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Title:
ROCK WOOL AND MINERAL WOOL INSULATING MATERIAL WITH INHIBITING ADDITIVES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/002948
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to mineral fibers, particularly for producing insulating materials for metallic workpieces, characterized in that the fibers are finished with an alkali silicate.

Inventors:
Klose, Gerd-rüdiger (Lembecker Strasse 76, Dorsten, 46286, DE)
Application Number:
PCT/EP2005/007121
Publication Date:
January 12, 2006
Filing Date:
July 01, 2005
Export Citation:
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Assignee:
DEUTSCHE ROCKWOOL MINERALWOLL GMBH & CO. OHG (Rockwool Strasse 37-41, Gladbeck, 45966, DE)
Klose, Gerd-rüdiger (Lembecker Strasse 76, Dorsten, 46286, DE)
International Classes:
C03C13/06; C03C1/00; C03C13/00; C03C25/26; C03C25/40; C03C25/42; E04B1/74
Foreign References:
US3661663A1972-05-09
US4153439A1979-05-08
EP1369642A12003-12-10
Other References:
PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 015, Nr. 207 (P-1207), 28. Mai 1991 (1991-05-28) & JP 03 056839 A (MATSUSHITA ELECTRIC IND CO LTD), 12. März 1991 (1991-03-12)
PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 001, Nr. 003 (M-003), 8. März 1977 (1977-03-08) & JP 51 118150 A (NICHIAS CORP), 16. Oktober 1976 (1976-10-16)
PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 013, Nr. 552 (M-903), 8. Dezember 1989 (1989-12-08) & JP 01 227813 A (NKK CORP), 12. September 1989 (1989-09-12)
Attorney, Agent or Firm:
Wanischeck-bergmann, Axel (Stenger, Watzke & Ring Kaiser-Friedrich-Ring 70, Düsseldorf, 40547, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Mineralfaser, insbesondere zur Herstellung von Dämmstoffen für metallische Werkstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß die Faser mit einem Alkalisilikat ausgerüstet ist.
2. Mineralfaser nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß die Faser eine Steinwolle oder Schlackenwolle ist.
3. Mineralfaser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkalisilikat ein Natrium und/oder Kaliumwasserglas ist.
4. Mineralfaser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mineralfaser 33 bis 43 Gew.% SiO2, 18 bis 24 Gew.% AI2O3, ca. 0,5 bis 3 Gew.% TiO2, ca. 23 bis 33 Gew.% FeO, ca. 1 bis 10 Gew.% CaO und MgO, ca. 1 bis 10 Gew.% Na2O und K2O, < 0,1 Gew.% Chlor, < 0,1 Gew.% Fluor und < 3 Gew.% sonstige Bestandteile aufweist.
5. Dämmstoff, hergestellt aus einer Mineralfasermasse, aufweisend Mineralfasern gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Dämmstoff bis ungefähr 3,0 Gew.%, bevorzugt bis 1 ,0 Gew.% eines Alkalisilikats aufweist.
6. Dämmstoff nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Dämmstoff als Alkalisilikat ein Natrium und/oder Kaliumwasserglas aufweist.
7. Dämmstoff nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkalisilikat in der Mineralfasermasse gleichmäßig verteilt vorliegt.
8. Dämmstoff nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Dämmstoff weitere Bindemittel aufweist.
9. Dämmstoff nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß dieser als weitere Bindemittel organisch modifizierte Silikate aufweist,.
10. Dämmstoff nach einem der Ansprüche 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß dieser organische Bindemittel aufweist.
11. Dämmstoff nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß dieser weitere Zusatzmittel aufweist.
12. Dämmstoff nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, daß dieser als weitere Zusatzmittel Wachse, Fette und/oder Harze aufweist.
13. Dämmstoff nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Dämmstoff bei Kontakt mit Feuchtigkeit Na+ und SiO3"lonen freisetzt und auf der zu dämmenden Oberfläche ein schwach saures bis mäßig aikalisches Milieu in einem pHBereich von ungefähr pH 6,5 bis ungefähr pH 12 erzeugt.
14. Dämmstoffplatte, hergestellt aus einem Dämmstoff gemäß einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmstoffplatte in den der zu isolierenden Oberfläche zugewandten Randflächen und Bereichen eine im Vergleich zu der durchschnittlichen Alkalisilikatkonzentration in Dämmstoff erhöhte Alkalisilikatkonzentration aufweisen.
15. Verfahren zur Herstellung von Mineralfasern gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mineralfasern nach dem Spinnen mit einem Alkalisilikat in Kontakt gebracht werden.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Mineralfasern mit einer wäßrigen Lösung eines Alkalisilikats in Kontakt gebracht werden.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Mineralfasern mit dem Alkalisilikat imprägniert, benebelt oder getränkt werden. 18. Verwendung einer Mineralfaser nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Dämmung von metallischen Werkstoffen, insbesondere von austenitischen Stählen,.
Description:
Stein- und Schlackenwolle-Dämmstoffe mit inhibierenden Zusätzen

