Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
RUBBER MIXTURE HAVING IMPROVED RUPTURE PROPERTY AND IMPROVED WEAR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/068392
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a rubber mixture, particularly for vehicle tires, straps, and belts. In order to solve the conflict between rupture resistance and heat buildup, the rubber mixture is characterized by the following composition: 50 - 95 phr of at least one natural or synthetic polyisoprene and -5 - 50 phr of at least one butadiene rubber, and 0 - 30 phr of at least one styrene butadiene rubber, and 0 - 45 phr of at least one further polar or non-polar rubber, and 1.5 - 7.5 phr amorphous silicic acid, and/or precipitate silicic acid, and 25 - 80 phr of at least one carbon black having an iodine number between 80 - 300 g / kg and a DBP number between 115 - 200 cm3 /100g and 0.1 - 5 phr of at least one plasticizing oil and 2 - 100 phr of further additives.

Inventors:
WEBER, Christian (Steinwartskamp 69, Garbsen, 30826, DE)
KRAMER, Thomas (Zum Johannisbruch 32, Springe, 31832, DE)
CARL, Wilfried (Niedstrasse 21, Berlin, 12159, DE)
HAUFE, Matthias (Moorbach Weg 5a, Neustadt, 31535, DE)
Application Number:
EP2008/064587
Publication Date:
June 04, 2009
Filing Date:
October 28, 2008
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
Continental Aktiengesellschaft (Vahrenwalder Strasse 9, Hannover, 30165, DE)
WEBER, Christian (Steinwartskamp 69, Garbsen, 30826, DE)
KRAMER, Thomas (Zum Johannisbruch 32, Springe, 31832, DE)
CARL, Wilfried (Niedstrasse 21, Berlin, 12159, DE)
HAUFE, Matthias (Moorbach Weg 5a, Neustadt, 31535, DE)
International Classes:
B29D29/00; B60C1/00; C08K3/04; C08L7/00; C08L9/00
Download PDF:
Claims:

Patentansprüche

1 . Kautschukmischung, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung:

- 50 - 95 phr zumindest eines natürlichen oder synthetischen Polyisoprens und - 5 - 50 phr zumindest eines Butadienkautschuks und

- 0 - 30 phr zumindest eines Styrolbutadienkautschuks und

- 0 - 45 phr zumindest eines weiteren polaren oder unpolaren Kautschuks und

- 1,5 - 7,5 phr amorphe Kieselsäure und / oder Fällungskieselsäure und

- 25 - 80 phr zumindest eines Rußes mit einer Iodzahl zwischen 80 - 300 g / kg und einer DBP-Zahl zwischen 115 - 200 cm 3 /100g

- 0,1 - 5 phr zumindest eines Weichmacheröls und

- 2 - 100 phr weitere Zusatzstoffe.

2. Kautschukmischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie 65 - 95 phr zumindest eines natürlichen oder synthetischen Polyisoprens enthält.

3. Kautschukmischung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie 5 - 30 phr zumindest eines Butadienkautschuks enthält.

4. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie 0 - 15 phr zumindest eines Styrolbutadienkautschuks enthält.

5. Kautschukmischung nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Styrolbutadienkautschuk ein lösungspolymerisierter Styrolbutadienkautschuk ist.

6. Kautschukmischung nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der

Styrolbutadienkautschuk ein emulsionspolymerisierter Styrolbutadienkautschuk ist.

7. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere polare oder unpolare Kautschuk ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Flüssigkautschuken und / oder Halobutylkautschuk und / oder Polynorbornen und / oder Isopren-Isobutylen-Copolymer und / oder Ethylen- Propylen-Dien- Kautschuk und / oder Nitrilkautschuk und / oder Chloroprenkautschuk und / oder Acrylat-Kautschuk und / oder Fluorkautschuk und / oder Silikon- Kautschuk und / oder Polysulfϊdkautschuk und / oder Epichlorhydrinkautschuk und / oder Styrol-Isopren-Butadien-Terpolymer.

8. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie 3 - 7 phr amorphe Kieselsäure und / oder Fällungskieselsäure enthält.

9. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass von der Gesamtmenge an Kieselsäure 0 - 7,5 phr Kieselsäure durch ein Kupplungsagenz an die Polymermatrix angebunden sind.

10. Kautschukmischung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das

Kupplungsagenz ein Silan ist.

11. Kautschukmischung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Silans 0,1 - 3 phr beträgt.

12. Kautschukmischung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die

Menge des Silans 0,5 - 2 phr beträgt

13. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass von der Gesamtmenge an Kieselsäure 0 - 7,5 phr Kieselsäure nicht an die Polymermatrix angebunden sind.

14. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Rußes 30 - 55 phr beträgt.

15. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Ruß eine Iodzahl zwischen 80 und 160 g / kg und eine DBP-Zahl zwischen 115 und 160 cm 3 / 100g hat.

16. Kautschukmischung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Ruß eine Iodzahl zwischen 80 und 160 g / kg und eine DBP-Zahl zwischen 115 und 140 cm / 100g hat.

17. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Weichmacheröl ein Mineralöl ist.

18. Kautschukmischung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Mineralöl ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus DAE und / oder RAE und / oder TDAE und / oder MES und / oder naphtenische öle.

19. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass noch 0 - 5 phr zumindest eines weiteren Weichmachers enthalten sind.

20. Kautschukmischung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Weichmacher ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus synthetischen Weichmachern und / oder Fettsäuren und / oder Fettsäurederivaten und / oder Harzen und / oder Faktisse.

21. Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Mengenanteil an weiteren Zusatzstoffen 3 - 80 phr beträgt.

22. Kautschukmischung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass der

Mengenanteil an weiteren Zusatzstoffen 5 - 60 phr beträgt.

23. Verwendung einer Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 22 zur Herstellung eines Reifens.

24. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 23 zur Herstellung des Laufstreifens eines Reifens.

25. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 23 zur Herstellung einer Body-Mischung eines Reifens.

26. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 25 zur Herstellung einer Body-Mischung eines Reifens, beinhaltend Seitenwand, Innenseele, Apex, Gürtel, Schulter, Gürtelprofil, Squeege, Karkasse, Wulstverstärker und / oder Bandage.

27. Verwendung einer Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 22 zur Herstellung eines Gurtes.

28. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 27 zur Herstellung eines Fördergurtes.

29. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 28 zur Herstellung der Laufseite eines Fördergurtes.

30. Verwendung einer Kautschukmischung nach einem der Ansprüche 1 bis 22 zur Herstellung eines Riemens.

31. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 30 zur Herstellung eines Flachriemens.

32. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 30 zur Herstellung eines Keilriemens.

33. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 30 zur Herstellung eines Keilrippenriemens.

34. Verwendung einer Kautschukmischung nach Anspruch 30 zur Herstellung eines Zahnriemens.

Description:

Beschreibung

Kautschukmischung mit verbesserter Reißeigenschaft und verbessertem Abrieb

Die Erfindung betrifft eine Kautschukmischung, insbesondere für Fahrzeugluftreifen, Gurte und Riemen.

Da die Fahreigenschaften eines Reifens, insbesondere Fahrzeugluftreifens, in einem großen Umfang von der Kautschukzusammensetzung des Laufstreifens abhängig sind, werden besonders hohe Anforderungen an die Zusammensetzung der

Laufstreifenmischung gestellt. So wurden vielfältige Versuche unternommen, die Eigenschaften des Reifens durch die Variation der Polymerkomponenten, der Füllstoffe und der sonstigen Zuschlagstoffe in der Laufstreifenmischung positiv zu beeinflussen. Dabei muss man berücksichtigen, dass eine Verbesserung in der einen Reifeneigenschaft oft eine Verschlechterung einer anderen Eigenschaft mit sich bringt. So ist eine Verbesserung der Rissbeständigkeit des Reifens in der Regel mit einem erhöhten Wärmeaufbau und mit einem schlechteren Abriebsverhalten des Reifens verbunden.

