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Patent Searching and Data


Title:
RADIATION-CURABLE MIXTURE, CONTAINING POLYACRYLATE HAVING NON-ACRYLIC DOUBLE BONDS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/049805
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a mixture containing A) a polymer which can be obtained by polymerization of radically polymerizable compounds and has a content of cross-linkable groups having non-acrylic, cross-linkable double bonds (cross-linkable groups for short) and B) a compound having ethylenically unsaturated, radically polymerizable groups (polymerizable group for short), and a weight average molecular weight Mw of less than 5000 g/mol.

Inventors:
LICHT, Ulrike (Plauener Weg 26, Mannheim, 68309, DE)
WULFF, Dirk (Danziger Strasse 16, Schifferstadt, 67105, DE)
DÜSTERWALD, Uwe (Waldstr. 19, Queidersbach, 66851, DE)
Application Number:
EP2007/061284
Publication Date:
May 02, 2008
Filing Date:
October 22, 2007
Export Citation:
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Assignee:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
LICHT, Ulrike (Plauener Weg 26, Mannheim, 68309, DE)
WULFF, Dirk (Danziger Strasse 16, Schifferstadt, 67105, DE)
DÜSTERWALD, Uwe (Waldstr. 19, Queidersbach, 66851, DE)
International Classes:
C08F290/08; C08F212/34; C08F220/18; C09J133/08
Foreign References:
DE3803141A11989-08-17
EP0310976A21989-04-12
DE19701124A11997-08-07
DE10310889A12004-09-23
EP0552795A11993-07-28
Attorney, Agent or Firm:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Gemisch, enthaltend

A) ein Polymer, welches erhältlich ist durch Polymerisation von radikalisch polyme- risierbaren Verbindungen, und einen Gehalt an vernetzbaren Gruppen mit nich- tacrylischen, vernetzbaren Doppelbindungen (kurz vernetzbare Gruppen) hat und

B) eine Verbindung mit ethylenisch ungesättigten, radikalisch polymerisierbare

Gruppen (kurz polymerisierbare Gruppe), und einem gewichtsmittleren Molekulargewicht Mw kleiner 5000 g/mol.

2. Gemisch gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer zu mindestens 40 Gew.-% aus Ci-C2o-Alkyl(meth)acrylaten aufgebaut ist.

3. Gemisch gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der vernetzbaren Gruppe um eine Allylgruppe oder um eine cyclische Kohlenwasserstoffgruppe mit mindestens einer nicht-aromatischen Doppelbindung handelt.

4. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der vernetzbaren Gruppe um eine Dihydrodicyclopentadienylgruppe handelt.

5 Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Polymer A) Dihydrodicyclopentadienyl(meth)acrylat als Monomer enthält.

6. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Polymer 0,0001 bis 0,5 Mol / 100 g Polymer vernetzbare Gruppen enthält.

7. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer durch Bestrahlung mit energiereichem Licht vernetzbar ist.

8. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an das Polymer ein Fotoinitiator gebunden ist.

9. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer ein mittleres Molgewicht hat, welches mindestens doppelt so hoch ist wie das Molgewicht von B).

10. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer einen K-Wert von 10 bis 100 (Tetrahydrofuran, 1gew%ige Lösung, 21 0 C) hat.

1 1. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Polymer um ein Lösungspolymerisat handelt.

12. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungen B) im Mittel 1 bis 5 polymerisierbare Gruppen pro Molekül enthalten.

13. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den polymerisierbaren Gruppen der Verbindungen B um Acryl- oder Methacrylgruppen handelt.

14. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Verbindungen B) um (Meth)acrylsäureester von mehrwertigen, gegebenenfalls alkoxylierten Alkoholen handelt.

15. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewichtsanteil der Verbindungen B) 5 bis 70 Gew.-%, bezogen auf die Gewichtssumme von A) +B), beträgt.

16. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch 0,0001 bis 0,5 mol eine Fotoinitiators oder einer Fotoinitiatorgruppe pro 100g der Gewichtsumme von Polymer A) und Verbindungen B) enthält.

17. Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch weniger als 5 Gew.-Teile Wasser oder Lösemittel, bezogen auf 100 Gew.-Teile der Gewichtssumme aus A) und B) enthält.

18. Verwendung des Gemischs gemäß einem der Ansprüche 1 bis 17 als Haftklebstoffs.

19. Selbstklebende Etiketten, Folien oder Bänder erhältlich durch Verwendung eines Gemischs gemäß einem der Ansprüche 1 bis 17 als Haftklebstoff.

20. Selbstklebende Etiketten, Folien oder Bänder gemäß Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, das die Dicke der Haftklebstoffschicht mindestens 100 g Haft- klebstoff pro Quadratmeter beträgt.

21. Verfahren zur Herstellung von selbstklebenden Artikeln, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch gemäß einem der Ansprüche 1 bis 17 auf einen Träger aufgetragen wird und mit energiereicher Strahlung bestrahlt wird.

22. Verfahren gemäß Anspruch 21 , dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der bestrahlten Schicht mindestens 10Og pro Quadratmeter beträgt.

Description:

Strahlungshärtbare Mischung, enthaltend Polyacrylat mit nicht-acrylischen Doppelbindungen

Beschreibung

Die Erfindung betrifft ein Gemisch, enthaltend

A) ein Polymer, welches erhältlich ist durch Polymerisation von radikalisch polyme- risierbaren Verbindungen, und einen Gehalt an vernetzbaren Gruppen mit nich- tacrylischen, vernetzbaren Doppelbindungen (kurz vernetzbare Gruppen) hat und

B) eine Verbindung mit ethylenisch ungesättigten, radikalisch polymerisierbare Gruppen (kurz polymerisierbare Gruppe), und einem gewichtsmittleren Moleku- largewicht Mw kleiner 5000 g/mol.

Insbesondere betrifft die Erfindung die Verwendung des Gemischs als Haftklebstoffs.

Als Haftklebstoff werden u. a. lösemittelfreie Polyacrylate oder wässrige Polyacrylat- dispersionen verwendet.

Bei wässrigen Polymerdispersionen ist eine Trocknung zur Entfernung des Wassers erforderlich.