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mineralfaser zur Herstellung von Dämmstoffen und aus dieser Mineralfaser hergestellte Dämmstoffe. insbesondere betrifft die Erfindung Dämmstoffe für metallische Werkstoffe, insbesondere austenitischen Stahl.

Austenitische Stähle werden in großem Umfang für Anlagen eingesetzt, die relativ zu den Umgebungstemperaturen mit erhöhten Temperaturen betrieben werden. Bei Vorhandensein von ausreichenden Mengen an Sauerstoff können in Wasser gelöste Chlorid-Ionen insbesondere bei erhöhten Temperaturen Spannungsrest-Korrosionen auslösen. Dieselbe Wirkung, wenn auch mit einer geringeren Reaktionsgeschwindigkeit, zeigen auch Fluorid-Ionen. Andere Haiogenid-Ionen wie Bromid- oder lodid-lonen zeigen eine vergleichsweise geringe Aktivität und sind in der Regel für die praktische Anwendung unbedeutend. Zwar gibt es Dämmstoffe aus Kunststoffbasis, die mit bromhaltigen Verbindungen als Flammschutzmittel ausgerüstet sind, diese zeigen jedoch meist nur eine geringe thermische Beständigkeit und werden deshalb in der Regel nicht mehr eingesetzt.

Der Mechanismus der Spannungsriß-Korrosion ist nicht in allen Einzelheiten aufgeklärt, doch steigt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Spannungsriß-Korrosion mit der Höhe der Betriebstemperatur. Die zum Auslösen der Spannungsriß-Korrosion benötigten geringen Mengen an Cl"- lonen können bereits durch den Handschweiß eines Handwerkers bei der Fertigung oder Montage eines Bauteils übertragen werden. Weitere Quellen sind Luftverunreinigung, insbesondere über industriellen Komplexen, oder entsprechend kontaminiertes Niederschlagswasser.

Eine große Halogenidquelle bilden die zur Verminderung der Wärmeenergie- Verluste auf Anlagen oder Anlagenteilen aufgebrachten Dämmstoffe. Die hierfür eingesetzten Dämmstoffe sind in der Regel hochdisperse Materialien mit häufig hoher Kapillaraktivität und hohem Wasserrückhaltevermögen. Durch diese Eigenschaften können relativ große Feuchtigkeitsmengen von außen her in den Dämmstoffen verteilt werden, was zu einer Auslösung von halogenidhaitigen Bestandteilen der Dämmstoffe führen kann. Diese halogenidhaltigen Bestandteile können auf den zu dämmenden Oberflächen Chloride oder Fluoride freisetzen. Durch die erhöhte Temperatur der metallischen Oberflächen und das dadurch hervorgerufene Abdampfen des Lösungsmittels können die Halogenid-Konzentrationen auf den Oberflächen bis zu korrosionsauslösenden Werten erhöht werden.

In diesem Sinne wirken sich auch Fugen, Perforationen und andere Störungen in der Dämmschicht in negativer Hinsicht aus.

Das Vorhandensein von Na+- und SiO32"-lonen auf der metallischen Oberfläche und das sich durch diese Ionen einstellende schwach saure bis mäßig alkalische Milieu von ca. pH 6,5 bis ca. pH 12 wirkt inhibierend gegenüber Halogenid-Ionen, insbesondere Chlorid-Ionen.

In dem amerikanischen Standard ASTM C 795-03 „Standard Specification for Thermal Insulation for Use in Contact with Austenitic Stainless Steel" wird die inhibierende Wirkung von Na+ - und SiO32' gegenüber Chlorid-Ionen quantitativ dargestellt. So führt eine Na+- und SiO32"-lonenkonzentration von mindestens 40 ppm zu einer inhibierenden Wirkung bei einer Chlorid-Ionenkonzentration > 10 ppm.

