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Patent Searching and Data


Title:
ROLLER FRAMEWORK HAVING A FRAMEWORK COOLER FOR COOLING A STEEL BAND
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/020492
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a framework cooler (20) for cooling a steel band (50), installed in a roller framework (11) in place of the work rolls (5) and the associated installation pieces (5a and 5b). For this purpose, the framework cooler (20) is sized such that it can be installed into the roller framework (11) through the operator-side roller stands (1) of the roller framework (11). The framework cooler (20) comprises a lower water tank (21b) and an upper water tank (21a), each having a connection (22) for a coolant and a plurality of cooling nozzles (23) or cooling tubes (23a) arranged in the depth direction (T) of the framework cooler (20) or at least one cooling slot (24) extending in the depth direction (T) of the framework cooler (20). The lower and the upper water tank (21b and 21a) can be thereby supplied with coolant by the respective connection (22) and the bottom side of the steel band (50) can be cooled by the cooling nozzles (23) or cooling tubes (23a) or the cooling slot (24) of the lower water tank (21b) and the top side of the steel band (50) can be cooled by the cooling nozzles (23) or cooling tubes (23a) or the cooling slot (24) of the upper water tank (21a).

Inventors:
LENGAUER, Thomas (Am Rappelberg 10, 4616 Weißkirchen a.d. Traun, 4616, AT)
LINZER, Bernd (Kematner Str. 11, 4621 Leombach, 4621, AT)
SEILINGER, Alois (Haselgrabenweg 17, 4040 Linz, 4040, AT)
ZAHEDI, Michael (Weichstetten-Ost 49, 4502 St. Marien, 4502, AT)
Application Number:
EP2018/069668
Publication Date:
January 31, 2019
Filing Date:
July 19, 2018
Export Citation:
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Assignee:
PRIMETALS TECHNOLOGIES AUSTRIA GMBH (Turmstraße 44, 4031 Linz, 4031, AT)
International Classes:
B21B45/02
Foreign References:
US20170056944A12017-03-02
DE3704599A11988-08-25
DE1954859A11970-06-18
DE2235063A11973-01-25
US20170056944A12017-03-02
DE3704599A11988-08-25
DE2235063A11973-01-25
Attorney, Agent or Firm:
ZUSAMMENSCHLUSS METALS@LINZ, (Intellectual Property Upstream IP UP, Turmstrasse 44, 4031 Linz, 4031, AT)
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Claims:
Ansprüche

1. Walzgerüst (11) mit einem bedienseitigen Walzenständer (1) und einem antriebsseitigen Walzenständer,

- wobei in dem Walzgerüst (11) keine Arbeitswalzen (5) und keine Einbaustücke (5a, 5b) für die Arbeitswalzen (5) ange¬ ordnet sind, das Walzgerüst (11) jedoch einen Gerüstkühler (20) zum Abkühlen eines Stahlbands (50) aufweist,

- wobei der Gerüstkühler (20) derart dimensioniert ist, dass er durch den bedienseitigen Walzenständer (1) des Walzge- rüsts (11) in das Walzgerüst (11) eingebaut werden kann,

- wobei der Gerüstkühler (20) einen unteren Wasserkasten

(21b) und einen oberen Wasserkasten (21a) umfasst,

wobei der untere Wasserkasten (21b) und der obere Wasser- kästen (21a) jeweils einen Anschluss (22) für ein Kühlmit¬ tel und mehrere in der Tiefenrichtung (T) des Gerüstkühlers (20) angeordnete Kühldüsen (23) oder Kühlrohre (23a) oder zumindest einen in der Tiefenrichtung (T) des Gerüstkühlers (20) verlaufenden Kühlschlitz (24) aufweisen, sodass der untere und der obere Wasserkasten (21b, 21a) durch den je¬ weiligen Anschluss (22) mit Kühlmittel versorgt werden kön¬ nen und die Unterseite des Stahlbands (50) durch die Kühl¬ düsen (23) oder Kühlrohre (23a) oder den Kühlschlitz (24) des unteren Wasserkastens (21b) und die Oberseite des

Stahlbands (50) durch die Kühldüsen (23) oder Kühlrohre

(23a) oder den Kühlschlitz (24) des oberen Wasserkastens (21a) abgekühlt werden können.

2. Walzgerüst (11) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gerüstkühler (20) zumindest zwei Führungsflächen

(26) aufweist, wobei die Führungsflächen (26) mit dem unteren Wasserkasten (21b) oder dem oberen Wasserkasten (21a) verbunden sind, sodass der Gerüstkühler (20) in der Breitenrichtung (B) des Walzgerüsts (11) in das Walzgerüst (11) eingebracht werden kann.

3. Walzgerüst (11) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gerüstkühler (20) einstückig ausge- führt ist, wobei der untere und der obere Wasserkasten (21b, 21a) durch Steher (27) miteinander verbunden sind.

4. Walzgerüst (11) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gerüstkühler (20) zumindest zweistü¬ ckig ausgeführt ist, wobei der untere und der obere Wasser¬ kasten (21b, 21a) jeweils zwei Führungsflächen (26) aufwei¬ sen .

5. Walzgerüst (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Wasserkasten (21b) und/oder der obere Wasserkasten (21a) je zwei seitliche Traglaschen (25) aufweisen, wobei die Traglaschen (25) je eine Führungs¬ fläche (26) aufweisen.

6. Walzgerüst (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Wasserkasten (21b) und der obere Wasserkasten (21a) je einen ersten und einen zweiten Anschluss (22) aufweisen, sodass die Randbereiche des Stahl¬ bands (50) durch den jeweiligen ersten Anschluss (22) und der Zentrumsbereich des Stahlbands (50) durch den jeweiligen zweiten Anschluss (22) unterschiedlich stark abgekühlt werden können . 7. Walzgerüst (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Walzgerüst (11) Stützwalzen (4) auf¬ weist und dass der Gerüstkühler (20) im in das Walzgerüst (11) eingebauten Zustand zwischen den Stützwalzen (4) des Walzgerüsts (11) angeordnet ist.

8. Walzgerüst (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich Arbeitswalzen (5) und Ein¬ baustücke (5a, 5b) für die Arbeitswalzen (5) aufweist und dass die Arbeitswalzen (5) und die Einbaustücke (5a, 5b) für die Arbeitswalzen (5) derart dimensioniert sind, dass sie nach einem Ausbau des Gerüstkühlers (20) aus dem Walzgerüst (11) durch den bedienseitigen Walzenständer (1) des Walzgerüsts (11) in das Walzgerüst (11) eingebaut werden können.