Gewünscht sind daher lösemittelfreie Haftklebstoffe.

Strahlenvernetzbare Polymerisate und ihre Verwendung als Klebstoff, z. B. als Schmelzhaftklebstoff, sind z. B. aus EP-A 246 848 oder EP-A 377 199 bekannt.

Bei strahlenvernetzbaren Haftklebstoffen wird die Kohäsion, d. h. die innere Festigkeit der Klebstoffschicht, nach Beschichten des Klebstoffs auf einen Träger durch anschließende photochemisch induzierte Vernetzung erreicht.

Bei Adhäsion (Haftung zum Substrat) und Kohäsion handelt es sich um entgegengesetzte anwendungstechnische Eigenschaften. Maßnahmen, die eine Verbesserung der Adhäsion bewirken, führen im allgemeinen gleichzeitig zu einer Verschlechterung der Kohäsion und umgekehrt.

Gewünscht sind daher Maßnahmen, welche sowohl die Kohäsion als auch die Adhäsion verbessern, zumindest aber nicht eine der beiden Eigenschaften zu Lasten der anderen verbessern. Von Bedeutung ist auch eine hohe Wärmestandfestigkeit der Verklebung, d. h. auch bei höheren Temperaturen soll die Verklebung mechanischen Be-

lastungen standhalten. Insbesondere bei industriellen Anwendungen, vor allem bei Montageklebebändern, ist eine hohe Wärmestandfestigkeit oft entscheidend für den Einsatz eines Klebstoffs.

Für besondere Anwendungen werden hohe Schichtdicken des Haftklebstoffs benötigt.

Strahlenvernetzbare Haftklebstoffe haben hier oft den Nachteil, dass eine gute Adhäsion und Kohäsion bei hohen Schichtdicken nicht mehr erreicht wird.

Aus WO 2004/081133, EP-A 1 578 823, EP-A 628 616 und EP- A 1 469 036 sind Gemische von strahlungshärtbaren Polyacrylaten und Oligomeren mit mehreren Acryl- gruppen , sowie die Verwendung dieser Gemische als Haftklebstoff bekannt.

DE-A 19 701 124 beschreibt Haftklebstoffe, welche einen Gehalt an Dihydrocyclopen- tadienyl(meth)acrylat haben.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war eine Verbesserung der Kohäsion bei gleichzeitig guter oder ausreichender Adhäsion, sowie eine gute Wärmestandfestigkeit, insbesondere auch bei hohen Schichtdicken des Haftklebstoffs.

Demgemäß wurde das eingangs definierte Gemisch und seine Verwendung als Haftklebstoff gefunden.

Das erfindungsgemäße Gemisch enthält als wesentliche Bestandteile Polymere A) und Verbindungen B).

Zu den Polymeren A):

Das Polymer A) ist vorzugsweise aufgebaut aus radikalisch polymerisierbaren Verbindungen (Monomere).

Vorzugsweise besteht das Polymer zu mindestens 40 Gew.-%, besonders bevorzugt zu mindestens 60 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu mindestens 80 Gew.-% aus sogenannten Hauptmonomeren.

Die Hauptmonomeren sind ausgewählt aus Ci-C2o-Alkyl(meth)acrylaten, Vinylestern von bis zu 20 C-Atome enthaltenden Carbonsäuren, Vinylaromaten mit bis zu 20 C- Atome, ethylenisch ungesättigten Nitrilen, Vinylhalogeniden, Vinylethern von 1 bis 10 C-Atome enthaltenden Alkoholen, aliphatischen Kohlenwasserstoffen mit 2 bis 8 C- Atomen und 1 oder 2 Doppelbindungen oder Mischungen dieser Monomeren.

Zu nennen sind z. B. (Meth)acrylsäurealkylester mit einem Ci-Cio-Alkylrest, wie Methyl- methacrylat, Methylacrylat, n-Butylacrylat, Ethylacrylat und 2-Ethylhexylacrylat.

Insbesondere sind auch Mischungen der (Meth)acrylsäurealkylester geeignet.

Vinylester von Carbonsäuren mit 1 bis 20 C-Atomen sind z. B. Vinyllaurat, -stearat, Vinylpropionat, Versaticsäurevinylester und Vinylacetat.

Als vinylaromatische Verbindungen kommen Vinyltoluol a- und p-Methylstyrol, a-Butyl- styrol, 4-n-Butylstyrol, 4-n-Decylstyrol und vorzugsweise Styrol in Betracht. Beispiele für Nitrile sind Acrylnitril und Methacrylnitril.

Die Vinylhalogenide sind mit Chlor, Fluor oder Brom substituierte ethylenisch ungesättigte Verbindungen, bevorzugt Vinylchlorid und Vinylidenchlorid.

Als Vinylether zu nennen sind z. B. Vinylmethylether oder Vinylisobutylether. Bevorzugt wird Vinylether von 1 bis 4 C-Atome enthaltenden Alkoholen.

Als Kohlenwasserstoffe mit 2 bis 8 C-Atomen und ein oder zwei olefinischen Doppelbindungen seien Butadien, Isopren und Chloropren, Ethylen oder Propylen genannt.

Als Hauptmonomere bevorzugt sind die d- bis Cio-Alkylacrylate und -methacrylate, insbesondere d- bis Cs-Alkylacrylate und -methacrylate, wobei die Acrylate jeweils besonders bevorzugt sind.

Ganz besonders bevorzugt sind Methylacrylat, Ethylacrylat, n-Butylacrylat, n-Hexyl- acrylat, Octylacrylat und 2-Etyhlhexylacrylat sowie Mischungen dieser Monomere.

Neben den Hauptmonomeren kann das Polymer weitere Monomere enthalten, z. B. Monomere mit Carbonsäure, Sulfonsäure oder Phosphonsäuregruppen. Bevorzugt sind Carbonsäuregruppen. Genannt seien z. B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Itaconsäu- re, Maleinsäure oder Fumarsäure.

Weitere Monomere sind z. B. auch Hydroxylgruppen enthaltende Monomere, insbe- sondere Ci-Cio-Hydroxyalkyl(meth)acrylate, (Meth)acrylamid und Ureidogruppen enthaltende Monomere wie Ureido(meth)acrylate.

