Patentansprüche
1. Drehtisch für Nutenstanzmaschinen, umfassend einen ersten Rotationsantrieb (10) , ein Abtriebsrad (12) und ein Getriebe
(14) zum übertragen einer Bewegung des ersten Rotationsantriebs (10) auf das Abtriebsrad (12) , wobei das Abtriebsrad (12) unmittelbar zur Positionierung eines Objekts, insbesondere eines Werkstücks, dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehtisch ferner ein Steuerungselement (18) umfasst, welches auf das Abtriebsrad
(12) wirkt.
2. Drehtisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkung des Steuerungselements (18) auf das Abtriebsrad (12) abhängig von einer momentanen Bewegungsphase ist, insbesondere dass die Wirkung das Ausüben einer definierten Kraft oder eines definierten Drehmoments umfasst.
3. Drehtisch nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft oder das Drehmoment einstellbar ist.
4. Drehtisch nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung eine Beschleunigungsphase und eine Verzögerungsphase umfasst .
5. Drehtisch nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerungselement (18) einen zweiten Rotationsantrieb umfasst.
6. Drehtisch nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerungselement (18) ein Verzögerungselement umfasst .
7. Drehtisch nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (14) zur übertragung der Bewegung des ersten Rotationsantriebs (10) formschlüssig mit dem Abtriebsrad (12) verbunden ist.
8. Drehtisch nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (14) ein Zahnradgetriebe ist und dass das Abtriebsrad (12) ein erstes Zahnrad ist.
9. Drehtisch nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerungselement (18) mittels eines zweiten Zahnrads
(20) auf das Abtriebsrad (12) wirkt.
10. Drehtisch nach den Ansprüchen 4 und 9, wobei Zähne (22) des Zahnradgetriebes (14) in der Beschleunigungsphase zum übertragen der Bewegung des ersten Rotationsantriebs (10) auf das erste Zahnrad (12) jeweils an einer ersten Flanke (30) von Zähnen (24) des ersten Zahnrads (12) anliegen, dadurch gekennzeichnet, dass Zähne (28) des zweiten Zahnrads (20) stets jeweils an einer zweiten Flanke (32) der Zähne (24) des ersten Zahnrads (12) anliegen, wobei die zweite Flanke (32) der ersten Flanke (30) gegenüberliegt.
11. Nutenstanzmaschine mit einem Drehtisch nach einem der Ansprüche 1-10.
12. Verfahren zur Steuerung eines Drehtisches für eine Nutenstanzmaschlne, die einen ersten Rotationsantrieb (10), ein Abtriebsrad (12) und ein Getriebe (14) zum übertragen einer Bewegung des ersten Rotationsantriebs (10) auf das Abtriebsrad (12) aufweist, wobei das Abtriebsrad (12) unmittelbar zur Positionierung eines Objekts, insbesondere eines Werkstücks, dient, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein Steuerungselement (18) auf das Abtriebsrad (12) wirkt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerungεelement (18) abhängig von einer momentanen Bewegungsphase auf das Abtriebsrad (12) wirkt, insbesondere dass das Steuerungselement (18) auf das Abtriebsrad (12) eine definierte Kraft oder ein Drehmoment ausübt.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerungselement (18) das Abtriebsrad (12) zumindest in einer Verzögerungsphase gegenüber dem Getriebe (14) definiert bremst. |
Drehtisch für Mutenstanzmaschinen
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft einen Drehtisch für Nutenstanzmaschinen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Steuerung eines solchen Drehtisches gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
Stand der Technik
Für die industrielle Herstellung von Rotor- und Statorblechen von Generatoren oder Elektromotoren und für andere Anwendungen in der Metall verarbeitenden Industrie werden häufig Nutenstanzmaschinen eingesetzt. Die Anforderungen an die Präzision der mit Nutenstanzmaschinen zusammenwirkenden Elemente steigen dabei stetig. Ein fertig bearbeitetes Werkstück umfasst üblicherweise mehrere Nuten, welche einzeln nacheinander ausgestanzt werden. Ein Teilapparat sorgt dabei jeweils für eine korrekte Positionierung und Ausrichtung der zu bearbeitenden Werkstücke in der Nutenstanzmaschine . Der Teilapparat umfasst einen Drehtisch, welcher die zu bearbeitenden Werkstücke sowohl präzise als auch schnell bewegen muss .
