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Patent Searching and Data


Title:
ROTARY VIBRATION DAMPER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/233760
Kind Code:
A1
Abstract:
A rotary vibration damper (10), in particular dual-mass flywheel, belt pulley decoupler or pulley damper, for the damping of rotary vibrations in a drivetrain of a motor vehicle is provided, having a primary mass (12) which forms an encircling receiving space (14), having a secondary mass (20) which is rotatable relative to the primary mass (12) to an extent limited by means of an energy store element (16), in particular arc spring, and having an additional damper (28) which is connected in parallel with respect to the energy store element (16) and which serves for damping rotary vibrations in a drivetrain of a motor vehicle. As a result of the parallel connection of the additional damper (28), it is easily possible for a harder damping stage to be added, such that a rotary vibration damper (10) with a soft spring characteristic curve and a high blocking moment at the maximum possible angle of rotation is made possible.

Inventors:
STOBER BENJAMIN (FR)
Application Number:
DE2018/100542
Publication Date:
December 27, 2018
Filing Date:
June 07, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SCHAEFFLER TECHNOLOGIES AG (DE)
International Classes:
F16F15/134; F16H55/36
Foreign References:
DE19744528A11998-04-30
DE102015204687A12016-09-22
DE102015205500A12016-09-29
DE102015203106A12016-08-25
DE102016220570A12017-04-27
DE102010053256A12011-06-16
DE102015221022A12016-05-12
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Claims:
Patentansprüche

Drehschwingungsdämpfer, insbesondere Zweimassenschwungrad, Riemen- scheibenentkoppler oder Scheibendämpfer, zur Dämpfung von Drehschwingungen in einem Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs, mit einer einen umlaufenden Aufnahmeraum (14) ausbildenden Primärmasse (12), einer über ein Energiespeicherelement (16), insbesondere Bogenfeder, relativ zu der Primärmasse (12) begrenzt verdrehbaren Sekundärmasse (20) und einem zum Energiespeicherelement (16) parallelgeschalteten Zusatzdämpfer (28) zur Dämpfung von Drehschwingungen in einem Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs.

Drehschwingungsdämpfer nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärmasse (20) einen in den Aufnahmeraum (14) hineinragenden Ausgangsflansch (18) zum tangentialen Anschlagen an dem Energiespeicherelement (16) aufweist, wobei der Zusatzdämpfer (28) mit der Primärmasse (12) und mit dem Ausgangsflansch (18) gekoppelt ist.

Drehschwingungsdämpfer nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzdämpfer (28) ein, insbesondere als Druckschraubenfeder oder Bogenfeder ausgestaltetes, Zusatzenergiespeicherelement (34) aufweist, wobei der Zusatzdämpfer (28) eine mit der Primärmasse (12) verbundene erste Führungsschale (30) zum teilweisen Aufnehmen des Zusatzenergiespeicherelement (34) und eine mit der Sekundärmasse (20), insbesondere mit dem Ausgangsflansch (18) der Sekundärmasse (20), verbundene zweite Führungsschale (32) zum teilweisen Aufnehmen des Zusatzenergiespeicherelement (34) aufweist, wobei die erste Führungsschale (30) und die zweite Führungsschale (32) zum tangentialen Anschlagen an dem Zusatzenergiespeicherelement (34) ausgestaltet sind.

4. Drehschwingungsdämpfer nach Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass die erste Führungsschale (30) und die zweite Führungsschale (32) relativ verdrehbar aneinander vorbei bewegbar ausgestaltet sind.

Drehschwingungsdämpfer nach Anspruch 3 oder 4 dadurch gekennzeichnet, dass die erste Führungsschale (30) und/oder die zweite Führungsschale (32) im Wesentlichen als Halbschale mit im Wesentlichen halbkreisförmigen Stirnseiten ausgestaltet ist.

Drehschwingungsdämpfer nach einem der Ansprüche 3 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass die erste Führungsschale (30) und die zweite Führungsschale (32) in axialer Richtung geöffnet ausgeführt sind, wobei insbesondere die erste Führungsschale (30) und die zweite Führungsschale (32) als Gleichteile ausgestaltet sind.

Drehschwingungsdämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzdämpfer (28), insbesondere die Führungsschalen (30, 32), mit der Primärmasse (12) und/oder mit der Sekundärmasse (20), insbesondere mit dem Ausgangsflansch (18) der Sekundärmasse (20), durch Verpressen, Vernieten und/oder Verstiften verbunden ist.

Drehschwingungsdämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass das Energiespeicherelement (16) über einen Freiwinkel in Um- fangsrichtung an der Primärmasse (12) und/oder an der Sekundärmasse (20) tangential anschlagbar ausgeführt ist, wobei der Zusatzdämpfer (28) ausgelegt ist zumindest in einem Großteil des Freiwinkels des Energiespeicherelements (16) wirksam zu sein.

9. Drehschwingungsdämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärmasse (20) einen in den Aufnahmeraum (14) hineinragenden Ausgangsflansch (18) zum tangentialen Anschlagen an dem Energie- speicherelement (16) aufweist, wobei der Ausgangsflansch (18) einen an dem Energiespeicherelement (16) tangential anliegenden Übertragungsflansch und einen drehmomentübertragbar mit dem Übertragungsflansch gekoppelten Anschlussflansch aufweist, wobei zwischen dem Übertragungsflansch und dem An- schlussflansch, insbesondere über eine Verzahnung, ein Freiwinkel in Umfangs- richtung ausgebildet ist und der Zusatzdämpfer (28) mit der Primärmasse (12) und entweder mit dem Anschlussflansch oder mit dem Übertragungsflansch koppelbar ist.

10. Riemenscheibenanordnung zum Antrieb von Nebenaggregaten eines Kraftfahrzeugs mit Hilfe eines Zugmittels, mit einer Riemenscheibe zum Antrieb des Zugmittels, einer mit einer Antriebswelle eines Kraftfahrzeugmotors koppelbaren Nabe (22) zum Einleiten eines Drehmoments und einem Drehschwingungsdämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Riemenscheibe Teil der Primärmasse (12) und die Nabe (22) Teil der Sekundärmasse (20) des Drehschwingungsdämpfers (10) sind.

Description:
Drehschwingungsdämpfer

Die Erfindung betrifft einen Drehschwingungsdämpfer, insbesondere Zweimassenschwungrad, Riemenscheibenentkoppler oder Scheibendämpfer, mit dessen Hilfe Drehschwingungen in einem Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs gedämpft werden können.

Beispielsweise aus DE 10 2015 221 022 A1 ist ein als Zweimassenschwungrad ausgestalteter Drehschwingungsdämpfer mit einer Primärmasse und einer mit der Pri- märmasse über eine Bogenfeder begrenzt verdrehbaren Sekundärmasse bekannt, wobei die Sekundärmasse einen in einen von der Primärmasse ausgebildeten Aufnahmekanal zur Aufnahme der Bogenfeder hineinragenden Ausgangsflansch aufweist. Es besteht ein ständiges Bedürfnis bei einem Drehschwingungsdämpfer im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs für einen hohen Komfort eine möglichst weiche Federkennlinie und für eine hohen Wirkungsbereich ein möglichst hohes Blockmoment beim maximal möglichen Drehwinkel vorzusehen. Es ist die Aufgabe der Erfindung Maßnahmen aufzuzeigen, die einen Drehschwingungsdämpfer mit einer weichen Federkennlinie und einem hohen Blockmoment beim maximal möglichen Drehwinkel ermöglichen.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch einen Drehschwingungs- dämpfer mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung angegeben, die jeweils einzeln oder in Kombination einen Aspekt der Erfindung darstellen können.

