| SCHIMPF, Oliver; 38106 Braunschweig Schutzhelm: Verfahren zur Verminderung oder Verhinderung einer Kopfverletzung Patentansprüche 1. Schutzhelm (6) für einen Kopf (5), mit einer äußeren, aus einem harten Material hergestellten Schale (1) und - mit einer einen Aufprall auf den Kopf (5) aufnehmenden Innentrageeinrichtung (3), die an der Innenseite (2) der äußeren Schale (1) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Innentrageeinrichtung (2) in eine schalen seitige Einlage (7) und eine kopfseitige Einlage (8) unterteilt ist, wobei die dem Kopf (5) abgewandte Seite der kopfseitigen Einlage (8) zumindest teilweise eine Gleitfläche aufweist und die einander zugewandten Seiten der kopfseitigen Einlage (8) und der schalen seitigen Einlage (7) zumindest teilweise miteinander korrespondieren und die schalen seitige Einlage (7) im Bezug auf die kopfseitige Einlage (8) in mindestens eine Richtung verdrehbar ist. 2. Schutzhelm (6), nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche eine Kugelfläche und/ oder ein rotationssymmetrischer Körper ist. 3. Schutzhelm (6), nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die kopfseitige Einlage (8) und die schalenseitige Einlage (7) unterschiedliche Dichten aufweisen. 4. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der kopfseitigen Einlage (8) und/ oder innerhalb der schalen seitigen Einlage (7) unterschiedliche Dichten auftreten. 5. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kopfseitige Einlage (8) und/oder die schalenseitige Einlage (7) eine Oberfläche ohne Unebenheiten aufweisen. 6. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kopfseitige Einlage (8) und/oder die schalenseitige Einlage (7) eine strukturierte Oberfläche (Golfball) aufweisen, um die Abdrücke der Düsen des EPS Formgebungsprozesses tiefer zu setzten und Unebenheiten der Oberfläche zu verhindern 7. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der kopfseitigen Einlage (8) und der schalenseitigen Einlage (7) eine Zwischenschicht (10) angeordnet ist. 8. Schutzhelm (6), nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (10) fest mit der kopfseitigen Einlage (8) oder der schalenseitigen Einlage (7) verbunden ist. 9. Schutzhelm (6), nach Anspruch 7 oder Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (10) härter als die kopfseitige Einlage (8) ist. 10. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kopfseitige Einlage (8) und die schalenseitige Einlage (7) durch mindestens ein Verbindungsmittel (20) miteinander verbunden sind. 1 1. Schutzhelm (6), nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsmittel (20) mindestens eine Sollbruchstelle (21) aufweist. 12. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kopfseitige Einlage (8) auf ihrer der schalenseitigen Einlage (7) zugewandten Seite mindestens eine Erhebung (22) aufweist. 13. Schutzhelm (6), nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (22) mindestens eine Sollbruchstelle (21) aufweist. 14. Schutzhelm (6), nach Anspruch 12 oder Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (22) mit einem Dämpfungsmittel (23) zusammenwirkt. 15. Schutzhelm (6), nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (22) in die schalen seitige Einlage (7) ragt. 16. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Indikator eine erfolgte Verdrehung und/ oder eine bestehende Verdrehung der schalen seitigen Einlage (7) zur kopfseitigen Einlage (8) anzeigt. 17. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kopfseitige Einlage (8) und /oder die schalenseitige Einlage (7) einen Noppenkorb odgl. aufweist. 18. Schutzhelm (6), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzhelm (6) ein Autorennhelm, Winter sporthelm, Reithelm, Fahrradhelm, Bergsteigerhelm, Arbeits Schutzhelm, Polizeihelm, Feuerwehrhelm, Jet Fighter, Militärhelm odgl. ist. 19. Verfahren zur Verminderung oder Verhinderung einer Kopfverletzung, die aufgrund eines eine Drehbewegung verursachenden Schlages hervorgerufen wurde, mittels eines Schutzhelmes (6), wobei der Schutzhelm (6) eine äußere, aus einem harten Material hergestellte Schale (1) und eine einen Aufprall auf den Kopf (5) aufnehmenden Innentrageeinrichtung (3), die an der Innenseite (2) der äußeren Schale (1) angeordnet ist, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Innentrageeinrichtung (3) in eine schalenseitige Einlage (7) und eine kopfseitige Einlage (8) unterteilt ist, wobei die dem Kopf (5) abgewandte Seite der kopfseitigen Einlage (8) zumindest teilweise eine Kugelfläche aufweist und die einander zugewandten Seiten der kopfseitigen Einlage (8) und der schalen seitigen Einlage (7) zumindest teilweise miteinander korrespondieren, so dass durch den auftreffenden Schlag die schalenseitige Einlage (7) in Bezug zur kopfseitigen Einlage (8) verdreht wird. Verfahren, nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schutzhelm (6) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 18 eingesetzt wird. |
Kopfverletzung
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Schutzhelm, nach der Gattung des Anspruchs 1, und einem Verfahren zur Verminderung oder Verhinderung einer Kopfverletzung, nach der Gattung des Anspruchs 19.
