| JP2010058115 | FLOUR MILL OF GRAIN, SEED, AND HARD RESIN |
| WO/2001/046304 | POLYMERIC FOAM PROCESSING |
| WO/2000/015342 | DEVICE FOR PROCESSING MATERIALS |
ENDERS, Andreas (51766 Engelskirchen, DE)
LIEDTKE, Silke (47804 Krefeld, DE)
STRASSER, Siegfried (53804 Much, DE)
ENDERS, Andreas (51766 Engelskirchen, DE)
LIEDTKE, Silke (47804 Krefeld, DE)
A N S P R ü C H E
1. Walzenpresse mit zwei drehbar gelagerten gegenläufig angetriebenen und durch einen Presswalzenspalt voneinander getrennten Walzen (10, 11 ) zur Druckbehandlung, insbesondere zur Gutbettzerkleinerung oder Kompaktierung bzw. Brikettierung körnigen Gutes, mit einem oberhalb des Walzenspaltes angeordneten Gutaufgabeschacht (12) mit einer Eintragsöffnung (13) für die Einführung von Grobgutmaterial und mit einer Eintragsöffnung (16) für die Einführung von Feingutmaterial wie z. B. die rezirkulierten Grieße einer im Kreislauf geschalteten Sichtereinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass durch die wenigstens eine Feingut- Eintragsöffnung (16) des Gutaufgabeschachtes (12) in diesen eine das Feingut unter Pressdruck fördernde Druckschnecke (17) eingeführt ist, deren düsenartige Ausmündung (20) bis in den zentralen Bereich des Guteinzuges des Presswalzenspaltes reicht.
2. Walzenpresse nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Düse der Druckschnecke (17) zur Einführung der Feingutfraktion (19) eine oberhalb des engsten Walzenspaltes angeordnete parallel zu diesem liegende Flachdüse (20) ist.
3. Walzenpresse nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckschnecke (17) quer zum Walzenspalt von der Seite in den Gutaufgabeschacht (12) horizontal oder schräg zur Horizontalen liegend eingeführt ist.
4. Walzenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (20) der Druckschnecke (17) über ein Gelenk (21) an die Ausmündung der Druckschnecke ange- lenkt ist.
5. Walzenpresse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (20) der Druckschnecke (17) im Druckzentrum des Guteinzugsbereiches des Presswalzenspaltes allseitig von der im Walzenspalt befindlichen Grobgutfraktion (15) umschlossen ist.
6. Walzenpresse nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Korngröße der mit der Druckschnecke (17) zu fördernden Feingutfraktion bis zu 100 % < 3 mm beträgt. |
Rollenpresse insbesondere zur Gutbettzerkleinerung
B E S C H R E I B U N G
Die Erfindung betrifft eine Walzenpresse mit zwei drehbar gelagerten gegenläufig angetriebenen und durch einen Presswalzenspalt voneinander getrennten Walzen zur Druckbehandlung, insbesondere zur Gutbettzerkleinerung oder Kompaktierung bzw. Brikettierung körnigen Gutes, mit einem oberhalb des Walzenspaltes angeordneten Gutaufgabeschacht mit einer Eintragsöffnung für die Einführung von Grobgutmaterial und mit einer Eintragsöffnung für die Einführung von Feingutmaterial wie z. B. die rezirkulierten Grieße einer im Kreislauf geschalteten Sichtereinrichtung.
Beim Betrieb derartiger Walzenpressen zur Druckbehandlung körnigen Gutes müssen die einzelnen Stücke bzw. Partikel des in den Gutaufgabeschacht eingeführten Mahlgutes wie z. B. Zementrohmaterial, Zementklinker, Erze oder dergleichen von den gegenläufig an- getriebenen Walzen erfasst und durch Reibung in den Walzenspalt eingezogen werden. Dabei werden die einzelnen Partikel des in den Bereich des engsten Walzenspaltes eingezogenen Mahlgutes in einem Gutbett, d. h. in einer zwischen den beiden Walzenoberflächen zusammengedrückten Materialschüttung bei Anwendung eines hohen Pressdruckes gegenseitig zerkleinert, so dass man hierbei von der sogenannten Gutbettzerkleinerung spricht.
