SCHAUPMAYR, Herbert (Unterhaidstrasse 53, Marchtrenk, A-4614, AT)
RAB, Andreas (Wermeschstrasse 25a, Traun, A-4050, AT)
PENTSCHEV, Peter (Riedegg 49, Gallneukirchen, A-4210, AT)
SCHAUPMAYR, Herbert (Unterhaidstrasse 53, Marchtrenk, A-4614, AT)
RAB, Andreas (Wermeschstrasse 25a, Traun, A-4050, AT)
| Patentansprüche 1. Walzvorrichtung (1') mit Arbeitswalzen (2') und gegebenenfalls Zwischenwalzen, die mittels Walzeneinbaustücke (5) über Radiallager (3) in einem Walzgerüst gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass für eine Axialverschiebung zumindest einer Arbeitswalze (2') oder Zwischenwalze ein Walzenstummel (10') an die jeweilige Arbeitswalze (2') oder Zwischenwalze anbringbar ist und dass der Walzenstummel (10') über ein Axiallager (8) in einem weiteren Walzeneinbaustück (6) gelagert ist, wobei das weitere Walzeneinbaustück (6) mit dem Walzeneinbaustück (5) der axial verschiebbaren Walzen verschraubbar ist. 2. Walzvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenstummel (10') an die Arbeitswalze (2') oder an die Zwischenwalze über eine lösbare Verbindung anbringbar ist, vorzugsweise angeschraubt ist. 3. Walzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an zwei Arbeitswalzen (2') ein Walzenstummel (10') anschraubbar ist. 4. Verfahren zum Umbau eines Walzgerüstes mit Arbeitswalzen (2') und gegebenenfalls Zwischenwalzen ohne Axialverschiebeeinrichtung auf ein Walzgerüst mit Axialverschiebung der Arbeitswalzen (2') oder Zwischenwalzen, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest eine Arbeitswalze (2') oder an eine Zwischenwalze ein Walzenstummel (10') angebracht wird und dass an ein Walzeneinbaustück (5) dieser Arbeitswalze (2') oder Zwischenwalze ein weiteres Walzeneinbaustück (6) angeschraubt wird, wobei der Walzenstummel (10') über ein Axiallager (8) im Walzeneinbaustück (6) gelagert ist, sodass bei einer Axialverschiebung des Walzeneinbaustückes (6) auch die Arbeitswalze (2') bzw. die Zwischenwalze in axialer Richtung verschoben wird. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Arbeitswalzen (2') für eine Axialverschiebung umgebaut werden. 6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialverschiebung über einen elektromechanischen Linearantrieb durchgeführt wird. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass beim Umbau die bestehenden Walzeneinbaustücke (5) für die Radiallager (3) ohne Bearbeitung weiterverwendet werden. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass beim Umbau bestehende Lagerdeckel (16) ohne Bearbeitung weiterverwendet werden. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass beim Umbau die bestehenden Arbeitswalzen (2') ohne Bearbeitung weiterverwendet werden. |
Den Gegenstand dieser Erfindung bildet eine Walzvorrichtung mit Arbeitswalzen und gegebenenfalls mit Zwischenwalzen, die mittels Walzeneinbaustücken über Radiallager in einem Walzgerüst gelagert sind. Den Gegenstand dieser Erfindung bildet auch ein Verfahren zum Umbau, insbesondere zum nachträglichen Umbau, eines Walzgerüstes mit Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen ohne Axialverschiebungseinrichtung auf ein Walzgerüst mit Axialverschiebungseinrichtung.
Bei Walzgerüsten für kaltgewalztes Band ist es Stand der Technik, dass die Arbeitswalzen bzw. die Zwischenwalzen in axialer Richtung (quer zur Bandlaufrichtung) entgegengesetzt zueinander verschoben werden können. Dies wird in Kombination mit einem in axialer Richtung veränderlichen Durchmesser (Schliff) der Walzen als zusätzliches Stellglied zur Beeinflussung der Planheit des Bandes genutzt.
Walzenverschiebevorrichtungen werden generell zum Erweitern des Planheitsstellbereiches unter Verwendung von individuellen Walzenschliffen eingesetzt. Dies bringt logistische, betriebswirtschaftliche und qualitative Vorteile.