9. Verfahren zum Einbau eines Gerüstkühlers (20) zum Abkühlen eines Stahlbands (50) in ein Walzgerüst (11) einer Walzstra¬ ße, wobei der Gerüstkühler (20) einen unteren Wasserkasten (21b) und einen oberen Wasserkasten (21a) umfasst, wobei der untere Wasserkasten (21b) und der obere Wasserkasten (21a) jeweils einen Anschluss (22) für ein Kühlmittel und mehrere in der Tiefenrichtung (T) des Gerüstkühlers (20) angeordnete Kühldüsen (23) oder Kühlrohre (23a) oder zumindest einen in der Tiefenrichtung (T) des Gerüstkühlers (20) verlaufenden

Kühlschlitz (24) aufweisen, aufweisend die Verfahrensschrit¬ te :

- Entfernen von Einbaustücken (5a, 5b) und einer oberen und einer unteren Arbeitswalze (5) aus dem Walzgerüst (11) ;

- Einbau des Gerüstkühlers (20) in das Walzgerüst (11), wobei der Gerüstkühler (20) horizontal in Breitenrichtung (B) des Walzgerüsts (11) durch einen bedienseitigen Walzenständer (1) eingebracht wird; und

- Verbinden der Anschlüsse (22) des oberen und unteren Was- serkastens (21b, 21a) mit einer Kühlmittelversorgung, so¬ dass die Unter- und die Oberseite des Stahlbands (50) über die Kühldüsen (23) oder Kühlrohre (23a) oder den Kühlschlitz (24) des unteren Wasserkastens (21b) und des oberen Wasserkastens (21a) durch ein Kühlmittel abgekühlt werden können.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Einbau des Gerüstkühlers (20) während des laufenden Be¬ triebs der Walzstraße (40) oder während einer Betriebsunter- brechung der Walzstraße (40) erfolgt.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel unter einem Druck von 2 bis 5 bar zumindest einen Anschluss (22) versorgt.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel unter einem Druck von 0,1 bis 1 bar zumindest einen Anschluss (22) versorgt.

13. Verfahren zum Walzen von Stahlbändern in einer Warmwalzstraße (40), die mehrere Walzgerüste (11) aufweist, umfassend die Verfahrensschritte:

- Warmwalzen eines ersten Stahlbands in zumindest zwei Walz¬ gerüsten (11) der Walzstraße (40);

- Kühlen des ersten Stahlbands in einer Kühlstrecke (45) ;

- Ausfördern des gekühlten ersten Stahlbands;

- Einbau eines Gerüstkühlers (20) gemäß einem Verfahren nach einem Ansprüche 9 bis 12 erfolgt;

- Warmwalzen eines zweiten Stahlbands in zumindest einem

Walzgerüst der Walzstraße (40);

- Abkühlen des zweiten Stahlbands in zumindest einem Walzge- rüsts (11) der Walzstraße mittels des Gerüstkühlers (20); - Kühlen des abgekühlten zweiten Stahlbands in der Kühlstrecke (45);

- Ausfördern des gekühlten zweiten Stahlbands.

14. Verfahren zum Ausbau eines Gerüstkühlers (20) zum Abküh- len eines Stahlbands (50) aus einem Walzgerüst (11) einer

Walzstraße, wobei der Gerüstkühler (20) einen unteren Wasserkasten (21b) und einen oberen Wasserkasten (21a) umfasst, wobei der untere Wasserkasten (21b) und der obere Wasserkasten (21a) jeweils einen Anschluss (22) für ein Kühlmittel und mehrere in der Tiefenrichtung (T) des Gerüstkühlers (20) an¬ geordnete Kühldüsen (23) oder Kühlrohre (23a) oder zumindest einen in der Tiefenrichtung (T) des Gerüstkühlers (20) verlaufenden Kühlschlitz (24) aufweisen, aufweisend die Verfahrensschritte :

- Trennen der Anschlüsse (22) des oberen und unteren Wasserkastens (21b, 21a) von einer Kühlmittelversorgung;

- Ausbau des Gerüstkühlers (20) aus dem Walzgerüst (1), wobei der Gerüstkühler (20) horizontal in Breitenrichtung (B) des Walzgerüsts (11) aus einem bedienseitigen Walzenständer (1) ausgebracht wird;

- Einbau von Einbaustücken (5a, 5b) und einer oberen und einer unteren Arbeitswalze (5) in das Walzgerüst (11) .

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausbau des Gerüstkühlers (20) während des laufenden Be¬ triebs einer Walzstraße (40) oder während einer Betriebsun¬ terbrechung einer Walzstraße (40) erfolgt.

Description:
Beschreibung

Walzgerüst mit einem Gerüstkühler zum Abkühlen eines Stahlbands

Gebiet der Technik

Die vorliegende Erfindung betrifft die Walzwerktechnik, ins ¬ besondere das Warmwalzen und Kühlen eines metallischen Bands, z.B. eines Stahlbands, oder Blechs in einer Walzstraße. Bei der Walzstraße kann es sich bspw. um eine Fertigwalzstraße zur Bandproduktion oder um eine Warmwalzstraße zur Blechpro ¬ duktion handeln. Einerseits betrifft die Erfindung ein Walzgerüst mit einem bedienseitigen Walzenständer und einem antriebsseitigen Walzenständer, wobei in dem Walzgerüst keine Arbeitswalzen und keine Einbaustücke für die Arbeitswalzen angeordnet sind. Andererseits betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Einbau eines Gerüstkühlers zum Abkühlen eines Stahlbands in ein Walzgerüst, sowie ein Verfahren zum Ausbau eines derartigen Gerüstkühlers aus einem Walzgerüst. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird in dieser Schrift auch ein Walzgerüst mit ausgebauten Einbaustücken und ausgebauten Arbeitswalzen als Walzgerüst bezeichnet. Diese Nomenklatur ist für den Fachmann selbstverständlich und erhöht die Klarheit.

Stand der Technik

Bekanntlich wird beim Warmwalzen das warme Walzgut in einem Walzspalt durch sogenannte Arbeitswalzen plastisch verformt, wodurch bspw. die Dicke des Walzguts reduziert wird. Nach dem Warmwalzen wird das gewalzte Walzgut typischerweise in einer Kühlstraße abgekühlt und anschließend aus der Walzstraße aus ¬ gefördert, z.B. als Bund oder Blech. Die Materialeigenschaften eines warmgewalzten Bands sind nicht nur abhängig von dessen chemischer Zusammensetzung, sondern hängen auch sehr stark von der zeitlichen Abfolge der Bearbeitungsschritte im Warmwalzwerk ab. Bei einer Gieß-Walz- Verbundanlage, z.B. einer Arvedi ESP Anlage, kommt es z.B. wesentlich auf die zeitliche Abfolge von Stranggießen, Vorwalzen, Zwischenerwärmen, Fertigwalzen, Abkühlen und Aufhaspeln an. Bei der Einstellung des Gefüges bzw. der Phasenan- teile des gewalzten Bandes (das warmgewalzte Band nach dem

Fertigwalzen wird als Fertigband bezeichnet) kommt es maßgeb ¬ lich auch auf das zeitliche Intervall zwischen dem letzten Walzstich in einem Walzgerüst der Walzstraße und dem Beginn der Abkühlung des Bandes an. In vielen Fällen sollte diese Zeitspanne so kurz wie möglich sein.

