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Title:
REINFORCEMENT CORD, IN PARTICULAR FOR A CARCASS OR A BELT OF A PNEUMATIC TYRE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/147635
Kind Code:
A1
Abstract:
A reinforcement cord for elastomer products and in particular for a carcass layer and/or for a belt bandage of a pneumatic vehicle tyre composed of at least two yarns made of non-metallic materials whose ends are twisted together, wherein at least one yarn is composed of the material PET, and wherein the PET is recycled PET.

Inventors:
CAROLE, Justine (Am kurzen Wege 1, Scharrel, 31535, DE)
KRÜGER, Jörn (Lange-Feld-Str. 86, Seelze, 30926, DE)
Application Number:
EP2011/055675
Publication Date:
December 01, 2011
Filing Date:
April 12, 2011
Export Citation:
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Assignee:
CONTINENTAL REIFEN DEUTSCHLAND GMBH (Vahrenwalder Straße 9, Hannover, 30165, DE)
CAROLE, Justine (Am kurzen Wege 1, Scharrel, 31535, DE)
KRÜGER, Jörn (Lange-Feld-Str. 86, Seelze, 30926, DE)
International Classes:
B60C9/00; D01F6/62; D01F13/04
Attorney, Agent or Firm:
FINGER, Karsten (Continental Aktiengesellschaft, Patente und LizenzenPostfach 169, Hannover, 30001, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verstärkungskord für elastomere Erzeugnisse, insbesondere für eine Karkasslage und/oder für eine Gürtelbandage eines Fahrzeugluftreifens, bestehend aus wenigstens zwei Garnen aus nicht-metallischen Materialien, die miteinander endverdreht sind, wobei wenigstens ein Garn aus dem Material PET besteht, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s

dass das PET recyceltes PET ist.

2. Verstärkungskord nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass alle Garne des Kordes aus recyceltem PET bestehen.

3. Verstärkungskord nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Garn des Kordes nicht aus recyceltem PET besteht.

4. Verstärkungskord nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Garn aus PES, PA wie vorzugsweise

PA6.6, PA6, Aramid, Arselon, PEEK oder POK, bevorzugt aus Viskose oder Naturfasern besteht.

5. Verstärkungskord nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass der Titer eines jeden Garnes zwischen 250 und 5000 dTex beträgt und dass die Verzwirnung der vorverdrehten Materialien zwischen 100 und 600 t/m beträgt.

6. Fahrzeugluftreifen, dadurch gekennzeichnet, dass dieser einen Verstärkungskord nach einem der Ansprüche 1 bis 5 aufweist.

Description:
Beschreibung

VERSTÄRKUNGSKORD, INSBESONDERE FÜR EINE KARKASSE ODER EINEN GÜRTEL EINES LUFTREIFENS

Die Erfindung betrifft einen Verstärkungskord für elastomere Erzeugnisse, insbesondere für eine Karkasslage und/oder für eine Gürtelbandage eines Fahrzeugluftreifens, bestehend aus wenigstens zwei Garnen aus nicht-metallischen Materialien, die miteinander endverdreht sind, wobei wenigstens ein Garn aus dem Material PET besteht. Ferner betrifft die Erfindung einen Fahrzeugluftreifen, enthaltend diese Verstärkungskorde in einer Karkasslage und/oder in einer Gürtelbandage.

Verstärkungskorde als Festigkeitsträger für elastomere Erzeugnisse, insbesondere für eine Karkasslage oder eine Gürtelbandage von Fahrzeugluftreifen, sind dem Fachmann in Aufbau und Material in verschiedensten Ausführungen bekannt. Die Verstärkungskorde werden während der Herstellung in eine Kautschukmischung eingebettet, um als gummierte Festigkeitsträgerlage im elastomeren Erzeugnis eingesetzt werden zu können.

Um bei Fahrzeugluftreifen, insbesondere beim Hochgeschwindigkeitseinsatz, eine

Erhebung des Reifens durch die im Fahrbetrieb auftretenden Fliehkräfte zu verhindern, ist es bekannt, bei einem Fahrzeugluftreifen, welcher im Allgemeinen eine luftundurchlässige Innenschicht, eine Festigkeitsträger enthaltende Radialkarkasse, die vom Zenitbereich des Reifens über die Seitenwände bis in den Wulstbereich reicht und dort meist durch

Umschlingen zugfester Wulstkerne verankert ist, einen radial außen befindlichen,

Profilrillen aufweisenden Gummilaufstreifen und einen Gürtel zwischen dem

Gummilaufstreifen und der Karkasse aufweist, zwischen Gürtel und Laufstreifen eine Gürtelbandage vorzusehen. Die Gürtelbandage kann ein- oder mehrlagig ausgebildet sein, deckt zumindest die Gürtelränder ab und enthält parallel und im Wesentlichen in

