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Title:
ROTARY DIE CUTTING SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/057839
Kind Code:
A1
Abstract:
A rotary die cutting system comprising: a rotary die cutter (21) having a die cutting cylinder (22) that can rotate about a die cutting axis; a counter-pressure cylinder (23) that can rotate about a counter-pressure cylinder axis; and an adjusting mechanism, by means of which a gap width between the die cutting cylinder and the counter-pressure cylinder (22, 23) can be adjusted; and a die cutting sheet (25) that can be fixed to the die cutting cylinder (22). A machine-readable information carrier (26) is associated with the die cutting sheet (25), more particularly the die cutting sheet (25) has said information carrier, by means of which carrier at least the die cutting sheet (25) can be identified, and the rotary die cutting system has a detection unit (27) designed to read out the information carrier (26). The adjusting mechanism has a servomotor and a control unit (28) and is designed to adjust the gap width according to the die cutting sheet (25). Also disclosed is a method for adjusting the gap width.

Inventors:
DE NATRIS, Albertus (Die Breite 54, Nordhorn, 48531, DE)
Application Number:
EP2018/075515
Publication Date:
March 28, 2019
Filing Date:
September 20, 2018
Export Citation:
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Assignee:
WINK STANZWERKZEUGE GMBH & CO. KG (Lerchenstraße 12-18, Neuenhaus, 49828, DE)
International Classes:
B26F1/38; B26D5/00; B26D7/26
Foreign References:
EP3147089A12017-03-29
DE102013110510A12015-03-26
DE102013110510A12015-03-26
Attorney, Agent or Firm:
WISCHMEYER, André et al. (Busse & Busse Patent- und Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Großhandelsring 6, Osnabrück, 49084, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Rotationsstanzsystem umfassend eine Rotationsstanzvorrichtung (21 ) mit einem Stanzzylinder (22), der um eine Stanzzylinderachse drehbar ist, und mit einem Gegendruckzylinder (23), der um eine Gegendruckzylinderachse drehbar ist, sowie mit einer Versteileinrichtung, durch die ein Spaltmaß zwischen Stanz- und Gegendruckzylinder (22, 23) einstellbar ist, und ein an dem Stanzzylinder (22) festlegbares Stanzblech (25),

dadurch gekennzeichnet, dass

dem Stanzblech (25) ein maschinenlesbarer Informationsträger (26) zugeordnet ist, insbesondere das Stanzblech (25) diesen aufweist, über den das Stanzblech (25) zumindest identifizierbar ist, und das Rotationsstanzsystem eine zum Auslesen des Informationsträgers (26) eingerichtete Erfassungseinheit (27) umfasst, wobei die Versteileinrichtung einen Stellmotor und eine Steuerungseinheit (28) aufweist und zur Verstellung des Spaltmaßes in Abhängigkeit vom Stanzblech (25) ausgebildet ist.

2. Rotationsstanzsystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Informationsträger (26) und die Erfassungseinheit (27) zur Kommunikation über Funk, insbesondere Nahbereichsfunk wie beispielsweise Bluetooth, Radio Frequency Identification oder Near Field Communication, ausgebildet sind.

3. Rotationsstanzsystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinheit (27) durch eine optische Erfassungseinheit, insbesondere durch eine Kamera, und der Informationsträger (26) als optisch lesbarer Informationsträger, insbesondere als QR-Code, ausgebildet ist.

4. Rotationsstanzsystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Informationsträger (26) als eine in das Oberflächenmaterial des Stanzbleches (25) eingebrachte, insbesondere geätzte oder durch einen Laser eingebrachte, Struktur ausgebildet ist.

5. Rotationsstanzsystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteileinrichtung eingerichtet ist, selbsttätig ein für das mit dem Informationsträger (26) versehene Stanzblech (25) geeignetes Spaltmaß einzustellen.

6. Rotationsstanzsystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationsstanzsystem einen Speicher, insbesondere in der Steuerungseinheit, aufweist, der eingerichtet ist, von der Erfassungseinheit (27) ausgele- sene Informationen des Stanzbleches (25), insbesondere die Identifikation, sowie die durch die Versteileinrichtung bewirkte Spaltmaßeinstellung abzuspeichern.

7. Rotationsstanzsystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationsstanzsystem eine Bedieneinheit mit einer Eingabe- und einer Anzeigeeinheit, die vorzugsweise in einem Touchscreen zusammengefasst sind, aufweist.

8. Rotationsstanzsystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedieneinheit beweglich mit dem Rotationsstanzsystem verbunden oder mobil ist.

9. Rotationsstanzsystem nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinheit (27) in der Bedieneinheit angeordnet ist.

10. Rotationsstanzsystem nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (28) und die separat hiervon angeordnete Bedieneinheit zum Abgleich stanzblechspezifischer Daten ausgebildet sind.

1 1 . Rotationsstanzsystem nach einem der vorherigen Ansprüche, zumindest jedoch nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationsstanzsystem mindestens eine weitere Rotationsstanzvorrichtung (21 ) umfasst und das derart eingerichtet ist, dass durch das Einlesen des Informationsträgers (26) eine wiederholte Verwendung eines Stanzbleches (25) erkennbar und abhängig von der im Speicher abgelegten Spaltmaßeinstellung auf der zuletzt mit dem Stanzblech (25) verwendeten Rotationsstanzvorrichtung (21 ) über die Steuereinrichtung (28) automatisch ein geeignetes Spaltmaßes auf der nun zur Verwendung mit dem Stanzblech (25) bestimmten Rotationsstanzvorrichtung (21 ) einstellbar ist.