Warmwalzwerke weisen eine fixe Anzahl von Walzgerüsten auf, sodass es aufgrund der hohen technischen Komplexität dieser Maschinen nicht möglich ist, bei der Produktion dicker Bänder ein oder mehrere Walzgerüste des Walzwerks zu entfernen und bei der Produktion dünner Bänder entfernte Walzgerüste wieder hinzuzufügen. Somit muss ein Walzwerk im allgemeinen sowohl für die Produktion dicker als auch für die Produktion dünner Bänder geeignet sein.

Es ist bekannt, dass dicke Bänder in einem Walzwerk langsamer transportiert und weniger stark dickenreduziert werden als dünne Bänder. Dies führt dazu, dass beispielsweise ein dickes Band oftmals bereits vor dem letzten Walzgerüst, z.B. im zweiten Walzgerüst, auf seine Enddicke gewalzt wird, wohinge ¬ gen ein dünnes Band in demselben Walzwerk erst im letzten, z.B. fünften, Walzgerüst auf seine Enddicke gewalzt wird. Im erstgenannten Fall werden daher die Walzgerüste 3, 4 und 5 aufgefahren, sodass das dicke Band diese Walzgerüste durch- läuft, ohne dort gewalzt zu werden. Durch die relativ langsa ¬ me Transportgeschwindigkeit dicker Bänder und die Tatsache, dass die letzte Umformung bereits in einem der ersten Walzge ¬ rüste erfolgt, ergibt sich aber eine relativ lange Zeitspan- ne, bis das Fertigband die Kühlstrecke hinter dem letzten Walzgerüst erreicht und dort mit einer bestimmten Intensität abgekühlt wird. Diese lange Zeitspanne kann dazu führen, dass dicke Bänder bestimmte Materialeigenschaften nicht mehr er- reichen können, wodurch der Produktmix des Walzwerks eingeschränkt wird.

Dieses Problem wird beim endlosen Betrieb von Gieß-Walz-Ver- bundanlagen noch verschärft, da die Transportgeschwindigkeit des Bandes indirekt proportional zur Banddicke ist. Außerdem kann durch den Endlosbetrieb das Zwischen- oder Fertigband nicht auf dem Rollgang beschleunigt werden, da es mit der Stranggießanlage gekoppelt ist. Dies führt dazu, dass die Transportgeschwindigkeit eines dicken Bandes in einer ESP An- läge im Bereich von 0,5 m/s oder weniger sein kann und somit wesentlich langsamer ist als bei anderen, nicht endlos betriebenen Warmwalzwerken, die das Walzgut vor dem, beim bzw. nach dem Durchlaufen der Walzstraße beschleunigen können. Doch selbst beim nicht endlosen (z.B. beim Batch- oder Semi- Endless-) Betrieb eines Warmwalzwerks lässt sich das zugrun ¬ deliegende Problem nicht zufriedenstellend lösen, da eine Än ¬ derung der Bandgeschwindigkeit stets auch mit einer Änderung der Temperatur beim letzten Walzstich in der Fertigwalzstraße einhergeht. Außerdem führt das Auflösen der endlosen Kopplung zwischen den Aggregaten eines Warmwalzwerks zu vielen wohlbe ¬ kannten Problemen, wie z.B. das Ein- und Ausfädeln des Bandes aus den Walzgerüsten und der Kühlstrecke, den Stößen durch den Bandkopf und Bandfuß, die unterschiedlichen Temperaturen von Bandkopf und Bandfuß etc. Somit scheidet auch diese Lö ¬ sungsmöglichkeit entweder völlig aus oder ist zumindest nicht zufriedenstellend realisierbar.

Aus der US 2017/0 056 944 AI ist eine Kühlanordnung bekannt, die vor oder hinter einem Walzgerüst angeordnet werden kann. Diese Kühlanordnung weist eine Ausgestaltung auf, wie sie vom Ansatz her bei konventionellen Kühlstrecken bekannt ist. Sie ist jedoch mit wenigen Metern kürzer als konventionelle Kühlstrecken .

Aus der DE 37 04 599 AI ist eine Zwischengerüstkühlung zum Abkühlen eines Stahlbands hinter einem Walzgerüst bekannt. Die Zwischengerüstkühlung umfasst einen unteren und einen oberen Wasserkasten, wobei die Wasserkästen jeweils einen An- schluss für ein Kühlmittel und mehrere in der Tiefenrichtung des Gerüstkühlers angeordnete Kühldüsen oder Kühlrohre auf- weisen. Über die Anschlüsse können die Wasserkästen mit Kühlmittel versorgt werden. Dadurch können die Unterseite und die Oberseite des Stahlbandes durch die Kühldüsen oder Kühlrohre der Wasserkästen abgekühlt werden. Aus der DE 22 35 063 AI ist ebenfalls eine Zwischengerüstkühlung bekannt. Die Zwischengerüstkühlung umfasst einen unteren und einen oberen Wasserkasten, wobei die Wasserkästen jeweils einen Anschluss für ein Kühlmittel und einen sich in der Tie ¬ fenrichtung erstreckenden Kühlschlitz aufweisen. Über die An- Schlüsse können die Wasserkästen mit Kühlmittel versorgt wer ¬ den. Dadurch können die Unterseite und die Oberseite des Stahlbandes durch die Kühlschlitze der Wasserkästen abgekühlt werden . Wie das Problem der langen Zeitdauer bei dicken Bändern zwischen dem letzten Walzstich und dem Beginn der Abkühlung in Warmwalzwerken, insbesondere bei endlos betriebenen Gieß- Walz-Verbundanlagen, überwunden werden kann, geht aus dem Stand der Technik nicht hervor.

Zusammenfassung der Erfindung

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, den bestehenden Stand der Technik durch eine innovative Lösung für ein Warm- walzwerk, insbesondere eine Gieß-Walz-Verbundanlage und hier ganz besonders für eine endlos betriebene Gieß-Walz-Verbund ¬ anlage, so abzuändern, dass die Zeitspanne zwischen dem letzten Walzstich beim Warmwalzen und dem Beginn der Bandkühlung π

reduziert werden kann, ohne dass vor der Produktion dicker Bänder ein oder mehrere Walzgerüste aus dem Warmwalzwerk entfernt bzw. vor der nachfolgenden Produktion dünner Bänder, entfernte Walzgerüste wieder eingebaut werden müssen. Durch die Lösung soll der Produktmix des Warmwalzwerks erweitert werden und eine breite Palette an hochqualitativem Stahlband erzeugt werden können.

Der vorrichtungsmäßige Aspekt dieser Aufgabe wird durch ein Walzwerk mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der von Anspruch 1 abhängigen Ansprüche 2 bis 8.

