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Title:
REGULATING DEVICE FOR AN EXHAUST-GAS-CONDUCTING SECTION OF AN EXHAUST-GAS TURBOCHARGER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/162106
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a regulating device for an exhaust-gas-conducting section of an exhaust-gas turbocharger, wherein the regulating device (19) is designed for guiding a flow of a fluid into a bypass duct (22), which is formed in the exhaust-gas-conducting section (9) through which flow can pass, for the purposes of bypassing a turbine wheel (14) of the exhaust-gas-conducting section (9), which turbine wheel is arranged rotatably in the exhaust-gas-conducting section (9) in a wheel chamber of the exhaust-gas-conducting section (9), and for guiding the flow of the fluid into a first channel (17) of the exhaust-gas-conducting section (9) and into a second channel (18) of the exhaust-gas-conducting section (9), and wherein the regulating device (19) has a shut-off element (24) and a valve housing (25) which accommodates the shut-off element (24), with the aid of which shut-off element communication openings (29, 30, 31) of the valve housing (25) can be entirely or at least partially shut off or opened up for flow guidance purposes, and wherein the shut-off element (24) in the valve housing (25) is designed to be capable of performing a translational movement along a longitudinal axis (26) of the valve housing (25).

Inventors:
WALKINGSHAW, Jason (Curiestr. 8, Heidelberg, 69126, DE)
SCHEUERMANN, Tobias (Blumenstr. 16/1, Heidelberg, 69115, DE)
IOSIFIDIS, Georgios (Grünewaldstr. 12, Heidelberg, 69126, DE)
GUTHÖRLE, Manfred (Im Grund 7, Neckarbischofsheim, 74924, DE)
OEHL, Hans-Peter (Hirschbrunnenweg 46, Schwetzingen, 68723, DE)
Application Number:
EP2016/000455
Publication Date:
October 13, 2016
Filing Date:
March 15, 2016
Export Citation:
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Assignee:
IHI CHARGING SYSTEMS INTERNATIONAL GMBH (Haberstr. 24, Heidelberg, 69126, DE)
International Classes:
F01D9/02; F01D17/10; F02B37/02; F02B37/18; F02C6/12
Domestic Patent References:
WO1999019613A11999-04-22
WO2014082714A12014-06-05
Foreign References:
EP2246543A12010-11-03
DE202013100774U12013-03-13
DE102010008411A12011-08-18
Attorney, Agent or Firm:
HEEB-KELLER, Annette (Waldwinkel 7a, Bad Heilbrunn, 83670, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Regelvorrichtung für einen Abgasführungsabschnitt eines Abgasturboladers, wobei die Regelvorrichtung (19) zur Strömungsleitung eines Fluids in einen im durchströmbaren Abgasführungsabschnitt (9) ausgebildeten Umgehungskanal (22) zur Umgehung eines im Abgasführungsabschnitt (9) in einer Radkammer des Abgasführungsabschnitts (9) drehbar angeordneten Turbinenrades (14) des Abgasführungsabschnitts (9) sowie zur Strömungsleitung des Fluids in eine erste Flut (17) des Abgasführungsabschnitts (9) und in eine zweite Flut (18) des Abgasführungsabschnitts (9) ausgebildet ist, und wobei die Regelvorrichtung (19) ein Sperrglied (24) und ein das Sperrglied (24) aufnehmendes Ventilgehäuse (25) aufweist, mit dessen Hilfe Kommunikationsöffnungen (29, 30, 31 ) des Ventilgehäuses (25) zur Strömungsleitung vollständig oder zumindest teilweise gesperrt oder freigegeben werden können, und wobei das Sperrglied (24) im Ventilgehäuse (25) eine translatorische Bewegung entlang einer Längsachse (26) des Ventilgehäuses (25) ausführbar ausgebildet ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Sperrglied (24) in Form eines Schiebers ausgebildet ist, und eine erste

