein. Eine den Mitnehmer (67) durchdringende Mitnehmerbohrung (69) fluchtet mit dem Stangendurch- bruch ( 66 ) .

Der Kolbenbund (63) ist zylindrisch ausgebildet und an der Ge- häuseinnenwandung (43) des Gehäuseinnenraums (44) geführt. Auf der dem Stangenabschnitt (62) abgewandten Seite des Kolbenbundes (63) ist der Führungs bschnitt (64) angeordnet, der in Richtung des Gehäusebodens (35) zeigt. Auf diesem Führungsabschnitt (35) sitzt eine Feder (70) in der Bauform einer Druckfeder (70) , die sich am Gehäuseboden (35) und am Kolbenbund (63) abstützt. Diese Feder (70) hat im Ausführungsbei- spiel eine Länge von 276 Millimetern und 55 Windungen, einen Außendurchmesser von 10 Millimetern und eine Drahtstärke von 0,8 Milimetern. Die Federkraft liegt zwischen 16 Newton und 22 Newton. Die Länge des Führungsabschnitts (64) entspricht beispielsweise der minimalen Länge der komprimierten

Feder (70), das sind z.B. 20 % der Länge der unbelasteten Feder (70) . Die Kompression der Feder (70) ist damit durch das Anstoßen des Führungsabschnitts (64) am Gehäuseboden (35) begrenzt. Bei einer Entlastung der Feder (70) ist ihr maximaler Hub durch das Anschlagen des Kolbenbunds (63) am Gehäusedeckel (34) begrenzt.

Das Gehäuse (31) , die schlauchartige Hülle (51) und die

Kolbeneinheit (60) sind im Ausführungsbeispiel aus einem thermoplastischen Kunststoff, z.B. Polyoxymethylen (POM) hergestellt. Dies ist ein teilkristallines, steifes, zähes und elastisches Polymerisat. Es hat eine Dichte von 1400 Kilogramm pro Kubikmeter und einen Zug-Elastizitätsmodul von 2800 Newton pro Quadratmillimeter. Seine Wärmeleitfähigkeit beträgt beispielsweise 0,24 Watt pro Meter und Kelvin. Die Wärmeleit- fähigkeit ist damit größer als 0,2 Watt pro Meter und Kelvin. Der spezifische elektrische Widerstand des Werkstoffs beträgt 10 13 Ohm mal Meter. Der Werkstoff kann z.B. zur Verbesserung des Gleit- und Verschleißverhaltens mit Molybdändisulfid gefüllt sein. Auch der Einsatz eines anderen Werkstoffs oder eines Verbundwerkstoffes ist denkbar. Die einzelnen Bauteile können aus unterschiedlichen Werkstoffen hergestellt sein.

Aus der Kolbeneinheit (60) und aus der schlauchartigen

Hülle (51) ragen die Enden (82, 83) eines Drahtes (81) heraus, der das Gehäuse (31) , die Feder (70) und die Kolbeneinheit (60) durchdringt. An den Enden (82, 83) dieses

Drahtes (81) sind elektrische Leitungen (84, 85) angeschlossen, die den Draht (81) mit der Stromquelle (90), z.B. einer Gleichstromquelle (90) verbinden. Diese Stromquelle (90) hat beispielsweise eine Spannung von 24 Volt und liefert einen Strom mit 5 Ampere.

Der Draht (81) trägt an seinen beiden Enden Fixierelemente (86, 87). Das Fixierelement (86) am

kolbeneinheitsseitigen Ende (82) ist eine als Kegelklemmhülse ausgebildete Hülse (86), die in den Darstellungen der

Figuren 1 - 5 am Mitnehmer (67) anliegt. Die Hülse (86) verhindert zumindest das Einziehen des Drahtendes (82) in die Kolbeneinheit (60). Die Fixierung (82) ist damit einwertig ausgebildet. Das Drahtende (82) kann jedoch auch in der