Ist das Aufgabegut zur Walzenpresse zumindest zum Teil schon sehr feinkörnig, indem in den Gutaufgabeschacht zum frischen Aufgabegut z. B. große Mengen der Grieße eines der Walzenpresse ggf. über ei-
ne Feinmühle nachgeschalteten Sichters rezirkuliert werden, so können dadurch das Guteinzugsvermögen der Walzen verschlechtert und die Durchsatzleistung der Walzenpresse vermindert werden. Denn die Zufuhr von Gutmaterialströmen mit deutlich unterschiedlicher Korn- große und Kornverteilung ist wegen Entmischung im Gutaufgabeschacht zur Walzenpresse problematisch. Die Schüttdichte der rezirkulierten Grieße ist nämlich erheblich kleiner als die Schüttdichte des frischen Aufgabegutes, d. h. die Porosität der Sichtergrieße ist größer als diejenige des frischen Aufgabegutes. Die wechselnde Zufuhr von grobem und feinem Material zum Walzenspalt stört die Stabilität des Mahlbettes und reduziert den Mahlwirkungsgrad.
Es ist daher schon vorgeschlagen worden, DE 39 16 641 A1 Figuren 2 und 3, bei einer Walzenpresse zur Gutbettzerkleinerung in den Gutaufgabeschacht das Grobgut z. B. frisches Mahlgut und das Feingut z. B. rezirkulierte Sichtergrieße, Hüttensand etc. voneinander getrennt einzuführen und das Feingut im Gutaufgabeschacht durch eine eigene Vorverdichterwalze vorzuverdichten, um auf diese Weise die Porosität des Feingutes an die Porosität des Grobgutes bzw. Frisch- gutes anzunähern und die Guteinzugsbedingung des aus Frischgut und vorverdichtetem Feingut bestehenden Gutmateriales im Walzenspalt der eigentlichen Hochdruck-Walzenpresse zu verbessern. Diese Technologie verlangt allerdings den Einsatz wenigstens dreier Walzen und ist dementsprechend aufwendig.
Bei der Gutbettzerkleinerungs-Walzenpresse der DE-38 23 929 A1 sind in einem Maschinenrahmen ebenfalls drei Walzen eingesetzt, nämlich eine angetriebene Hauptwalze, an deren oberen Bereich eine nicht angetriebene Mitläuferwalze und an deren unteren Bereich eine zweite nicht angetriebene Mitläuferwalze mittels hydraulischer Pressdruckeinrichtungen angedrückt werden. Bei dieser Lösung wird im ersten (oberen) Walzenspalt ausschließlich das frische Aufgabegut
vorzerkleinert, während in den zweiten (unteren) Walzenspalt der insgesamt zweistufig arbeitenden Walzenpresse die rezirkulierten Sichtergrieße eines nachgeschalteten Sichters eingeführt werden, d. h. in den unteren Walzenspalt muss das im oberen Walzenspalt bereits vorgepresste verdichtete Gutmaterial und das demgegenüber vergleichsweise sehr lockere poröse Sichtergrießematerial durch Reibung eingezogen werden, was aus den o. g. Gründen problematisch ist.