Erfindungsgemäß ist ein Drehschwingungsdämpfer, insbesondere Zweimassen- Schwungrad, Riemenscheibenentkoppler oder Scheibendämpfer, zur Dämpfung von Drehschwingungen in einem Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs vorgesehen mit einer einen umlaufenden Aufnahmekanal ausbildenden Primärmasse, einer über ein Energiespeicherelement, insbesondere Bogenfeder, relativ zu der Primärmasse be- grenzt verdrehbaren Sekundärmasse und einem zum Energiespeicherelement parallelgeschalteten Zusatzdämpfer zur Dämpfung von Drehschwingungen in einem Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs. Durch die Parallelschaltung des Energiespeicherelements und des Zusatzdämpfers kann sich eine Federkennlinie ergeben, die im Vergleich zu der Federkennlinie des Energiespeicherelements alleine oder der Federkennlinie des Zusatzdämpfers alleine steifer ist. Durch das Vorsehen eines Freiwinkels für das Energiespeicherelement und/oder für den Zusatzdämpfer kann zusätzlich ein Drehwinkelbereich der Relativ- drehung der Sekundärmasse relativ zur Primärmasse vorgegeben werden in dem nur das Energiespeicherelement oder nur der Zusatzdämpfer wirksam ist. In diesem Drehwinkelbereich ist dadurch eine Dämpferstufe mit einer weichen Federkennlinie ausgebildet. Bei einer hinreichend starken Relativdrehung der Sekundärmasse zur Primärmasse kann der vorgesehene Freiwinkel überschritten werden, so dass ober- halb des Freiwinkels durch die Parallelschaltung des Energiespeicherelements und des Zusatzdämpfers eine entsprechend steife Federkennlinie wirksam ist. Dadurch kann sich eine an der weichen Dämpferstufe eine harte Dämpferstufe mit einer steifen Federkennlinie anschließen. Die weiche Dämpferstufe wird von einem Fahrer des Kraftfahrzeugs als besonders komfortabel empfunden. Die harte Dämpfungsstufe kann ein hartes Anschlagen beim Erreichen des maximal möglichen Drehwinkels dämpfen. Zudem wird der maximal mögliche Drehwinkel erst bei einem entsprechend höheren Blockmoment erreicht, so dass über einen entsprechend größeren Drehmomentbereich eine Schwingungsdämpfung erfolgen kann. Durch die Parallelschaltung des Zusatzdämpfers kann leicht eine härtere Dämpfungsstufe hinzugefügt werden, so dass ein Drehschwingungsdämpfer mit einer weichen Federkennlinie und einem hohen Blockmoment beim maximal möglichen Drehwinkel ermöglicht ist.

Der Zusatzdämpfer kann leicht zu dem Energiespeicherelement beabstandet positioniert sein, so dass ein freier Bauraum für den Zusatzdämpfer genutzt werden kann. Der Bauraumbedarf kann dadurch gering gehalten werden. Zudem erleichtert es den Zusatzdämpfer in einem vom Energiespeicherelement verschiedenen Drehwinkelbereich zu betreiben und einen Gesamtfederkennlinienverlauf mit Bereichen unterschiedlicher Federkonstanten zu realisieren. Wenn die Sekundärmasse aus einer neutralen Nulllage heraus relativ zur Primärmasse in eine erste Umfangsrichtung oder einer zur ersten Umfangsrichtung entgegengesetzten zweiten Umfangsrichtung verdreht wird, kann beispielsweise infolge eines für den Energiespeicher und den Zusatzdämpfer vorgesehenen Freiwinkels zunächst keine Dämpfung vorgesehen sein, so dass besonders hohe Frequenzen mit geringen Amplituden in der der Art eines Tiefpassfilters herausgefiltert werden können. Es ist aber auch möglich, dass mit Beginn einer Relativdrehung zunächst nur das Energiespeicherelement oder nur der Zusatzdämpfer wirksam ist.