Es sind eine Vielzahl von Schutzhelmen bekannt, die dazu dienen, dass der Kopf eines Trägers vor Verletzungen geschützt wird. Diese Schutzhelme sind an den menschlichen Kopf, der von oben gesehen eine ovale Form, die unterschieden werden kann in eine„round oval" Form und eine „long oval" Form, aufweist, angepasst. Marktübliche Schutzhelme nehmen diese Form auf, um dem menschlichen Kopf ähnlich zu sein, besonders aber, um schmal zu wirken. Nur von vorne gesehen schmale Helme, die klein wirken, sind am Markt verkäuflich. Runde Helme wirken von vorne gesehen breit und sind am Markt nicht erfolgreich.
|Bestätiqunqskopiel In der Regel bestehen diese Schutzhelme, die je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich ausgestaltet sein können, aus einer äußeren, aus einem harten Material hergestellten Schale, die meist eine ovale Grundform aufweist, und einer einen Aufprall auf den Kopf aufnehmenden, stoßdämpfenden Innentrageeinrichtung, die an der Innenseite der äußeren Schale angeordnet ist und auf ihrer dem menschlichen Kopf zugewandten Seite (Innenseite) ebenfalls von ovaler Form ist. Nachteilig ist bei diesen Schutzhelmen, dass diese zwar vor Schlägen, die den Schutzhelm oder seine Anstoßkappe translatorisch treffen, schützen, nicht aber vor rotatorischen Kräften, die beim Schlag wirken, so dass es z.B. bei vielen Unfällen trotz der Verwendung eines Schutzhelmes zu schweren Kopfverletzungen kommt.
In der europäischen Patentschrift EP 0 790 787 Bl wird eine schützende Kopfbedeckung beschrieben, an deren Außenschale eine Rutschfläche angeordnet ist. Auf dieser Rutschfläche ist eine dünne, zähe Haut angeordnet, die bei Einwirkung eines Schlages auf der harten Außenschale des Schutzhelmes gleitet, wodurch eine durch den Schlag verursachte Drehbeschleunigung des Kopfes reduziert wird, da die Haut an der Außenseite wie die Kopfschwarte des menschlichen Kopfes wirkt. Nachteilig ist zu beurteilen, dass die äußere Erscheinung des Schutzhelmes durch die Haut negativ beeinflusst wird.
Um das äußere Erscheinungsbild nicht negativ zu beeinflussen, wird in der europäischen Patentschrift EP 1 246 548 Bl ein Schutzhelm beschrieben, bei dem zwischen der Innenschale und der Außenschale eine dünne gleitfähige Schale eingebracht wird. Somit verdreht sich die Innenschale gegen die Außenschale und vermindert die eingebrachten Drehbeschleunigungen. Nachteil dieser Lösung ist, dass die Drehbewegung durch die ovale Form des Helms in seiner allgemeinen Form gehemmt wird.
