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Patent Searching and Data


Title:
REACTION VESSEL AND METHOD OF USE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/006932
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a reaction vessel in which hydrogen sulfide is produced from sulfur and hydrogen, wherein the reaction vessel is partially or entirely made of a material that is resistant to the reaction mixture, compounds and elements thereof, said vessel also maintaining said resistance at elevated temperatures.

Inventors:
REDLINGSHÖFER, Hubert (Steigerwaldstr. 9, Münchsteinach, 91481, DE)
BARTH, Jan-Olaf (Ziegelhüttenweg 23, Frankfurt, 60598, DE)
FINKELDEI, Caspar-Heinrich (Schillerstrasse 15, Alzenau, 63755, DE)
HASSELBACH, Hans Joachim (Deutschordenstr. 6, Gelnhausen, 63571, DE)
KRETZ, Stephan (Über der Kirche 4, Biebergemünd, 63599, DE)
HEINZEL, Harald (Töpferstr.2, Altenstadt-Oberau, 63674, DE)
WECKBECKER, Christoph (August-Imhof-Str. 25, Gründau-Lieblos, 63584, DE)
Application Number:
EP2009/058388
Publication Date:
January 21, 2010
Filing Date:
July 03, 2009
Export Citation:
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Assignee:
EVONIK DEGUSSA GMBH (Rellinghauser Straße 1-11, Essen, 45128, DE)
REDLINGSHÖFER, Hubert (Steigerwaldstr. 9, Münchsteinach, 91481, DE)
BARTH, Jan-Olaf (Ziegelhüttenweg 23, Frankfurt, 60598, DE)
FINKELDEI, Caspar-Heinrich (Schillerstrasse 15, Alzenau, 63755, DE)
HASSELBACH, Hans Joachim (Deutschordenstr. 6, Gelnhausen, 63571, DE)
KRETZ, Stephan (Über der Kirche 4, Biebergemünd, 63599, DE)
HEINZEL, Harald (Töpferstr.2, Altenstadt-Oberau, 63674, DE)
WECKBECKER, Christoph (August-Imhof-Str. 25, Gründau-Lieblos, 63584, DE)
International Classes:
B01J10/00; B01J19/24
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Claims:
Patentansprüche

1. Reaktionsbehalter, geeignet zur Durchfuhrung einer exothermen Umsetzung eines flussigen Reaktanden mit einem oder mehreren gasformigen Reaktanden zu einem gasformigen Reaktionsprodukt bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck, bei dem man durch nicht drucktragende Einbauten die Verweilzeit der/des gasformigen Reaktanden im Reaktionsbehalter erhöht und die nicht drucktragenden Einbauten von dem flussigen Reaktanden umgeben sind.

2. Reaktionsbehalter gemäß Anspruch 1, bei dem man die entstehende Reaktionswarme über den zirkulierenden flussigen Reaktanden ableitet.

3. Reaktionsbehalter gemäß Anspruch 1, bei dem man Gassammelbereiche und Gasfangbereiche als nicht drucktragende Einbauten einsetzt.

4. Reaktionsbehalter gemäß Anspruch 1, bei dem man Schuttungen von Füll- oder Hohlkörpern als nicht drucktragende Bereiche einsetzt. 5. Reaktionsbehalter gemäß Anspruch 1, bei dem man die Verweilzeit des/der gasformigen Reaktanden durch Schuttungen von geeigneten Katalysatoren erhöht.

6. Reaktionsbehalter gemäß den Ansprüchen 1, 3 und 5, bei dem der Katalysator sich innerhalb des Gassammelbereichs befindet.

7. Reaktionsbehalter gemäß den Ansprüchen 1 bis 6, der drei bis 100 nicht drucktragende Einbauten enthalt.

8. Reaktionsbehalter gemäß den Ansprüchen 1 bis 7, bei dem die Verweilzeit des/der gasformigen Reaktanden in einem Gassammelbereich oder Gasfangbereich mehr als 0,5 bis 60 s betragt.