Die Primärmasse und die über das insbesondere als Bogenfeder ausgestaltete Ener- giespeicherelement an die Primärmasse begrenzt verdrehbar angekoppelte Sekundärmasse können ein Feder-Masse-System ausbilden, das in einem bestimmten Frequenzbereich Drehungleichförmigkeiten in der Drehzahl und in dem Drehmoment der von einem Kraftfahrzeugmotor erzeugten Antriebsleistung dämpfen kann. Hierbei kann das Massenträgheitsmoment der Primärmasse und/oder der Sekundärmasse sowie die Federkennlinie des Energiespeicherelements derart ausgewählt sein, dass Schwingungen im Frequenzbereich der dominierenden Motorordnungen des Kraftfahrzeugmotors gedämpft werden können. Das Massenträgheitsmoment der Primärmasse und/oder der Sekundärmasse kann insbesondere durch eine angebrachte Zusatzmasse beeinflusst werden. Die Primärmasse kann eine Scheibe aufweisen, mit welcher ein Deckel verbunden sein kann, wodurch ein im Wesentlichen ringförmiger Aufnahmeraum für das Energiespeicherelement begrenzt sein kann. Die Primärmasse kann beispielsweise über in den Aufnahmeraum hinein abstehende Einprägungen tangential an dem Energiespeicherelement anschlagen. In den Aufnahmeraum kann ein Ausgangsflansch der Sekundärmasse hineinragen, der an dem gegenüberliegen- den Ende des Energiespeicherelements tangential anschlagen kann. Wenn der Drehschwingungsdämpfer Teil eines Zweimassenschwungrads ist, kann die Primärmasse eine mit einer Antriebswelle eines Kraftfahrzeugmotors koppelbare Schwungscheibe aufweisen. Wenn der Drehschwingungsdämpfer als Riemenscheibenentkoppler Teil einer Riemenscheibenanordnung zum Antrieb von Nebenaggregaten eines Kraftfahr- zeugs mit Hilfe eines Zugmittels ist, kann die Primärmasse eine Riemenscheibe ausbilden, an deren radial äußeren Mantelfläche das Zugmittel, insbesondere ein Keilriemen, zur Drehmomentübertragung angreifen kann. Das Energiespeicherelement kann mehrstufig ausgestaltet sein, beispielsweise indem innerhalb einer Bogenfeder eine weitere Bogenfeder vorgesehen ist. Die äußere Bogenfeder und die innere Bogenfeder können über unterschiedliche Freiwinkel wirksam werden und/oder unterschiedliche Federkennlinien aufweisen. Zusätzlich oder alterna- tiv kann der Zusatzdämpfer ein Zusatzenergiespeicherelement aufweisen, das einstufig oder mehrstufig ausgestaltet sein kann. Die Anzahl verschiedener Dämpfungsbereiche für den Drehschwingungsdämpfer kann dadurch erhöht werden. Die Gesamtfederkennlinie des Drehschwingungsdämpfers kann mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichen Federkonstanten aufweisen, so dass der Drehschwingungsdämpfer indi- viduell an unterschiedliche Anwendungssituationen mit unterschiedlichen Dämpfungsanforderungen angepasst sein kann.

Insbesondere weist die Sekundärmasse einen in den Aufnahmeraum hineinragenden Ausgangsflansch zum tangentialen Anschlagen an dem Energiespeicherelement auf, wobei der Zusatzdämpfer mit der Primärmasse und mit dem Ausgangsflansch gekoppelt ist. Der Ausgangsflansch der Sekundärmasse verläuft in der Regel im Wesentlichen parallel zu einem scheibenförmigen Bereich der Primärmasse, über den die Primärmasse beispielsweise mit einer Antriebswelle eines Kraftfahrzeugmotors befestigt werden kann. Der Zusatzdämpfer kann dadurch leicht in einem axialen Spalt zwischen dem scheibenförmigen Bereich der Primärmasse und dem Ausgangsflansch positioniert werden. Hierbei kann der Zusatzdämpfer insbesondere in einem von der Primärmasse ausgebildeten Aufnahmeraum zur Aufnahme des Energiespeicherelements angeordnet sein, wo der Zusatzdämpfer vor äußeren Einwirkungen geschützt sein kann. Der Zusatzdämpfer kann in radialer Richtung und in axialer Richtung zu dem Energiespeicherelement versetzt angeordnet sein. Der Bauraumbedarf kann dadurch gering gehalten werden.