12. Rotationsstanzsystem nach Anspruch 1 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationsstanzsystem wenigstens einen weiteren Speicher umfasst, wobei die Speicher zumindest temporär miteinander vernetzt sind.

13. Verfahren zur Einstellung des Spaltmaßes zwischen einem Stanzzylinder (22) und einem Gegendruckzylinder (23) einer Rotationsstanzvorrichtung (21 ) eines Rotationsstanzsystems nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein maschinenlesbarer Informationsträger (26) eines zu verwendenden Stanzbleches (25) eingelesen, ein für das zu verwendende Stanzblech (25) geeignetes Spaltmaß bestimmt und das Spaltmaß eingestellt wird.

14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass vom Informationsträger (26) zumindest eine Identifikation des Stanzblechs (25) und/oder Informationen über ein Standardspaltmaß und/oder Informationen über einen Standardstanzzylinder mit Umfang, Zähnezahl und/oder Verzahnung ausgelesen wird.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Datenbank, insbesondere mit Informationen über ein oder mehrere Stanzbleche (25).

16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenbank nach Informationen über das verwendete Stanzblech (25) sowie das zuletzt für dieses Stanzblech (25) eingestellt Spaltmaß durchsucht wird und das dort hinterlegt Spaltmaß oder andernfalls ein insbesondere im Informationsträger (26) hinterlegtes Standardspaltmaß zur Einstellung verwendet wird.

17. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kombination aus verwendetem Stanzblech (25) und zuletzt für dieses Stanzblech (25) verwendetem Spaltmaß in der Datenbank abgelegt wird.

18. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der in der Rotationsstanzvorrichtung (21 ) verwendete Stanzzylinder (22) identifiziert wird, wobei entweder für jede Rotationsstanzvorrichtung (21 ) zumindest eine Information zum derzeit verwendeten Stanzzylinder (22), insbesondere der Stanzzylinderdurchmesser und/oder die Zähnezahl und/oder Verzahnung, hinterlegt ist und automatisch bereitgestellt wird oder der Stanzzylinder (22) manuell ausgewählt wird.

19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein nominelles Spaltmaß des verwendeten Stanzzylinders (22) hinterlegt ist und mit dem Standardspaltmaß des Stanzblechs (25) abgeglichen wird und bei einem Unterschied die notwendige Spaltmaßkorrektur bestimmt wird.

20. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass eine stanzzylinderspezifische Verfahrkurve insbesondere aus einer Stanzzylinderdatenbank verwendet wird.

21 . Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das zum Einstellen des Spaltmaßes notwendige Steuersignal an den Stellmotor aus der Verfahrkurve abgerufen oder mittels Interpolation aus benachbarten Werten ermittelt und an den Stellmotor übermittelt wird.

22. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 21 , dadurch gekennzeichnet, dass bei der Bestimmung des einzustellenden Spaltmaßes ein insbesondere benutzerdefinierter Sicherheitszuschlag berücksichtigt wird.

23. Stanzblech (25) mit zumindest einem Informationsträger (26), dadurch gekennzeichnet, dass es zur Verwendung in einem Rotationsstanzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet ist.

Description:
Rotationsstanzsystem

Die Erfindung betrifft ein Rotationsstanzsystem, umfassend eine Rotationsstanzvorrichtung mit einem Stanzzylinder, der um eine Stanzzylinderachse drehbar ist, und mit einem Gegendruckzylinder, die um eine Gegendruckzylinderachse drehbar ist, sowie mit einer Versteileinrichtung, durch die ein Spaltmaß zwischen Stanz- und Gegendruckzylinder einstellbar ist, sowie ein an dem Stanzzylinder festlegbares Stanzblech.

Derartige Rotationsstanzsysteme sind aus dem Stand der Technik bekannt. Beispielsweise beschreibt die DE 10 2013 1 10 510 A1 eine Vorrichtung zum Rotationsstanzen, mit einem Stanzzylinder, der mit einem Stanzwerkzeug in Form eines Stanzbleches verwendet wird, bei dem das Spaltmaß zwischen Stanz- und Gegendruckzylinder verstellbar ist.

Für das Spaltmaß zwischen Stanzzylinder und Gegendruckzylinder hat sich ein Maß von 480 μιτι als Quasi-Industriestandard herausgebildet. Beim Stanzen sollen die Stanzkanten des auf dem Stanzzylinder festgelegten Stanzbleches das zu stanzen- de Material so weit wie möglich durchdringen, um ein gutes Stanzergebnis und ein einfaches Trennen des auszustanzenden Bereiches vom Restmaterial zu gewährleisten. Gleichzeitig muss jedoch verhindert werden, dass die Stanzkanten in Kontakt mit dem Gegendruckzylinder kommen, da diese Bauteile andernfalls beschädigt würden. Um dies sicherzustellen, ist das Spaltmaß zwischen Stanzzylinder und Gegendruckzylinder einstellbar ausgeführt. Somit können Fertigungstoleranzen des Stanzzylinders oder des Gegendruckzylinders sowie Fertigungstoleranzen des Stanzbleches berücksichtigt werden. Weiterhin ist ein Nachstellen des Spaltmaßes bei Verschleiß der relevanten Bauteile der Rotationsstanzvorrichtung oder bei Verschleiß des Stanzbleches notwendig. Die Einstellung des Spaltmaßes muss sehr präzise möglich sein, um ein gutes Stanzergebnis zu gewährleisten und gleichzeitig eine Beschädigung der Rotationsstanzvorrichtung bzw. des Stanzbleches zu vermeiden. Um ein gutes Stanzergebnis zu gewährleisten, wird das Spaltmaß teilweise im Bereich von 1 /10 μιτι verstellt. Da unterschiedliche Stanzbleche aufgrund von Fertigungstoleranzen unterschiedliche Abmaße aufweisen und daher unterschiedliche Spaltmaße benötigen, ist die Einstellung des Spaltmaßes für jedes Stanzblech individuell notwendig. Der Stanzzylinder ist hier als der Zylinder, an dem das Stanzblech festgelegt wird, zu verstehen. Im Stand der Technik hat sich hier die Verwendung eines Magnetzylinders als Stanzzylinder durchgesetzt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Rotationsstanzsystem, ein zugehöriges Stanzblech sowie ein Verfahren zur Einstellung des Spaltmaßes des Rotationsstanzsystems bereitzustellen, bei dem die Spaltmaßeinstellung einfacher und insbe- sondere zuverlässiger erfolgt und somit eine Beschädigung der Rotationsstanzvorrichtung und/oder des Stanzblechs so weit wie möglich vermieden wird.

