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Title:
RELEASABLE ADHESIVE CONNECTION, AND METHOD FOR RELEASING THE ADHESIVE CONNECTION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/105683
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a releasable adhesive connection between two joint partners (3, 5) which are bonded together by means of an adhesive (4). The adhesive connection can be released by introducing heat in a separation process. According to the invention, the introduction of heat is carried out using a heated thermofluid (15). A first joint partner (5) has at least one fluid chamber (9) which is filled with the thermofluid (15) at least during the separation process and a chamber wall (11) of which directly or indirectly adjoins the adhesive (4) such that during the separation process, the introduction of heat into the adhesive (4) is carried out by means of thermal conduction from the thermofluid (15) into the adhesive via the chamber wall (11).

Inventors:
BÄR, Carsten (Anwanderstr. 3, Ingolstadt, 85049, DE)
BECK, Alexander (Gratzerstr. 33, Ingolstadt, 85055, DE)
Application Number:
EP2018/080084
Publication Date:
June 06, 2019
Filing Date:
November 05, 2018
Export Citation:
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Assignee:
AUDI AG (85045 Ingolstadt, 85045, DE)
International Classes:
B29C65/76; B29C65/48
Foreign References:
DE102014218338A12016-03-17
DE3823952A11990-01-18
DE3907261A11990-09-13
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE:

Lösbare Klebverbindung zwischen zwei Fügepartnern (3, 5), die mittels eines Klebstoffes (4) miteinander stoffschlüssig verbunden sind, wobei die Klebverbindung in einem Trennprozess durch einen Wärmeeintrag lösbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeeintrag mit einem erwärmten Thermofluid (15) erfolgt, und dass zumindest ein erster Fü- gepartner (5) zumindest eine Fluidkammer (9) aufweist, die zumindest im Trenn prozess mit dem Thermofluid (15) gefüllt ist und die mit einer Kammerwand (11 ) mittelbar oder unmittelbar an den Klebstoff (4) an- grenzt, so dass im Trennprozess der Wärmeeintrag in den Klebstoff (4) mittels Wärmeleitung von dem Thermofluid (15) über die Kammerwand (11 ) in den Klebstoff erfolgt.

Lösbare Klebverbindung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der erste Fügepartner (5) als ein thermofluidführendes Bauteil ausgebildet ist und/oder in einem bevorzugt geschlossenen Heizkreis- lauf (H) eingebunden ist, und dass insbesondere in dem Heizkreislauf (H) das Thermofluid (15) über ein Zulaufverbindungsstück (17) in die Fluid kammer (9) des ersten Fügepartners (5) eingeführt wird und/oder über ein Rücklaufverbindungsstück (19) aus der Fluid kammer (9) des ersten Fügepartners (5) herausgeführt wird, und zwar insbesondere un- ter Zwangsführung mittels einer Strömungseinheit (21 ), etwa einer Um- wälzpumpe.

Lösbare Klebverbindung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Heizkreislauf (H) neben der Strömungseinheit (21 ) und der Fluid kammer (9) des ersten Fügepartners (5) eine Heizeinheit (25) und ein Thermofluid-Reservoir (23) integriert sind.

Lösbare Klebverbindung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizkreislauf (H) in einen fügepartnerseitigen, ersten Teilkreis- lauf (H1 ) und einen vom ersten Fügepartner (5) entkoppelbaren, zwei- ten Teilkreislauf (H2) unterteilt ist, und dass insbesondere der zweite Teilkreislauf (H2) an den Zu- und Rücklaufverbindungsstücken (17, 19) vom ersten Fügepartner (5) strömungstechnisch entkoppelbar ist.

Lösbare Klebverbindung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der vom ersten Fügepartner (5) entkoppelbare zweite Teilkreislauf (H2) die Strömungseinheit (21 ), die Heizeinheit (25) und das Thermoflu- id-Reservoir (23) aufweist.