∑m Stand der Technik finden sich insbesondere zwei gängige Antriebstechniken für solche Drehtische, nämlich mechanische und numerische Antriebe. Mechanische Antriebe weisen dabei aufwändige Mechaniken auf. Das gängigste Beispiel besteht in einer Exzenterwelle, deren kontinuierliche Drehbewegung durch ein kompliziertes Getriebe in eine schrittweise Bewegung des Drehtischs umgewandelt wird. Durch das Getriebe entstehen beim mechanischen Antrieb jedoch zum Teil erhebliche Ungenauigkeiten, welche insbesondere durch „Spiel" zwischen
den Zahnrädern des Getriebes entstehen können. Zudem ist die Grundteilung der schrittweisen Drehbewegung durch die Elemente des Getriebes festgelegt und kann nur durch Austausch von Wechselrädern auf die gewünschte Nutteilung abgestimmt werden.
Beim numerischen Antrieb wird der Drehtisch durch einen Drehstrommotor mit einem Vorgelege angetrieben. Der Drehstrommotor kann dabei zum Beispiel über einen Drehgeber in seiner Position sehr präzise gesteuert werden. Dadurch, dass der mit einem Drehstrommotor angetriebene Drehtisch eines Teilapparats wesentlich flexibler ist als der mit einem mechanischen Antrieb versehene Drehtisch, eignet sich der numerische Antrieb für häufig wechselnde Werkstücke besonders gut. Das verwendete Vorgelege muss dabei möglichst „spielfrei" sein, um die hohen Poεitioniergenauigkeitsanforderungen heutiger Nutenstanzmaschinen zu erfüllen. Diese hohen Qualitätεanforderungen führen zu hohen Kosten für den verwendeten Teilapparat. Darüber hinaus beansprucht ein solches Vorgelege einen großen Bauraum. Ferner sind selbst hoch präzise „spielfreie" Vorgelege mit gewissen Fertigungstoleranzen versehen, welche nach wie vor zu Ungenauigkeiten führen.
In der WO 07/006247 (Müller Weingarten AG) wird daher vorgeschlagen, auf ein Zwischengetriebe zu verzichten. Die Vorteile des Vorgeleges, nämlich die Verringerung der Umdrehungszahl und damit verbundene Erhöhung des Drehmoments sowie der Genauigkeit der eingestellten Winkelposition des Drehtischs, gehen dabei jedoch ebenfalls verloren.
Darstellung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es demnach, einen dem technischen Gebiet zugehörigen Drehtisch für Nutenstanzmaschinen zu
konstruieren, der gegenüber dem Stand der Technik weiter verbessert Ist.
Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, dass der Drehtisch ferner ein Steuerungselement umfasst, welches auf das Abtriebsrad wirkt. Das Abtriebsrad, das unmittelbar zur Positionierung eines Objekts, insbesondere eines Werkstücks, dient, wird somit nicht nur durch den ersten Rotationsantrieb definiert beeinflusst . Unmittelbar bedeutet in diesem Zusammenhang, dass keine Spiel -behafteten Elemente zwischen dem Abtriebsrad und dem Objekt liegen. Ein Träger für das Objekt ist also beispielsweise auf das Abtriebsrad aufgeschraubt, aufgeschweißt oder einstückig mit dem Abtriebsrad ausgeführt. Das Steuerungselement ermöglicht es, unpräzise Bewegungen des ersten Rotationsantriebs am Abtriebsrad zu korrigieren. Die Wirkung des Steuerungselements auf das Abtriebsrad kann dabei abhängig von der Bewegungsphase sein, in der sich das Abtriebsrad gerade befindet. Hierbei kann die Wirkung des Steuerungselements auf das Abtriebsrad beispielsweise eine Beschleunigung oder eine Verzögerung der Drehbewegung des Abtriebsrads oder eine entsprechend wirkende Kraft umfassen. Durch das Steuerungselement lässt sich die Präzision der Positionierung des Abtriebsrads nicht nur genauer bestimmen, sondern ggf. auch korrigieren. Unabhängig von der Ausführung des Rotationsantriebs und des Getriebes zum übertragen der Bewegung des Rotationsantriebs auf das Abtriebsrad ermöglicht der erfindungsgemäße Drehtisch somit eine sehr präzise Bewegung eines Objekts, ohne dabei auf besonders teure Komponenten zurückgreifen zu müssen. Der erfindungsgemäße Drehtisch lässt sich prinzipiell mit Rotationsantrieben verschiedener Art ausrüsten. Insbesondere kann es sich dabei sowohl um einen mechanischen als auch um einen numerischen Antrieb handeln. Auf ein Getriebe oder Vorgelege muss auch nicht aus Präzisionsgründen verzichtet werden. Natürlich Ist der erfindungsgemäße Drehtisch nicht nur auf eine Verwendung in Nutenstanzmaschinen beschränkt. Die Erfindung lässt sich
prinzipiell auf weitere Positioniereinrichtungen anwenden, die eine hoch präzise Winkelpositionierung erfordern. Beispiel hierfür sind Maschinen zur Fertigung von Verzahnungselementen wie Zahnrädern.
