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Title:
REACTOR BUILDING FOR PRESSURIZED-WATER REACTOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/007485
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a reactor building for a pressurized-water reactor, having an outer housing shell (1), for safeguarding against disruptive external effects, having an inner housing shell (2) which, designed as a safety tank, encloses essential parts of a primary circuit of the reactor, and having a cooling-water supply volume, for at least temporarily cooling the inner housing shell (2), wherein the cooling-water volume at least partially fills a region (3) between the inner and outer housing shells.

Inventors:
KOLEV, Nikolay (Möhrendorfer Str. 7, Herzogenaurach, 91074, DE)
Application Number:
EP2011/061904
Publication Date:
January 19, 2012
Filing Date:
July 13, 2011
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Wittelsbacherplatz 2, München, 80333, DE)
KOLEV, Nikolay (Möhrendorfer Str. 7, Herzogenaurach, 91074, DE)
International Classes:
G21C9/00; E04H5/02; G21C9/004; G21C13/024; G21C15/18
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Reaktorgebäude für einen Druckwasserreaktor mit einer äußeren Gehäuseschale (1) zum Schutz gegen äußere Störeinwir- kungen, einer inneren Gehäuseschale (2) die als Sicherheits¬ behälter ausgebildet wesentliche Teile eines Primärkreislaufs des Reaktors umgibt, und einem Kühlwasservorratsvolumen zum zumindest zeitweisen Kühlen der inneren Gehäuseschale (2) d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s

das Kühlwasservolumen einen Bereich (3) zwischen der inneren und äußeren Gehäuseschale weitgehend vollständig ausfüllt.

2. Reaktorgebäude nach Anspruch 1,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s

die äußere Gehäuseschale (1) einen Abschnitt (10), insbeson¬ dere am höchsten Punkt der Gehäuseschale aufweist, der situa¬ tionsabhängig geöffnet werden kann.

3. Reaktorgebäude nach Anspruch 2,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s

der Abschnitt (10) der äußeren Gehäuseschale (1) als druck¬ empfindliche Membran ausgebildet ist, die so ausgebildet ist, dass sie zerstört wird sobald im Bereich zwischen innerer (2) und äußerer (1) Gehäuseschale ein vorbestimmter Druck über- schritten wird.

4. Reaktorgebäude nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s

eine zusätzliche Trennwand (4) im Bereich (3) zwischen der inneren (2) und äußeren (1) Gehäuseschale angeordnet ist, die die natürliche Konvektion in diesem Bereich (3) unterstützt.

Description:
Beschreibung

Reaktorgebäude für Druckwasserreaktoren Die Erfindung betrifft ein Reaktorgebäude für einen Druckwas ¬ serreaktor gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Druckwasserreaktoren zur Energieerzeugung sind seit vielen Jahren bekannt und unterliegen höchsten Sicherheitsanforde- rungen, insbesondere bei der Beherrschung von Störfällen. Das Reaktorgebäude eines solchen Druckwasserreaktors besteht des ¬ halb aus einer inneren Gehäuseschale, die als Sicherheitsbe ¬ hälter ausgebildet, alle wesentlichen Teile des Primärkreis ¬ laufs des Reaktors aufnimmt und diese hermetisch gegen die Umgebung abschirmt. Dazu ist der Sicherheitsbehälter üblicherweise aus Stahl mit entsprechender Dicke gefertigt. Zur Abschirmung gegen äußere Einwirkungen, wie beispielsweise zum Schutz gegen einen Flugzeugabsturz, ist dieser Sicherheitsbehälter von einem Spannbetonmantel umschlossen.

Heute bekannt sind Sicherheitsmaßnahmen, die im Falle eines Störfalls ein vorrätiges Kühlwasservolumen in den Bereich zwischen Betonmantel als äußere Gehäuseschale und dem Sicher ¬ heitsbehälter als innere Gehäuseschale einbringen sollen und so eine Kühlung des Sicherheitsbehälters bewirken. Üblicher ¬ weise erfolgt dies durch eine Berieselungsanlage.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Reaktorgebäude bereitzu ¬ stellen, welches höchsten Sicherheitsanforderungen ent- spricht.

Diese Aufgabe wird mit dem Reaktorgebäude mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß umfasst dabei das Reaktorgebäude eine äußere Gehäuseschale zum Schutz gegen äußere Störeinwirkungen, eine innere Gehäuseschale die als Sicherheitsbehälter ausgebildet wesentliche Teile eines Primärkreislaufs des Reaktors umgibt, und ein Kühlwasservorratsvolumen zum zumindest zeitweisen Kühlen der inneren Gehäuseschale, wobei das Kühlwasservolumen einen Bereich zwischen der inneren und äußeren Gehäuseschale weitgehend vollständig ausfüllt.