Umfangsrichtung verlaufende Festigkeitsträger in Form von Korden, die in einer

Kautschukmischung eingebettet sind. Die Gürtelbandage wird bei der Reifenherstellung in Form von Lagen mit in eine unvulkanisierte Kautschukmischung eingebetteten

Festigkeitsträgern aufgebracht, die auf den Gürtel gewickelt oder gespult werden. Die Festigkeitsträger werden für solche Lagen in Kautschuk eingebettet, indem eine Schar von im Wesentlichen parallel liegenden fadenförmigen Festigkeitsträgern, die in der Regel thermisch und/oder zur besseren Haftung am einbettenden Gummi in dem Fachmann bekannter Art mit einer Imprägnierung vorbehandelt sind, in Längsrichtung einen Kalander oder einen Extruder zur Ummantelung mit der Kautschukmischung durchlaufen. Bei der Bombage mit bisher im Einsatz befindlichen Reifenaufbauvorrichtungen und der

Vulkanisation des Reifens dehnt sich der Reifen in der Regel im Schulterbereich durch die Erhebung um bis zu 2 % und im Mittenbereich um bis zu 4 % im Vergleich zum

unvulkanisierten Rohling, wenn der Rohling auf einer flachen Trommel gewickelt wird. Somit soll der Festigkeitsträger, welcher in der Gürtelbandage eingesetzt ist,

vorteilhafterweise diese Erhebung erlauben, aber ebenfalls während der Vulkanisation des Reifens ein geeignetes Schrumpfverhalten aufweisen, um zumindest die Gürtelränder niederzudrücken.

Die Karkasslage von Fahrzeugluftreifen weist beispielsweise bei PKW-Radialreifen Verstärkungskorde der meist einlagigen Karkasslage mit Verlauf in radialer Richtung auf. Die Verstärkungskorde in Karkasslagen müssen eine ausreichende Festigkeit aufweisen, um die im Betrieb des Reifens auftretenden Kräfte hinreichend aufnehmen zu können und dauerhaltbar zu sein. Insbesondere leistet die Karkasse Widerstand gegen den Innendruck des Reifens und hat die Funktion einer Festigkeitslage. Der radiale Verlauf der

Verstärkungskorde erhöht die Festigkeitseigenschaften der Lage, erhöht insbesondere die Tragfähigkeit und die Komfortmerkmale des Reifens wie Einfederung und

Fahreigenschaften. Bisher werden als Materialien für Festigkeitsträger in elastomeren Erzeugnissen, insbesondere in Karkasslagen oder in Gürtelbandagen von Fahrzeugluftreifen einerseits primär (unmittelbar) auf fossilen Rohstoffen (auf Rohöl) basierende textile

Festigkeitsträger, wie beispielsweise PET (Polyethylenterephthalat), Aramid und Nylon oder Hybridkorde aus deren Garnen eingesetzt. Andererseits ist es bekannt, nicht- rohölbasierte textile Festigkeitsträger aus Viskose, wie beispielsweise Rayon oder Lyocell einzusetzen.

Es ist ebenfalls bekannt, Hybridkorde, bei denen ein Garn aus einem nicht-rohölbasierten Material und ein anderes Garn aus einem rohölbasierten Materialien besteht, als

Festigkeitsträger in Festigkeitsträgerlagen in elastomeren Produkten einzusetzen.

Nachteilig an Naturfasern, also an nicht-rohölbasierten Materialien als Material für textile Festigkeitsträger ist, dass diese keine endlose Faserstruktur und eine stark schwankende Faserqualität aufweisen.

Zudem erschwert das fehlende Schrumpfverhalten die spezielle Anwendung von Rayon als Festigkeitsträger in der Gürtelbandage. Nachteilig an Rayon ist zudem, dass Rayon feuchtigkeitsempfindlich ist und sich die Bruchkraft des Festigkeitsträgers durch

Feuchtigkeitsaufnahme verringert. Zudem ist Rayon in seiner Anschaffung kostenintensiv.

Die Entwicklung geht dahin, umweltfreundliche, ressourcenschonende, auf primäre fossile Rohstoffe verzichtende Elastomerprodukte, wie Fahrzeugluftreifen zu entwickeln und einzusetzen.

Der Begriff„primär(e)" wird in der Bedeutung von„unmittelbar" verwendet.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Verstärkungskord für elastomere Erzeugnisse, insbesondere für einen Fahrzeugluftreifen bereitzustellen, der aus umweltfreundlichem und ressourcenschonendem Material besteht. Zudem soll der

Verstärkungskord eine gleichbleibende Produktqualität aufweisen.