Als weitere Monomere seien darüberhinaus Phenyloxyethylglykolmono- (meth-)acrylat, Glydidylacrylat, Glycidylmethacrylat, Amino- (meth-)acrylate wie 2-Aminoethyl- (meth- )acrylat genannt.

Monomere, die außer der Doppelbindung noch weitere funktionelle Gruppen tragen, z. B. Isocyanat-, Amino-, Hydroxy-, Amid- oder Glycidyl-, können z. B. die Haftung auf Substraten verbessern. In Betracht kommen insbesondere auch cyclische Lactame wie N-Vinylpyrrolidon oder N-Vinylcaprolactam.

Das Polymer ist bevorzugt zu mindestens 40 Gew.-%, besonders bevorzugt zu mindestens 60 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt zu mindestens 80 Gew.-% aus d- C2o-Alkyl(meth)acrylaten, insbesondere den oben genannten Alkyl(meth)acrylaten auf- gebaut.

Wesentliches Merkmal des Polymer A) ist, dass Polymer A) einen Gehalt an vernetzbaren Gruppen mit nichtacrylischen, vernetzbaren Doppelbindungen (kurz vernetzbare Gruppen) hat. Vernetzbare Doppelbindungen sind insbesondere solche, die mit ande- ren Doppelbindungen radikalisch polymerisierbar sind (also durch radikalische Polymerisation vernetzen) oder solche, welche durch Abspaltung eines Wasserstoffatoms Radikale bilden (also durch Reaktionen dieser Radikale vernetzen).

Als vernetzbare Gruppen in Betracht kommen z. B. die Allylgruppe oder cyclische Koh- lenwasserstoffgruppe mit mindestens einer nicht-aromatischen Doppelbindung.

Bei der cyclischen Kohlenwasserstoffgruppe handelt es sich insbesondere um eine Dihydrodicyclopentadienylgruppe der Formel :

Die vernetzbare Gruppe kann insbesondere durch Copolymerisation mit Monomeren, welche die vernetzbare Gruppe enthalten, an das Polymer gebunden werden (vernetzbare Monomere).

Geeignete vernetzbare Monomere sind z. B. Monomere, welche eine für die Polymerisation notwendige reaktive ethylenisch ungesättigte Gruppe und die vorstehende vernetzbare Gruppe enthalten. Bei der Polymerisation bleiben die vernetzbaren Gruppen erhalten, da unter den Bedingungen Polymerisation zunächst die reaktive ethylenisch ungesättigte Gruppe (z. B. eine Acryl- oder Methacrylgruppe) polymerisiert.

Als Monomere genannt seien Allyl(meth)acrylat oder Monomere mit einer (Meth)acrylgruppe und einer Dihydrodicyclopentadienylgruppe. Die (Meth)acrylgruppe kann direkt oder indirekt (d.h. über eine organische Gruppe als Abstandshalter bzw. Spacer an die Dihydrodicyclopentadienylgruppe gebunden sein, bevorzugt ist Dihydro- dicyclopentadienyl(meth)acrylat der Formel :

Das Polymer A) hat vorzugsweise einen Gehalt an vernetzbaren Gruppen von 0,0001 bis 0, 5 Mol / 100 g Polymer, besonders bevorzugt 0,0002 bis 0,1 und ganz besonders bevorzugt von 0,001 bis 0,02 und insbesondere von 0,003 bis 0,01 Mol /100g Polymer.

Vorzugsweise handelt es sich um ein durch Bestrahlung mit energiereichem Licht, z. B. UV-Licht oder Elektronenstrahlen vernetzbares Polymer.

Entsprechend vernetzbar ist das Polymer z. B. durch obige vernetzbare Gruppen oder auch wenn Wasserstoffprotonen von der Polymerhauptkette photochemisch, insbesondere auch unter Verwendung eines Photoinitiators oder durch Elektronenstrahlen abgetrennt werden können, so dass ein Radikal entsteht, welches weitere chemische Reaktionen eingehen kann.

Vorzugsweise enthält das Gemisch einen Photoinitiator.

Beim Photoinitiator kann es sich z. B. um sogenannte α-Spalter handeln, das sind Photoinitiatoren, bei denen eine chemische Bindung gespalten wird, so dass 2 Radikale entstehen, die die weiteren Vernetzungs- oder Polymerisationsreaktionen initiieren.

Genannt seien z. B. Acylphosphinoxide (Lucirin ® Marken der BASF), Hydroxyalkylphe- none (z. B. Irgacure ® 184), Benzoinderivate, Benzilderivate, Dialkyloxyacetophenone.

Insbesondere kann es sich um sogenannte H-Abstraktoren handeln, welche ein Wasserstoffatom von der Polymerkette ablösen, z. B. handelt es sich hierbei um Photoinitiatoren mit einer Carbonylgruppe. Diese Carbonylgruppe schiebt sich in eine C-H Bindung unter Ausbildung einer C-C-O-H Gruppierung.

Genannt seien hier insbesondere Acetophenon, Benzophenon und deren Derivate.

Es können beide Klassen von Photoinitiatoren allein oder auch im Gemisch verwendet werden.

In einer besonderen Ausführungsform ist der Photoinitiator oder zumindest einer der Photoinitiatoren, falls ein Gemisch verwendet wird, an das Polymer A) gebunden.

Besonders bevorzugt handelt es sich um einen Fotoinitiator, welcher durch radikalische Copolymerisation in die Polymerkette eingebaut ist. Vorzugsweise enthält der Fotoiniti- ator dazu eine Acryl- oder (Meth)acrylgruppe.

Geeignete copolymerisierbare Fotoinitiatoren sind Acetophenon- oder Benzophenon- derivate, welche mindestens eine, vorzugsweise eine, ethylenisch ungesättigte Gruppe enthalten. Bei der ethylenisch ungesättigten Gruppe handelt es sich vorzugsweise um eine Acryl- oder Methacrylgruppe.