Sperrgliedfläche (33) und eine zweite Sperrgliedfläche (34) aufweist, wobei die erste Sperrgliedfläche (33) einer Sperrung der Durchströmung der Kommunikationsöffnung (29; 30; 31 ) und die zweite Sperrgliedfläche (34) einer Sperrung der Durchströmung ausgehend von einer der Kommunikationsöffnungen (29; 30; 31 ) in eine der anderen Kommunikationsöffnungen (30; 31 ; 29) dient, und wobei mit Hilfe des Sperrglieds (24) eine Kommunikation zwischen den Kommunikationsöffnungen (30, 31, 29) verhinderbar ist.

2. Regelvorrichtung nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Sperrglied (24) in Form eines Zylinders ausgebildet ist.

3. Regelvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrglied (24) hohl ausgebildet ist.

4. Regelvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Sperrglied (24) eine Bewegungsvorrichtung aufweist, deren Krafteinleitung zur Bewegung des Sperrglieds (24) auf das Sperrglied (24) in Richtung seiner Längsachse (26) an dieser angreifend erfolgt.

5. Regelvorrichtung nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Sperrglied (24) zur Kraftaufnahme eine koaxial mit der Längsachse (26) ausgebildete Aufnahmeöffnung (37) aufweist.

6. Regelvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Sperrglied (24) aus einem keramischen Material ausgebildet ist.

Description:
Regelvorrichtung für einen Abgasführungsabschnitt eines Abgasturboladers

Die Erfindung betrifft eine Regelvorrichtung für einen Abgasführungsabschnitt eines Abgasturboladers der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.

Aus der Offenlegungsschrift DE 10 2010 008 411 A1 geht eine Regelvorrichtung für einen Abgasführungsabschnitt eines Abgasturboladers hervor. Die Regelvorrichtung ist zum Öffnen und Schließen eines Umgehungskanals im durchströmbaren

Abgasführungsabschnitt zur Umgehung eines im Abgasführungsabschnitt in einer Radkammer des Abgasführungsabschnitts drehbar angeordneten Turbinenrades des Abgasführungsabschnitts vorgesehen. Des Weiteren dient die Regelvorrichtung einer Trennung oder Verbindung einer ersten Flut des Abgasführungsabschnitts mit einer zweiten Flut des Abgasführungsabschnitts. Ein Sperrglied der Regelvorrichtung weist eine Längsachse, entlang derer es bewegbar ist, auf. Mit Hilfe einer translatorischen

Bewegung entlang der Längsachse werden Einströmquerschnitte der Fluten und des Umgehungskanals vollständig oder teilweise geschlossen oder geöffnet.

Mit Hilfe einer derartigen Regelvorrichtung ist es möglich in bestimmten Betriebspunkten des Abgasturboladers, insbesondere bei Betriebspunkten aufweisend große

Strömungsmengen, das Turbinenrad vollständig oder teilweise zu umgehen, und das Turbinenrad durch Schließen oder Verbinden der Fluten strömungsgünstig zu

beaufschlagen, so dass ein effizienterer Betrieb des Abgasturboladers ermöglicht ist.

Eine Strömungsverbindung bzw. -Sperrung der Fluten und des Umgehungskanals ist mit Hilfe des federbelasteten Sperrglieds herbeiführbar, wobei das Sperrglied einen ersten Teller und einen zweiten Teller aufweist, welche je nach Strömungsleitung die Fluten und den Umgehungskanal sperren oder freigeben.