In dem Arbeitsblatt Q 135 „Bestimmung von wasserlöslichen Chloriden in Mineralfaserdämmstoffen" der Arbeitsgemeinschaft Industriebau e. V. (AGI) wird der Gehalt an wasserlöslichen Chlorid-Ionen in Mittel mit < 6 mg/kg Dämmstoff, bei zulässigen Einzelwerten < 9 mg/kg Dämmstoff angegeben. Dies entspricht 6 bzw. 9 ppm. Zur Ermittlung werden 20 g einer Dämmstoffprobe in 300 ml Wasser erhitzt und nach Siedebeginn 30 Minuten gekocht. Bei voluminösen Dämmstoffen werden 20 g einer Dämmstoffprobe in 400 ml Wasser erhitzt und nach Siedebeginn 30 Minuten gekocht. Die Gehalte an Chlorid-Ionen in dem abgetrennten Wasser werden anschließend mit verschiedenen Analyseverfahren bestimmt.

Als Wärmedämmstoffe werden im großen Umfang die handelsüblich als Mineralwolle- oder auch als Mineralfaser-Dämmstoffe bezeichneten Produkte verwendet. Mineralwolle-Dämmstoffe bestehen zu überwiegenden Anteilen aus künstlich hergestellten glasig erstarrten Fasern mit mittleren Durchmessern von ca. 6 bis 8 μm. Hieraus ergibt sich ein erheblicher Anteil an feineren Fasern, was insgesamt eine sehr hohe spezifische Oberfläche bewirkt.

Mit Ausnahme weniger spezieller Produkte enthalten die Mineralwolle- Dämmstoffe Bindemittel und Zusatzmittel. Die Bindemittel sollen die einzelnen Fasern im Idealfall nur punktweise miteinander verbinden, um den elastisch federnden Charakter der gesamten Fasermatte und damit der Dämmstoffe zu erhalten. Da zumeist brennbare organische Bindemittel verwendet werden, ist deren Gehalt in den Dämmstoff von vornherein eng, zumeist auf kleiner ca. 12 Massenprozent begrenzt, um die Einstufung als nicht brennbarer Baustoff zu erhalten. Bei derart niedrigen Bindemittel-Anteilen wird nur ein geringer Teil der Fasern im technischen Sinn wirklich kraftschlüssig gebunden.

Anorganische Bindemittel wie beispielsweise Kieselsole werden wegen der zumeist vorzeitigen Verfestigungen und der in vielen Fällen zu großen Sprödigkeit der Bindung nicht eingesetzt.

Organisch modifizierte Silikate, auch Ormosile abgekürzt, enthalten im Netzwerk organische Gruppen, wodurch sie in flüssiger Form für die Anwendung bei den zur Herstellung von Mineralwolle-Dämmstoffen angewendeten Verfahrenstechniken einsetzbar sind.

Durch Umwandlung in einem Sol-Gel-Prozeß und dem Verlust der organischen Komponente als Folge von Wärmeeinwirkung während des Herstellungsprozesses bilden sich reine Kieselgel-Verbindungen zwischen den Fasern aus. Diese Verbindungen sind thermisch naturgemäß bis zur Beständigkeit der Fasern oder bis zur Bildung von Eutektika beständig. Ihre Anwendung ist unter anderem wegen der relativ hohen Kosten und der nicht zu vernachlässigenden Emissionen von flüchtigen organischen Bestandteilen auf wenige Anwendungsfälle beschränkt.

Darüber hinaus können die Dämmstoffe weitere Zusatzmittel enthalten. Zusatzmittel dienen vor allem dazu, die Faseroberflächen bzw. die Fasermasse als solche wasserabweisend zu machen. Für diese Zwecke werden bevorzugt Öle, Wachse, Fette oder Harze eingesetzt. An den so behandelten Oberflächen der gröberen Fasern lagern sich feinere Fasern oder Faserbruchstücke an, so daß diese Mittel gleichzeitig eine staubbindende Wirkung zeigen.

Handelsüblich wird zwischen Glas-, Stein- und Schlackenwolle-Dämmstoffen unterschieden.

Die chemische Zusammensetzung von Glaswolle-Dämmstoffen wird durch einen hohen Gehalt an Alkali- und Bor-Oxiden charakterisiert. Die silikatischen Schmelzen werden beispielsweise mit Hilfe des sogenannten TEL-Verfahrens zu Fasern geformt. Die thermische Beständigkeit der Glaswolle-Dämmstoffe ist auf verhältnismäßig geringe Temperaturen begrenzt, da die Glasfasern bereits bei ca. 6250C schmelzen.