Konkret erfolgt die Lösung durch ein Walzgerüst mit einem be- dienseitigen Walzenständer und einem antriebsseitigen Walzenständer,

- wobei in dem Walzgerüst keine Arbeitswalzen und keine Ein ¬ baustücke für die Arbeitswalzen angeordnet sind, das Walz ¬ gerüst jedoch einen Gerüstkühler zum Abkühlen eines Stahl- bands aufweist,

- wobei der Gerüstkühler derart dimensioniert ist, dass er durch den bedienseitigen Walzenständer des Walzgerüsts in das Walzgerüst eingebaut werden kann,

- wobei der Gerüstkühler einen unteren Wasserkasten und einen oberen Wasserkasten umfasst,

wobei der untere Wasserkasten und der obere Wasserkasten jeweils einen Anschluss für ein Kühlmittel und mehrere in der Tiefenrichtung des Gerüstkühlers angeordnete Kühldüsen oder Kühlrohre oder zumindest einen in der Tiefenrichtung des Gerüstkühlers verlaufenden Kühlschlitz aufweisen, so dass der untere und der obere Wasserkasten durch den jeweiligen Anschluss mit Kühlmittel versorgt werden können und die Unterseite des Stahlbands durch die Kühldüsen oder Kühlrohre oder den Kühlschlitz des unteren Wasserkastens und die Oberseite des Stahlbands durch die Kühldüsen oder

Kühlrohre oder den Kühlschlitz des oberen Wasserkastens ab ¬ gekühlt werden können. Die Bezeichnung „Gerüstkühler" bezieht sich auf eine Kühleinrichtung, die ein Stahlband mit einstellbarer Intensität ab ¬ kühlen und anstelle von Einbaustücken und Arbeitswalzen in ein Walzgerüst eingebaut werden kann. Die Bezeichnung bezieht sich explizit nicht auf eine Kühleinrichtung, die die Walzen eines Walzgerüstes kühlt!

Der Gerüstkühler kann auch eine Kombination von mehreren Kühldüsen bzw. Kühlrohren und einen oder mehrere Kühlschlitze aufweisen .

Der Gerüstkühler kann anstelle von Einbaustücken und oberen und unteren Arbeitswalzen in das Walzgerüst eingebaut werden, sodass das Walzgerüst mit dem Gerüstkühler die Ober- und Un ¬ terseite eines Stahlbands mit gegebener Intensität abkühlen kann. Damit ist eine Abkühlung gemeint, die mit der Abkühlung in einer der Walzstraße nachgeordneten Kühlstrecke vergleichbar ist.

Es ist bekannt, zwischen den Walzgerüsten einer Warmwalzstraße eine Zwischengerüstkühlung einzusetzen, um die während der Verformung im Material entstandene Wärme abzuführen und die Bandtemperatur innerhalb zulässiger Grenzen zu halten. Diese Kühlung ist üblicherweise nicht dazu dimensioniert, ei ¬ ne Abkühlung des Bandes im Sinne dieser Erfindung zu erreichen. Zur Erweiterung des gekühlten Bereichs ist eine Kombination eines Gerüstkühlers mit einer Zwischengerüstkühlung (welche das Band nur zwischen den Walzgerüsten abkühlt) mög ¬ lich und für bestimmte Anforderungen vorteilhaft.

Zur Abkühlung weist der Gerüstkühler einen oberen und einen unteren Wasserkasten auf, welche jeweils zumindest einen An- schluss für ein Kühlmittel und

- mehrere in der Tiefenrichtung des Gerüstkühlers angeordnete Kühldüsen oder Kühlrohre oder

- zumindest einen in der Tiefenrichtung des Gerüstkühlers verlaufenden Kühlschlitz aufweist. Durch den jeweiligen Anschluss bzw. die jeweiligen Anschlüsse werden der untere und der obere Wasserkasten mit Kühlmittel versorgt. Die Abkühlung der Unter- und Oberseite des Stahlbands erfolgt durch Kühldüsen oder Kühlrohre bzw. einen oder mehrere Kühlschlitze.

Für einen einfachen Ein- bzw. Ausbau des Gerüstkühlers ist es vorteilhaft, wenn der Gerüstkühler zumindest zwei Führungs ¬ flächen aufweist, wobei die Führungsflächen mit dem unteren oder oberen Wasserkasten verbunden sind, sodass der Gerüstkühler in der Breitenrichtung des Walzgerüsts bzw. des Stahlbands in das Walzgerüst eingebracht (z.B. eingeschoben) wer ¬ den kann und vorzugsweise der Gerüstkühler im eingebauten Zustand auf den Führungsflächen aufliegt.

Durch die zumindest zwei Führungsflächen, die mit dem oberen und/oder dem unteren Wasserkasten verbunden sind, kann der Gerüstkühler auf einfache Weise in der Breitenrichtung des Walzgerüsts, z.B. auf Schienen, in das Walzgerüst einbracht werden. Nach dem Einfahren des Gerüstkühlers kann dieser auf den Schienen verbleiben oder z.B. durch den Biegeblock abgestützt werden. Vorzugsweise liegt der Gerüstkühler im einge ¬ bauten Zustand auf den Führungsflächen auf. Durch den Ersatz der Einbaustücke und der oberen und unteren Arbeitswalze durch den Gerüstkühler kann die Zeitspanne zwischen dem Fertigwalzen (d.h. dem letzten Walzstich in der Warmwalzstraße) und dem Beginn der Bandkühlung drastisch verkürzt werden, sodass z.B. auch dicke Warmbänder die notwendi- gen metallurgischen Eigenschaften (z.B. Gefüge) erreichen und mit hoher Qualität produziert werden können. Außerdem wird die Strecke zwischen dem letzten walzenden Walzgerüst und der Kühlstrecke bereits zur Abkühlung verwendet. Wird der Gerüstkühler hauptsächlich während einer Unterbrechung des Walzbetriebs (z.B. beim Wechsel der Arbeitswalzen anderer Walzgerüste) ein- bzw. ausgebaut, ist es vorteilhaft, wenn der Gerüstkühler einstückig ausgeführt ist, wobei vor- zugsweise der untere und der obere Wasserkasten durch Steher miteinander verbunden sind. Bei dieser Ausführungsform kann der Gerüstkühler als Einheit ein- und ausgebaut werden. Soll der Gerüstkühler auch während des Walzbetriebs ein- bzw. ausgebaut werden können, ist es vorteilhaft, wenn der Gerüst ¬ kühler zumindest zweistückig ausgeführt ist, wobei der untere und der obere Wasserkasten jeweils zwei Führungsflächen aufweisen. Dadurch kann das Oberteil des Gerüstkühlers mit dem oberen Wasserkasten unabhängig vom Unterteil des Gerüstkühlers mit dem unteren Wasserkasten in den Walzenständer eingebaut werden, wodurch der Einbau während des ununterbrochenen Walzbetriebs erleichtert wird. Alternativ zur zweistückigen Ausführung wäre auch eine einstückige Ausführung möglich, z.B. mit einer „C"-Form des Gerüstkühlers .