Zur Beeinflussung der Rissbeständigkeit ist es bekannt, insbesondere in Kautschukmischungen für LKW-Laufstreifen, neben der Zugabe von verschiedenen weiteren Füllstoffen noch zusätzlich nicht angebundene Kieselsäure hinzuzufügen. Dies wirkt sich allerdings wie bereits beschrieben nachteilig auf den Wärmeaufbau und das Abriebsverhalten aus.

Zum Stand der Technik sind folgende Druckschriften zu würdigen: (Dl) KR 20040091169 A (D2) JP 2005336303 A

(D3) JP 8073657 A (D4) EP 1593528 Al (D5) DE 69823479 T2 (D6) JP 200239452 A (D7) JP 2003012860 A

Dl beschreibt eine Kautschukmischung für die Seitenwand von LKW-Reifen mit verbessertem Ermüdungsverhalten und verbesserter Ozonschutzfähigkeit. Die Kautschukmischung enthält eine Kombination von Butadienkautschuk und Naturkautschuk im Verhältnis 30 ~ 70 / 70 ~ 30 und 45 - 50 Gewichtsanteile Ruß mit einer

Iodabsorptionszahl im Bereich von 64 - 70 m 2 /g und einer DPB- Zahl im Bereich von 115 - 225 m 2 /100g. Weiterhin enthält sie 2,5 - 8 Gewichtsanteile Kieselsäure mit 0,4 - 1,2 Gewichtsanteilen eines Kieselsäurebinders.

Aus D2 ist ein Fahrzeugluftreifen enthaltend eine Kautschukmischung mit verbessertem Abriebsverhalten, verbessertem Nassgriff und geringem Wärmeaufbau enthaltend 30 - 80 Gewichtsanteile Naturkautschuk und 20 - 70 Gewichtsanteile Butadienkautschuk und / oder Styrolbutadienkautschuk bekannt. Des Weiteren enthält die Kautschukmischung 40 - 60 Gewichtsanteile Füllstoff, wovon 30 - 70 Gewichtsprozent Kieselsäure sind, und 5 - 20 Gewichtsprozent eines Kieselsäurebinders.

D3 beschreibt einen Fahrzeugluftreifen mit verbessertem Abrieb, verbesserter Alterungsbeständigkeit, verbessertem Nassgriff und verbessertem Verhalten auf Eis und Schnee. Der Fahrzeugluftreifen enthält eine Laufstreifenmischung enthaltend 60 phr oder weniger Ruß mit einer Stickstoffoberfläche von 120 m 2 /g oder höher und 5 - 40 phr

Kieselsäure und 80 Gewichtsprozent oder mehr Naturkautschuk und Butadienkautschuk. Des Weiteren enthält die Kautschukmischung einen niedermolekularen, flüssigen Dienkautschuk.

Ein Fahrzeugreifen mit verbessertem Rollwiderstand, verbesserten Handlingeigenschaften und verbessertem Abriebsverhalten ist aus D4 bekannt. Der Reifen enthält eine

Kautschukmischung enthaltend 55 - 98 phr Naturkautschuk, 2 - 45 phr Butadienkautschuk mit einem Molekulargewicht kleiner 200000 g/mol, 0 - 20 phr zumindest eines weiteren Dienkautschuks und 30 - 120 phr Füllstoff enthaltend 30 - 120 phr Ruß und 0 - 60 phr amorphes, synthetisches Silika. Eine Silankupplungsagens ist ebenso enthalten und der Ruß ist ganz oder zum Teil mit Silika oberflächenbehandelt.

In der D5 wird eine Kautschukmischung bereit gestellt, die eine Verbesserung des Rollwiderstandes ohne Beeinflussung der Abriebsbeständigkeit und Nassgriffigkeit ermöglicht. Das Kautschukgemisch umfasst wenigstens zwei verschiedene Copolymere, einen ersten Verstärkerfüllstoff auf Rußbasis mit einer DBP-Zahl von wenigstens

110ml/ 100g und einem zweiten Verstärkerfüllstoff auf Kieselerde-Basis in einer Menge, bei der die Summe aus erstem und zweitem Verstärkerfüllstoff zwischen 50 und 100 phr liegt und beide in der Polymerbasis gleichmäßig verteilt sind.