Somit ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine kostengünstige

Regelvorrichtung für einen Abgasführungsabschnitt eines Abgasturboladers

bereitzustellen. Diese Aufgabe wird mit Hilfe einer Regelvorrichtung für einen Abgasführungsabschnitt eines Abgasturboladers mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nicht-trivialen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Eine erfindungsgemäße Regelvorrichtung für einen Abgasführungsabschnitt eines Abgasturboladers ist zur Strömungsleitung eines Fluids, welches den

Abgasführungsabschnitt durchströmt, ausgestaltet. Sie dient der Strömungsleitung bzw. Strömungsführung des Fluids in einem im durchströmbaren Abgasführungsabschnitt ausgebildeten Umgehungskanal, welcher zur Umgehung eines im

Abgasführungsabschnitt in einer Radkammer des Abgasführungsabschnitts drehbar angeordneten Turbinenrades des Abgasführungsabschnitts sowie der Strömungsleitung des Fluids in eine erste Flut des Abgasführungsabschnitts und in eine zweite Flut des Abgasführungsabschnitts. Die Regelvorrichtung weist ein Sperrglied und ein das

Sperrglied aufnehmendes Ventilgehäuse auf, mit dessen Hilfe Kommunikationsöffnungen des Ventilgehäuses zur Strömungsleitung vollständig oder zumindest teilweise gesperrt oder freigegeben werden können. Das Sperrglied ist im Ventilgehäuse eine

translatorische Bewegung entlang einer Längsachse des Ventilgehäuses ausführbar ausgebildet. Das Sperrglied ist in Form eines Schiebers ausgebildet, und weist eine erste Sperrgliedfläche und eine zweite Sperrgliedfläche auf. Es dient die erste Sperrgliedfläche einer Sperrung der Durchströmung der Kommunikationsöffnung und die zweite

Sperrgliedfläche einer Sperrung der Durchströmung ausgehend von einer der

Kommunikationsöffnungen in eine der anderen Kommunikationsöffnungen.

Der Vorteil der Form des Sperrglieds ist darin zu sehen, dass das Sperrglied einfach herzustellen ist. Da lediglich eine translatorische Bewegung zur Positionierung des Sperrgliedes notwendig ist, ist die Gefahr eines Verklemmens des Sperrgliedes aufgrund von Hebelkräften, welche am Sperrglied auftreten könnten, sofern dieses bspw. in Form einer Klappe ausgestaltet ist, wie sie üblicherweise bei Wastegate-Ventilen auftreten, wesentlich reduziert.

Des Weiteren ist eine Neigung zur Geräuschentwicklung wie bspw. Klappern oder Rasseln, welches bei üblichen Wastegate-Ventilen auftreten kann ebenfalls reduziert. Auch weist die erfindungsgemäße Regelvorrichtung aufgrund ihrer Flächendichtung eine gute Dichtwirkung auf.

Ein weiterer Vorteil ist eine schnellere und sichere Einstellung des Sperrgliedes, so dass insbesondere in einem Betrieb einer Verbrennungskraftmaschine, welche einen

Abgasturbolader mit einer erfindungsgemäßen Regelvorrichtung aufweist, eine schnelle Anpassung des Betriebs des Abgasturboladers an den Bedarf der

Verbrennungskraftmaschine sichergestellt ist. Hierdurch ergibt sich vorteilhafterweise aufgrund der schnellen Anpassung an den Bedarf der Verbrennungskraftmaschine eine Reduzierung des Kraftstoffbedarfs und damit eine Reduzierung von Emissionen der Verbrennungskraftmaschine.

In einer Ausgestaltung ist das Sperrglied vorteilhaft in Form eines Zylinders ausgebildet.

In einer weiteren Ausgestaltung ist das Sperrglied hohl ausgebildet, wodurch sich zur Rotation des Stellgliedes notwendige Bewegungskräfte im Vergleich zu einem massiv ausgebildeten Stellglied reduzieren lassen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit Deformationen, welche aufgrund der hohen Abgastemperaturen auftreten können, zu reduzieren. Insbesondere kann mit der Ausbildung einer variablen Wandstärke des Sperrgliedes auf die Deformation Einfluss genommen werden. Das heißt, es können bspw. extrem temperaturbelastete Bereiche des Sperrgliedes mit einer höheren

Wandstärke und/oder mit einer besonderen Formgebung versehen werden als weniger temperaturbelastete Bereiche.

In einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Regelvorrichtung weist das Sperrglied eine Bewegungsvorrichtung auf, deren Krafteinleitung zur Bewegung des Sperrglieds auf das Sperrglied in Richtung seiner Längsachse an dieser angreifend erfolgt. Der Vorteil ist eine kippfreie Bewegung des Sperrgliedes zur Sicherung der Verstellung.

Zur Kraftaufnahme weist das Sperrglied eine koaxial mit der Längsachse ausgebildete Aufnahmeöffnung auf. In dieser Aufnahmeöffnung kann ein sich in axialer Richtung entlang der Längsachse erstreckender und sich entlang dieser bewegender Aktuator aufgenommen werden, wodurch seine Bewegungsrichtung auf das Sperrglied übertragen wird. Dadurch dass die Bewegungsrichtung koaxial mit der Längsachse des Sperrgliedes und dessen Bewegungsrichtung ausgebildet ist, können Kippmomente, die ein Verklemmen des Sperrgliedes bewirken würden, vermieden werden.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Sperrglied aus einem keramischen Material ausgebildet. Die Regelvorrichtung und insbesondere das Sperrglied sind im Betrieb Temperaturschwankungen ausgesetzt, welche einen hohen

Temperaturgradienten aufweisen können, wobei sehr hohe absolute Temperaturen im Bereich von ca. 1000°C üblicherweise auftreten. Keramisches Material ist ein besonders temperaturbeständiges Material, so dass Bauteile, gefertigt aus diesem Material, hochtemperaturfest sind. Somit ist die erfindungsgemäße Regelvorrichtung, welche aus keramischem Material hergestellt ist, besonders betriebssicher.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und

Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen

Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Gleichen oder funktionsgleichen Elementen sind identische Bezugszeichen zugeordnet. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist es möglich, dass die Elemente nicht in allen Figuren mit ihrem Bezugszeichen versehen sind, ohne jedoch ihre Zuordnung zu verlieren. Dabei zeigen:

Fig. 1 in einer schematischen Darstellung eine Brennkraftmaschine mit einem

Abgasturbolader aufweisend die erfindungsgemäße Regelvorrichtung,

Fig. 2 in einer perspektivischen Darstellung ein Sperrglied der

erfindungsgemäßen Regelvorrichtung

Fig. 3 in einer weiteren perspektivischen Darstellung das Sperrglied mit Blick auf eine zweite Sperrgliedfläche,

Fig. 4 in einem Längsschnitt die Regelvorrichtung mit dem Sperrglied in einer ersten Position, Fig. 5 in einem Längsschnitt die Regelvorrichtung mit dem Sperrglied in einer zweiten Position, und

Fig. 6 in einem Längsschnitt die Regelvorrichtung mit dem Sperrglied in einer dritten Position.

Die in Fig. 1 dargestellte Brennkraftmaschine 1 , welche als Dieselmotor oder als

Ottomotor ausgeführt ist, weist einen Abgastrakt 2 auf. Im Betrieb saugt die

Brennkraftmaschine 1 über einen Frischluftstrang 32 Verbrennungsluft an, die nach einer unter Zufuhr von Kraftstoff erfolgten Verbrennung in der Brennkraftmaschine 1 als Abgas über den Abgastrakt 2 abgeführt wird.

Der Abgastrakt 2 umfasst einen mit der Brennkraftmaschine 1 verbundenen ersten Abgaskrümmer 3 und einen ebenfalls mit der Brennkraftmaschine 1 verbundenen zweiten Abgaskrümmer 4, wobei dem ersten Abgaskrümmer 3 eine erste Abgasleitung 5 und dem zweiten Abgaskrümmer 4 eine zweite Abgasleitung 6 zugeordnet ist.