In der europäischen Patentschrift EP 696 34 862 T2 wird ein Schutzhelm vorgeschlagen, bei dem die an der Innenseite der harten, äußeren Schale eine Innentrageeinrichtung aus synthetischem Harzschaum angeordnet ist, wobei die Innentrageeinrichtung in ein Haupteinlageteil und ein Nebeneinlageteil, das in einer am Haupteinlageteil angeordneten Aussparung eingepasst ist, besteht. Das Nebeneinlageteil weist dabei eine Dichte auf, die 20% bis 80% von der Dichte des Haupteinlageteiles beträgt. Dadurch wird eine gute Schutzwirkung erzielt, wobei diese Lösung sehr aufwändig ist.
Die Erfindung und ihre Vorteile
Der erfindungsgemäße Schutzhelm, mit dem kennzeichnenden Merkmal des Anspruchs 1, und das erfindungsgemäße Verfahren zur Verminderung oder Verhinderung einer Kopfverletzung, mit dem kennzeichnenden Merkmal des Anspruchs 19, haben demgegenüber den Vorteil, dass durch eine Teilung der stoßdämpfenden oder stoß dampfenden und komfortgebenden Innentrageeinrichtung, die Liner, Komfortpolster, Schutzpolster, Noppenkörbe und/oder bebänderte Trageeinrichtungen (z.B. Tragespinnen, Tragebänder, Kopfbänder odgl.) aufweisen kann, in eine schalenseitige Einlage und eine kopfseitige Einlage, die gegeneinander (bevorzugt ab einer bestimmten Krafteinwirkung) in mindestens eine Richtung verdrehbar sind, eine Gleitfläche vorhanden ist, die die Funktion einer Rotationsfläche übernimmt, so dass die durch einen Schlag eingebrachte Drehbeschleunigung stark verringert bzw. verhindert wird, da die kopfseitige Einlage und die schalen seitige Einlage und somit der Kopf des Trägers und die Helmaußenschale gegeneinander schnell und ohne Hemmung bevorzugt in alle Richtungen verdrehbar sind. Die Teilung kann den stoßdämpfenden und/ oder den nicht stoßdämpfenden Teil der Innentrageeinrichtung betreffen.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes ist die Gleitfläche eine Kugelfläche, die auch lediglich über Teilbereiche des Halbkugelkörpers definiert sein kann, und/oder ein rotations symmetrischer Körper (z.B. Drehellipsoiden, etc).
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes weisen die kopfseitige Einlage und die schalen seitige Einlage unterschiedliche Dichten auf. Die Innentrageeinrichtung kann aus geschlossen zelligen und/oder offen zelligen Schäumen hergestellt sein. Denkbar sind generell alle Materialien, die zur Stoßdämpfung von Schutzhelmen geeignet sind. Eingeschlossen sind hierbei auch weiche Schäume, die lediglich zur Komfortpolsterung dienen, Noppenkörbe oder andere Trageeinrichtungen .
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes treten innerhalb der kopfseitigen Einlage und/ oder innerhalb der schalenseitigen Einlage unterschiedliche Dichten auf. Dadurch wird es ermöglicht, dass je nach Geometrie des Schutzhelmes in dessen verschiedenen Regionen, in denen unterschiedliche Anforderungen an die Festigkeit des verwendeten Materials gegeben sein können, das Material an diese speziellen Anforderungen angepasst wird. Hierbei ist der Einsatz von Einsatz von Linern aus Schaumstoffen, bevorzugt Partikelschaumstoffen (Partikelschäumen), insbesondere aufgeschäumtes Polystyrol (EPS), expandiertes Polypropylen (EPP), Polyurethan (PU), odgl. , vorteilhaft. Im Allgemeinen werden für die verschiedenen Regionen separate Segmente gefertigt. Dabei wird die Dichte der einzelnen Bauteile an die regionalen Unterschiede angepasst. Anschließend werden die Bauteile mittels Stecken, Kleben oder Verschäumen gefügt.