Vorzugsweise weist der Zusatzdämpfer ein, insbesondere als Druckschraubenfeder oder Bogenfeder ausgestaltetes, Zusatzenergiespeicherelement auf, wobei der Zu- satzdämpfer eine mit der Primärmasse verbundene erste Führungsschale zum teilweisen Aufnehmen des Zusatzenergiespeicherelement und eine mit der Sekundärmasse, insbesondere mit dem Ausgangsflansch der Sekundärmasse, verbundene zweite Führungsschale zum teilweisen Aufnehmen des Zusatzenergiespeicherelement aufweist, wobei die erste Führungsschale und die zweite Führungsschale zum tangentialen Anschlagen an dem Zusatzenergiespeicherelement ausgestaltet sind. Durch die Relativdrehung der Sekundärmasse zur Primärmasse können auch die Führungsschalen eine Relativdrehung ausführen und tangential an dem Zusatzenergiespeicherelement anschlagen. Dadurch kann über einen parallel an dem Energie- speicherelement vorbei verlaufenden Drehmomentfluss ein Drehmoment zwischen der Primärmasse und der Sekundärmasse ausgetauscht werden. Die Führungsschalen können insbesondere an ihren Stirnseiten jeweils einen in tangentialer Richtung wirkenden Anschlag ausbilden, zwischen denen das Zusatzenergiespeicherelement aufgenommen ist, so dass bei einer Relativbewegung in unterschiedlichen Umfangs- richtung jeweils ein Drehmoment übertragen werden kann. Die Führungsschale weist insbesondere nicht nur einen tangential wirkenden Anschlag sondern auch eine in radialer Richtung und/oder in axialer Richtung weisende Führungsfläche auf, an der das Zusatzenergiespeicherelement abgleiten kann und geführt ist. Ein Ausknicken des Zusatzenergiespeicherelements unter Last kann durch die Führungsschalen verhin- dert werden. Zusätzlich oder alternativ kann eine Führung des Zusatzenergiespeicherelements auch durch die Primärmasse und/oder den Ausgangsflansch realisiert werden, beispielsweise indem in der Primärmasse und/oder den Ausgangsflansch eine Vertiefung mit einem teilkreisförmigen Querschnitt zur Aufnahme des Zusatzenergiespeicherelements ausgebildet ist. Die Führungsschale kann dadurch einstückig mit der Primärmasse beziehungsweise mit dem Ausgangsflansch ausgebildet sein.

Besonders bevorzugt sind die erste Führungsschale und die zweite Führungsschale relativ verdrehbar aneinander vorbei bewegbar ausgestaltet. Ein Anschlagen der Führungsschalen aneinander ist dadurch sicher vermieden. Stattdessen ist ermöglicht, dass das Zusatzenergiespeicherelement zwischen den Führungsschalen bis zum

Blockzustand maximal komprimiert werden kann. Hierzu kann das Zusatzenergiespeicherelement zu einem Teil in den Bereich der ersten Führungsschale und zu einem anderen Teil in den Bereich der zweiten Führungsschale hineinragen, um eine tangentiale Anschlagfläche für die jeweilige Führungsschale auszubilden.

Insbesondere ist die erste Führungsschale und/oder die zweite Führungsschale im Wesentlichen als Halbschale mit im Wesentlichen halbkreisförmigen Stirnseiten ausgestaltet. Die Führungsschalen können dadurch eine an einer Außenkontur des insbesondere als gegebenenfalls gebogene Schraubenfeder ausgestalte Zusatzenergie- speicherelements angepasste Innenkontur aufweisen. Die Führungsschalen können über einen möglichst kleinen Luftspalt zueinander beabstandet positioniert sein, um ein blockierendes Anschlagen zu vermeiden. Gleichzeitig kann nahezu das gesamte Zusatzenergiespeicherelement von den Führungsschalen abgedeckt sein. Die halb- kreisförmigen Stirnseiten an den Bahnenden der zum Zusatzenergiespeicherelement weisenden Innenkontur der jeweiligen Führungsschale können im Vergleich zu einer Schmalseite einer Scheibe eine deutlich größere Kontaktfläche mit dem Zusatzenergiespeicherelement ausbilden, wodurch eine entsprechend geringere Flächenpressung erreicht werden kann.