9. Reaktionsbehalter gemäß den Ansprüchen 1 bis 8, bei dem die Verweilzeit des gasformigen Reaktanden um den Faktor 3 bis 20 gegenüber Behaltern ohne Einbauten erhöht ist.

10. Reaktionsbehalter gemäß den Ansprüchen 1 bis 7, bei dem die Einbauten von dem flussigen Reaktanden umgeben und durch eine Wand von der Wand des Reaktionsbehalters getrennt sind, in der Weise, dass durch den sich aus dem Abstand zwischen der genannten Wände ergebenden Raum der flussige Reaktand entgegen der Steigrichtung des gasformigen Reaktanden zirkuliert . 11. Reaktionsbehalter gemäß den Ansprüchen 1 bis 10, den man für die Umsetzung von flussigem Schwefel mit gasformigem Wasserstoff zu Schwefelwasserstoff einsetzt .

12. Verfahren zur exothermen Umsetzung eines flussigen Reaktanden mit einem oder mehreren gasformigen

Reaktanden zu einem gasformigen Reaktionsprodukt bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck in einem Produktionsbehalter, bei dem man durch nicht drucktragende Einbauten die Verweilzeit des/der gasformigen Reaktanden im Reaktionsbehalter erhöht und die nicht drucktragenden Einbauten von dem flussigen Reaktanden umgeben sind.

13. Verfahren zur Herstellung von Schwefelwasserstoff aus Schwefel und Wasserstoff unter erhöhtem Druck, bei dem man die Umsetzung von gasformigem Wasserstoff und flussigem Schwefel in einem Reaktionsbehalter gemäß den Ansprüchen 1 bis 11 bei einer Temperatur von 300 bis 6000C durchfuhrt, wobei die Temperatur an den nicht drucktragenden Einbauten oberhalb der Temperatur an der drucktragenden Behalterwand liegt.

14. Verfahren gemäß Anspruch 13, bei dem die Temperatur der nicht drucktragenden Einbauten bei > 4500C und die an der drucktragenden Behalterwand bei < 4500C liegt.

15. Verfahren gemäß den Ansprüchen 13 oder 14, bei dem man bei einem Druck von 8 bis 20 bar arbeitet.

16. Verfahren gemäß den Ansprüchen 13 bis 15, bei dem man die Umsetzung in Gegenwart eines Katalysators durchfuhrt.

17. Verfahren gemäß Anspruch 15 bei dem man einen schwefelbestandigen Hydrierkatalysator, der bevorzugt aus einem Trager wie beispielsweise Siliziumoxid, Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid oder Titanoxid besteht sowie eines oder mehrere der aktiven Elemente

Molybdän, Nickel, Wolfram, Eisen, Vanadium, Kobalt, Schwefel, Selen, Phosphor, Arsen, Antimon und Wismut enthalt, verwendet.

Description:
Reaktionsbehälter und Verfahren zur Verwendung

Die Erfindung betrifft einen Reaktionsbehalter, geeignet zur Durchfuhrung einer exothermen Umsetzung eines flussigen Reaktanden mit einem gasformigen Reaktanden zu einem gasformigen Reaktionsprodukt bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck, bei dem man durch nicht drucktragende Einbauten die Verweilzeit des gasformigen Reaktanden im Reaktionsbehalter erhöht.

In einem derartigen Reaktionsbehalter wird bevorzugt Schwefelwasserstoff aus Schwefel und Wasserstoff hergestellt. Der Reaktionsbehalter enthalt Einbauten, die die Verweilzeit des Wasserstoffs im flussigen Schwefel erhohen, wobei das Gas in Teilen dieser Einbauten gesammelt und anschließend wieder im flussigen Schwefel verteilt wird.

Insbesondere Schwefelwasserstoff ist ein industriell wichtiges Zwischenprodukt zum Beispiel für die Synthese von Methylmercaptan, Dimethylsulfid, Dimethyldisulfid, SuIfonsauren, Dimethylsulfoxid, Dimethylsulfon sowie für zahlreiche SuIfidierungsreaktionen . Es wird heute überwiegend aus der Erdöl- und Erdgasaufbereitung sowie durch Reaktion von Schwefel und Wasserstoff gewonnen.