Die Aufgabe wird gelöst durch einen Gegenstand nach Anspruch 1 , ein Verfahren nach Anspruch 15 und einen Gegenstand nach Anspruch 23. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den auf diese Ansprüche rückbezogenen Unteransprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung zu entnehmen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Rotationsstanzsystem gelöst, bei dem dem Stanzblech ein maschinenlesbaren Informationsträger zugeordnet ist, über den das Stanzblech zumindest identifizierbar ist, und das Rotationsstanzsystem eine zum Auslesen des Informationsträgers eingerichtete Erfassungseinheit umfasst, wobei die Versteileinrichtung einen Stellmotor und eine Steuerungseinheit aufweist und zur Verstellung des Spaltmaßes in Abhängigkeit vom Stanzblech ausgebildet ist. Durch die Identifikation des Stanzbleches über den maschinenlesbaren Informationsträger, der dem Stanzblech zugeordnet und insbesondere am Stanzblech angeordnet oder durch dieses ausgebildet ist, kann die Einstellung des Spaltmaßes auf einen für genau dieses Stanzblech geeigneten Wert oder zumindest für dieses Stanzblech geeigneten Startwert eingestellt werden, von dem aus dann nur noch vergleichsweise geringfügige Anpassungen des Spaltmaßes zur Erreichung eines optimalen Stanzergebnisses notwendig sind. Hierbei kann die Einstellung des Spaltmaßes durch die Verwendung einer mehrteiligen Versteileinrichtung auch derart erfolgen, dass die Abstände zwischen Stanzzylinder und Gegendruckzylinder auf beiden Seiten der Zylinder unterschiedlich erfolgen. Dies ist insbesondere bei einem ungleichmäßigen Verschleiß des Stanzbleches im Betrieb vorteilhaft. Die Einrüstung des Rotationsstanzsystems erfolgt schneller. Gleichzeitig kann dabei eine Beschädigung des Stanzbleches bzw. der Rotationsstanzvorrichtung vermieden werden, wenn die Einstellung des Spaltmaßes derart erfolgt, dass ein Kontakt zwischen Stanzkanten des Stanzbleches und dem Gegendruckzylinder hinreichend sicher ausgeschlossen werden kann.

In einer bevorzugten Ausführungsform sind der Informationsträger und die Erfassungseinheit zur Kommunikation über Funk, insbesondere Nahbereichsfunk wie beispielsweise Bluetooth, radio frequency Identification oder nearfield communication, ausgebildet. Die Kommunikation über Funk zwischen Informationsträger und Erfassungseinheit ist vergleichsweise wenig fehleranfällig. Zudem können über Funk vergleichsweise einfach größere Datenmengen übertragen werden. Hierdurch kann das Stanzblech zuverlässig identifiziert und eine für dieses Stanzblech passende Einstellung des Spaltmaßes vorgenommen werden.

In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform ist die Erfassungseinheit durch eine optische Erfassungseinheit, insbesondere durch eine Kamera, und der Informationsträger als optisch lesbarer Informationsträger, insbesondere als QR-Code, ausgebildet. Somit kann durch ein Aufnehmen eines Abbildes des Informationsträgers das Stanzblech identifiziert werden. Ein optischer lesbarer Informationsträger ist technisch sehr einfach herzustellen und kann beispielsweise aufgeklebt, eingestanzt, durch einen Laser eingebracht oder eingeätzt sein. Der Informationsträger kann beispielsweise als Ziffernfolge, Barcode oder mehrdimensionales Muster aus- gebildet sein. Besonders bevorzugt ist der optisch lesbare Informationsträger als QR-Code ausgebildet. Im QR-Code können wiederum vergleichsweise viele Informationen auf kompaktem Raum untergebracht werden. Durch die dem QR-Code inhärente automatische Fehlerkorrektur ist die Identifizierung des entsprechenden mit dem QR-Code versehenen Stanzbleches sehr robust. Hierdurch kann das entsprechende Stanzblech sehr zuverlässig identifiziert und ein für dieses Stanzblech geeignetes Spaltmaß eingestellt werden.

Mit Vorteil ist der Informationsträger als eine in das Oberflächenmaterial des Stanzbleches eingebrachte, insbesondere geätzte oder durch einen Laser eingebrachte, Struktur ausgebildet. Hierdurch wird eine feste Verbindung zwischen Informationsträger und Stanzblech gebildet. Der Informationsträger kann nicht vom zugehörigen Stanzblech gelöst werden oder sich selber ablösen. Somit kann das Stanzblech über den Informationsträger zuverlässig identifiziert werden. Das Risiko eines Vertauschens des Informationsträgers mit einem anderen als dem zugeordneten Stanzblech kann somit minimiert werden.