Die ethylenisch ungesättigte Gruppe kann direkt an den Phenylring des Acetophenon- oder Benzophenonderivats gebunden sein. Im allgemeinen befindet sich zwischen Phenylring und ethylenisch ungesättigter Gruppe eine Spacergruppe (Abstandshalter).

Die Spacergruppe kann z. B. bis 100 C-Atome enthalten.

Geeignete Acetophenon- oder Benzophenonderivate sind z. B. in EP-A 346 734, EP-A 377 199 (1. Anspruch), DE-A 4 037 079 (1. Anspruch) und DE-A 3 844 444 (1. Anspruch) beschrieben und sind durch diesen Verweis auch in der vorliegenden

Anmeldung offenbart. Bevorzugte Acetophenon- und Benzophenonderivate sind solche der Formel:

worin R 11 für einen organischen Rest mit bis zu 30 C-Atomen, R21 für ein H-Atom oder eine Methylgruppe und R 3 für eine gegebenenfalls substituierte Phenylgruppe oder eine Ci-C4-Alkylgruppe steht.

R 11 steht besonders bevorzugt für eine Alkylengruppe, insbesondere für eine C2-C8- Alkylengruppe.

R 31 steht besonders bevorzugt für eine Methylgruppe oder eine Phenylgruppe.

Das erfindungsgemäße Gemisch enthält vorzugsweise 0,0001 bis 0,5 mol, besonders bevorzugt 0,0002 bis 0,1 , ganz besonders bevorzugt 0,003 bis 0,01 mol des Fotoinitia- tors, bzw. der als Fotoinitiator wirksamen, an das Polymer gebundenen Molekülgruppe, pro 100 g der Gewichtssumme von A) + B).

Das Polymer A) hat vorzugsweise einen K-Wert von 10 bis 100, insbesondere von 30 bis 80, besonders bevorzugt von 40 bis 60, gemessen in Tetrahydrofuran (1 %ige Lö- sung, 21 0 C).

Der K-Wert nach Fikentscher ist ein Maß für das Molekulargewicht und Viskosität des Polymerisats.

Das mit dem obigen K-Wert-Bereich verbundene Molgewicht ist weitaus höher als das Molgewicht der Verbindungen B). Das mittlere Molgewicht (sowohl das zahlenmittlere Molgewicht als auch das gewichtsmittlere Molgewicht) des Polymeren A) ist im allgemeinen mindestens doppelt, insbesondere mindestens 10 mal so hoch wie das der Verbindungen B).

Die Glasübergangstemperatur (Tg) des Polymeren A) beträgt vorzugsweise -60 bis +10 0 C, besonders bevorzugt -55 bis 0 0 C, ganz besonders bevorzugt -55 bis -10 0 C.

Die Glasübergangstemperatur des Polymeren läßt sich nach üblichen Methoden wie Differentialthermoanalyse oder Differential Scanning Calorimetrie (s. z. B. ASTM 3418/82, sog. "midpoint temperature") bestimmen.

Polymere A) können durch Copolymerisation der monomeren Komponenten unter Verwendung der üblichen Polymerisationsinitiatoren sowie gegebenenfalls von Reglern

hergestellt werden, wobei man bei den üblichen Temperaturen in Substanz, in Emulsion, z. B. in Wasser oder flüssigen Kohlenwasserstoffen, oder in Lösung polymerisiert. Vorzugsweise werden die Polymeren durch Polymerisation der Monomeren in Lösungsmitteln (Lösungspolymerisation), insbesondere in Lösungsmitteln eines Siedebe- reichs von 50 bis 1500 0 C, vorzugsweise von 60 bis 120 0 C unter Verwendung der üblichen Mengen an Polymerisationsinitiatoren, die im allgemeinen bei 0,01 bis 10, insbesondere bei 0,1 bis 4 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomeren liegt, hergestellt. Als Lösungsmittel kommen insbesondere Alkohole, wie Methanol, Ethanol, n- und iso-Propanol, n- und iso-Butanol, vorzugsweise Isopropanol und/oder Isobutanol sowie Kohlenwasserstoffe wie Toluol und insbesondere Benzine eines Siedebereichs von 60 bis 120 0 C in Frage. Ferner können Ketone, wie Aceton, Methyl- ethylketon, Methylisobutylketon und Ester, bei Essigsäureethylester sowie Gemische von Lösungsmitteln der genannten Art eingesetzt werden, wobei Gemische, die I- sopropanol und/oder Isobutanol in Mengen von 5 bis 95, insbesondere von 10 bis 80, vorzugsweise von 25 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das eingesetzte Lösungsgemisch, enthalten, vorgezogen werden.

Als Polymerisationsinitiatoren kommen bei der Lösungspolymerisation beispielsweise Azoverbindungen, Ketonperoxide und Alkylperoxide in Betracht.

Nach der Polymerisation in Lösung können die Lösungsmittel gegebenenfalls unter vermindertem Druck abgetrennt werden, wobei man bei erhöhten Temperaturen, beispielsweise im Bereich von 100 bis 150 0 C arbeitet. Die Polymeren können dann in lösungsmittelfreiem Zustand, d. h. als Schmelzen, eingesetzt werden. In manchen Fäl- len ist es auch von Vorteil, die Polymeren durch Polymerisation in Substanz, d. h. ohne Mitverwendung eines Lösungsmittels, herzustellen, wobei man chargenweise oder auch kontinuierlich, z. B. nach den Angaben der US-PS 4,042,768, arbeiten kann.

Zu den Verbindungen B)

Als Verbindungen B) kommen übliche radikalisch polymerisierbare Monomere mit definierter chemischer Strukturformel und einem tatsächlichen Molgewicht unter 200 g/mol in Betracht (im Nachfolgenden als Verbindungen B1 bezeichnet).

Verbindungen B1 haben eine polymerisierbare Gruppe.

Als Verbindungen B1 sind insbesondere die oben aufgeführten Monomere zu nennen, aus denen das Polymer A) aufgebaut sein kann. Insbesondere zu nennen sind Acryl- monomere mit einer Acryl- oder Methacrylgruppe.

Sonstige Verbindungen B, die nicht unter B1 fallen werden im Nachfolgenden B2 genannt.