Die Synthese von Schwefelwasserstoff aus den Elementen Wasserstoff und Schwefel erfolgt üblicherweise durch

Einleiten von Wasserstoff in flussigen Schwefel und einem nachgeschalteten Reaktionsraum in der Gasphase. Dabei sind sowohl katalysierte als auch unkatalysierte Verfahren bekannt. Die Synthese des Schwefelwasserstoffs erfolgt gewohnlich in der Gasphase bei Temperaturen zwischen 300 und 600°C und bei Drucken zwischen 1 und 30 bar. Die industrielle Produktion von Schwefelwasserstoff aus den Elementen verlauft nach Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, Wiley-VCH, 2002 bei Temperaturen von 450 °C und einem Druck von 7 bar.

In der GB 1193040 ist die unkatalysierte Synthese von Schwefelwasserstoff bei relativ hohen Temperaturen von 400 bis 600 °C und Drucken von 4 bis 15 bar beschrieben. Es wird angegeben, dass die erforderliche Temperatur vom Druck bestimmt wird, bei dem die Synthese ablaufen soll. Bei einem Druck von 9 bar sind demnach etwa 500 0 C erforderlich . Ein wesentlicher Punkt bei der Herstellung von

Schwefelwasserstoff aus Schwefel und Wasserstoff ist vor allem die Temperaturfuhrung. Hohe Temperaturen sind notwendig, um einen Gleichgewichtszustand zu erreichen, bei dem sich ein Molverhaltnis Wasserstoff : Schwefel in der Gasphase von etwa 1:1 einstellt. Erst dies ermöglicht die Synthese von reinem Schwefelwasserstoff. Mit zunehmendem Druck ist die Temperatur entsprechend der Dampfdruckkurve von Schwefel stark zu erhohen, um das angestrebte Molverhaltnis von 1:1 in der Gasphase zu erreichen. Dabei sind schon geringe Unterschiede im Druck von z. B. 1 bar und weniger von großer Bedeutung.

CSSR 190792 beschreibt eine Verfahrensvariante zur Herstellung von Schwefelwasserstoff, wobei hohe Reaktionstemperaturen durch eine vergleichsweise aufwendige Reihenschaltung von mehreren Reaktoren vermieden werden. Hohe Temperaturen werden dort speziell aufgrund von Korrosionsproblemen vermieden. In CSSR 190793 wird von starker Korrosion der Anlage ab Temperaturen von 400 0 C berichtet .

Auch in US 4094961 wird bei der Synthese von

Schwefelwasserstoff von schwerer Korrosion bei Temperaturen von 440 bis 540 0 C berichtet. Deshalb wird die Synthese dort nur bei Temperaturen unterhalb von 440 0 C durchgeführt . Der Artikel von B. Glaser, M. Schütze, F. Vollhardt zu „Auswertung von Daten zum H 2 S-Angriff auf Stahle bei verschiedenen Temperaturen und Konzentrationen", Werkstoffe und Korrosion 42, 374-376, 1991 beschreibt, dass für Anlagen, in denen ein korrosiver Angriff durch H 2 S bei erhöhten Temperaturen zu befurchten ist, dieser die Weiterentwicklung solcher Anlagen wesentlich behindert. Insbesondere bleibt bisher der Übergang zu höheren Temperaturen und damit zu einer wirtschaftlichen Verbesserung der entsprechenden Verfahren verschlossen, da in diesem Fall bereits nach kurzen Zeiten massive Korrosionsschaden und damit ein Ausfall der Anlagen eintreten. Als Haupteinflussfaktoren auf die Korrosion werden die Temperatur und die H2S-Konzentration genannt. Je nach weiterem Verwendungszweck von Schwefelwasserstoff kann es von großem Vorteil sein, den Schwefelwasserstoff bei höherem Druck bereitzustellen und nicht separat verdichten zu müssen.