Weiterhin ist auch der Einsatz von Bauteilen möglich, die mittels Mehrzonenverschäumung (Multi- Density) mit bis zu 3 verschiedenen Dichten in einem Bauteil; bevorzugt als Dual- Density-Liner, hergestellt werden. Hierbei wird in einem zweistufigen Prozess innerhalb eines Bauteils die Dichte variiert. Für die Herstellung dieser Bauteile werden die einzelnen Zonen durch Schieber abgegrenzt. Die Zonen werden separat gefüllt und vorgefertigt. Während des Formgebungsprozesses werden die Schieber aus dem Werkzeug gezogen und die Perlen der einzelnen Zonen werden miteinander zu einem Bauteil verschweißt. Durch dieses Verfahren können genau abgegrenzte Bereiche verschiedener Dichten hergestellt werden. Alternativ kann auch im einstufigen Prozess durch ein gezieltes Befüllen der Werkzeugbereiche teilweise unter Ausnutzung des Fülldrucks oder mittels Luftvorhang ein Bauteil mit verschiedenen Dichten hergestellt werden. Bei diesem Verfahren kommt es an den Grenzen zu einer Vermischung der unterschiedlich vorgeschäumten Perlen. Dadurch entstehen Bauteile mit Übergangsbereichen mittlerer Dichten an den Zonengrenzen. Vorteilhaft ist auch die die Kombination beider Technologien. Hierbei werden große Segmente mittels Multi- Density- Verfahren, insbesondere Dual-Density- Verfahren, hergestellt und mit kleineren Segmenten einfacher Ausführung kombiniert.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes weisen die kopfseitige Einlage und/ oder die schalen seitige Einlage eine Oberfläche auf, die keine Unebenheiten durch die Bedüsung des EPS Prozesses haben, weil ein Prozess mit lokal düsenfreiem Werkzeug angewendet wird oder weil ein Werkzeug mit poröser Oberfläche verwendet wird.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes weisen die kopfseitige Einlage und/ oder die schalen seitige Einlage eine strukturierte Oberfläche (Golfball) auf. um die Abdrücke der Düsen des EPS Formgebungsprozesses tiefer zu setzten und Unebenheiten der Oberfläche zu verhindern.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes ist zwischen der kopfseitigen Einlage und der schalen seitigen Einlage eine Zwischenschicht angeordnet. Die Zwischenschicht könnte, wenn sie besonders steif und beispielsweise aus Kohlefaser hergestellt ist, eine positive Wirkung auf die Stoßdämpfung haben. Sollte es keine vollständige Zwischenschicht geben, sind beispielsweise punktuelle, sternförmig oder kreuzweise angebrachte Gleitstellen denkbar. Denkbar ist auch, dass die Zwischenschicht eine Flüssigkeit oder ein Gel sein kann. Die Viskosität der Flüssigkeit oder des Gels ist in diesem Falle so eingestellt, dass man mit ihrer Hilfe verschiedene Reibwerte (Scherwerte) und damit auch verschiedene Beschleunigungen erzielen kann. Damit ist der Rotationsbeschleunigungsverlauf einzustellen.
Nach einer diesbezüglichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes ist die Zwischenschicht fest mit der kopfseitigen Einlage oder der schalen seitigen Einlage verbunden.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes ist die Zwischenschicht härter als die kopfseitige Einlage.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes sind die kopfseitige Einlage und die schalen seitige Einlage durch mindestens ein Verbindungsmittel miteinander verbunden. Denkbar ist, dass dieses Verbindungsmittel ein eingepresster EPS Körper sein kann, der zusätzlich auch Energie für die Stoßdämpfung aufnehmen kann (Stichwort: feste Lagerung). Denkbar ist auch, dass dieses Verbindungsmittel ein Federdämpfersystem sein kann, welches das System in seine Ausgangposition zurückstellt. Eine bevorzugte Ausführungsform können Gummibänder (beispielsweise in Doppel T Form) sein (Stichwort: schwimmende Lagerung).