Steinwolle-Dämmstoffe wurden früher zumeist aus den basischen Gesteinen Diabas und/oder aus Basalten hergestellt. Um die Basizität der aus diesen Gesteinen erstellten Schmelzen auf das gewünschte Niveau anzuheben, wurden den aufzuschmelzenden Gemenge geringe Anteile an beispielsweise Kalk- oder Dolomitgestein, gegebenenfalls auch an basischen Hochofenschlacken hinzugefügt. Hierbei konnte der Anteil der Hochofenschlacke so groß sein, daß die auf derart zusammengesetzten Gemengen bzw. Schmelzen hergestellten Dämmstoffe bereits den Übergang zu den Schlackenwolle-Dämmstoffen bildeten. Charakteristisch für die chemische Zusammensetzung der Steinwolle-Dämmstoffe sind neben Siliziumdioxid als Hauptbestandteil hohe Gehalte an Erdalkalien, Aluminium- und Eisenoxiden.

Die Schmelzen solcher Gemenge weisen nur schmale Verarbeitungsbereiche auf. Sie werden deshalb zumeist auf sogenannten Kaskaden-Spinnmaschinen mit Hilfe von ausreichend großen Fliehkräften zu Fasern und nicht faserigen Partikeln umgeformt. Die gröberen, nicht faserigen Partikel werden unmittelbar nach der Bildung in der sogenannten Sammelkammer durch eine Art Windsichtung getrennt In der Fasermasse verbleiben ca. 25 bis 35 Massenprozent feiner, zumeist kugelförmiger Partikel mit einem Durchmesser < ca. 125 μm. Die aus diesen Fasern hergestellten Dämmstoffe können dauerhaft bis zu einer Temperatur von ca. 625°C eingesetzt werden. Im Handelsverkehr wird ein Schmelzpunkt > 1000°C nach DIN 4102 Teil 17 als charakteristisch herausgehoben. Ausgehend von dieser Spezifikation werden auch ähnlich zusammengesetzte Mineralwolle-Dämmstoffe, die ohne die Bildung von nicht faserigen Partikeln mittels dem TEL-Verfahren äquivalenten Verfahren hergestellt werden, als Steinwolle-Dämmstoffe bezeichnet.

Obwohl die Fasern der Steinwolle-Dämmstoffe eine geringe hydrolytische Beständigkeit aufweisen, gelten selbst die lungengängigen Feinfasern als biopersistent, obwohl sie beim Eintritt in den Körper kombinierten biochemischen Einwirkungen sowohl im schwach basischen wie auch im sauren Bereich der Makrophagen ausgesetzt sind. Allerdings besteht der körpereigene Abwehrmechanismus nicht in der Auflösung der Fasern, sondern im Zerbrechen der Fasern in transportfähige Partikel.

Bei der Prüfung von Steinwolle-Dämmstoffen gemäß dem AGI-Arbeitsblatt Q 135 liegen die Mengen an mit kochendem Wasser herausgelösten Chlorid- Ionen meist unter 10 ppm, während die Menge an Natrium-Ionen in einer Größenordnung von ca. 40 bis ca. 75 ppm und an SiO32 -Ionen etwa 450 bis 600 ppm betragen können.

Um dem Verbot der Anwendung von biopersistenten künstlichen Mineralfasern zum Zweck der Wärme- und Schalldämmung zu entgehen, sind die Zusammensetzungen der Fasern so geändert worden, daß sie den in der Chemikalien-Verbotsverordnung genannten Anwendungskriterien entsprechen und weniger widerstandsfähig gegen die im Körper herrschenden Bedingungen sind.

Tabelle 1 zeigt die üblichen Bestandteile biolöslicher Steinwoll-Fasern.

Tabelle 1

Zusammensetzung von biolöslichen Steinwoll-Fasern

Für die Herstellung biolöslicher Steinwolle-Dämmstoffe werden im zunehmenden Maße Reststoffe aus anderen Industrien verwendet. Diese Reststoffe können z. B. Hochofen- oder Kupolofenschlacken der Eisenindustrie sein. Hierdurch ergibt sich zwangsläufig der Übergang zu den Schlackenwolle- Dämmstoffen.

Die unter Verwendung von Reststoffen hergestellten Dämmstoffe enthalten häufig auch die in Gesteinen und Erzen anzutreffenden Nebenbestandteile in konzentrierter Form, so daß entsprechende Mengen an Chlorid- und Fluor- Verbindungen auftreten.

