| Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtungen Patentansprüche 1. Vorrichtung zur Anwärmung und Anfeuchtung von Atemgasen für die künstliche Beamtung und Atemhilfstherapien nach dem hygienischen Prinzip einer Trennung in eine Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung (A) im Patientenschlauchsystem und eine zugehörige Steuer- und Stromversorgungsvorrichtung (B), dadurch gekennzeichnet, daß die Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung (A) in einem speziellen Gehäuse mit Schlauchstutzen zur Atemgaszu- und -abfuhr angeordnet ist und zur Wärmeerzeugung elektrisch beheizte Wärmeerzeugungselemente ' in Kombination mit Befeuchtungselementen mit möglichst geringer Wärmespeicherkapazität nutzt, wobei die Befeuchtungselemente auf diese beheizten Wärmeerzeugungselemente aufgebracht sind oder in innigem Kontakt zu die- sen stehen und wobei deren Heizleistung und Befeuchtung mit Sterilwasser mit Hilfe eines Wasserverteilerelements und einer elektrisch betriebenen externen Wasserdosierpumpe oder einem Dosierventil in Abhängigkeit von der Menge des Atemgasflusses und der Atemgastemperatur trägheitsarm mit Hilfe der Steuer- und Stromversorgungsvorrichtung (B) regelbar ist, wobei in der Steuer- und Stromversorgungsvorrichtung (B) Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind, die bei Überhitzung der Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung (A) die Steuer- und Stromversorgungsvorrichtung (B) abschalten, ebenso wie bei nicht vorhandenem Atemgasfluß zur oder aus der Vorrichtung (A). 2. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem dünnen, bandförmigen, gewellten Metallblech, vorzugsweise aus nicht rostendem Stahl bestehen. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß flächig ausgebildete Elemente mit mäanderförmiger Struktur, vorzugsweise aus dünnem Nirostahlblech, als elektrische Heizwiderstände zur Wärmeerzeugung dienen. 4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das dünne mit Mäanderstruktur versehene, rechteckige Nirostahlblech mit seinen Längskanten auf je einem schmalen, temperaturbeständigen Kunststoffband fixiert ist und durch das kreisförmige Biegen dieser Bänder und Verbinden ihrer Enden zu einem Zylindermantel umgeformt ist und so das Wärmeerzeugungselement darstellt. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 , 3 oder 4 dadurch gekennzeichnet, daß das mit der Mäanderstruktur versehene dünne Nirostahlblech zur mechanischen Versteifung an den Rändern der Mäander abgekantet oder gefalzt ist. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf ihrer Oberfläche Befeuchtungselemente mit geringer Wasserspeicher- und damit Wärmespeicherkapazität aufgebracht sind, die aus dünnem wasser- saugfähigem Material bestehen, vorzugsweise Papieren aus Zellulose- oder speziellen Kunststoffasern die mit metallischem Silber imprägniert sind. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Strombegrenzungseinrichtung als Überhitzungsschutz vorgesehen ist. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Befeuchtungswasser als Sterilwasser durch eine elektrisch betriebene externe Pumpe mit Reservoir oder aus einem Behälter über ein gesteuertes Ventil durch Schwerkraft oder nach dem Prinzip kommunizierender Röhren in Abhängigkeit vom Atemgasfluß und der Atemgastemperatur exakt dosiert abgegeben wird. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß sie in Form von zwei Fließpapierzylindermänteln ausgebildet sind und daß der innere Zylinder-Mantel an dem Mäander-Heizzylinderelement innen dicht anliegt und am unteren Ende mit Perforationen für die Anfeuchtwasser- und Atemgaszirkulation versehen ist und der äußere Zylindermantel der Gehäuseaußenwand innen dicht anliegt und die nach außen abgegebene Strahlungswärme zusätzlich zur Erwärmung und Befeuchtung der Atemgase ausnutzt. 10. Vorrichtung mit Wasser- Verteilungselement nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß es als eine Kammer, bevorzugt in flach-zylindrischer Form ausgeformt ist, in die ein Wasserzuführstutzen mündet und deren dicht verschweißter Deckel aus einem engmaschigen Netz oder fein gelochtem Sieb besteht und deren dicht verschweißter Boden ebenfalls als feinmaschiges Netz oder fein gelochtes Sieb ausgebildet ist und daß diese Netze oder Siebe aus Metall, Kunststoff oder Keramik bestehen. |
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Anwärmung und Anfeuchtung von Atemgasen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die trockene und kalte Einatemluft erreicht physiologischer Weise über die Nasenschleimhäute und den Nasen-Rachenraum optimal temperiert und befeuchtet die Trachea, die Bronchien und schließlich zum Gasaustausch die Lungenbläschen. Nur eine ungestörte Filter- und Reinigungsfunktion der Bronchial-Schleimhaut ermöglicht aber die Elimination von Schleim und Fremdkörpern, was nur möglich ist bei einer optimalen Konditionierung der Einatemluft mit Wärme und Feuchte.