Bei der zweistückigen Ausführung des Gerüstkühlers kann der untere Wasserkasten z.B. auf Wechselschienen in das Walzgerüst eingebracht werden und anschließend auf diesen verblei ¬ ben bzw. von diesen angehoben oder abgesenkt werden, wohingegen sich der obere Wasserkasten im Betrieb an den Biegeblöcken abstützen kann und von diesen angehoben oder abgesenkt werden kann. Dadurch kann im Betrieb der Spalt zwischen den Austrittsöffnungen der Wasserkästen und dem Stahlband eingestellt werden.

Eine einfache Führung des Gerüstkühlers ist gewährleistet, wenn der untere Wasserkasten und/oder der obere Wasserkasten je zwei seitliche Traglaschen aufweist, wobei jede der zwei Traglaschen je eine Führungsfläche aufweist.

Da es oft notwendig ist, in Breitenrichtung des Stahlbandes gesehen die Randbereiche und den Zentrumsbereich des Stahlbandes unterschiedlich stark abzukühlen, ist es vorteilhaft, wenn der untere Wasserkasten und der obere Wasserkasten zumindest zwei Anschlüsse aufweisen. Dadurch können z.B. die „

y

den Randbereichen zugeordneten Kühldüsen mit einem niedrigeren Druck versorgt werden als die dem Zentrumsbereich zugeordneten Kühldüsen. In aller Regel weist das Walzgerüst (zumindest) Stützwalzen auf. In diesem Fall ist der Gerüstkühler im in das Walzgerüst eingebauten Zustand zwischen den Stützwalzen des Walzgerüsts angeordnet . Im Normalbetrieb eines jeden Walzgerüsts ist nicht der Ge ¬ rüstkühler vorhanden, sondern Arbeitswalzen und Einbaustücke für die Arbeitswalzen. Der Gerüstkühler der vorliegenden Erfindung wird alternativ zu den Arbeitswalzen und den Einbaustücken für die Arbeitswalzen in das Walzgerüst eingebaut. Vorzugsweise weist das Walzgerüst daher zusätzlich die ge ¬ nannten Arbeitswalzen und Einbaustücke für die Arbeitswalzen auf. Hierbei sind die Arbeitswalzen und die Einbaustücke für die Arbeitswalzen - so wie im Stand der Technik auch - derart dimensioniert, dass sie nach einem Ausbau des Gerüstkühlers aus dem Walzgerüst durch den bedienseitigen Walzenständer des Walzgerüsts in das Walzgerüst eingebaut werden können.

Ein verfahrensmäßiger Aspekt der Erfindung, betreffend den Einbau eines Gerüstkühlers zum Abkühlen eines Stahlbands in ein Walzgerüst einer Walzstraße, wird gemäß Anspruch 9 durch folgende Verfahrensschritte gelöst:

- Entfernen von Einbaustücken und einer oberen und einer unteren Arbeitswalze aus dem Walzgerüst;

- Einbau des Gerüstkühlers in das Walzgerüst, wobei der Ge- rüstkühler horizontal in Breitenrichtung des Walzgerüsts bzw. des Stahlbands durch einen bedienseitigen Walzenständer eingebracht wird; und

- Verbinden der Anschlüsse des oberen und unteren Wasserkas ¬ tens mit einer Kühlmittelversorgung, sodass die Unter- und die Oberseite des Stahlbands über die Kühldüsen oder Kühl ¬ rohre oder den Kühlschlitz des unteren Wasserkastens und des oberen Wasserkastens durch ein Kühlmittel abgekühlt werden können. Das Verbinden der Anschlüsse kann z.B. durch Flanschverbindungen, durch manuell betätigte Hebelarmkupplungen mit Schlauchverbindung oder durch das automatische Kuppeln beim Einschieben des Gerüstkühlers erfolgen.

Bei einem nicht endlos betriebenen Walzwerk ist es zweckmä ¬ ßig, den Einbau des Gerüstkühlers während einer Betriebsun ¬ terbrechung der Walzstraße einzubauen.

Insbesondere bei endlos betriebenen Gieß-Walz-Verbundanlagen, z.B. vom Typ Arvedi ESP, ist es vorteilhaft, wenn der Einbau des Gerüstkühlers während des laufenden Betriebs der Walz ¬ straße, insbesondere einer Fertigwalzstraße, erfolgt.

Gemäß einer Ausführungsform wird ein Anschluss durch ein Kühlmittel unter einem Druck von 2 bis 5 bar versorgt.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird ein Anschluss durch ein Kühlmittel unter einem Druck von 0,1 bis 0,8 bar versorgt .

Im Betrieb eines Gerüstkühlers ist es vorteilhaft, den An ¬ schluss bzw. die Anschlüsse des unteren Wasserkastens mit ei- nem höheren Druck zu versorgen als den Anschluss bzw. die Anschlüsse des oberen Wasserkastens. Diese kann durch separate Druckregelungen für den oberen und den unteren Anschluss erfolgen. Alternativ dazu kann dies auch durch Durchflussregelungen erfolgen, sodass die Durchflussmenge zum unteren Was- serkasten höher als zum oberen Wasserkasten ist (z.B. 60% der Gesamtwassermenge werden dem unteren Wasserkasten und 40% dem oberen Wasserkasten zugeführt) .

Die vorgenannten Druckbereiche schließen sich nicht gegensei- tig aus, da z.B. der Randbereich des Stahlbands durch einen ersten Anschluss mit einem Kühlmittel unter einem Druck von 0,1 bis 0,8 bar abgekühlt werden kann, wohingegen der Zentrumsbereich durch einen zweiten Anschluss mit einem Kühlmit- tel unter einem Druck von 2 bis 5 bar abgekühlt werden können .

Vorteilhafterweise wird die Produktion von Stahlbändern gemäß Anspruch 13 durchgeführt, wobei zuerst ein erstes Stahlband in zumindest zwei Walzgerüsten einer Warmwalzstraße gewalzt wird, das erste Stahlband anschließend in einer Kühlstrecke abgekühlt wird und das abgekühlte erste Stahlband sodann - beispielsweise als Platte oder Haspel - ausgefördert wird. Sodann wird ein Gerüstkühler (wie obenstehend beschrieben) in ein Walzgerüst der Walzstraße eingebaut. Nach dem Einbau des Gerüstkühlers in das Walzgerüst wird ein zweites Stahlband in zumindest einem Walzgerüst der Walzstraße gewalzt, das zweite Stahlband in zumindest einem Walzgerüst der Walzstraße mit- tels des Gerüstkühlers gekühlt, das gekühlte zweite Stahlband in der Kühlstrecke abgekühlt, sowie das abgekühlte zweite Stahlband ausgefördert.