Ein Teil der während des Schmelzvorgangs flüchtigen Verbindungen wird durch das interne Recycling von Reststoffen wie Filterrückständen und durch das Wiedereinschmelzen von Dämmstoffen auf relativ hohem Niveau gehalten. Bei Dämmstoffen, die aus derartigen Rohstoffen hergestellt worden sind, können die gemäß AGI-Arbeitsblatt Q 135 zulässigen Grenzwerte an wasserlöslichen Halogeniden überschritten werden. Da die tatsächliche Menge der wasserlöslichen Halogenide freisetzenden Verbindungen in den Dämmstoffen noch höher liegen kann, können bei anhaltender Feuchtigkeitseinwirkung große Mengen Halogenide freigesetzt werden, was zu einem erheblichen Schadenspotential führen kann.

Betriebstechnische Anlagen wie Kessel von Kraftwerken, Einrichtungen in der chemischen Industrie usw. weisen selten glatte Oberflächen auf. Die vorhandenen Flächen werden zusätzlich durch Stützkonstruktionen für die Dämmschichtummantelung gegliedert. Die verwendeten Mineralwoll- Därnmstoffe müssen sich den Oberflächen und den angrenzenden Flächen anpassen lassen.

Bei den in solchen Anlagen vorgesehenen hohen Betriebstemperaturen sind darüber hinaus hohe Rohdichten der Dämmstoffe erforderlich, was die Flexibilität der Dämmstoffe zumeist deutlich reduziert.

Eine bevorzugte Anwendungsform sind auf flächige Trägerschichten wie Drahtgeflechte, Glasfaser-Gittergewebe oder Kunstfaser-Gewebe aufgesteppte oder aufgenähte Dämmstoffmatten. Die Fasern in diesen Dämmstoffmatten sind nur schwach gebunden. Die Anteile der Bindemittel wie beispielsweise Phenol-, Formaldehyd- oder Harnstoffharz-Gemische betragen in der Regel ca. 0,3 bis ca. 1 Massenprozent. Darüber hinaus sind die beschriebenen Zusatzmittel in den üblichen Mengen beigefügt. Die Rohdichte kann zwischen ca. 70 und ca. 150 kg/m3, bevorzugt zwischen ca. 80 und ca. 130 kg/m3 variieren.

Die Matten werden nach der Aushärtung der Bindemittel zumeist mit Hilfe von dünnen Drähten aus nicht rostenden Stählen oder aus Messing mit den beschriebenen Trägerschichten verbunden. Die verwendeten Nadeln sind mehrere Millimeter dick und perforieren die Dämmstoffmatten. Hierbei werden die Fasern parallel zu den Bewegungsrichtungen der Nadeln ausgerichtet. Sofern die Verbindungsdrähte nach der Versteppung unter entsprechenden Zugspannungen stehen, halten sie die Löcher auf den der Trägerschichten gegenüberliegenden großen Oberflächen ieicht offen, Die üblichen Abstände der Versteppungsnähte sind 10 cm, während die Stichweite ca, 8 bis ca. 10 cm beträgt. Weitere Unterbrechungen der Dämmschicht ergeben sich durch Fugen zwischen den einzelnen Matten bzw. zwischen den Mattenstücken und den anschließenden Bauteilen, Unterstützungskonstruktionen oder Einbauten.

Bei Temperaturen oberhalb ca. 3000C werden die organischen Binde- und Zusatzmittel zumeist rückstandsfrei abgebaut. Entsprechend dem Temperaturgefälle in der Dämmschicht kann der thermische Abbau der Bindemittel bis dicht unter eine nur dünne Außenschicht erfolgen. Infolge der Ausdehnung der im Inneren der Dämmschicht erhitzten Luft, tritt diese bevorzugt an den Stepplöchern aus, so daß an diesen Steilen der thermische Abbau der Binde- und Zusatzmittel bis in die Außenzone erfolgen kann. Bei vertikal angeordneten Dämmschichten wirkt sich zusätzlich die Auftriebskraft aus.

Die bindemittel- und Zusatzmittelfreien Faserbereiche sind nunmehr gut von Wasser benetzbar, kapillaraktiv und weisen ein hohes Wasserrückhaltevermögen auf.

Wasser, das durch ein Leck in der zu dämmenden Fläche in die Dämmschicht oder von außen her in die inneren Bereiche derselben vordringt, kann sich ausbreiten und in den Bereichen, in denen es nicht unmittelbar verdampft aus den Dämmstoffen Halogenide bzw. Halogenid-Ionen freisetzende Verbindungen herauslösen.

