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Patent Searching and Data


Title:
REDUCTION OF CONTRAILS DURING OPERATION OF AIRCRAFT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/166040
Kind Code:
A1
Abstract:
Disclosed is a method for reducing contrails during operation of an aircraft (100, 100') having a heat engine (10). The method comprises: bringing about condensation of the moisture contained in the exhaust gas (A) of the heat engine by mixing at least part of the exhaust gas with ambient air (U) of the aircraft and separating the condensed-out water on the aircraft. Further disclosed is an aircraft (100, 100') having a heat engine (10). The aircraft comprises at least one nozzle (30), which is designed to guide at least some exhaust gas (A) out of the heat engine of the aircraft into ambient air (U) of the aircraft and thus generate a gas mixture, and at least one separating device (40) for separating condensed-out water out of the gas mixture.

Inventors:
KLINGELS, Hermann (Bgm.-Scharl-Straße 7, Dachau, 85221, DE)
Application Number:
DE2019/000048
Publication Date:
September 06, 2019
Filing Date:
February 27, 2019
Export Citation:
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Assignee:
MTU AERO ENGINES AG (Dachauer Straße 665, München, 80995, DE)
International Classes:
B01D5/00; B01D53/00; B01D53/24; B01D53/26; B64D33/04; F01D25/32; F02C3/30; F02C7/00
Foreign References:
US20150285158A12015-10-08
GB2531629A2016-04-27
US20080072577A12008-03-27
GB596696A1948-01-08
EP3048281A12016-07-27
US20130206912A12013-08-15
US7971438B22011-07-05
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Reduzieren von Kondensstreifen beim Betrieb eines Fluggeräts (100, l00‘) mit Wärmekraftmaschine (10), das umfasst:

- ein Herbeiführen einer Kondensation von im Abgas (A) der Wärmekraftmaschine enthaltener Feuchtigkeit durch Mischen wenigstens eines Teils des Abgases mit Umgebungsluft (U) des Fluggeräts sowie

- ein Abscheiden des auskondensierten Wassers am Fluggerät.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Mischen mindestens teilweise an einer äußeren Oberfläche (20) des Fluggeräts erfolgt, an der mindestens ein Teil der Umgebungsluft entlangströmt.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Mischen mindestens teilweise in einem von zumindest einem Teil der Umgebungsluft (U) durchströmten Mischkanal (60) im Fluggerät erfolgt.

4. Verfahren gemäß Anspruch 3, das ein Einstellen eines Zuflusses an Umgebungsluft (U) in den Mischkanal (60) durch Beeinflussen einer variablen Einlauföffhung (61) des Mischkanals umfasst.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Abscheiden umfasst:

- ein elektrostatisches Aufladen von Wassermolekülen im Abgas und ein Lenken aufgeladener auskondensierter Wassertröpfchen (W) zu einem komplementären Pol (42, 42‘) hin und/oder

- ein Fliehkraftabscheiden und/oder ein Auszentrifugieren mindestens eines mindestens eines Teils des auskondensierten Wassers.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das ein Absaugen des

abgeschiedenen Wassers mit einer Kondensatpumpe (51) umfasst.

7. Fluggerät (100, 100‘) mit einer Wärmekraftmaschine (10), das zudem aufweist: mindestens eine Düse (30), die dazu eingerichtet ist, Abgas (A) aus der Wärmekraftmaschine des Fluggeräts mindestens zum Teil in Umgebungsluft (U) des Fluggeräts zu leiten und so ein Gasgemisch zu erzeugen, und

mindestens eine Abscheidevorrichtung (40) zum Abscheiden auskondensierten Wassers aus dem Gasgemisch.

Fluggerät gemäß Anspruch 7, wobei die mindestens eine Düse (30) dazu eingerichtet ist, durch sie hindurchgeleitetes Abgas (A)

- an einer im Betrieb des Flugbetriebs von mindestens einem Teil der Umgebungsluft (U) überströmten äußeren Oberfläche (20) des Fluggeräts und/oder

- in einen im Betrieb des Fluggeräts von mindestens einem Teil der Umgebungsluft (U) durchströmten Mischkanal (60) hinein

abzugeben.

Fluggerät gemäß einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei die mindestens eine

Abscheidevorrichtung umfasst:

einen ersten Pol (41) zum elektrostatischen Aufladen von Wassermolekülen im Abgas und einen zweiten, komplementären Pol (42, 42‘) zum Anziehen aufgeladener auskondensierter Wassertröpfchen (W) und/oder

eine Vorrichtung zum Fliehkraftabscheiden und/oder zum Auszentrifugieren mindestens eines Teils des auskondensierten Wassers.