Lösbare Klebverbindung nach einem der Ansprüche 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungseinheit (21 ), die Heiz- einheit (25) und gegebenenfalls ein Zulauf- und/oder Rücklauftempera- tursensor (29, 33) Bestandteile eines Regelkreises (R) sind, bei dem eine Regeleinheit (35) im Trennprozess auf der Grundlage der erfass- ten Zulauf- und/oder Rücklauftemperatur die Heizeinheit (25) und/oder die Strömungseinheit (21 ) ansteuert.

Lösbare Klebverbindung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Regeleinheit (35) eine Eingabeeinheit (37) zugeordnet ist, mit- tels der eine Heizdauer und/oder eine Heiztemperatur des Thermofluids (15) vorgebbar ist.

Lösbare Klebverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Thermofluid (15) z.B. ein minerali- sches Öl ist, und/oder dass der Klebstoff (4) z.B. ein Polyurethankleb- stoff ist, bei dem nach einer Erwärmung auf zum Beispiel 220°C mit ei- ner Haltezeit von zum Beispiel 10s ein komplettes Lösen der Klebver- bindung eintritt.

Lösbare Klebverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Fügepartner (5) ein Mehr- kammer-Strangpressprofilteil ist und insbesondere aus einem Metall hoher Wärmeleitfähigkeit, etwa ein Leichtmetall wie eine Aluminiumle- gierung, hergestellt ist.

10. Lösbare Klebverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Fügepartner (5) eine Rah- menstruktur eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs ist, die aus Längs- und Querträgern (1 , 7) aufgebaut ist und die eine Traktionsbatterie (3) des Fahrzeugs umzieht, und dass die Längs- und/oder Querträger (1 ,

7) mit ihren Innenwänden (11 ) in lösbarer Klebverbindung mit der Trak- tionsbatterie (3) sind, und dass die Längs- und/oder Querträger (1 , 7) im Trenn prozess zur Demontage der Traktionsbatterie (3) thermoflu- iddurchströmt sind.

11. Verfahren zum Lösen einer lösbaren Klebverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

Description:
Lösbare Klebverbindung sowie ein Verfahren zum Lösen der Klebverbindung

BESCHREIBUNG: Die Erfindung betrifft eine lösbare Klebverbindung nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie ein Verfahren zum Lösen der Klebverbindung nach dem Anspruch 11.

An gegenwärtigen Fahrzeugkarosserien können Bauteile und Baugruppen, sowohl im Karosseriebereich als auch im Montagebereich, strukturell durch Kleben gefügt werden. Diese Verbindungen tragen durch ihr mechanisches Leistungsvermögen wesentlich zur Festigkeit und zur Steifigkeit der Fahr- zeugkarosserie, sowohl statisch als auch dynamisch, bei. Des Weiteren ge- währleisten sie die Dichtigkeit der Verbindungen, so z.B. als Korrosions- schütz sowie zur Vermeidung des Eindringens von Wasser in den Fahrzeug- innenraum. Diese Funktionalität ist über die gesamte Fahrzeuglebensdauer zu gewährleisten. In zunehmendem Maße besteht die Anforderung, diese Klebverbindungen ohne die Zerstörung angrenzender Bauteile lösen zu kön- nen, beispielsweise für Reparaturzwecke oder für ein sortenreines Trennen von verschiedenen Werkstoffen für ein effizientes Werkstoffrecycling. Eine gängige Vorgehensweise ist beispielsweise das Trennen von Fahrzeug- scheiben mittels Schneiddraht oder Vibrationsmesser. Hier ist in jedem Fall die Zugänglichkeit des Werkzeuges zur Fügestelle zu gewährleisten, bis hin zu einem Mindestspalt von ca. 2,5 mm. Klebbreiten sind dabei typischer- weise bei 10 mm. Die hier verwendeten Klebstoffe sind relativ weich, haben keine hohen Festigkeiten, beispielsweise sind Schubmodule im Bereich von 1 bis 4 MPa üblich. Neue Fahrzeugkonstruktionen gehen mittlerweile dahin, dass größere Bau- gruppen wie Batteriekästen mittels Kleben, z.B. durch höhermodulige, struk- turelle Klebstoffe, z.B. auf der Basis von Polyurethan, MS-Polymer oder Sili- kon, in die Fahrzeugstruktur gefügt werden sollen. Die Breite der Klebflächen sind dabei wesentlich größer als bisher üblich, beispielsweise umlaufend bis 100 mm Breite. Die Schubmodule sind im Bereich 10 bis 100 MPa vorgese- hen. Derartige Klebungen lassen sich mit Schneidmessern oder Schneidd- raht aufgrund ihrer Klebstoffhärte und der Großfläch igkeit nicht mehr mecha- nisch trennen.