D6 beschreibt eine abriebsbeständige Kautschukmischung, die 100 Gewichtsanteile

Naturkautschuk und / oder synthetischen Dienkautschuk, 10 Gewichtsanteile Kieselsäure, 0 - 90 Gewichtsanteile Ruß und 2 - 10 Gewichtsanteile Ester und Fettsäure enthält.

D7 offenbart eine Kautschukmischung mit exzellentem Abriebsverhalten, guter Verarbeitbarkeit und guten Reißeigenschaften. Die Kautschukmischung enthält 35 - 90 phr natürlichen und / oder synthetischen Naturkautschuk, 10 - 65 phr Butadienkautschuk, 45 - 60 phr Ruß, 2 - 10 phr Kieselsäure und 2 -10 phr modifizierten flüssigen Butadienkautschuk.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Kautschukmischung, insbesondere für Fahrzeugluftreifen, Gurte und Riemen, bereitzustellen, die eine weitere Verbesserung hinsichtlich des Konfliktes zwischen Rissbeständigkeit, Wärmeaufbau und Abrieb bewirkt.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Kautschukmischung mit folgender Zusammensetzung:

50 - 95 phr zumindest eines natürlichen oder synthetischen Polyisoprens und

5 - 50 phr zumindest eines Butadienkautschuks und 0 - 30 phr zumindest eines Styrolbutadienkautschuks und 0 - 45 phr zumindest eines weiteren polaren oder unpolaren Kautschuks und 1,5 - 7,5 phr amorphe Kieselsäure und / oder Fällungskieselsäure und - 25 - 80 phr zumindest eines Rußes mit einer Iodzahl zwischen 80 - 300 g / kg und einer DBP-Zahl zwischen 115 - 200 cm 3 /100g und 0,1 - 5 phr zumindest eines Weichmacheröls und 2 - 100 phr weitere Zusatzstoffe.

Die in dieser Schrift verwendete Angabe phr (parts per hundred parts of rubber by weight) ist dabei die in der Kautschukindustrie übliche Mengenangabe für Mischungsrezepturen. Die Dosierung der Gewichtsteile der einzelnen Substanzen wird dabei stets auf 100 Gewichtsteile der gesamten Masse aller in der Mischung vorhandenen Kautschuke bezogen.

überraschenderweise wurde gefunden, dass durch die Kombination von obig beschriebenem Polymersystem mit Hochstruktur-Ruß und geringe Mengen an Kieselsäure, die nicht oder nur teilweise durch ein geeignetes Silankupplungsagens angebunden sind, sich die Rissbeständigkeit verbessert, der Abriebswert auf dem gleichen Niveau verbleibt oder sich sogar verbessert und der Rollwiderstand, d.h. der Wärmeaufbau, nur geringfügig zunimmt. Dadurch ist es möglich den Zielkonflikt zwischen Weiterreißwiderstand und Abrieb zu entkoppeln. Dies gilt nicht nur für den Fahrzeuglaufstreifen, sondern auch für weitere innere Reifenbauteile. Die Kautschukmischungen für die weiteren inneren Reifenbauteile werden im Folgenden zusammengefasst, und wie in der Reifentechnologie üblich, auch als body Compounds oder body-Mischungen bezeichnet.

Weitere Anwendung findet die erfindungsgemäße Kautschukmischung in der Mischungsentwicklung für Riemen und Gurte, insbesondere für Fördergurte. Im täglichen Einsatz unterliegt insbesondere die Laufseite von Fördergurten starken mechanischen Beanspruchungen, z. B. bei Umlenkung an Antriebs-, Umlenk- und / oder Knicktrommeln und Aushalten der auftretenden Zugkräfte. Daher sind die Alterungs- und

Abriebsbeständigkeit sowie der Weiterreißwiderstand bei gleich bleibenden weiteren viskoelastischen Eigenschaften, wie z.B. der Rückprallelastizität, zur Sicherung einer langen Lebensdauer von großer Bedeutung.

