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Patent Searching and Data


Title:
ROLLER BLIND ARRANGEMENT FOR A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/101054
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention proposes a roller blind arrangement for a motor vehicle, comprising a roller blind web (20) by means of which a transparent portion of the motor vehicle can be at least partially shaded, and comprising at least one winding device (22) for winding up the roller blind web (20). The roller blind web (20) is formed from a knitted spacer fabric which comprises a support layer (34) formed from a knitted fabric and a decorative layer (36) formed from a knitted fabric and connected to the support layer (34) via connecting threads which maintain a spacing.

Inventors:
ROCKELMANN ANDREAS (DE)
Application Number:
EP2010/068471
Publication Date:
August 25, 2011
Filing Date:
November 30, 2010
Export Citation:
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Assignee:
WEBASTO AG (DE)
ROCKELMANN ANDREAS (DE)
International Classes:
B60J1/20; B60J7/00
Domestic Patent References:
WO2006092227A12006-09-08
Foreign References:
EP1884409A12008-02-06
DE102007021049A12008-11-13
DE202007016323U12008-03-06
EP1690740A12006-08-16
DE102006035632A12008-02-07
EP0572709A11993-12-08
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
ADVOTEC. PATENT- UND RECHTSANWÄLTE (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Rolloanordnung für ein Kraftfahrzeug, umfassend eine Rollobahn (20), mittels der ein transparenter Abschnitt des Kraftfahrzeugs zumindest teilweise abschattbar ist, und mindestens eine Wickeleinrichtung (22) zum Aufwickeln der Rollobahn (20), dadurch gekennzeichnet, dass die Rollobahn (20) aus einem Abstandsgewirke gebildet ist, das eine aus einem Gewirke gebildete Trägerlage (34) und eine aus einem Gewirke gebildete Dekorlage (36) umfasst, die mit der Trägerlage (34) über abstandshaltende Verbindungsfäden verbunden ist.

2. Rolloanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollobahn (20) in ihren bezogen auf eine Ausziehrichtung seitlichen Randbereichen jeweils in einer karosseriefesten Führungsbahn (30A, 3 OB) geführt ist und in diesen Randbereichen (38A, 38B) einlagig und frei von der Dekorlage (36) ist.

3. Rolloanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollobahn (36) in ihren bezogen auf eine Ausziehrichtung seitlichen Randbereichen (38A, 38B) jeweils ein Führungsband (28A, 28B) aufweist, das in einer karosseriefesten Führungsbahn (30A, 3 OB) geführt ist und das vorzugsweise eine Rollfeder zum Aufwickeln der Rollobahn auf der Wickeleinrichtung ist.

4. Rolloanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollobahn (20) im Bereich der Dekorlage (36) eine Dicke von 0,8 mm bis 1,3 mm hat und in dekorlagenfreien Bereichen (38A, 38B) eine Dicke von 0,2 mm bis 0,5 mm hat.

5. Rolloanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Abschattung eines transparenten Dachabschnitts des Kraftfahrzeugs dient.

Description:
Rolloanordnung für ein Kraftfahrzeug

Die Erfindung betrifft eine Rolloanordnung für ein Kraftfahrzeug nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Derartige Rolloanordnungen sind aus der Praxis bekannt und werden beispielsweise zur Abschattung eines transparenten Dachabschnitts oder auch von Seitenfenstern eines Kraftfahrzeuges eingesetzt. Denkbar ist es auch, Rolloanordnungen dieser Art als Laderaumabdeckung oder dergleichen zu nutzen. Typischerweise umfassen solche Rolloanordnungen eine Rollobahn aus einem flexiblen, rollbaren Material sowie eine Wickeleinrichtung, mittels der die Rollobahn zu einem Wickelkörper aufgewickelt werden kann. Die Wickeleinrichtung ist beispielsweise aus Rollfedern gebildet, die aus einem bandartigen Federstahl gebildet sind und an beiden seitlichen Rändern der Rollobahn angeordnet sind.

Die Rollobahn selbst besteht bei bisher bekannten Rolloanordnungen beispielsweise aus einem Gewirke oder Gewebe, das eine gewisse Winddurchlässigkeit aufweist, gleichzeitig aber auch in einem unerwünschten hohen Maße lichtdurchlässig ist, so dass der erzielbare Abschattungsgrad unzureichend ist. Ein Einsatz derartiger Rollobahnen als Windschott ist nur bei einer Maschenweite möglich, die einen Beschattungsgrad von bis zu etwa 85 % bietet. Eine Maschenweite, die einen höheren Beschattungsgrad bietet, führt aber bei einem Einsatz als Windschott zu einer unerwünschten Geräuschentwicklung, die als Wummern bezeichnet wird.