Für die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens werden möglichst niedrige Investitions- und Betriebskosten gefordert. Hier stellt insbesondere der Aufwand für Apparate und Maschinen aber auch der Energieaufwand zur Synthese bzw. Aufbereitung des Eduktgasgemisches einen hohen Kostenfaktor dar. Z.B. werden große elektrische Leistungen für den Betrieb von Verdichtern und von Heiz- und Kuhlkreislaufen benotigt.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Reaktionsbehalter und ein Verfahren für die Herstellung von Schwefelwasserstoff aus Schwefel und Wasserstoff bei Drucken > 5 bar bereitzustellen, ohne dass durch hohe Temperaturen starke Korrosion an drucktragenden Teilen auftritt.

Die Erfindung betrifft Reaktionsbehalter, geeignet zur Durchfuhrung einer exothermen Umsetzung eines flussigen Reaktanden mit einem oder mehreren, insbesondere einen gasformigen Reaktanden zu einem gasformigen Reaktionsprodukt bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck, bei dem man durch nicht drucktragende Einbauten die Verweilzeit des/der gasformigen Reaktanden im Reaktionsbehalter erhöht.

Dabei ist dem Fachmann klar, dass der flussige Reaktand im allgemeinen vor der Umsetzung in den gasformigen Zustand übergeht. Die nicht drucktragenden Einbauten sind von den flussigen Reaktanden umgeben.

Bezogen auf die Herstellung von Schwefelwasserstoff erhohen die Einbauten, die Verweilzeit, insbesondere des

Wasserstoffs im flussigen Schwefel. Der/die gasformigen Reaktanden wird/werden zumindest teilweise in diesen Einbauten gesammelt und verteilen sich anschließend wieder im flussigen Schwefel, soweit sie nicht zu Schwefelwasserstoff umgesetzt wurden.

Wahrend des Einperlens von Wasserstoff in flussigen Schwefel wird der Wasserstoff mit gasformigem Schwefel gesattigt und in einer stark exotherme Reaktion in der Gasphase zu Schwefelwasserstoff umgesetzt. Dies kann durch einen Katalysator beschleunigt werden oder auch ohne

Katalysator bei deutlich höheren Temperaturen erfolgen. Um auch bei hohem Druck ausreichend Schwefel in die Gasphase zu überfuhren und vollständigen Umsatz von Wasserstoff zu erreichen, sind hohe Temperaturen, bevorzugt von über 400 0 C erforderlich. Durch die Exothermie der Reaktion entsteht jedoch so viel Warme, dass bei einer Temperatur des flussigen Schwefels von ca. 400 0 C lokal in Reaktorbereichen oberhalb des flussigen Schwefels nach dem Stand der Technik Temperaturen deutlich > 450 0 C auftreten. Diese fuhren zu einer starken Belastung der Werkstoffe und Korrosion und machen eine technisch aufwendige Kühlung notwendig.

Es wurden jetzt Reaktorkonzepte für derartige exotherme Synthesen bei höherem Druck gefunden, die hohe Ubertemperaturen an drucktragenden Teilen vermeiden helfen. Gleichzeitig werden lokale Ubertemperaturen im Bereich der Einbauten gezielt genutzt, um eine schnelle sowie vollständige Umsetzung des Wasserstoffs mit hoher Raum- Zeit-Ausbeute zu ermöglichen. Mit diesem Reaktorkonzept laßt sich darüber hinaus die Reaktionswarme für die Erwärmung und Verdampfung der Edukte , hier Schwefel, nutzen. Für die Warmeintegration können so die Edukte selbst genutzt werden.