Vorzugsweise ist die Versteileinrichtung derart eingerichtet, dass sie selbsttätig ein für das mit dem Informationsträger versehene Stanzblech geeignetes Spaltmaß einstellt. Hierbei findet sowohl die Ermittlung des für das Stanzblech geeigneten Spaltmaßes als auch die Einstellung dieses Spaltmaßes über die Versteileinrichtung automatisch, insbesondere ohne weiteren menschlichen Eingriff, statt. Hierbei wird sichergestellt, dass tatsächlich das für das Stanzblech geeignete Spaltmaß eingestellt wird. Das Risiko eines menschlichen Fehlers bei der Einstellung des Spaltmaßes wird minimiert. Weiterhin wird der Bedienkomfort des Rotationsstanzsystems für den Bediener erhöht, da neben dem Festlegen des Stanzbleches am Stanzzylinder und dem Veranlassen des Einlesens des Informationsträgers keine weiteren Handlungen zum Einstellen des Spaltmaßes durchzuführen sind.

Vorzugsweise weist das Rotationsstanzsystem einen Speicher, insbesondere in der Steuerungseinheit, auf, der eingerichtet ist, von der Erfassungseinheit ausgelesene Informationen eines Stanzbleches, insbesondere die Identifikation, sowie die durch die Versteileinrichtung bewirkte Spaltmaßeinstellung abzuspeichern. Durch einen derartigen Speicher kann die Ermittlung eines für das Stanzblech geeigneten Spaltmaßes, das gemeinsam mit der Identifikation des Stanzbleches im Speicher abgelegt wird, vereinfacht werden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn es bei der Verwendung des Stanzbleches zu einer Abnutzung desselben kommt. Hierdurch kann das Stanzergebnis beeinträchtigt werden, so dass eine Nachjustierung, insbesondere Verkleinerung des Spaltmaßes, notwendig wird, um wieder ein akzeptables Stanzergebnis zu erhalten. Auf dieses neue, kleinere Spaltmaß kann dann bei einer erneuten Verwendung des Stanzbleches zurückgegriffen werden, wenn dieses erneut an der Stanzmaschine festgelegt wird.

Weitere Informationen, die in dem Speicher in Verbindung mit der Identifikation des Stanzbleches abgelegt werden können, sind die Anzahl der mit diesem Stanzblech durchgeführten Stanzvorgänge, die Abnutzung des Stanzbleches und/oder die Historie der Spaltmaßveränderungen für das Stanzblech. Hierdurch kann beispielsweise auf die Haltbarkeit des Stanzbleches zurückgeschlossen oder im Rahmen der vorausschauenden Instandhaltung rechtzeitig die Herstellung eines Ersatzstanzbleches angestoßen werden.

Bevorzugt weist das Rotationsstanzsystem eine Bedieneinheit mit einer Eingabe- und einer Anzeigeeinheit, die vorzugsweise in einem Touchscreen zusammenge- fasst sind, auf. Die Bedieneinheit kann hierbei als Anzeige- und Eingabeeinheit für das Steuerungssystem dienen. Alternativ kann die Bedieneinheit einen Mikroprozessor und eine Speichereinheit aufweisen und das Steuerungssystem in die Bedieneinheit integriert sein. Die Bedieneinheit kann hierbei den Speicher, auf dem die Informationen des Stanzbleches sowie die durch die Verstellung bewirkte Spaltmaßeinstellung abgespeichert wird, enthalten und/oder einen hiervon unabhängigen eigenen Speicher aufweisen. Über die Bedieneinheit können die Spaltmaßeinstellungen dem Bedienpersonal des Rotationsstanzsystems angezeigt werden, so dass diese noch einmal von dem Bedienpersonal überprüft werden können. Das Bedienpersonal kann über die Bedieneinheit manuell Änderungen der Spaltmaßeinstellung vornehmen, wie sie beispielsweise nötig werden, wenn das Stanzergebnis nicht zufriedenstellend ist. Diese Änderungen werden dann über die Steuerungseinrichtung und den Stellmotor in eine präzise Veränderung des Spaltmaßes über die Versteileinrichtung umgesetzt. Hierdurch wird eine zuverlässige und präzise Einstellung des Spaltmaßes des Rotationsstanzsystems ermöglicht.

Besonders bevorzugt ist die Bedieneinheit beweglich mit dem Rotationsstanzsystem verbunden und/oder mobil. Insbesondere ist die Bedieneinheit bevorzugte über ein flexibles Kabel beweglich mit dem Rotationsstanzsystem verbunden. Hierdurch kann sich der Bediener in einem gewissen Umfang frei gegenüber der Rotationsstanzvorrichtung positionieren. Die Bedienung des Rotationsstanzsystems wird vereinfacht. Dies ist bei einer gänzlich mobilen Bedieneinheit, die beispielsweise über eine Funkverbindung mit der Rotationsstanzvorrichtung in Verbindung steht und über eine unabhängige Energieversorgung, beispielsweise in Form eines Akkumulators, verfügt, in einer vorteilhaften Weise möglichst weitgehend verwirklicht.

Besonders bevorzugt ist die Erfassungseinheit in der Bedieneinheit angeordnet. Somit kann die Erfassungeinheit an den maschinenlesbaren Informationsträger des Stanzbleches bewegt und dieser eingelesen werden. Hierdurch wird die Bedienung des Rotationsstanzsystems zur Einstellung des Spaltmaßes vereinfacht.