Der verfahrensmäßige Aspekt der Erfindung, betreffend den Ausbau eines Gerüstkühlers aus einem Walzgerüst, wird in An ¬ spruch 14 durch folgende Verfahrensschritte gelöst:

- Trennen der Anschlüsse des oberen und unteren Wasserkastens von einer Kühlmittelversorgung;

- Ausbau des Gerüstkühlers aus dem Walzgerüst, wobei der Ge- rüstkühler horizontal in Breitenrichtung des Walzgerüsts aus einem bedienseitigen Walzenständer ausgebracht (z.B ausgezogen) wird; und

- Einbau von Einbaustücken und einer oberen und einer unteren Arbeitswalze in das Walzgerüst.

Das Trennen der Anschlüsse kann wiederum z.B. durch Flanschverbindungen, manuell betätigte Hebelarmkupplungen mit

Schlauchverbindung oder durch das automatische Kuppeln beim Ausschieben des Gerüstkühlers erfolgen.

Je nach Anlagentyp des Walzwerks bzw. nach dessen Betriebsart (endlos oder nicht endlos) kann der Ausbau des Gerüstkühlers während des laufenden Betriebs oder während einer Betriebsunterbrechung einer Walzstraße erfolgen.

Es ist vorteilhaft, die Kühlleistung des Gerüstkühlers in Ab- hängigkeit des Werkstoffes (insbesondere der chemischen Zu ¬ sammensetzung) , den Walzparametern (Dicke und Geschwindigkeit des Stahlbands) sowie der zu erzielenden Stahlqualität mo ¬ dellgesteuert einzustellen. Ein Kühlmodell liefert in Abhän ¬ gigkeit der vorgenannten Werte online, d.h. während des lau- fenden Betriebs der Warmwalzstraße, je eine Kühlwassermenge und ggf. auch eine breitenabhängige Kühlwasserverteilung für die Ober- und Unterseite des Stahlbands. Der Druck und/oder die Durchflussmenge des Kühlmediums durch den Gerüstkühler werden gesteuert bzw. geregelt eingestellt, sodass das Stahl- band nach dem Durchlaufen der Walzgerüste mit den eingebauten Gerüstkühlern und dem Abkühlen in der Kühlstrecke die gewünschten Eigenschaften bestmöglich erreicht.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele. Die nachfolgenden schematisch dargestellten Figuren zeigen:

Fig 1 zwei Ansichten eines Walzgerüsts mit eingebau ¬ ten Einbaustücken und Arbeitswalzen nach dem

Stand der Technik,

Fig 2 zwei Ansichten von Einbaustücken und Arbeitswalzen nach dem Stand der Technik,

Fig 3 eine Seitenansicht eines Walzgerüsts vor einer

Kühlstrecke nach dem Stand der Technik,

Fig 4 eine Seitenansicht einer Fertigwalzstraße mit fünf Walzgerüsten vor einer Kühlstrecke nach dem Stand der Technik, Fig 5 eine Seitenansicht einer Fertigwalzstraße mit fünf Walzgerüsten, wobei in die letzten drei Walzgerüste je ein erfindungsgemäßer Gerüst ¬ kühler eingebaut ist,

Fig 6 zwei Ansichten eines Gerüstkühlers,

Fig 7 eine weitere Ansicht des Gerüstkühlers aus Fig

6,

Fig 8 zwei Ansichten eines Walzgerüsts mit einem

eingebauten Gerüstkühler,

Fig 9a und 9b je eine Ansicht eines Gerüstkühlers mit einem

Kühlschlitz ,

Fig 10 eine schematische Darstellung der Wasserwirt ¬ schaft für ein Walzgerüst mit einem eingebau ¬ ten Gerüstkühler,

Fig 11 ein Schnitt in Breitenrichtung durch ein Walzgerüst mit einem eingebauten Gerüstkühler,

Fig 12 eine Ansicht eines Gerüstkühlers mit Kühlroh ¬ ren anstelle von Kühldüsen,

Fig 13 eine Vorderansicht eines Gerüstkühlers mit

eingebautem Gerüstkühler und Abweiseblechen, und

Fig 14 eine Ansicht eines einstückigen Gerüstkühlers in C-Form.

Beschreibung der Ausführungsformen

Die Fig 1 zeigt links eine Seitenansicht eines Walzgerüsts 11 mit eingebauten Einbaustücken 4a, 4b für eine obere und unte- re Stützwalze 4 und eingebauten Einbaustücken 5a, 5b für eine obere und untere Arbeitswalze 5. Die rechte Darstellung von Fig 1 zeigt das Walzgerüst 11 in einer schematischen Schnitt ¬ darstellung ohne Einbaustücke 4a, 4b, 5a, 5b. Ein nicht dar- gestelltes Warmband, hier ein Stahlband, wird im Walzgerüst 11 durch die Arbeitswalzen 5 gewalzt, wobei sich die Arbeits ¬ walzen 5 an den dahinter liegenden Stützwalzen 4 abstützen. Ein Biegeblock 6 kann die Arbeitswalzen 5 durchbiegen und so das Profil bzw. die Planheit des gewalzten Warmbands verstel- len. Die Einbaustücke 4a, 4b, 5a, 5b, der sog. AGC (kurz für Automatic Gap Control ) -Zylinder 3 und der Biegeblock 6 sind in die beiden Ständerfenster 2 der Walzenständer 1 eingebaut. Zu erkennen ist in Fig nur der bedienseitige Walzenständer 1. Der antriebsseitige Walzenständer ist durch den bedienseiti- gen Walzenständer 1 verdeckt. Lediglich in Fig 11 ist er zu erkennen, dort aber nicht mit einem Bezugszeichen bezeichnet.

Das Warmband wird auf einem Walztisch 10 geführt und zu den Arbeitswalzen 5 gebracht. Um die Temperatur der Arbeitswalzen 5 zu begrenzen, ist vor und nach den Arbeitswalzen 5 zumindest ein (hier zwei) oberer Kühlkopf 8a und zumindest ein (hier zwei) unterer Kühlkopf 8b der Arbeitswalzenkühlung vorgesehen. Außerdem ist vor dem Walzgerüst 11 ein oberer Kühlkopf der Zwischengerüstkühlung 7a und nach dem Walzgerüst 11 ein unterer Kühlkopf der Zwischengerüstkühlung 7b installiert. Natürlich kann auch je ein oberer und ein unterer Kühlkopf der Zwischengerüstkühlung 7a, 7b vor und nach dem Walzgerüst 11 angeordnet sein. Eine schwenkbare Schlingenhe- berrolle 9 kann den Zug im Warmband einstellen. Somit kann die Temperatur des Warmbands vor und nach dem Walzen verändert werden. Da Walzgerüste 11 mit sog. Gerüsteinbauten be ¬ kannt sind, wird auf eine weitergehende Beschreibung des Standes der Techniks verzichtet. In Fig 2 ist links eine Seitenansicht und rechts eine Vorder ¬ ansicht eines Einbaustücks 5a mit einer oberen Arbeitswalze 5 und eines Einbaustücks 5b mit einer unteren Arbeitswalze 5 dargestellt. Durch die Einbaustücke 5a, 5b sind die Arbeits ¬ walzen 5 im Walzgerüst 11 verschieblich gelagert.