Insbesondere handelt es sich bei Verbindungen B2 um (Meth)acrylatverbindungen, bevorzugt sind jeweils die Acrylatverbindungen, d. h. die Derivate der Acrylsäure.

Bevorzugte (Meth)acrylat-Verbindungen B2 enthalten 2 bis 20, bevorzugt 2 bis 10 und ganz besonders bevorzugt 2 bis 5 copolymerisierbare, ethylenisch ungesättigte Doppelbindungen.

Das gewichtsmittlere Molekulargewicht M w der Verbindungen B2 liegt bevorzugt unter 5000, besonders bevorzugt unter 3000 g/mol (bestimmt durch Gelpermeationschroma- tographie mit Polystyrol als Standard und Tetra hydrofu ran als Elutionsmittel). Ganz besonders bevorzugt liegt es unter 2000 und insbesondere unter 1000 g/mol. Das M w von B2 ist besonders bevorzugt größer 250 und ganz besonders bevorzugt größer 400 g/mol.

Als (Meth)acrylatverbindungen genannt seien (Meth)acrylsäureester und insbesondere Acrylsäureester von mehrfunktionellen Alkoholen, insbesondere solchen, die neben den Hydroxylgruppen keine weiteren funktionellen Gruppen oder allenfalls Ethergrup- pen enthalten. Beispiele solcher Alkohole sind z. B. bifunktionelle Alkohole, wie Ethy- lenglykol, Propylenglykol, und deren höher kondensierte Vertreter, z. B. wie Diethy- lenglykol, Triethylenglykol, Dipropylenglykol, Tripropylenglykol etc., Butandiol, Pentan- diol, Hexandiol, Neopentylglykol, alkoxylierte phenolische Verbindungen, wie ethoxy- lierte bzw. propoxylierte Bisphenole, Cyclohexandimethanol, trifunktionelle und höher- funktionelle Alkohole, wie Glycerin, Trimethylolpropan, Butantriol, Trimethylolethan, Pentaerythrit, Ditrimethylolpropan, Dipentaerythrit, Sorbit, Mannit und die entsprechen- den alkoxylierten, insbesondere ethoxy- und propoxylierte Alkohole.

Die Alkoxylierungsprodukte sind in bekannter Weise durch Umsetzung der vorstehenden Alkohole mit Alkylenoxiden, insbesondere Ethylen- oder Propylenoxid, erhältlich. Vorzugsweise beträgt der Alkoxylierungsgrad je Hydroxylgruppe 0 bis 10, d. h. 1 mol Hydroxylgruppe kann vorzugsweise mit bis zu 10 mol Alkylenoxiden alkoxyliert sein.

Als (Meth)acrylatverbindungen seien weiterhin Polyester(meth)acrylate genannt, wobei es sich um die (Meth)Acrylsäureester von Polyesterolen handelt.

Als Polyesterole kommen z. B. solche in Betracht, wie sie durch Veresterung von PoIy- carbonsäuren, vorzugsweise Dicarbonsäuren, mit Polyolen, vorzugsweise Diolen, hergestellt werden können. Die Ausgangsstoffe für solche hydroxylgruppenhaltige Polyester sind dem Fachmann bekannt. Bevorzugt können als Dicarbonsäuren Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure, o-Phthalsäure, deren Isomere und Hydrie- rungsprodukte sowie veresterbare Derivate, wie Anhydride oder Dialkylester der genannten Säuren eingesetzt werden. Als Polyole kommen die oben genannten Alkohole, vorzugsweise Ethylenglykol, Propylenglykol-1 ,2 und -1 ,3, Butandiol-1 ,4, Hexandiol-1 ,6,

Neopentylglykol, Cyclohexandimethanol sowie Polyglykole vom Typ des Ethylenglykols und Propylenglykols in Betracht.

Polyester(meth)acrylate können in mehreren Stufen oder auch einstufig, wie z. B. in EP 279 303 beschrieben, aus Acrylsäure, Polycarbonsäure, Polyol hergestellt werden.

Weiterhin kann es sich bei Verbindungen B) z. B. um Epoxid- oder Urethan(meth)- acrylate handeln.

Epoxid(meth)acrylate sind z. B. solche wie sie durch Umsetzung von epoxidierten Ole- finen oder PoIy- bzw. Mono- oder Diglycidylethern, wie Bisphenol-A-diglycidylether, mit (Meth)acrylsäure erhältlich sind.

Die Umsetzung ist dem Fachmann bekannt und z. B. in R. Holmann, U.V. and E.B. Curing Formulation for Printing Inks and Paints, London 1984, beschrieben.

Bei Urethan(meth)acrylaten handelt es sich insbesondere um Umsetzungsprodukte von Hydroxyalkyl(meth)acrylaten mit PoIy- bzw. Diisocyanaten (s. ebenfalls R. Holmann, U.V. and E.B. Curing Formulation for Printing Inks and Paints, London 1984).

Als Verbindungen B sind insbesondere Verbindungen B2 und Mischungen von B2 und B1 geeignet.

Vorzugsweise bestehen Verbindungen B) insgesamt zu mindestens 50 Gew.-% be- sonders bevorzugt zu mindestens 75 Gew.-% aus Verbindungen B2). Bevorzugte Verbindungen B2 sind die oben aufgeführten (Meth)acrylsäureester.

Verbindungen B), unabhängig davon ob es sich um B1 , B2 oder Mischungen von B1 und B2 handelt, sind vorzugsweise bei 21 0 C, 1 bar flüssig; wenn es sich um bei 21 0 C, 1 bar feste Verbindungen handelt, sollten sich diese Verbindungen in dem Polymer A) gut lösen.

Die Viskosität der Verbindungen B, bzw. des Gemisches der Verbindungen B beträgt vorzugsweise 0,01 bis 50 Pas, besonders bevorzugt 0,04 bis 10 Pas bei 23 0 C, 1 bar, gemessen nach DIN EN ISO 3219; ganz besonders bevorzugt beträgt die Viskosität 0,04 bis 2 und insbesondere 0,04 bis 1 Pas.