10. Fluggerät gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9, das zudem mindestens eine Auffangrinne (50) für abgeschiedenes Wasser und/oder eine Kondensatpumpe (51) zum Absaugen abgeschiedenen Wassers umfasst.

11. Fluggerät gemäß einem der Ansprüche 7 bis 10, das dazu eingerichtet ist, ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6 auszuführen.

Description:
Reduktion von Kondensstreifen beim Betrieb von Fluggeräten

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reduzieren von Kondensstreifen beim Betrieb von Fluggeräten mit Wärmekraftmaschine. Die Erfindung betrifft ferner ein Fluggerät mit einer Wärmekraftmaschine.

Viele Fluggeräte werden durch Wärmekraftmaschinen in Kombination mit geeigneten Vortriebserzeugem (Propulsoren) angetrieben. Als Vortriebserzeuger werden Propeller und Gebläse (die auch als„Fans“ bezeichnet werden) verwendet, zudem trägt auch der

Abgasstrahl aus der Wärmekraftmaschine zum Vortrieb bei.

Die am meisten verwendeten Wärmekraftmaschinen sind Gasturbinen und Kolbenmotoren (Hubkolben, Kreiskolben), wobei letztere heute nur bei relativ kleinen Fluggeräten eingesetzt werden.

Als Energieträger werden derzeit fast ausschließlich fossile Kraftstoffe verwendet. Es gab auch Versuche mit flüssigem Wasserstoff oder flüssigem Erdgas. Bei der Verbrennung dieser Kraftstoffe entstehen unerwünschte Umweltbelastungen, die zur Klimaänderung beitragen:

Bei der Verbrennung fossiler Kraftstoffe entstehen hauptsächlich Kohlenstoffdioxid (C0 2 ) und Wasser (H 2 0); darüber hinaus sind aber auch Stickoxide (NO x ), Schwefeloxide (SO x ), unverbrannte Kohlenwasserstoffe (C x H y ) Kohlenstoffmonoxid (CO) etc. im Abgas zu finden. Bei Verwendung von Wasserstoff werden hauptsächlich Wasser und wegen der hohen Prozesstemperaturen auch Stickoxide (NO x ) produziert.

Das im Abgas vorhandene Wasser erzeugt unter bestimmten Bedingungen Kondensstreifen. Diese werden gebildet, wenn sich das warme, feuchte Abgas mit kälterer Umgebungsluft mischt.

Die Auswirkung der Kondensstreifen und der daraus entstehenden Zirruswolken auf die globale Klimaveränderung wird unter Experten kontrovers diskutiert. Viele Fachleute sind der Meinung, dass die Auswirkung der Kondensstreifen von ähnlicher - wenn nicht sogar

BESTÄTIGUNGSKOPIE größerer - Bedeutung ist als der C0 2 Ausstoß von Flugzeugen und dass Kondensstreifen damit an der Klimawirkung des gesamten Flugverkehrs einen wesentlichen Anteil haben.

Zur Entfeuchtung von Abgasströmen eines Gasturbinenmotors wird in der Druckschrift US 7 971 438 B2 ein System von mehreren Wärmetauschern (Rekuperatoren) vorgeschlagen, mit denen im Abgas vorhandener Wasserdampf zumindest teilweise auskondensiert wird.

Die Rekuperatoren sind dabei reine Gas/Gas - Wärmetauscher. Da diese bei niedrigem Druck und auch mit geringen Temperaturdifferenzen arbeiten sollen, müssen sie ein großes

Volumen aufweisen. Die einsetzbaren Wärmetauscher sind daher schwer und erzeugen zudem große Druckverluste. Insbesondere wird dadurch der Treibstoffverbrauch des

Fluggeräts erhöht.

Der vorliegenden Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, eine Technik

bereitzustellen, mit der die Bildung von Kondensstreifen beim Betrieb von Fluggeräten unter Vermeidung der genannten Nachteile reduziert werden kann.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und ein Fluggerät gemäß Anspruch 7. Vorteilhafte Ausführungsformen werden in den Unteransprüchen, der

Beschreibung und den Figuren offenbart.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient einem Reduzieren von Kondensstreifen beim Betrieb von Fluggeräten mit Wärmekraftmaschine. Es umfasst ein Herbeiführen einer Kondensation von im Abgas der Wärmekraftmaschine enthaltener Feuchtigkeit, indem mindestens ein Teil des Abgases mit Umgebungsluft des Fluggeräts (die also das Fluggerät mindestens teilweise umströmt bzw. an einer Oberfläche des Fluggeräts entlangströmt) gemischt wird. Das auskondensierte Wasser wird am Fluggerät abgeschieden, beispielsweise an einer Außenfläche oder mindestens teilweise innerhalb eines Hohlraums des Fluggeräts.