Außerdem ist aus der DE-C 38 02 173 zum Verpressen feinkörniger Salze eine Walzenpresse bekannt, oberhalb von deren Walzenspalt mehrere Füllschächte nebeneinander angeordnet sind, in denen sich jeweils eine Füllschnecke befindet, d. h. das gesamt Aufgabegut wird dem Walzenspalt über die Füllschnecken zugeführt. Eine getrennte Behandlung und Einspeisung von Grobgut und Feingut in den Walzenspalt findet dabei nicht statt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine insbesondere zur Gutbettzerkleinerung eingesetzte vergleichsweise einfach gebaute Walzenpresse zu schaffen, in deren Gutaufgabeschacht sowohl grobkörniges Gutmaterial wie z. B. Frischgut als auch feinkörniges Gutmaterial wie z. B. rezirkulierte Grieße eines nachgeschalteten Sichters und/oder z. B. Flugasche eingeführt werden, wobei trotz der deutlich unterschiedlichen Korngröße und Kornverteilung in den bei- den in den Walzenspalt einzuziehenden Stoffströmen die Stabilität des Gutbettes bzw. Mahlbettes und damit ein hoher Mahlwirkungs- grad gewährleistet ist.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit einer Walzenpresse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Bei der erfindungsgemäßen Walzenpresse insbesondere zur Gutbettzerkleinerung werden die beiden Stoffströme grobkörniges Gutmaterial und feinkörniges Gutmaterial in den Gutaufgabeschacht getrennt voneinander eingeführt. Dazu hat der Gutaufgabeschacht an seiner Oberseite eine Grobguteintragsöffnung und vorzugsweise an der Seite quer zum Walzenspalt liegend wenigstens eine Feinguteintragsöffnung. Durch die wenigstens eine Feingut-Eintragsöffnung des Gutaufgabeschachtes ist in diesen gemäß der Erfindung eine das Feinkorn unter Pressdruck fördernde Druckschnecke eingeführt, deren düsenartige Ausmündung bis in den zentralen Bereich des Guteinzuges des Presswalzenspaltes der Walzenpresse reicht. Dabei wird in der Hochdruckzone des Walzenspaltes das Feinkornmaterial vom Grobkornmaterial umschlossen, wodurch die Gefahr einer Entmischung beider Stoffströme im Gutaufgabeschacht und einer wech- selnden Zufuhr von grobem und feinem Material in den Walzenspalt minimiert ist. Dies gelingt besonders gut dann, wenn die Düse der Druckschnecke zur Einführung des Feingutmaterials eine oberhalb des engsten Walzenspaltes angeordnete parallel zu diesem liegende Flachdüse ist.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die Düse der Druckschnecke, die quer zum Walzenspalt von der Seite in den Gutaufgabeschacht horizontal oder schräg zur Horizontalen liegend eingeführt ist über ein Gelenk an die Ausmündung der Druckschnecke angelenkt sein. Damit kann sich die Düse insbesondere Flachdüse innerhalb der Druckzone im Gutbett oberhalb des Walzenspaltes der Walzenpresse im Druckzentrum selbst zentrieren.
Die Erfindung und deren weitere Merkmale und Vorteile werden an- hand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 : eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Walzenpresse mit einer etwa horizontal angeordneten in den Gutaufgabeschacht eingeführten Feingut-Druckschnecke, und
Fig. 2: eine zweite Ausführungsform der Walzenpresse, bei welcher die Druckschnecke schräg zur Horizontalen geneigt angeordnet ist.
Nach Fig. 1 weist die erfindungsgemäße Walzenpresse zwei drehbar gelagerte, gegenläufig rotierbare und durch einen Presswalzenspalt voneinander getrennte Walzen 10, 11 auf, von denen die Walze 10 die Festwalze ist, während die andere Walze 11 als quer zum Walzenspalt bewegliche Loswalze ausgebildet ist, deren Lagergehäuse über Hydraulikzylinder abgestützt sind, mit denen die Walzenpresskraft aufgebracht wird.