Im Mittel haben Verbindungen B im Mittel 1 bis 5, vorzugsweise 1 ,5 bis 3, besonders bevorzugt 2 bis 3, in einer besonderen Ausführungsform 2 bis 2,5 polymerisierbare Gruppen pro Molekül.

Zur Mischung von A) und B)

Das Gemisch von A) und B) eignet sich als Bindemittel, z. B. für Haftklebstoffe, wobei der Gewichtsanteil von A) vorzugsweise maximal 99 Gew.-%, besonders bevorzugt maximal 95 Gew.- % und vorzugsweise mindestens 30 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 50 bzw. mindestens 60 Gew.-% beträgt.

Entsprechend beträgt der Gewichtsanteil von B) vorzugsweise maximal 70 Gew.-%, besonders bevorzugt maximal 50 Gew.-% bzw. maximal 40 Gew.-% und vorzugsweise mindestens 1 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 5 Gew.-%.

Geeignete Gewichtsbereiche von A) und B) sind insbesondere:

für A): 99 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 95 bis 50 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt 95 bis 60 Gew.-% und insbesondere 95 bis 70 Gew.-%

für B): entsprechend 1 bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 50 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt 5 bis 40 Gew.-% und insbesondere 5 bis 30 Gew.-%.

Sämtliche Gewichtsangaben für A) und B) sind dabei auf die Gewichtssumme von A) und B) bezogen.

Das Gemisch von A) und B) kann nach üblichen Verfahren hergestellt werden.

Vorzugsweise wird Polymer A) erhitzt, z. B. auf Temperaturen zwischen 50 und 130 0 C, und Verbindungen A) werden, gegebenenfalls zusammen mit weiteren Zusatzstoffen, eingerührt.

Zur Verwendung als Haftklebstoff

Das Gemisch eignet sich als Bindemittel für Haftklebstoffe. Die Haftklebstoffe können allein aus dem Gemisch von A) und B) bestehen.

In Betracht kommen insbesondere Schmelzhaftklebstoffe, die Wasser oder sonstige Lösemittel, z. B. aus der Lösungspolymerisation von A), allenfalls in geringen Mengen enthalten und aus der Schmelze aufgetragen werden.

Vorzugsweise enthält der Haftklebstoff, bzw. Schmelzhaftklebstoff, weniger als 5 Gew.- Teile, insbesondere weniger als 2 bzw. 1 Gew.-Teil Wasser und/oder Lösemittel auf 100 Gew.-Teile der Gewichtssumme von A) und B). Besonders bevorzugt ist der Haftklebstoff, bzw. Schmelzhaftklebstoff im wesentlichen frei von Wasser und sonstigen Lösemitteln.

Vorzugsweise enthält der Haftklebstoff mindestens einen Photoinitiator (s. oben). Soweit es sich dabei nicht um einen an das Polymer gebundenen Photoinitiator handelt, kann der Photoinitiator dem Gemisch von A) und B) oder bereits den Komponenten A) oder B) zu jeder Zeit zugesetzt werden.

Weitere Additive, welche dem Haftklebstoff zugesetzt werden können, sind z. B. Füllstoffe, Farbstoffe, Verlaufshilfsmittel und insbesondere Tackifier (klebrigmachende Harze).

Tackifier sind z. B. Naturharze, wie Kolophoniumharze und deren durch Disproportio- nierung oder Isomerisierung, Polymerisation, Dimerisation, Hydrierung entstehenden Derivate. Diese können in ihrer Salzform (mit z. B. ein- oder mehrwertigen Gegenionen (Kationen) oder bevorzugt in ihrer veresterten Form vorliegen. Alkohole, die zur Veresterung verwendet werden, können ein- oder mehrwertig sein. Beispiele sind Metha- nol, Ethandiol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, 1 ,2,3-Propanthiol, Pentaerythrit.

Des weiteren finden auch Kohlenwasserstoffharze, z. B. Cumaron-Inden-Harze, PoIy- terpen-Harze, Kohlenwasserstoffharze auf Basis ungesättigter CH-Verbindungen, wie Butadien, Penten, Methylbuten, Isopren, Piperylen, Divinylmethan, Pentadien, Cyclo- penten, Cyclopentadien, Cyclohexadien, Styrol, a-Methylstyrol, Vinyltoluol Verwendung.

Als Tackifier werden zunehmend auch Polyacrylate, welche ein geringes Molgewicht aufweisen, verwendet. Vorzugsweise haben diese Polyacrylate ein gewichtsmittleres Molekulargewicht Mw unter 30 000. Die Polyacrylate bestehen bevorzugt zu mindestens 60, insbesondere mindestens 80 Gew.-% aus C1-C8 Alkyl(meth)acrylaten.

Bevorzugte Tackifier sind natürliche oder chemisch modifizierte Kolophoniumharze. Kolophoniumharze bestehen zum überwiegenden Teil aus Abietinsäure oder Abietin- säurederivaten.

Die Gewichtsmenge der Tackifier beträgt z. B. 5 bis 100 Gew.-Teile. besonders bevorzugt 10 bis 50 Gew.-Teile. bezogen auf 100 Gew.-Teile der Gewichtssumme von A) + B).

Die Haftklebstoffe werden vorzugsweise als Schmelzhaftklebstoffe verwendet, d. h. sie werden aus der Schmelze auf die gewünschten Träger aufgetragen.

Insbesondere eigenen sich die erfindungsgemäßen Haftklebstoffe bzw. Schmelzkleb- Stoffe zur Herstellung von selbstklebenden Artikeln, wie Etiketten, Klebebändern oder Klebefolien, z. B. Schutzfolien.

Die selbstklebenden Artikel bestehen im allgemeinen aus einem Träger und einer ein- oder beidseitig, vorzugsweise einseitig aufgebrachten Schicht des Klebstoffs.

Bei dem Trägermaterial kann es sich z. B. um Papier, Kunststofffolien aus Polyolefinen oder PVC handeln.

Die selbstklebenden Artikel werden insbesondere dadurch hergestellt, dass der Haftklebstoff auf den Träger aufgebracht wird und anschließend eine Vernetzung mit UV- Licht oder Elektronenstrahlen erfolgt.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist, dass selbstklebende Artikel mit großen Auftragsmengen, d. h. mit dicken Haftklebstoffschichten hergestellt werden können.