Die so herausgelösten Halogenide, insbesondere die so herausgelösten Chloride können auf der isolierten Werkstoffoberfläche, insbesondere bei austenitischen Stählen, zu den eingangs beschriebenen Schädigungen führen.

Es ist daher die A u f g a b e der vorliegenden Erfindung, eine Mineralfaser zur Herstellung von Dämmstoffen für insbesondere metallische Werkstoffe zur Verfügung zu stellen, welche die schädigenden Einflüsse von Halogenid-Ionen, insbesondere Chlorid-Ionen auf die metallischen Werkstoffe unterdrücken oder zumindest zu reduzieren vermögen. G e l ö s t wird diese Aufgabe durch eine Mineralfaser, insbesondere zur Herstellung von Dämmstoffen für metallische Werkstoffe, welche dadurch gekennzeichnet ist, daß die Faser mit einem Alkalisilikat ausgerüstet ist.

Die erfindungsgemäßen Mineralfasern können sowohl Steinwolle- als auch Schlackenwollefasern sein.

Als Alkalisilikat werden vorteilhafterweise erfindungsgemäß Natrium- und/oder Kaliumwassergläser, vorteilhafterweise in Form entsprechend konzentrierter wäßriger Lösungen eingesetzt.

Die erfindungsgemäße Mineralfasern entsprechen den Anwendungskriterien der Chemikalien-Verbotsverordnung und sind biolösiich.

Mineralfasern gemäß der vorliegenden Erfindung können 33 bis 43 Gew.-% Siliziumdioxid, 18 bis 24 Gew.-% Aluminiumtrioxid, ca. 0,5 bis ca. 3 Gew.-% Titandioxid, ca. 23 bis ca. 33 Eisen-(l)-oxid, ca. 1 bis ca. 10 Gew.-% Calciumoxid und Magnesiumoxid, ca. 1 bis ca. 10 Gew.-% Natriumoxid und Kaliumoxid, < 0,1 Gew.-% Chlor, < 0,1 Gβw.-% Fluor und < 3 Gew.-% sonstiger Bestandteile aufweisen.

Aus den so hergestellten Mineralfasern lassen sich Dämmstoffe herstellen, welche bis ungefähr 3,0 Gew.-%, bevorzugt bis 1 ,0 Gew.-% eines Alkalisilikats aufweisen.

Das Alkalisilikat kann gleichmäßig in der Mineralfasermasse verteilt vorliegen oder sich auch in den Randbereichen von aus den Dämmstoffen hergestellten Dämmatten erhöhten Konzentrationen befinden. Die aus den erfindungsgemäßen Mineralfasern hergestellten Dämmstoffe können darüber hinaus weitere Bindemittel aufweisen. Solche Bindemittel können z. B. organisch modifizierte Silikate sein. Darüber hinaus können die Dämmstoffe weitere organische Bindemittel wie z. B. Phenol-, Formaldehyd- oder Harnstoffharz-Gemische aufweisen. Zur weiteren Ausrüstung der Dämmstoffe können diese Zusatzmittel aufweisen. Solche Zusatzmittel können beispielsweise Öle, Wachse, Fette und/oder Harze sein.

Die so hergestellten Dämmstoffe können bei Kontakt mit Feuchtigkeit Natrium und unterschiedliche Siliziumoxide wie z. B. Siüziumtrioxid-Ionen in der Form freisetzen, daß sich auf der zu dämmenden Oberfläche ein schwach saures bis mäßig alkalisches Milieu in einem pH-Bereich von ungefähr pH 6,5 bis ungefähr pH 12 einstellt.

Die Alkalisilikate können in Form von verseif ungsbeständ igen Kunststoffen- Dispersionen eingesetzt werden, um die Haftung der Alkalisilikate an den Fasern zu verbessern,

Darüber hinaus können weitere Zusatzstoffe wie Pigmente auf die erfindungsgemäße Mineralfasern aufgebracht oder in die erfindungsgemäßen Dämmstoffe eingebracht werden.

Vorteilhafterweise können die eingesetzten Alkalisilikatlösungen Schaumbildner enthalten, um einen gleichmäßigen und gegebenenfalls höheren Dispersionsgrad der Zusatzmittel zu erzielen.

Erfindungsgemäß können die Mineralfasern mit den alkalisilikathaltigen Lösungen imprägniert werden. Hierzu können die Fasern mit den Lösungen besprüht, benebelt oder in diese eingetaucht werden.