Oberhalb des Walzenspaltes ist ein Gutaufgabeschacht 12 angeordnet, der an seiner Oberseite eine Eintragsöffnung 13 zur Einführung von Grobgutmaterial 14 aufweist, das unter Schwerkrafteinwirkung zugeführt wird. Beim Grobgutmaterial 14 kann es sich z. B. um zu zerkleinerndes bzw. zu mahlendes Frischgut wie z. B. Zementklinker etc. handeln, und die Böschungsoberseite dieses Schüttgutes innerhalb des Gutaufgabeschachtes 12 ist mit 15 angezeigt. Ferner weist der Gutaufgabeschacht 12 an der Seite wenigstens eine Feingut- Eintragsöffnung 16 auf, durch die hindurch in den Aufgabeschacht 12 eine das Feingutmaterial unter Pressdruck fördernde Druckschnecke 17 eingeführt ist, deren düsenartige Ausmündung bis in den zentralen Bereich des Guteinzuges des Presswalzenspaltes reicht. Korngröße und Kornverteilung des in die Aufgabeöffnung 18 der Druckschnecke
17 eingeführten Feingutmaterials 19 sind deutlich unterschiedlich zum Grobgutmaterial 14. So kann die Korngröße des eingeführten Feingutes 19 z. B. bis zu 100 % < 3 mm betragen, das ist der Fall bei der Einführung z. B. von feinen rezirkulierten Sichtergrießen, Flug- asche, Hüttensand, Schlackenmehl etc..
Die Düse an der Ausmündung der Druckschnecke 17 zur Einführung der Feingutfraktion 19 ist eine oberhalb des engsten Walzenspaltes angeordnete parallel zu diesem liegende innerhalb der Gutbettschüt- tung 15 angeordnete Flachdüse 20. Diese Flachdüse 20 kann über ein Gelenk 21 an die Ausmündung der Druckschnecke 17 angelenkt sein. Jedenfalls ist die Düse 20 der Druckschnecke 19 im Druckzentrum des Guteinzugsbereiches des Presswalzenspaltes allseitig von der im Walzenspalt im übrigen befindlichen Grobkornfraktion 15 um- schlössen, wodurch Entmischungen der beiden Stoffströme im Bereich des engsten Walzenspaltes, in welchem bei der Gutbettzerkleinerung der vergleichsweise hohe Walzenpressdruck in der Gutmate- rialschüttung wirksam wird, vermieden sind.
Im Unterschied zur Fig. 1 ist beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 die quer zum Walzenspalt liegende Druckschnecke 17 schräg zur Horizontalen liegend in den Gutaufgabeschacht 12 der Rollenpresse eingeführt, d. h. das Gutaufgabeende der Druckschnecke 17 liegt höher als die Ausmündung der Druckschnecke mit ihrer Flachdüse 20. Die- se Lösung bietet noch den zusätzlichen Vorteil, dass durch die Druckschnecke 17 die Montage und Demontage der Walze 10 nicht behindert wird.
Bei allen Ausführungsbeispielen beträgt die auf das Gut drückende Presskraft der Walzen 10, 11 der Walzenpresse mehr als 2 MN/m Walzenlänge. Die Korngröße eines wesentlichen Teils des aufgegebenen Grobgutmateriales 14 kann größer sein als die Weite des
engsten Walzenspaltes von z. B. 20 mm, was der Fall ist z. B. bei zu mahlendem nicht vorzerkleinerten Zementklinker mit einer Korngröße bis z. B. 100 mm, so dass dann das Aufgabegut im engsten Walzenspalt durch eine kombinierte Einzelkornzerkleinerung und Gutbettzer- kleinerung zerkleinert wird. Das Gut tritt aus dem Walzenspalt zerkleinert und teilweise agglomeriert, d. h. zu Schülpen 22 verpresst aus, deren Anteil an bis zur gewünschten Endfeinheit reduzierten Partikeln (z. B. 30 % < 90 μm) bereits relativ hoch sein kann. Die Schülpen 22 werden anschließend in einer nachgeschalteten Einrich- tung desagglomeriert und gesichtet, wobei die Sichtergrieße 19 zur Druckschnecke 17 und von dort in den engsten Walzenspalt der Rollenpresse rezirkuliert werden.
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