Bei herkömmlichen Walzgerüsten mit Axialverschiebung ist die Verschiebevorrichtung fix in das Walzgerüst integriert. Die Arbeitswalzen weisen dabei einen einteiligen Aufbau auf und sind über Walzeneinbaustücke im Walzgerüst gelagert. Die Walzeneinbaustücke sind ebenfalls einteilig aufgebaut und beinhalten gleichzeitig die Radiallager und die Axiallager für die Arbeitswalzen.
Walzgerüste mit Axialverschiebungsseinrichtungen für die Arbeitswalzen und gegebenenfalls für die Zwischenwalzen weisen einen komplexeren Aufbau auf als Walzgerüste ohne Axialverschiebung und sind daher teurer. Viele Kunden kaufen aus Kostengründen Walzgerüste ohne Axialverschiebung, oft wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt eine Umrüstung auf ein Walzgerüst mit axial verschiebbaren Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen gewünscht. Dieser Umbau ist bei herkömmlichen Anlagen sehr kostenintensiv, da dafür die Arbeitswalzen, gegebenenfalls auch die Zwischenwalzen und die gesamte Walzenlagerung getauscht werden müssen. Teilweise muss sogar das ganze Gerüst getauscht werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Walzvorrichtung zu offenbaren, die ohne großen Zeit- und Kostenaufwand nachträglich mit einer Axialverschiebung für die Arbeitswalzen ausgerüstet werden kann.
Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Walzvorrichtung, bei der für eine Axialverschiebung zumindest einer Arbeitswalze oder einer Zwischenwalze ein Walzenstummel an diese Arbeitswalze oder Zwischenwalze anbringbar ist. Vorzugsweise wird dieser Walzenstummel angeschraubt, er kann aber auch über eine Klebeverbindung oder über eine Presspassung befestigt werden. Außerdem ist der Walzenstummel über ein Axiallager in einem weiteren Walzeneinbaustück gelagert, wobei das weitere Walzeneinbaustück mit dem Walzeneinbaustück der axial verschiebbaren Walzen verschraubbar ist.
Die erfindungsgemäße Walzvorrichtung kann somit leicht nachträglich mit einer Axialverschiebeeinrichtung ausgerüstet werden. Durch die Arbeitswalzen bzw. Zwischenwalzen mit anschraubbaren Walzenstummeln und durch die zweiteiligen Walzeneinbaustücke gestaltet sich ein nachträglicher Umbau besonders einfach, da nur wenige Bauteile ausgetauscht werden müssen.
Wird die Walzvorrichtung ohne Axialverschiebeeinrichtung betrieben, so werden die Walzen mit den daran befestigten Walzenstummeln über eine Axialverriegelung in ihrer Position gesichert. Dabei ist der Lagerdeckel über ein Zwischenstück mit dem dazugehörenden Walzeneinbaustück, in dem nur das Radiallager angeordnet ist, verschraubt. Für einen Umbau auf ein Walzgerüst mit Axialverschiebung werden die Lagerdeckel, die Zwischenstücke und die entsprechenden Walzenstummel abgeschraubt. An die vorhandenen Walzen werden dann entsprechend längere Walzenstummel zur Aufnahme der Axiallagerung geschraubt. Diese Walzenstummel werden über Axiallager in einem weiteren Walzeneinbaustück gelagert, wobei das weitere Walzeneinbaustück mit dem vorhandenen Walzeneinbaustück für die Radiallagerung verschraubt wird. Durch ein axiales Verschieben der Walzeneinbaustücke, beispielweise mittels eines hydraulischen Zylinders, lässt sich dann auch die entsprechende Arbeitswalze axial verschieben.
Das ganze Lagersystem für die Axiallagerung wird somit für einen Umbau einfach an die vorhandene Walzvorrichtung angeschraubt. Ein Nachrüsten ist mit einem minimalen Zeit- und Kostenaufwand möglich.