Physiologisch wird dies durch eine stärkere oder schwächere Durchblutung der Nasenschleimhaut mit einer daraus resultierenden veränderten Abgabe von Feuchte und Wärme an die Atemluft erreicht. Bei künstlicher Beatmung und Atemhilfstherapie müssen diese physiologischen Funktionen ersetzt werden.
Marktgängige aktive Atemluft-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtungen benutzen das Prinzip Atemluft über die Oberfläche von erwärmtem Wasser oder über beheizte Ober- flächen, die das Wasser verdampfen bzw. verdunsten, zu führen, um diese mit Wärme und Feuchte zu konditionieren. Diese Oberflächen werden häufig durch die zusätzliche Verwendung von Fließpapierteilen, die in das Wasser eintauchen, künstlich vergrößert. Dadurch läßt sich eine Steigerung der Effektivität erreichen. Erwähnung finden sollen der Vollständigkeit halber auch die heute seltener angewandten Verfahren wie z. B. die Konditionierung der Atemgase durch warmwasser- durchströmte poröse Hohlfasern oder das portionierte Abgeben von heißem Wasserdampf.
Eine Sonderstellung nehmen noch Vorrichtungen ein, die als Wärme-Feuchte- Austauscher der Ausatemluft des Patienten Feuchte und Wärme entziehen und diese dann jeweils an die trockene Einatemluft, allerdings mit gewissen Verlusten, wieder abgeben. Diese Austauscher haben aber eine nur auf spezielle Fälle der künstlichen Beatmung und Spontanatmung begrenzte Anwendbarkeit.
Folgende prakischen Probleme bei Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtungen müssen gelöst werden:
1. Die Erzeugung optimal temperierter und befeuchteter Atemgase bei unterschiedlichem Atemgasfluß bzw. Atemminutenvolumina wie z. B. bei künstlicher Beatmung von Säuglingen, Kindern, Erwachsenen und Atemhilfstherapie bei Maskenbeatmung, CPAP-Therapie u. a.,
2. Eine rasche Betriebsbereitschaft mit Vermeidung eines„not shot" (plötzlich heiße Atemgase) z. B. bei Beginn einer künstlichen Beatmungstherapie. Diese Gefahr droht vor allem bei Anfeucht-Anwärm-Vorrichtungen, die größere Wassermengen für ihre Funktion benötigen. Sie erfordern dieses Vorheizen um bei Notfallbeatmungsfällen sofort ausreichend konditionierte Atemgase zu erhalten.
3. Ausregnen von Wasser durch Abkühlen der Atemgase in den langen Beatmungsschläuchen mit der Notwendigkeit von Wasserfallen oder teuren aufwendig elektrisch beheizten sterilisierbaren Beatmungsschläuchen. 4. Bakteriologisch-hygienische Probleme bei atemgasführenden direkt am Patienten angeschlossener Teile führen zur Notwendigkeit der Verwendung steriler, meist teurer Einmalartikel oder zur arbeitsaufwendigen Reinigung, Desinfektion und Dampfsterilisation der Mehrmalartikel (Schläuche, Konnektoren, Anwärm-Anfeucht- Vorrichtungen).
5. Einfache und sichere Anwendung beim Patienten in der Alltagsroutine bei ökonomisch vertretbaren Belastungen für den Etat und die Umwelt.
Mit der im Anspruch 1 definierten Vorrichtung zur Erwärmung und Befeuchtung von Atemgasen werden die erwähnten Probleme gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.
Die Erfidung wird anschließend anhand der Fig. 1 - Fig. 7 in zwei Ausführungsbeispielen für den Mehrmalgebrauch, vor allem im Bereich Home Care, beschrieben.