Die Aufgabe wird gelöst, indem das wenigstens eine Garn aus PET des

Verstärkungskordes aus recyceltem PET besteht.

Erfindungswesentlich ist, dass wenigstens ein Garn des Festigkeitsträgers aus recyceltem PET besteht. Recyceltes PET wird nicht primär (unmittelbar) aus fossilen Rohstoffen gewonnen, sondern wird bevorzugt zu 100% aus bereits verwendetem PET, wie z.B. PET- Getränkeflaschen, zurückgewonnen. Diese Wiederverwendung von bereits verwendetem PET als Material für Festigkeitsträger von Elastomerprodukten ist umweltfreundlich und ressourcenschonend. Zudem weist recyceltes PET ebenfalls wie unmittelbar aus fossilen Rohstoffen gewonnenes PET eine gleichbleibende Qualität auf. Somit kann eine gleichbleibende Produktqualität sichergestellt werden.

In einer Ausführungsform der Erfindung bestehen alle Garne des Kordes aus recyceltem PET. Hierdurch kann ein üblicher PET -Verstärkungskord durch einen Verstärkungskord, welcher komplett aus recyceltem PET besteht, ersetzt werden. Je nach Wahl der

Produktionsparameter weist dieser Verstärkungskord die gleichen Eigenschaften wie ein üblicher PET -Verstärkungskord (regulär bzw. HMLS high modulus low shrinkage) auf.

In einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist der Verstärkungskord ein Hybridkord, bei dem wenigstens ein Garn des Kordes aus einem anderen Material als aus recyceltem PET besteht, während das (die) übrige(n) Garn (e) aus recyceltem PET bestehen. Der Verstärkungskord ist somit teilweise umweltfreundlich und ressourcenschonend gestaltet und bietet als weiteren Vorteil die Möglichkeit der definierten Einstellung des

Verstärkungskordes durch eine gezielte Materialauswahl des wenigstens einen Garnes. Um ein höheres Schrumpfverhalten des Hybridkordes zu erhalten, ist das wenigstens eine Garn aus PA. Dieses ist insbesondere für die Verwendung dieses Hybridkordes in der Gürtelbandage eines PKW-Reifens von Vorteil. Um einen höheren Modul des Hybridkordes zu erhalten, ist das wenigstens eine Garn aus Aramid. Dieses ist insbesondere für die Verwendung dieses Hybridkordes in der

Gürtelbandage von UHP- (Ultra High Performance-) Reifen von Vorteil.

Um einen stabilen Hybridkord weitgehend ohne Schrumpf zu erhalten, ist das wenigstens eine Garn aus Rayon. Dieses ist insbesondere für die Verwendung dieses Hybridkordes in der Karkasse von PKW-Reifen und für das highspeed- Verhalten von PKW-Reifen von Vorteil.

Einerseits kann das wenigstens eine Garn der vorgenannten anderen Ausführungsform zur Einstellung bestimmter Eigenschaften aus PES, PA (wie beispielsweise PA6.6, PA6), Aramid, Arselon, PEEK oder POK bestehen.

Andererseits kann das wenigstens eine Garn der vorgenannten anderen Ausführungsform aus Viskose, bevorzugt Rayon oder Lyocell oder aus Naturfasern bestehen. Der gesamte Hybridkord ist aus nicht -primär-rohölbasierten Materialien hergestellt und kann durch geeignete Materialauswahl der Garne definiert in seinen Eigenschaften eingestellt sein.

Insbesondere der recycelte PET-Garne aufweisende Hybridkord eignet sich besonders als Festigkeitsträger der Gürtelbandage. Denn das recycelte PET weist ein im Vergleich zu Rayon vorteilhaftes gutes Schrumpfverhalten während der Vulkanisation auf und zeichnet sich durch eine geringe Wasseraufnahme aus. Im Vergleich zu PA weist das recycelte PET ein vorteilhaftes Fiatspot -Verhalten auf, indem das recycelte PET nicht zum Flatspotting neigt. Das/die übrigen Garne sind vorzugsweise aus PA und verbessern zusätzlich das highspeed- Verhalten des PKW-Reifens. Zweckmäßig ist es, wenn der Titer eines jeden Garnes des Verstärkungskordes zwischen 250 und 5000 dTex beträgt und wenn die Verzwimung der vorverdrehten Materialien zwischen 100 und 600 t/m beträgt.

Die Erfindung betrifft auch einen Fahrzeugluftreifen mit zumindest einer

Verstärkungskorde aufweisenden Karkasslage und/oder Gürtelbandage, deren

Verstärkungskorde zumindest gemäß einer der erfindungsgemäßen Ausführungen ausgeführt ist. Die Verstärkungshybridkorde können beispielsweise in PKW- Luftreifen eingesetzt werden.