Durch die erfindungsgemaße Anordnung von nicht drucktragenden Einbauten wird der mit Schwefel gesattigte in der flussigen Schwefelphase fein verteilte Wasserstoff wieder als zusammenhangende Gasphase dort gesammelt. Die Verweilzeit der gasformigen Reaktanden in diesen Gassammelbereichen bzw. Gasfangkonstruktionen ist im Vergleich zur Verweilzeit von aufsteigenden Gasblasen in Reaktoren ohne Einbauten deutlich, d.h. um etwa den Faktor 3 bis 20, insbesondere 5 bis 15 erhöht. Ist die Verweilzeit des Wasserstoffs im flussigen Schwefel zu kurz, sammelt sich mit gasformigem Schwefel angereicherter Wasserstoff im Bereich oberhalb des flussigen Schwefels im Reaktor und setzt sich zu Schwefelwasserstoff um. Daraus folgt, dass sich Reaktionsbehalter ohne die erfindungsgemaßen Einbauten durch die freiwerdende Wärmemenge oberhalb des flussigen Schwefels stark erhitzen, da die Energie nicht zufriedenstellend abgeführt werden kann. Erfindungsgemaß tritt aufgrund der erhöhten Verweilzeit im mit flussigem Schwefel gefüllten Bereich des Reaktors kein Reaktionsgemisch in den Raum oberhalb des flussigen Schwefels ein. Erfindungsgemaß fuhrt daher die entstehende Wärmemenge nur innerhalb der Gassammelbereiche bzw.

Gasfangkonstruktion zu einer Erhöhung der Temperatur über 450 0 C, welche an dieser Stelle das Fortschreiten der Reaktion und die Verdampfung von Schwefel fordert. Durch die lokale Begrenzung der Umsetzung und damit der entstehenden Ubertemperaturen auf den Bereich der Einbauten wird der gesamte drucktragende Reaktionsbehalter und besonders der Bereich oberhalb des flussigen Schwefels nicht auf Temperaturen > 450 0 C erhitzt und so eine durch diese erhöhten Temperaturen bedingte Schädigung des Werkstoffs vermieden. Erfindungsgemaß kann das Sammeln und Verteilen der Gasphase innerhalb eines Reaktionsbehalters durch die Anordnung der Einbauten ein oder bevorzugt mehrmals erfolgen. Insbesondere werden drei bis hundert, bevorzugt 3 bis 50 Gassammelbereiche übereinander angeordnet. Dazwischen können Gasverteiler installiert werden.

Die Verweilzeit der gasformigen Reaktanden Wasserstoff und Schwefel, insbesondere des Wasserstoffs in einem als Gassammelbereich oder Gasfangbereich wirkenden Einbau betragt bevorzugt mehr als 0,5 s bis 60 s, besonders bevorzugt zwischen 2 und 60 s, insbesondere zwischen 3 und 30 s. Die in den Gassammelbereichen bzw. den Einbauten vorliegenden Temperaturen können mehr als 550 0 C betragen. Diese Temperaturen waren für den drucktragenden Mantel aus Korrosions- und Sicherheitsgründen nicht tolerierbar. Werden mehrere Gasfangkonstruktionen in einem

Reaktionsbehalter angeordnet, so erfolgt dies bevorzugt in Stromungsrichtung des aufsteigenden Wasserstoffs. Die Große der Gassammei- oder Gasfangvolumina der einzelnen Einbauten kann dabei zu-, abnehmen oder konstant sein. Bevorzugt wird eine Zunahme der Sammelvolumina in Stromungsrichtung, um die mit der Verringerung z. B. der Wasserstoffkonzentration im Wasserstoff-Schwefel-Gasgemisch sich verlangsamende Reaktionszeit durch eine höhere Verweilzeit auszugleichen.

Zur Vermeidung von Temperaturen über 450 0 C an den drucktragenden Behalterwanden durch die Exothermie der Reaktion sind die Einbauten von flussigem Schwefel umgeben. Die Gassammelbereiche und zugehörige Einbauten werden durch den umgebenden flussigen Schwefel gekühlt.

In einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung wird eine Stromungsverteilung des flussigen Reaktanden, insbesondere des Schwefels realisiert, welche eine Zirkulation des Schwefels und somit eine gute Warmeverteilung ermöglicht. Insbesondere im flussigkeitsgefullten Raum zwischen den Einbauten und dem drucktragenden Mantel wird auf eine Schwefel-Zirkulation geachtet. Auch durch den Ort der Zufuhrung des frischen Schwefels und/oder durch Rückführungen von nicht umgesetztem Schwefel kann die Zirkulation und der Warmehaushalt im Reaktor gezielt gesteuert werden. Bevorzugt werden die Schwefelzu- und ruckfuhrungen zur

Kühlung der Innenseite des drucktragenden Mantels und zur Kühlung des Produktgases eingesetzt.

Die Gassammelbereiche oder Gasfangbereiche und zugehörige Einbauten sind bevorzugt an einem oder mehreren Innenrohren fixiert und stehen im Druckbehalter . Für die Fertigung und Montage des Reaktionsbehalters werden dem Fachmann bekannte Verfahren wie beispielsweise Schweißen verwendet.

In diesem Zusammenhang können ebenfalls geeignete Zusatzwerkstoffe zur Oberflachenbehandlung oder zum Verbinden von Bauteilen wie beispielsweise

Schweißzusatzwerkstoffe eingesetzt werden. Auch der Einsatz von Sonderwerkstoffen oder Keramiken ist hier aufgrund hoher Temperaturen vorteilhaft. Wird für die Gasfangkonstruktionen gebrauchlicher Edelstahl eingesetzt, so wird dieser dort bevorzugt mit einem Korrosionszuschlag von mehr als 1 mm ausgeführt.

In einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung sind die Einbauten so angebracht, dass sie von oben aus dem Reaktor gezogen werden können, beispielsweise unter Zuhilfenahme eines Krans .

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur exothermen Umsetzung eines flussigen Reaktanden mit einem oder mehreren gasformigen Reaktanden zu einem gasformigen Reaktionsprodukt bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck in einem Reaktionsbehalter, bei dem man durch nicht drucktragende Einbauten die Verweilzeit des/der gasformigen Reaktanden im Reaktionsbehalter erhöht, und die nicht drucktragenden Einbauten von dem flussigen Reaktanden umgeben sind.

Gegenstand der Erfindung ist ebenso die Herstellung von Schwefelwasserstoff aus Wasserstoff und Schwefel bei erhöhtem Druck und hohen Temperaturen, unter Verwendung des erfindungsgemaßen Reaktionsbehalters . Die Temperaturen bei der Synthese von Schwefelwasserstoff liegen im Bereich von 300 bis 600 0 C, insbesondere ca. 400 bis 600 °C. An den drucktragenden Teilen des Reaktionsbehalters liegt die Temperatur unterhalb der an den Einbauten sich einstellenden Temperatur, bevorzugt nicht > 450 0 C, besonders bevorzugt weniger als 450 0 C. In den Gassammelbereichen oder Gasfangbereichen bzw. den Einbauten liegen bevorzugt Temperaturen oberhalb von 450 0 C vor, insbesondere bis 600 0 C.

Die nicht mit flussigem Schwefel bedeckten Flachen des Reaktors befinden sich bevorzugt oberhalb des flussigen

Schwefels und sind nicht auf Temperaturen > 450 0 C erhitzt.

Bezuglich der Form bestehen für den Reaktionsbehalter und die Einbauten keine besonderen Einschränkungen. Der Behalter hat bevorzugt eine zylindrische Form. Die als Gassammelbereiche oder Gasfangbereiche wirkenden nicht drucktragenden Einbauten können beispielsweise in Form von umgedrehten Tassen oder Kavernen, Bodenkonstruktionen mit Gassammlern und Gasverteilern, Schuttungen von Füll- oder Hohlkörpern, Packungen, Monolithen, Gestricken oder Kombinationen davon vorliegen.

Die Figur 1 gibt ein Beispiel für eine Ausfuhrungsform wieder Der Fachmann ist in der Auswahl der zu kombinierenden Verfahrensschritte zur Herstellung von Schwefelwasserstoff frei, wobei auch mehrere der erfindungsgemaßen Reaktionsbehalter und verschiedene Apparate zur Abtrennung von Nebenprodukten oder unverbrauchten Einsatzstoffen kombiniert werden können.