Nach einer diesbezüglichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes weist das Verbindungsmittel mindestens eine Sollbruchstelle auf. Diese Sollbrauch stelle kann auch eine textile Struktur sein, die bei einer kontrollierten Kraft aufreißt. Die Sollbruchstelle kann auch im Verbindungsmittel, vorzugsweise auch ein EPS Zylinder oder Kegel (Dübel) sein. Dieser Zylinder ist bevorzugt bezüglich seiner Losbrechkraft exakt auf die jeweilige Prüfnorm eingestellt. Variationen sind über Raumgewicht, Perlgröße und Durchmesser der Sollbruchstelle denkbar, wobei das definierte Losbrechen auch über einen Schneidteller aus Metall erfolgen kann.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes weist die kopfseitige Einlage auf ihrer der schalenseitigen Einlage zugewandten Seite mindestens eine Erhebung auf.
Nach einer diesbezüglichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes weist die Erhebung mindestens eine Sollbruchstelle auf. Die Ausführung dieser Sollbruchstelle kann so sein, dass beim Bruch der Sollbruchstelle ein Signal ausgelöst wird. Damit kann wie auch immer signalisiert werden, dass das System in Funktion war und der Helm nicht mehr zu benutzen ist. Zusätzlich kann aber auch ein SOS Notruf Signal gesendet werden
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäföen Schutzhelmes wirkt die Erhebung mit einem Dämpfungsmittel zusammen. Bevorzugt ist um die Erhebung herum ein konstruktives Element angeordnet, welches die Schalen in Position hält und beim Aufprall aber kontrolliert kollabiert. Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes ragt die Erhebung in die schalen seitige Einlage.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes zeigt ein Indikator eine erfolgte Verdrehung und/ oder eine bestehende Verdrehung der schal enseitigen Einlage zur kopfseitigen Einlage an. Der Indikator ist bevorzugt nach außen und/ oder innen sichtbar und weist darauf hin, dass das System ausgelöst wurde. Dies ist besonders nach einem Unfall wichtig, da von außen Schutzhelme oft unbeschädigt aussehen, obwohl sie hohe Energie haben absorbieren müssen. Der Indikator zeigt an das das System sich bewegt hat und damit also Drehenergie aufgenommen hat wurde.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes weist die kopfseitige Einlage und/ oder die schalen seitige Einlage als Trageeinrichtung einen Noppenkorb odgl. auf.
Nach einer zusätzlichen vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzhelmes ist der Schutzhelm ein Motorradhelm, Autorennhelm, Wintersporthelm (Ski-, Snowboardhelm), Reithelm, Fahrradhelm, Bergsteigerhelm, Arbeits Schutzhelm, Polizeihelm, Feuerwehrhelm, Jet Fighter, Militärhelm odgl..
Bevorzugt kann ein Formteil mit der Schale zusammengefügt werden, wenn an den Rändern der beiden Schalen (der kopfseitigen Einlageund der schalenseitigen Einlage) die Wandstärke des EPS Teiles zu gering wird. Dieses Formteil kann das problemlose Gleiten des Systems unterstützen, aber auch zusätzlich Funktionsteile des Helmes (z.B. Schäume, Riemen, textile Bestandteile) aufnehmen.
Bevorzugt kann ein Kinnnemenbefestigungspunkt (KBP) in der Nähe des Drehpunktes des Rotationssystems (RDP) oder zumindest auf der Verbindungslinie zwischen einem Kinnriemenbefestigungspunkt (KBP) und einem Kinnriemenaufiagepunkt (KAP) angebracht sein. Durch ein zusätzliches Funktionsteil kann die Position des Kinnriemens im Fall der Rotationsfunktion auf die Verbindungslinie des (RDP) und des Auflagepunktes des Kinnriemens (KAP) gebracht werden.