In Abgrenzung zu solchen Klebverbindungen ist aus der DE 39 07 261 A1 eine gattungsgemäße lösbare Klebverbindung zwischen zwei Fügepartnern bekannt, die mittels eines Klebstoffes miteinander stoffschlüssig verbunden sind. Die Klebverbindung kann in einem Trennprozess durch einen Wärme- eintrag gelöst werden. Beispielhaft kann ein solcher durch Wärmeeinwirkung lösbarer Klebstoff ein Polyurethanklebstoff sein, bei dem nach einer Erwär- mung auf 220°C mit einer Haltezeit von 10s ein komplettes Lösen der Kleb- verbindung eintritt, wobei die Restfestigkeit gleich Null ist. Dieser Effekt ist irreversibel, auch nach Abkühlen baut sich keine Festigkeit mehr auf.

Speziell bei Klebungen sehr großer und komplexer Baugruppen muss die Wärme im Trennprozess lokal zugeführt werden, beispielsweise ohne andere Bauteile zu beschädigen. Das Lösen der Klebungen muss zudem schnell erfolgen können, wobei die auftretenden Prozesstemperaturen / Haltezeiten gut steuerbar sein müssen. Von daher ist ein herkömmliches Lösen der Klebverbindung mit einem fertigungstechnisch nachteilhaften, hohen Zeit aufwand sowie hohen Energieaufwand verbunden.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Klebstoffsystem bereitzustellen, mit dem eine Klebverbindung mit im Vergleich zum Stand der Technik redu- ziertem Zeit- und Energieaufwand lösbar ist.

Die Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen offenbart. Gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 erfolgt der Wärmeein- trag zum Lösen der Klebverbindung durch ein erwärmtes Thermofluid. Das Thermofluid kommt erfindungsgemäß nicht direkt in Kontakt mit dem Kleb- stoff. Vielmehr weist ein erster der beiden Fügepartner eine Fluid kammer auf, die zumindest während des Trennprozesses mit dem beheizten Thermo- fluid gefüllt ist. Eine die Fluid kammer definierende Kammerwand grenzt da- bei mittelbar oder unmittelbar an den Klebstoff an. Im Trennprozess wird so- mit der Wärmeeintrag in den Klebstoff mittels Wärmeleitung von dem ersten Thermofluid über die Kammerwand in den Klebstoff realisiert.

Speziell beim Einsatz der Erfindung im Fahrzeugbau kann der erste Füge- partner bevorzugt ein Mehrkammer-Strangpressprofilteil sein, das exempla- risch aus einer Aluminiumlegierung gefertigt ist, die sich durch eine hohe Wärmeleitfähigkeit auszeichnet. In diesem Fall kann in einfacher Weise eine an die Klebung angrenzende Kammer eines solchen Strangpressprofilteiles mit dem entsprechend temperierten Thermofluid geflutet und/oder durch- strömt werden, bis mittels Wärmeleitung die Klebung derart erwärmt ist, dass sie ohne weiteres gelöst werden kann. Mit der Erfindung ist im Gegensatz zum Stand der Technik ohne weiteres ein lokales Lösen der Klebverbindung ermöglicht.

In einer technischen Umsetzung kann das Thermofluid eine Flüssigkeit sein, die hinreichend erwärmbar ist, zum Beispiel auf eine erforderliche Tempera- tur von 220°C. Beispielhaft kann das Thermofluid ein mineralisches Öl sein. Es empfiehlt sich, die Fluidtemperatur um zum Beispiel 10% höher gegen- über der erforderlichen Lösetemperatur zu wählen, um eine hinreichend schnelle Erwärmung der Klebstelle zu erreichen, und zwar unter Berücksich- tigung des Temperaturgradienten in der an die Klebstelle angrenzenden Kammerwand.