Die Kautschukmischung enthält 50 - 95 phr, bevorzugt 65 - 95 phr, zumindest eines natürlichen oder synthetischen Polyisoprens und 5 - 50 phr, bevorzugt 5 - 30 phr, zumindest eines Butadienkautschuks und 0 - 30 phr, bevorzugt 0 - 15 phr, zumindest eines Styrolbutadienkautschukes, der lösungspolymerisiert oder emulsionspolymerisiert sein kann, und 0 - 45 phr eines weiteren polaren oder unpolaren Kautschuks. Der Butadienkautschuk ist bevorzugt eine hoch-cis Butadienkautschuk mit einem eis- Anteil größer oder gleich 90%

Der polare oder unpolare Kautschuk ist dabei ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Flüssigkautschuken und / oder Halobutylkautschuk und / oder Polynorbornen und / oder Isopren-Isobutylen-Copolymer und / oder Ethylen-Propylen-Dien- Kautschuk und / oder Nitrilkautschuk und / oder Chloroprenkautschuk und / oder Acrylat-Kautschuk und / oder Fluorkautschuk und / oder Silikon- Kautschuk und / oder Polysulfidkautschuk und / oder Epichlorhydrinkautschuk und / oder Styrol-Isopren-Butadien-Terpolymer. Insbesondere Styrol-Isopren-Butadien-Terpolymer, Butylkautschuk, Halobutylkautschuk oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk kommen bei der Herstellung von Fördergurten zum Einsatz.

Die erfindungsgemäße Kautschukmischung enthält 1,5 - 7,5 phr, bevorzugt 3 - 7 phr, amorphe Kieselsäure und / oder Fällungskieselsäure. Von dieser Gesamtmenge an Kieselsäure können 0 - 7,5 phr durch ein Kupplungsagens, bevorzugt Silan, an die Polymermatrix angebunden werden und / oder 0 - 7,5 phr nicht an die Polymermatrix angebunden werden. Dies bedeutet, dass, ausgehend von der Gesamtmenge an Kieselsäure, diese durch das Kupplungsagens vollständig oder nur teilweise an die Polymermatrix angebunden wird oder keinerlei Anbindung der Kieselsäure an die Polymermatrix erfolgt.

Die in der Reifenindustrie eingesetzten Kieselsäuren sind in der Regel gefällte Kieselsäuren, die insbesondere nach ihrer Oberfläche charakterisiert werden. Zur

Charakterisierung werden dabei die Stickstoff-Oberfläche (BET) gemäß DIN 66131 und DIN 66132 als Maß für die innere und äußere Füllstoffoberfläche in m 2 /g und die CTAB- Oberfläche gemäß ASTM D 3765 als Maß für die äußere Oberfläche, die oftmals als die kautschukwirksame Oberfläche angesehen wird, in m 2 /g angegeben. Erfindungsgemäß werden Kieselsäuren mit einer Stickstoff-Oberfläche zwischen 120 und 240 m 2 /g, bevorzugt zwischen 150 und 200 m 2 /g, und einer CTAB-Oberfläche zwischen 120 und 230 m 2 /g, bevorzugt zwischen 140 und 200 m 2 /g, eingesetzt.

Falls ein Kupplungsagens in Form von Silan verwendet wird, so beträgt die Menge des Silans 0,1 - 3 phr, bevorzugt 0,5 - 2 phr. Als Silan-Kupplungsagenzien können dabei alle dem Fachmann für die Verwendung in Kautschukmischungen bekannten Silan- Kupplungsagenzien verwendet werden.

Das zusätzliche Einmischen von nicht angebundener Kieselsäure ist ein in der Kautschuktechnologie übliches Verfahren, um die Reißeigenschaften von Kautschukmischungen, insbesondere der für LKW-Laufstreifen, zu verbessern. Nachteilig wirkt sich dies allerdings auf den Wärmeaufbau in der betreffenden Kautschukmischung aus, was sich in einer geringen Rückprallelastizität zeigt. Dies drückt sich insbesondere in Kautschukmischungen für Laufstreifen für Fahrzeugreifen als erhöhter Rollwiderstand aus. Die Verwendung von angebundener Kieselsäure führt zu einer geringeren Optimierung der Reißeigenschaften, gleichzeitig aber auch zu einem geringeren Wärmeaufbau. Zur Verbesserung des Rollwiderstandes ist daher der Einsatz von angebundener Kieselsäure sinnvoll, während für Kautschukmischungen mit verbesserten Reißeigenschaften der Einsatz von nicht angebundener Kieselsäure sinnvoll ist. Eine Kombination aus geringen Mengen angebundener und nicht angebundener Kieselsäure führt zu einer Kompromisslösung, so dass sich dadurch die genannten Zielkonflikte steuern lassen.