Ein erfindungsgemäßes Fluggerät umfasst eine Wärmekraftmaschine und mindestens eine Düse, die dazu eingerichtet ist, im Betrieb des Fluggeräts entstehendes Abgas aus der

Wärmekraftmaschine mindestens teilweise in Umgebungsluft des Fluggeräts einzuleiten und so ein Gasgemisch zu erzeugen; vorzugsweise ist die mindestens eine Düse (die insbesondere eine Kemtriebwerksdüse sein kann) im Betrieb des Fluggeräts mindestens teilweise von der Umgebungsluft umströmt und/oder dazu eingerichtet, das Abgas in Strömungsrichtung der Umgebungsluft abzugeben. Ein erfindungsgemäßes Fluggerät weist ferner eine

Abscheidevorrichtung zum Abscheiden auskondensierten Wassers aus dem Gasgemisch auf. Insbesondere eignet sich das Fluggerät zum Durchfuhren eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer der in dieser Schrift offenbarten Ausfiihrungsformen.

Das erfindungsgemäße Mischen des Abgases mit der Umgebungsluft (die eine niedrigere Temperatur als das Abgas aufweist) ermöglicht eine wirkungsvolle Kühlung des Abgases mit einfachsten Mitteln, insbesondere ohne dass große oder schwere Wärmetauscher in das

Fluggerät integriert und mit diesem mitgefuhrt werden müssen. Die im Abgas enthaltene Feuchtigkeit kann auf diese Weise unter den Taupunkt, an dem die relative Feuchte 100% beträgt und damit Sättigung erreicht ist, abgekühlt werden; unterhalb des Taupunkts entstehen an Kondensationskeimen (wie beispielsweise an Staub, Rußpartikeln und/oder elektrisch geladenen Molekülen) mikroskopisch kleine Wassertröpfchen.

Vorzugsweise wird das abgeschiedene auskondensierte Wasser aufgefangen, beispielsweise mittels einer Auffangrinne des Fluggeräts. Von dort kann das Wasser mittels einer

Kondensatpumpe abgesaugt werden. Mindestens ein Teil des Wassers kann dann direkt durch eine Ableitung über Bord gelassen werden, und/oder mindestens ein Teil des Wassers kann einer Wasseraufbereitung und danach der Wärmekraftmaschine zugefiihrt zu werden; im letzteren Fall kann das Wasser beispielsweise mindestens teilweise in die Brennkammer eingespritzt und/oder mindestens teilweise einem Dampferzeuger zugefiihrt werden, der dazu eingerichtet sein kann, aus dem Wasser unter Ausnutzung von Abgas wärme Dampf zu erzeugen. Ein

erfindungsgemäßes Fluggerät kann entsprechend eine derart für die genannten Funktionen konzipierte Auffangrinne, Kondensatpumpe, Ableitung, Vorrichtung zur Wasseraufbereitung und/oder einen Dampferzeuger umfassen.

Das Mischen kann mindestens teilweise an einer äußeren Oberfläche des Fluggeräts

(insbesondere in einer sich am Fluggerät ausbildenden (fluiddynamischen) Grenzschicht) erfolgen, an der mindestens ein Teil der Umgebungsluft entlangströmt. Die Oberfläche kann beispielsweise am Rumpf, an einem Flügel, einem Leitwerk oder einer Triebwerksgondel des Fluggeräts angeordnet sein. Eine derartige Oberfläche kann - bezogen auf eine vorgesehene Flugrichtung - hinter der Wärmekraftmaschine angeordnet sein, so dass das Abgas nach seinem Austritt aus der

Wärmekraftmaschine unmittelbar auf die Oberfläche strömt.

Alternativ oder zusätzlich kann gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform eines

erfindungsgemäßen Verfahrens mindestens ein Teil des Abgases durch ein Leitungssystem zu einer derartigen, von Umgebungsluft überströmten Oberfläche geführt werden; auf diese Weise kann beispielsweise eine für das Mischen und/oder Abscheiden und/oder ggf. das Auffangen besonders vorteilhafte Oberflächenstruktur ausgenutzt werden.