Die Auftragsmenge kann insbesondere mehr als 100 g, vorzugsweise mehr als 150 g, besonders bevorzugt mehr als 200 g und ganz besonders bevorzugt mehr als 250 g pro Quadratmeter Träger betragen.

Der beschichtete Träger wird mit energiereichem Licht, vorzugsweise UV-Licht, bestrahlt, um die gewünschte Vernetzung zu erreichen. Die Strahlungsenergie kann z. B. 10 mJ/cm2 bis 1500 mJ/cm2 bestrahlte Fläche betragen.

Als selbstklebende Artikel sind Etiketten oder Montageklebebänder bevorzugt.

Bevorzugt sind außerdem Schutzfolien. Die Schutzfolie soll Gegenstände bei Transport oder Lagerung schützen. Die Schutzfolien können vom Gegenstand rückstandsfrei von Hand wieder abgezogen werden.

Die selbstklebenden Artikel eignen sich für unterschiedlichste Substrate. Die Substrate können z. B. aus Metallen, Papier, Karton, Holz, Kunststoffen etc. sein.

Generell wird eine sehr gute Adhäsion und Kohäsion, auch bei großen Schichtdicken, erreicht.

Insbesondere ist auch die Wärmefestigkeit verbessert, d. h. die Verklebungen halten auch bei hohen Temperaturen. Die erfindungsgemäßen Gemische bzw. Haftklebstoffe eignen sich besonders auch für Montageklebebänder, welche bei der industriellen Produktion, z. B. von Kraftfahrzeugen, Verwendungen finden.

Beispiele

Beispiel 1 : Acrylatcopolymer mit Doppelbindungen

In einer Polymerisationsapparatur bestehend aus Glasreaktor mit Heiz-Kühlkreislauf, Rückflusskühler, Rührer, Thermoelement, Stickstoffeinlass und Dosiergefäßen werden in leichtem Stickstoffstrom 456 g Methylethylketon (MEK) vorgelegt und auf 80 0 C erwärmt. Es werden120 g einer Monomeren- Mischung bestehend aus 94,7 % n.Butylacrylat, 5 % Acrylsäure und 0,3 % Dihydrodicyclopentadienylacrylat zugegeben. Nach Wiedererreichen von 80 0 C werden 5,4 g einer Starterlösung aus 19,2 g tert.Butyl-perpivalat (75 %ig in Mineralöl) und 88,8 g MEK zugegeben und 10 min an- polymerisiert, Dann werden 2280 g Monomerenmischung in 3 h und 102,2 g Starterlösung in 3 h 15 min. zugefahren. Anschließend wird eine Lösung von 6,4 g tert.butyl- perpivalat (75%ig in Mineralöl) in 52 g MEK in 5 min zugegeben und die Temperatur auf 85 0 C erhöht und 45 min auspolymerisiert. Die Lösung wird abgekühlt und abgefüllt.

Feststoffgehalt: 80,0% K-Wert: 52,8

Beispiel 2: Gemisch mit Polymer aus Beispiel 1

700 g Polymerlösung aus Beispiel 1 werden mit 0,0022 g 4-Hydroxy-Tempo versetzt und im Vakuum vom Lösungsmittel befreit und dabei auf 135 0 C erwärmt. Das Polymer wird auf 1 10 0 C abgekühlt und mit auf 80 0 C vorgewärmten 44g Laromer Trimethy- lolpropantriacrlat und 18,85 g Lucirin ® TPO-L (Acylphosphinoxid-Fotoinitiator der BASF) versetzt und noch 1 h gerührt.

Nullviskosität bei 110 0 C: 74 Pas

Beispiel 3: : Acrylatcopolymer mit Doppelbindungen

In einer Polymerisationsapparatur bestehend aus Glasreaktor mit Heiz-Kühlkreislauf, Rückflusskühler, Rührer, Thermoelement, Stickstoffeinlass und Dosiergefäßen werden in leichtem Stickstoffstrom 667,1 g Methylethylketon (MEK) vorgelegt und auf 80 0 C erwärmt. Es werden 90 g einer Monomeren- Mischung bestehend aus 94,7 % n.Butylacrylat, 5 % Acrylsäure und 0,3 % Dihydrodicyclopentadienylacrylat zugegeben. Nach Wiedererreichen von 80 0 C werden 3,57 g einer Starterlösung aus 4,8 g tert.Butyl-perpivalat (75 % in Mineralöl) und 66,6 g MEK zugegeben und 10 min anpo- lymerisiert, Dann werden 1710 g Monomerenmischung in 3 h und 67,8 g Starterlösung in 3 h 15 min. zugefahren. Anschließend wird eine Lösung von 4,8 g tert.butyl- perpivalat (75 % in Mineralöl in 39 g MEK in 5 min zugegeben und die Temperatur auf 85 0 C erhöht und 45 min auspolymerisiert. Die Lösung wird abgekühlt und abgefüllt.

Feststoffgehalt: 71 ,1 % K-Wert: 50,0

Beispiel 4: Gemisch mit Polymer aus Beispiel 3

946 g Polymerlösung aus Beispiel 3 werden mit 0,0026 g 4-Hydroxy-Tempo versetzt und im Vakuum vom Lösungsmittel befreit und dabei auf 135 0 C erwärmt. Das Polymer wird auf 1 10 0 C abgekühlt und mit auf 80 0 C vorgewärmten 52,3 g Hexandioldiacrylat und 22,4 g Lucirin TPO-L versetzt und noch 1 h gerührt.