Vorzugsweise ist die Steuerungseinheit und die separat hiervon angeordnete Bedieneinheit zum Abgleich stanzblechspezifischer Daten ausgebildet. Hierzu sind sowohl der Steuerungseinheit als auch der Bedieneinheit ein jeweils eigener Speicher zugeordnet. Stanzblechspezifische Daten, die in den Speichern der Steuerungseinrichtung bzw. der Bedieneinheit vorgehalten sind, werden abgeglichen, wenn Steuerungseinheit und Bedieneinheit miteinander verbunden sind. Im Ergebnis liegen diese Daten dann sowohl auf der Steuerungseinheit als auch in der Bedieneinheit vor. Hierdurch wird ein automatisches Backup der relevanten Daten durchgeführt. Die Daten sind somit redundant vorhanden, so dass beim Ausfall der Steuerungseinheit oder der Bedieneinheit bzw. der jeweils zugeordneten Speicher das defekte Bauteil ausgetauscht werden kann, ohne dass es zu einem Datenverlust kommt. Nach einem Austausch werden die Daten abgeglichen und auf die neue Steuerungseinheit bzw. die neue Bedieneinheit aufgespielt. Die Gefahr eines Verlustes der stanzblechspezifischen Daten wird hierbei reduziert und sichergestellt, dass eine Einstellung des Spaltmaßes auf einen stanzblechspezifischen Wert mit hoher Verfügbarkeit möglich ist. Ergänzend oder alternativ kann ein Datensatz auf einer über Kommunikationsmittel angebundene externe Datenbank abgelegt werden.

Vorzugsweise weist das Rotationsstanzsystem mindestens eine weitere Rotationsstanzvorrichtung auf. Das Rotationsstanzsystem ist hierbei derart eingerichtet, dass durch das Einlesen des Informationsträgers des Stanzbleches eine wiederholte Verwendung dieses Stanzbleches erkennbar und abhängig von der im Speicher abgelegten Spaltmaßeinstellung auf der zuletzt mit dem Stanzblech verwendeten Rotationsstanzvorrichtung über die Steuereinrichtung der nun zur Verwendung mit dem Stanzblech bestimmten Rotationsstanzmaschine automatisch ein geeignetes Spaltmaß einstellbar ist. Durch die Verwendung eines derartigen Rotationsstanzsystems ist es möglich, eine stanzblechspezifische Spaltmaßeinstellung auch bei der Verwendung des Stanzbleches an mehr als einer Rotationsstanzvorrichtung zu gewährleisten. Hierbei werden Veränderungen des Spaltmaßes, die an einer anderen Rotationsstanzvorrichtung mit bei der Verwendung dieses Stanzbleches vorgenommen wurden, für die Verwendung an einer weiteren Rotationsstanzvorrichtung berücksichtigt. Dies vereinfacht die Verwendung eines Stanzbleches über mehrere Rotationsstanzvorrichtungen und ermöglicht jeweils die präzise Einstellung des optimalen stanzblechspezifischen Spaltmaßes, unabhängig von der Rotationsstanzvorrichtung. Besonders bevorzugt weist das Rotationsstanzsystem wenigstens einen weiteren Speicher auf, wobei die Speicher zumindest temporär miteinander vernetzt sind. Die unterschiedlichen Speicher sind hierbei vorzugsweise jeweils einer Rotationsstanzvorrichtung zugeordnet oder sind Teil unterschiedlicher Bedieneinheiten. Durch die temporäre Vernetzung dieser Speicher findet ein Abgleich der stanzblechspezifi- schen Daten, die in den Speichern hinterlegt sind, statt. Somit kann bei einer erneuten Verwendung eines Stanzbleches jeweils auf die Daten der letzten Verwendung zurückgegriffen, unabhängig davon, auf welcher Rotationsstanzvorrichtung diese stattfand. Durch die Verwendung mehrerer Speicher ist eine Redundanz dieser Daten gegeben. Die Gefahr eines Datenverlustes wird minimiert. Besonders bevorzugt kann dies durch die Verwendung sowohl eines einer Rotationsstanzvorrichtung zugeordneten Speichers als auch eines der Bedieneinheit zugeordneten Speichers realisiert werden. Bei einer Verbindung der Bedieneinheit mit der Rotationsstanzvorrichtung werden diese Speicher zumindest temporär miteinander vernetzt, und es kann ein Abgleich und ggf. ein Austausch der darauf abgelegten stanzblechspezifi- schen Daten erfolgen. Die Bedieneinheit kann nun mit einer weiteren Rotationsstanzvorrichtung verbunden werden, wobei die Daten über den Speicher der Bedieneinheit vom Speicher einer Stanzvorrichtung auf den Speicher einer weiteren Stanzvorrichtung übertragen werden.

Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Einstellung des Spaltmaßes zwischen einem Stanzzylinder und einem Gegendruckzylinder einer Rotationsstanzvorrichtung des zuvor beschriebenen Rotationsstanzsystems, wobei ein maschinenlesbarer Informationsträger eines zu verwendenden Stanzbleches einge- lesen, ein für das zu verwendende Stanzblech geeignetes Spaltmaß bestimmt und das Spaltmaß eingestellt wird. Durch das Einlesen des maschinenlesbaren Informationsträgers des verwendeten Stanzbleches wird dieses Stanzblech identifiziert. Im Folgenden wird ein für dieses Stanzblech geeignetes Spaltmaß ermittelt. Hierbei können verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Im Anschluss wird das geeignete Spaltmaß eingestellt, um eine zuverlässige Funktion des Stanzbleches an der Rotationsstanzvorrichtung zu gewährleisten. Auch hier können wiederum unterschiedlich Spaltmaße an den jeweiligen Enden von Stanzzylinder und Gegendruckzylinder eingestellt werden. Hierdurch kann eine ungleichmäßige Abnutzung des Stanzbleches berücksichtigt werden. Dies Das Verfahren vereinfacht somit die Einstellung eines für ein Stanzblech geeigneten Spaltmaßes dadurch, dass das Stanzblech eindeutig und zuverlässig identifiziert wird.