Ein solches Leitungssystem mündet vorzugsweise in einer Düse (z.B. einer Kemtriebwerksdüse), durch die das Abgas (bzw. ein Teil desselben) zum Mischen (bevorzugt in Strömungsrichtung der Umgebungsluft) abgelassen werden kann; die Düse ist bevorzugt so angeordnet, dass sie im Betrieb mindestens teilweise von der Umgebungsluft umströmt wird. Dem entsprechend kann ein erfindungsgemäßes Fluggerät ein solches Leitungssystem umfassen, an dessen Ende die mindestens eine Düse angeordnet sein kann.

Insbesondere kann mittels eines derartigen Leitungssystems das Abgas beispielsweise an mehrere verschiedene Stellen (z.B. am Rumpf und an mindestens einem der Flügel, oder an Ober- und Unterseite mindestens eines Fügels) am Fluggerät geleitet und damit weit verteilt werden, so dass ein besonders vorteilhaftes Mischungsverhältnis mit einem großen Anteil kühler Umgebungsluft: und einem relativ kleinen Anteil heißen Abgases erzielt werden kann.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Mischen mindestens teilweise in einem von zumindest einem Teil der Umgebungsluft:

durchströmten, im Fluggerät ausgebildeten Mischkanal; entsprechend kann ein

erfindungsgemäßes Fluggerät hierzu einen derartigen Mischkanal aufweisen, in dem die mindestens eine Düse angeordnet und/oder in den hinein sie gerichtet sein kann.

Ein derartiger Mischkanal kann eine variable Einlauföffnung aufweisen, mittels deren ein Zufluss an Umgebungsluft einstellbar sein kann. Ein erfindungsgemäßes Verfahren kann entsprechend ein Einstellen des Zuflusses durch Beeinflussen einer solchen variablen

Einlauföffnung umfassen, beispielsweise in Abhängigkeit von einer jeweils aktuellen Leistung der Wärmekraftmaschine und/oder einer Temperatur der Umgebungsluft. Auf diese Weise kann ein für die Kondensation vorteilhaftes Mischverhältnis unter Vermeidung einer hohen, die Abscheidung und/oder ein Auffangen des abgeschiedenen Wassers erschwerenden Strömung erreicht werden. Ein erfindungsgemäßes Fluggerät kann eine entsprechende Betätigungs- und Steuereinheit zum Einstellen einer solchen variablen Einlauföffhung umfassen.

Eine Zuführung des Abgases (bzw. eines Teils des Abgases) vom Triebwerk zu dem Mischkanal kann durch ein Leitungssystem erfolgen; ein erfindungsgemäßes Fluggerät kann entsprechend ein derartiges Leitungssystem umfassen.

Das Abscheiden des auskondensierten Wassers kann ein Fliehkraftabscheiden und/oder ein Auszentrifugieren mindestens eines Teils der auskondensierten Wassertröpfchen umfassen, wobei jeweils das Abgas und/oder das Gasgemisch in Rotation versetzt werden kann; ein erfindungsgemäßes Fluggerät kann entsprechend mindestens eine Vorrichtung zum

Fliehkraftabscheiden und/oder zum Auszentrifugieren mindestens eines Teils des

auskondensierten Wassers umfassen.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das Abscheiden des auskondensierten Wassers ein elektrostatisches Aufladen von Wassermolekülen im Abgas sowie ein Lenken mindestens eines Teils der aufgeladenen auskondensierten

Wassertröpfchen zu einem (zur Aufladung) komplementären Pol hin (der dann vorzugsweise als eine Niederschlagselektrode wirkt). Das Aufladen kann beispielsweise mittels einer

Sprühelektrode zur Stoßionisation bzw. zum Durchfuhren einer Korona-Aufladung erfolgen. Auf diese Weise können die elektrostatischen Kräfte die entstandenen Wassertröpfchen geeignet lenken und damit einen Abtransport des Wassers erleichtern, beispielsweise mittels einer Auffangrinne, von der aus das Wasser - wie oben erwähnt - abgesaugt werden kann. In

Ausführungsvarianten, bei denen wie oben beschrieben das Mischen mindestens teilweise an einer äußere Oberfläche des Fluggeräts erfolgt, kann zumindest ein Bereich dieser Oberfläche als Niederschlagselektrode ausgebildet (also entsprechend elektrisch geladen) sein; so kann eine Bewegung der Wassertröpfchen zur Oberfläche hin bewirkt werden.