Kolbeneinheit (60) fixiert sein. Beispielsweise kann sie dann zweiwertig auch das Herausziehen des Drahtes (81) begrenzen. An dem der Kolbeneinheit (60) abgewandten Ende (83) trägt der Draht (81) als Fixierelement (87) z.B. eine Fixierklammer (87) . Diese beispielsweise zweiteilige Fixierklammer (87) umgreift klemmend den Draht (81) , sodass dieser nicht relativ zur Fixierklammer (87) verschiebbar ist. Im Ausführungsbeispiel liegt die Fixierklammer (87) einwertig an der schlauchartigen Hülle (51) an und verhindert einwertig ein Einziehen des Endes (83) des Drahtes (81) in die schlauchartige Hülle (51) und in das Gehäuse (31) . Das Drahtende (83) kann jedoch auch zweiwertig relativ zur schlauchartigen

Hülle (51) oder zum Gehäuse (31) gesichert sein.

Der Draht (81) ist beispielsweise aus einer Nickel-Titan- Legierung hergestellt und hat einen Durchmesser von

0,5 Millimetern. Seine Zugfestigkeit beträgt beispielsweise zwischen 270 Newton pro Quadratmillimeter und 400 Newton pro Quadratmillimeter. Dieser Draht (81) mit einer Länge von beispielsweise 2,5 Metern bildet ein drahtförmiges

Formgedächtniselement (81) . Das z.B. vorbehandelte Form- gedächtniselement (81) hat im Ausführungsbeispiel zwei reversible Gestalten. Durch Temperaturänderung ist es zwischen diesen Gestalten quasi umschaltbar. Es lässt nur eine geringfügige elastische Verformung zu. Bei einer Erwärmung, z.B. nach der Beaufschlagung des Drahtes mit einem elektrischen Stromfluß, beginnt ab einer Temperatur von z.B. 60 Grad eine Gefügeumwandlung. Die spezifische Stromdichte entlang des Drahtes (81) ist beispielsweise größer als 10 Ampere pro

Quadratmillimeter. Im Ausführungsbeispiel beträgt sie

25,5 Ampere pro Quadratmillimeter. Dieser Umwandlungsvorgang setzt sich bei weiterer Erwärmung, beispielsweise bis zu einer Temperatur von 90 Grad Celsius, fort. Bei der Erwärmung verkürzt sich das Formgedächtniselement (81) . Beispielsweise nimmt es seine in der Figur 3 dargestellte verkürzte Länge, z.B. 97 % seiner ursprünglichen Länge, ein. Bei weiterer Er- wärmung erfolgt keine weitere Umwandlung. Bei einer Beibehaltung der Temperatur behält das Formgedächtniselement (81) seine Gestalt bei . Nach dem Abschalten der Stromquelle (90) kühlt das Formgedächtniselement (81) wieder ab. Sobald es beispielsweise wieder eine Temperatur von 60 Grad Celsius erreicht hat, hat es seine ursprüngliche Länge wieder eingenommen. Der Umwandlungsvorgang zwischen den beiden Gestalten kann eine

Hysterese aufweisen. Die Rückverformung kann auch allein durch die Entladung eines Speichers potentieller Energie, z.B. einer Feder, erfolgen.

Beim Zusammenbau der Anschubvorrichtung (30) wird beispiels- weise zunächst das drahtförmige Formgedächtniselement (81) durch die schlauchartige Hülle (51) , das Gehäuse (31) , die Feder (70) und die Stange (61) geführt. Danach werden diese Teile (31, 51, 61, 81) zusammengeschoben und der Gehäusedeckel (34) verschlossen. Gegebenenfalls wird hierbei die schlauchartige Hülle (51) am Gehäuse (31) befestigt. Nach dem Auffädeln des Mitnehmers (67) auf das drahtförmige Formgedächtniselement (81) kann der Mitnehmer (67) an der

Stange (61) befestigt werden. Bei entspannter Feder (70) kann nun der Draht (81) an seinen beiden Enden geradegezogen werden, sodass er zwischen seinen beiden Enden keine

Schlaufen, Umlenkungen, etc. aufweist. Auf der Seite des Mitnehmers (67) wird z.B. die Kegelklemmhülse (86) auf den

Draht (81) aufgeschoben und an diesem fixiert. Außerhalb der schlauchartigen Hülle (51) wird z.B. die Fixierklammer (87) am Draht befestigt.