In einer anderen vorteilhaften Anordnung kann der Kinnriemen auf einer Rotationslinie um den Drehpunkt des Rotationssystems angebracht werden. Auf dieser Linie kann der Kinnriemen immer im gleichen Abstand zum Rotationsdrehpunkt bleiben. Bei besonders großen Verschiebungen rutscht der Kinnriemen gegen einen Anschlag und strafft sich dann kontrolliert. Diese Anordnung erfüllt die Funktion eines Gurtstraffers beim Aufprall mit Rotationsbewegung.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verminderung oder Verhinderung einer Kopfverletzung, die aufgrund eines eine Drehbewegung verursachenden Schlages hervorgerufen wurde, mittels eines Schutzhelmes, wobei der Schutzhelm eine äußere, aus einem harten Material hergestellte Schale und eine einen Aufprall auf den Kopf aufnehmenden Innentrageeinrichtung, die an der Innenseite der äußeren Schale angeordnet ist, aufweist, und wobei die Innentrageeinrichtung in eine schalenseitige Einlage und eine kopfseitige Einlage unterteilt ist, wobei die dem Kopf abgewandte Seite der kopfseitigen Einlage zumindest teilweise eine Kugelfläche aufweist und die einander zugewandten Seiten der kopfseitigen Einlage und der schalenseitigen Einlage zumindest teilweise miteinander korrespondieren, so dass durch den auf treffenden Schlag die schalenseitige Einlage in Bezug zur kopfseitigen Einlage verdreht wird, wird ein Schutzhelm gemäß einem der Ansprüche 1 bis 18 eingesetzt.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im Folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 und 2
Schnittzeichnungen eines herkömmlichen Schutzhelms,
Fig. 3 und 4
Schnittzeichnungen einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes, Fig. 5 eine Explosionszeichnung einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schutzhelmes,
Fig. 6 und 7
Schnittzeichnungen des erfindungsgemäßen
Schutzhelmes gemäß Fig. 5,
Fig. 8 bis 10
die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Schutzhelmes gemäß Fig. 5 bei einem Schlag von hinten,
Fig. 1 1 die Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Schutzhelmes gemäß Fig. 5 bei einem Schlag von vorne,
Fig. 12 eine Schnittzeichnung einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes,
Fig. 13 die Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Schutzhelmes gemäß Fig. 12 bei einem Schlag von vorne,
Fig. 14 eine Schnittzeichnung einer vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes,
Fig. 15 die Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Schutzhelmes gemäß Fig. 14 bei einem Schlag von vorne, Fig. 16 eine Schnittzeichnung einer fünften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes,
Fig. 17 die Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Schutzhelmes gemäß Fig. 16 bei einem Schlag von hinten,
Fig. 18 und 19
eine Frontansicht eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes,
Fig. 20 die Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Schutzhelmes gemäß Fig. 18 bei einem Schlag von der Seite,
Fig. 21 eine Schnittzeichnung einer sechsten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes,
Fig. 22 eine Explosionszeichnung einer Innentrageeinrichtung eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes,
Fig. 23 bis 25
Detailansichten der Innentrageeinrichtung gemäß Fig. 22,
Fig. 26 eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes mit einer Innentrageeinrichtung gemäß Fig. 22 und Fig. 27 die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Schutzhelmes gemäß Fig. 22 bei einem Schlag von hinten.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Die Fig. 1 und Fig. 2 zeigen Schnittzeichnungen eines herkömmlichen Schutzhelms. Dieser besteht aus einer harten äußeren Schale 1 , an deren Innenseite 2 die Innentrageeinrichtung 3 angeordnet ist. Die Innentrageeinrichtung 3 weist eine Innenseite 4, deren ovale Form an einen menschlichen Kopf 5 (siehe Fig. 2) angepasst ist.
Die Fig. 3 und Fig. 4 zeigen Schnittzeichnungen einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6. Die durch die harte, äußere Schale 1 umgebene stoßdämpfende oder stoßdämpfende und komfortgebende Innentrageeinrichtung ist in eine schalen sei tige Einlage 7 und eine kopfseitige Einlage 8 unterteilt ist, wobei die dem Kopf 5 (siehe Fig. 4) abgewandte Außenseite 9 der kopfseitigen Einlage 8 zumindest teilweise eine Kugelfläche aufweist und die Außenseite 9 der kopfseitigen Einlage 8 mit der Innenseite 2 der schalenseitigen Einlage 7 korrespondiert.