Fig. 1 zeigt das Herzstück der Vorrichtung gemäß Fig. 2, nämlich den beheizbaren Befeuchterwickel für die Atemgase. Er besteht aus einem gewellten, dünnen Metallheizband 1 (vorzugsweise aus nicht rostendem Stahl), mit einem darauf liegenden Fließpapierstreifen 2. Dieses Heizband 1 ist mit seinem Anfang 4 auf dem Wickelkörper 5 mit dem zentralen elektrischen, rohrförmigen Kontakt 6 verbunden. Das freie Ende 7 des Heizbandes 1 ist mit dem elektrischen Anschlußstecker 36 (s. Fig. 4 und Fig. 5) verbunden. Heizband 1 und Fließpapierstreifen 2 bilden zusammengerollt den Wickel 3 mit seinen multiplen Luftkanälen und damit großen Oberflächen für die kalte und trockene, durchströmende Atemluft. Wickel ähnlicher Art, jedoch mit hygroskopischen Chemikalien imprägniert, werden - wie bekannt - in HMEs (heat and moisture exchanger) eingesetzt. Die entscheidende Besonderheit der Erfindung aber ist es, daß glatte Fließpapierstreifen in engster Verbindung mit einem elektrisch beheizten, gewellten Heizband, aufgerollte als Wickel 3 benutzt werden.
Gerätebeschreibung des 1. Ausführungsbeispiels
Fig. 2 zeigt perspektivisch und durchsichtig gezeichnet die Vorrichtung zur Erwärmung und Befeuchtung von Atemgasen getrennt in Oberteil 8 und Unterteil 9. Das Oberteil hat einen Atemgas-Auslaßstutzen 10, auf den das Atemgas- Temperatursensorstück 11 aufgesteckt ist, das zum Anschließen eines Patienten mit einem Anschlußstutzen 12 versehen ist und ein Anschlußkabel für die elektrisch-elektronische Steuer-Strom-Versorgungsvorrichtung aufweist.
Durch die gewölbte Oberfläche 13 des Oberteils 8 sieht man gestrichelt gezeichnet den oberen Anfeucht-Anwärm-Wickel 14 und in dessen Zentrum den als Rohr ausgebildeten elektrischen Kontakt 15. An der Außenfläche des Oberteils 8 ist der elektrische Kontaktstecker 16, der mit dem Ende 7 des Wickel-Heizbandes verbunden ist, angebracht. Das Unterteil 9 weist den Gaseinlaßstutzen 17 auf und an seiner gewölbten Unterseite 18 den Wasserauslaßstutzen 19, sowie an seiner Außenseite den elektrischen Anschlußstecker 20. Zusätzlich sieht man im Unterteil 9 den unteren Anwärm-Anfeucht-Wickel 21 mit seinem zentralen, elektrischen Kontaktrohr 22, in das der elektrische Verbindungsstecker 23 eingeführt ist. Das zwischen Oberteil 8 und Unterteil 9 angeordnete flachzylindrische Mittelteil 24 weist an seiner Oberseite ein dicht aufgeschweißtes, feinmaschiges Netz(Sieb) 25 auf sowie ein feinmaschiges Netz(Sieb) 26 an seiner Unterseite. Diese Siebe(Netze) 25 und 26 bilden zusammen mit der Zylinderwand des Mittelteils 24 eine Kammer, durch die über den Wasserzuführstutzen 27 das einfließende Befeuchtungswasser gleichmäßig auf den oberen Wickel 14 und den unteren Wickel 21 bei durchströmendem Atemgas verteilt wird.