An einem von der Brennkraftmaschine 1 abgewandten Ende der ersten Abgasleitung 5 und an einem von der Brennkraftmaschine 1 angewandt ausgebildeten Ende der zweiten Abgasleitung 6 ist ein Abgasturbolader 7 positioniert, welcher ein Gehäuse 8 aufweist, das einen durchströmbaren Abgasführungsabschnitt 9, einen durchströmbaren

Luftführungsabschnitt 10 und einen Lagerabschnitt 1 1 umfasst, wobei der

Luftführungsabschnitt 10 im Frischluftstrang 32 und der Abgasführungsabschnitt 9 im Abgastrakt 2 angeordnet sind. Der Lagerabschnitt 11 ist zwischen dem

Luftführungsabschnitt 10 und dem Abgasführungsabschnitt 9 positioniert.

Der Abgasturbolader 7 weist zusätzlich zum Gehäuse 8 ein Laufzeug 12 auf, welches ein Verdichterrad 13 zum Ansaugen und Verdichten von Verbrennungsluft, ein Turbinenrad 14 zur Expansion von Abgas und eine das Verdichterrad 13 mit dem Turbinenrad 14 drehfest verbindende Welle 15 mit einer ersten Drehachse 16 umfasst. Das Verdichterrad 13 ist im Luftführungsabschnitt 10, das Turbinenrad 14 ist im Abgasführungsabschnitt 9 und die Welle 15 ist im Lagerabschnitt 11 drehbar gelagert.

Im Betrieb der Brennkraftmaschine 1 wird das Turbinenrad 14 als Folge einer

Beaufschlagung durch das Abgas der Brennkraftmaschine 1 in eine Rotationsbewegung versetzt, wobei mit Hilfe der Welle 15 das Verdichterrad 13 ebenfalls in Rotation versetzt wird, so dass es Frischluft bzw. Verbrennungsluft ansaugt und verdichtet.

Zur Verbesserung des Betriebsverhaltens des Abgasturboladers 7, insbesondere bei niedrigen Lasten und Drehzahlen der Brennkraftmaschine 1 , ist der

Abgasführungsabschnitt 9 zweiflutig ausgebildet, wobei die erste Abgasleitung 5 mit einer ersten Flut 17 des Abgasführungsabschnitts 9 und die zweite Abgasleitung 6 mit einer zweiten Flut 18 des Abgasführungsabschnitts 9 verbunden ist. Die erste

Flut 17 ist von der zweiten Flut 18 durch eine nicht näher dargestellte gehäusefeste Flutentrennwand im Abgasführungsabschnitt 9 abgetrennt ausgeführt.

In einer Variante weist der Abgasführungsabschnitt 9 zusätzlich eine variable

Turbinengeometrie zur weiteren Verbesserung des Betriebsverhaltens auf.

Dem Abgastrakt 2 ist stromauf des Turbinenrades 14 eine verstellbare Regelvorrichtung

19 zugeordnet, mit deren Hilfe ein Aufstauen von Abgas vor dem Turbinenrad 14 und/oder eine Anströmung des Turbinenrades 14 steuerbar ist.

Der Regelvorrichtung 19 ist als Verbindung mit der ersten Abgasleitung 5 ein erster Kanal

20 zugeordnet, welcher stromauf des Turbinenrades 14 von der ersten Abgasleitung 5 abzweigend ausgebildet ist. Eine Verbindung der Regelvorrichtung 19 mit der zweiten Abgasleitung 6 ist als ein stromauf des Turbinenrades 14 von der zweiten Abgasleitung 6 abzweigender zweiter Kanal 21 ausgebildet. Weiterhin weist die Regelvorrichtung 19 eine Verbindung in Form eines Umgehungskanals 22 auf, im Weiteren als dritter Kanal bezeichnet, welcher stromab des Turbinenrades 14 in die erste Abgasleitung 5

einmündet.