Alternativ wurde vorgeschlagen, ein Gewebe oder ein Gewirke mit einer opaken bzw. lichtundurchlässigen Folie zu kaschieren. Hierdurch kann der transparente Abschnitt zwar hundertprozentig abgeschattet werden. Gewirke oder Gewebe mit Kaschierung, die als sogenannte Blackout-Stoffe bezeichnet werden und die einen hohen Beschat- tungsgrad bieten, können aber nicht als Windschott eingesetzt werden, weil der Luftdurchsatz bei diesen Materialien zu gering ist, was im Fahrbetrieb des betreffenden Kraftfahrzeugs ebenfalls zu einem Wummer-Geräusch führen kann. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rolloanordnung mit einer Rollobahn zu schaffen, die zumindest weitgehend lichtundurchlässig ist, aber eine hohe Luftdurchlässigkeit aufweist.

Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Rolloanordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Der Kern der Erfindung besteht mithin darin, dass die Rollobahn aus einem Mehrschichtgewirke gebildet ist. Durch die Mehrschichtanordnung lässt die Rollobahn nahezu kein Licht durch. Die Gewirkestruktur ermöglicht aber einen guten Luftdurch- satz, so dass die Rolloanordnung nach der Erfindung auch als Windschott eingesetzt werden kann. Es wird also ein hoher Beschattungsgrad bei gleichzeitig ausreichendem Luftdurchsatz für eine Windschottfunktion erreicht.

Die Rollobahn der Rolloanordnung nach der Erfindung hat auch gegenüber einer mit einer Folie kaschierten Rollobahn Kostenvorteile, da Abstandsgewirke kostengünstiger gefertigt werden können als kaschierte Materialien..

Die Trägerlage kann standardisiert ausgebildet sein, so dass kundenunabhängig stets das gleiche Material als Trägerlage eingesetzt werden kann und ein modularer Aufbau des Abstandsgewirkes realisierbar ist. Das Material der Trägerlage kann hinsichtlich eines optimalen Gleitverhaltens an gegebenenfalls vorhandene Seitenführungen eingestellt bzw. gewählt werden. Unabhängig von der Gestaltung der Dekorlage liegt damit stets der gleiche Reibpartner zu den Seitenf hrungen der Rollobahn vor, die bei einer Windschottfunktion der Rolloanordnung zweckmäßigerweise eingesetzt werden. Die Dekorlage kann variabel entsprechend den Kundenbedürfnissen ausgelegt sein. Die Dekorlage der erfindungsgemäß ausgebildeten Rollobahn bildet in der Regel bei einer Anwendung der Rolloanordnung als Dachrollo eines Kraftfahrzeuges die Unterseite, die die Sichtfläche für Fahrzeuginsassen bildet. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Rolloanordnung nach der Erfindung ist die Rollobahn in ihren bezogen auf eine Ausziehrichtung seitlichen Randbereichen jeweils in einer karosseriefesten Führungsbahn geführt, wobei die Rollobahn in diesen Randbereichen frei von der Dekorlage ist. Damit liegen Bereiche unterschiedlicher Dicke an der Rollobahn vor, was wiederum im Bereich der Randbereiche zu einem geringeren Durchmesser des beim Aufwickeln der Rollobahn resultierenden Wickelkörpers und mithin zu einem optimierten Bauraumbedarf führt. Dies ist insbesondere bei Rolloanordnungen ohne Wickelwelle vorteilhaft.

Die Rollobahn weist bei einer zweckmäßigen Ausführungsform der Rolloanordnung nach der Erfindung in ihren bezogen auf eine Ausziehrichtung seitlichen Randbereichen jeweils ein Führungsband auf, das in einer karosseriefesten Führungsbahn geführt ist und das vorzugsweise eine Wickelfeder ist.

Im Bereich der Dekorlage weist die Rollobahn beispielsweise eine Materialstärke bzw. Dicke von 0,8 mm bis 1,3 mm auf, wohingegen die Rollobahn in dekorlagenfreien

Bereichen, die insbesondere im Bereich der Seitenführungen vorliegen, beispielsweise eine Materialstärke bzw. Dicke von 0,2 mm bis 0,5 mm hat.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.

Ein Ausführungsbeispiel einer Rolloanordnung nach der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch vereinfacht dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf ein Dach eines Kraftfahrzeuges mit einer Rolloanordnung; Fig. 2 die Rolloanordnung in Alleinstellung;

Fig. 3 die Rolloanordnung in einem Führungsbereich; und

Fig. 4 einen Schnitt durch eine Rollobahn der Rolloanordnung.

In Fig. 1 ist ein Kraftfahrzeug 10 mit einem Fahrzeugdach 12 dargestellt, das mit einem Dachausschnitt 14 versehen ist, der mittels eines transparenten Deckelelements 16 wahlweise geschlossen oder zumindest teilweise freigegeben werden kann.

Zur Abschattung des Dachausschnitts 14 umfasst das Fahrzeugdach 12 eine Rolloanordnung 18, die in Fig. 2 in Alleinstellung dargestellt ist. Als Abschattungselement umfasst die Rolloanordnung 18 eine Rollobahn 20, die aus einem flexiblen, rollbaren Abstandsgewirke gebildet ist und an einer Wickeleinrichtung 22 aufwickelbar bzw. von dieser abwickelbar ist.