Fig. 3 zeigt im Schnitt der Schnittebene I I in Fig. 2 die Atemgas-Anwärm-
Anfeucht- Vorrichtung. Ihr gewölbtes Oberteil 13 zeigt den Gasauslaßstutzen 10 mit dem dem aufgesteckten Atemgas-Temperatursensorstück mit Anschlußkabel 11 und Patienten-Anschlußstutzen 12. Im zylindrisch geformten Teil des Oberteils 8 sieht man den Wickel 14 mit dem elektrischen Kontaktrohr 15 und dem elektrischen Kontaktschalter 16 elektrisch verbunden. Das Unterteil 9 zeigt den Gaseinlaßstutzen 17 und am gewölbten Boden 18 (mit Stützrippe für den Wickel) und den Wasserauslaßstutzen 19. Im zylindrischen Teil von Unterteil 9 befindet sich der untere Wickel 21 , der mit seinem zentralen, elektrischen Kontaktrohr 22 elektrisch verbunden ist, ebenso wie mit dem Kontaktstecker 20. Das Mittelteil 24 weist im oberen Teil ein engmaschiges Netz(Sieb) 25 auf ebenso ein Netz(Sieb) 26 im unteren Teil. Die Netze sind jeweils gepunktet dargestellt. Die Netze 25 und 26 bilden mit der zylindrischen Wand des Mittelstücks 24 eine geschlossene Befeuchtungskammer, die zentral von dem elektrischen Kontaktstift 23 durchzogen wird und in die der Wasserzuführstutzen 27 einmündet. Dieser Kontaktstift verbindet, wie gestrichelt angedeutet, im zusammengebauten Zustand, elektrisch den oberen und unteren Anwärm-Anfeucht-Wickel der Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung.
Gerätefunktion des 1. Ausführungsbeispiels
Das trockene, kalte Atemgas strömt über den Einlaßstutzen 17 der Anwärm- Anfeucht-Vorrichtung über das Unterteil 9, durch die zahlreichen Luftkanäle des geheizten Anwärm-Anfeucht-Wickels 21 , die darauf gepreßte Verteiler- Befeuchtungskammer 24 mit ihren aufgeschweißten Netzen(Sieben) 25 und 26, in den aufgepreßten Oberteil 8 mit dem geheizten Anwärm-Anfeucht-Wickel 14 mit seinen zahlreichen Luftkanälen, über den gewölbten Deckel 13 zum Auslaßstutzen 10 und das aufgesteckte Temperatur-Sensorstück 11 mit dem Anschlußstutzen 12 und über einen kurzen Atemgas-Verbindungsschlauch mit Adapter (nicht gezeichnet), wohltemperiert und befeuchtet, über einen Trachealtubus, eine Trachealkanüle oder Atemmaske zum Patienten. Ist das Temperatur-Sensorstück 11 nicht auf den Stutzen 10 aufgesteckt, dann verhindert die elektronische Steuer- Stromversorgungseinheit eine Inbetriebnahme der Anfeucht-Anwärm-Vorrichtung. Ausschlaggebend für die herausragende Funktion dieser Atemgas-Anfeucht- Anwärm-Vorrichtung sind aber ihre Anfeucht-Anwärm-Wickel. Deren Heizelemente haben eine sehr geringe Wärmespeicherkapazitität und damit Wärmeträgheit. Da- mit ergibt sich die Möglichkeit einer sehr schnellen elektrischen Änderung der Wärmeabgabeleistung und das zusätzlich in einem großen Regelbereich, das bedeutet, daß z. B. bei Wechsel des Atemgasflows auch die Atemgastemperatur in engen Grenzen weitgehend konstant gehalten werden kann.
Technisch konstruktiv wird dies erreicht durch die Verwendung eines dünnen Metallbandes als direkt, elektrisch beheiztes Wärmeelement. Dieses Element ist in den Anfeucht-Anwärm-Wickel der Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung integriert (s. Fig. 1 ). Die auf dem gewellten Metall-Heizband aufgebrachten Anfeuchteelemente weisen ebenfalls eine geringe Wärmespeicherkapazität und damit Wärmeträgheit auf, da ihr Wasseraufnahmevermögen nur gering ist (wenige Milliliter).Diese Anfeuchtelemente sind aus Fließpapier in Bänderform ausgebildet und zu einem Wickel (s. Fig. 1 ) aufgerollt. Dadurch entsteht eine große Oberfläche für die Wasser-Verdampfung- Verdunstung und ein inniger Kontakt zur Atemluft, welche durch die im Wickel gebildeten multiplen Luftkanäle strömt. Die Wasserzufuhr und Verteilung für die Anfeuchtung der Anfeucht-Wickel erfolgt