Vorzugsweise ist an beide Arbeitswalzen ein Walzenstummel anschraubbar. Dadurch können beide Arbeitswalzen auf einfachem Wege nachträglich mit einer Axialverschiebeeinrichtung ausgerüstet werden. Den Gegenstand dieser Erfindung bildet auch ein Verfahren zum Umbau eines Walzgerüstes mit Arbeitswalzen und gegebenenfalls Zwischenwalzen ohne Axialverschiebung auf ein Walzgerüst mit Axialverschiebeeinrichtung. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest eine Arbeitswalze oder eine Zwischenwalze ein Walzenstummel angebracht - vorzugsweise angeschraubt - wird und dass an ein Walzeneinbaustück dieser Walze ein weiteres Walzeneinbaustück angeschraubt wird. Der Walzenstummel ist dabei über ein Axiallager im weiteren Walzeneinbaustück gelagert, sodass bei einer Axialverschiebung des Walzeneinbaustückes auch die entsprechende Walze in axialer Richtung verschoben wird.
Es ist günstig, wenn beide Arbeitswalzen für eine Axialverschiebung umgebaut werden. Die Axialverschiebung der Walze oder der Walzen wird normalerweise über einen Hydraulikzylinder durchgeführt. Es ist aber auch denkbar, dass die Axialverschiebung über einen elektromechanischen Linearantrieb durchgeführt wird. Dadurch kann das aufwändige Hydrauliksystem eingespart und die Energieeffizienz gesteigert werden.
Das Verfahren bieten den Vorteil, dass die bestehenden Walzeneinbaustücke für die Radiallager, die bestehenden Lagerdeckel und die bestehenden Arbeitswalzen ohne Bearbeitung weiterhin verwendet werden können.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht einer Walzvorrichtung nach dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine schematische perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Walzvorrichtung (die Axialverriegelung bzw. die Axialverschiebeeinrichtung ist nicht dargestellt); Fig. 3 eine schematische perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Walzvorrichtung ohne Axialverschiebeeinrichtung;
Fig. 4 eine schematische perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Walzvorrichtung mit einer Axialverschiebeinrichtung;
In Figur 1 ist eine herkömmliche Walzvorrichtung 1 nach dem Stand der Technik mit einer Axialverschiebeeinrichtung dargestellt. Die Arbeitswalzen 2 sind einteilig ausgeführt. Sie sind über Radiallager 3 und Axiallager 8, die am Walzenstummel 9 angeordnet sind, in einem einteiligen Arbeitswalzeneinbaustück 4 gelagert. An die Walzeneinbaustücke 4 sind die Lagerdeckel 20 angeschraubt. Die Axialkräfte werden über die Axiallager 8 auf die Arbeitswalzen 2 übertragen. Für den Umbau herkömmlicher Walzvorrichtungen ohne Axialverschiebung auf eine Walzvorrichtung mit Axialverschiebung gemäß Fig. 1 mussten bisher mindestens die gesamten Arbeitswalzen und die gesamten Walzeneinbaustücke ausgetauscht werden.
Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Walzvorrichtung 1 ', wobei hier zur besseren Darstellung weder eine Axialverriegelung noch eine Axialverschiebeeinrichtung dargestellt sind.
Die Arbeitswalzen 2' sind mit Radiallager 3 jeweils in einem Walzeneinbaustück 5 für die Radiallagerung gelagert. Die Walzeneinbaustücke 5 können über die Axialführung 14 relativ zum Biegeblock 11 in axialer Richtung verschoben werden. Über die Biegeblöcke 11 kann die Durchbiegung der Arbeitswalzen 2' beeinflusst werden. An den Walzenenden 12 sind Gewindebohrungen 13 angeordnet, sodass dort ein Walzenstummel (nicht dargestellt) anschraubbar ist.
In Fig. 3 ist die Walzvorrichtung 1 ' aus Fig. 2 mit Lagerdeckel 16 für die Arbeitswalzen 2' dargestellt. Die Arbeitswalzen 2' sind über Bolzen (nicht dargestellt) in ihrer axialen Position fixiert. Die Lagerdeckel 16 sind über die Verschraubungen 17' mit dem Zwischenstück 7 verschraubt, welches wiederum über die Verschraubungen 17" mit dem jeweiligen Walzeneinbaustück 5 verschraubt ist.
An die Walzenflansche 12 sind über die Verschraubungen 17 Walzenstummel 10 angeschraubt. Eine derartige Walzvorrichtung 1 ' ohne eine Axialverschiebung kann nachträglich einfach auf eine Walzvorrichtung 1 ' mit Axialverschiebung umgebaut werden.