Erfmdungswesentlich ist, dass die Kautschukmischung zumindest einen Hochstruktur-Ruß enthält. Die Menge des Rußes beträgt 25 - 80 phr, bevorzugt 30 - 55 phr. Der Ruß hat dabei eine Iodzahl, gemäß ASTM D 1510, die auch als Iodabsorptionszahl bezeichnet wird, zwischen 80 und 300 g / kg und eine DBP-Zahl, zwischen 115 und 200 cm / 100g.

Bevorzugt hat der Ruß eine Iodzahl zwischen 80 und 160 g / kg und eine DBP-Zahl zwischen 115 und 160 cm 3 / 100g. Besonders bevorzugt liegt die Iodzahl des Rußes zwischen 80 und 160 g / kg und die DBP-Zahl zwischen 115 und 140 cm 3 / 100g. Die DBP-Zahl gemäß ASTM D 2414 bestimmt das spezifische Absorptionsvolumen eines Rußes oder eines hellen Füllstoffes mittels Dibutyl-phthalat.

Die Verwendung eines solchen Rußtypes in der Kautschukmischung gewährleistet eine Verbesserung des Abriebverhaltens und entschärft somit den Zielkonflikt zwischen Reißeigenschaften, Abrieb und Rollwiderstand.

Die erfindungsgemäße Kautschukmischung enthält weiterhin 0,1 - 5 phr zumindest eines Weichmacheröls, wobei das Weichmacheröl ein Mineralöl ist, das ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus DAE (Destillated Aromatic Extracts) und / oder RAE (Residual Aromatic Extract) und / oder TDAE (Treated Destillated Aromatic Extracts) und / oder MES (Mild Extracted Solvents) und / oder naphtenische öle.

Es können in der Kautschukmischung noch 0 - 5 phr zumindest eines weiteren zusätzlichen Weichmachers vorhanden sein. Dieser weitere Weichmacher kann ein synthetischer Weichmacher und / oder eine Fettsäure und / oder ein Fettsäurederivat und / oder ein Harz und / oder ein Faktis sein.

Die Gesamtmenge an Weichmachern beträgt dabei weniger oder gleich 10 phr. Erst mit dieser geringen Gesamtmenge an Weichmachern wird in der Kombination mit obig beschriebenem Hochstruktur-Ruß die gewünschte Verbesserung der Rissbeständigkeit, des Abriebverhaltens und des Wärmeaufbaus der Kautschukmischung erhalten.

Des Weiteren enthält die Kautschukmischung noch weitere Zusatzstoffe. Weitere Zusatzstoffe beinhaltet im Wesentlichen das Vernetzungssystem (Vernetzer, Beschleuniger und Verzögerer), Ozonschutzmittel, Alterungsschutzmittel, Mastikationshilfsmittel und Aktivatoren.

Der Mengenanteil der Gesamtmenge an weiteren Zusatzstoffen beträgt 2 bis 100 phr, bevorzugt 3 bis 80 phr und besonders bevorzugt 5 - 60 phr.

Die Vulkanisation der Kautschukmischung wird in Anwesenheit von Schwefel oder Schwefelspendern durchgeführt, wobei einige Schwefelspender zugleich als

Vulkanisationsbeschleuniger wirken können. Schwefel oder Schwefelspender werden im letzten Mischungsschritt in den vom Fachmann gebräuchlichen Mengen (0,4 bis 4 phr, Schwefel bevorzugt in Mengen von 1,5 bis 2,5 phr) der Kautschukmischung zugesetzt. Zur Kontrolle der erforderlichen Zeit und / oder Temperatur der Vulkanisation und zur Verbesserung der Vulkanisateigenschaften kann die Kautschukmischung vulkanisationsbeeinflussende Substanzen wie Vulkanisationsbeschleuniger, Vulkanisationsverzögerer und Vulkanisationsaktivatoren in den üblichen Mengen enthalten, die erfindungsgemäß in den obig beschriebenen Zusatzstoffen enthaltend sind.