Bevorzugt ist die Wirkung des Steuerungselements auf das Abtriebsrad abhängig von einer momentanen Bewegungsphase. Insbesondere umfasst die Wirkung das Ausüben einer definierten Kraft oder eines definierten Drehmoments, Beispielsweise kann es sinnvoll sein, die Wirkung aus Effizienzgründen in bestimmten Bewegungsphasen, beispielsweise in einer Beschleunigungsphase im Gegensatz zu einer Verzögerungsphase, schwächer oder stärker als in anderen Bewegungsphasen vorzusehen. Die Wirkung des Steuerungselements auf das Abtriebsrad ist besonders bevorzugt eine definierte Kraft oder ein definiertes Drehmoment um situationsspezifisch optimal in die Bewegung des Abtriebsrads eingreifen zu können. Die Wirkung des Steuerungselements auf das Abtriebsrad kann dabei jedoch auch unabhängig von der momentanen Bewegungsphase sein. Darüber hinaus kann das Steuerungselement derart wirken, dass das Antriebsrad auf eine definierte Lage eingestellt wird. Mit anderen Worten, wenn sich aufgrund der beschriebenen Ungenauigkeiten und/oder eines Spiels eine Ungenauigkeit im Hinblick auf die Lage ergibt, kann das beschriebene Steuerungselement das Antriebsrad in eine definierte Soll- Lage bringen.
Mit Vorteil ist die Kraft oder das Drehmoment einstellbar. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die Kraft oder das Drehmoment besonders gut auf die Bewegungsphase oder die Gesamtsituation des Drehtischs angepasst ist. In diesem Fall kann das ξteuerungεelement besonders effizient wirken.
Bevorzugt umfassen die Bewegungsphasen eine Beschleunigungsphase und eine Verzögerungsphase. Die Verzögerungεphase bezeichnet dabei einen Zeitraum in dem die
Bewegung des Abtriebsrads verzögert, das Abtriebsrad also gebremst wird. In diesen beiden Bewegungsphasen wirken definierte Kräfte des ersten Rotationsantriebs auf das Abtriebsrad, auf die durch das Steuerungselement entsprechend definiert reagiert werden kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Steuerungselement einen zweiten Rotationsantrieb. Ein zweiter Rotationsantrieb als Steuerungselement hat den Vorteil, dass er das Abtriebsrad sowohl direkt beschleunigen, als auch direkt abbremsen kann. Der zweite Rotationsantrieb kann dabei deutlich schwächer ausgeführt sein als der erste Rotationsantrieb, der primär zur Bewegung des Antriebsrads dient- Der zweite Rotationsantrieb hat in diesem Fall nur eine korrigierende Funktion.
Alternativ und zusätzlich zu einem zweiten Rotationsantrieb kann das Steuerungselement ein Verzögerungselement umfassen. Im Gegensatz zum zweiten Rotationsantrieb vermag das Verzögerungselement nur entgegen der Bewegungsrichtung des Abtriebsrads zu wirken. Es stellt damit eine weniger flexible Ausführungsform dar, ist dabei jedoch auch bedeutend einfacher. Das Verzögerungselement kann dabei sowohl allein als auch in Kombination mit dem zweiten Rotationsantrieb als Steuerungselement vorgesehen sein. Beispielsweise kann das Verzögerungselement eine Bremse sein, die das Abtriebsrad derart bremst, dass es nicht wegen seiner Massenträgheit „nachläuft", wenn das Getriebe vom ersten Rotationsantrieb abgebremst wird.
Mit Vorteil ist das Getriebe zur übertragung der Bewegung des ersten Rotationsantriebs formschlüssig mit dem Abtriebsrad verbunden. Ein solches Getriebe zeichnet sich aufgrund seiner Schlupffreiheit durch einen hohen Wirkungsgrad und hohe Präzision aus .