Zum Umblasen des Abgases von der ersten Abgasleitung 5 in die zweite Abgasleitung 6 wird mit Hilfe der Regelvorrichtung 19 das Abgas aus dem ersten Kanal 20 in den zweiten Kanal 21 umgeleitet. Zum Abblasen von Abgas am Turbinenrad 14 vorbei, wird mit Hilfe der Regelvorrichtung 19 das Abgas aus dem ersten Kanal 20 und dem zweiten Kanal 21 in den dritten Kanal 22 geführt.

Die Regelvorrichtung 19 ist im Abgastrakt 2 an unterschiedlichen Stellen integrierbar. Vorteilhafterweise ist die Regelvorrichtung 19 in den Abgasführungsabschnitt 9 integriert, so dass stromauf des Turbinenrades 14 Abgas aus der ersten Flut 17 in die zweite Flut 18 umgeleitet bzw. umgeblasen und/oder Abgas aus den beiden Fluten 17, 18 am

Turbinenrad 14 vorbei abgeblasen werden kann. Positive Strömungseffekte, welche aufgrund der Um- und/oder Abblasung auftreten, können aufgrund der kurzen

Strömungswege zum Turbinenrad 14 genutzt werden.

Die Regelvorrichtung 19 umfasst ein Sperrglied 24, s. Figuren 2 und 3, und ein

Ventilgehäuse 25. Das Sperrglied 24 ist als Schieber ausgebildet, welcher die Form eines Zylinders aufweist, und ist mit Hilfe einer nicht näher dargestellten Bewegungsvorrichtung bzw. Aktuator zur Bewegung des Schiebers 24, entlang einer Längsachse 26 des Ventilgehäuses 25 verschiebbar. Der Schieber 24 ist hohl ausgebildet. Er weist eine erste Sperrgliedfläche 33 in Form seiner Mantelfläche und eine zweite Sperrgliedfläche 34 auf, welche quer, insbesondere normal zur Längsachse 26 ausgebildet sind.

Der Schieber 24 weist zwei Nuten 35 auf, in die zur Ausbildung einer Abdichtung der einzelnen Kommunikationsöffnungen 29, 30, 31 jeweils ein Dichtelement 36

aufgenommen ist.

Das Ventilgehäuse 25 ist als Körpergehäuse ausgebildet und weist eine korrespondierend zum Sperrglied 24 zylindrisch ausgestaltete Aussparung 27 mit einer Aufnahmeöffnung 28 auf, wobei die Aussparung 27 den Schieber 24 axial bewegbar aufnehmend ausgeführt ist.

Das Sperrglied 24 weist eine Aufnahmeöffnung 37 auf, welche koaxial mit der

Längsachse 26 ausgebildet ist. In diese Aufnahmeöffnung 37 ist bevorzugt ein sich in Richtung der Längsachse 26 und damit in der Bewegungsrichtung des Stellgliedes 24 bewegender nicht näher dargestellter Aktuator einführbar.

Im Ventilgehäuse 25 ist eine erste Kommunikationsöffnung 29 ausgebildet, welche als Verbindung zwischen einem dem Sperrglied 24 zugewandten Ende des ersten Kanals 20 und der Aussparung 27 ausgebildet ist. Eine zweite Kommunikationsöffnung 30 des Ventilgehäuses 25 ist neben der ersten Kommunikationsöffnung 29 angeordnet und ist als Verbindung zwischen einem dem Sperrglied 24 zugewandten Ende des zweiten Kanals 21 und der Aussparung 27 ausgebildet. Eine dritte Kommunikationsöffnung 31 des Ventilgehäuses 25 ist neben der ersten Kommunikationsöffnung 29 angeordnet und ist als Verbindung zwischen einem dem Sperrglied 24 zugewandten Ende des dritten Kanals 22 und der Aussparung 27 ausgebildet.