Die Kegelklemmhülse (86) und das Fixierelement (87) können derart montiert sein, dass sie an dem jeweils benachbarten Bauteil (67, 51) anliegen. Der Draht (81) ist dann straff zwischen diesen beiden Fixierelementen (86, 87) gespannt. Es ist aber auch denkbar, den Draht (81) längsverschieblich relativ zum Gehäuse (31) und/oder zur Kolbeneinheit (60) zu montieren. Beispielsweise kann der Draht (81) im Ausführungs- beispiel nach der Montage der Fixierelemente (86, 87) bis zu einem halben Millimeter Spiel in axialer Richtung aufweisen. Auch eine andere Reihenfolge des Zusammenbaus ist denkbar.

Im Schrank (10) wird beispielsweise an der Innenseite (19) der z.B. linken Schiebetür (12) das Mitnahmeelement (21) befestigt. An der Decke (15) wird die Anschubvorrichtung (30) z.B. mit den zwei Befestigungsklammern (32) an der Adapterplatte befestigt. Eine weitere Befestigungsklammer kann zum Halten der schlauchartigen Hülle (51) an der Decke (15) ein- gesetzt werden. Bei einer Montage der Anschubvorrichtung (30) auf dem Schrank (10) kann die schlauchartige Hülle (51) z.B. unbefestigt auf dem Schrank (10) aufliegen. Die Anschubvorrichtung (30) ist somit kompakt aufgebaut. Ihr Hub beträgt z.B. 3 % ihrer Gesamtlänge. Beispielsweise kann der Hub der Anschubvorrichtung (30) je nach dem Werkstoff des Formgedächtniselements (81) zwischen 2,5 % und 4 % der Länge der Anschubvorrichtung (30) betragen.

Nach der Montage der Anschubvorrichtung (30) im Schrank (10) können die Enden (82, 83) des Drahtes (81) elektrisch mit der Stromquelle (90) verbunden werden. Die Stromquelle (90) ist beispielsweise ebenfalls im Schrank (10) angeordnet.

Die montierte Anschubvorrichtung (30) ist derart im

Schrank (10) angeordnet, dass die Längsrichtung (45) des Gehäuses (31) waagerecht und parallel zur Vorderseite des

Schranks (10) liegt. Bei geschlossener z.B. linker Schiebetür (12) liegt der Mitnehmer (67) am Mitnahmeelement (21) an oder hat einen Abstand von bis zu fünf Millimetern von diesem. Um beispielsweise die linke äußere Schiebetür (12) zu öffnen, wird die Stromquelle (90) eingeschaltet. Der durch den

Draht (81) fließende Strom erwärmt diesen. Hierbei wird auch die den Draht (81) umgebende Luft erwärmt, die durch die nicht abgedichteten Durchbrüche (36, 52, 66, 69) in die Umgebung (1) strömt. Ein Teil der Wärme wird an die schlauchartige

Hülle (51) übertragen. Die hohe Wärmeleitfähigkeit und die große Oberfläche der schlauchartigen Hülle (51) - die Ober- fläche (53) entspricht dem Zehnfachen der Oberfläche des in der Hülle (51) geführten Drahtes (81) - verhindert eine Überhitzung des Drahtes (81) . Außerdem ist der Innendurchmesser eines jeden der den Draht (81) führenden Durchbrüche (36, 52, 66, 69) mindestens doppelt so groß wie der Außendurchmesser des Drahts (81) .