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Getriebe ein Zahnradgetriebe und das Abtriebsrad ein erstes Zahnrad. Zahnradgetriebe stellen eine sichere und präzise und zugleich kostengünstige Getriebeform dar. Kommerziell erhältliche Zahnradgetriebe erfüllen bereits sehr hohe Präzisionsanforderungen und lassen sich in vielfältigen Ausführungen erwerben. Das Abtriebsrad als Zahnrad kann daher besonders wirkungsvoll an das Getriebe gekoppelt werden. Es kann dabei beispielsweise als zahnradförmiger Objektträger ausgeführt sein. Daneben ist auch die Verwendung eines Zahnriemen™ oder Kettengetriebes oder -antriebs möglich.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wirkt das Steuerungselement mittels eines zweiten Zahnrads auf das Abtriebsrad. Die Ausführung des Abtriebsrads als erstes Zahnrad erleichtert einen Eingriff des Steuerungselements auf das Abtriebsrad. Wenn sowohl das Zahnradgetriebe als auch das Steuerungselement in gleicher Weise auf das zahnradförmige Abtriebsrad wirken, können toleranzbedingte Ungenauigkeiten in der Position des Abtriebsrads gegeneinander aufgehoben werden. Nicht zuletzt stellt die Tatsache, dass das Steuerungselement mittels eines zweiten Zahnrads auf das Abtriebsrad wirkt, eine besonders sichere Wirkung des Steuerungselements auf das Abtriebsrad dar. Das Steuerungselement kann jedoch auch mittels einer Zahnstange auf das Antriebsrad wirken, die beispielsweise durch einen Linearantrieb angetrieben sein kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform liegen Zähne des Zahnradgetriebes in der Beschleunigungsphase zum übertragen der Bewegung des ersten Rotationsantriebs auf das erste Zahnrad jeweils an einer ersten Flanke von Zähnen des ersten Zahnrads an. Dabei liegen Zähne des zweiten Zahnrads stets jeweils an einer zweiten Flanke der Zähne des ersten Zahnrads an, wobei die zweite Flanke der ersten Flanke gegenüberliegt. Dadurch, dass die Zähne des Zahnradgetriebes und die Zähne des zweiten Zahnrads jeweils auf gegenüberliegenden Flanken
an den Zähnen des ersten Zahnrads anliegen, kann zwischen dem Zahnradgetriebe und dem zweiten Zahnrad eine „Vorspannung" eingestellt werden. Das Zahnradgetriebe kann dabei beispielsweise für die Beschleunigung des ersten Zahnrads derart auf das erste Zahnrad einwirken, dass es ein Drehmoment in positiver Drehrichtung um seine eigene Achse erfährt. Gleichzeitig kann das zweite Zahnrad ein Drehmoment in negativer Drehrichtung auf das erste Zahnrad ausüben, welches einen kleineren Betrag als das Drehmoment in positiver Drehrichtung besitzt. Somit entsteht ein resultierendes Drehmoment in positiver Drehrichtung um die Achse des ersten Zahnrads, wobei stets eine definierte Kraft zwischen den Zähnen des Zahnradgetriebes und denen des ersten Zahnrads sowie den Zähnen des ersten Zahnrads und denen des zweiten Zahnrads besteht. Diese Konstellation führt insbesondere dazu, dass die Zähne des Zahnradgetriebes und die Zähne des ersten Zahnrads sowie die Zähne des zweiten Zahnrads und die des ersten Zahnrads stets in mit einer Kraft beaufschlagtem Kontakt miteinander stehen. Ein allfälliges „Spiel" zwischen Zähnen der beteiligten Zahnräder wird durch die vorherrschende Spannung zwischen den Zahnrädern stets unterdrückt .
Eine Nutenstanzmaschine umfasst bevorzugt einen erfindungsgemäßen Drehtisch.
In einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung eines Drehtischs für eine Nutenstanzmaschine wirkt zusätzlich ein Steuerungselement auf das Abtriebsrad. Bevorzugt wirkt das Steuerungselement dabei abhängig von der momentanen Bewegungsphase auf das Abtriebsrad. Insbesondere übt das Steuerungselement auf das Abtriebsrad eine definierte Kraft oder ein definiertes Drehmoment aus . Bevorzugt bremst das Steuerungselement das Abtriebsrad gegenüber dem Getriebe definiert zumindest in einer Verzögerungsphase. Durch das definierte Bremsen in der Verzögerungsphase des Abtriebsrads kann die relative Winkelposition des Abtriebsrads gegenüber
dem Getriebe auch über den gesamten Abbremsvorgang beibehalten werden. Ein ggf. vorhandenes „Spiel" zwischen dem Getriebe und dem Abtriebsrad kommt daher nicht zum Tragen.
üblicherweise für die übertragung der Bewegung des Rotationsantriebs auf das Antriebsrad verwendete Getriebe weisen in der Herstellung Toleranzen von etwa 1 Winkelminute auf. Durch die erfindungsgemäße Konstruktion eines Steuerungselements, welches insbesondere durch einen Drehstrommotor gebildet werden kann, lässt sich diese Toleranz weiter reduzieren. Die Positioniergenauigkeit des Drehtischs ist somit nicht mehr durch die Toleranzen der verwendeten Zahnräder und Getriebe limitiert, sondern durch die Genauigkeit des Rotationsantriebs und des Steuerungselements gegeben. In einer Ausführungsform des Drehtischs mit zwei Rotationsantrieben kann der erste Rotationsantrieb als Hauptantrieb fungieren und über Bewegungsgrößen (Beschleunigung, Geschwindigkeit, Ort) gesteuert werden. Dagegen kann der zweite Rotationsantrieb beispielsweise über das Drehmoment gesteuert werden, welches er auf das Abtriebsrad ausübt. Somit kann sichergestellt werden, dass ständig ein Drehmoment zwischen dem Steuerungεelement und dem Abriebsrad wirkt und dieses jederzeit am „Anschlag" der jeweiligen Toleranz anliegt.
Aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung und der Gesamtheit der Ansprüche ergeben sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Figuren
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Drehtischs.
Fig. 2 zeigt eine Prinzipskizze des Zusammenwirkens zwischen dem Zahnradgetriebe, dem Abtriebsrad und dem ersten bzw. dem zweiten Zahnrad.
Bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Drehtisches in einer Seitenansicht. Im linken Teil der Figur ist ein erster Rotationsantrieb 10 dargestellt, dessen Rotationsachse im Wesentlichen vertikal verläuft. Bei dem Rotationsantrieb 10 handelt es sich beispielsweise um einen Drehstrommotor. Oberhalb des Rotationsantriebs 10 ist auf dem Rotationsantrieb 10 ein Getriebe 14 angebracht, das die Bewegung des Rotationsantriebs 10 überträgt. Die genaue Ausführung des Getriebes 14 wird in Fig. 1 aus übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellt. Die Bewegung des Rotationsantriebs 10 wird via das Getriebe 14 auf ein Abtriebsrad 12 übertragen, das sich wiederum oberhalb des Getriebes 14 anschließt. Das Abtriebsrad 12 ist dabei einstückig mit oder fest mit einem Drehteller 16 verbunden ausgeführt, der für das Positionieren eines Werkstücks vorgesehen ist. Der Rotationsantrieb 10, das Getriebe 14 und das Abtriebsrad 12 sind dabei im Wesentlichen fluchtend miteinander angeordnet. Die Drehachse des Rotationsantriebs 10 entspricht somit im Wesentlichen der Drehachse des Abtriebrads 12 und damit auch des Drehtellers 16.
Radial verschoben, in Fig. 1 rechts neben dem Rotationsantrieb 10 dargestellt, befindet sich ein zweiter Rotationsantrieb 18. Der zweite Rotationsantrieb 18 ist im Vergleich zum ersten Rotationsantrieb 10 wesentlich kleiner ausgeführt. Die Drehachsen des ersten Rotationsantriebs 10 und des zweiten Rotationsantriebs 18 verlaufen dabei im Wesentlichen parallel. Oberhalb des zweiten Rotationsantriebs 18 ist, ähnlich wie beim ersten Rotationsantrieb 10, ebenfalls ein Zahnrad 20 angeordnet. Das Zahnrad 20 befindet sich dabei im Wesentlichen in der selben horizontalen Ebene wie das Abtriebsrad 12 oberhalb des ersten Rotationsmotors 10. Das Zahnrad 20 und das Abtriebsrad 12 sind dabei in einer ersten Stellung formschlüssig miteinander verbunden, d.h.
dass das als Zahnrad ausgeführte Abtriebsrad 12 und das Zahnrad 20 ineinander greifen. Das Zahnrad 20 lässt sich über eine zweite gestrichelt dargestellte Position montieren. In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform werden die beiden Rotationsantriebe 10, 18 und die darauf befindlichen Getriebe 14 und Zähnräder 12, 20 in einer Rahmenkonstruktion festgehalten .