über die aufgepreßten Netze(Siebe) der Wasserverteiler-Anfeuchtkammer. Eine externe einfache Dosierpumpe, vorzugsweise Schlauchpumpe, von der elektronischen Steuer- Stromversorgungsvorrichtung geregelt, sorgt für eine dosierte Sterilwasserzufuhr in Abhängigkeit vom vorgewählten Atemgasflow bzw. Atemminutenvolumen. Die in ihrer Funktion beschriebenen Anwärm-Anfeucht-Wickel ermöglichen damit auch rasch von der Temperaturmesseinheit erfaßte auch schon geringe Atemgastemperaturänderung mit Hilfe der elektronischen Steuer- und Stromversorgungsvorrichtung über die elektrische Stromzufuhr zum Heizelement zu korrigieren. Unangenehm warme oder gar gefährlich heiße Atemgase (z. B. ein„hot shot") lassen sich bei Änderungen des Atemgasflows bzw. Atemminutenvolumens vermeiden. Ebenso ist ein so genanntes„Vorheizen" der Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung mit der Gefahr plötzlich heißer Atemgase unnötig geworden durch die mögliche schnelle dabei aber feinfühlige Aufheizung der Anwärm-Anfeucht-Wickel, wie sie z. B. bei der plötzlichen Notfallbeatmung eines Patienten erforderlich ist. Durch die kompakte Bauart und vor allem die feinfühlige, schnelle Atemgastemperaturregulation ist eine patientennahe Anordnung der Vorrichtung möglich und damit nur ein kurzer Atemgasschlauch als Verbindungsglied zum Patienten, der nur einen sehr geringen Temperaturabfall der Atemgase bewirkt mit entsprechend sehr niedrigen Kondenswasserausfall. Damit erübrigen sich elektrisch beheizte Atemgasschläuche und meist auch Wasserfallen.
Gerätebeschreibung des 2. Ausführungsbeispiels
Fig. 4 zeigt das 2. Ausführungsbeispiel der Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung perspektivisch, durchsichtig und teilweise schematisch. Das Gehäuse der Vorrichtung besteht aus zwei Hälften, einem flaschenförmig-zylindrischen Oberteil 28 mit gewölbtem Deckel 29, Gas-Auslaßstutzen 30 mit aufgeschraubtem Sensorstück 31 mit Patienten-Anschlußstutzen 32, Sensorstutzen 33 und Sensor-Verbindungskabel 34 und dem Unterteil dem eingesetzten und verschweißtem Boden 35, mit dem elektrischen Anschlußstecker 36, dem Atemgas-Einlaßstutzen 37 mit Atemgasverteiler 38 und dem Anfeuchtwasser-Zuführstutzen 39. Durch das durchsichtig gezeichnete Oberteil sieht man das dünne, mäanderförmige Heizblech 40 mit seinen Zwischenräumen 41 zu einem Zylindermantel geformt durch zwei (am oberen und unteren Ende) mit ihm verbundene und zu einem Kreis gebogene und verschweißte Kunststoffbänder 42 und 43. Durch die an diesen Bändern 42 und 43 angebrachten Abstandshalter 44 und 45, entsteht zwischen dem Heizblechzylinder 40 und dem der zylinderförmigen Wand des Oberteils 28 innen anliegenden Fließpapierzylinder 46, ein breiter Spaltraum 48 (s. Fig. 5).
Fig. 5 zeigt die Schnittebene II II gemäß Fig. 4. Deutlich sieht man im Schnitt der Wandung des Oberteils 28 und an dieser innen dicht anliegend den äußeren Fließpapierzylinder 46 und darunter den äußeren Spaltraum 48, der durch Abstandshalter (44, 45 auf den Bändern 42, 43, s. Fig. 4) gebildet wird. Dieser Spaltraum 48 wird begrenzt durch den Heiz-Mäander-Zylinder 40 mit seinen Zwischenräumen 49 und den darunter liegenden inneren Fließpapierzylinder 47 mit Zirkulations-Öffnungen an seinem unteren Ende (nicht dargestellt) für Anfeuchtwasser und Atemgas. Weiter nach innen folgen der breite innere Spaltraum 50, in den der Atemgasverteiler 38 mit seinen Austrittsöffnungen 51 , hineinragt.
Fig. 6 zeigt perspektivisch, das Unterteil, die Bodenplatte 35 mit dem elektrischen Anschlußstecker 36 (dazugehörig die Anschlüsse 52 und 53 für den Heiz-Mäander- Zylinder), dem Atemgas-Einlaßstutzen 37 und dem Befeuchtungswasser- Zuführstutzen 39.