Die Haltedauer beim Lösen muss für den jeweiligen Anwendungsfall indivi- duell ermittelt werden, da durch die Wärmeleitung eine Verzögerung eintritt. Es wird davon ausgegangen, dass ein Lösen bei üblichen Konstruktionen und Profilwandstärken innerhalb von wenigen Minuten (1 bis 2 min) ermög- licht ist. Die Temperierung des Thermofluids kann in einem beheizbaren Tank einer Werkstatteinrichtung erfolgen, das heißt außerhalb des Fahr- zeugs. Die Werkstatteinrichtung kann zudem über eine Regelung und Steue- rung der Thermofluid-Temperatur, eine Umwälzpumpe sowie Schlauchan- schlüsse und Schläuche verfügen. Ein aktives Absaugen von Thermofluid- Resten, die sich nach dem Trennprozess noch in den Schläuchen und der gefluteten Fluidkammer des Strangpressprofilsteils befinden, ist ebenfalls vorzusehen.

In die Fluidkammer des Strangpressprofilteils sind lösbare Kupplungen, etwa Schlauchkupplungen, konstruktiv bereitzustellen, so dass ein einfacher An- schluss von Zu- und Rücklauf ermöglicht ist. Beispielhaft können die Schlauchkupplungen als Schnellkupplungen realisiert sein.

Nachfolgend sind weitere Erfindungsaspekte eingehender beschrieben: Wie bereits oben angedeutet, kann der erste Fügepartner als ein Thermofluid führendes Bauteil ausgebildet sein und in einem bevorzugt geschlossenen Heizkreislauf eingebunden sein. In dem Heizkreislauf kann das Thermofluid über ein Zulaufverbindungsstück in die Fluid kammer des ersten Fügepart- ners eingeführt werden und über ein Rücklaufverbindungsstück aus der Flu- idkammer des Fügepartners herausgeführt werden. Dies erfolgt bevorzugt unter Zwangsführung mittels einer Strömungseinheit, etwa einer Umwälz- pumpe. In dem Heizkreislauf kann neben der Strömungseinheit und der Flu idkammer des Fügepartners zusätzlich eine Heizeinheit und ein Thermofluid - Reservoir integriert sein. Bevorzugt ist das Thermofluid-Reservoir ein be- heizbarer Tank, in dem die Heizeinheit eingebaut ist.

Der oben erwähnte Heizkreislauf kann in einer bevorzugten Ausführungsform unterteilt sein in einen fügepartnerseitigen, ersten Teilkreislauf und in einen vom Fügepartner entkoppelbaren, zweiten Teilkreislauf. Bevorzugt ist es, wenn der zweite Teilkreislauf an den Zu- und Rücklaufverbindungsstücken vom ersten Fügepartner strömungstechnisch in einfacher Weise entkoppel- bar ist. Im entkoppelbaren zweiten Teilkreislauf kann bevorzugt die Strö- mungseinheit, die Heizeinheit und das Thermofluid-Reservoir integriert sein. Diese Komponenten müssen somit nicht dauerhaft am ersten Fügepartner mitgeführt werden, sondern kommen erst bei Durchführung des Trennpro- zesses in Wirkverbindung mit dem ersten Fügepartner.

Im Hinblick auf einen einwandfreien Trenn prozess ist es bevorzugt, wenn die Strömungseinheit, die Heizeinheit und Zulauf- sowie Rücklauftemperatur- sensoren Bestandteile eines elektronischen Regelkreises sind, bei dem eine Regeleinheit während des Trennprozesses auf der Grundlage der erfassten Zulauf- und/oder Rücklauftemperatur die Heizeinheit und/oder die Strö- mungseinheit automatisch ansteuern kann. Der Regeleinheit kann hierzu eine Eingabeeinheit zugeordnet sein, mittels der eine Heizdauer und/oder eine Heiztemperatur des Thermofluids vorgebbar ist.