Die Herstellung der erfmdungsgemäßen Kautschukmischung erfolgt nach dem in der Kautschukindustrie üblichen Verfahren, bei dem zunächst in ein oder mehreren Mischstufen eine Grundmischung mit allen Bestandteilen außer dem Vulkanisationssystem (Schwefel und vulkanisationsbeeinflussende Substanzen) hergestellt wird. Durch Zugabe des Vulkanisationssystems in einer letzten Mischstufe wird die Fertigmischung erzeugt. Die Fertigmischung wird z.B. durch einen Extrusionsvorgang weiterverarbeitet und in die entsprechende Form gebracht.

Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zu Grunde, obig beschriebene Kautschukmischung, zur Herstellung von Fahrzeugluftreifen, insbesondere zur Herstellung des Laufstreifens eines Reifens und / oder einer Body-Mischung eines Reifens und zur Herstellung von Riemen und Gurten zu verwenden.

Zur Verwendung in Fahrzeugluftreifen wird die Mischung bevorzugt in die Form eines Laufstreifens gebracht und bei der Herstellung des Fahrzeugreifenrohlings wie bekannt aufgebracht. Der Laufstreifen kann aber auch in Form eines schmalen

Kautschukmischungsstreifens auf einen Reifenrohling aufgewickelt werden. Die

Herstellung der erfindungsgemäßen Kautschukmischung zur Verwendung als Body- Mischung in Fahrzeugreifen erfolgt wie bereits für den Laufstreifen beschrieben. Der Unterschied liegt in der Formgebung nach dem Extrusionsvorgang. Die so erhaltenen Formen der erfindungsgemäßen Kautschukmischung für eine oder mehrere unterschiedliche Body- Mischungen dienen dann dem Aufbau eines Reifenrohlings. Zur Verwendung der erfindungsgemäßen Kautschukmischung in Riemen und Gurten, insbesondere in Fördergurten, wird die extrudierte Mischung in die entsprechende Form gebracht und dabei oder nachher häufig mit Festigkeitsträgern, z.B. synthetische Fasern oder Stahlcorde, versehen. Zumeist ergibt sich so ein mehrlagiger Aufbau, bestehend aus einer und / oder mehrerer Lagen Kautschukmischung, einer und / oder mehrerer Lagen gleicher und / oder verschiedener Festigkeitsträger und einer und / oder mehreren weiteren Lagen dergleichen und / oder einer anderen Kautschukmischung.

Die Erfindung soll nun anhand von Vergleichs- und Ausführungsbeispielen, die in Tabellen 1 und 2 zusammengefasst sind, näher erläutert werden. Tabelle 3 stellt die Charakteristika der verwendeten Rußtypen dar.

Bei sämtlichen in der Tabelle enthaltenen Mischungsbeispielen sind die angegebenen Mengenangaben Gewichtsteile, die auf 100 Gewichtsteile Gesamtkautschuk bezogen sind (phr).

Die Mischungsherstellung erfolgte unter üblichen Bedingungen in zwei Stufen in einem Labortangentialmischer. Aus sämtlichen Mischungen wurden Prüfkörper durch Vulkanisation hergestellt und mit diesen Prüfkörpern für die Kautschukindustrie typische Materialeigenschaften bestimmt. Für die obig beschriebenen Tests an Prüfkörpern wurden folgende Testverfahren angewandt:

• Shore-A-Härte bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 505

• Rückprallelastizität bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 512 • Spannungswerte bei 100 % Dehnung bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 504

• Zugfestigkeit bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 504

• Reißdehnung bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 504

• Ermüdungsrissbeständigkeit als Anzahl der Lastwechsel bis zum Bruch einer hanteiförmigen Probe unter einem sich ständig wiederholenden Dehnungszyklus mit einer Frequenz von 104 ± 8 min "1 , bestimmt mit einem Monsanto Fatique to Failure Tester (abgekürzt: FTF) bei 136 % Dehnung und 60 0 C