Fig. 7 zeigt schematisch und vereinfacht die einfache Realisierung des beschriebenen Mänder-Heizzylinders. Auf den zwei temperaturbeständigen Kunststoffbändern 42 und 43 ist der aus einem dünnen, nicht rostenden Stahlblech gestanzte Heiz- Mäander 40 aufgelegt und an den markierten Befestigungspunkten 54 mit diesen Bändern fest verbunden (z. B. mit Nieten, Klammern). Bei sehr dünner Blechstärke sind zur mechanischen Versteifung die Ränder der Mäander 55 vor allem in den Zwischenräumen 41 rechtwinklig umgebogen oder gefalzt (als Doppellinie gekennzeichnet).
Zur Herstellung des Heiz-Mäander-Zylinders werden die zwei Kunststoffbänder mit dem darauf fixierten Heiz-Mäander jeweils zu einem Kreis gebogen und ihre Enden durch Verschweißen verbunden. Das verschweißte Kunststoffband 43 stellt dabei den unteren Rand des Heizzylinders dar, an dem auch die elektrische Stormzufuhr erfolgt über den Anfang 56 und das Ende 57 des Heiz-Mäander-Bleches. Das verschweißte Band 42 bildet den oberen Rand des Heizzylinders.
Gerätefunktion des 2. Ausführungsbeispiels
Fig. 4, Fig. 5 und Fig. 6 zeigen die Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung sowohl perspektivisch, durchsieht gezeichnet als auch im Schnitt. Kaltes Atemgas strömt durch den Gaseinlaßstutzen 37 zum Gasverteiler 38 mit Prallplatte und Austrittsöffnungen und von dort, sowohl über die Innenfläche des elektrisch beheizten Heiz- Mäander-Zylindermantels 40 der mit dem dicht anliegenden inneren Fließpapierzylinder 47 (nicht gezeichnet) bedeckt ist, als auch über die Außenfläche des Heiz- Mäander-Zylinders 40 durch einen Spaltraum 48, der nach außen durch den äußeren Fließpapierzylinder 46 (dem Oberteil 28 der Vorrichtung eng anliegend) gebildet wird. Wird die Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung wie in Fig. 4 gezeichnet, in senkrechter Lage betrieben, dann stehen diese Fließpapierzylinder mit ihren unteren Enden im keimfreien Anfeuchtwasser, das über den Stutzen 39 von einem externen Vorratsbehälter zugeführt, den Boden 35 der Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung bedeckt. Diese Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung kann aber genau so in waagerechter oder um 45 Grad nach beiden Seiten geneigt betrieben werden. Dabei werden die Seitenflächen der Fließpapierzylinder streifenförmig ins Anfeuchtwasser getaucht. Dieses Wasser steigt in den Fließpapieren nach oben, durchfeuchtet diese komplett und wird dann durch die vom dünnwandigen Heiz-Mäander-Zylinder 40 nach innen und außen abgegebene Wärme angewärmt und verdunstet bzw. verdampft. Das über diese große Oberfläche streichende Atemgas wird dabei optimal angewärmt und befeuchtet und verläßt die Vorrichtung über den Gasauslaßstutzen 30 mit aufgeschraubtem Temperatur-Sensorstück 31 mit Patienten-Anschlußstück 32. Die gemessene Atemgastemperatur steuert über das elektronische Steuer-Strom- Versorgungs- und Überwachungsgerät die Stromzufuhr zum Heizelement der Atemgas-Anwärm-Anfeucht-Vorrichtung. Eine Übertemperaturkontrolle des Heizelements wird erfaßt, über eine elektronisch registrierte Abnahme des Heizstroms bei steigender Temperatur des Heizelementes und führt bei Überschreitung der zulässigen Grenze der Abschaltung des Heizstroms und Auslösung eines Warnsignals. Über den elektrischen Anschlußstecker 36 erfolgt die Stromzufuhr. Durch die geringe Wärmespeicherkapazität des dünnwandigen, metallenen Heiz-Mäander- Zylindermantels der jeweils nur zu einem sehr kleinen Teil in das Anfeuchtwasserreservoir eintaucht, als elektrisches Heizelement in Kombination mit den dünnen Fließpapierzylindern, als Befeuchtungselement mit geringer Wasserspeicherkapazität, ergeben sich wiederum die günstigen, schnellen, trägheitsarmen Regelungen der Atemgastemperatur und -feuchte mit Hilfe der angeschlossenen Steuer-Strom- Versorgungsvorrichtung.