Besonders bevorzugt werden von dem Informationsträger zumindest eine Identifikation des Stanzbleches und/oder Informationen über ein Standardspaltmaß und/oder Informationen über einen Standardstanzzylinder mit Umfang, Zähnezahl und/oder Verzahnung ausgelesen. Hierdurch kann das Stanzblech identifiziert werden. Auf dem Informationsträger kann zudem ein Standardspaltmaß, für das dieses Stanzblech gefertigt wurde, sowie die Fertigungstoleranzen hinterlegt werden. Dieses Standardspaltmaß dient als Ausgangspunkt für die Einstellung eines geeigneten Spaltmaßes. Um eine Beschädigung der Rotationsstanzvorrichtung oder des Stanzbleches zu vermeiden, werden vorzugsweise zudem die Fertigungstoleranzen berücksichtigt. Wenn keine weiteren Informationen für die Bestimmung des für dieses Stanzblech zu verwendenden Spaltmaßes vorliegen, ist diese Information ein aus- reichender Ausgangspunkt für die Ermittlung des geeigneten Spaltmaßes. Weiterhin kann der Informationsträger Informationen darüber enthalten, für welche Art von Stanzzylinder, den Standardstanzzylinder, das Stanzblech ausgelegt ist. Die Stanzzylinder unterscheiden sich hierbei insbesondere hinsichtlich ihres Umfangs. Der Umfang kann entweder direkt oder über die Zähnezahl eines Zahnrades des Stanzzylinders oder weitere Informationen über die Verzahnung des Stanzzylinders bestimmt werden. Somit stehen zumindest die notwendigsten, bevorzugt jedoch auch weitere nützliche Informationen zur Bestimmung eines geeigneten Spaltmaßes zur Verfügung.

Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Verwendung einer Datenbank, insbesondere mit Informationen über ein oder mehrere Stanzbleche. Hierbei können noch weitere Informationen, insbesondere dynamische, im Zeitablauf veränderliche Informationen über das oder die Stanzbleche hinterlegt werden und für die Bestimmung eines geeigneten Spaltmaßes herangezogen werden. Die Bestimmung des geeigneten Spaltmaßes und somit auch die Einstellung eines geeigneten Spaltmaßes können durch die Verwendung einer Datenbank, deren Informationen anders als die Informationen auf dem Informationsträger einfach an geänderte Umstände ange- passt werden können, verbessert werden.

Besonders bevorzugt wird die Datenbank nach Informationen über das verwendete Stanzblech sowie das zuletzt für dieses Stanzblech eingestellte Spaltmaß durchsucht. Sodann wird entweder das in der Datenbank hinterlegte, zuletzt für dieses Stanzblech verwendete Spaltmaß oder andernfalls, wenn kein Eintrag über das ver- wendete Stanzblech in der Datenbank vorhanden ist, ein Standardspaltmaß, insbesondere ein im Informationsträger hinterlegtes Standardspaltmaß, zur Bestimmung eines geeigneten Spaltmaßes und zur Einstellung des Spaltmaßes verwendet. Hierdurch kann die Ermittlung eines geeigneten Spaltmaßes verbessert werden und gleichzeitig wird sichergestellt, dass auf jeden Fall ein als sicher angenommenes Spaltmaß eingestellt wird.

Vorzugsweise wird die Kombination aus verwendetem Stanzblech und zuletzt für dieses Stanzblech verwendetem Spaltmaß in der Datenbank abgelegt. Somit kann das zuletzt verwendete Spaltmaß anhand der Identifikation des Stanzbleches aus der Datenbank für spätere Verwendungen abgerufen werden. Vorzugsweise werden die Änderungen des Spaltmaßes im Zeitverlauf in der Datenbank abgelegt, wobei der jeweils zuletzt verwendete Spaltmaßwert für die Einstellung eines geeigneten Spaltmaßes für die erneute Verwendung des entsprechenden Stanzbleches zugrunde gelegt wird. Aus den historischen Daten kann dabei beispielsweise auch ein Verlauf des Verschleißes des Stanzbleches abgeleitet werden und diese Daten für das rechtzeitige Anstoßen der Fertigung eines neuen Stanzbleches verwendet werden.

Bevorzugt wird der in der Rotationsstanzvorrichtung verwendete Stanzzylinder identifiziert, wobei entweder für jede Rotationsstanzvorrichtung zumindest eine Information zum derzeit verwendeten Stanzzylinder, insbesondere der Stanzzylinderdurchmesser und/oder die Zähnezahl und/oder die Verzahnung, hinterlegt ist und automatisch bereitgestellt wird oder der Stanzzylinder manuell ausgewählt wird. Da die Stanzbleche üblicherweise für die Verwendung auf einer bestimmten Art von Stanz- zylinder gefertigt werden, d. h. insbesondere für einen Stanzzylinder mit einem bestimmten Durchmesser und mit einem bestimmten Spaltmaß, ist ein entsprechender Abgleich, ob die für die Verwendung mit dem entsprechenden Stanzblech vorgesehene Rotationsstanzvorrichtung einen derartigen Stanzzylinder aufweist, vorteilhaft. Sollte der in der Rotationsstanzvorrichtung vorhandene Stanzzylinder im Spaltmaß und/oder Durchmesser, der auch über andere Daten wie Zähnezahl oder Informationen über die Verzahnung indirekt ermittelt werden kann, von dem Standardstanzzylinder, für den das Stanzblech gefertigt ist, abweichen, kann diese Abweichung bei der Ermittlung eines geeigneten Spaltmaßes berücksichtigt werden. Die Information über den in der Rotationsstanzvorrichtung verwendeten Stanzzylinder kann beispielsweise in der Steuerungseinrichtung hinterlegt sein. Dies ist entweder möglich, wenn die Rotationsstanzvorrichtung ausschließlich mit dem entsprechenden Stanzzylinder Verwendung findet. In diesem Fall kann die entsprechende Information dauerhaft abgelegt werden. Andernfalls kann die Information bei einem Tausch des Stanzzylinders in der Rotationsstanzvorrichtung auf den entsprechenden aktuellen Stand gebracht werden.

Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung wenn keine Informationen zu dem Stanzzylinder im System hinterlegt sind, kann der Stanzzylinder manuell ausgewählt werden. Hierzu kann ein Bediener entweder aus einer Liste von Stanzzylindern den aktuell in der Stanzvorrichtung eingebauten Stanzzylinder auswählen oder der Bediener gibt direkt die relevanten Daten wie die Stanzzylinderdurchmesser, Verzahnung und/oder Spaltmaß in das Rotationsstanzsystem ein. Besonders bevorzugt ist ein nominelles Spaltmaß des verwendeten Stanzzylinders hinterlegt und wird mit dem Standardspaltmaß des Stanzbleches abgeglichen. Bei einem Unterschied zwischen den beiden Spaltmaßen erfolgt die Berechnung der notwendigen Korrektur des einzustellenden Spaltmaßes. Hierdurch kann auf einfache, wenig fehleranfällige und vor allem bedienerfreundliche Weise ein derartiger Unterschied berücksichtigt werden. Die Verwendung von einem Stanzblech auf einer Rotationsstanzvorrichtung mit einem von der Vorgabe abweichenden Stanzzylinder wird somit erleichtert. Die Flexibilität des Rotationsstanzsystems wird erhöht.

Vorzugsweise wird für das Einstellen des Spaltmaßes eine stanzzylinderspezifische Verfahrkurve verwendet. Diese stanzzylinderspezifische Verfahrkurve wird insbesondere aus einer Stanzzylinderdatenbank abgerufen. In der Verfahrkurve sind beispielsweise Wertepaare aus Spaltmaß und Motorposition oder aus Spaltmaß und dem entsprechenden Motorsteuerungssignal hinterlegt. Diese können für jeden Stanzzylinder und für unterschiedliche Stelleinrichtungen individuell hinterlegt sein und können beispielsweise durch Verschleiß auch Änderungen im Zeitablauf unterworfen sein. Durch die Verwendung entsprechender stanzzylinderspezifischer Verfahrkurven kann das Spaltmaß abhängig vom verwendeten Stanzzylinder sehr präzise eingestellt werden. Hierdurch wird die Zuverlässigkeit eines entsprechenden Rotationsstanzsystems erhöht und die Wahrscheinlichkeit für Fehler und Beschädigungen der Rotationsstanzvorrichtung wird minimiert. Besonders bevorzugt wird das zum Einstellen des Spaltmaßes notwendige Steuersignal für den Stellmotor aus der Verfahrkurve abgerufen oder mittels Interpolation aus benachbarten Werten ermittelt und an den Stellmotor übermittelt. Wenn für das einzustellende Spaltmaß in der Ver- fahrkurve ein diskretes Wertepaar hinterlegt ist, kann der für dieses Spaltmaß hinterlegte Wert für Motorposition, Steuersignal oder andere Angaben, die zum Einstellen des Spaltmaßes vom Steuerungssystem herangezogen werden können, Verwendung finden. Wenn das für das einzustellende Spaltmaß notwendige Wertepaar nicht direkt in der Verfahrkurve hinterlegt ist, kann der einzustellende Wert über eine insbesondere lineare Interpolation anhand der benachbarten Werte der Verfahrkurve ermittelt werden. Eine solche Verfahrkurve kann ebenfalls dazu dienen, eine aufgrund unterschiedlicher Winkelpositionen eines Exzenters des Gegendruckzylinders zunächst unterschiedliche Übersetzung zu linearisieren, indem der Versteileinrichtung eine Verstellkurve mitgegeben wird, die eine Verstellung in Abhängigkeit der Winkellage vorgibt.

Vorzugsweise wird bei der Bestimmung des einzustellenden Spaltmaßes ein insbesondere benutzerdefinierter Sicherheitszuschlag berücksichtigt. Der Sicherheitszuschlag kann hier als prozentualer oder absoluter Wert ausgeführt sein. Dieser Wert kann von einem Benutzer, beispielsweise dem Maschinenbediener, vorgegeben werden. Der Wert wird bei der Berechnung des einzustellenden Spaltmaßes berücksichtigt, beispielsweise am Ende zu dem ermittelten einzustellenden Spaltmaß hinzugeschlagen. Wenn beispielsweise als Spaltmaß das Spaltmaß der letzten Verwendung des entsprechenden Stanzbleches auf einer Rotationsstanzmaschine eingestellt werden soll, kann hier ein benutzerdefinierter Zuschlag zu dem Spaltmaß erfolgen, so dass ein etwas größeres Spaltmaß eingestellt wird. Von diesem Wert ausgehend kann dann ein Bediener manuell anhand des Stanzergebnisses dasjenige Spaltmaß einstellen, das zu einem gewünschten Stanzergebnis führt. Hier- durch wird einerseits sichergestellt, dass die Veränderung des beispielsweise automatisch voreingestellten Spaltmaßes hin zum im Betrieb ein gewünschtes Stanzergebnis erzielenden Spaltmaßes gering ist. Andererseits wird durch die Zugabe des Sicherheitszuschlages die Gefahr, dass es bei der Inbetriebnahme der Rotationsstanzvorrichtung mit dem neu daran festgelegten Stanzblech zu einem Kontakt zwischen den Stanzkanten des Stanzbleches und dem Gegendruckzylinder und somit zu einer Beschädigung der Rotationsstanzvorrichtung kommt, verringert. Die Betriebssicherheit des entsprechenden Rotationsstanzsystems wird somit durch die Verwendung eines Sicherheitszuschlages erhöht.