Ein erfindungsgemäßes Fluggerät kann dem entsprechend vorzugsweise eine Vorrichtung mit einem ersten Pol zum elektrostatischen Aufladen von Wassermolekülen im Abgas und einem zweiten, (zum ersten) komplementären Pol (z.B. einer Niederschlagselektrode) zum Anziehen mindestens eines Teils der aufgeladenen auskondensierten Wassertröpfchen aufweisen. Der erste Pol kann beispielsweise als Sprühelektrode zur Stoßionisation bzw. zum Durchfuhren einer Korona- Aufladung ausgebildet sein. Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist der erste Pol im Inneren der mindestens einen Düse angeordnet. Der erste Pol kann aber auch

stromabwärts der Düse angeordnet sein.

In Ausführungsvarianten, bei denen die mindestens eine Düse auf eine im Betrieb des Fluggeräts von mindestens einem Teil der Umgebungsluft überströmte äußere Oberfläche gerichtet ist, kann analog zum Obigen zumindest ein Bereich dieser Oberfläche den zweiten Pol (die

Niederschlagselektrode) ausbilden.

Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es versteht sich, dass einzelne Elemente und Komponenten auch anders kombiniert werden können als dargestellt. Bezugszeichen für einander entsprechende Elemente sind figurenübergreifend verwendet und werden ggf. nicht für jede Figur neu beschrieben.

Es zeigen schematisch:

Figur 1 : eine erste exemplarische Ausführungsform eines erfmdungsgemäßen Fluggeräts; und Figur 2: eine zweite exemplarische Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fluggeräts.

In Figur 1 ist schematisch erstes Ausführungsbeispiel eines erfmdungsgemäßen Fluggeräts 100 gezeigt. Das Fluggerät, das insbesondere zur Durchführung eines erfmdungsgemäßen Verfahrens geeignet ist, umfasst eine Wärmekraftmaschine 10 zum Antrieb des Fluggeräts 100 sowie ein in der Figur schematisch verdeutlichtes Leitungssystem 31, das dazu

eingerichtet ist, Abgas A aus der Wärmekraftmaschine zu einer Düse 30 zu leiten.

Die Düse 30 ist im dargestellten Betrieb des Fluggeräts (im Bereich einer Grenzschicht) zumindest teilweise von Umgebungsluft U umströmt und dazu eingerichtet, das durch sie hindurchgeführte Abgas A in Strömungsrichtung der Umgebungsluft U an einer Oberfläche 20 abzugeben, die von der Umgebungsluft überströmt wird (an der entlang also die

Umgebungsluft strömt). Das Abgas A und der jeweilige Teil der Umgebungsluft U

vermischen sich also an der Oberfläche 20. Das entstehende Gasgemisch strömt dann entlang der Oberfläche 20 weiter. Das erfindungsgemäße Mischen des Abgases A mit der Umgebungsluft U erlaubt eine effiziente Abkühlung im Abgas enthaltener Feuchtigkeit unter den Taupunkt, ohne dass das Fluggerät dafür mit schweren und sperrigen Spezialvorrichtungen wie beispielsweise (im vorliegenden Anwendungsbereich effektiven) Wärmetauschern ausgestattet werden muss. Der Sättigungsdampfdruck im Gasgemisch sinkt durch die Abkühlung stärker ab als der

Partialdruck des Wassers, es kommt zur Übersättigung und es entstehen an sogenannten Kondensationskeimen (z.B. an Staub- und/oder Rußpartikeln und/oder an elektrisch geladenen Molekülen) feine Wassertröpfchen W.

Das Fluggerät 100 weist weiterhin eine Abscheidevorrichtung 40 auf, die im vorliegenden Fall eine Sprühelektrode 41 zum Aufladen der Wassermoleküle nach dem Korona- Aufladeverfahren (Stoßionisation) und eine Niederschlagselektrode 42 umfasst, die sich infolge eines angelegten, zur Sprühelektrode komplementären Pols entlang der Oberfläche 20 erstreckt. Die elektrostatischen Kräfte bewirken eine Bewegung der Wassertröpfchen W in Richtung der Oberfläche, wo sie weiter stromabwärts die Oberfläche 20 berühren und dann z.B. in eine Auffangrinne 50 geleitet werden.