Die Regelvorrichtung 19 ist für drei Betriebsmodi einstellbar. In einem ersten

Betriebsmodus, s. Fig. 4, dem Normalbetrieb des Abgasturboladers 7, ist die zweite Kommunikationsöffnung 30 mit Hilfe der ersten Sperrgliedfläche 33 verschlossen, so dass das Abgas aus der ersten Abgasleitung 5 über die erste Flut 17 direkt auf das

Turbinenrad 14 strömen kann. Die erste Kommunikationsöffnung 29 ist zwar nicht vom Sperrglied 24 verschlossen, allerdings kann keine Umblasung zwischen den

Abgasleitungen 5, 6 bzw. Fluten 17, 18 stattfinden, da die zweite Kommunikationsöffnung 30 verschlossen ist und eine Kommunikation zwischen den Kommunikationsöffnungen 29, 30, 31 durch die zweite Sperrgliedfläche 34 verhindert ist.

In einem zweiten Betriebsmodus, dem Umblasen, wird das Turbinenrad 14 von Abgas aus beiden Fluten 17, 18 beaufschlagt, wobei stromauf des Turbinenrades 14 ein Teil des Abgases von der ersten Abgasleitung 5 in die zweite Abgasleitung 6 umgeleitet wird. Die Fig. 5 zeigt eine Positionierung des Sperrgliedes 24 in diesem Betriebsmodus, wobei die erste Kommunikationsöffnung 29 und die zweite Kommunikationsöffnung 30 geöffnet sind, und Abgas aus der ersten Abgasleitung 5 über den ersten Kanal 20 durch die erste Kommunikationsöffnung 29 in die zweite Abgasleitung 6 über die zweite

Kommunikationsöffnung 30 strömen kann und vice versa. Entsprechend einer

Verschiebung des Sperrgliedes 24 sind die erste Kommunikationsöffnung 29 und die zweite Kommunikationsöffnung 30 teilweise und/oder vollständig geöffnet.

In einem dritten Betriebsmodus, dem gleichzeitigen Um- und Abblasen, strömt das Abgas aus der ersten Abgasleitung 5 in die zweite Abgasleitung 6 bzw. vice versa,

während gleichzeitig Abgas über die dritte Kommunikationsöffnung 31 in den dritten Kanal 22 strömen kann. Die Position des Sperrgliedes 24 ist dabei, wie in Fig. 6 dargestellt, so eingestellt, dass die erste Kommunikationsöffnung 29, die zweite Kommunikationsöffnung 30 und die dritte Kommunikationsöffnung 31 geöffnet sind, so dass Abgas gemäß in den Kanälen 20, 21 , 22 ausgebildeten Druckverhältnissen strömen kann. Je nach Positionierung des Sperrgliedes 24 in den einzelnen Betriebsmodi sind die Kommunikationsöffnungen 29, 30, 31 mehr oder weniger weit geöffnet, wodurch eine feine Regulierung des Übergangs von einem Betriebsmodus in den anderen

ermöglicht wird. Dadurch ist ein sprungfreier Betrieb des Abgasturboladers 7, welcher sich durch einen sprunghaften Abfall oder durch einen sprunghaften Anstieg einer Drehzahl des Abgasturboladers 7 äußert, beim Wechsel der Beaufschlagung des Turbinenrades 14 mit Abgas in Abhängigkeit von Lasten und Drehzahlen der Brennkraftmaschine 1 realisierbar.

In einer nicht näher dargestellten Variante der erfindungsgemäßen Regelvorrichtung 19 ist das Ventilgehäuse 25 einstückig mit dem Abgasführungsabschnitt 9 ausgebildet.

In einer weiteren nicht näher dargestellten Variante ist das Sperrglied 24 aus einem keramischen Werkstoff ausgebildet. Bevorzugt ist das Ventilgehäuse 25 ebenfalls aus einem keramischen Werkstoff hergestellt.

In einer weiteren nicht näher dargestellten Variante ist das Sperrglied 24 verdrehbar um eine Rotationsachse, welche der Längsachse 26 entspricht. Hierdurch kann ein Verscheiß reduziert werden.