Die Wickeleinrichtung 22 umfasst beidseits der Rollobahn 20 angeordnete und spiegelsymmetrisch ausgebildete Führungen bzw. Lager 24, die fahrzeugfest angebunden sind und an ihrer freien Stirnseite einen Führungsteller aufweisen. Die Rolloanordnung 18 weist mithin keine separate Wickelwelle auf. Vielmehr wird die Rollobahn 20 beim Öffnen, das heißt beim Freigeben des Dachausschnitts 14 direkt an den Führungen bzw. Lagern 24 aufgewickelt.

An ihren sich längs der Ausziehrichtung erstreckenden Randbereichen 38 A und 38B, weist die Rollobahn 20 Führungsbänder 28A bzw. 28B auf, die jeweils aus einem eine Rollfeder bildenden Metallband gebildet sind, welches jeweils in einem Führungskanal einer sich in Fahrzeuglängsrichtung erstreckenden Führungsschiene 30A bzw. 3 OB geführt ist, wobei die Randbereiche 38A und 38B jeweils im Wesentlichen C-fÖrmig umgeschlagen sind. Die Führungsbänder 28A und 28B haben eine derartige Federvorspannung, dass sie sich außerhalb der jeweiligen Führungsschiene 30A bzw. 3 OB, das heißt im Bereich der von den Führungen bzw. Lagern 24 gebildeten Wickeleinrichtung 22 selbsttätig aufwickeln und so beim Zurückziehen der Rollobahn 20 ein Aufwickeln der Rollobahn in den Führungen bzw. Lagern 24 bewirken. Beim Aufwickeln der Rollobahn 20 in den beidseits angeordneten Führungen bzw. Lagern 24 werden die Führungsbänder 28 A und 28B jeweils in einer Kulisse geführt. Damit wird erreicht, dass die Rollobahn 20 im aufgewickelten Zustand, das heißt im Bereich ihres Wickelkörpers in Fahrzeugquerrichtung gespannt bleibt. Die Kulisse bildet eine Fortführung der durch die jeweilige Führungsschiene 30A bzw. 30B gebildeten Seitenführung.

Alternativ sind anstelle von Rollfedern auch Metallbänder denkbar, die keine Federfunktion haben und vielmehr durch einen Federantrieb, der beispielsweise in einer Wickelwelle angeordnet ist, oder durch Triebfedern, welche in den Führungen bzw. Lagern integriert sind, angetrieben werden.

An der dem Wickelkörper abgewandten Seite ist die Rollobahn 20 des Weiteren mit einem Zugspriegel 32 versehen, der mit seinen Enden ebenfalls in den Führungsschienen 30A und 3 OB geführt ist und mittels dessen die Rollobahn betätigt werden kann. Wie bereits oben erwähnt, ist die Rollobahn 20 aus einem Abstandsgewirke gebildet. Das Abstandsgewirke umfasst eine aus einem ersten Gewirke gebildete Trägerlage 34, die sich über die gesamte Breite der Rollobahn 20 in Fahrzeugquerrichtung erstreckt und an dem die Führungsbänder 28A und 28B fixiert sind. Neben der Trägerlage 34 umfasst die Rollobahn 20 eine dem Fahrzeuginnenraum zugewandte Dekorlage 36, die ebenfalls aus einem Gewirke gebildet ist und mit der Trägerlage 34 über eine abstands- haltende Verbindungskonstruktion verbunden ist, die aus Verbindungsfäden gebildet ist, die auch als Polfäden bezeichnet werden. Die Dekorlage 36, die die Sichtfläche der Rolloanordnung 18 bildet, erstreckt sich in Fahrzeugquerrichtung jeweils nur bis zu der Führungsschiene 30A bzw. 30B, das heißt die Randbereiche 38A bzw. 38B, die innerhalb der Führungsschienen 30 A und 3 OB laufen, sind frei von der Dekorlage 36.

Im Bereich der Dekorlage 36 hat die Rollobahn 20 eine Materialstärke von beispielsweise etwa 1,3 mm. In den dekorlagenfreien Randbereichen 38A und 38B hat die Rollobahn 20 hingegen nur eine Materialstärke von beispielsweise etwa 0,5 mm.

Durch die Ausbildung der Rollobahn 20 als Abstandsgewirke kann ein hoher Beschattungsgrad mittels der Rolloanordnung 18 erreicht werden, der bis etwa 99 % betragen kann. Gleichzeitig wird durch das Abstandsgewirke ein guter Luftdurchsatz ermöglicht, so dass die Rolloanordnung 18 auch bei geöffnetem Deckelelement 16 als so genanntes Windschott eingesetzt werden kann.

Bezugszeichenliste

10 Kraftfahrzeug

12 Fahrzeugdach

14 Dachausschnitt

16 Deckelelement

18 Rolloanordnung

20 Rollobahn

22 Wickeleinrichtung

24 Führungen/Lager

28A,B Führungsbänder

30A,B Führungsschienen

32 Zugspriegel

34 Trägerlage

36 Dekorlage

38A,B Randbereiche