Vorzugsweise sind die erste Führungsschale und die zweite Führungsschale in axialer Richtung geöffnet ausgeführt, wobei insbesondere die erste Führungsschale und die zweite Führungsschale als Gleichteile ausgestaltet sind. Die Führungsschalen können dadurch mit einer axialen Rückseite an der Primärmasse beziehungsweise an der Se- kundärmasse anliegen, wodurch eine gute Kraftabstützung und eine sichere Befestigung ermöglicht ist. Dadurch, dass die Führungsschalen nicht in radialer Richtung, sondern in axialer Richtung geöffnet sind, können auf das Zusatzenergiespeicherelement wirkende Fliehkräfte von beiden Führungsschalen und nicht nur von einer Führungsschale abgestützt werden. Kraftspitzen innerhalb einer Führungsschale sind dadurch vermieden. Stattdessen können auftretende Kräfte leichter zwischen den Führungsschalen verteilt werden.

Besonders bevorzugt ist der Zusatzdämpfer, insbesondere die Führungsschalen, mit der Primärmasse und/oder mit der Sekundärmasse, insbesondere mit dem Ausgangs- flansch der Sekundärmasse, durch Verpressen, Vernieten und/oder Verstiften verbunden. Durch die elastische und/oder plastische Verformung an der Verbindungsstelle ergibt sich eine Verbindung mit hoher Festigkeit, die auch hohe Scherkräfte ertragen kann. Insbesondere ist das Energiespeicherelement über einen Freiwinkel in Umfangsrich- tung an der Primärmasse und/oder an der Sekundärmasse tangential anschlagbar ausgeführt, wobei der Zusatzdämpfer ausgelegt ist zumindest in einem Großteil des Freiwinkels des Energiespeicherelements wirksam zu sein. In einem relativen Drehwinkelbereich der Sekundärmasse zu der Primärmasse, in dem das Energiespei- cherelement aufgrund des vorgesehenen Freiwinkels noch nicht wirksam ist, kann gegebenenfalls ebenfalls nach Überstreichen eines Freiwinkels nur der Zusatzdämpfer wirksam sein. In diesem Drehwinkelbereich kann somit eine weiche Dämpferstufe ausgebildet werden, an der sich nach dem Überstreichen des für das Energiespei- cherelement vorgesehenen Freiwinkels durch die Parallelschaltung der des Zusatzdämpfers und des dann wirksamen Energiespeicherelements eine härterer Dämpferstufe mit einer steiferen Gesamtfederkonstante anschließt.

Vorzugsweise weist die Sekundärmasse einen in den Aufnahmeraum hineinragenden Ausgangsflansch zum tangentialen Anschlagen an dem Energiespeicherelement auf, wobei der Ausgangsflansch einen an dem Energiespeicherelement tangential anliegenden Übertragungsflansch und einen drehmomentübertragbar mit dem Übertragungsflansch gekoppelten Anschlussflansch aufweist, wobei zwischen dem Übertragungsflansch und dem Anschlussflansch, insbesondere über eine Verzahnung, ein Freiwinkel in Umfangsrichtung ausgebildet ist und entweder mit dem Anschlussflansch oder mit dem Übertragungsflansch koppelbar ist. Dadurch kann der Zusatzdämpfer über einen Freiwinkel angebunden sein. Je nachdem ob der Zusatzdämpfer mit dem Anschlussflansch oder mit dem Übertragungsflansch verbunden ist, kann der Zeitpunkt, zu dem der zwischen dem Anschlussflansch und dem Übertragungsflansch ausgebildete Freiwinkel wirksam sein soll, eingestellt werden, wodurch die Gesamtfederkennlinie entsprechend gestaltet werden kann. Insbesondere ist vorgesehen, dass erst wenn der für den Zusatzdämpfer vorgesehene Freiwinkel bei einer Relativdrehung der Sekundärmasse zur Primärmasse überstrichen ist, der Zusatzdämpfer wirksam wird. Dies ermöglicht es beispielsweise einen Tiefpassfilter auszubilden, bei dem hohe Frequenzen mit geringen Amplituden herausgefiltert werden können. Hierbei wird der Freiwinkel jedoch nicht innerhalb des Zusatzdämpfers sondern innerhalb des zumindest zweiteiligen Ausgangsflanschs ausgebildet. Ein im Radiusbereich des Zusatzdämpfers vorgesehener Freiwinkel kann dadurch vermieden werden, so dass in Umfangsrichtung mehr Bauraum für ein Zusatzenergiespeicherelement vorgesehen werden kann. Das Zusatzenergiespeicherelement des Zusatzdämpfers kann dadurch, insbesondere mit Vorspannung, in einem permanenten Kontakt mit tangential wirksamen Anschlägen sein, so dass ein hartes Anschlagen des jeweiligen Anschlags an dem Zusatzenergiespeicherelement nach Überwindung eines Freiraums vermieden werden kann. Durch die Vorspannung des Zusatzenergiespeicherelements kann si- chergestellt werden, dass auch bei den im laufenden Betrieb auftretenden Kräften das Zusatzenergiespeicherelement nicht von den Anschlägen abhebt. Es ist auch möglich die Erstreckung des Zusatzenergiespeicherelements in Umfangsrichtung zu vergrößern, wodurch eine weichere Federkennlinie erreicht werden kann.