Die eingangs gestellt Aufgabe wird ebenfalls durch ein Stanzblech mit einem Informationsträger gelöst, das in einer vor- oder nachbeschriebenen Vorrichtung und/oder in einem vor- oder nachbeschriebenen Verfahren eingesetzt werden kann.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden anhand des nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Darin zeigen:

Fig. 1 ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens,

Fig. 2 eine schematische, teilweise perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Gegenstands.

Nachfolgend werden gleichwirkende Elemente der Erfindung mit einer einheitlichen Bezugsziffer versehen, sofern dies sinnvoll ist. Die nachfolgend beschriebenen Merkmale des Ausführungsbeispiels können auch in anderen Merkmalskombinationen als dargestellt Gegenstand der Erfindung sein.

Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren. In einem ersten Verfahrensschritt 1 wird der maschinenlesbare Informationsträger 26, der am Stanzblech 25 angebracht ist, über die Erfassungseinheit 27 eingelesen. Im Verfahrensschritt 2 wird der mit dem Stanzblech 25 zu verwendende Stanzzylinder 22 identifiziert. Hierzu erfolgt im Schritt 3 eine Überprüfung, ob Informationen zu dem Stanzzylinder 22 vorhanden sind. Wenn dies der Fall ist, werden die Daten zum Stanzzylinder 22 abgerufen und der Stanzzylinder 22 in Schritt 4 identifiziert. Sind andernfalls keine Daten über den Stanzzylinder 22 vorhanden, wird die Meldung "Stanzzylinder nicht vorhanden" in Schritt 5 ausgegeben. Daran anschließend erfolgt im Schritt 6 eine manuelle Auswahl des zu verwendenden Stanzzylinders 22. In Schritt 7 wird eine zylinderspezifische Verfahrkurve geladen. In Schritt 8 wird überprüft, ob Informationen über eine vorherige Verwendung des entsprechenden Stanzbleches 25 vorliegen. Wenn dies nicht der Fall ist, wird nach Verfahrensschritt 9 ein Standardspaltmaß, das beispielsweise im Informationsträger 26 hinterlegt ist, angefahren. Wenn eine vorherige Verwendung des Stanzbleches 25 dokumentiert ist, wird im Verfahrensschritt 10 das zuletzt verwendete Spaltmaß zur Spaltmaßeinstellung verwendet. In Schritt 1 1 wird das einzustellende Spaltmaß berechnet. Hierbei wird beispielsweise ein Sicherheitszuschlag verwendet. In Schritt 12 wird überprüft, ob für dieses Spaltmaß in der Verfahrkurve ein entsprechendes Wertepaar mit dem notwendigen Stellsignal hinterlegt ist. Wenn dies nicht der Fall ist, wird in Schritt 13 zumindest ein vorhergehender und ein nachfolgender Wert in der Verstellkurve ermittelt und das gesuchte Stellsignal durch Interpolation, vorzugsweise lineare Interpolation, errechnet. In Verfahrensschritt 14 wird das ermittelte Stellsignal an den Stellmotor übermittelt und das Spaltmaß eingestellt. Die jetzt eingestellte Position wird zusammen mit zumindest der Identifikation des Stanzbleches in einer Datenbank abgespeichert.

Gemäß Fig. 2 umfasst ein erfindungsgemäßes Rotationsstanzsystem eine Rotationsstanzvorrichtung 21 , mit einem Stanzzylinder 22, der um eine nicht näher bezifferte Stanzzylinderachse drehbar ist, sowie mit einem Gegendruckzylinder 23, der um eine Gegendruckzylinderachse (ebenfalls nicht beziffert) drehbar ist, sowie mit einer mehrteiligen Versteilvorrichtung mit Stellmitteln 24, durch die ein Spaltmaß zwischen Stanz- und Gegendruckzylinder einstellbar ist. Des Weiteren umfasst das Rotationsstanzsystem ein an dem Stanzzylinder festlegbares Stanzblech 25. Das Stanzblech 25 weist einen vorliegend als QR-Code ausgebildeten maschinenlesbaren Informationsträger 26 auf, der über eine vorliegend als Kamera ausgebildete optische Erfassungseinheit 27 erfassbar ist. Weiterhin umfasst die Versteileinrichtung eine Steuerungseinheit 28, die die Datenverarbeitung und die Ansteuerung der Stellmotoren aufweisenden Stellmittel 24 übernimmt. Die Stellmittel 24 sind über Flanschmittel 29 jeweils direkt in den Seiten der Rotationsstanzvorrichtung 21 in einem Rahmen 30 geführten Kulissensteinen 31 gehalten. Die Ansteuerung der Stellmittel 24 erfolgt über Kabel 32, kann jedoch auch drahtlos erfolgen. Gleiches gilt auch für die Erfassung des Informationsträgers 26, der beispielsweise auch als RFI D-Tag ausgebildet sein kann.