Dadurch, dass sich das Kühlwasservorratsvolumen bereits direkt im Zwischenraum zwischen der inneren und äußeren Gehäusehülle befindet, steht es sofort zur passiven Kühlung be ¬ reit. Gerade wenn es bei einem Störfall durch Ausfall der Kühlung zu einer Erwärmung im Inneren des Sicherheitsbehälters kommt, steht das Kühlwasservolumen direkt zur Kühlung der Oberfläche des Sicherheitsbehälters bereit. Zusätzliche Maßnahmen, wie beispielsweise das Öffnen von Ventilen oder Pumpeinheiten zum Transport des Kühlwasservolumens an die Oberfläche des Sicherheitsbehälters können somit entfallen. Dadurch, dass zusätzliche Komponenten vermieden werden, verringert sich die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls, wodurch insgesamt die Sicherheit der energieerzeugenden Anlage erhöht wird .

Vielmehr startet die Kühlung direkt, und ohne weitere Ein ¬ richtungen, alleine aufgrund natürlicher Prinzipien. Im Fall eine ungewollten Erwärmung im Inneren des Sicherheitsbehälters kommt es zu einer Erwärmung des Sicherheitsbehälters auch auf dessen Außenseite, wodurch das damit in Kontakt ste hende Kühlwasser Wärme aufnimmt, verdampft und somit Wärme vom Sicherheitsbehälter abführt.

Zudem wird durch das Kühlwasservolumen zwischen innerer und äußerer Gehäuseschale erreicht, dass bereits im normalen Be ¬ trieb auf der Außenseite des Sicherheitsbehälters ein höherer Druck als im Inneren des Sicherheitsbehälters besteht. Somit wird eine zusätzliche Sicherheitsbarriere gegen mögliches Austreten von Radioaktivität aus dem Inneren des Sicherheits ¬ behälters erzielt, die gegebenenfalls auch aufwändige Luft ¬ reinigungssysteme überflüssig machen. Vielmehr würde im Falle eines Lecks zuerst Kühlwasser von außen durch dieses Leck in das Innere des Sicherheitsbehälters strömen. Zusätzlich kommt es durch die Anordnung des Kühlwasservorratsvolumens zwischen der inneren und äußeren Gehäuseschale insgesamt zu einer günstigeren Lage des Masseschwerpunkts des Reaktorgehäuses als wenn das Volumen an einer höheren Stelle lokal in einem separaten Vorratsspeicher im Reaktorgehäuse bereitgehalten würde. Damit wird die Stabilität des Reaktor ¬ gebäudes im Falle eines Erdbebens und damit die Sicherheit des Reaktorgebäudes verbessert.

Neben der Verlagerung des Masseschwerpunkts wird durch das Wasservolumen auch noch eine höhere Stabilität des Sicherheitsbehälters durch den erhöhten von außen auf diesen einwirkenden Druck erreicht. Somit steht im Störfall dieser er ¬ höhte Druck einer Druckerhöhung im Inneren entgegen.

Vorzugsweise weist die äußere Gehäuseschale einen Abschnitt auf, der situationsabhängig geöffnet werden kann. Insbesondere ist dieser am höchsten Punkt der Gehäuseschale vorgesehen. Gerade im Störfall würde es bestimmungsgemäß zu einem Wärme ¬ eintrag vom Inneren des Sicherheitsbehälters in das Kühlwas ¬ servolumen kommen. Dies bewirkt eine Ausdehnung bzw. Verdampfung des Kühlwassers, welches dann über diesen geöffneten Bereich entweichen kann.

In einer bevorzugten Ausgestaltung ist dieser Abschnitt als druckempfindliche Membran ausgebildet, die zerstört und damit geöffnet wird sobald im Bereich zwischen innerer und äußerer Gehäuseschale ein vorbestimmter Druck überschritten wird. Da diese Membran eine Schwachstelle im Sicherheitskonzept der äußeren Gehäuseschale bilden könnte, können geeignete zusätz ¬ liche Abdeckungen von außen vorgesehen werden.

Zudem kann eine zusätzliche Trennwand im Bereich zwischen der inneren und äußeren Gehäuseschale angeordnet sein, die die natürliche Konvektion in diesem Bereich unterstützt. Dies ist für den Fall hilfreich, wenn bei einem Störfall das Kühlwas ¬ servolumen nach einiger Zeit vollständig verdampft sein soll- te . Die passive Kühlung der Oberfläche des Sicherheitsreak ¬ tors kann dann durch die geeignete Führung der Luftzirkula ¬ tion ggf. unterstützend zu weiteren aktiven Kühlmaßnahmen weiter aufrechterhalten werden.