Die Fig. 2 zeigt eine Prinzipskizze des Zusammenwirkens zwischen dem Getriebe 14, dem Abtriebsrad 12 und dem Zahnrad 20. Die in Fig. 1 dargestellte Ausführungsform des Drehtischs ist insofern anders, als sich das Getriebe 14 von unten an das Abtriebsrad 12 anschließt, wobei die Bewegung des Getriebes 14 auf das Abtriebsrad 12 durch einen weiteren Zahnring übertragen wird. Zur Illustration der Funktionsweise dieser bevorzugten Ausführungsform sind die beteiligten Zahnräder jedoch nebeneinander angeordnet dargestellt. Für das Getriebe 14 wird in Fig. 2 stellvertretend das letzte Zahnrad 15 des Getriebes 14 dargestellt, welches die Bewegung des Rotationsantriebs 10 schließlich auf das Abtriebsrad 12 überträgt. Dieses Zahnrad 15 des Getriebes 14 weist 8 radial nach außen stehende Zähne 22 auf, die nacheinander mit Zähnen 24 des Abtriebsrads 12 zusammenwirken. Das Abtriebsrad 12 ist dabei im Wesentlichen ebenso wie das Zahnrad 20 gleich ausgeführt wie das letzte Zahnrad 15 des Getriebes 14. Das Zahnrad 15 führt eine Bewegung in positiver Drehrichtung aus und seine Zähne 22 übertragen ein Drehmoment auf eine erste Flanke 30 der Zähne 24 des Abtriebsrads 12, welches sich folglich in negativem Drehsinn bewegt. Gegenüber der ersten Flanke 30 der Zähne 24 des Abtriebsrads 12 liegt eine zweite Flanke 32 der Zähne 24. Die zweite Flanke 32 der Zähne 24 überträgt bei einer Drehung des Abtriebsrads 12 eine Kraft auf die Zähne 28 des Zahnrads 20. Das Zahnrad 20 wird dabei von dem zweiten Rotationsantrieb derart mit einem Drehmoment beaufschlagt, das von dem Zahnrad 20 stets ein Kraft auf die zweite Flanke 32 der Zähne 24 des Abtriebsrads 12 ausgeübt wird. Die Kraft an der zweiten Flanke 32 der Zähne 24 liegt
via das Abtriebsrad 12 ebenfalls an der ersten Flanke 30 der Zähne 24 an. Die Kontaktflächen zwischen den Zähnen 22, 24, 28 stehen somit stets unter einem Druck, so dass ein allfälliges Spiel zwischen den Zähnen 22, 24, 28 nicht zum Tragen kommt .
Sofern die in Fig. 2 eingezeichnete Drehrichtung des Zahnrads 15 des Getriebes 14 auch der Richtung eines Drehmoments in einer Beschleunigungsphase entspricht, würden die Zähne 24 des Abtriebsrads 12 bei einer Verzögerung des Getriebes 14 mit der zweiten Flanke 32 an die Zähne 22 des letzten Zahnrads 15 des Getriebes 14 anstoßen, falls das Zahnrad 20 keine Kraft auf die Zähne 24 des Abtriebsrads 12 ausüben würde. In diesem Fall würde das Abtriebsrad 12 ein mehr oder weniger großes Spiel zwischen dem Abtriebsrad 12 und dem Zahnrad 15 des Getriebes 14 ausnutzen und wegen seiner Trägheit „nachlaufen", was zu einer ungewollten Ungenauigkeit in der Position des Abtriebsrads 12 führen würde. ξrfindungsgemäß bremst das Zahnrad 20 das Abtriebsrad 12 über die zweite Flanke 32 der Zähne 24 und verhindert somit das Anstoßen der zweiten Flanke 32 an die Zähne 22 des Getriebes 14. Das Abtriebsrad 12 wird somit durch das Zahnrad 20 definiert gebremst.
Next Patent: METHOD, APPARATUS AND COMPUTER PROGRAM PRODUCT FOR IMPROVED USER INTERFACE