Die schalen seitige Einlage 7 und die kopfseitige Einlage 8 der Inntrageeinrichtung werden bevorzugt so miteinander verbunden, dass sie sich frei in alle Richtungen gegeneinander verschieben können, so dass sie ein verschiebbares System bilden. Bevorzugt ist vorgesehen, dass nach einer Verschiebung eine Rückstellung in die Ausgangsposition erfolgt. Dies kann beispielsweise durch eine elastische Schicht oder ein elastisches Band bewirkt werden. Dabei ist die Auslösekraft des Systems immer kleiner als die Kraft zum Rückstellen des Systems in die Ausgangsposition.
Fig. 5 zeigt eine Explosionszeichnung einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6, Bei dieser Ausführungsform ist zwischen der kopfseitigen Einlage 8 und der schalenseitigen Einlage 7 eine Zwischenschicht 10, die eine Innenseite 1 1 und eine Außenseite 12 aufweist und bevorzugt aus einem härteren Material hergestellt ist, angeordnet. Die Außenseite 13 der schalenseitigen Einlage 7 korrespondiert mit der Innenseite 2 der äußeren Schale 1. Ebenso korrespondieren die Innenseite 2 der schalenseitigen Einlage 7 mit der Außenseite 12 der Zwischenschicht 10 und die Außenseite 9 der kopfseitigen Einlage 8 mit der Innenseite 11 der Zwischenschicht 10. Die Zwischenschicht 10 ist fest mit der der schalenseitigen Einlage 7 oder der kopfseitigen Einlage 8 verbunden.
Die Fig. 6 und Fig. 7 zeigen Schnittzeichnungen des erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6 gemäß Fig. 5. Die schalenseitige Einlage 7 ist um einen Drehpunkt 14 auf der kopfseitigen Einlage 8 verdrehbar.
Die Fig. 8 bis Fig. 10 zeigen die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6 gemäß Fig. 5. Bei einem Schlag von hinten verdreht sich die kopfseitige Einlage 8 samt der äußeren Schale 1 um den Drehpunkt 14 in Pfeilrichtung 15 nach vorne. Ebenso wird die kopfseitige Einlage 8 samt der äußeren Schale 1 bei einem in Pfeilrichtung 16 erfolgenden Aufprall auf einen Boden 17 und einer damit in Pfeilrichtung 18 einher gehenden Krafteinwirkung in Pfeilrichtung 15 nach vorne verdreht.
Die Fig. 1 1 zeigt die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6 gemäß Fig. 5. Bei einem Schlag von vorne verdreht sich die kopfseitige Einlage 8 samt der äußeren Schale 1 um den Drehpunkt 14 in Pfeilrichtung 19 nach hinten.
Fig. 12 zeigt eine Schnittzeichnung einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6. Hierbei sind die kopfseitige Einlage 8 und die schalenseitige Einlage 7 mittels Verbindungsmittel 20 miteinander verbunden. Die Verbindungsmittel 20 weisen Sollbruchstellen 21 auf, die z.B. bei einem Schlag von vorne brechen, so dass sich die kopfseitige Einlage 8 samt der äußeren Schale 1 um den Drehpunkt 14 in Pfeilrichtung 19 nach hinten verdreht (Fig. 13).