• Reißenergie bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 448

• Weiterreißwiderstand nach Graves bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 515

• Abrieb nach Grosch gemäß Grosch, K.A., the 131th ACS Rubber Div. Meeting, No. 97 (1987) und Grosch, K. A. et al, Kautschuk Gummi Kunststoffe, 50, 841 (1997)

Tabelle 1

Tabelle 2

Tabelle 3

Ein Vergleich der Kautschukmischung A mit den Kautschukmischungen B und C zeigt, dass sich durch eine Anhebung des Mengenanteils an Butadienkautschuk von B über A nach C das Abriebsverhalten deutlich verbessert. Der Rollwiderstand, dargestellt durch den Rückprall bei RT, zeigt sich für die Beispiele A und C, welche Anteile Butadienkautschuk enthalten, geringfügig verbessert. Bezüglich der Rissbeständigkeit, die aus der

Kombination von Ermüdungsrissbeständigkeit, Weiterreißwiderstand und der Reißenergie ermittelt wird, zeigen die Kautschukmischungen A und B vergleichsweise die besten Ergebnisse. Insofern erscheint die Mischung A bedingt durch guten Rollwiderstand und durch gute Reißeigenschaften vorteilhaft gegenüber den beiden Mischungen B und C.

Ein Vergleich der Kautschukmischungen D, A und E ergibt, dass die Veränderung des Gehaltes an Kieselsäure lediglich einen als gering einzustufenden Einfluss auf das Abriebsverhalten hat. Der Rollwiderstand verschlechtert sich mit steigendem Gehalt an Kieselsäure. Bezüglich der Reißeigenschaften erscheint sich diese zunächst mit höherem Kieselsäureanteil zu verbessern. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings der niedrige Spannungswert und die geringe Härte der Kautschukmischung E, so dass sich in diesem Vergleich die Mischung A bezüglich der Reißeigenschaften als vorteilhafter zeigt.

Ein Vergleich der Mischungen A, F, G und H zeigt den Einfluss von unterschiedlichen Rußtypen auf das physikalische Verhalten der entsprechenden Kautschukmischung dar. Hierbei wurde Ruß-N220 (Mischung A) zu gleichen Teilen durch Ruß-N121 (Mischung F), Ruß-Nl 15 (Mischung G) und durch Ruß-N339 (Mischung H) ersetzt. Dabei zeigt sich durch Kautschukmischung F ein Vorteil bezüglich des Abriebsverhaltens, während das weitere physikalische Verhalten auf annähernd gleichem Niveau verbleibt. Gleiches gilt für Mischung H hinsichtlich eines verbesserten Rollwiderstandes. Die in den

Kautschukmischungen F und H verwendeten Ruße haben eine DBP-Zahl größer oder gleich 120 cm 3 / 100g.

Die Verwendung von teilweise angebundener Kieselsäure, wie sie in Mischung I dargestellt wird, zeigt den bereits beschriebenen Effekt hinsichtlich der Reißeigenschaften und des Abriebwertes. Die Verwendung von Hochaktiv-Ruß verhindert in diesem Fall allerdings überraschenderweise, dass sich der Zielkonflikt zwischen Abrieb und Reißeigenschaften extrem verschlechtert.

Der Zielkonflikt zwischen Abrieb, Reißeigenschaften und auch Rollwiderstand kann also durch die Kombination von Polyisopren und Butadienkautschuk mit nicht angebundener, teilweise angebundener oder vollständig angebundener Kieselsäure und einem oder mehreren hochaktiven (DBP-Zahl >120 cm 3 / 100g) Rußtypen auf ein höheres Niveau angehoben werden. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass die Menge an Weichmacher, in Form von öl, entsprechend gering sein muss.

Das Hinzufügen von weiteren, bereits erwähnten, zusätzlichen Kautschuken hat auf dieses Verhalten keinen Einfluss, wenn mindestens 50 phr Polyisopren in der Mischung vorliegen und dieses die Hauptkomponente in der Polymermatrix darstellt.