Nullviskosität bei 110 0 C: 53 Pas

Vergleichsbeispiel 1 : Acrylatcopolymer mit Doppelbindungen und externem Fotoinitiator

In einer Polymerisationsapparatur bestehend aus Glasreaktor mit Heiz-Kühlkreislauf, Rückflusskühler, Rührer, Thermoelement, Stickstoffeinlass und Dosiergefäßen werden in leichtem Stickstoffstrom 228 g Methylethylketon (MEK) vorgelegt und auf 80 0 C erwärmt. Es werden 60 g einer Monomeren- Mischung bestehend aus 94,7 % n.Butylacrylat, 5 % Acrylsäure und 0,3 % Dihydrodicyclopentadienylacrylat zugegeben. Nach Wiedererreichen von 80 0 C werden 2,7 g einer Starterlösung aus 9,6 g tert.Butyl- perpivalat (75%ig in Mineralöl) und 44,4 g MEK zugegeben und 10 min anpolymeri- siert, Dann werden 1140 g Monomerenmischung in 3 h und 51 ,3 g Starterlösung in 3 h 15 min. zugefahren. Anschließend wird eine Lösung von 3,2 g tert.butyl-perpivalat (75%ig in Mineralöl) in 26 g MEK in 5 min zugegeben und die Temperatur auf 85 0 C erhöht und 45 min auspolymerisiert. Die Lösung wird im Vakuum vom Lösungsmittel befreit und dabei auf 135 0 C erwärmt. Das Polymer wird auf 110 0 C abgekühlt und mit auf 80 0 C vorgewärmten 6 g Lucirin TPO-L versetzt (geringere Menge, da keine vernetzbare Komponente B vorhanden) und noch 30 min gerührt.

Feststoffgehalt: 99,8 % K-Wert: 59,4 Nullviskosität 130 0 C: 103 Pas

Vergleichsbeispiel 2: Acrylatcopolymer mit Doppelbindungen und eingebautem Fotoinitiator

In einer Polymerisationsapparatur bestehend aus Glasreaktor mit Heiz-Kühlkreislauf, Rückflusskühler, Rührer, Thermoelement, Stickstoffeinlass und Dosiergefäßen werden in leichtem Stickstoffstrom 228 g Methylethylketon (MEK) vorgelegt und auf 80 0 C erwärmt. Es werden 60,3 g einer Monomeren- Mischung bestehend aus 94,4 % n.Butylacrylat, 5 % Acrylsäure, 0,3 % eines Fotoinitiator der Formel IV und 0,3 % Di- hydrodicyclopentadienylacrylat zugegeben. Nach Wiedererreichen von 80 0 C werden 2,7 g einer Starterlösung aus 9,6 g tert.Butyl-perpivalat (75%ig in Mineralöl) und 44,4 g MEK zugegeben und 10 min anpolymerisiert. Dann werden 1 145 g Monomerenmi-

schung in 3 h und 51 ,3 g Starterlösung in 3 h 15 min. zugefahren. Anschließend wird eine Lösung von 3,2 g tert.butyl-perpivalat (75%ig in Mineralöl) in 26 g MEK in 5 min zugegeben und die Temperatur auf 85 0 C erhöht und 45 min auspolymerisiert. Die Lösung wird im Vakuum vom Lösungsmittel befreit und dabei auf 135 0 C erwärmt, da- nach abgelassen.

Feststoffgehalt: 99,9 % K-Wert: 54,1 Nullviskosität 130 0 C: 76 Pas

Prüfmethoden

Die Gemische aus Beispiel 2 und 4 und die Polymeren der Vergleichsbeispiele 1 und 2 wurden ohne weitere Zusätze als Schmelzhaftklebstoff verwendet. Sie wurden auf 95 0 C aufgeheizt und mittels eines Balkenrakels direkt auf eine Polyethylentherephthalat (PETP)-Foilie beschichtet (Kleberauftragsmenge 200 g trocken/m 2 ).

Danach wurden die beschichteten Folien mit UV-Licht bestrahlt. Die Bestrahlungsdosis ist in der Tabelle angegeben (H-Spektrum; Hg-Mitteldruck, 120 W/cm).

Danach wurden folgende Prüfungen durchgeführt:

Der mit Haftklebstoff beschichtete Träger wurde in 25 mm breite Prüfstreifen geschnitten. Zur Bestimmung der Scherfestigkeit wurden die Prüfstreifen mit einer verklebten Fläche von 25 mm 2 auf die Prüffläche aus Stahl (Afera-Stahl) geklebt, mit einer 1 kg schweren Rolle 1 mal angerollt, 10 min gelagert (im Normklima, 50 % rel. Luftfeuchtig- keit 1 bar, 23 0 C) und anschließend hängend mit einem 1 kg Gewicht belastet (im Normklima). Das Maß für die Scherfestigkeit war die Zeit bis zum Abfallen des Gewichts; es wurde jeweils der Durchschnitt aus 5 Messungen berechnet.

Bei der Bestimmung der Schälfestigkeit (Adhäsion) wurde jeweils ein 2,5 cm breiter Prüfstreifen auf die Prüffläche (aus Stahl oder Polyethylen, siehe Tabelle) geklebt und mit einer 1 kg schweren Rolle 1 mal angerollt. Er wurde dann mit einem Ende in die oberen Backen einer Zug-Dehnungs-Prüfapparatur eingespannt. Der Klebestreifen wurde mit 300 mm/min unter einem 180° Winkel von der Prüffläche abgezogen d. h. der Klebestreifen wurde umgebogen und parallel zum Prüfblech abgezogen und der dazu benötigte Kraftaufwand gemessen. Das Maß für die Schälfestigkeit war die Kraft in N/2,5 cm, die sich als Durchschnittswert aus fünf Messungen ergab.

Die Schälfestigkeit wurde 24 Stunden nach der Verklebung bestimmt. Nach dieser Zeit hat sich die Klebekraft voll ausgebildet.

Für den SAFT Test (Shear Adhesion Failure Temperature, Wärmefestigkeit) wurden die Proben wie für den Schertest vorbereitet, auf Stahl (Afera-Stahl) geklebt, dabei

jedoch 4 mal mit einer 2 kg schweren Rolle angerollt und 16 Stunden im Normklima gelagert. Die Proben wurden dann in einem klimatisierten Trockenschrank aufgehängt, mit 1 kg belastet und die Temperatur wurde in Stufen von 0,5 °C/min erhöht. Als Maß für die Wärmefestigkeit gilt die Temperatur, bei der das Gewicht abfällt. Angegeben ist der Mittelwert aus drei Messungen.

Beispiel 1 : Ergebnisse der Prüfungen