Im allgemeinen fuhrt man das Verfahren bei einem Druck von 5 bis 20 bar durch und leitet Wasserstoff bei diesem Druck in den erfindungsgemaßen Reaktionsbehalter in flussigen Schwefel.

Weiterhin kann die erfindungsgemaße Umsetzung insbesondere zu Schwefelwasserstoff erfindungsgemaß auch in Gegenwart eines an sich bekannten heterogenen Katalysators ablaufen. Dabei handelt es sich bevorzugt um einen schwefelbestandigen Hydrierkatalysator, der bevorzugt aus einem Trager wie beispielsweise Siliziumoxid, Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid oder Titanoxid besteht sowie eines oder mehrere der aktiven Elemente Molybdän, Nickel, Wolfram, Eisen, Vanadium, Kobalt, Schwefel, Selen, Phosphor, Arsen, Antimon und Wismut enthalt. Der

Katalysator kann sowohl in der Flussigphase als auch in der Gasphase eingesetzt werden. Der Katalysator kann in Form von Pelletschuttungen, als suspendiertes Pulver im flussigen Schwefel, als Beschichtung an Fullkorpern, Monolithen oder Gestricken vorliegen. Der Katalysator kann an einem oder an mehreren Orten im Reaktionsbehalter angebracht sein. Bevorzugt wird der Katalysator in den als Gassammelbereichen wirkenden Einbauten angebracht. Zur Sicherstellung eines kompletten Wasserstoffumsatzes wird in einer weiteren Ausfuhrungsform der Erfindung eine

Katalysatorschuttung oberhalb des flussigen Schwefels und aller Gasfangkonstruktionen angebracht. Möglich ist auch eine Katalysatorschuttung, die vom flussigen Schwefel umschlossen ist. Anstelle von reinem Wasserstoff kann auch verunreinigter Wasserstoff durch den flussigen Schwefel geleitet werden. Die Verunreinigungen können beispielsweise Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff, Wasser, Methanol, Methan, Ethan, Propan, oder andere leichtfluchtige Kohlenwasserstoffe sein. Bevorzugt wird Wasserstoff mit einer Reinheit großer als 65 Vol.-% bis 100 Vol.-% eingesetzt, wovon bevorzugt mehr als 98 % bis 100 Vol.-% des eingesetzten Wasserstoffs zu Schwefelwasserstoff umgesetzt werden. Die Verunreinigungen im Wasserstoff oder deren

Reaktionsprodukte werden bevorzugt vor der Synthese von Methylmercaptan nicht abgetrennt, sondern im Eduktgemisch belassen. Auch der verwendete Schwefel kann unterschiedliche Verunreinigungen enthalten.

Insgesamt kann durch die Erfindung einerseits ein wirtschaftlicherer Betrieb von Produktionsanlagen für Schwefelwasserstoff speziell bei Drucken > 5 bar ermöglicht werden, da der Reaktionsbehalter auch bei langem Betrieb von mehreren Jahren oder Jahrzehnten nur wenig gewartet, repariert und nicht teilweise oder vollständig ersetzt werden muss. Durch den erfindungsgemaßen Reaktionsbehalter wird das Auftreten von Ubertemperaturen an drucktragenden Teilen vermieden und dadurch die Anlagensicherheit erhöht, weil verringerte Korrosion in diesem Bereich die Gefahr des Materialversagens und die Wahrscheinlichkeit von Unfällen durch den Austritt von Gefahrstoffen minimiert wird. Dies ist von besonderer Bedeutung bei sehr giftigen Stoffen wie Schwefelwasserstoff .