In einer konkreten Ausführungsform kann der erste Fügepartner als eine ka- rosserieseitige Rahmenstruktur in einem elektrisch betriebenen Fahrzeug verbaut sein. Die Rahmenstruktur kann aus Längs- und Querträgern aufge- baut sein und eine Traktionsbatterie des Fahrzeugs umziehen. Die Längs- und Querträger können dabei mit ihren Innenwänden in lösbarer Klebverbin- dung mit der Traktionsbatterie gebracht sein. In Anwendung der Erfindung können die Längs- und Querträger jeweils mit geschlossenen Hohlprofilen ausgeführt sein, die einen geschlossenen Strömungskanal um die Traktions- batterie herum ausbilden können. Unter Umständen kann es vorteilhaft sein, den Strömungskanal in verschiedene Abschnitt zu unterteilen, wobei dann jeder Abschnitt über einen eigenen Zulauf und Ablauf verfügen muß.

Eine Demontage der Traktionsbatterie aus der karosserieseitigen Rahmen- struktur kann mittels des oben beschriebenen Trennprozesses durchgeführt werden, bei dem die Hohlprofile der Längs- und Querträger der Rahmen- struktur mit dem beheizten Thermofluid durchströmt werden, um die Kleb- verbindung zwischen der Traktionsbatterie und der Rahmenstruktur zu lösen.

Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beigefüg- ten Figuren beschrieben. Es zeigen:

Figur 1 in einer vergrößerten perspektivischen Teilschnittdarstellung eine

Klebverbindung zwischen einem Karosserie-Längsträger eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs und einer Traktionsbatterie des Fahrzeugs sowie davon entkoppelt ein Thermofluid-Teilkreislauf;

Figur 2 eine Ansicht entsprechend der Figur 1 mit am Karosserie- Längsträger strömungstechnisch gekoppeltem Thermofluid- Teilkreislauf;

Figur 3 in einer grob schematischen Darstellung eine karosserieseitige

Rahmenstruktur mit darin verklebter Traktionsbatterie in einer An- sicht von oben; und

Figur 4 in einer Ansicht entsprechend der Figur 3 ein weiteres Ausfüh- rungsbeispiel. In der Figur 1 ist eine lösbare Klebverbindung gezeigt, bei der Karosserie- Längsträger 1 eines nicht näher gezeigten elektrisch betriebenen Fahrzeugs über einen Klebstoff 4 mit einer Traktionsbatterie 3 des elektrisch betriebe- nen Fahrzeugs verklebt ist. Der Karosserie-Längsträger 1 ist Bestandteil ei- ner in der Figur 3 gezeigten geschlossenen Rahmenstruktur 5, bei der die seitlichen Karosserie-Längsträger 1 in der Fahrzeugquerrichtung y mittels vorderer und hinterer Querträger 7 miteinander verbunden sind. Die Längs- und Querträger 1 , 7 sind innenseitig über den Klebstoff 4 mit der Traktions- batterie 3 stoffschlüssig verklebt. Sowohl die Längsträger 1 als auch die Querträger 7 sind beispielhaft aus Mehrkammer-Strangpressprofilteilen ausgebildet, wie es beispielhaft in der Figur 1 und 2 anhand eines der Karosserie-Längsträger 1 gezeigt ist. Dem- zufolge bildet in dem Mehrkammerprofil des Karosserie-Längsträgers 1 eine der Traktionsbatterie 3 zugewandte fahrzeuginnere Kammer eine Fluid kam- mer 9, die nach fahrzeuginnen über eine innere Kammerwand 11 begrenzt ist. Die Kammerwand 11 bildet an ihrer in der Fahrzeugquerrichtung y inne- ren Seite eine mit dem Klebstoff 4 benetzte Kontaktfläche 13 aus. In gleicher Weise sind auch der weitere Längsträger 1 sowie die beiden Querträger 7 mit einer solchen Fluidkammer 9 realisiert, wobei sämtliche Fluid kammern 9 der Längs- und Querträger 1 , 7 nach außen fluiddicht abgeschlossen sind sowie miteinander strömungstechnisch verbunden sind.