Die Fig 3 zeigt das Walzgerüst 11 aus Fig 1 in einem Walz- werk. Ein nicht dargestelltes Stahlband wird in Transport ¬ richtung TR auf einem Rollgang 12 dem Walzgerüst 11 zugeführt und im Walzspalt zwischen den beiden Arbeitswalzen 5 gewalzt. Nach dem Warmwalzen wird das gewalzte Band wiederum auf dem nachfolgenden Rollgang 12 zu einer Kühlstrecke 45 mit mehre- ren Kühlverteilern 13 geführt und dort mit einstellbarer Intensität abgekühlt.

Die Fig 4 zeigt eine mögliche Situation beim Walzen eines di ¬ cken Warmbands in einer als Fertigwalzstraße ausgebildeten Walzstraße 40 mit fünf Walzgerüsten 11. Da es sich um ein dickes Warmband handelt, findet der letzte Walzstich bereits im dritten (d.h. im mittleren) Walzgerüst 11 statt. Dabei wird die Dicke des Warmbands - beispielsweise - von 45 mm auf 20 mm reduziert. Nach dem Walzen verlässt das gewalzte Fertig- band das mittlere Walzgerüst 11 mit einer Geschwindigkeit von - beispielsweise - 0,4 m/s. In den mit C gekennzeichneten Be ¬ reichen kann das Fertigband durch die oberen und unteren Kühlkopfe der Zwischengerüstkühlung 7a, 7b gekühlt werden. In den Walzgerüsten 11 selbst kann das Fertigband nicht gekühlt werden. Die ungekühlten Bereiche sind mit NC gekennzeichnet. Da der horizontale Abstand zwischen der Gerüstmittellinie des dritten Walzgerüsts 11 und dem Beginn der Kühlstrecke 45 mit den Kühlverteilern 13 (bei zwei nicht zum Walzen des Bandes 50 verwendeten Walzgerüsten 11 und typischen Abständen zwi- sehen den Walzgerüsten 11) ca. 20 m beträgt, benötigt das ge ¬ walzte Warmband gemäß obigen Beispiel 50 s, bis es die Kühl ¬ strecke 45 erreicht. Diese Zeit ist für bestimmte Stahltypen bereits zu lange, sodass das Stahlband gewünschte Gefüge ¬ bzw. Phaseneigenschaften nicht mehr erreichen kann. Die Zwi- schengerüstkühlung (in der Fig mit C markiert) mit den oberen und unten Kühlköpfen 7a, 7b (siehe Fig 1) ändert daran nichts, da die Kühlleistung zu gering ist und das gewalzte Warmband auf dem Weg zur Kühlstrecke 45 überwiegend nicht ge ¬ kühlt wird.

Die Fig 5 zeigt die Situation beim Warmwalzen eines dicken Stahlbands in einer als Fertigwalzstraße ausgeführten Walz ¬ straße 40 mit ursprünglich fünf Walzgerüsten 11. Bei den letzten drei Walzgerüsten wurden die Einbaustücke 5a, 5b und die Arbeitswalzen 5 (siehe Fig 1) entfernt und stattdessen je ein Gerüstkühler 20 (Details dazu in den Fig 6 bis 11) pro Walzenständer 1 eingebaut. Der letzte Walzstich findet im zweiten Walzgerüst 11 von links statt; das Fertigband wird in den drei nachfolgenden Walzenständern 1 jeweils durch einen Gerüstkühler 20 intensiv abgekühlt. Durch die Abkühlung des Stahlbands mittels der Gerüstkühler 20 wird das Fertigband bereits ab dem mittleren Walzenständer 1 gekühlt. Dadurch wird es möglich, dicke Bänder spezieller Stahlgüten (z.B. anspruchsvolle Rohrgüten) zu erzeugen, die ohne Gerüstkühler 20 nicht produzierbar wären. In Fig 6 sind zwei Ansichten eines Gerüstkühlers 20 gezeigt, nämlich links in einer Seitenansicht und rechts in einer Schnittdarstellung. Der Gerüstkühler 20 weist einen oberen Wasserkasten 21a und einen unteren Wasserkasten 21b auf. Die Unterseite des oberen Wasserkastens 21a sowie die Oberseite des unteren Wasserkastens 21b sind mit Kühldüsen 23 bestückt, sodass ein hier nicht dargestelltes Warmband in der Breiten ¬ richtung B gekühlt werden kann. Um die Kühlwirkung weiter zu erhöhen, sind jeweils sieben Kühldüsen in Transportrichtung hintereinander angeordnet (siehe Fig 6 rechts) . Die Wasser- kästen 21a, 21b weisen seitliche Traglaschen 25 auf, wobei die Traglaschen 25 des unteren Wasserkastens 21b je eine Füh ¬ rungsfläche 26 aufweisen. Auf diesen Führungsflächen 26 kann der Gerüstkühler 20 in der Breitenrichtung B des Warmbands in ein hier nicht dargestelltes Walzgerüst eingefahren werden. Der dargestellte Gerüstkühler 20 ist einstückig ausgeführt, wobei der obere und der untere Wasserkasten 21a, 21b durch Steher 27 miteinander verbunden sind. Die Kühldüsen 23 werden durch insgesamt vier Anschlüsse 22 mit Kühlmittel versorgt, wobei je zwei Anschlüsse 22 den oberen und den unteren Was ¬ serkasten 21a, 21b versorgen.

In Fig 7 ist ergänzend eine Vorderansicht des Gerüstkühlers von Fig 6 dargestellt. Die Kühldüsen 23 werden typischerweise mit einem Überdruck von 2 bis 5 bar versorgt. Die Kühlintensität ist druckabhängig und über den Überdruck des Kühlmediums einstellbar. In Fig 8 ist ein Walzenständer 1 mit einem Gerüstkühler 20 in einer Seitenansicht links und einer Schnittdarstellung rechts dargestellt. Der Gerüstkühler 20 aus den Fig 6 und 7 liegt im eingebauten Zustand auf den beiden Führungsflächen 26 der unteren Traglaschen 25 auf Führungsschienen im Walzenständer 1 oder auf den Gegenführungen des Einbaustücks 4b der unteren

Stützwalze auf und kann auf diesen ein- und ausgebaut werden. Ersichtlich ist der Gerüstkühler 20 zwischen den Stützwalzen 4 angeordnet, also in einer Linie mit den Stützwalzen 4. Die Fig 9a und 9b zeigen einen zu den Fig 6 und 7 alternati ¬ ven Gerüstkühler 20, der anstelle von Kühldüsen Kühlschlitze 24 aufweist. Da das Stahlband 50 in dessen Breitenrichtung B bzw. in Tiefenrichtung T des Gerüstkühlers 20 nicht unterschiedlich gekühlt wird, reicht es aus, wenn der obere und der untere Wasserkasten 21a, 21b nur je einen Anschluss 22 aufweisen. Die Steher 7 und die Traglaschen 25 sind wie in den Fig 6 und 7 ausgeführt.