Das sich verkürzende Formgedächtniselement (81) bildet mit den beiden endseitigen Fixierelementen (86, 87) einen Bowden- zug (80), der die Kolbeneinheit (60), die schlauchartige

Hülle (51) und das Gehäuse (31) entgegen der Wirkung der

Feder (70) belastet. Die Kolbeneinheit (60) wird relativ zum Gehäuse (31) in die Anschubrichtung (5) verschoben, wobei die Feder (70) komprimiert wird. Der Mitnehmer (67) verschiebt das Mitnahmeelement (21) und die z.B. linke Schiebetür (12) in die Anschubrichtung (5) .

Die Figuren 3 und 4 zeigen die Anschubvorrichtung (30) mit dem verkürzten Bowdenzug (80). Die z.B. linke Schiebetür (12) ist teilweise geöffnet. Nun kann die Stromquelle (90) abgeschaltet werden. Es ist aber auch denkbar, die Stromquelle (90) automatisch, z.B. aufgrund des Signals eines WegmessSystems , abzuschalten. Zum weiteren Öffnen der z.B. linken Schiebetür (12) schiebt der Bediener diese beispielsweise manuell von der in der Figur 3 dargestellten teilgeöffneten Position in die in der Figur 5 dargestellte geöffnete Position. Die Schiebetür (12) einschließlich des Mitnahmeelements (21) ist dabei von dem einwertig ausgebildeten Mitnehmer (67) entkoppelt. Nach dem Abschalten der Stromquelle (90) kühlt das Formgedächtniselement (81) ab. Der Bowdenzug (80) längt sich. Die beim Abkühlen vom Draht (81) abgegebene Wärme wird durch die Durchbrüche (36, 52, 66, 69) und die Oberfläche (53) der schlauchartigen Hülle (51) an die Umgebung (1) abgegeben, sodass kein Wärmestau entsteht. Die Feder (70) verschiebt die Kolbeneinheit (60) relativ zum Gehäuse (31) nach außen, also entgegen der Anschubrichtung (5) . Die Abkühlzeit des Formgedächtniselements (81) ist beispielsweise geringer als

6 Sekunden.

Zum Schließen der Schiebetür (12) kann diese z.B. manuell in die geschlossene Position verschoben werden. Das Öffnen erfolgt dann, wie oben beschrieben. Auch Kombinationen der einzelnen Ausführungsbeispiele sind denkbar .

Bezugszeichenliste :

1 Umgebung 5 Anschubrichtung

10 Schrank, Schiebetürschrank

11 Möbelkorpus, Möbelstückteil

12 Schiebetür, links; Möbelstückteil

13 Schiebtür, Mitte; Möbelstückteil

14 Schiebetür, rechts; Möbelstückteil

15 Decke

16 Führungsschienen

17, 18 Seitenwände

19 Innenseite von (12)

21 Mitnahmeelement

30 Anschubvorrichtung, Vorrichtung zum Anschieben einer

Schiebetür

31 Gehäuse

32 Befestigungsklammern

33 Gehäusekörper

34 Gehäusedeckel

35 Gehäuseboden

36 Durchbruch, Gehäusebodendurchbruch

37 Umfangsfläche

38 Ringnuten

39 Deckeldurchbruch

41 Gehäuseeinsenkung

43 Gehäuseinnenwandung

44 Gehäuseinnenraum 45 Längsrichtung

51 schlauchartige Hülle

52 Längsdurchbruch

53 Oberfläche von (51)

60 Kolbeneinheit

61 Stange

62 Stangenabschnitt

63 Kolbenbund

64 Führungsabschnitt

65 Haltezapfen

66 Stangendurchbruch

67 Mitnehmer

68 Anschlagfläche

69 Mitnehmerbohrung

70 Feder, Druckfeder 80 Bowdenzug

81 Draht, Formgedächtniselement

82 Ende von (81) , kolbeneinheitsseitiges Drahtende

83 Ende von (81)

84 elektrische Leitung

85 elektrische Leitung

86 Fixierelement, Hülse, Kegelklemmhülse

87 Fixierelement, Fixierklammer

90 Stromquelle, Gleichstromquelle