Bei einem später anhand der Figur 2 beschriebenen Trennprozess werden die Fluidkammern 9 der Längs- und Querträger 1 , 7 von einem beheizten Thermofluid 15 durchströmt, mit dessen Hilfe ein Wärmeeintrag durch Wär- meleitung über die innere Kammerwand 11 in den Klebstoff 4 erfolgt, um diesen zu lösen.

Wie in der Figur 2 beispielhaft angedeutet ist, sind die Fluid kammern 9 der Längs- und Querträger 1 , 7 in einem geschlossenen Heizkreislauf H einbind- bar. In dem Heizkreislauf H wird das Thermofluid 15 über ein Zulaufverbin- dungsstück 17 in die Fluid kammern 9 der Rahmenstruktur 5 eingeführt und über ein Rücklaufverbindungsstück 19 aus den Fluid kammern 9 der Rah- menstruktur 5 herausgeführt. Wie in der Figur 1 oder 2 gezeigt, weist der Heizkreislauf H eine Umwälzpumpe 21 sowie einen Thermofluid -Tank 23 auf, in dem eine Heizeinheit 25 integriert ist. In einer Zulaufleitung 27 ist ein Zu- lauf-Temperatursensor 29 angeordnet, während in einer Rücklaufleitung 31 ein Rücklauf-Temperatursensor 33 angeordnet ist. Sowohl das Zulaufverbin- dungsstück 17 als auch das Rücklaufverbindungsstück 19 sind als Schnell- kupplungen realisiert, an denen die Zulaufleitung 27 und die Rücklaufleitung 31 ohne weiteres an- oder abkoppelbar sind. Auf diese Weise kann der Heizkreislauf H in einen ersten fahrzeugseitigen Teilkreislauf H1 , der die Flu- id kammern 9 aufweist, und in einen zweiten Teilkreislauf H2 unterteilt wer- den, der die Umwälzpumpe 21 , den Thermofluid-Tank 23 sowie die Tempe- ratursensoren 29, 33 aufweist und vom Fahrzeug entkoppelbar ist.

Die Umwälzpumpe 21 , die im Thermofluid-Tank 23 verbaute Heizeinheit 25 sowie die beiden Zu- und Rücklauftemperatursensoren 29, 33 sind in den Figuren 1 und 2 Bestandteile eines elektronischen Regelkreises R, bei dem eine Regeleinheit 35 in (gestrichelt dargestellter) Signalverbindung mit den Zu- und Rücklauftemperatursensoren 29, 33 sowie mit der Heizeinheit 25 und der Umwälzpumpe 21 ist. Der Regeleinheit 35 ist in den Figuren 1 und 2 zudem eine Eingabeeinheit 37 zugeordnet, mittels der eine Heizdauer sowie eine Heiztemperatur des Thermofluids 15 vorgebbar ist.

In der Figur 2 ist der zweite Teilkreislauf H2 strömungstechnisch an die Rahmenstruktur 5 angekoppelt, um einen Trenn prozess durchzuführen, bei dem die Klebverbindung zwischen der Rahmenstruktur 5 und der Traktions- batterie 3 gelöst wird. Hierzu werden die Umwälzpumpe 21 und die Heizein- heit 25 angesteuert, um die Fluidkammern 9 der Rahmenstruktur 5 mit be- heiztem Thermofluid 15 zu fluten. Das Thermofluid 15 kann dabei eine Tem- peratur von zum Beispiel 220°C aufweisen und über eine Prozessdauer von zum Beispiel einer oder zwei Minuten die Rahmenstruktur 5 durchströmen. Die Prozessparameter im Trenn prozess sind so ausgelegt, dass die vom Thermofluid 15 in die Klebverbindung eingebrachte Wärmeenergie ausreicht, um den Klebstoff 4 soweit zu erwärmen, dass ein komplettes Lösen der Klebverbindung eintritt.

In der Figur 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, das grundsätzlich baugleich wie das vorangegangene Ausführungsbeispiel aus- geführt ist. Im Unterschied zur Figur 3 sind zwei voneinander strömungs- technisch getrennte Fluid kammern 9 vorgesehen. Die beiden Fluidkammern weisen jeweils einen eigenen Zulauf 17 und Ablauf 19 auf.