Besonders bevorzugt ist zwischen dem Übertragungsflansch und dem Anschlussflansch eine Reibeinrichtung zur Bereitstellung einer Dämpfung gegen ein resonanzbedingtes Aufschaukeln von Drehschwingungen vorgesehen. Durch die bewusst vorgesehene Reibung kann das Feder-Masse-System des Drehschwingungsdämpfers ausreichend gedämpft werden, um zu starke Auslenkungen im Resonanzbereich vermeiden zu können. Hierzu können die Relativbewegungen des Übertragungsflanschs zum Anschlussflansch genutzt werden, um reibungsbehaftete Relativbewegungen herzustellen. Die Reibeinrichtung kann einen mit dem Übertragungsflansch befestigten ersten Reibungspartner und einen mit dem Anschlussflansch befestigten zweiten Reibungspartner aufweisen, die beispielweise mit Hilfe einer Feder reibungsbehaftet gegeneinander gepresst sind. Die Reibungspartner können beispielsweise durch axiale Reibringe dargestellt werden.

Insbesondere ist der Zusatzdämpfer innerhalb des Aufnahmeraums vorgesehen. Der Zusatzdämpfer kann dadurch auf einem vergleichsweise großen Radiusbereich positioniert werden, der eine entsprechend große Erstreckung in Umfangsrichtung für den Zusatzdämpfer ermöglicht. Dadurch kann der Zusatzdämpfer eine entsprechend weiche Federkennlinie aufweisen. Die Erfindung betrifft ferner eine Riemenscheibenanordnung zum Antrieb von Nebenaggregaten eines Kraftfahrzeugs mit Hilfe eines Zugmittels mit einer Riemenscheibe zum Antrieb des Zugmittels, einer mit einer Antriebswelle eines Kraftfahrzeugmotors koppelbaren Nabe zum Einleiten eines Drehmoments und einem Drehschwingungsdämpfer, der wie vorstehend beschrieben aus- und weitergebildet sein kann, wobei die Riemenscheibe Teil der Primärmasse und die Nabe Teil der Sekundärmasse des Drehschwingungsdämpfers sind. Durch die Parallelschaltung des Zusatzdämpfers kann leicht eine härtere Dämpfungsstufe hinzugefügt werden, so dass ein Drehschwingungsdämpfer mit einer weichen Federkennlinie und einem hohen Blockmoment beim maximal möglichen Drehwinkel ermöglicht ist. Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegende Zeichnung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels exemplarisch erläutert, wobei die nachfolgend dargestellten Merkmale sowohl jeweils einzeln als auch in Kombination einen Aspekt der Erfindung darstellen können. Es zeigt:

Fig. 1 : eine schematische geschnittene Seitenansicht eines Drehschwingungsdämpfers. Der in Fig. 1 am Beispiel eines Riemenscheibenentkopplers in einer Riemenscheibenanordnung zum Antrieb von Nebenaggregaten eines Kraftfahrzeugs mit Hilfe eines Zugmittels dargestellte Drehschwingungsdämpfer 10 weist eine als Riemenscheibe ausgestaltete Primärmasse 12 auf, die einen ringförmigen Aufnahmeraum 14 für ein als Bogenfeder ausgestaltetes Energiespeicherelement 16 begrenzt. In den Aufnah- meraum 14 ragt von radial innen her ein Ausgangsflansch 18 einer Sekundärmasse 20 hinein. Die Sekundärmasse 20 weist eine beispielsweise zweiteilige Nabe 22 auf, mit welcher der Ausgangsflansch 18 befestigt ist. Zusätzlich ist mit der Nabe 22 ein Gummitilger 24 befestigt. Ein zur Befestigung des Gummitilgers 24 vorgesehenes als Passstift ausgestaltetes Befestigungsmittel 26 befestigt auch den mittig zum Energie- speicherelement 16 verlaufenden Ausgangsflansch 18 mit der Nabe 22 und hält die mehrteilige Nabe 22 zusammen. Das Befestigungsmittel 26 kann beispielsweise als Schraubenverbindung, Verstiftung und/oder Pressverband ausgestaltet sein. Durch die Ausgestaltung des Befestigungsmittels 26 als Passstift kann leicht der Gummitilger 24 an der Nabe 22 positioniert werden.

Ein zum Energiespeicherelement 16 parallel geschalteter Zusatzdämpfer 28 ist mit der Primärmasse 12 und mit dem Ausgangsflansch 18 verbunden. Hierzu weist der Zusatzdämpfer 28 eine mit der Primärmasse 12 verbundene erste Führungsschale 30 und eine mit dem Ausgangsflansch 18 verbundene und zu der ersten Führungsschale 30 über einen Luftspalt beabstandete zweite Führungsschale 32 auf, die jeweils eine Hälfte eines als Schraubendruckfeder ausgestalteten Zusatzenergiespeicherelements 34 aufnehmen. Die in axialer Richtung geöffneten Führungsschalen 30, 32 können an den Innenseiten ihrer Stirnseiten an dem Zusatzenergiespeicherelement 34 tangential anschlagen, um ein Drehmoment zu übertagen. Zur Ausbildung einer zweistufigen Dämpfungscharakteristik mit einer weichen ersten Dämpferstufe und einer harten zweiten Dämpferstufe kann für das Energiespeicherelement 16 und/oder für den Zusatzdämpfer 28 ein Freiwinkel vorgesehen sein, so dass in einem Drehwinkelbereich bei einer Relativdrehung der Sekundärmasse 20 zur Primärmasse 12 zunächst nur das Energiespeicherelement 16 oder nur der Zusatzdämpfer 28 und in einem Drehwinkelbereich bis zum maximal möglichen Drehwinkel sowohl das Energiespeicherelement 16 als auch der Zusatzdämpfer 28 wirksam sind. Der Ausgangsflansch 18 kann zweiteilig ausgestaltet sein, indem der Ausgangsflansch 18 einen an dem Energiespeicherelement 16 tangential anliegenden Übertragungsflansch und einen mit der Nabe 22 verbunden Anschlussflansch aufweist, der über einen Freiwinkel drehmomentübertragbar mit dem Übertragungsflansch gekoppelt ist. Wenn die zweite Führungsschale 32 mit dem Anschlussflansch befestigt ist, kann außerhalb des Zusatzdämpfers 28 ein Freiwinkel für den Zusatzdämpfer 28 ausgebildet sein.

Bezugszeichenliste

Drehschwingungsdämpfer

Primärmasse

Aufnahmekanal

Energiespeicherelement

Ausgangsflansch

Sekundärmasse

Nabe

Gummitilger

Befestigungsmittel

Zusatzdämpfer

erste Führungsschale

zweite Führungsschale

Zusatzenergiespeicherelement