In Fig. 4 ist die erfindungsgemäße Walzvorrichtung 1 ' aus Fig. 2 mit einer Axialverschiebeeinrichtung 18 für die Arbeitswalzen 2' dargestellt.
An die Arbeitswalzen 2' ist am Walzenflansch 12 über die Verschraubungen 17 jeweils ein Walzenstummel 10' angeschraubt. Im Vergleich zum Walzenstummel 10 aus Fig. 3 ist dieser Walzenstummel 10' etwas länger, da an ihm das Axiallager 8 angreift. An die Walzeneinbaustücke 5 für die Radiallagerung ist jeweils über die Verschraubungen 17" ein weiteres Walzeneinbaustück 6 angeschraubt. Die Arbeitswalzen 2' sind nun einerseits im Walzeneinbaustück 5 über die Radiallager 3 und andererseits im weiteren Walzeneinbaustück 6 über die Walzenstummel 10' und die Axiallager 8 gelagert.
Am weiteren Walzeneinbaustück 6 ist über die Verschraubungen 17' die Verschiebeeinrichtung 18 mit den Zylindern 19 befestigt.
Die soeben beschriebene Walzvorrichtung 1 ' bietet nun den Vorteil, dass sie einerseits als kostengünstige Version ohne axialer Walzenverschiebung angeboten und ausgeliefert werden kann. Eine derartige Version weist lediglich Lagerdeckel 16 und Zwischenstücke 7, wie sie in Fig. 3 dargestellt sind, auf.
Wenn nun ein Kunde einen nachträglichen Umbau auf eine Walzvorrichtung mit einer Axialverschiebeeinrichtung wünscht, so kann dies auf recht einfache Art und Weise geschehen. Im Wesentlichen werden die kurzen Walzenstummel 10 (Stummel ohne Axiallager) von den Arbeitswalzen 2' abgeschraubt, ebenso die Lagerdeckel 16 und die Zwischenstücke 7. Man erhält dann eine Walzvorrichtung V wie sie in Fig. 2 dargstellt ist.
Sollen beide Arbeitswalzen 2' mit einer Axialverschiebeeinrichtung ausgestattet werden, dann werden an beide Arbeitswalzen jeweils längere Walzenstummel 10' angeschraubt. An die Walzeneinbaustücke 5 werden über die Verschraubungen 17" die weiteren Walzeneinbaustücke 6 mit den Axiallagern 8 angeschraubt. An diese weiteren Walzeneinbaustücke 6 werden dann über die Verschraubungen 17' die Lagerdeckel 16 befestigt, wie dies in Fig. 4 dargestellt ist. Die Axialführungen 14 (nur in Fig. 2 dargestellt) in den Biegeblöcken 1 1 sorgen für die Führung der Walzeneinbaustücke 5 in axialer Richtung. Die Verschiebeeinrichtung 18 besteht aus einem feststehenden Teil, der im vorliegenden Beispiel mit dem Biegeblock 11 verbunden ist und aus einem beweglichen Teil, der über einen Bolzen (nicht dargestellt) mit dem Lagerdeckel 16 lösbar verbunden ist. Über den Zylinder 19 kann der bewegliche Teil der Verschiebeeinrichtung 18 axial verschoben werden und somit auch die Walzeneinbaustücke 5, 6 und dadurch auch die Arbeitswalzen 2'.
Der modulare Aufbau der Arbeitswalzen 2' und der Walzeneinbaustücke 5, 6 ermöglicht somit eine Lieferung der Grundausführung einer Walzvorrichtung mit der Möglichkeit des späteren Ausbaus mit geringeren Zusatzkosten.
Eine Nachrüstung von Zwischenwalzen mit einer Axialverschiebeeinnchtung erfolgt in analoger Art und Weise.
Die Nachrüstung mit einer Axialverschiebeeinnchtung ist mit geringem Aufwand und ohne große konstruktive Änderungen möglich. Dieses„Baukastensystem" reduziert außerdem die Teilevielfalt und fördert die Standardisierung.
Next Patent: DEVICE FOR DAMPING VIBRATIONS IN A DRIVE TRAIN