Vergleichsbeispiel 1:

In ein Rohr mit einem Innendurchmesser von 5 cm, das bis zu einer Hohe von 1 m mit flussigem Schwefel gefüllt war, wurden kontinuierlich 1000 Nl/h Wasserstoff über eine Fritte am Boden eingespeist. Der Verbrauch an Schwefel wurde durch Nachdosieren von flussigem Schwefel ausgeglichen, wobei der Füllstand konstant gehalten wurde. Aus dem Produktgasstrom durch Kondensation abgetrennter Schwefel wurde flussig in den oberen Bereich des Rohres zurückgeführt. Oberhalb des flussigen Schwefels waren in Abstanden von 10 cm Mantelthermoelemente zur Temperaturmessung angebracht. Wahrend der Reaktor über die Außenwand elektrisch auf 400 0 C beheizt wurde, lag innerhalb des Schwefels eine gleichmaßige Temperatur von etwa 397 0 C vor. Die Thermoelemente oberhalb des Schwefels zeigten jedoch eine maximale Temperatur von 520 0 C. Weiterhin waren oberhalb des flussigen Schwefels neue Werkstoffproben an der Stelle der maximalen Temperatur aus gebrauchlichen Edelstahl (1.4571) angebracht. Nach einer Betriebszeit von etwa 400 h wurden die Werkstoffproben entnommen und zeigten starke Korrosionserscheinungen in Form von Abplatzungen und Gewichtsverlust an.

Vergleichsbeispiel 2:

Vergleichsbeispiel 1 wurde wiederholt, wobei die Hohe des flussigen Schwefels auf 4 m erhöht wurde. Der Wert der maximalen Temperatur oberhalb des flussigen Schwefels blieb bestehen. An den Werkstoffproben traten ebenfalls starke Korrosionserscheinungen auf.

Vergleichsbeispiel 3:

Vergleichsbeispiel 2 wurde wiederholt, wobei im flussigen Schwefel 15 Gew.-% eines pulverformigen C03O4M0O3/AI2O3- Katalysators suspendiert wurden. Der Wert der maximalen Temperatur oberhalb des flussigen Schwefels blieb bestehen. An den Werkstoffproben traten ebenfalls starke Korrosionserscheinungen auf.

Beispiel 1:

Vergleichsbeispiel 2 wurde wiederholt, wobei in den Bereich des flussigen Schwefels drei Gassammelbereiche in Form von umgedrehten Tassen angebracht wurden. Dort wurde das aufsteigende Gas mit einer Verweilzeit im Bereich von 10 - 50 s gesammelt. Oberhalb des flussigen Schwefels wurde dieselbe Temperatur wie im flussigen Schwefel gemessen. Es war keine Uberhitzung zu beobachten. Weiterhin waren an den Werkstoffproben oberhalb des flussigen Schwefels keine Korrosionserscheinungen zu erkennen. Mittels GC-Analytik wurde der Umsatzgrad an Wasserstoff im Produktgas zu > 60 % (bei 400 0 C Schwefeltemperatur, analog dem Vergleichsbeispiel), bei 420 0 C zu > 90 % und bei 440°C zu > 96 %) bestimmt.

Beispiel 2 :

Vergleichsbeispiel 2 wurde wiederholt, wobei in dem Bereich des flussigen Schwefels eine Schuttung aus Keramikfullkorpern mit einem Außendurchmesser von 5 mm und einem Luckenvolumen der Pellets von 70 % eingebaut wurde. Der Wert der maximalen Temperatur oberhalb des flussigen Schwefels zeigte lediglich 5 0 C mehr als die vorgegebene Schwefeltemperatur von 397 0 C. Weiterhin waren an den Werkstoffproben oberhalb des Schwefels keine

Korrosionserscheinungen zu erkennen. Mittels GC-Analytik wurde der Umsatzgrad an Wasserstoff im Produktgas zu > 99 % bestimmt .

Die Beispiele zeigen, dass durch die Erfindung die stark exotherme Reaktion bereits innerhalb des mit flussigem Schwefels gefüllten Bereichs der Einbauten bzw. Gassammelbereiche beendet ist und nicht im Gasbereich oberhalb des flussigen Schwefels erfolgt. Dadurch entsteht dort keine durch hohe Ubertemperaturen bedingte Korrosion. Der entstehende Schwefelwasserstoff ist von hoher Reinheit.