Fig. 14 zeigt eine Schnittzeichnung einer vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6. Hierbei weist die kopfseitige Einlage 8 eine Erhebung 22, die in den Bereich der schalenseitigen Einlage 7 ragt, auf. Die Erhebung 22 ist von einem Dämpfungsmittel 23 umgeben, das bei einem Schlag von vorne zusammen gepresst wird, während sich die kopfseitige Einlage 8 samt der äußeren Schale 1 um den Drehpunkt 14 in Pfeilrichtung 19 nach hinten verdreht (Fig. 15). Um die Kräfte in jede Bewegungsrichtung gleichstark sein zu lassen, kann das Dämpfungsmittel 23 bevorzugt ein Schaumring sein, der beispielsweise zylinderförmig im oberen Bereich des Schutzhelmes 6 eingebracht wird. Fig. 16 zeigt eine Schnittzeichnung einer fünften Ausführungsform eines erfindungs gern äßen Schutzhelmes 6. Hierbei weist die kopfseitige Einlage 8 zwei Erhebungen 22 auf. Die Erhebungen 22 weisen Sollbruchstellen 21 auf, die z.B. bei einem Schlag von hinten brechen, so dass sich die kopfseitige Einlage 8 samt der äußeren Schale 1 um den Drehpunkt 14 in Pfeilrichtung 15 nach vorne verdreht (Fig. 17).
Fig. 18 und 19 zeigen Frontansichten eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6. Deutlich wird, dass die kopfseitige Einlage 8 und die schalen seitige Einlage 7 einen gemeinsamen Drehpunkt 14 haben, so dass z.B. bei einem seitlichen Schlag sich die kopfseitige Einlage 8 samt der äußeren Schale 1 um den Drehpunkt 14 in Pfeilrichtung 24 verdreht (Fig. 20).
Fig. 21 zeigt eine Schnittzeichnung einer sechsten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes 6. Bei dieser Ausführungsform weisen die kopfseitige Einlage 8 und die schalen seitige Einlage 7 Noppenkörbe auf.
Die Fig. 22 zeigt eine Explosionszeichnung einer Innentrageeinrichtung eines Schutzhelmes 6. Bei dieser denkbaren Ausführungsform der Innentrageeinrichtung ist zwischen der kopfseitigen Einlage 8 und der schalenseitigen Einlage 7 eine Zwischenschicht 10, die eine Innenseite 1 1 und eine Außenseite 12 aufweist und bevorzugt aus einem härteren Material hergestellt ist, angeordnet. Die Außenseite 13 der schalenseitigen Einlage 7 korrespondiert mit der Innenseite 2 der äußeren Schale 1. Ebenso korrespondieren die Innenseite 2 der schalenseitigen Einlage 7 mit der Außenseite 12 der Zwischenschicht 10 und die Außenseite 9 der kopfseitigen Einlage 8 mit der Innenseite 11 der Zwischenschicht 10. Die Zwischenschicht 10 weist durch Stifte 25 fixierte Bänder 26, die ein Befestigungsmittel 27 bevorzugt elastisch sind, und einen Rand 28, in den die schalen seitige Einlage 7 einführbar ist, auf. Eine Halterung 29, die einen Rand 30, in den die kopfseitige Einlage 8 einführbar ist, dient zur Fixierung der kopfseitigen Einlage 8.
Die Fig. 23 bis 25 zeigen Detailansichten der Innentrageeinrichtung gemäß Fig. 22. Das Befestigungsmittel 27 ist an der Halterung 29 in Löchern 31 fixierbar.
Fig. 26 zeigt eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Schutzhelmes mit einer Innentrageeinrichtung gemäß Fig. 22 und Fig. 27 zeigt die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Schutzhelmes gemäß Fig. 22 bei einem Schlag von hinten.
Alle hier dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.
Bezugszahlenliste
1 Äußere Schale 17 Boden
2 Innenseite 18 Pfeilrichtung
3 Innentrageeinrichtung 19 Pfeilrichtung
4 Innenseite 20 Verbindungsmittel
5 Kopf 21 Sollbruchstelle
6 Schutzhelm 22 Erhebung
7 Schalenseitige Einlage 23 Dämpfungsmittel
8 Kopfseitige Einlage 24 Pfeilrichtung
9 Außenseite 25 Stift
10 Zwischenschicht 26 Band
1 1 Innenseite 27 Befestigungsmittel
12 Außenseite 28 Rand
13 Außenseite 29 Halterung
14 Drehpunkt 30 Rand
15 Pfeilrichtung 31 Loch
16 Pfeilrichtung