In Fig 10 ist ein Wasserleitungsplan für die Kühlmittelver- sorgung eines Walzgerüsts 11 mit einem eingebauten Gerüstkühler 20 dargestellt. Eine aus einem Tank 31 gespeiste Pumpe 30 stellt die Kühlmittelversorgung dar. Der Druck des Kühlmediums Wasser wird durch das Druckregelventil 28 von 13 bar auf 4 bar reduziert und nach dem Passieren des geöffneten Schalt- ventils 29 und der Durchflussregelventile 32 über Anschlüsse dem oberen und dem unteren Wasserkasten 21a, 21b zugeführt. Die Ober- und die Unterseite eines hier nicht dargestellten Warmbands werden durch Kühldüsen 23 gekühlt. Im eingebauten , n

Zustand des Gerüstkühlers 20 im Walzgerüst 11 sind die

Schaltventile 29 für die Zuleitung des Kühlmediums zu den Kühlköpfen für die Arbeitswalzenkühlung geschlossen. Aus energetischer Sicht wäre es günstiger, die Gerüstkühler 20 durch einen separaten Kühlkreislauf ohne Druckreduzierung durch Druckregelventile 28 anzuspeisen, z.B. direkt mit einem Druck zwischen 0,1 bis 5 bar. Hierbei handelt es sich um ty ¬ pische Drücke bestehender Niederdruck-Kühlsysteme. Alternativ wäre es ebenfalls möglich, den Gerüstkühler 20 direkt an die bestehende Kühlmittelversorgung des Walzgerüsts ohne Druckre ¬ duzierung anzuschließen.

In Fig 11 ist schematisch der Einbau eines Gerüstkühlers 20 in die Walzenständer 1 eines Walzgerüsts 11 dargestellt. Nach dem Hochfahren der AGC-Zylinder 3 und der Einbaustücke 4a für die obere Stützwalze 4 werden die Einbaustücke 5a, 5b für die Arbeitswalzen 5 sowie die Arbeitswalzen 5 entfernt. Anschlie ¬ ßend wird der Gerüstkühler 20 horizontal in Breitenrichtung B des Walzgerüsts 11 durch den bedienseitigen Walzenständer 1 (hier rechts dargestellt) eingeschoben. Schließlich werden die Anschlüsse 22 der Gerüstkühlers 20 mit einer Kühlmittel ¬ versorgung verbunden, sodass eine Ober- und eine Unterseite eines nicht dargestellten Warmbands durch die Kühldüsen 23 abgekühlt werden.

Die Fig 12 zeigt einen schematischen Schnitt durch einen Gerüstkühler 20 mit Kühlrohren 23a anstelle von Kühldüsen 23 (siehe Fig 6 rechts) . Kühlrohre 23a werden typischerweise mit einem Überdruck zwischen 0,1 und 1 bar betrieben, sodass diese einfach eine sog. Laminarkühlung realisieren können.

Der Ausbau eines Gerüstkühlers 20 aus einem Walzenständer 1 ist nicht gesondert dargestellt, da die Schritte zum Einbau einfach in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden.

In der Fig 13 ist das Abdecken der Kantenbereiche eines

Stahlbands 50, engl, edge masking, gezeigt. Dabei wird zumin ¬ dest ein Kantenbereich des Stahlbands 50, in der Fig sind es vier Kantenbereiche, durch das Einschieben eines Abweise ¬ blechs 33 oder einer Rinne zwischen den Kühldüsen 23, Kühlrohren 23a (siehe Fig 12) bzw. dem Kühlschlitz 24 (siehe Fig 9b) des Gerüstkühlers 20 und der Oberfläche des Stahlbands 50 abgedeckt, sodass der Kantenbereich nicht abgekühlt wird. Das Kühlwasser der Kühldüsen 23 bzw. Kühlrohren wird in Breitenrichtung des Stahlbands 50 nach außen abgeführt. Die Position des Abweiseblechs 33 oder der Rinne kann manuell oder automa ¬ tisch (bspw. durch einen nicht dargestellten Aktuator, der das Abweiseblech 33 in der Pfeilrichtung verschiebt) fein eingestellt werden, sodass eine Überkühlung der Kantenberei ¬ che zuverlässig verhindert wird.

In Fig 14 ist ein alternativer Gerüstkühler 20 zum Gerüstküh- 1er der Fig 7 in C-Form dargestellt. Da der C-förmige Gerüst ¬ kühler 20 in der Breitenrichtung B an einem Ende offen ist, kann der Gerüstkühler 20 während des laufenden Betriebs des Walzwerks einfach in ein Walzgerüst ein- und wieder ausgebaut werden. Die Anschlüsse 22 des oberen und unteren Wasserkas- tens 21a, 21b, die Kühldüsen 23 sowie die Führungsflächen 26 sind identisch zu Fig 7. Alternativ zu den Führungsflächen könnte der Gerüstkühler 20 auch Räder zur Führung auf einer Schiene aufweisen. Die Steher 27 sind nur an einem Ende des Gerüstkühlers, z.B. dem bedienseitigen Ende, angeordnet.

Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele einge ¬ schränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen . Bezugs zeichenliste

1 Walzenstander

2 Standerfenster

3 AGC-Zylinder

4 Stützwalze

4a Einbaustück für die obere Stützwalze

4b Einbaustück für die untere Stützwalze

5 Arbeitswalze

5a Einbaustück für die obere Arbeitswalze

5b Einbaustück für die untere Arbeitswalze

6 Biegeblock

7a Oberer Kühlkopf der Zwischengerüstkühlung

7b Unterer Kühlkopf der Zwischengerüstkühlung

8a Oberer Kühlkopf der Arbeitswalzenkühlung

8b Unterer Kühlkopf der Arbeitswalzenkühlung

9 Schlingenheberrolle

10 Walztisch

11 Walzgerüst

12 Rollgang

13 Kühlverteiler einer Kühlstrecke

20 Gerüstkühler

21a Oberer Wasserkasten

21b Unterer Wasserkasten

22 Anschluss

23 Kühldüse

23a Kühlrohr

24 Kühlschlitz

25 Tragelaschen

26 Führungsfläche

27 Steher

28 Druckregelventil

29 Schaltventil

30 Pumpe

31 Tank

32 Durchflussregelventil

33 Abweiseblech

40 Walzstraße 45 Kühlstrecke

50 Stahlband

B Breitenrichtung des Walzenständers

C Gekühlter Bereich

LC Gekühlter Bereich der Kühlstrecke

NC Ungekühlter Bereich

T Tiefenrichtung des Gerüstkühlers

TR Transportrichtung des Stahlbands