Alternativ oder zusätzlich könnte die Abscheidevorrichtung eines erfindungsgemäßen

Fluggeräts eine Vorrichtung zum Fliehkraftabscheiden und/oder zum Auszentrifugieren mindestens eines Teils des auskondensierten Wassers umfassen (nicht dargestellt).

Das dargestellte Beispiel eines erfindungsgemäßen Fluggeräts 100 weist zudem eine

Kondensatpumpe 51 auf, die dazu eingerichtet ist, das so abgeschiedene Wasser aus der Auffangrinne 50 abzusaugen. Das Wasser kann dann direkt mittels einer Ableitung 52 über Bord gelassen werden, und/oder mindestens ein Teil des Wassers kann einer

Wasseraufbereitung 53 und danach - durch ein (in der Figur schematisch verdeutlichtes) Kanalsystem 54 hindurch - der Wärmekraftmaschine 10 zugeführt zu werden. Dort kann das Wasser beispielsweise direkt in die Brennkammer der Wärmekraftmaschine eingespritzt werden, oder es kann einem Dampferzeuger zugeführt werden (nicht dargestellt), der die Abgaswärme der Wärmekraftmaschine zum Generieren von Dampf nutzt.

In Figur 2 ist schematisch ein Fluggerät l00‘ gemäß einer alternativen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gezeigt. Im Unterschied zum in Figur 1 dargestellten Fluggerät 100 ist die Düse 30 des Fluggeräts 100‘ im Inneren eines Mischkanals 60 angeordnet. Das Fluggerät teilweise (nämlich ausgehend von der Düse stromaufwärts) überströmende Umgebungsluft (vorzugsweise aus einer Grenzschicht) durchströmt den Kanal 60 und wird dabei mit Abgas A gemischt.

Eine Einlaufoffnung 61 des Mischkanals ist mittels einer Klappe 62 (und vorzugsweise einer zugehörigen, nicht gezeigten Betätigungs- und Steuereinheit) variabel, so dass ein Zufluss an Umgebungsluft U in den Mischkanal 60 einstellbar ist, beispielsweise abhängig von einer jeweils aktuellen Leistung der Wärmekraftmaschine und/oder einer Temperatur der Umgebungsluft U.

Wie im in Figur 1 gezeigten Beispiel weist auch die Düse 30 des Fluggeräts l00‘ eine

Sprühelektrode 41‘ zum elektrostatischen Aufladen von Wassermolekülen im Abgas auf. Eine zugehörige Niederschlagselektrode 42‘ des Fluggeräts 100‘ ist im vorliegenden

Ausführungsbeispiel als Teil einer Kanalwand des Mischkanals 60 ausgebildet, zu der hin die Wassertröpfchen W infolge der elektrostatischen Kräfte gelenkt werden. Das so abgeschiedene Wasser wird analog zum in Figur 1 gezeigten Fall aufgefangen und abgeführt.

Offenbart ist ein Verfahren zum Reduzieren von Kondensstreifen beim Betrieb eines Fluggeräts 100, 100‘ mit Wärmekraftmaschine 10. Das Verfahren umfasst ein Herbeiführen einer

Kondensation von im Abgas A der Wärmekraftmaschine enthaltener Feuchtigkeit durch Mischen wenigstens eines Teils des Abgases mit Umgebungsluft U des Fluggeräts sowie ein Abscheiden des auskondensierten Wassers am Fluggerät.

Offenbart ist ferner ein Fluggerät 100, l00‘ mit einer Wärmekraftmaschine 10. Das Fluggerät umfasst mindestens eine Düse 30, die dazu eingerichtet ist, Abgas A aus der

Wärmekraftmaschine des Fluggeräts mindestens zum Teil in Umgebungsluft U des Fluggeräts zu leiten und so ein Gasgemisch zu erzeugen, und mindestens eine Abscheidevorrichtung 40 zum Abscheiden auskondensierten Wassers aus dem Gasgemisch. Bezugszeichen

10 Wärmekraftmaschine 20 Oberfläche des Fluggeräts

30 Düse

31 Leitungssystem 40 Abscheidungsvorrichtung

41 , 4 G Sprühelektrode

42, 42‘Niederschlagselektrode

50 Auffangrinne

51 Kondensatpumpe

52 Ableitung

53 Wasseraufbereitung

54 Kanalsystem 60 Mischkanal

61 variable EinlaufÖffnung

62 verstellbare Klappe

100, 100‘ Fluggerät

A Abgas

U Umgebungsluft

W auskondensierte Wassertröpfchen