Die Erfindung soll nun anhand einer Figur beispielhaft erläu ¬ tert werden. Das hier schematisch dargestellte Reaktorgebäude umfasst eine äußere Gehäuseschale 1 zum Schutz gegen äußere Störeinwirkungen. Diese ist üblicherweise aus Beton um auch massive Einwirkungen, wie beispielsweise einem Flugzeugab ¬ sturz, widerstehen zu können. Weiterhin umfasst das gezeigte Reaktorgebäude des Druckwasserreaktors eine innere Gehäuse ¬ schale 2, die als Sicherheitsbehälter ausgebildet ist. Dieser Sicherheitsbehälter umschließt alle wesentlichen Komponenten des Primärkreislaufs, wie Reaktordruckbehälter, Dampferzeu ¬ ger, usw. erfindungsgemäß befindet sich nun in dem freien Raum zwischen innerer 2 und äußerer 1 Schale das Kühlwasservorratsvolumen zum Kühlen des Sicherheitsbehälters 2. Zudem ist in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel an der höchsten Stelle der äußeren Gehäuseschale 1 eine Membran in einer Öffnung 10 vorgesehen, die sich öffnen lässt. Die Membran ist nach außen hin zusätzlich durch eine Abdeckung 5 geschützt .

Für den Fall, dass aus welchen Gründen auch immer es zu einer Reduzierung der Kühlung im Primärkreislauf kommt, müssen Maßnahmen vorgesehen werden, die diesen Störfall sicher beherrschen. Eine dieser Maßnahmen ist die Bereitstellung eines separaten Kühlwasservolumens außerhalb des Sicherheitsbehälters 2. Bei einem solchen Störfall wird im Sicherheitsbehälter 2, der durch die reduzierte Kühlung des Primärkreislaufs erzeug ¬ te überschüssige Dampf einen Druckanstieg bewirken. Gleich ¬ zeitig wird es an der Innenwand des Sicherheitsbehälters auf ¬ grund der Temperaturdifferenz zwischen innerem Bereich und äußerem Bereich des Sicherheitsbehälters zu einer Kondensati ¬ on dieses Dampfes kommen, was dem Druckanstieg entgegenwirkt. Diese Wirkung kann verstärkt und für eine gewisse Zeit auf ¬ rechterhalten werden, wenn außerhalb, dass heißt an der Au- ßenwand des Sicherheitsbehälters eine möglichst große Wärme ¬ senke zur Verfügung steht. Erfindungsgemäß ist daher im Raum 3 zwischen äußerer 1 und innerer 2 Gebäudeschale und damit direkt an der Außenwand des Sicherheitsbehälters 2 das Kühl ¬ wasservorratsvolumen angeordnet. Aufgrund des Wärmeintrags aus dem Innern des Sicherheitsbehälters in das Kühlwasservo ¬ lumen, verdampft dieses nach und nach. Damit Kühlwasserdampf aus dem Bereich 3 in die Umgebung entweichen kann ist in der äußeren Gehäuseschale 1 in einer Öffnung 10 eine Membran vorgesehen, die sich druckabhängig öffnen lässt. Vorzugsweise wird diese sich dann von selbst öffnen, wenn der durch die Dampfbildung im Bereich 3 ansteigende Druck einen bestimmten Wert übersteigt. Zudem oder alternativ kann aber auch vorgesehen sein, dass das Öffnen dieser Membran, beispielsweise von einer Leitwarte aus, gesteuert wird.

Die zeitliche Dauer der Kühlung ist begrenzt durch das vor ¬ handene Kühlwasservolumen. Dieses muss damit so bemessen sein, dass es für eine bestimmte Zeitdauer zur Verfügung steht und somit den Sicherheitsanforderungen zur Beherrschung von Störfallen entspricht.

Zusätzlich kann für den Fall, dass das Volumen nicht ausreichend dimensioniert werden kann, eine weitere Maßnahme zur Nachkühlung vorgesehen sein. Dazu ist im Bereich 3 zwischen der inneren 2 und äußeren 1 Gehäuseschale eine Trennwand 4 so angeordnet, dass die natürliche Konvektion in diesem Bereich 3 unterstützt wird. Ist das Kühlwasser im Bereich 3 aufge ¬ braucht, kann so zwischen Trennwand 4 und der Außenwand des Sicherheitsbehälters 2 eine Luftströmung aufgebaut werden die weiterhin eine Wärmeabfuhr aus dem Innern des Sicherheitsbehälters 2 bewirkt.